AT111362B - Steifkappe für Schuhwerk und Verfahren zu ihrer Herstellung. - Google Patents
Steifkappe für Schuhwerk und Verfahren zu ihrer Herstellung.Info
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Description
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Steifkappe für Schuhwerk und Verfahren zu ihrer Herstellung.
Vorder-und Hinterkappe bilden bekanntlich sehr wesentliche Bestandteile des Schuhwerks und es ist deshalb wichtig, zu ihrer Herstellung Stoffe zur Verfügung zu haben, die sowohl eine ausreichende Haltbarkeit als auch eine leichte Bearbeitungsfähigkeit aufweisen.
Bisher wurden zur Herstellung dieser Kappen Leder, aufgelöstes Zelluloid, mit Zelluloid getränkte Stoffe, mit Harz-, Asphalt-und Ölmischungen imprägnierte Stoffe u. dgl. benutzt. Diese bekannten Stoffe zeigen aber zahlreiche Mängel, so dass man ihre Anwendung grösstenteils bereits wieder aufgegeben hat.
Eine gute Steifkappe soll sich schnell verarbeiten lassen und die bei der Verarbeitung erhaltene Form während der ganzen Lebensdauer des Schuhwerks nicht mehr verlieren, auch wenn sie ungewöhnlichen Beanspruchungen ausgesetzt wird.
Die neue Steifkappenmasse erfüllt diese Bedingungen dadurch, dass ein saugfähiger Stoff mit einer eigenartigen Masse imprägniert wird, deren Hauptbestandteile Harz und Talk sind, die auch zweckmässig Paraffin enthält.
Der Ausdruck "Harz" ist dabei im allgemeinsten Sinne zu verstehen, so dass er sowohl die üblichen Harze, wie auch fossile Harze, wie Bernstein u. dgl. umfasst. Aus wirtschaftlichen Gründen wird im allgemeinen das gewöhnliche Harz mit einem mittleren Schmelzpunkt von 1020 C verwendet. Wenn man diesem Harz grössere oder geringere Mengen anderer Harze wie Bernstein, Damar, Sandarak, Kopale u. dgl. zusetzt, so kann man den Schmelzpunkt der schliesslich erhaltenen Harzmischung dadurch erhöhen und die guten Eigenschaften der fertigen Steifkappe in bezug auf Festigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Stoss, Empfindlichkeit gegen Hitze und Sonnenstrahlen, Klebkraft verbessern. An Stelle des Harzes kann teilweise das billigere Pech verwendet werden.
Der Talk ist ganz oder teilweise durch Gips oder andere feinkörnige Substanzen ersetzbar.
Zur Herstellung der Imprägnierungsmasse werden 57'7 kg gewöhnlichen Harzes in einem Kessel bis auf 2200 erhitzt. Sobald das Harz dünnflüssig geworden ist, werden allmählich 35 kg Talk zugesetzt.
Unter heftigem Aufschäumen tritt eine Verbindung zwischen dem Harz und einem Teil des Talks ein.
Der nicht in die Verbindung eintretende Anteil des Talks bleibt in dem geschmolzenen Harz suspendiert.
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punkt von 550 zugegeben. Das Paraffin mit einem Schmelzpunkt von 550 hat sich am besten bewährt.
Es können aber auch noch niedriger schmelzende Paraffine Anwendung finden. In diesem Falle wird die Menge des Paraffins entsprechend vermindert.
Die geschmolzene und innig gemischte Masse wird bei 2200 C aus dem Kessel in eine Pfanne gelassen, durch die die zu imprägnierenden Stoffe auf maschinellem Wege durchgezogen werden. Während der Arbeit wird die Imprägnierungsmasse von Zeit zu Zeit umgerührt, damit der in Suspension befindliche
Talk auch tatsächlich in Schwebe bleibt und sich nicht zu Boden setzt.
Die getränkten Stoffe laufen dann durch Walzen, wo das überschüssige Tränkungsmittel ab- gestreift wird, auf eine Trockenlaufbahn, deren Wirkung durch Anbringung eines Exhaustors verstärkt werden kann. Die Stoffe werden dann in kürzere Stücke, beispielsweise je einen Meter, abgeschnitten, nochmals getrocknet und sind dann zur Verarbeitung auf Vorder-und Hinterkappen geeignet. Diese
Verarbeitung findet in der Weise statt, dass das imprägnierte Material in der geeigneten Form ausgestanzt und zugeschärft wird.
