<Desc/Clms Page number 1>
Relaisanordmmg.
Die Erfindung betrifft Relaisanordnungen mit schwingendenElektronel1l'öhren und einem in deren Anodenstromkreis geschalteten mechanischen (elektromagnetischen) Relais, dessen Auslösung durch (unmittelbares oder mittelbares) An-oder Abschalten einer kleinen Kapazität im Schwingkreissystem der Röhre erfolgt, durch das die Röhrenschwingungen plötzlich entweder zum Abreissen oder zum Einsetzen gebracht werden bzw. eine solche Änderung des Anodenstromes hervorgerufen wird, dass das mechanische Relais anspricht.
Gegenstand der Erfindung ist es, solche Anordnungen zur selbsttätigen Kontrolle bzw. Schaltung mittels einer Mess-oder Einstellvorrichtung zu verwenden. Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass der eine (Kondensator-) Belag der das Relais auslösenden Kapazität durch den beweglichen Teil der Vorrichtung selbst gebildet oder mit diesem verbunden ist, während der andere Belag durch einen von dem ersteren isolierten, zweckmässig ruhenden Teil der Vorrichtung selbst gebildet oder an einem solchen angeordnet ist.
In der Zeichnung sind in den Fig. 1 und 2 zwei Schaltungsschemen solcher Relaisanordnungen dargestellt ; während in Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel einer das Relais auslösenden Kapazität gemäss der Erfindung schematisch veranschaulicht ist.
Bei der Schaltung nach Fig. 1 sind der Gitterstromkreis der mit dem Ableitwiderstand R ver- sehenenRöhrej ! mittels des Schwingkreises 2 und ihr Anodenstromkreis vermittels des Schwingkreises 3 auf die gleiche Wellenlänge abgestimmt, so dass die Röhre zufolge der Gitter-Anodenkapazität in Selbstschwingung gerät. Wird jedoch dem Schwingkreis 2 der kleine (zweckmässig eine Kapazität von 0. 1-5 cm besitzende) Kondensator C zugeschaltet, so wird der Gitterstromkreis in bezug auf den Anodenstromkreis verstimmt und die Schwingungen der Röhre hören plötzlich auf. Als Folgeerscheinung tritt eine sprunghafte Veränderung des Anodenstromes ein, und das in den Anodenstromkreis der Röhre geschaltete Relais Re spricht an.
Dem Relais Re ist ein Überbrückungskondensator 01, der Anodenstromquelle ebenso ein Überbrückungskondensator O2 parallel geschaltet. Diese Schaltung kann auch derart ausgeführt werden, dass in dem Fall, wo der Kondensator C nicht eingeschaltet ist, die Schwingkreise 2 und 3 in bezug aufeinander verstimmt sind und die Röhre nicht schwingt und erst durch Einschalten des Kondensators 0 der Schwingkreis 2 auf den Schwingkreis 3 abgestimmt wird, worauf die Röhre in Schwingung gerät, was weiters das Auslösen des Relais Re zur Folge hat.
Bei der Schaltung nach Fig. 2 liegt im Gitterstromkreis der mit dem Ableitwiderstand R versehenen Röhre 4 der Schwingkreis 5, an welchen die Rückkoppelspule des Anodenstromkreises 6 induktiv angeschlossen ist. Dies ist demnach die übliche Schaltung mit Rückkoppelspule (es kann aber auch die Dreipunktschaltung verwendet werden). Mit dem Schwingkreis 5 steht ein zweiter Schwingkreis 7 in fester Kopplung, der so bemessen ist, dass er beim Einschalten des kleinen Kondensators C mit dem Kreis 6 in Resonanz gerät.
Wird nun der Kondensator C an den Schwingkreis 7 geschaltet, so entzieht der auf den Schwingkreis 5 abgestimmte Schwingkreis 7 ersterem so viel Energie, dass die Schwingungen der Röhre 4 plötzlich aufhören, der Anodenstrom der Röhre sich sprunghaft ändert und das im Anodenstromkreis liegende Relais Re anspricht. Auch diese Schaltung kann derart ausgeführt werden, dass in dem Falle, wo der Kondensator 0 nicht eingeschaltet ist, die Schwingkreise 7 und 5 miteinander in Resonanz sind, die Röhre also nicht schwingt und durch Einschalten des Kondensators 0 die Schwing-
<Desc/Clms Page number 2>
kreise 5 und 7 gegeneinander verstimmt werden, so dass die Röhre in Schwingung gerät und das Auslösen des Relais bewirkt.
