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Zum Kühlen von Zementklinker oder ähnli- ±hen Stoffen hat man bereits vorgeschlagen, feststehende Roste mit einer darauf bewegten Schleppkette mit Schleppstäben zu verwenden, wobei die Länge. der Schleppstäbe der Breite des Rostes entspricht. Das aus dem Fertigbrennofen austretende gebrannte Gut fällt auf den Rost und bedeckt die Schleppstäbe samt Kette. Wird die Schleppkette in Betrieb genommen, so schiebt jeder einzelne Schleppstab den vor ihm liegenden Teil des'Gutes vor sich her und befördert ihn langsam zum Abwurfende des Rostes hin, wobei das Gut einigermassen gleichmässig über die Breite des Rostes verteilt wird. Diese bekannten Einrichtungen haben aber schwerwiegende Nachteile.
Da die einzelnen Gutteile dauernd Bewegungen gegeneinander ausführen, zerreiben sie sich gegenseitig, und am Rostende ist der Anteil an Feingut ausserordentlich gross. Vor allem aber wird hiebei ein Teil des Gutes nur soweit zerkleinert, dass es zwischen den Roststäben stecken bleibt und den Luftdurchgang durch den Rost erschwert. Vielfach wird der Rost gänzlich verstopft, so dass er zwecks Reinigung ausser Betrieb genommen werden muss. Ausserdem ist der Rostverschleiss bei diesen Einrichtungen sehr gross, da das Gut mit einer Temperatur von, etwa 13000 C anfällt, der der Rost nicht gewachsen ist.
Man hat weiterhin schon vorgeschlagen, einen Wanderrost, wie er beispielsweise von Feuerungen her bekannt Ist, als Kühleinrichtung zu verwenden. Hier machen die einzelnen Gutteile keine Bewegungen gegeneinander, sondern sie behalten ihre Lage zueinander bis zum Abwurfende des Rostes bei. Das hat den Vorteil, dass kein zusätzlicher Abrieb der Gutteile auf der ganzen Rostlänge stattfindet. Die Rostspalten können sich nicht verstopfen und der Rostdurchfall ist minimal. Beim Wanderrost ergibt sich jedoch der Nachteil, dass etwaige Ungleichmässigkeiten In der Höhe und Breite der Gutschicht während der ganzen Reise des Gutes über die Länge des Rostes bestehen bleiben. Das frisch aus dem Drehrohrofen anfallende Gut gelangt am Beschickungsende des Rostes etwa auf dessen Mitte, bezogen auf die Rostbreitenerstreckung, meist in Form von Haufen.
Es bilden sich dadurch auf dem Rost klinkerfreie oder klinkerarme Flächen, Kanäle und Löcher, durch welche die Luft nahezu widerstandslos hindurchströmt.
Hier setzt die Erfindung ein, die sich die Aufgabe gestellt hat, den in der Menge und Korngrösse unterschiedlichen Gutanfall in ein auf der ganzen Rostlänge gleichmässig breites und hohes Klinkerbett zu verwandeln. Sie schlägt zu diesem Zweck vor, unmittelbar am Beschickungsende des Wanderrostes eine durch Schleusen abgedichtete Blasvorrichtung anzuordnen, die in der Lage ist, das Gut. anzuheben und gleichmässig über die Breite. des Rostes zu verteilen. Eine solche Blasvorrichtung kann z. B. aus einer einzelnen, sich über die Breite des Rostes erstreckenden Düsenreihe bestehen.
Die Wirkungsweise der Blasvorrichtung entspricht etwa der einer pneumatischen Rinne, bei der durch den porösen Boden Luft oder Gas unter Druck eingeblasen wird, so dass sich aus dem in der Rinne befindlichen feinkörnigen Gut und. der Luft eine Art Emulsion bildet, welche die Eigenschaften einer Flüssigkeit hat, die sich gleichmässig über die Breite der Rinne erstreckt. Bei der erfindungsgemässen Blasvorrichtung wird nun. die Luft mit so'hoher Pressung bzw. Geschwindigkeit durch den Rost gedrückt, dass das gesamte auf dem Rost befindliche Gut innerhalb weniger Sekunden in Schwebezustand versetzt wird, durcheinander wirbelt und sich gleichmässig auf die Breite des Rostes verteilt.
