HK1003161B - Azo dyes - Google Patents
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Dispersionsfarbstoffe, Verfahren zu deren Herstellung sowie ihre Verwendung zum Färben von Textilmaterialien.
Aus der EP-A-0 391 121 sind disperse Monoazofarbstoffe bekannt, die sich von den erfindungsgemässen Farbstoffen durch die Substituenten an der Diazokomponente unterscheiden.
Das Verfahren zum Färben synthetischer Fasermaterialien aus organischen Lösungsmitteln mit Farbstoffen, welche sich von den erfindungsgemässen Farbstoffen durch die Substituenten am Aminostickstoff der Kupplungskomponente unterscheiden, ist aus der DE-A-2 308 044 bekannt.
Dispersionsfarbstoffe, d.h. Farbstoffe, welche keine wasserlöslichmachenden Gruppen enthalten, sind seit langem bekannt und werden zum Färben von hydrophobem Textilmaterial verwendet Vielfach sind die erhaltenen Färbungen jedoch nicht ausreichend thermomigrierecht. Dieses Problem tritt vor allem bei roten bis blauen Nuancen auf.
Zur Behebung dieses Mangels wurden schon spezielle Farbstoffe entwickelt, deren Diffusionsvermögen infolge ihrer molekularen Grösse und/oder Sperrigkeit möglichst niedrig ist Dies erschwert jedoch oft die Anwendbarkeit solcher Farbstoffe, da man mit ihnen nicht oder nur schlecht nach dem Ausziehverfahren färben kann und diese Farbstoffe sogar im Thermosol-Verfahren meistens unerwünscht hohe Fixiertemperaturen erfordern.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind nun Dispersionsfarbstoffe, welche sehr thermomigrierechte Färbungen ergeben, aber trotzdem sowohl im Auszieh- und Thermosolverfahren als auch im Textildruck ein gutes Aufbauvermögen besitzen. Die Farbstoffe sind auch für den Aetzdruck geeignet.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe entsprechen der Formel
worin
D ein Rest der Formel
ist,
- X Wasserstoff, Methyl, Halogen oder -NH-CO-R bedeutet, worin R Methyl, Ethyl, Ethoxy oder Amino ist,
- Y Wasserstoff, Chlor oder Fluor,
- R3 Methyl oder Ethyl,
- R4 Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder Allyl,
- A1 Wasserstoff, Chlor, Nitro oder Cyan,
- A2 Wasserstoff, Halogen oder Cyan,
- A3 Wasserstoff, Chlor, COOCH3 oder COOCH(CH3)2 und
- A4 Nitro oder SO2CH3 sind.
In besonders wertvollen Farbstoffen der Formel (1) bedeutet
- X vorzugsweise - NH - CO - R oder Cl, worin R die oben definierte Bedeutung hat.
- R3 bedeutet vorzugsweise CH3.
- R4 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff oder Allyl; besonders bevorzugt wird Wasserstoff.
- A1 bedeutet vorzugsweise Chlor oder Cyan.
- A2 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff oder Chlor.
- A3 bedeutet vorzugsweise Wasserstoff oder Chlor.
Die neuen Azofarbstoffe der Formel (1) können nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden. Man erhält sie beispielsweise, indem man eine Verbindung der Formel diazotiert und auf eine Kupplungskomponente der Formel
kuppelt, wobei A1, A2, A3, A4, X, Y, R3 und R4 die unter der Formeln (1) und (2) angegebenen Bedeutungen aufweisen.
Die Diazotierung der Verbindungen der Formel (3) erfolgt in an sich bekannter Weise, z.B. mit Natriumnitrit in saurem, z.B. salzsaurem oder schwefelsaurem, wässrigem Medium. Die Diazotierung kann aber auch mit anderen Diazotierungsmitteln, z.B. mit Nitrosylschwefelsäure ausgeführt werden. Bei der Diazotierung kann eine zusätzliche Säure im Reaktionsmedium anwesend sein, z.B. Phosphorsäure, Schwefelsäure, Essigsäure, Propionsäure, Salzsäure oder Mischungen dieser Säuren, z.B. Mischungen aus Phosphorsäure und Essigsäure. Zweckmässig wird die Diazotierung bei Temperaturen von -10 bis 30°C, z.B. von -10°C bis Raumtemperatur, durchgeführt.
