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Einschraubvorrichtung für Schwellenschrauben
Die Fortschritte der Eisenbahntechnik haben eine Erhöhung der erreichbaren Geschwindigkeiten er- möglicht. Es war infolgedessen notwendig, Gleise bereitzustellen, die die Verwirklichung dieser Geschwindigkeiten zulassen. Ausserdem müssen diese Gleise in gleicher Weise immer höhere Lasten tragen können, wie sie durch die Erhöhung der Zuggewichtc gegeben sind.
Bereits vor mehreren Jahren sind in diesem Sinne Schienen von sehr grosser Lange durch Verschweissung der Einzelschienen miteinander geschaffen worden.
Derartige Schienen müssen auf den Schwellen mit Einrichtungen befestigt werden, die sich von den üblichen unterscheiden und durch besonders elastische Befestigungsmittel gebildet werden, die bestimmungsgemäss am Schienenfuss angeordnet und auf diesem über Schwellenchraubon befestigt sind.
Bei derartigen Einrichtungen muss eine äusserst genaue Befestigung vorgenommen werden können.
Die Erfindung betrifft nun eine Einschraubvorrichtung für Schwellenschrauben, die ein Befestigungsmittel für Schienen, etwa eine Lasche od. dgl. auf den Schienenfuss anpressen, wobei die Vorrichtung einen Fühler und einen gegenüber diesem Fühler verschiebbaren und mit dem Schienenfuss zusammenarbeitenden Taster enthält, der einen Anschlag trägt, welcher mit einem Unterbrecher zusammenarbeitet, der den Antrieb der Einschraubvorrichtung unterbricht, sobald zwischen dem Ende des Tasters und dem Ende des Fühlers ein vorgegebener Niveauunterschied auftritt. Bei derartigen Vorrichtungen ist es bekannt, den Fühler als Schraubenschlüssel auszubilden und örtlich entfernt vom Taster anzuordnen, der den Schienenfuss berührt. Nach einem Prinzip der Messtechnik sollen jedoch Prüfkörper und Normal möglichst nahe beieinander liegen.
Auf den vorliegenden Fall übertragen, soll daher der Fühler möglichst nahe dem Taster liegen, da einer der beiden das Normal und der andere den Prüfling berührt, wobei gemäss der Aufgabenstellung zwischen beiden ein vorbestimmter Abstand auftreten soll.
Dieses Prinzip wird bei der genannten Vorrichtung erfüllt, wenn gemäss der Erfindung der Taster im Inneren des vorzugsweise auf einem Arm des Gestells der Vorrichtung befestigten rohrförmigen Fühlers angeordnet ist, wobei der Taster jenes Ende des Fühlers überragt, das im Betrieb auf dem Befestigungsmittel liegt, und der Anschlag vorzugsweise auf dem Taster verschiebbar und feststellbar gelagert ist. Durch die erfindungsgemässe Ausbildung liegt somit der Taster möglichst nahe dem Fühler, wodurch eine genauere Messung als bei der bekannten Vorrichtung ermöglicht wird. Zur Erhöhung der Messgenauigkeit bzw. der feinfühligen Einstellbarkeit des Anschlages ist dieser vorzugsweise auf dem Taster verschiebbar und verstellbar gelagert.
Die Unterbrechung des Einschraubens kann durch einen Schalter bewirkt werden, der in dem Speisestromkrcis eines Kupplungsmagneten liegt, der beispielsweise von einem Dynamo gespeist wird. Der Kupplungsmagnet kann auch von einem umlaufunden Magnet gespeist werden, der durch den Steuermotor der Vorrichtung angetrieben wird. Dieser Schalter öffnet den Stromkreis, sobald die Spitze des Tasters die vorbestimmte Lage in bezug auf das. mit dem Befestigungsmittel der Schiene in Berührung stehende Glied den Fühler erreicht hat.
Gemäss einem weiteren wesentlichen Merkmal der Erfindung ist der Anschlag in einem vorzugsweise mit dem Fühler fest verbundenen Gehäuse verschiebbar gelagert und trägt ein Innengewinde, das mit einem Aussengewinde des Tasters zusammenarbeitet.
Weitere wesentliche Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung. In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigt Fig. l eine
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Seitenansicht einer Vorrichtung gemäss der Erfindung, Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf eine Schie- ne und deren Befestigungsmittel, wobei die Vorrichtung im Schnitt nach Linie li-li in Fig. l dargestellt ist. Fig. 3 veranschaulicht einen Schaltplan der elektrischen Steuerung, Fig. 4 eine Ansicht eines Längs- schnittes durch einen Taster, Fig. 5 eine Ansicht eines Schnittes nach Linie V-V in Fig. 4 und Fig. 6 eine
Seitenansicht des unteren Endes des Tasters.