Hiebei tritt noch der weitere Vorteil ein, dass grosse Gutbrocken, die durch die kalten Luftstrahlen abgeschreckt werden, infolge der sich in ihnen bildenden Wärmespannungen augenblicklich in kleine handliche Stücke zerfallen, was wesentlich für eine gleichmässige Abkühlung des Klinkers auf dem Rost ist.
Da. das Klinikerbett nicht immer aus Klinkerkörnern völlig einheitlicher Korngrösse besteht, vielmehr Schutt mit grösseren Klinkerkörnern abwechselt, so würden, wenn von unten her durch den Rost auf seiner ganzen Länge Kühlluft mit gleichmässigem Druck zugeführt wird, sich die kleineren Körner schneller abkühlen als die grö- sseren. Um auch hier eine gleichmässige Abkühlung zu erreichen, wird gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, den Raum unter dem Rost über seine Länge in mehrere Kammern zu unterteilen, die mit Luft verschie-
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dener Druckhöhe beschickt werden können. Wenn man z.
B. durch die ersten Kammern dicht hin- ter der Blasvorrichtung Luft mit grösserer Pres- sung zuführt, durch die letzten Kammern da- , gegen Luft mit geringerer Pressung, so können diese letzteren Kammern gewissermassen als Tem- peraturausgleichskammern benutzt werden.
Die Vorverteilung des vom Ofen herabfallen- den Klinkers kann durch eine schräge Ebene mit
Leiteinrichtungen bewirkt werden, sie kann aber auch mit einer Vibrationsvorrichtung od. dgl. geschehen.
Die Windzuleitung zu den Unterwindkammern kann auf einer oder auf beiden Seiten erfolgen.
Der Raum über dem Rost kann entsprechend der gewünschten Verteilung und Weiterverwen- dung der Warmluft durch feststehende oder be- wegliche Zwischenwände unterteilt werden. Die
Zwischenwände können aus mehreren Teilen be- stehen. Zum Auflockern des Klinkerbettes und gleichzeitig zum Verteilen des Klinkers und sei- ner Schichthöhe können neben der pneumatischen
Auflockerung und Verteilung auch noch über dem
Rost liegende hürdenartig wirkende Elemente an- geordnet werden.
Zum Umwälzen des Klinkers kann ferner eine zusätzliche Vorrichtung verwendet werden, die pflugblatt- oder pflugscharähnlich oder rechen- artig oder als sich drehende Haspel mit Umwälzvorrichtungen ausgebildet sein kann. Alle als Beispiele genannten Vorrichtungen werden zweckmässig mit Einrichtungen zum Kühlen mittels Luft, Gas oder mit Wasser versehen und können auch so eingerichtet sein, dass durch sie Luft oder Gas auf den Klinker oder in das Klinkerbett geblasen oder Wasser auf den Klinker gespritzt werden kann.
Wichtig ist ferner, dass der durch den Rost hindurchfallende Klinker, der mittig oder an den Seiten abtransportiert werden kann, immer wieder mit Kaltluft in Berührung kommt. Der Transport kann beispielsweise durch Schnecken, Luftrinnen, Vibrationsrinnen, Redler od. dgl. geschehen.
Um Klinkeransatz zu zerschlagen, empfiehlt sich der Einbau einer Zerkleinerungsvorrichtung, beispielsweise einer Hammerbrecherwelle oder der Welle eines Prallbrechers, wobei die Vorrichtung unterhalb des Auslaufrostes oder auch darüber angebracht werden kann. Man kann auch den ganzen Klinkeranteil oder nur die groben Stücke einem Brechwalzwerk aufgeben.
Die Zeichnungen zeigen eine schematische Darstellung eines Wanderrostklinkerkühlers. Es bedeuten : Fig. 1 eine Gesamtansicht des Kühlers von der Seite, Fig. 2 die Vorderansicht einer Vorverteilvorrichtung in der Einlaufrutsche nach Schnitt A-B der Fig. 1, Fig. 3 die Vorverteilvorrichtung gemäss Fig. 2 in der Draufsicht, Fig. 4 einen Schichthöhenregler in der Seitenan-
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in Fig. 1, durch die pneumatische Kammer mit Zwischenwänden.
