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Dienstag, 5. April 2005

Erster Versuch

Der Papst ist tot. Betrifft mich nicht. Nicht sehr. Armer alter Mann, hat viel zu lange durchhalten müssen. Möge die Göttin ihm gnädig sein. Interessant wird es sein zu wissen, wer ihm nachfolgt. Man sollte die Konkurrenz kennen. ;-)

Jörg Haider hat die FPÖ gespalten. BZÖ - "Beleidigte Zwiderwurzen Österreichs"
Mein Kompliment an Robert Kratky, auch wenn ich heute früh seinetwegen fast meine Zahnbürste verschluckt hätte! Der Ö 3-Wecker als politisch-kritische Sendung. Schön. Freut mich wirklich. War auch so, als ich noch sehr jung war.
Auch hier gilt es abzuwarten. Verschwinden nach der nächsten Wahl sowohl FP als auch BZ? Werden wir Herrn Krawatte, formerly known as Mascherl *endlich* los? Sind die anderen besser?

Heidentum/Religion und Glaube der anderen Art und Politik - geht das überhaupt zusammen? Darf ich als bekennende Heidin überhaupt nicht politisch sein? Was ich so weiß, ist die Politikverdrossenheit groß, scheinbar vor allem unter Heiden. Ich kann's verstehen, ich bin ja auch am Resignieren oder knapp davor. Aber wegschauen, weghören, den Blick nur mehr auf "andere Welten" richten bringt es auch nicht.
Mein ganz persönlicher Glaube sagt: Ich bin Teil dieser Welt, lebe auf und von ihr, bin mitverantwortlich für sie. Das kann ich nicht von der Seitenlinie aus.

Deswegen schreibe ich jetzt, was ich denke. Öffentlich. Vielleicht geht es anderen da draußen auch so. Vielleicht liest, wer immer das will, meine Gedankensplitter und findet was darin, dem er zustimmen kann.

Bright Stars for Everyone!
Blue Lady
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Mittwoch, 6. April 2005

Job oder Arbeit?

Gute Frage, das.
Was hab ich denn getan, die letzten Jahre? Jobs gemacht, die durchaus einen Sinn hatten, bloss nicht für mich :-) Nett, wenn man gesagt bekommt, wie toll man das alles macht, wie sehr man für das Unternehmen nützlich ist. Aber so wirklich das Wahre ist das nicht. War es nie.
Ich hab mir immer gesagt, es ist eigentlich ziemlich egal, Hauptsache ich kann mit dem Job, den Randbedingungen wie Kollegen, Arbeitszeit und Aufgaben, und von ihm leben. Ich will einen Job, der mir Zeit genug lässt, mich um die Dinge zu kümmern, die mir wirklich wichtig sind, der nicht zu viel von meiner Kreativität, von meiner Energie braucht. Hat ja auch gepasst, bis irgendwann in den letzten Jahren irgend etwas passiert ist.

Als ich festgestellt habe, dass ich den Job im Grunde genommen widerlich finde, dass ich viel zu viel Energie daran verschwende, mich jeden Tag zu motivieren, da wieder hinzugehen, dass kaum mehr genug Kreativität übrig bleibt zum Arbeiten, zum Schreiben, zum Gespräche führen, selbst zum Bücher lesen.
Von irgend etwas muss frau schließlich leben und Rechnungen bezahlen, aber Sinn ergibt das nicht mehr. Passt nicht zu mir, ganz und gar nicht. Irgendwann hab ich da einen ziemlich großen Fehler gemacht.

Und das musste jetzt mal gesagt werden - damit ich den Kopf frei bekomme und daran gehen kann, es zu ändern ...

Blue Lady
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Der Tag danach :-)

Jetzt ist mein Weblog einen Tag alt - und ich versuche, mich in der Welt der Logs und Blogger zurechtzufinden ... gar nicht so einfach das.

Herr Krawatte formerly know as Mascherl glaubt also an Garantien, welche der Mann aus Kärnten abgibt. Der Parlamentsklub heißt weiter FPÖ und alle ziehen mit bei den "Zwiderwurzen". Ich glaub, ich spinn'!!!
Das passiert, wenn manche Menschen an die Macht kommen, auch wenn es eigentlich nur scheinbare Macht ist. Sie klammern sich mit aller Gewalt auf ihren Sesseln fest und machen sich nicht einen Gedanken darüber, welches ungute Gefühl, welchen Eindruck sie bei anderen hinterlassen. "Hinter mir die Sintflut". Das sind die, die uns regieren....

Wem vom "Wahlvolk" das jetzt noch nicht klar ist, dem ist entweder nicht zu helfen oder es interessiert ihn oder sie tatsächlich nicht. Scheinbar denken viele, wenn sie sich nicht um Politik kümmern, dann geht sie das ganze nichts an. Ich denke, das ist ein großer Irrtum. Denn die Sozialpolitik, die Finanzpolitik, die Außenpolitik, welche gemacht wird, erwischt auch die Verleugner und Verdränger.
Jedes Mal, wenn ich beim Micro-Mann höre: "Politik interessiert mich nicht!" oder "Das habe ich noch gar nicht mitbekommen!", dann bleibt mir das Lachen im Hals stecken.

