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SelektivschutzfürDoppelleitungen.
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bei Betrieben von Doppelleitungen der Zustand eintreten, dass infolge von Störungen eine Leitung ausser Betrieb gesetzt werden muss, so dass die übrigbleibende Leitung den doppelten Normalstrom führt. Selbst- verständlich soll dann nur bei einer Störung auf der Leitung Auslösemögliehkeit bestehen.
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gestattet, folgende Bedingungen zu erfüllen :
1. Selektive Abschaltung bei Nachtbetrieb, wenn der Kurzschlussstrom nur einen Bruchteil des Tageskurzschlussstrommes beträgt.
2. Selektive Abschaltung bei Tag.
3. Selektive Abschaltung sowohl bei Nacht wie bei Tag, wenn nur eine Leitung in Betrieb ist.
Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, dass die. Ansprechstromstärke der Relais verändert werden kann. Normal gehört zu jedem Stromwandler ein Relais. Sind beide Leitungen in Betrieb, so sind die Relais der beiden Leitungen elektrisch voneinander getrennt. Die Anspreehgrenze der Magnete, die das ganze System einschalten, kann nun durch parallelgeschaltete Impedanzen nach Bedarf geregelt werden : man wird auch während des Tagesbetriebes eine bestimmte Impedanz parallel schalten, wobei die Ansprechgrenze entsprechend erhöht wird, während bei Nachtbetrieb diese parallelliegende Impedanz abgeschaltet werden kann. Diese Schaltung kann von Hand erfolgen oder mittels einer Schaltuhr.
Es ist auch denkbar, dass man z. B. die Abschaltung dieser Impedanzen von elektrischen Grössen des Netzes, wie Spannung, Strom, Summenstrom od. dgl., abhängig macht. Ist nur eine Leitung in Betrieb, so werden
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parallel geschaltet, so dass in jedem System praktisch der gleiche Strom fliesst, wie wenn beide Leitungen in Betrieb sind, d. h. die Ansprechgrenze ist beim Übergang vom Doppelleitungs- auf den Einfachleitungsbetrieb nicht geändert worden. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, durch passend angeordnete Impedanzen im Parallelstromkreis auch eine andere Ansprechgrenze einzustellen. Man kann z.
B. zwischen die beiden Relais einen Widerstand schalten, so dass dasjenige Relais, das zu der jeweilig in Betrieb befindlichen Leitung gehört, immer etwas grösseren Strom als das von der zweiten Leitung führt, d. h. man kann auf diese Weise erreichen, dass die Ansprechgrenze statt auf den zweifachen Strom auf den 1'8 fachen oder einen ähnliehen Wert eingestellt wird.
In den Abbildungen ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein einpoliges Schema, Fig. 2 das entsprechende dreipolige Schema.
Es bedeuten in Fig. 1. 1, l'die beiden Doppelleitungen, 2, 2'die Stromwandler, 3, 3'die Selektivrelais beliebiger Art, J,-f im Relais eingebaute Überstrommagnete, 5, 5' Impedanzen, die parallel zu den Magneten 4, 4'geschaltet sind, 6, 6'Sehaltschütze zur Ein-und Ausschaltung der Rpaktanzen 5,. 5', ferner 7, 7'Ölschalter mit Hilfskontakten 8, 8', 9 weitere Schalter zur Parallelschaltung der Stromwandler 2, 2', 10 einen Kurzschluss auf der Leitung 1'.
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Die Wirkungsweise der Anordnung ist nun folgende : Bei Tagbetrieb sind die Schalter 6, 6'eingeschaltet. Die Ansprechgrenze der Magnete 4, 4'ist
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abgeschaltet, da in der Leitung l'der grösste Strom fliesst und an den Relais 3'die kleinste Spannung herrscht. Das Relais 3 der unteren Station kann nicht auslösen, da es infolge Energieflusses in bekannter Weise verriegelt wird. Bei Übergang auf Nachtbetrieb werden die Schalter 6 entweder von Hand oder
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keit ist entsprechend hoch gesetzt, so dass entweder der volle doppelte Strom oder ein gewisser Mehrbetrag über die eine Leitung gesandt werden kann, ohne dass die Relais zum Ansprechen kommen ; jedoch besteht bei Störungen dieser Leitung nach wie vor die Auslösemöglichkeit.
Mit Hilfe des Schalters 9 kann die Parallelschaltung der Stromwandler willkürlich herbeigeführt werden.
In Fig. 2 sind die Bezeichnungen entsprechend Fig. 1 eingetragen. Die Wirkungsweise ist aus dem Schema ohne weiteres klar ; sie ist bis in alle Einzelheiten mit der Anordnung Fig. l identisch. Hinzugefügt wurde der Gleichstrombetätigungskreis für die Schutzschalter 6, ferner die Schaltuhr 11 und die Asymmetrierelais 12, 12', welche dazu verwendet werden, die Schutzschalter 6, 6'zu betätigen.
Das Asymmetrierelais spricht beim Auftreten von Erd-bzw. Doppelerdsehlüssen an und betätigt in diesem Falle die Schutzschalter 6, 6'.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Selektivschutz für Doppelleitungen, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Leitungsstromwandler (2, 2') ein Selektivrelais (3, 3') zugeordnet wird, dessen tiefste Ansprechgrenze dem kleinsten Kurzschlussstrom entspricht, und zu dessen Stromwicklung eine Impedanz (5, 6') zugeschaltet ist, die gestattet, in Abhängigkeit vom Netzbetriebszustand durch Parallelschaltung die. Ansprechgrösse zu erhöhen.