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Sonntag, 21. Juni 2026

Blindboy - Nerdboy

 

Blick von den Zuschauerreihen auf die blau erleuchtete Bühne des Babylon-Theaters vor Beginn einer Veranstaltung. Auf der Bühne stehen zwei leere, petrolfarbene Sessel mit einem kleinen Tisch und zwei Wasserflaschen dazwischen. Vor den Sesseln sind zwei weiße Tischventilatoren platziert. Links und rechts auf der Bühne stehen schwarze Monitorboxen. Im Vordergrund sind die Hinterköpfe einiger Zuschauer im halbdunklen Saal zu sehen.

Ich hatte mich so darauf gefreut. Seit Monaten habe ich darauf hingefiebert, Blindboy live zu sehen. Der irische Podcaster aus Limerick hatte seinen Auftritt am Freitagabend in Berlin. L., eine gute Freundin von mir, lud mich ein, sie und ihren Partner zu begleiten. Zuerst aßen wir bei SOY zu Abend. Vietnamesisch geht bei meinem Magen noch am ehesten. Danach kam noch ein Freund von L. Zu viert gingen wir nebenan zum Babylon, wo wir bei Temperaturen um die 30 Grad mit hunderten anderer Menschen in einem nicht klimatisierten Raum saßen.

Freitag, 19. Juni 2026

Das Leben der Anderen

Eine große, blau leuchtende Projektion an einer weißen Galeriewand, die vage, verschwommene Silhouetten einer städtischen Kulisse zeigt. Darüber befindet sich eine kleinere, hellere, oval geformte Lichtprojektion in Gelb- und Weißtönen. Am rechten unteren Bildrand sitzt eine Person im Halbdunkel und blickt auf die Wand, während im Hintergrund eine weitere Person vorbeigeht.

Es mag seltsam klingen. Ich vermisse euch, obwohl ich nicht weiß, wer ihr seid, wie ihr ausseht und riecht, euch bewegt und lacht, wie eure Stimme klingt. Ich stelle mir manchmal Menschen vor, nicht meine Freunde, von denen ich weiß, dass sie diese Zeilen lesen, sondern Menschen, die ich nicht kenne. Wie sie irgendwo auf der Erde sitzen und auf die Bildschirme ihrer Rechner oder Smartphones starren und meine Worte lesen. Und mit mir weinen. Oder lachen. Oder lächeln. Das gibt mir Kraft, auch wenn mir klar ist, dass es jeglicher Realität entbehrt.

Mittwoch, 3. Juni 2026

Habeck und der Wolf

Blick in den großen Konzertsaal der Berliner Philharmonie. Auf der Bühne sitzt ein Kammerorchester, davor steht der Erzähler Robert Habeck am Mikrofon. Die Ränge sind bis auf wenige Plätze gefüllt, darunter viele Familien mit Kindern.

 

Sonntagvormittag war ich in der Berliner Philharmonie bei Prokofjews Peter und der Wolf. Für die, die es nicht kennen: Es ist eine Komposition klassischer Musik für Kinder, bei der eine Geschichte vorgelesen wird. Bestimmte Instrumente oder Instrumentengruppen entsprechen einer Figur in der Erzählung. Peter wird von den Streichern dargestellt, mit einer bestimmten Melodie. Dann gibt es eine Klarinette als Katze, eine Oboe als Ente, eine Flöte als Vogel, ein Fagott ist der Großvater und die Hörner sind der Wolf.

© Vic Mancini on Death Row
Maira Gall