-
Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Behandlung von pflanzenabgeleitetem
Material zur Bereitstellung einer wässrigen zuckerhaltigen Lauge,
die in einem Fermentationsprozess zur Herstellung eines Fermentationsprodukts
eingesetzt werden. Typischerweise umfassen solche Fermentationsprodukte
beispielsweise Ethanol, Glycerin, Aceton, n-Butanol, Butandiol,
Isopropanol, Buttersäure,
Methan, Citronensäure, Fumarsäure, Milchsäure, Propionsäure, Bernsteinsäure, Itaconsäure, Essigsäure, Acetaldehyd,
3-Hydroxypropionsäure,
Glykonsäure,
Weinsäure
und Aminosäuren,
wie L-Glutarsäure,
L-Lysin, L-Asparaginsäure, L-Tryptophan,
L-Arylglycine oder Salze von einer jeden dieser Säuren.
-
Die
Behandlung einer Biomasse mit Säure
zur Hydrolysierung von Polysacchariden zu Komponenten-Zuckern, die
in einem Fermentationsprozess unter Bildung eines Fermentationsprodukts
verwendet werden können,
ist bekannt. Beispielsweise beschreibt die
US-A-4,384,897 ein Verfahren
zur Behandlung eines Biomassematerials, bei dem es einer zweistufigen
Hydrolyse unterzogen wird, worin leichter hydrolysierbare Polysaccharide,
wie Hemicellulose, und anschließend
in einer zweiten Stufe das schwieriger depolymerisierbare Material,
z. B. Cellulose, unter Verwendung einer strikteren Hydrolysebehandlung
zersetzt werden. Die Produkte der ersten und zweiten Stufen umfassen
Zuckerlösungen,
organische Säuren
und Aldehyde. Die gebildeten Monosaccharide werden einer Fermentationsstufe
zur Bildung von Ethanol unterzogen, und das aus der Fermentation
resultierende Bier kann einer Rektifikation zur Herstellung von
Ethanol mit kommerzieller Reinheit unterzogen werden. Die
US-A-4,384,897 legt
zur Bereitstellung von Verbesserungen hinsichtlich eines effizienteren
Feststoffwaschens die Verwendung von Gleichstrom- oder Gegenstromwaschen
von Feststoffen dar und schlägt
die Verwendung von Eisen(III)- und/oder Aluminiumionen als Flockungsmittel
zur Trennung von fein dispergierten Feststoffen vor, die von der
Neutralisation des Hydrolysatlaugenstroms herrühren.
-
Y.
I. Kholkin et al., Applied Biochemistry and Biotechnology 82(2),
135–140
(1999) beschreiben die Reinigung von Kohlenhydrat-haltigen Substraten
aus Pflanzenbiomassehydrolysaten und schlagen einen zusätzlichen
Ausflockungsschritt unter Verwendung bestimmter kationischer Polyelektrolyte
zur vollständigeren Reinigung
der Substrate von Ligninhuminsubstanzen (LHS) durch Überführen eines
Teils der gelösten
und kolloidalen LHS in einen suspendierten Zustand und die Entfernung
eines Großteils
des suspendierten Materials vor.
-
Kyoung
Heon Kim et al. (Applied Biochemistry and Biotechnology, Vol. 91–93, S.
253–267)
untersuchten die kontinuierliche Gegenstromhydrolyse und Extraktion
von Hemicellulose aus Holzrückständen, die
mit Säure
vorbehandelt waren, und beurteilten die Wirkung solch einer vorbehandelten
Biomasse auf die Entwässerungsrate.
Eine verwendete kontinuierliche Gegenstromschneckenausdrückvorrichtung
stützt
sich dabei auf das Durchsickern des Wassers mit der Schwerkraft
durch die vorbehandelte Biomasse. Eine identifizierte Schwierigkeit
bei diesem Verfahren liegt darin, dass die vorbehandelte Biomasse
nur schlechte Wasserhaltungseigenschaften aufweist, und daher kann
es innerhalb der Extraktionsvorrichtung zu einer Rinnenbildung oder
einer Blockade kommen, was in geringen Zuckergewinnungsausbeuten
oder einem niedrigen Durchsatz resultieren kann.
-
Es
ist daher wünschenswert,
die Ablaufrate bzw. die Entwässerungsrate
des säurebehandelten
pflanzenabgeleiteten Materials zu verbessern, um die in der Lauge
gewonnenen löslichen
Zucker zu maximieren.