Die in Fig. 1 dargestellte Einschraubvorrichtung für Schwellenschrauben besteht aus einem Antriebs- motor l, der über ein Getriebe mit einer elektromagnetischen Kupplung 2 in Verbindung steht. Diese An- ordnung wird von einem Gestell 3 getragen, das mit einem Arm 4 und Handgriffen 5 versehen ist. Über die elektromagnetische Kupplung 2 und eine Kardanverbindung 7 wird eine Welle 6 angetrieben. Diese
Welle treibt bei ihrer Drehung über eine weitere Kardanverbindung 8 ein Getriebe 9 an, welches die Be- wegung auf eine Welle 10 überträgt, an deren unterem Ende ein Schlüssel 11 für das Einschrauben der
Schwellenschrauben vorgesehen ist.
Mit dem Gestell 3 ist ein Wagen 12 verbunden, um die Verschiebung der gesamten Vorrichtung längs der Schiene 13 zu ermöglichen. Ein Taster 14 ist an der Vorrichtung derart befestigt, dass seine Spitze mit dem Schienenfuss in der Nähe des Befestigungsmittels 20 dieser Schiene in Berührung kommen kann.
Eine Steuerung 16 eines Drehrichtungsumkehrers ist auf dem Getriebe 9 angeordnet, um mit Hilfe der Vorrichtung ein Losschrauben einer Schwellenschraube zu ermöglichen, wenn diese zufällig zu stark angezogen worden sein sollte.
Mit der Vorrichtung ist eine Stossstange 17 verbunden, um zu vermeiden, dass die Tasteinrichtung 14 mit dem Schienenkopf in harte Berührung gelangt.
In Fig. 2 ist eine Schiene dargestellt, die einen Kopf 18 und den Fuss 19 aufweist. Eine Platte 20, die das elastische Befestigungsmittel der Schiene auf einer Schwelle bildet, wird auf dieser mit Hilfe einer Schwellenschraube 21 festgehalten.
Von den geschnitten dargestellten Teilen der Vorrichtung sind die beiden Tasteinrichtungen 14, 14a zu sehen, die beiderseits des Schlüssels 11 angeordnet sind, welcher sich auf der Schwellenschraube 21 befindet. Es sind weiters die Stossstangen 17 und 17a zu sehen, die in gleicher Weise beiderseits des Schlüssels 11 angeordnet sind.
Die Vorrichtung umfasst zwei Taster, um das Einschrauben von Schwellenschrauben zu ermöglichen, die beiderseits des Kopfes 18 angeordnet sind. Die Tasteinrichtung 14 ist für die Schwellenschraube 21 bestimmt, die in Fig. 2 dargestellt ist, während die Tasteinrichtung 14a nur mit der andern, zur Schwellenschraube 21 in bezug auf den Schienenkopf 18 symmetrischen Schwellenschraube zusammenwirkt. Die Stossstangen 17a dienen dazu, Stösse zwischen dem Taster 14 a und dem Schienenkopf 18 zu verhindern.
Wie in Fig. 3 schematisch dargestellt, gehören zu den Tasteinrichtungen 14a und 14 Schalter, die in den Speisestromkreis 22 des Kupplungsmagneten 2 eingeschaltet sind, ausgehend beispielsweise von einem magnetischen Schwungrad 23, welches von dem Motor 1 angetrieben wird.
Sobald eine der beiden Tasteinrichtungen in Betrieb ist, steuert sie den Schalter, der mit ihr. verbunden ist. Wenn die vorbestimmte Entfernung, die die Spitze des Tasters von seinem mit dem Befestigungmittel der Schiene in Berührung stehenden Glied trennt, erreicht ist, wird der elektrische Stromkreis ge- öffnet und die elektromagnetische Kupplung wird nicht mehr gespeist und treibt nicht mehr das Getriebe 9 an.
Man kann ferner dafür sorgen, dass die Tasteinrichtung den Drehsinn des Getriebes steuert, je nachdem, ob die Schwellenschrauben eingeschraubt oder gelöst werden sollen.
Ein Schalter könnte sodann über einen auf der Stange der Tasteinrichtung angeordneten Steuerfinger die Betätigung des Schlüssels 11 entweder in der einen oder der andern Drehrichtung in Abhängigkeit von der die Spitze des Tasters von dem mit dem Befestigungsmittel in Berührung stehenden Glied trennenden Entfernung bewirken.