Ob ich keine eigenen Probleme habe? Oh doch, mehr als genug. Nicht nur Probleme, echte Sorgen. Und zur Zeit noch keinen Plan, wie ich das alles wieder in den Griff bekomme. Aber was da draußen, außerhalb der Wände meines eigenen Gehirns passiert, ist mir genauso wichtig wie meine eigenen Sorgen. Das sind auch meine Sorgen.
Noch ein paar Kürzungen am Sozialstaat, noch ein bischen mehr Armut im Land, noch mehr Leute, die arbeiten, aber trotzdem nicht wissen, wovon sie leben sollen. Freunde, Bekannte, Frauen mit Kindern, halbe und ganze Familien. Alte Leute, vor allem alte Frauen, die jetzt, am Abend ihres Lebens, krank und allein und ohne die notwendigsten Dinge vor sich hinvegetieren, nachdem sie womöglich ein Leben lang geschuftet haben.
Und keinen interessiert's.

Da draußen, vor dem Bürofenster, scheint die Sonne. Frühling nach einem langen harten Winter. Aber nur meteorologisch, fürchte ich.

Frühling in den Herzen der Menschen wünscht sich

Blue Lady
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Donnerstag, 7. April 2005

Handymania oder Taschen aus Italien

Das Übliche. Mit der U-Bahn ins Büro. Mir gegenüber eine Frau, welche die Fahrzeit mit Telefonieren verbringt, sich darüber ausläßt, dass sie nach Florenz muss und wie schwierig das alles ist und dass eine Lieferung Handtaschen aus Italien eine Woche nach Wien braucht. Dabei lächelt sie mich die ganze Zeit an und scheint darauf zu warten, dass ich ihre Meinung bestätige, sie bedaure oder sonst was tue. Ich bin wirklich kurz davor, ihr zu sagen, dass mich die Lieferprobleme einer bekannten Taschenfirma eigentlich nicht interessieren. Zu meinem Glück steigt sie aus, das Handy immer noch fest ans Ohr gedrückt ...

Ein Problem der letzten Jahre. Ein neues Problem. Zu allen Formen von Umweltverschmutzung und Umweltstress dazu gesellt sich die "Akustische Umweltverschmutzung". Du bist gezwungen, allein dadurch, dass du öffentliche Verkehrsmittel benützt oder einfach auf der Straße gehst, das Privat- und Berufsleben anderer Menschen mitzuverfolgen. So geistesabwesend kann ich gar nicht sein. Wenn jemand vor mir sitzt und laut redet, dringt er durch.
Soll ich mir deswegen einen Walkman kaufen? Einen Ipod zulegen? Auch mit einem Stoppel in den Ohren rumlaufen? Oder in die Gegenoffensive gehen? Mir ein Handy zulegen und permanent laut telefonierend durch die Straßen dieser Stadt eilen?
Nein, das ist alles nichts für mich.

In meinem Denken, in meinem Glauben bin ich geschult, meine Sinneswahrnehmung zu schärfen. Ich wünsche mir, ich hätte auch gelernt, wie man sie abstumpft, abschaltet. So wie mir geht es wahrscheinlich tagtäglich vielen Menschen, die sich nur noch mehr gestresst fühlen durch die Überfülle an nun wirklich nicht mehr relevanten Informationen.

Aber wie geht es erst den Telefonierern? Immer erreichbar, immer online, immer mobiler. Wann finden die eigentlich ihren Moment der Stille, mit dem jeder Tag beginnen und enden sollte? Oder haben sie ihre Mitte, ihr Zentrum eingetauscht gegen die ewige Kommunikation?
Wie kann man soviel reden ohne dabei etwas zu sagen?

Handys nur mehr auf dem Grill!

Blue Lady
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Montag, 11. April 2005

Neue Wellnesstrends der Zukunft - Wellness Working :-)