-
Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung von Fermentationsprodukten zur
Verfügung
gestellt, welches die Schritte umfasst:
- (i)
Bilden einer angesäuerten
Suspension aus teilchenförmigem
pflanzenabgeleitetem Material, welches ein erstes Polysaccharid,
das leichter hydrolysierbar ist, und ein zweites Polysaccharid,
welches schwieriger hydrolysierbar ist, umfasst,
- (ii) Unterziehen des ersten Polysaccharids einer Hydrolyse mittels
einer Säure
bei einer Temperatur von mindestens 50°C unter derartigen Bedingungen,
dass das erste Polysaccharid hydrolysiert wird, wodurch eine Mischung
einer gelösten
Zucker enthaltenden wässrigen
Lauge und eines das zweite Polysaccharid enthaltenden festen Rückstands
gebildet wird,
- (iii) Unterziehen der Mischung einem oder mehreren Trennungsschritten,
in denen der feste Rückstand
und die wässrige
Zuckerlauge im Wesentlichen voneinander getrennt werden,
- (iv) wahlweise Waschen des Rückstands,
der im Wesentlichen frei von Säure
und Zucker ist,
- (v) Leiten des festen Cellulose-Rückstands in eine weitere Behandlungsstufe,
in der der Rückstand
der Wirkung einer verdünnten
Säure bei
einer Temperatur von mindestens 50°C unter derartigen Bedingungen ausgesetzt
wird, dass das zweite Polysaccharid hydrolysiert wird, wodurch eine
Mischung einer gelösten Zucker
enthaltenden wässrigen
Lauge und eines festen Rückstands
gebildet wird,
- (vi) Unterziehen der Mischung einem oder mehreren Trennungsschritten,
worin der feste Rückstand
und die wässrige
Zuckerlauge im Wesentlichen voneinander getrennt werden,
- (vii) wahlweise Waschen des Rückstands, so dass er im Wesentlichen
frei von Sau re und Zucker ist,
- (viii) Einstellen des pH-Werts der wässrigen Lauge der Stufen (iii),
(iv), (vi) und (vii) auf einen pH-Wert von mindestens 4,
- (ix) Zufuhr der wässrigen
Lauge aus Schritt (viii) zu einer Fermentationsstufe, um ein Fermentationsprodukt zu
bilden,
- (x) Trennen des Fermentationsprodukts von der Brühe,
welches
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Trennungsstufe in den Schritten
(iii) und/oder (vi) durch die Ausflockung des Nebenprodukts unterstützt wird,
indem ein oder mehrere Ausflockungsmittel eingesetzt werden, die
ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus wasserlöslichen Polymeren, wasserquellbaren
Polymeren und geladenem mikroteilchenförmigem Material.
-
Es
wurde herausgefunden, dass durch Verwendung des spezifischen Ausflockungsverfahrens
in der Trennungsstufe überraschenderweise
eine durchgehend hohe Ausbeute an Fermentationsprodukt erreicht werden
kann. Es wird angenommen, dass geringe Mengen an C5-Zucker,
der aus der ersten Stufe stammt, in dem schwieriger zu hydrolysierenden
Material, wie Cellulose, verbleibt. Folglich erscheint es wahrscheinlich, dass
die strikteren Hydrolysebedingungen der Hydrolyse der zweiten Stufe
in diesen Spurenmengen an Zuckern resultieren, die zu Furfural und
möglicherweise
anderen Aldehyden umgewandelt werden. Es wird angenommen, dass sogar
Spurenmengen an Furfural und anderen Aldehyden die Mikroorganismen
oder enzymatischen Biokatalysatoren, die in dem Fermentationsprozess
eingesetzt werden, vergiften können,
und es auf diese Weise zu geringeren Ausbeuten an Fermentationsprodukt
kommt.
-
Die
verbesserte Trennstufe der in dem Verfahren besitzt ebenfalls den
Vorteil, dass die aus den ersten und zweiten Stufen stammende Zuckerlösung im
Wesentlichen frei von fremden Feststoffmaterialien, wie Cellulosefasern,
ist.
-
Das
pflanzenabgeleitete Material ist typischerweise eine jede leicht
verfügbare
Quelle von Polysacchariden, insbesondere cellulosischen Materialien.
-
Typischerweise
umfasst das cellulosische Material Materialien, die ausgewählt sind
aus der Gruppe, bestehend aus krautartiger Biomasse, Nadelholz-Biomasse,
Laubholz-Biomasse, Abwasserschlamm, Papierfabrikschlamm und der
Biomassefraktion von festen Siedlungsabfällen. Die krautartige Biomasse
kann beispielsweise Bagasse, Reisstroh, Reishüllen, Getreideüberbleibsel,
Weizenstroh, Gras, Bäume
und Abfall von Baumwollentkörnungsmaschinen
sein.
-
Vorzugsweise
ist das pflanzenabgeleitete Material cellulosisch und umfasst Hemicellulose
als erstes Polysaccharid und Cellulose als zweites Polysaccharid.
Im Allgemeinen enthält
das pflanzenabgeleitete Material ebenfalls Lignin oder Materialien
vom Lignin-Typ, die in dem festen Nebenprodukt verbleiben.
-
Die
angesäuerte
Suspension kann durch Kombinieren eines teilchenförmigen Materials,
welches Cellulose, Hemicellulose und Lignin umfasst, mit einer verdünnten Säure gebildet
werden. Alternativ kann die Suspension durch Behandlung einer cellulosischen
Biomasse mit Schwefeldioxidgas, Wasserdampf und Wasser bei erhöhter Temperatur
gebildet werden. Typischerweise kann das Verfahren durch Imprägnierung
des Biomassematerials mit SO2-Gas gefolgt
von Wasserdampf bei 205 bis 215°C
innerhalb von 5 Minuten und anschließender Zugabe von Wasser unter
Bildung einer Aufschlämmung
durchgeführt
werden (Stenberg et al., 1998).
