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  • Es gibt die Gruppe an Männern, die solche Arschlöcher wie Ulmen, Lindemann, Boateng oder Mockridge verteidigen. Absolut inakzeptabele Personen. Aber es gibt auch die Gruppe an Männern, die dann immer betonen, dass ja nicht alle Männer so seien. Jedes mal triggert mich das. Als Frau hat man allein aus Selbstschutz doch gar keine Wahl, als bei jedem Mann das worst case Szenario anzunehmen. Wäre ich eine Frau, würde ich es genauso machen. Wäre ich bi, würde ich niemals einen Mann daten. Jede Frau, der wir als Männer begegnen, muss zunächst mal Angst vor uns haben. Das ist eine gesellschaftliche Katastrophe. Und das ist nicht die Schuld der Frauen oder des Feminismus. Männer die vor allem darauf fokussiert sind, das Problem klein zu reden, dass ja nicht alle Männer so wären oder sogar beleidigt sind, wenn Frauen darüber sprechen, wollen das Problem entweder nicht verstehen oder verhalten sich absichtlich verantwortungslos.

    Wir dürfen uns doch nicht über das verständliche Verhalten von Frauen aufregen, sondern über die viel zu vielen unserer Geschlechtsgenossen, die sich immer wieder völlig inakzeptabel, gewalttätig und übergriffig gegenüber unseren weiblichen Mitmenschen verhalten. Wer nicht will, dass Frauen Angst vor und haben, muss dir Realität ernst nehmen und gegen den Status Quo anarbeiten.







  • Wer die Suche nach den Grundlagen zu dieser Entwicklung erst bei der amerikanischen Aggression beginnt, nicht jedoch bei der russischen, der blendet einen nicht unerheblichen Teil dieser Grundlagen aus, gerade bezüglich der europäischen Entwicklungen

    Ich würde es sogar fast ausschließlich den USA anlasten. Es ist das Verhalten der USA, das seit dem zweiten Weltkrieg auf eine Situation hinausläuft, in der die USA entweder der unangetastete Hegemon der Welt sind, oder jeden mindestens gewaltsam bedrohen, der ihren geopolitischen Zielen im Weg steht. Statt diese Macht für eine regelbasierte Ordnung einzusetzen, haben sie stets ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen ihrer Kapitalistenklasse vertreten. Die Situation heute in der Ukraine ist ebenso Ergebnis amerikanischer Außenpolitik, wie der Zustand des Iran, Israel oder Nordkorea.

    Das ist kein Antiamerikanismus, sondern einfach eine Analyse, welche die Rolle der USA in der Welt ernst nimmt und von dem unangenehmen Gedanken abstrahiert, dass wir uns als treue Vasallen der USA genauso daran beteiligt haben. Es ist intellektuell faul zu behaupten die USA und Russland wären in etwa gleich schlimm. Bestenfalls hätte man das während des kalten Kriegs behaupten können, wobei es selbst da schon eklatante außenpolitische Unterschiede gab. Dass diese Gleichsetzung notwendig wäre, fühlt sich für dich nur so an, weil du in einem Land lebst, das sich den amerikanischen Zielen untergeordnet hat und deshalb nicht von ihnen bedroht wird - obwohl sich ja selbst das inzwischen ändert, wie man etwa an der Grönland Sache sieht. Global betrachtet ist das ohnehin völlig anders. Das Völkerrecht, das vor allem auf Bestreben der USA geschaffen wurde, galt aus Sicht der USA von Anfang an nur für alle anderen. Und kein ernstzunehmendes Land außer den USA haben es öfter gebrochen. Alle nicht-hegemonialen Länder der Welt müssen die USA folglich als Bedrohung wahrnehmen, solange sie Interessen verfolgen, die denen der USA zuwider laufen. Und was werden diese Länder tun? Sich natürlich wehren oder zumindest auf eine Verteidigung vorbereiten.

    Russland ist aber auch keine Bedrohung für dich. Ich weiß gar nicht, wie man das angesichts des Kriegs gegen die Ukraine überhaupt noch denken kann. Da zeigen sich doch eindeutig die extrem begrenzten Möglichkeiten des russischen Militärs. Leider sind die ökonomischen Interessen an einer Aufrüstung und diesem unglaublich dummen Militär-Keynesianismus so groß, dass man die Bevölkerung konstant in Angst und Schrecken vor den Russen versetzen muss. Der älteste Trick der Menschheit. Quasi jede Zustimmung zu jeder entbehrungsreichen Aufrüstung jemals wurde exakt so erzeugt. Dem Gegner wird eine prinzipielle Boshaftigkeit als wichtigstes Motiv unterstellt und schon bleibt nichts anderes, als das eigene Gewaltpotential zu erhöhen. In Russland erzeugt man die Zustimmung übrigens genauso.

    Das auch andere kleine Atommächte wie Russland, Pakistan oder Israel extreme Scheiße bauen, weiß jeder. Aber kein anderes Land der Erde hat auch nur annähernd die Rolle in der Weltpolitik, welche die USA hat.

    Beinahe ein Drittel der Leute hierzulande sympathisieren mit Parteien des politischen Randes, die offen mit Russland kuscheln

    Dass du die Linkspartei dazu zählst ist zwar ziemlich dumm, aber ich ignoriere das mal. Die Leute bei denen wir uns einig sind, machen vermutlich unter <0,1% der Leserschaft von Jacobin aus. Es gibt überhaupt keinen Grund irgendwen davon zu überzeugen, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine in jeglicher Hinsicht falsch ist. Anders sieht das bei Grünenwählern aus. Das siehst du selbst hier in den Kommentaren. Da wird schon mal zustimmend darüber geredet, dass man den Iran doch immer wieder bombardieren sollte. Und da ich glaube, dass bei einem guten Teil der Grünenwähler noch ein bisschen Verstand vor lauter Tagesschau, Bosetti, Spiegel, Lobo, Zeit Strack-Zimmermann, süddeutscher Baerbock, Özdemir und FUNK übrig geblieben ist, sind solche Artikel wichtig.