Hat mich wieder mal auf eine Idee gebracht, dieser doofe Radiobeitrag.
Wellness - mein Hasswort 2005. Hat schon 2004 begonnen. Alles ist Wellness, essen, schlafen, Sport, sich duschen, eine bestimmte Sorte Klopapier ... Göttin, wie mir das schon auf die Nerven geht!!
Bloss Wellness Working hat sich noch keiner vorzuschlagen getraut!
Brauchen wir in unserer Freizeit soviel Wellness, um uns von unserer Arbeit zu erholen? Um uns darüber hinweg zu trösten oder zu täuschen, dass ein großer Teil unserer wachen Stunden am Tag eben nicht "well" ist? Und ist das nicht absolut hirnkrank; Lebenszeit mit Dingen zu verbringen, von denen wir uns nachher erholen müssen???
Und wofür?
Früher einmal hab ich immer gehört, ich arbeite so viel, damit du es einmal besser hast. Hmmm, weil ich noch sehr jung war, hab ich das mal so akzeptiert. Dann hab ich gehört, naja, die Arbeit macht mich zwar krank und kaputt, aber ich muss schließlich von was leben - du kannst es ja besser machen.
Ich nehme mal an, alle, die so wie ich zwischen 40 und 50 sind oder noch älter, haben diese Sätze in ihrer Kindheit und Jugend gehört und waren fest entschlossen, es wirklich besser oder zumindest anders zu machen.
Das war ein großes Schlagwort, damals, während meiner Schulzeit. "Mit genügend Bildung/Ausbildung kannst du dann dein Leben lang das machen, was du gerne machen möchtest. Also sei dankbar, dass du lernen kannst, und lerne, soviel du kannst!" Hab ich getan, viele andere auch. Und wie geht es uns heute?
Die Versprechen von damals haben nicht gehalten.
Materiell geht es uns allen immer besser, zumindest jenen, die noch nicht durch den Zweidrittel-Rost gerutscht sind, aber um welchen Preis?
Irgendwie kommt mir das vor wie ein ganz großer Starmania-Wettbewerb.
Viele, viele treten an, weil sie glauben, das Zeug zum Star in sich zu haben. Einer, vielleicht zwei schaffen es, der Rest versinkt wieder in der Anonymität.
Viele, viele bereiten sich darauf vor, einen Beruf, eine Tätigkeit zu finden, die ihnen ein gutes Leben ermöglicht, sie befriedigt und vielleicht auch noch Spass macht. Ein paar schaffen es. Und selbst die geraten heute immer mehr unter Druck, verausgaben sich vielleicht und brauchen dann in ihrer Freizeit unheimlich viel Erholung ... Wellness halt.
Da stimmt doch was nicht!
Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht, Recht auf Glück genauso. Beides ist heute beinahe schon ein Privileg.
Im K(r)ampf um Arbeit und genügend Geld bleiben die Träume auf der Strecke - und die nächste Kindergeneration wächst heran und hört von ihren Alten wieder nur die gleichen Sprüche: nein, ich kann jetzt nicht mit dir spielen, ich hab zu tun. Ich kann jetzt nicht mit dir reden, ich bin viel zu geschafft - weißt du eigentlich, wieviel ich arbeiten muss??
Und auch die nächste Generation nimmt sich wieder einmal vor, es anders - besser! - zu machen ...
Ich finde das zum Kotzen, meint

Blue Lady
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Dienstag, 12. April 2005

Ever had one of those days?

Einen von denen, wo du fast 10 Stunden geschlafen hast, und trotzdem noch immer hundemüde bist (wieso eigentlich hunde-müde, ich hab mit Hunden nicht viel am Hut - ich bin eher katzen-müde :-)?
Einer von denen, wo du trotz super-optimal angepasster Liegestatt mit Kreuzschmerzen aufwachst?
Und wo trotz Sonnenschein und Frühlingsanzeichen eine drohende Wolke über dir und deinem Leben zu hängen scheint?
Wo du das drängende Gefühl hast, du hast irgend etwas Wesentliches vergessen?

Ich habe gelernt im Laufe meines Lebens, auf meine Vorahnungen, meine "hunches", zu hören - zu oft haben sie sich hinterher als berechtigt herausgestellt. Und es gibt tatsächlich Leute in meinem engsten Kreis, die sich schon davor fürchten, wenn ich sage: "Ich hab da so eine Ahnung ..." oder "Ich hab ein ungutes Gefühl bei der und der Sache ..."
Ich bin keine Hellseherin, weit gefehlt, nur ein Mensch mit ausgeprägter Intuition, mit mondlogischem Denken, das oft Zusammenhänge erkennt und erschließt, wo Descartes versagt ...
Was aber, wenn die Umstände es nicht ermöglichen, nach der Intuition zu handeln? Schließt das dann schon das Desaster mit ein? Oder wird es zum Desaster, weil du weißt, dass du gegen dein besseres Wissen oder eher Ahnen handelst? Self fulfilling prophecy?

Und was nützt eine Warnung? Ich werde aufmerksam sein, aber mich deswegen nicht fürchten. Keine Angst. Keine Furcht. Ich lasse mich nicht zum Deterministen machen!!

Deswegen *big smile for everybody*!
Blue Lady

13:03
Okay, inzwischen ist es Mittag und bis auf ein paar Kleinigkeiten ist nichts passiert ... Die geschehen aber jeden Tag. Vielleicht habe ich doch nur schlecht geschlafen? Vielleicht kommt's noch?

*schulterzuck*
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Mittwoch, 13. April 2005

Politik zum Frühstück oder Mir wird schlecht!

Und weiter dreht sich das Kasperltheater der österreichischen Regierung in diesem Land, dass man wirklich bald nur mehr Bananistan nennen kann.
Der FPÖ-Parlamentsclub, der jetzt eigentlich zum BZÖ gehört, aber immer noch FPÖ-Parlamentsclub heißt, wird sich spalten oder auch nicht. 5 ganze Abgeordnete wollen keine Zwiderwurzen sein, sondern lieber freiheitlich bleiben - vielleicht.
Woher dieser plötzliche Sinneswandel??
Ich denke mir, es geht wieder einmal ums Geld. 2 mal Club, 2 mal Geld, Privilegien, Vorteile und Parkplätze beim Parlament ... und die Chance, in einer sich neu formierenden Partei ganz oben zu sein, wenn auch nur für wahrscheinlich ein paar Monate.
Und aus der trauten schwarz-blauen Zweierkoalition wird eine schwarz-blau-orange Ehe zu dritt - uähhhhhhhhhhh!!
Ich muss keine Feng-Shui-Meisterin sein, um zu wissen, bei der Farbkombination wird einem schlecht ....
Wie lange klammern diese Gestalten sich eigentlich noch an ihre eingebildete Macht? Was muss noch alles passieren, damit sie endlich zugeben, dass sie untragbar sind??