Die zweite Schaltungsart ist insofern vorteilhafter als die erste, als sie von der Gitter-Anodenkapazität der Röhre vollkommen unabhängig ist. Die Schwingröhre soll in beiden Fällen zweckmässig so beschaffen sein, dass sie im Wellenlängenbereich von 3-30 m schwingt. Da bei diesen Relaisanordnungen die das Relais auslösende Anodenstromänderung von der Grössenordnung von einigen Milliampere ist, kann das übliche Fernsprechrelais mit Eisenarmatur verwendet werden.
Gemäss der Erfindung werden nun solche Relaisanordnungen, bei denen zur Auslösung des Relais nur eine geringe Kapazität erforderlich ist, zur selbsttätigen Kontrolle der Temperatur od. dgl. mittels eines Mess-oder Anzeigeinstrumentes mit Quecksilberfaden in der Weise verwendet, dass die Quecksilbersäule des Thermometers od. dgl. den einen Belag und ein die Glasröhre des Thermometers od. dgl. umfassender Ring od. dgl. den andern Belag des relaisauslösenden Kondensators bildet. Dieser Ring wird auf jenen Skalenstrich des Thermometers geschoben, bei welchem das Auslösen des Relais erwünscht ist. Sobald die steigende Quecksilbersäule den Ring erreicht, erhält die Kondensatorkapazität einen solchen Wert, dass das Relais ausgelöst wird. Derartige Anordnungen können vorteilhaft bei Feuersignalapparaten und automatischen Temperaturkontrolleinriehtungen verwendet werden.
Auch in der Apparatetechnik, wie z. B. in der Radiotechnik, kann die Erfindung vorteilhaft, z. B. dazu verwendet werden, einen Empfangsapparat vermittels der Einstellskala, Abstimmscheibe od. dgl. auf verschiedene Wellenlängenbereiche selbsttätig umzustellen bzw. einzelne Teile des Empfangsapparates ab-oder anzuschalten, indem der eine Belag des das Relais auslösenden Kondensators an dem beweglichen Teil der Einstellvorrichtung (z. B. am Weiser) und der andere Belag am ruhenden Teil derselben (z. B. an der Skala selbst bzw. an der vor dem Weiser befindlichen Glasplatte od. dgl. ) angeordnet wird.
Eine solche Ausführungsform des das Relais auslösenden Kondensators zeigt die Fig. 3 : An dem vor der Skala 10 sich bewegenden Weiser 11 ist eine Metallplatte 12 (als der eine Belag des Kondensators) und an der Skala 10 eine zweite Metallplatte 13 (als der andere Belag des Kondensators) angebracht. Solange der Weiser 11 vor der Skala 10 innerhalb des Winkels er. schwingt, beträgt die Kapazität des Kondensators praktisch Null und das Relais ruht ; sobald jedoch der Weiser in den Bereich des Winkels ss gelangt und die Platte 12 der Platte 13 gegenübersteht, wodurch die Kapazität des das Relais auslösenden Kondensators plötzlich ansteigt, wird das Relais betätigt und dadurch der Apparat von einem Wellenlängenbereich auf einen andern umgeschaltet.
Die Platte 13 ist an der Skala bzw. an der Glasplatte od. dgl. verschiebbar angeordnet, so dass die Winkel or. und ss beliebig eingestellt werden können.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Relaisanordnung mit einer schwingenden Elektronenröhre und einem in deren Anodenstromkreis geschalteten mechanischen (elektromagnetischen) Relais, dessen Auslösung durch An-oder Abschalten einer kleinen Kapazität im Schwingkreissystem der Röhre erfolgt, zur selbsttätigen Kontrolle bzw. Steuerung oder Schaltung mittels einer Mess-oder Einstellvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der eine (Kondensator-) Belag der das Relais auslösenden Kapazität durch den beweglichen Teil der Vorrichtung selbst gebildet oder mit diesem verbunden ist, während der andere Belag durch einen von dem ersteren isolierten, zweckmässig ruhenden Teil der Vorrichtung selbst gebildet oder an einem solchen angeordnet ist.