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Verfahren und Vorrichtung zum Leimen von Papier.
Nach dem Patente Nr. 148996 wird die Aufgabe, das vollständige Eindringen eines konzentrierten Leims in eine Papierbahn zu ermöglichen, in der Weise gelöst, dass Luft aus der Papierbahn durch die Einwirkung von Dampf unmittelbar vor dem Eintauchen der Bahn in den Leim ausgetrieben wird, so dass die Luft nach der Dampfbehandlung am Wiedereintreten in die Papierbahn verhindert wird und der Leim in die Bahn besser eindringen kann. Nach dem Stammpatente kann eine grosse Menge von Leim leicht in das mit normaler Geschwindigkeit durch die Vorrichtung laufende Papier eingebracht werden. Das Leimen ist jedoch in erster Linie vom Volumen und von der Geschwindigkeit des Dampfes sowie von der Viskosität der Leimlösung abhängig.
Durch Verringern der Dampfmenge kann die vom Papier aufgenommene Leimmenge innerhalb gewisser Grenzen geregelt werden und das Ziel dieser Erfindung ist es, diesen Regelbereich zu vergrössern.
Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass der Grad des Eindringens von Leim gegebener Viskosität in die Bahn durch Zumischen von Luft zum Dampf geregelt wird. Die aufzunehmende Leimmenge kann überdies durch Änderung der Viskosität des Leims geregelt werden, es ist jedoch zweckmässiger, ein Leimbad von ungefähr gleichbleibender Viskosität ständig zu verwenden und den Dampf mit verschiedenen Mengen heisser Luft zu vermischen, um die vom Papier aufzunehmende Leimmenge zu bestimmen.
Vorzugsweise wird die Luft auf ungefähr dieselbe Temperatur wie der Dampf erhitzt, bevor sie mit diesem vermischt wird.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung enthält auch Einrichtungen zum Mischen von Dampf und Luft und zur Zufuhrung dieses Gemisches zu einer Gaskammer, durch welche die Bahn läuft und von der die Bahn unmittelbar in das Leimbad eintritt. Diese Einrichtungen weisen vorzugsweise eine Mischkammer auf, in der ein Saugstück untergebracht ist, durch welches der Dampf oder die Luft in die Mischkammer eintritt und das andere Medium ansaugt.
Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung gemäss der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, in welcher Fig. l eine Vorderansicht, Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung, beides teilweise im Schnitt, Fig. 3 eine Mischeinrichtung für Dampf und Luft in vergrössertem Massstab im Schnitt und Fig. 4 eine Draufsicht auf die Vorrichtung teilweise im Schnitt zeigt.
Die Vorriehtung enthält eine Gaskammer 1, die aus zwei Teilen 2 besteht, welche durch Schrauben 2'zusammengehalten werden und entlang der Mittellinie 4 der Kammer getrennt sind, so dass eine Papierbahn 5 Über eine Führungsrolle 6 zwischen den Winkeln 8 und den Teilen 2 der Kammer geführt werden kann : beim Austritt aus der Kammer läuft die Bahn über eine Führungsrolle 7, die normalerweise in der Leimlösung 10 im Behälter 11 untergebracht ist, derart, dass das Papier von der Kammer unmittelbar in das Leirnbad eintritt. Das Papier wird durch das Bad geleitet, in dem es über eine Rolle.' ? geführt ist und läuft hierauf aus dem Bad und durch Druckrollen üblicher Art.
Die beiden Teile der Kammer sind vorzugsweise in einem kleinen Abstand, ungefähr 0'6 1'111 voneinander angeordnet, so dass die in die Kammer eintretenden Gase zwischen diesen Teilen entweichen können.
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Der Dampf und die Luft sollen vor dem Eintritt in die Gaskammer gründlich gemischt werden.
Zweckmässig wird die Luft auf ungefähr die gleiche Temperatur erhitzt wie der Dampf, bevor man sie mit diesem miseht. Das Mischen wird in einer Mischkammer 18, die die Form eines langen Rohres aufweist, in dem ein Saugstutzen 19 untergebracht ist, durchgeführt. Diesem Saugstutzen wird von einem mit einer Düse 21 versehenen Rohr 20 ein Dampfstrom zugeführt, der den Saugstutzen 19 durchströmt. Die vom Rohr 20 zugeführte Dampfmenge kann durch ein Ventil 25 gesteuert werden ; im praktischen Betrieb wird Dampf mit einem Druck von 0'15 bis 0'3 kg/cm2 zugeführt.