Der Arbeitsmarkt gipfelt und der oberste Vertreter der Arbeitnehmer dieses Landes ist gegen ein Grundeinkommen - ja, zum Himmel noch mal, wer bezahlt den eigentlich?? Doch die Arbeitnehmer in diesem Land, oder?

Die Zukunftskommission arbeitet mit Hochdruck daran, unsere einstmals recht guten Schulen pisamäßig noch weiter nach unten zu drücken. "Sitzenbleiben" soll es nicht mehr geben, die lieben Kinder können ja nichts dafür, wenn sie in einem Gegenstand schlecht sind, wenn sie nichts lernen, dann sicher nur, weil sie eine schlechte Kindheit haben, die Lehrer sind aber auch nicht Schuld ... also ändern wir lieber das System, damit sich niemand kränkt und die Schule nicht so viel kostet.

Und dann war da noch die Reform der Reform der Rechtschreibreform ....

Good Morning, Austria!
Blue Lady
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Donnerstag, 14. April 2005

Arnolds Kinder

Hmmm, wenn Kinder ihre Klamotten, Sachen, etc. nicht wegräumen, dann verbrennt sie der Mann aus der Steiermark also.
Auch eine Erziehungsvariante. Und wenn man genug Geld hat, kein Problem, weil irgendwann muss man den Rangen ja neue kaufen. Nackt in die Schule schicken kann man sie ja schlecht, vor allem nicht in den US of A ...

Armes Kalifornien! Zugegeben, die West Coast of America ist schon einer der durchgeknalltesten Flecken der Welt, aber das haben die dort doch nicht verdient! Oder?

Wie geht das Sprichwort?
"Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient."

Das hieße, die Kalifornier sind selbst schuld, dass Arnie ihr Governator ist, die Amerikaner haben sich Bush verdient, und wir hier in Bananistan Herrn Krawatte und das blau-orange Farbenspiel ...

Bitte, das darf doch nicht wahr sein, ich war doch (fast) immer lieb und nett! Hmmmm, *das* könnte natürlich der Irrtum gewesen sein! Vielleicht sollte ich das ändern, dann haben wir zwar immer noch die gleichen Hohlköpfe "über" uns, aber ich weiß dann wenigstens, weswegen ...

*very big and evil grin*
Blue Lady
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Freitag, 15. April 2005

AMS - Alle Mauern Stehen. Black Friday

Wenn ein Künstler, ein Philosoph, ein Psychologe oder gar ein Oppositionspolitiker wissen und erfahren will, was Hoffnungslosigkeit ist, dann empfehle ich einen Besuch beim AMS, dem "Arbeitsmarktservice" ...

Nein, dass wird keine Hetzrede gegen die dort Beschäftigten, die verzweifelt versuchen, mit immer weniger Leuten immer mehr "Klienten zu betreuen". Die können wahrlich nichts dafür. Klar gibt es auch unter denen welche, für die jede(r), der bei der Türe reinkommt und was von ihnen will, sofort ein Mensch zweiter Klasse ist. Aber an den dummen Spruch, dass "wer arbeiten will, auch Arbeit findet", glauben selbst die nicht mehr....
Sie können nichts dafür, dass sie keine Jobs zu vergeben haben, sie können nichts dafür, dass vor allem Frauen irgendwann ganz durch den Rost fallen, solange sie einen Partner haben, der Geld verdient ...
Und wenn sie eine dicke Haut haben, dann deswegen, weil sie sonst dort nicht mehr arbeiten könnten. Dafür, wie es ihnen wahrscheinlich geht, bemühen sie sich eh noch ...

Aber Hoffnung naht! In der Kronenzeitung steht, dass es ganze 100 Mitarbeiter mehr geben soll ... die stehen ja auch sofort zur Verfügung, wenn die Handarbeitslehrerin aus Vorarlberg wieder 1000 Lehrer an den Pflichtschulen entlassen will ... Umverteilen der anderen Art.

Von den Grünen flattert eine bunte Broschüre ins Haus - am 30. April ist Tag der Arbeitslosen. Wie schönt, freut mensch sich, da denkt wenigstens noch jemand an mich... Ein Straßenfest auf Wiens Einkaufstempel ... an einem Samstag. Die Shopper werden sich belästigt fühlen, die Geschäftsleute werden jammern und die Arbeitslosen werden wieder einmal ganz genau wissen, was sie sich alles nicht leisten können... Netter Versuch, Leute, aber die letzten sieben Tage der Arbeitslosen haben nichts gebracht. Jeden Monat werden es mehr Menschen, die nicht wissen, wovon sie leben sollen. Und jeden Monat werden es mehr, vor allem Männer, deren Kinder oder Partnerinnen kaum noch wissen, wie sie aussehen ...

Verwaltete, institutionalisierte Hoffnungslosigkeit - ausgelöst von einer Gesellschaft, die den Wert eines Menschen daran bemisst, wieviel Geld er pro Monat nach Hause bringt. Für Tätigkeiten, die nur in Ausnahmefällen der Sozietät zu gute kommen.

