<Desc/Clms Page number 1>
Ventilboden für Stoffaustauschkolonnen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Ventilboden für Stoffaustauschkolonnen mit veränderlichem Durchtrittsquerschnitt.
Die Erfindung besteht dabei darin, dass jeder Bodenöffnung ein Ventilteller zugeordnet ist, der sich an einem bzw. mit Hilfe eines Führungsstiftes führt, wobei der Stift an einem in der Bodenöffnung vorhandenen Steg befestigt bzw. in einer Öffnung des Steges geführt ist, während an dem Stift ein Anschlag zur Hubbegrenzung angebracht ist.
Eine weitere erfindungsgemässe Bauform sieht vor, dass mehrere Führungsstifte am Rand der Boden- öffnung vorgesehen sind, wobei die Enden der Stifte, nach innen umgebogen, als Hubbegrenzung dienen.
Vorteilhaft sind dabei die Führungsstifte von aufgebogenen Stanzstegen der Bodenplatte gebildet.
Ventilboden für Stoffaustauschkolonnen, z. B. für Rektifikation, Absorption, Desoiption und ähnliche Vorgänge sind bekannt. Diese Böden bestehen aus einer Lochplatte, deren einzelne Öffnungen durch Verschlussorgane abgedeckt sind. Die Verschlussorgane, in Form flacher oder gewölbter Scheiben, verschliessen bzw. öffnen die Bodenöffnungen je nach der Gas- oder Dämpfebelastung der Kolonnen. Zum Führen dieser Ventilteller sind die verschiedensten Führungslemente entwickelt worden. Diese Führungselemente ragen entweder in Form von Füsschen, welche unmittelbar mit dem Ventilteller ausgestanzt werden, oder als Federdraht über den Ventilteller gebogen werden, in die Bodenöffnungen hinein. Man kann die Führungselemente auch als Käfige über den Ventilteller in der Bodenplatte befestigen.
Während die erstgenannteAusführungsform erhebliche Materialabfälle bei der Herstellung mit sich bringt und dadurch zwangsläufig nicht sehr wirtschaftlich ist, ist die zweite Ausführungsform für einen robusten Betrieb nicht sehr geeignet. Auch die Herstellung von eigenen Käfigen, welche über den Öffnungen in der Bodenplatte befestigt werden, ist sehr teuer und verursacht einen erheblichen Materialverschnitt, ganz abgesehen davon, dass diese Führungsart für den Ventilteller sehr schwierig zu montieren ist.
Gegenüber diesen bekannten Einrichtungen bietet die Anwendung von Führungsstiften nach dem Vorschlag der Erfindung ganz wesentliche Vorteile. Man kann den Führungsstiften jeden beliebigen Querschnitt geben, wobei man nur die entsprechende gleichartige Bohrung zur Aufnahme des Führungsstiftes vorzusehen hat. Dort, wo man den Stift an dem Ventilteller befestigt, kann man beim Stanzen der Bodenöffnung einen kleinen Steg stehen lassen und in diesen Steg die Führungsöffnung für den Stift bohren oder ebenfalls stanzen. Die Hubbegrenzung kann sehr einfach mittels eines durch ein kleines Bohrloch gesteckten Bolzens erreicht werden.
Man kann aber ebenso vorteilhaft einen solchen Ventilboden bei starkwandigen Blechen oder auch bei Gussböden verwenden, da man in einem solchen Fall eine Halterung mit einem Führungsstift einschweisst bzw. eingiesst. In diesen Fällen erhält eben dann der Ventilteller eine entsprechende Öffnung zur Aufnahme des Führungsstiftes. Man kann aber auch auf sehr einfache Art mehrere Führungsstifte an dem Rand der Bodenöffnung vorsehen, besonders einfach dadurch, dass man beim Ausstanzen der Bodenlöcher einige Stege stehen lässt, die nach oben gebogen werden. Der Ventilteller enthält dann entsprechende Ausnehmungen, damit er sich an diesen Führungen halten kann, wobei eine Hubbegrenzung dadurch erreicht wird, dass die Enden dieser Führungen nach innen gebogen werden.
