AuĂerdem Schweinebraten mit veganer Verpackung!
Es wĂ€re natĂŒrlich ehrlicher, die hĂ€tten âvegetarisches Produktâ statt âvegane Farbenâ geschrieben. Aber vielleicht ist das nur Schritt 1 und in Schritt 2 folgt eine Variante der ErdnĂŒsse mit Zartbitter- oder HafermilchschokoladeâŠ?
âvegane Farbenâ ist ja auch ehrlich. Es ist nur verwunderlich, warum sie die vegane Komponente eines nicht-veganen Produkts feiern.
Vielleicht wegen den âDie Echsenregierung will uns Insekten fĂŒttern!!1!â Schwurblern. Auf die Barcodeidioten sind ja auch einige eingegangen.
Verstehe nicht, warum Hafermilchschokolade noch nicht weiter verbreitet ist. Das schmeckt besser als das Original und diese komischen Reissirup- oder Kokosdinger, aber wird bisher nur von Lindt vertrieben. Oder gibt es noch andere Marken, die ich nicht kenne?
Hm, nachdem ich auf die Lindt-Webseite geschaut habe, scheinen Mandeln als Zutat deutlich wichtiger zu sein als Hafer (veganer Weihnachtsmann):
Zucker, Kakaobutter, Kakaomasse, Maltodextrin, MANDELN, Hirsesirup (6%), HAFERmehl* (2%), Emulgator (SOJAlecithin), natĂŒrliche Aromen.
Was mich aber tatsÀchlich schockiert, ist, dass der Zuckergehalt so viel geringer als bei Vollmilch ist:
Lindt Vollmilch extra cremig: Kohlenhydrate (g) 51.0, davon Zucker (g) 50.0
Hello Santa vegan: Kohlenhydrate (g) 53.0, davon Zucker (g) 33.0
HĂ€tte ich so nicht gedacht.
Das ĂŒberrascht mich echt, insbesondere weil die eine Reissirupschokolade, die ich kenne, gefĂŒhlt zu 200% aus Zucker besteht.
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Die hier habe ich eben bei Aldi (SĂŒd) gesehen.
Die ist super. Und nicht besonders teuer
Ob die auch vegane Clownschminke getragen haben als sie sich das ĂŒberlegt haben?
Habe mich erst gefreut âgeil vegane âM&Msââ und dann gesehen, dass nur der Farbstoff vegan ist, das ganze aber noch mit Vollmilch SchokoladeâŠ
Wieso das groà beworben wird, weià ich nicht aber ist doch erstmal ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn man entscheiden soll, ob 50% (nur Nuss) oder 55% (Nuss + Farbe) eines Produkts vegan sind, ist letzteres doch objektiv erstmal ein Fortschritt. Wenn man das hochgerechnet auf sÀmtliche weltweit verzehrten Mahlzeiten, d.h. 5 Prozentpunkte mehr vegane Nahrungsmittel statt tierischen wÀre das ein gigantischer Fortschritt zum Status Quo.
Nein, da kann man ruhig sagen, dass das lÀcherlich ist.
a) ist in deiner Rechnung viel Wohlwollen. Abgesehen davon, dass die Farbe keine 5% ausmacht. Wer sagt denn, dass sie morgen nicht die Rezeptur weiter âverbessernâ und in gleichem MaĂe einen anderen tierischen Bestandteil erhöhen. Oder nach ein paar Monaten wieder zu den alten Farben zurĂŒckkehren oder gequirlten Hasenherzen oder was auch immer. Denn
b) du glaubst doch nicht, dass sich da jemand denkt: âhey, vegan ist voll wichtig, wir sollten was tunâ und dann als erstes (und einziges) die Rezeptur der Farbe angeht. Das ist mit Sicherheit entweder gĂŒnstiger fĂŒr die oder eine Umfrage hat ergeben, dass SchildlĂ€use-Karmin den Umsatz senkt oder irgendein anderer unverwandter Grund, der jetzt marketingtechnisch ausgeschlachtet wird.