Wenn da nicht bald ein Umdenken in größerem Stil einsetzt, wenn Menschen nicht endlch wieder wissen, dass sie aus sich selbst heraus Wert haben, nicht nur dann, wenn sie Wert schöpfen, dann seh ich schwarz, ganz egal, ob diese Regierung fällt oder nicht.

Blue Lady
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Montag, 18. April 2005

Handymania Teil 2 oder Saved by SMS

Zur Abwechslung mal was wirklich Witziges - ein guter Lacher für einen verregneten Montag Morgen.
Die Szenerie: Freitag Abend, eine Geburtstagsfeier in einem kleinen Reihenhaus am Rand von Wien.
Die Gäste: ein Freundeskreis, wo jeder jeden kennt, und das seit vielen Jahren.
Die üblichen Themen: Politik, Privates und moderne Technik.
Der Gastgeber führt sein neuestes Lieblingsspielzeug vor - eine Spiegelreflex-Digicam. Ich unterhalte mich mit meinem Sitznachbarn über Sinn und Unsinn von Handys. Er meint, er hätte öfter mal Ärger mit seiner Freundin, weil er seines immer liegenlassen würde, und hätte er es mal mit, dann sei es nicht aufgedreht.
Eine halbe Stunde vergeht.
Ich wandere zum anderen Tisch, unterhalte mich dort mit einer Bekannten. Plötzlich klingelt ihr Handy - nichts wirklich Ungewöhnliches. Sie sucht erst einmal eine Weile rum und sagt dann: "Oh, das war der und der ... der war doch gerade noch da - wo ist er denn hin?" Ich darauf: "Ich habe mich erst vorhin länger mit ihm unterhalten. Vielleicht ist er hinaus in den Garten, frische Luft und so, und die Türe ist zu ...", trabe hilfsbereit wie ich bin zur Eingangstür und schaue hinaus. Nix.
Im Zimmer hinter mir klingelt noch ein Handy, eigentlich erstaunlich, bis jetzt war den ganzen Abend lang Ruh'. Ich höre: "Hey, wo bist du?!" und verzeifeltes Gelächter hinter einer verschlossenen Türe im Vorzimmer, die zu einem manchmal benötigten Ort führt und hin und wieder ziemlich klemmt ....

Kommentar des Befreiten: "Manchmal ist es doch gut, die Dinger in der Hosentasche spazieren zu tragen ... Ich wollt da nicht wild klopfen und brüllen, das wäre ja noch peinlicher gewesen, dann hätten es doch alle gemerkt ...."
Nuja, gemerkt haben die anderen doch was. Sie wussten aber nicht, warum sich da fünf Leute am Boden kringeln vor Lachen ... und wir haben es auch nicht erzählt.

Zusammen mit den beiden, die sich in der U3-Station Stephansplatz treffen wollten und angestrengt mit einander telefoniert haben, während sie Rücken an Rücken im Waggon standen, gehört diese Begebenheit wirklich zu den Abstrusesten zum Thema Hendl.

*immer noch schmunzelnd*
Blue Lady
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Dienstag, 19. April 2005

Ver-Ratzt

In diesen Minuten läuft gerade die Sondersendung der ZIB - Habemus Papam, aber noch weiß niemand, wer es ist. Keine Chance für die Newsfritzen, vorher was herauszufinden, noch nicht mal CNN weiß was.
Tjaaaaaaaaaaa...., 2000 Jahre Erfahrung in der Geheimhaltung sind eben durch nichts zu ersetzen ...

Und? Wer ist es? Tatsächlich der Ratzinger, gegen den in den diversen Weblogs schon einige Stimmen laut geworden sind? Was ist mir alter Heidin rausgerutscht, als ich zum ersten Mal diese Vermutung aus dem Fernsehlautsprecher tönen gehört habe? "Lieber Gott, bitte nicht - kannst du nicht einmal auf dein Bodenpersonal aufpassen?!"
Kann er offensichtlich nicht ....
Fein.
Kommt jetzt der Mikrowellenherd am Stephansplatz? Scheiterhaufen wären out, wegen der Luftqualität ...
War's das jetzt? Geht die Ausgrenzungs-, die Diffamierungspolitik jetzt weiter? Treiben sie noch mehr Menschen aus ihren Armen? Geraten noch mehr Menschen in Glaubenszweifel, verlieren das letzte Bisschen Spiritualität, das ihnen aus Kinder- und Erstkommunionstagen vielleicht noch geblieben ist?
Warum mir das nicht gefällt, die ich doch eigentlich außerhalb, wenn nicht gegen diesen Glauben stehe?
Ziemlich einfach. Jeder Mensch ohne Spiritualität, ohne Glauben ist eine Seele, die diese Welt belastet, ist eine Seele, die sich nicht darum kümmert, welche Wüste sie möglicherweise durch ihre Taten und Gedanken hinterläßt.
An den "Saint sans Dieu" hat vielleicht Albert Camus geglaubt, ich tu mir schwer, auch wenn mir das Konzept gefällt ....
Aber eine Kirche, die durch ihre seltsamen Vorschriften bezüglich Sex und Vermehrung tagtäglich Tausende Menschen zu einem langen, elenden Siechtum und einem grausamen Sterben verurteilt, die die größere Hälfte der Bewohner dieses Planeten immer noch aus jeder geistig-geistlichen Funktion ausschließt und uns Frauen nur knapp eine Seele zugesteht, kann Menschen keinen Halt geben, hat keine Chance gegen Mammon, CocaCola und McDonalds ...
Daran wird weder das strenge Opus Dei noch einer der anderen Orden etwas ändern können, auch dann nicht, wenn sie wieder die Dominikaner auf uns loslassen ...
Ein neuer Johannes XXIII., ein neuer Johannes Paul I., ein Friedens- und Versöhnungspapst, ein Erneuerer, einer der anerkennt, dass es viele unterschiedliche Wege gibt, Glauben zu leben - nicht nur innerhalb des linientreuen, aber vielfach in sich gespaltenen Christentums, auch außerhalb, auch bei denen, die sich von ihrem Partner getrennt haben oder homosexuell sind, oder einem ganz, ganz anderen Glauben angehören - so einer hätte vielleicht eine Chance gehabt, eine Art moralischer Instanz zu sein und tatsächlich die Nachfolge Christi anzutreten - aber sie sind ja nur Nachfolger des Petrus und der hat seinen Meister schließlich dreimal verleugnet ...