In den Fig. 4, 5 und 6 ist eine Ausführungsform der Tasteinrichtung veranschaulicht. Der Taster besitzt eine zentrale Stange 24, an deren unterem Abschnitt die Spitze 25 selbst angeordnet ist. Zur Begrenzung des Weges der Stange 24 ist ein Anschlag 26 vorgesehen. Zum Zwecke der Drehsicherung der Stange ist der Anschlag 26 mit einer Nut 27 versehen, in die eine Schraube 28 eingreift. Die Stange 24 kann in einem mit dem Gehäuse 30 verbundenen Rohr 29 gleiten, das einen Teil des Fühlers der Tasteinrichtung darstellt. Den zweiten Teil des Fühlers stellt eine Fusshülse 31 dar, die mit dem Rohr 29 verbunden ist und in deren Innerem die Stange 24 des Tasters verschiebbar ist. Am unteren Abschnitt der Fusshülse 31 ist ein Anschlag 32 angeordnet, der mit dem Befestigungsmittel 20 einer Schiene in Berührung gebracht werden kann.
Die Fusshülse 31 ist mit dem Rahmen der Einschraubvorrichtung über das Tragrohr 33 verbunden.
Eine Kompensationsfeder 34 ist zwischen der Fusshülse 31 und dem Rohr 33 befestigt. Diese Feder dient
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hauptsächlich dazu, den Anschlag 32 mit dem Befestigungsmittel 20 in Berührung zu halten, u. zw. unab- hängig von der Absenkung des Schlüssels 11 auf dem Kopf der Schwellenschraube. An ihrem oberen Ab- schnitt besitzt die Stange 24ein Aussengewinde 35, mit dem eine verstellbare, einen Anschlag 36 tragen- de Büchse zusammenwirkt. Der Anschlag 36 ist am unteren Abschnitt der Büchse angeordnet. An dem An- schlag 36 kommt eine Steuerstange 37 zur Anlage, die sich an der Büchse unter der Wirkung einer Feder
38 abstützt und mit einem Betätigungsgriff 39 versehen ist.
Wie in Fig. 5 dargestellt, ist die Steuerstange 37 mit einem Finger 40 versehen, der mit einem Zap- fen 41 eines Schalters 42 in Berührung gelangen kann, dem die elektrischen Leitungen 43 des in Fig. 3 dargestellten Stromkreises 22 zugeordnet sind.
Die Steuerstange 37 ist in dem Deckel 44 des Gehäuses 30 verschiebbar. Eine Feder 45 wirkt auf das untere Ende der Büchse, um diese nach unten zu drücken und auf diese Weise den mit der Stange 24 ver- bundenen Anschlag 26 mit der Fusshülse 31 in Berührung zu halten.
Am oberen Abschnitt der Büchse ist ein Regelgriff 46 fest angeordnet. Dieser Regelgriff kann auf dem
Gewinde 47 durch Verdrehen in seiner Lage eingestellt und durch eine Madenschraube 48 festgelegt wer- den.
Eine Gegenmutter 49 ist am oberen Abschnitt der Stange 24 des Tasters vorgesehen, um den Regel- griff 46 zu blockieren, sobald dieser die gewünschte Lage einnimmt. Der Regelgriff 46 kann an seiner kegelförmigen Oberfläche 50 beispielsweise eine Gradeinteilung besitzen, die die Beobachtung der be- wirkten Regelung, beispielsweise mit Hilfe einer am oberen Hals des Gehäuses 30 vorgesehenen Markie- rung, ermöglicht.
Sobald man die Schwellenschraube od. dgl. mit Hilfe des Schlüssels 11 überdeckt hat, kommt der
Anschlag 32 der Fusshülse 31 mit dem elastischen Befestigungsmittel 20 der Schiene in Berührung, das in
Fig. 2 beispielsweise als Platte dargestellt ist. Das Einschrauben der Schwellenschraube wird mit Hilfe des
Schlüssels 11 vorgenommen, wobei sich dieser gleichförmig dreht. Sobald die Höhenlagen der Spitze 25 des Tasters und des Anschlages 32 am Fühler um einen bestimmten Betrag voneinander abweichen, ist der auf der Büchse angeordnete Anschlag 36 so weit im Inneren des Gehäuses 30 aufwärts bewegt worden, dass die Steuerstange 37 freigegeben wird. Der Finger 40 gelangt in die strichpunktiert dargestellte Lage 40a und steht nicht mehr mit dem Zapfen 41 des Schalters in Berührung.