Der aus dem Drehrohrofen 1 auslaufende gebrannte Klinker gelangt über den Drehrohrofenkopf 2 in, die Einlaufrutsche 3 auf den von einem Gehäuse umgebenen Wanderrost 4, der in bekannter Weise ausgeführt ist. In der Einlaufrutsche ist eine Vorrichtung 5 zum gleichmässigen Aufgeben des Klinkers auf den Rost 4 vorgesehen, die von einem drehbar gelagerten Rohr 6 und einer darauf befestigten, mit Kanälen 7 versehenen Platte 8 gebildet wird, die beide von einem Kühlmittel durchströmt werden (Fig. 2 und 3). Hiedurch wird es ermöglicht, den Klinkerstrom zu steuern. Es können für diesen Zweck auch andere Mittel verwendet werden.
In der Einlaufrutsche sind ferner von aussen verschliessbare Kanäle 9 vorgesehen, durch die ein Reinigungswerkzeug zum Abstossen von Klinkeransatz geführt werden kann. über dem Rosteinlauf ist eine Strahlungswand 10 angeordnet, die den Zweck hat, die dahinter angeordneten Elemente vor Zerstörungen durch zu starke Erwärmung zu schützen.
Hinter der Strahlungswand 10 ist ein Regler 11 für die Bemessung der Schichthöhe vorgesehen. Der Regler wird von einem Rohr 12 mit daran befestigten Haltern 13 gebildet, an welche
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und die Halter werden von einem Kühlmittel durchströmt. Über dem Rost 4 sind weiterhin Auflockerungs- und Verteilungselemente 15 angeordnet, die von Kühlmitteln durchströmt werden. Diese bestehen aus einem pendelnd gelagerten Rohr 16, an dessen unterem Ende ein hohler pflugscharähnlicher Körper 17 befestigt ist, in dem Austrittsöffnungen 18 vorgesehen sind (Fig.
6). Die mit dem Rost wandernde Klinkerschicht wird hiedurch gezwungen, über die Körper 17 hinwegzusteigen. Dabei wird das Gut weitgehend aufgelockert, umgewälzt und erneut auf dem Rost verteilt. Durch das aus den öffnungen 18 austretende Kühlmittel wird das Gut weiter gekühlt.
Unter dem oberen Rosttrum ist am Einlauf eine pneumatische Kammer 19 angeordnet, die aus dem Einlassstutzen 20 mit Luft versorgt wird. Um den Austritt von Luft nach unten zu verhindern, 1 ist der untere schachtförmige Teil der Kammer 19 als Schleuse ausgebildet, in der Paare 21 von Doppelpendelklappen übereinanderstehend angeordnet sind. Diese Pendelklappen werden so gesteuert, dass wechselweise jeweils nur eine Klappe : geöffnet wird, um etwaigen durch den Rost fallenden Klinkern den Durchgang zu ermöglichen.
Die Kammer 19 kann, wie in Fig. 7 dargestellt, in der Längsrichtung durch eine oder mehrere Zwischenwände in Teilkammern 19a, 19b unter- teilt sein. Hiedurch ist es möglich, jede Teilkammer getrennt mit verschiedenen Luftmengen und Drücken zu beschicken, so dass dadurch die Verteilung der auf dem Rost- liegenden Klinker-
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4 ist durch WändeVerhinderung des Abströmens von Kühlluft ein Penddblech 37 vorgesehen. Für die überwachung des Kühlvorgangs sind an mehreren Stellen des Gehäuses Schaulöcher 38 eingebaut. Die Strömung der Kühlluft ist durch gestrichelte Pfeile, der Klinkerlauf durch ausgezogene Pfeile darge- stellt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Kühlen von Zementklinkern oder ähnlichen Stoffen bei Hochleistungbrennanlagen, bestehend aus einem Wanderrost, dem das Kühlgut an dem einen Ende aufgegeben wird, während die Kühlluft von unten nach oben durch den Rost streicht, dadurch gekennzeich- net, dass die Einlaufzone des Wanderrostes mit einer über die Rostbreite reichenden Blasvorrichtung versehen ist, welche die Kühlluft mit so hoher Pressung bzw. Geschwindigkeit durch den Rost drückt, dass das gesamte Gut in Schwebe- zustand versetzt wird, durcheinander wirbelt und sich gleichmässig auf die Breite des Rostes verteilt.