Die Kupplung der diazotierten Verbindung der Formel (3) auf die Kupplungskomponente der Formel (4) erfolgt ebenfalls in bekannter Weise, beispielsweise in saurem, wässrigem oder wässrig-organischem Medium, vorteilhaft bei Temperaturen von -10 bis 30°C, insbesondere unter 10°C. Als Säuren verwendet man z.B. Salzsäure, Essigsäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure. Diazotierung und Kupplung können beispielsweise im Eintopfverfahren, also im gleichen Reaktionsmedium durchgeführt werden.
Die Diazokomponenten der Formel (3) sind bekannt oder können auf an sich bekannte Art und Weise hergestellt werden.
Die Kupplungskomponenten der Formel (4) können ebenfalls auf an sich bekannte Art und Weise hergestellt werden.
Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel (1) können als Farbstoffe zum Färben und Bedrucken von halbsynthetischen und insbesondere synthetischen hydrophoben Fasermaterialien, vor allem Textilmaterialien, verwendet werden. Textilmaterialien aus Mischgeweben, die derartige halbsynthetische bzw. synthetische hydrophobe Textilmaterialien enthalten, können ebenfalls mit Hilfe der erfindungsgemässen Verbindungen gefärbt oder bedruckt werden.
Als halbsynthetische Textilmaterialien kommen vor allem Cellulose 21/2-Acetat und Cellulosetriacetat in Frage.
Synthetische hydrophobe Textilmaterialien bestehen vor allem aus linearen, aromatischen Polyestern, beispielsweise solchen aus Terephthalsäure und Glykolen, besonders Ethylenglykol oder Kondensationsprodukten aus Terephthalsäure und 1,4-Bis-(hydroxymethyl)-cyclohexan; aus Polycarbonaten, z.B. solchen aus α,α-Dimethyl-4,4'-dihydroxy-diphenylmethan und Phosgen, aus Fasern auf Polyvinylchlorid- sowie Polyamid-Basis.
Die Applikation der erfindungsgemässen Verbindungen auf die Textilmaterialien erfolgt nach bekannten Färbeverfahren. Beispielsweise färbt man Polyesterfasermaterialien im Ausziehverfahren aus wässriger Dispersion in Gegenwart von üblichen anionischen oder nicht-ionischen Dispergiermitteln und gegebenenfalls üblichen Quellmitteln (Carrier) bei Temperaturen zwischen 80 und 140°C. Cellulose-21/2-acetat färbt man vorzugsweise zwischen ungefähr 65 bis 85°C und Cellulosetriacetat bei Temperaturen bis zu 115°C.
Die neuen Farbstoffe färben im Färbebad gleichzeitig anwesende Wolle und Baumwolle nicht oder nur wenig an (sehr gute Reserve), so dass sie auch gut zum Färben von Polyester/Wolle- und Polyester/Cellulosefaser-Mischgeweben verwendet werden können.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe eignen sich zum Färben nach dem Thermosol-Verfahren, im Ausziehverfahren und für Druckverfahren.
Das genannte Textilmaterial kann dabei in den verschiedenen Verarbeitungsformen vorliegen, wie z.B. als Faser, Faden oder Vlies, als Gewebe oder Gewirke.
Es ist vorteilhaft, die erfindungsgemässen Farbstoffe vor ihrer Verwendung in ein Farbstoffpräparat zu überführen. Hierzu wird der Farbstoff vermahlen, so dass seine Teilchengrösse im Mittel zwischen 0,1 und 10 Mikron beträgt. Das Vermahlen kann in Gegenwart von Dispergiermitteln erfolgen. Beispielsweise wird der getrocknete Farbstoff mit einem Dispergiermittel gemahlen oder in Pastenform mit einem Dispergiermittel geknetet und hierauf im Vakuum oder durch Zerstäuben getrocknet. Mit den so erhaltenen Präparaten kann man nach Zugabe von Wasser Druckpasten und Färbebäder herstellen.