*kopfschüttelnd*
Blue Lady
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Mittwoch, 20. April 2005

Der "Rottweiler Gottes"

Wer den Daily Mirror kennt, weiß, dass das ein ziemliches Schundblatt ist und viel schreibt, was sonst keiner sagen würde.... Aber ausnahmsweise frage ich mich, ob die Zeitung damit nicht doch ins Schwarze trifft.
Hat Ratzi diesen Vergleich verdient? Wenn er als Papst das durchführt, was er als Kardinal vertreten hat, dann schon ...

Die Bildzeitung titelte: "Wir sind Papst!"
Noch um einiges peinlicher ... aber das ist eben die Bild!

Und seine erste Messe heute? Auf Latein - gut, das kann man noch auf die Tradition schieben. Predigt auf Latein? Er hat sich zum Zweiten Vatikanum bekannt - aber mit der Einhaltung dieser Tradition ging er hinter das Konzil zurück!
Selbst viele Katholiken, vor allem die Frauen, sind sehr, sehr skeptisch ... ich beneide sie nicht, wirklich nicht.

Ich würde ja sagen, Leute, kommt, lasst es, es gibt auch noch andere Wege zum Göttlichen, zum Glauben, aber eines der Kennzeichen des neuen/alten Heidentums ist und war, dass es nicht missioniert - den Ausstieg, den Weg zu einer anderen Sicht auf das, was man nicht sehen, sondern nur fühlen kann, müssen sie schon selbst finden ...
Die Göttin ist geduldig, Sie wartet jetzt seit langer Zeit darauf, dass das Weibliche wieder den ihm zustehenden Platz einnimmt.... :-)

Benedictus, "der Gesegnete", vielleicht ist er in Wahrheit doch in Ihren Diensten, so wie ein Groer, so wie ein Krenn, die viel dazu beigetragen haben, die Dominanz zumindest einer patriarchalen Religion zu brechen - hat eigentlich schon mal jemand "Danke!" zu ihnen gesagt?
Okay, böser Scherz - Entschuldigung!

In diesem Sinne - ein ehrliches Blessed be!
Blue Lady
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Donnerstag, 21. April 2005

Über die Beliebigkeit

Es ist schon eine Weile her, da hatte ich beliebig viel Zeit.
Nicht so lange ist es her, dass ich beliebig viel Kraft hatte.
Beliebig viel Geld hatte ich nie :-)

Heute macht mir dieses Wort Kopfzerbrechen. Von einem Begriff, der fast grenzenlose Freiheit ausdrücken wollte, ist es zu einer Zustandsbeschreibung verkommen.

Was ich damit meine? Okay, ein Beispiel:
Jede/r kann heute fast beliebig viele Kontakte übers Internet haben, das hängt nur davon ab, ob man die Telefonrechnung bezahlen kann oder wie lange die Augen mit machen ...
Hat deswegen jede/r beliebig viele Freunde? Ich glaube nicht, ich glaube die Einsamkeit ist größer als je zuvor. Das WWW hat sie nicht abgeschafft, es deckt sie nur zu ....
Selbst der netteste Chat kann imho den direkten, visuell-körperlichen Kontakt auf Dauer nicht ersetzen.
Aber das bringt mich von meinem eigentlichen Thema weg.

Sprache ist beliebig geworden. Eine Aussage kann einen Tag, eine Stunde später schon wieder ganz anders gemeint gewesen sein. Und scheinbar denkt sich kaum jemand was dabei ...
Unter dem Deckmantel der schrankenlosen Individualität, der festen ideologischen Überzeugung, keine persönlichen Einschränkungen mehr zu akzeptieren, ist die Beliebigkeit zur hohen Kunstform geworden und sieht mittlerweile der Heuchelei zum Verwechseln ähnlich.
Unter dem Deckmantel der political correctness bringt kaum jemand mehr ein klares "Ja!" oder "Nein!" heraus, denn das könnte den anderen ja verletzen ... also bleibt jede Aussage der beliebigen Interpretation des anderen überlassen.
Und dann wundern sich die Leute, warum keiner mehr den anderen versteht ....