  • Diplomatie kann nichts verhindern, wenn jemand wirklich will. Die Fälle wo Diplomatie gegen nukleare Bewaffnung geholfen hat, kannst du ja mal aufzählen.

    Iran zum Beispiel. Es stimmt nicht was du sagst. Die IAEO, die du ja anscheinend ernst nimmst, hat mehrfach bestätigt, dass Iran sich an das Abkommen gehalten hat. Selbst 2026 gibt es laut IAEO “keine Hinweise auf Atomwaffen-Programm im Iran.”

    Fanatiker mit großen Zielen lassen sich von Diplomatie nicht aufhalten.

    Mit Bombardierung erschafft man erst die Fanatiker mit großen Zielen. Iran will Israel vernichten? Könnte es damit zusammenhängen, dass Israel es einfach nicht lassen kann, Iran zu bombardieren? Und das unter Jubel von Typen wie dir.

    Euch fällt einfach nicht mal mehr auf, dass ihr kontinuierlich die Situation erzeugt, vor der ihr euch dann fürchten könnt um natürlich mit noch mehr Gewalt zu reagieren. Was passiert zum Beispiel, wenn Russland und China dem Iran Sicherheitsgarantien geben? Dann hast du eine Situation, die fast deckungsgleich mit der von 1914 in Europa ist. Auch damals ging es um die Russen. Und als selbst die SPD mit exakt der selben Logik die du hier präsentierst den Kriegskrediten zugestimmt hat, gab es kein Halten mehr. Das Ergebnis war nicht nur der 1. Weltkrieg, sondern auch die Entstehung von populären Fanatikern wie Hitler, der ohne den 1. Weltkrieg gar nicht erklärbar ist. Eine Spirale die sich immer weiterdreht, bis die Bombe auf das eigene Haus fällt. Aber ich ahne schon, dass nicht mal dann zur Besonnenheit tendiert würde, sondern vor lauter Patriotismus berauscht ein totaler Krieg gefordert wird. Bis das letzte Licht auf der Erde ausgeht.

    Außerdem kann Diplomatie sehr viel mehr. Ich mach mal einen Vorschlag zum Thema Russland, den ich kürzlich gelesen habe: Ein eurasischer Staatenbund unter Einbeziehung von Russland, China usw. Der Preis den wir dafür zahlen müssten ist der Austritt aus der Nato, ein Bündnis aus dem kalten Krieg, das nach wie vor Dafür Frieden auf dem Kontinent.

    Das Geschrei von selbsternannten Pazifisten nach Diplomatie ist blauäugig und verweigert die Realität, sie Russland

    Im Gegenteil. Wer sich die Geschichte von Russland und Westeuropa anschaut wird sehr schnell feststellen, dass es nicht so einfach ist, wie du das beim Lanz von Bundeswehrprofessoren gesagt bekommst. Europa hat seinen erheblichen Anteil an der derzeitigen Situation. Man kann das leugnen und sich gegenseitig immer selbst versichern, dass der Hauptgrund für den derzeitigen Krieg in der Boshaftigkeit von Putin liegen muss. Das hat den schönen Nebeneffekt, sich weiterhin als Teil der Guten sehen zu können. Aber so funktioniert Geopolitik nicht.

    Die jetzige Aufrüstung in Westeuropa wird nichts anderes bringen, als die Aufrüstung in Russland zu verstärken bis wieder ein ausgeglichener Zustand erreicht ist. “Aha”, sagt jetzt der erleuchtete Grünenwähler “dann müssen wir nur warten, bis Russland an der Rüstung zugrunde geht wie im kalten Krieg”. Dabei wird eben vergessen, dass wenn wir nicht zufällig einen besonnenen Menschen wie Gorbatschow an der Spitze der UdSSR gehabt hätten, die laufenden Kosten für die Rüstung ganz einfach durch Krieg beseitigt geworden wären. Warum die Panzer und Raketen verrotten lassen, wenn man den US damit doch noch eins auswischen kann? Wir erschaffen also eine ökonomische Notwendigkeit Russlands, Krieg zu führen.

    Israel dagegen hat nicht das Ziel jemanden zu vernichten

    welchem Ziel dient deiner Ansicht nach der Genozid in Gaza? Israel ist eine konstante Bedrohung für alle Menschen im nahen Osten. Inklusive der Israelis. Aktuell mal wieder im Libanon.

    Es ist ein ganz dramatischer Unterschied wer Atomwaffen hat

    “Wir sind die Guten”.

    Duckmäusertum vor Tyrannen meinst du wohl.

    Leute die nicht für die Dummheit von Falken wie dir sterben wollen.



  • Was bringt es deiner Meinung nach, Russland zu kritisieren? Ändert sich etwas dadurch, dass wir kollektiv den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilen (was ja passiert, jedenfalls unter allen halbwegs normalen Leuten). Im Gegensatz zum amerikanischen Imperialismus gibt es bei Russland keinen echten Dissenz. Hier wird ja durchaus darüber diskutiert, ob USA und Israel nicht genau das richtige machen. Darum verstehe ich nicht, warum die Bürgis dieses Balncing immer einfordern. Das selbe bei Israel und Hamas. Und weil man das nicht einsieht (oder einsehen will), wird wahlweise Russlandnähe oder Antisemitismus unterstellt. Richtig ärgerlich finde ich das. Vor allem auch, dass sich die Autor:innen dadurch ganz besonders differenziert vorkommen. Ich bin froh, dass sich das so langsam ändert.