Die Luft wird durch ein Rohr 22, das mit einem Ventil23 ausgestattet ist, und durch ein Rohr 24 zugeführt. Wenn das Ventil 23 offen oder teilweise offen ist, saugt der Dampf, der durch die Düse 21 austritt, soviel Luft mit, als vom Ventil 23 durchgelassen wird ; die beiden Gase werden auf diese Weise gründlich gemischt. Dem Ventil 23 wird die Luft durch ein Rohr 28 zugeführt, welches ein Dampf- rohr 29 umgibt und einen Lufteinlass in der Form einer Kammer 26 aufweist, die mit einem Luft- filter 27 ausgestattet ist, so dass alle Verunreinigungen aus der Luft entfernt werden. Während die
Luft durch das Rohr 28 aufwärts streieht, wird sie durch den Dampf im Rohr 29 auf eine Temperatur erhitzt, die gleich oder ungefähr gleich der Temperatur des Dampfes im Rohr 20 ist.
Die Mischkammer 18 ist an ein T-Stück 17 angeschlossen, von dem jedes der beiden Enden durch einen biegsamen Schlauch 16 mit einem Anschlussstück 15 verbunden ist. Von diesem Anschluss- stück 15 führt eine Anzahl von Rohren 1. 3 mit gelochten Verteilstücken 13'in die Gaskammer, um das
Gemisch in dieser gleichförmig zu verteilen. Jedes dieser Rohre 18 wird von einem Ventil 14 gesteuert, so dass die einem Teil der Kammer zugeführte Gasmenge kleiner oder grösser gewählt werden kann als die in den gegenüberliegenden Teil der Kammer eingeführte Gasmenge.
Im Betrieb wird die Papierbahn, während sie durch die Kammer hindurchgeht, der Einwirkung des Gemisches von Dampf und Luft bei verhältnismässig hoher Geschwindigkeit ausgesetzt, wobei durch das rasch strömende Gasgemisch die in den Hohlräumen der Papierbahn enthaltene Luft gänzlich ausgetrieben und die ausgetriebene Luft durch das Gasgemisch ersetzt wird. Sobald die Bahn in das
Leimbad gelangt, wird das Gasgemiseh durch den Leim ersetzt. Somit wird die Leimmenge, welche die Bahn aufnehmen kann, von den in der Bahn beim Eintrit in das Leimbad enthaltenen Gasen geregelt.
Die Grösse der aufzunehmenden Leimmenge wird durch die Luftmenge im Gemisch gesteuert.
Diese Steuerung kann leicht durchgeführt werden, indem nach dem Leimen des Anfanges der Papier- bahn kleine Proben von dem Papier abgerissen oder abgezwickt und auf ihren Feuchtigkeitsgehalt untersucht werden können, der ein Mass für die vom Papier aufgenommene Leimmenge angibt. Wenn die erforderliche Leimmenge einem 35% igen Feuchtigkeitsgehalt entsprechen soll, und es stellt sich bei den Versuchen heraus, dass das Papier nur einen 30% igen Feuchtigkeitsgehalt aufweist, kann die Menge der zugeführten Luft durch Drosseln des Ventils 23 vermindert werden. Dadurch wird die von dem Saugstutzen angesaugte Luftmenge verringert ; mit zunehmender Dampfmenge nimmt das
Papier eine grössere Menge Leimlösung auf.
Mit dieser Vorrichtung ist es im allgemeinen möglich, das Leimen innerhalb weiter Grenzen zu regeln, indem man das Ventil 26 immer in seiner gleichen Stellung belässt und nur das Ventil 23 verstellt. Es kann jedoch manchmal notwendig sein, beide Ventile zu verstellen, um den erwünschten
Effekt bei Papierbahnen verschiedener Qualität und Sorte zu erzielen.
Wenn sieh der Feuchtigkeitsgehalt des Papieres entlang der Papierbreite ändert, kann dies in einfacher Weise bestimmt und richtiggestellt werden. Es ist üblich, die Papierproben zur Bestimmung des Feuehtigkeitsgehaltes von der Mitte und von den Rändern der Bahn zu nehmen. Wenn sich heraus- stellt, dass der Feuchtigkeitsgehalt sich um plus oder minus 1% unterscheidet, beispielsweise wenn der Feuchtigkeitsgehalt an einem Rand der Bahn 34% und am gegenüberliegenden Ende 37% beträgt, ist es gewöhnlich möglich, dies dadurch richtigzustellen, dass man bloss die Einstellung der
Ventile 14, welche die Zuführung des Gasgemisches zur Dampfkammer steuern, ändert.
Wenn die Erfindung auf photographische Papiere angewendet wird, ist es vorteilhaft, die Leimlösung bei einer Viskosität, die durch 35 kg Leim auf 1000 kg Wasser gegeben ist, konstant zu halten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Leimen von Papier nach Patent Nr. 148996, dadurch gekennzeichnet, dass der Grad des Eindringens von Leim gegebener Viskosität in die Papierbahn durch Zumischen von Luft zum Dampf geregelt wird, wobei zweckmässig die Luft auf ungefähr die gleiche Temperatur wie der Dampf erhitzt wird, bevor sie mit diesem vermischt wird.