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Vorrichtung zum örtlichen, insbesondere Streifent'ärben von Strähngarn.
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zum örtlichen, insbesondere Streifenfärben von
Strähngarn unter Abpressung der nicht anzufärbenden Stellen.
Man hat bisher örtliche Färbungen von Strähngam entweder durch Aufdrucken der Färbung in kleinen Abständen oder unter Abbinden der nicht zu färbenden Stellen in der Flotte hergestellt.
Das Druckverfahren hat, abgesehen davon, dass es kostspielig ist, den Nachteil, dass die Farbe ungleichmässig aufgetragen wird, so dass die gefärbten Stellen an den Rändern dunkel und in der Mitte hell erscheinen. Ferner fliesst die Farbe vielfach in die Stellen ein, die ungefärbt bleiben sollen. Der grösste Übelstand aber ist der, dass das kurze Drucken nicht genügt, um Wollgarne von der Farbe richtig durchdringen zulassen, was zur Folge hat, dass die Farbe nicht hält, d. h. abfärbt, namentlich beim Waschen.
Das Färben in der Flotte unter Abbinden der nicht zu färbenden Stellen ist sehr umständlich und zeitraubend. Ausserdem gelingt so praktisch höchstens, in einer Weife 4-6mal die gleiche ode-eine andere Farbe anzubringen, während man beim Druckverfahren auf einer Weiflänge von etwa 130 cm die Farbe etwa 18-30 Mal in gleichen Abständen wechseln lassen kann.
Um bei diesen beiden Verfahren auftretenden Schwierigkeiten zu überwinden, ist auch schon vorgeschlagen worden, das örtliche Färben von Strähngarn in der Weise zu bewerkstelligen, dass man die nicht anzufärbenden Stellen abpresst, derart, dass sie dem Angriff der Farbflotte beim Eintauchen entzogen werden und daher nur die von der Abpressung freibleibenden Stellen Farbstoff aufnehmen.
Die zur Ausführung dieses Verfahrens empfohlenen Vorrichtungen waren aber hinsichtlich ihrer Einrichtung und Bedienung infolge der Verwendung einzeln zu befestigender Pressleisten oder von dicht aufeinanderliegenden Abpressrahmen mit z. B. von Hand zwischen-oder aufgelegtem Strähngarn in einer Presse zum Eintauchen in die Farbflotte umständlich, so dass sie sich in die Praxis nicht einführen konnten, und jedenfalls einen Betrieb im Grossen nicht gestatten. Bei dicht übereinanderliegenden Abpress- platten oder Rahmen war auch ein gutes Umspülten und Dnrchdringen des örtlich zu färbenden Textilgutes schwer erreichbar.
Die den Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung zum örtlichen, insbesondere Streifenfärben von Strähngarn ist im Gegensatz hiezu ausserordentlich einfach im Bau und der Bedienungsweise und sie gestattet dementsprechend auch ein wirtschaftliches Arbeiten. Sie besteht aus einer im Umfang der Weiflänge des zu färbenden Strähngams entsprechenden, im Färbebottich drehbaren Trommel mit
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den nicht zu färbenden Stellen gegen die Längsleisten der Trommel gepresst werden.
Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht ferner darin, dass die im Querschnitt kreisförmige Trommel durch eine in ihrem Querschnitt quadratische Trommel ersetzt werden kann.
Diese wird durch auf einer Welle befestigte quadratische Endscheiben mit Längsleisten gebildet.
Bei ihr dient zum Abpressen der nicht zu färbenden Stellen der Strähne ein Mehrfach-Leistenrahmen, dessen einzelne Längsleisten sich mit den auf den quadratischen Endscheiben befestigten Längsleisten decken und dessen Einzelrahmen durch Scharniere oder Lederschnallen miteinander verbunden sind und durch das Ganze umschliessende, gelenkige Pressvorrichtungen aufgepresst werden.
Diese Anordnung mit quadratischem Querschnitt der Trommel erreicht gegenüber der ersten Ausführungsform eine gleichmässige Druckverteilung auf die nicht zu färbenden Teile des Strähngarns, u. zw. gleichmässiger als bei rundem Querschnitt der Trommel ; auch bei dieser Anordnung ist die Möglichkeit des leichten Durchspülen der Flotte gewährleistet.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung, u. zw. die Fig. 1-3 eine erste beispielsweise Ausführung im Längsschnitt, Querschnitt und Draufsicht. Die Fig. 4-9 zeigen eine weitere Ausführungsform u. zw. ist Fig. 4 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt ; Fig. 5 eine Schnittansicht nach der Linie 2-2 der Fig. 4 ; Fig. 6 ist eine Draufsicht auf die Trommel mit abgenommenen Pressleisten und Pressvorneh- tungen ; Fig. 7 zeigt einen Pressrahmen in Einzelansicht ; Fig. 8 ist eine Ansieht der abgenommenen Pressleisten ; Fig. 9 ist eine Einzelansicht zur Veranschaulichung, in welcher Weise die Pressleisten um die Trommel gelegt werden.