Die nachdenkliche Blue Lady
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Donnerstag, 28. April 2005

elektronische Fußfessel für Langzeitarbeitslose

Gerade kam über eine Mailingliste, die ich abonniert habe, eine Meldung herein, die mir diesen Tag endgültig versaut hat.
Zwar betrifft sie nicht mich direkt, weil ich Wienerin bin, aber ich kenne ziemlich viele Menschen in Hessen.
Und soweit ich das mitbekommen habe, bloggen sehr viele Deutsche auf Twoday.net.
Ich stelle das jetzt mal hier herein, samt Quellenangabe:

Zitat
http://www.network-secure.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3116&Itemid=743

"Langzeitarbeitslose" mit Fußfesseln zur Ordnung bringen?
Network-Secure - Pressemeldungen

Donnerstag, 28 April 2005
Es dürfen sich jetzt gern wieder Menschen über die
"Zweckentfremdung" unseres Portals echauffieren, trotzdem berichten
wir über eine Presseerklärung des Hessischen Justizministeriums, in
dem die in Hessen propagierte Fußfessel für Straftäter auch als
wunderbare Möglichkeit beschrieben wird, Langzeitarbeitslose und
therapierte Suchtkranke zur Rückkehr in einen geregelten
Tagesablauf und in ein Arbeitsverhältnis zu bewegen.

Zynischer lässt sich vermutlich nicht mehr in Worte fassen, was
Hessens Politiker offenbar auch mit Duldung des Ministerpräsidenten
Roland Koch (CDU) von langzeitarbeitslosen Menschen halten, die -
und damit tun wir unsere Meinung mal kund - noch immer unter den
Folgen der 16-jährigen Kohl-Regierung leiden und sich nun auch noch
von den Verursachern der Lage mit zynischen Worten beschimpfen
lassen müssen.

Als uns heute früh der Artikel von der Portalseite des Hessischen
Justizministeriums zugeleitet wurde, war die Redaktion so
schockiert, dass zunächst eine Fälschung angenommen und zunächst
recherchiert wurde. Die Information war allerdings leider korrekt,
was wir vom Informanten auch nicht anders dachten.

Wörtlich heißt es in der Presseerklärung vom 10. März 2005:

* Mit den Ergebnissen des Projekts zeigte sich Wagner sehr
zufrieden: "Mit Hilfe der Technik wird dem Verurteilten jeden Tag
wieder neu klar gemacht, dass er sich an bestimmte Vorgaben zu
halten hat. Bei einem Verstoß riskiert er den Bewährungswiderruf
und muss die verhängte Strafe verbüßen. Die elektronische Fußfessel
setzt bei den Straftätern Motivationen und Kräfte frei, die mit
herkömmlichen Mitteln der Bewährungshilfe nicht erreicht werden
können. Die Fußfesselträger werden zu einer für ihre Verhältnisse
hohen Selbstdisziplin und zur Erfüllung des ihnen vorgegebenen
Wochenplans angehalten. Die elektronische Fußfessel bietet damit
auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance,
zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein
Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es
verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch
ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die
Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige
Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden."


Wagner oder genauer gesagt, der CDU Politiker und Hessens
Justizminister Dr. Christean Wagner hat diese Presseerklärung auf
der CEBiT 2005 veröffentlicht.

Diese Worte sagt ein Mensch, der sicherlich nicht unter 100.000
Euro jährlich heimwärts geht und wohl kaum nachvollziehen kann, wie
es einem arbeitslosen und Hartz IV empfangenen Familienvater mit
Kindern geht, der auch nach der 500. Bewerbung morgens noch
aufsteht und immer wieder neu hofft, mal nicht als Humankapital
betrachtet zu werden, mit dem jongliert und mit dem Aktienkurse in
die Höhe getrieben werden kann.

Die Presseerklärung liegt der Redaktion als PDF Datei vor, falls
sie möglicherweise vom Hessen-Portal verschwinden sollte. Zum
Zeitpunkt der Recherche heute früh um 08:00 Uhr war sie noch frei
zugänglich unter:

Presseerklärung vom 10. März 2005

Der Online-Artikel dazu unter:

Hessisches Justizministerium

Es lässt sich je nach politischer Gesinnung jetzt sicherlich
vortrefflich darüber streiten, unter welcher Regierung sich die
gewaltige Explosion der Arbeitsplatzverluste in Deutschland
entwickelt hat. Nicht wegzustreiten ist dabei allerdings, dass die
Zahl arbeitsloser Menschen bereits 1998 und bei traditioneller
Zählweise rund 4,2 Millionen betrug.

Völlig unabhängig aber von der tatsächlichen Zahl und ohne
Berücksichtigung der verursachenden Gründe arbeitslos gewordene
Menschen als "arbeitsscheues Faultier" und "nicht mehr den Normen
entsprechend im Tagesablauf" zu bezeichnen und ihn dann mit
Fußfessel und daran gebundenen, vermutlich elektrisierenden
Zwangsmaßnahmen wider zu einem den Normen jener Politiker zu
bringen, ist ein Zynismus, der mit dem Zynismus aus dem Dritten
Reich durchaus vergleichbar ist, lässt sich mit Worten kaum noch
bewerten.