c) Ist die Rechnung langfristig gesehen egal, denn der Grenzwert der verwendeten Tierprodukte geht in beiden FÀllen gegen unendlich, ob mit oder ohne den 5%. So eine Ansage macht nur Sinn, wenn man plant, alle Zutaten auf pflanzliche Basis umzustellen. Das wÀre aber tatsÀchlich eine Verpflichtung und Aufwand. Hier wird einfach in den Hypetrain eingestiegen, um per quick win auf fortschrittlich zu machen: wir sind bunt und vegan.
d) Es ist fĂŒr viele Veganer (und Tiere) einfach ein Schlag ins Gesicht, das nicht-vegane Produkt mit veganen Federn schmĂŒcken zu wollen. âUnsere Schuhe werden von Kindern im 3-Schicht-Betrieb hergestellt. ABER JETZT NEU: Die SchnĂŒrsenkelösen werden nur noch von VolljĂ€hrigen eingestanzt. Kinderarbeitfreie Ăsen! Wo können wir unser Ehrenkreuz in Empfang nehmen?â
Also auf der Produktverpackung steht âveggieâ nicht âveganâ, lediglich die Homepage hebt das aktuell ziemlich prominent hervor. Und ich denke, dass die Nachfrage nach vegetarischen Produkten einfach deutlich höher ist, als die nach veganen. In Deutschland zum Beispiel 9% statt 3% relevante Zielgruppe. Das heiĂt dadurch, dass sie die Farbe nicht mehr aus KĂ€fermatsch ist, erschlieĂen sie sich potentiell 6 Prozentpunkte neue Zielgruppe (UnvertrĂ€glichkeiten und Allergien mal auĂen vor gelassen). ZusĂ€tzlich zu den Vegetariern kommen noch die, die zwar Fleisch essen aber wissen, was Karmin ist und sich davor ekeln.
Also ja, dahinter steckt marktwirtschaftlichen KalkĂŒl und kein Tierschutz oder NĂ€chstenliebe. Das wird aber bei >90% der Unternehmen so sein. Auch bei denen die echte vegane Produkte herstellen. Alnatura, Zwergenwiese, Rapunzel, Demeter und wie sie alle heiĂen mögen vielleicht strengere moralische Leitlinien haben, ultimativ geht es aber auch dort um Gewinn und es wird produziert, was sich verkauft.
Wenn die veganen Produkte stark genug nachgefragt sind, geht der Rest von ganz alleine.
Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass fĂŒr einige Verbraucher das vegan Label auch abschreckend, d.h. aus Herstellersicht umsatzschĂ€dlich wirkt. Ă la âvegane Produkte sind ungesundâ, âdie sch*** GrĂŒnen wollen uns alles wegnehmenâ, âda ist ja gar keine gesunde Milch mehr drinâ etc.
Das wird (hoffe ich zumindest) kein groĂer Teil der Verbraucher sein aber wenn man bedenkt, dass es nur 3% Veganer gibt, kann die Entscheidung etwas auf vegan umzustellen kaufmĂ€nnisch auch nach hinten losgehen.
Warum kann die Industrie nicht weiter nicht vegane Farbe verwenden? Hört auf vegane Produkte wie vegane Farbe nachzufragen! Ganz vegan oder garnicht! đđ
Veganismus bedeutet nunmal KEINE Zutaten tierischen Ursprungs zu verwenden. Da gibt es in diesem Fall nur ganz oder gar nicht. Das ist einfach Hohn, diese RezepturĂ€nderung irgendwie mit âveganâ in Verbindung zu bringen. Es werden fĂŒr einen Zusatzstoff, der vielleicht 1% des Produkts ausmacht, keine Insekten mehr geschrotet. Ja, herzlichen GlĂŒckwunsch. Wenn es wenigstens eine bahnbrechende Neuerung wĂ€re, aber das machen tausende andere Hersteller schon lange.
Es schreit auch niemand Hurra, weil der Presskopf beim Metzger jetzt in GemĂŒsebrĂŒhe gekocht wird.