Nach den Fig. 1-3 ist in dem Färbebottich 1 mit Deckel 2 auf einer mit Riemenscheibe 3 versehenen Achse 4 eine Trommel 5 mit Längsleisten 9 gelagert, auf welche die örtlich zu färbenden Strähne 6 aufgelegt werden ; der Umfang der Trommel entspricht der Weiflänge des zu durchfärben den Strähngarnes.
Die Abpresstng der nicht anzufärbendenstellen erfolgt durch sektorförmige Rahmen 7 mit Pressstücken 8, die sich gegen die Längsleisten 9 der Trommel 5 anlegen und mittels Klemmschrauben 10 angepresst werden.
Auf diese Weise wird bewirkt, dass bei der Drehung der Trommel in dem mit Färbflotte gefüllten Färbebottich nur die freibleibenden Teile der Strähne durch und durch Farbe aufnehmen, während die abgepressten Teile ungefärbt bleiben.
Man kann mittels der beschriebenen Vorrichtung ohne Schwierigkeiten auch mit sehr kleinen Abständen Strähngarn streifenförmig örtlich färben, u. zw. können auf eine Weiflänge von etwa 130 < (bei einem Gewicht von etwa 50-250 g) 50-60 und gegebenenfalls noch mehr abwechselnde Streifenfärbungen erzielt werden.
Wie in den Fig. 4-9 dargestellt, ist in den Färbebottich 1 die mit Riemenscheibe 2 versehene Welle 3 gelagert ; auf der Welle 3 sitzen quadratische Endscheiben 4, die zur Aufnahme der parallel der Welle verlaufenden Leisten 5 dienen.
Auf diese Leisten 5 werden, wie aus Fig. 6 ersichtlich, die zu färbenden Strähne 6 aufgelegt. Zum Abpressen der nicht zu färbenden Stellen dient ein Mehrfach-Leistenrahmen, dessen Leisten 7, wenn sie in die Arbeitsstellung gebracht sind, sich mit den Leisten 5 der Trommel decken. Die Anordnung ist zweckmässig so getroffen, dass, wie aus Fig. 8 und 9 ersichtlich, vier den Seiten der Trommel entsprechende, durch Querleisten 8 in den gewünschten Abständen gehaltene Leisten-Rahmen 9, 10, 11, 12 gebildet werden, die durch Scharniere 13 miteinander verbunden sind.
Dieser Mehrfach-Leistenrahmen wird um die Trommel, auf der sich die zu färbenden Strähne befinden, gelegt, wie aus Fig. 9 ersichtlich, in der jedoch die Strähne weggelassen sind ; diese sind aus Fig. 5 und 6 zu ersehen.
Die vier Teile 9-12 des Mehrfaeh-Leistenrahmens werden beispielsweise durch eine Lederschnalle 14 oder in sonst geeigneter Weise bis zur Anlegung der Pressvorrichtung zusammengehalten.
Zur Ausübung des Pressdruckes dienen besondere Vorrichtungen, die aus Fig. 4,5 und 7 zu erkennen sind. Die Pressvorrichtung besteht aus zwei Balken 15, 16 (Fig. 7), von welchen der eine an seinen Enden je einen U-förmigen Teil 17 aus Metall trägt, der bei 18 schwingbar angelenkt ist. In der Pressstellung greifen die Teile 17 über den Balken 16 über und der Pressdruck wird ausgeübt durch eine Druckschraube 20, die im Querstück 19 des Teils j ! 7 angebracht ist.
In dieser Weise wird der Mehrfach-Leistenrahmen 9-12 gegen die auf den Leisten 5 liegenden Strähne 6 gepresst und verhütet so das Anfärben der abgepressten Stellen des Strähnengarnes (Fig. 5).
Zweckmässig werden die Pressvorrichtungen, wie aus Fig. 4 ersichtlich, je um 900 zueinander versetzt angeordnet, um einen gleichmässigen Pressdruck von allen Seiten zu erzielen.
Die Anzahl der Pressvonichtungen und ihr Abstand voneinander richtet sich nach den jeweiligen Bedürfnissen.
Die Leisten 5 und dementsprechend die Leisten 7 können verstellbar angeordnet sein, um verschiedene Musterungen zu erzeugen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum örtlichen, insbesondere Streifenfärben von Strähngarn unter Abpressung der nicht anzufärbenden Stellen durch Pressleisten, gekennzeichnet durch eine im Umfang der Weiflänge der zu färbenden Strähne entsprechende, in einem Färbebottich (1) drehbar gelagerte Trommel (5) mit Längsleisten (9), auf welche das örtlich zu färbende Strähngarn (6) gelegt und mittels sektorformiger, radial beweglicher Pressrahmen (7, 8) an den nicht zu färbenden Stellen gegen die Längsleisten (9) der Trommel z. B. durch Klemmschrauben (10) gepresst wird.