Das dann zusätzlich noch, weil der Arbeitgeber dieses Menschen
vielleicht gerade die Eigenkapitaldecke seines Unternehmens auf 25%
bringen möchte und dafür dann Humankapital entsorgt.

Wir stehen hiermit auf und sagen laut und sehr eindeutig:

So nicht und nicht in diesem unserem Land!

Der Autor bekennt sich hierbei sogar öffentlich und direkt zu
seinen sozialdemokratischen Grundsätzen und hofft nichts sehnlicher
als das Jürgen Rüttgers am 22. Mai 2005 das Land NRW nicht
übernehmen wird und dann vor die Wand fahren kann. Seine Ergüsse
wie "Kinder für Inder" oder "der katholische Glauben steht über
anderen Glaubensrichtigungen" passen in der Tat zu den Ergüssen
eines Dr. Christean Wagner, der "arbeitsscheue Faultiere" gern mit
elektronischen Fußfesseln zurück zur Ordnung bringen möchte.

Bevor jetzt nun die Steinewerfer ein Urteil über den Artikel
abgeben oder glauben, ein solcher Artikel passt nicht zu einem
Firmen- und Sicherheitsportal, bitten wir um eine kurze Denkpause.
Es geht hier nicht um die Farbe der Politik, sondern darum, dass
Menschen in diesem Land bitte wieder menschenwürdig behandelt
werden. Ist das nicht mehr möglich, dann werden auch
sicherheitstechnische Probleme in diesem Land unwichtig.
Zitat Ende

Ich kann den Verfassern des Artikels nur von Herzen zustimmen. Und hoffen, dass es dieses Mal möglichst lange dauert, bevor solche Ideen, wie oft üblich, zu uns hier überschwappen ...

Leute, mir fehlen die Worte!
Blue Lady
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Mauthausen

Eine Woche halb freiwillige Abstinenz von meinem Weblog .... writer's block? Egal. Das ist der große Vorteil an dieser Art der Kommunikation, sie ist freiwillig! Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich ein paar Tage nichts von mir hören lasse.

Ein gewisser Herr leugnet frech-fröhlich die Existenz der Gaskammern unter dem Hitlerregime und darf trotzdem weiterhin Bundesrat sein.
Die Republik Österreich (2) feiert ihr 60jähriges Bestehen.
Unser Bundespräsident regt sich in wohlgesetzten Worten über den Herrn Bundesrat auf.
Eine Baumarktkette nennt ein Gartenhäuschen "Mauthausen", nur um sich publikums- und werbewirksam dafür zu entschuldigen. Public Relations Gag oder tatsächlich ein Versehen eines Mitarbeiters?? Würde ich mir dieses Gartenhäuschen in meinem grünen Idyll aufstellen???

Fröhliche Dichotomie Österreichs. Das böse Hitlerregime. Keine Frage, was unter den Nazis passiert ist, war böse.
Mauthausen ist ein nationales Mahnmal, wo immer noch Schulklassen durchgeschleust werden, sobald ab Mai die Schulausflugsaison startet.
In den vierten Klassen ist "Schindlers Liste" ein Pflichtfilm, über den nachher ausführlich gesprochen wird.
Hugo Portisch hat eine Neuauflage von Österreich II gedreht, rechtzeitig für dieses Jubiläumsjahr.
In aller Eindringlichkeit werden die Schrecken des Krieges, der Besatzung, der Mut und die Verzweiflung jener Frauen und Männer geschildert, die diesen Krieg überlebt hatten und nun aus Trümmern eine neue Heimat aufbauen mussten und wollten.

Was stört mich, macht mich krank und bringt mich zum Kotzen??
Dass diese Zweite Republik auf einer Lüge beruht.
"Der den Österreichern aufgezwungene Anschluss an Hitlerdeutschland ...."
Wenn ich das nur höre!

Die Erste Republik war der Staat, den keiner wollte, den keiner für überlebensfähig hielt, und wo es deshalb starke Bestrebungen gab, sich mit Deutschland zusammenzuschließen.
Die Zwischenkriegszeit war gekennzeichnet von der österreichischen Variante des Faschismus.
Und "Heim ins Reich!" war eine Devise, die den verarmten und hungernden Menschen runterging wie Öl ....

Eine Lüge wird deswegen nicht wahr, nur weil sie seit 60 Jahren immer wieder erzählt wird, nur weil die Alliierten es aus weltpolitischen und machttaktischen Gründen für besser hielten, das arme kleine Österreich als erstes Opfer darzustellen.
Und alle jene Österreicher, die an führender Stelle den Nationalsozialismus ermöglicht und durchgesetzt haben?
Ja, es gab den Widerstand, und meine Hochachtung gilt all jenen, die sich unter großer persönlicher Gefahr für etwas eingesetzt haben, woran sie glaubten.

Sind 60 Jahre Verdrängung nicht genug? Wäre es nicht langsam an der Zeit, dafür zu sorgen, dass Aussagen wie die des Herrn Bundesrates aussterben? Der wird es vielleicht nicht mehr lernen, für den ist eh schon alles zu spät. Aber wenigstens unsere Generation und die Generation nach uns sollte wissen, wie es wirklich war.

Blue Lady
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