Dadurch, dass sich bei diesen beiden letztgenannten Ausführungsformen an den Tellern selbst keine Führungsorgane befinden, besteht die Möglichkeit, durch Verändern der Blechdicken dem Ventilteller jede beliebigen Gewichte zuzuordnen, so dass man auf diese Art und Weise das Öffnen bzw. Schliessen an die verschiedensten Belastungen in einer Kolonne anpassen kann. Auf diese Art kann man den Belastungsbereich insbesondere nach unten hin erweitern.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung und den Ansprüchen.
<Desc/Clms Page number 2>
Es zeigen, in schematischer Darstellung, Fig. 1 einen Schnitt durch einen Ventilboden, im Aufriss, Fig. 2 einen Grundriss von Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt durch einen Ventilboden, im Aufriss, mit feststehenden Führungsstift, Fig. 4 einen Schnitt durch einen Ventilboden mit vier am Rande befestigten Führungen und Fig. 5 einen Grundriss von Fig. 4.
Gemäss den Fig. 1 und 2 wurde aus einer Bodenplatte 1 eine kreisrunde Öffnung 2 gestanzt und dabei ein Steg 3 stehengelassen. In diesem Steg 3 ist mittig eine Führungsöffnung 4 vorgesehen, in der sich ein Führungsstift 6, der an einem die Bodenöffnung 2 abschliessenden Ventilteller 5 angebracht ist, führen kann. Der Ventilteller 5 kann vorzugsweise, wie in den Fig. 1, 3 und 4 dargestellt, mit einem geneigten Rand ausgeführt werden. Die Hubhöhe des Ventiltellers 5 kann durch einen Anschlag in Form eines Anschlagstiftes 7, der durch eine entsprechende Bohrung im Führungsstift 6 gesteckt ist, begrenzt werden.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der auf einen in der Bodenöffnung 2 belassenen bzw. in diese eingesetzten Quersteg 3 ein nach oben gerichteter Führungsstift 6'befestigt ist. Der Ventilteller J'erhält mittig eine entsprechende Führungsöffnung 4', die zur Aufnahme des Führungsstiftes 6' dient und gegebenenfalls auch ausgehalst sein kann. Das Aushalsen der Führungsöffnung 4'kann vorteilhaft in Richtung der der Bodenplatte 1 zugewandten Seite des Ventiltellers J'erfolgen. Dadurch wird eine widerstandsarme Umlenkung des Gasstromes erreicht. Auch hier kann die Hubhöhe des Ventiltellers wieder durch einen Anschlagstift 7 begrenzt werden.
Eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, bei der mehrere Führungen vorgesehen sind, zeigen die Fig. 4 und 5. Hiebei wird durch Anordnung von z. B. vier Führungsstiften 6" eine Art Käfig gebildet, wobei man diese Stifte dadurch erhalten kann, dass man beim Ausstanzen der Öffnung 2 aus der Bodenplatte entsprechende Stanzstege 8 stehen lässt und diese dann nach oben biegt. In den Ventilteller 5" werden dann entsprechende Ausnehmungen 4"eingearbeitet, so dass eine Führung an den Führungsstiften 6" gegeben ist. Zur Begrenzung der Hubhöhe kann man die oberen Enden 11 der Führungsstifte 6" nach innen umbiegen, so dass auf diese Art Anschläge für den Ventilteller 5" gegeben sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Ventilboden für Stoffaustauschkolonnen mit veränderlichem Durchtrittsquerschnitt, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Bodenöffnung (2) ein Ventilteller (5) zugeordnet ist, der sich an einem bzw. mit Hilfe eines Führungsstiftes (6 bzw. 6') führt, wobei der Führungsstift an einem in der Bodenöffnung vorhandenen Steg (3) befestigt bzw. in einer Öffnung (4) des Steges geführt ist, während an dem Stift ein Anschlag (7) zur Hubbegrenzung angebracht ist.