Beim Bedrucken wird man die üblichen Verdickungsmittel verwenden, z.B. modifizierte oder nichtmodifizierte natürliche Produkte, beispielsweise Alginate, British-Gummi, Gummi arabicum, Kristallgummi, Johannisbrotkernmehl, Tragant, Carboxymethylcellulose, Hydroxyethylcellulose, Stärke oder synthetische Produkte, beispielsweise Polyacrylamide, Polyacrylsäure oder deren Copolymere oder Polyvinylalkohole.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe verleihen den genannten Materialien, vor allem dem Polyestermaterial, egale Farbtöne von sehr guten Gebrauchs-Echtheiten, wie vor allem guter Thermofixier-, Plissier-, Chlor- und Nassechtheit wie Wasser-, Schweiss- und Waschechtheit; die Ausfärbungen sind ferner gekennzeichnet durch sehr gute Reibechtheit. Besonders hervorzuheben ist die gute Thermomigrationsechtheit und die sehr gute Lichtechtheit der erhaltenen Färbungen.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe können auch gut verwendet werden zur Herstellung von Mischnuancen zusammen mit anderen Farbstoffen. Selbstverständlich können auch Mischungen der erfindungsgemässen Farbstoffe untereinander verwendet werden.
Ausserdem eignen sich die erfindungsgemässen Farbstoffe auch gut zum Färben von hydrophobem Textilmaterial aus überkritischem CO2.
Die vorstehend genannte Verwendung der erfindungsgemässen Azoverbindungen der Formel (1) stellt ebenso einen Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar wie ein Verfahren zum Färben oder Bedrucken von halb-synthetischem oder synthetischem hydrophobem Fasermaterial, insbesondere Textilmaterial, das darin besteht, eine oder mehrere Verbindungen der Formel (1) auf das genannte Material aufzubringen oder es in dieses einzuarbeiten. Das genannte hydrophobe Fasermaterial ist vorzugsweise textiles Polyestermaterial. Weitere Substrate, die durch das erfindungsgemässe Verfahren behandelt werden können, sowie bevorzugte Verfahrensbedingungen sind vorstehend bei der näheren Erläuterung der Verwendung der erfindungsgemässen Verbindungen zu finden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist das durch das genannte Verfahren gefärbte bzw. bedruckte hydrophobe Fasermaterial, vorzugsweise Polyester-Textilmaterial.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe der Formel (1) eignen sich ausserdem für moderne Aufzeichnungsverfahren, wie z.B. Thermotransfer-Printing.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung weiter, ohne sie darauf zu beschränken. Teile und Prozente beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf das Gewicht.
Beispiel 1: 10,7 g m-Toluidin, 45 ml 2-Chlorpropionsäuremethylester, 10 g Natriumcarbonat und 0,5 g Natriumbromid werden während 18 Stunden bei 125-130° C gerührt. Danach wird die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur abgekühlt und mit Essigester/Wasser-Mischung extrahiert. Die Essigesterphase wird dann am Rotationsverdampfer eingeengt. Man erhält 17 g eines gelbbraunen Oels der Formel
3,3 g 2-Cyan-4-nitroanilin werden auf übliche Art und Weise in konzentrierter Schwefelsäure diazotiert und bei einem pH-Wert zwischen 3 und 5 auf eine äquivalente Menge der vorstehend beschriebenen Kupplungskomponente gekuppelt. Das durch Filtration erhaltene Rohprodukt wird mit 100 ml Methanol versetzt, 2 Stunden bei Rückflusstemperatur gerührt und heiss abfiltriert. Nach dem Trocknen erhält man 6 g Kristalle vom Schmelzpunkt 175 - 177° C. Der Farbstoff hat die Formel
Er färbt Textilmaterial aus Polyester in roten Farbtönen. Die Färbungen weisen gute Echtheiten, insbesondere eine gute Thermomigrations- und Lichtechtheit auf.