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Die ausgestanzten-und geschärften Kappen werden auf einem geeigneten Apparat, beispielsweise einen elektrisch beheizten Wärmekörper, erhitzt. Sobald die Kappe genügend ausschwitzt, was daran erkannt werden kann, dass eine klebrige Masse an die Oberfläche tritt, wird sie zwischen Futter und Oberleder eingelegt. Darauf wird der gewöhnliche Arbeitsprozess in der Zwickerei eingeleitet.
Je länger die imprägnierte Kappe vor dem Einlegen zwischen Leder und Futter erwärmt wird, desto besser wird ihre Klebkraft. Wenn der Erstarrungsvorgang weiter verzögert werden soll, wird etwas mehr Paraffin und Talk und etwas weniger Harz angewandt.
Die nach dem neuen Verfahren erzeugte Kappe ist in der Herstellung wesentlich billiger als alle bekannten gleichartigen Stoffe. Das Imprägnierungsmittel ist mit dem Grundgewebe fest verbunden.
Ein Abbröckeln des Harzes, das bei den bekannten Fabrikaten leicht eintritt, ist ausgeschlossen. Dies ist besonders wichtig für das Schärfen der Kappe, weil alle bekannten Stoffe darunter leiden, dass die Schärfmaschinen sehr scharf angegriffen werden und deshalb eine fortlaufende Arbeit schwer möglich ist. Durch das Abbröckeln der Imprägnierungsmasse wird eine häufige Arbeitsunterbrechung veranlasst.
Die innige Verbindung der Imprägnierungsmasse mit der Textilgrundlage hat den weiteren Vorteil, dass sich die Kappe sowohl beim Lagern als auch beim Tragen sehr gut hält.
Die Verarbeitung des neuen Stoffes ist durch einfache Erhitzung möglich. Es sondert sich dabei ein kräftiger Klebstoff aus, der beim Einlegen zwischen Futter und Leder oder auch zwischen andere Stoffe des Schaftes mit den Stoffen, mit denen er in Berührung kommt, eine haltbare Verbindung eingeht.
Die erweichte Kappe erstarrt nicht sofort, sondern erst nach 5 bis 10 Minuten, so dass sie nach dem Erhitzen und Einlegen nicht nur übergeholt, sondern auch gezwickt werden kann, ohne dass vor dem Zwicken eine nochmalige Erhitzung erforderlich wird. Dadurch wird ein wesentlicher Zeitgewinn erreicht, der die Arbeitsleistung erhöht und entsprechende Ersparnisse an Lohn ergibt.
Die über den Leisten geformte Kappe ist hart und fest und kann auch mit Gewalt kaum eingedrückt werden. Trotzdem ist sie elastisch und nach der Schärfkante zu weich und federnd, so dass das Schuhwerk mit derartigen Kappen auch für kranke Füsse brauchbar ist und ein Wundscheuern der Zehen und Hacken nicht eintritt. Die Fusswärme und auch Erwärmung durch Sonnenstrahlen, die Einwirkung von Schweiss und Feuchtigkeit übt keinen Einfluss auf die einmal erzeugte Kappenform aus.
Die Kappen geben die Leistenform naturgetreu wieder ohne aufzutragen, d. h. ohne Erhöhungen zu bilden.
Die Verwendung des Talkums bedeutet den grossen Vorteil, dass der unverarbeitete Stoff kaum klebt, sondern dass sich die Klebkraft erst beim Erwärmen ergibt. Es ist deshalb möglich, beliebig hohe Schichten des Materials unter gewöhnlicher Temperatur aufeinander zu schichten.
Dass der neue Kappenstoff eine sehr wesentliche Verbilligung gegenüber allen bekannten bedeutet, ist bereits hervorgehoben.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Steifkappe für Sehuhwerk, bestehend aus einem saugfähigen Grundstoff, der mit einer aus Harz und Talk bestehenden und zweckmässig auch Paraffin enthaltenden Masse getränkt ist.
Claims (1)
- 2. Verfahren zur Herstellung der Steifkappe für Schuhwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst das Harz geschmolzen und auf 2200 erhitzt, in die erhitzte Masse allmählieh der Talk eingetragen und die erhaltene Mischung schliesslich mit dem Paraffin versetzt wird.3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass 57'5 Teile Harz mit 35 Teilen Talkum und 7-5 Teilen Paraffin mit einem Schmelzpunkt von 55 verarbeitet werden.4. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Harzes durch Pech ersetzt wird.5. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Talkum ganz oder teilweise durch Gips oder andere feinpulverige Stoffe ersetzt wird.
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