Der Stromkreis ist sodann offen und die elektromagnetische Kupplung 2 wird nicht mehr gespeist.
Auf diese Weise kann das Einschrauben der Schwellenschraube abgestoppt werden, sobald der Abstand zwischen dem Schienenfuss und der Oberseite des Befestigungsmittels 20 den gewünschten Wert erreicht hat, u. zw. auf Zehntelmillimeter genau.
In den Fig. 4 und 5 sind in strichpunktierten Linien die Lagen der verschiedenen Elemente dargestellt, wenn der Abstand, der die Spitze 25 des Tasters von dem Anschlag 32 am Fühler trennt, den gewünschten Wert erreicht hat, um das Abstoppen des Einschraubens der Schwellenschraube auszulösen.
Der eine Vorrichtung gemäss der Erfindung verwendende Arbeiter kann diesen Abstand auf den gewünschten Wert einregulieren, beispielsweise in Abhängigkeit von der Stärke der elastischen Befestigungsmittel. Zu diesem Zweck wird die den Anschlag 36 tragende Büchse längs der Stange 24 des Tasters durch Drehung des Regelgriffes 46 verschoben. Die auf dem Griff angeordnete Gradeinteilung erlaubt die Einregulierung in Abhängigkeit von der Stärke der Befestigungsmittel.
Nach Vornahme der Einstellung ist lediglich die Gegenmutter 49 gegen den Regelgriff 46 zu schrauben, damit eine Verschiebung der Büchse längs der Stange 24 des Tasters unmöglich wird. Die Schraube 28, die in die Nut 27 des mit der Stange 24 des Tasters verbundenen Anschlages 26 eingreift, verhindert während der Einstellungen eine Drehung der Stange 24.
Die Erfindung soll sich nicht auf die vorstehend beschriebene Ausführungsform beschränken, sondern im Gegenteil sämtliche Abwandlungen umfassen. Man kann insbesondere ein Übertragungsorgan auf dem EinschraubschlUssel vorsehen zu dem Zweck, diesen von der Antriebswelle zu trennen, sobald die Vorrichtung angehoben wird.
Das untere Ende der Büchse, welches als Anschlag 36 für die Steuerstange 37 dient, kann abgeschrägt sein, so dass beim Anheben der Stange 24, deren Spitze 25 auf dem Schienenfuss ruht, die Steuerstange 37 bewegt wird (in Fig. 4 nach links) und nach Zurücklegung eines bestimmten Weges den Sehalter 42 öffnet, wodurch der Antrieb unterbrochen. wird. Sobald sich die Stange 24 wieder nach unten bewegt, wandert die Steuerstange in Fig. 4 nach rechts, schliesst den Schalter und der Antrieb tritt wieder in Tätigkeit. Durch die beschriebene Ausbildung des unteren Endes der Büchse ist es somit möglich, ohne Betätigung der Steuerstange von Hand aus, den Antrieb aus-und einzuschalten.
In Wirklichkeit gibt es keine Unterbrechung der Kontinuität bei der Drehung des Schlüssels, u. zw. bei langsamer Drehung, weil praktisch keine
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Stromunterbrechung auftritt. Sobald das Anziel1cn derScÌ1wellenschrauben unterbrochen werden muss, wird der Strom über einen Hauptschalter ausgeschaltet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einschraubvorrichtung für Schwellenschrauben, die ein Befestigungsmittel für Schienen, etwa eine Lasche od. dgl., auf den Schienenfuss anpressen, wobei die Vorrichtung einen Fühler und einen gegenüber diesem Fühler verschiebbaren und mit dem Schienenfuss zusammenarbeitenden Taster enthält, der einen Anschlag trägt, welcher mit einem Unterbrecher zusammenarbeitet, der den Antrieb der Einschraubvorrichtung unterbricht, sobald zwischen dem Ende des Tasters und dem Ende des Fühlers ein vorgegebener Niveauunterschied auftritt, dadurch gekennzeichnet, dass der Taster (24, 25) im Inneren des vorzugsweise auf einem Arm des Gestells der Vorrichtung befestigten rohrförmigen Fühlers (31,29) angeordnet ist, wobei der Taster (24,25) jenes Ende (31) des Fühlers überragt, das im Betrieb auf dem Befestigungsmittel (20) liegt, und dass der Anschlag (36)
vorzugsweise auf dem Taster verschiebbar und feststellbar angeordnet ist.