Beispiel 2: 16,4 g 3-Propionamido-anilin, 11,7 g Staubsoda, 1,6 g Natriumbromid und 50 ml 2-Chlorpropionsäuremethylester werden während 5 Stunden bei 120 - 130° C gerührt.Danach wird das Reaktionsgemisch auf 120° C abgekühlt, heiss filtriert und das Nutschgut mit 20 ml 2-Chlorpropionsäuremethylester gewaschen. Das Filtrat wird am Rotationsverdämpfer eingeengt. Man erhält 25 g eines Pulvers der Formel
17,3 g 2-Chlor-4-Nitroanilin werden auf übliche Art und Weise in konzentrierter Schwefelsäure diazotiert und bei einem pH-Wert zwischen 3 und 5 auf eine äquivalente Menge der vorstehend beschriebenen Kupplungskomponente gekuppelt. Das durch Filtration erhaltene Rohprodukt wird mit 100 g Wasser versetzt und 1 Stunde bei 95 - 97° C gerührt, dann auf 70° C abgekühlt und filtriert. Nach der Trocknung erhält man ein rotes Pulver vom Schmelzpunkt 165 - 167° C. Der Farbstoff hat die Formel
Er färbt Textilmaterial aus Polyester in brillanten roten Farbtönen.
Nach der in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Arbeitsweise lassen sich auch die folgenden Farbstoffe herstellen. Sie färben Textilmaterial aus Polyester in den in der letzten Spalte der Tabellen 1 bis 8 verzeichneten Nuancen
Claims (16)
- Farbstoffe der Formel worin D ein Rest der Formel ist;X Wasserstoff, Methyl, Halogen oder -NH-CO-R bedeutet, worin R Methyl, Ethyl, Ethoxy oder Amino ist;Y Wasserstoff, Chlor oder Fluor;R3 Methyl oder Ethyl;R4 Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder Allyl;A1 Wasserstoff, Chlor, Nitro oder Cyan;A2 Wasserstoff, Halogen oder Cyan,A3 Wasserstoff, Chlor, COOCH3 oder COOCH(CH3)2 undA4 Nitro oder SO2CH3 sind.
- Farbstoffe gemäss Anspruch 1, worin R4 Wasserstoff ist.
- Farbstoffe gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, worin X -NH-CO-R oder Chlor bedeutet, wobei R die in Anspruch 1 definierte Bedeutung hat.
- Farbstoffe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, worin R3 Methyl bedeutet.
- Farbstoffe gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, worin Y Wasserstoff oder Chlor und R3 Methyl bedeutet.
- Farbstoffe gemäss Anspruch 1, worin A1 Chlor oder Cyan bedeutet.
- Farbstoffe gemäss Anspruch 1, worin A3 Wasserstoff oder Chlor bedeutet.
- Farbstoffe gemäss Anspruch 1, worin A1 Chlor oder Cyan, A2 Wasserstoff oder Chlor, A3 Wasserstoff oder Chlor und A4 Nitro oder SO2CH3 bedeutet.
- Farbstoff gemäss Anspruch 1 der Formel
- Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen der Formel (1) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel diazotiert und auf eine Kupplungskomponente der Formel kuppelt, wobeiA1 Wasserstoff, Chlor, Nitro oder Cyan,A2 Wasserstoff, Halogen oder Cyan,A3 Wasserstoff, Chlor, COOCH3 oder COOCH(CH3)2,A4 Nitro oder SO2CH3,X Wasserstoff, Methyl, Halogen oder -NH-CO-R bedeutet, worin R Methyl, Ethyl, Ethoxy oder Amino undY Wasserstoff, Chlor oder Fluor sind,R3 Methyl oder Ethyl ist undR4 Wasserstoff, C1-C6-Alkyl oder Allyl ist.
- Verfahren gemäss Anspruch 10, worin R4 Wasserstoff bedeutet.
- Verwendung der Farbstoffe gemäss Anspruch 1 zum Färben oder Bedrucken von halbsynthetischem oder synthetischem hydrophobem Fasermaterial, inbesondere Textilmaterial.
- Verwendung nach Anspruch 12 zum Färben oder Bedrucken von Textilmaterial aus Polyesterfasern.
- Verfahren zum Färben oder Bedrucken von halbsynthetischem oder synthetischem hydrophobem Fasermaterial, insbesondere Textilmaterial dadurch gekennzeichnet, dass man eine oder mehrere der im Anspruch 1 definierten Verbindungen auf das genannte Material aufbringt oder diesem einverleibt.
- Verfahren nach Anspruch 14, worin das hydrophobe Fasermaterial, vorzugsweise Textilmaterial, aus Polyesterfasern besteht.
- Das gemäss Anspruch 14 oder 15 gefärbte oder bedruckte Material.
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