-
Unter
verdünnt
wird verstanden, dass die Säure
im Allgemeinen eine Konzentration von weniger als 10 Gew.-% aufweist.
Gewöhnlich
ist die Konzentration jedoch deutlich geringer, beispielsweise weniger
als 5%. Die Säure
kann eine starke Mineralsäure,
wie Salzsäure,
Schwefelsäure,
schweflige Säure,
Flusssäure, Salpetersäure oder
Phosphorsäure
sein. Geeignete organische Säuren
können
Kohlensäure,
Weinsäure,
Citronensäure,
Glucuronsäure,
Gluconsäure,
Ameisensäure,
Trichloressigsäure
oder ähnliche
Mono- oder Polycarbonsäuren
sein.
-
Vorzugsweise
ist die Säure
eine Mischung einer starken Mineralsäure und einer organischen Säure. Typischerweise
liegt die Mineralsäure
bei einer Konzentration von bis zu 2%, vorzugsweise in dem Bereich
von 0,2% bis 1,0%, insbesondere um 0,7% vor. Die organische Säure kann
bei einer höheren
Konzentration vorliegen, beispielsweise bis zu 5%, insbesondere
wenn die Säure
eine relativ schwache Säure,
wie Essigsäure, ist.
Vorzugsweise liegt die organische Säure in einer Konzentration
zwischen 1% und 3%, besonders bevorzugt um 2% vor.
-
Idealerweise
zeigt die Säure
einen pKa-Wert unterhalb von 4. Bevorzugte Ergebnisse werden erzielt durch
Verwendung von entweder Salzsäure
oder Schwefelsäure.
-
Die
Hydrolyse des ersten Polysaccharids wird vorzugsweise bei einer
Temperatur von zwischen 120 und 220°C innerhalb einer Zeitdauer
von 1 bis 15 Minuten durchgeführt,
obwohl niedrigere Temperaturen möglich
sind, wenn die Behandlung länger
ist. Die Hydrolyse des zweiten Polysaccharids kann bei einer Temperatur
von zwischen 120 und 220°C
innerhalb einer Zeitdauer von 1 bis 15 Minuten erzielt werden. Gewöhnlich wird
der zweite Hydrolyseschritt bei einer höheren Temperatur und/oder innerhalb
einer längeren
Zeitdauer als der erste Hydrolyseschritt durchgeführt. Unter
der Voraussetzung jedoch, dass das zweite Polysaccharid ebenfalls
der ersten Behandlungsstufe unterzogen wird, bevor die Entfernung
des aus dem ersten Polysaccharid resultierenden Hydrolysats erfolgt,
kann es nicht immer notwendig sein, das verbleibende zweite Polysaccharid
einer deutlich höheren
Temperatur und/oder längeren
Zeitdauer zu unterziehen, und es kann in der Tat möglich sein,
eine vollständige
Hydrolyse des zweiten Polysaccharids bei einer niedrigeren Temperatur und/oder
innerhalb einer kürzeren
Zeitdau er als in dem ersten Hydrolyseschritt zu erreichen.
-
In
jeder der ersten und zweiten Hydrolysestufen wird das resultierende
Hydrolysat anschließend
von den festen Materialien abgetrennt, vorzugsweise durch Pressen
des behandelten Materials zum Abtrennen des Rückstands als festes Produkt.
Das feste Produkt, welches abgetrennt wurde, kann mindestens einem Waschzyklus
zur Entfernung jeglicher restlicher Zuckerlösung aus dem Feststoff unterzogen
werden. Der Waschzyklus umfasst das Waschen des festen Produkts
mit einer geeigneten Waschflüssigkeit.
Die Waschflüssigkeit
kann Wasser sein. Normalerweise ist das Waschwasser rückgeführtes bzw.
recyceltes Wasser, beispielsweise Wasser, das aus den Destillationssumpflaugen
in der destillativen Gewinnung des Fermentationsprodukts, von dem
suspendierte Feststoffe entfernt worden sind, abgetrennt wurde.
-
Da
das Waschwasser andere Verunreinigungen, die für den Fermentationsprozess
schädlich
sein könnten,
enthalten kann, ist es wünschenswert,
die Menge an verwendetem Waschwasser zu minimieren.
-
Das
flüssige
Hydrolysat, welches Zucker und Säure
enthält,
kann anschließend
zur weiteren Verarbeitung gesammelt werden. Wenn das erste Polysaccharid
Hemicellulose darstellt, ist das resultierende Hydrolysat im Allgemeinen
C5-Zucker, und wenn das zweite Polysaccharid
Cellulose darstellt, ist das Hydrolysat im Allgemeinen C6-Zucker.
-
In
jedem Fall ist es wichtig, den pH-Wert der sauren Zuckerlaugen auf
einen pH-Wert von mindestens 4 einzustellen. Die pH-Einstellung
kann durch Zugabe einer Base oder durch Verwendung eines Ionenaustauschharzes,
welches zur Neutralisierung der Säure in der Lage ist, erfolgen.
Vorzugsweise wird der pH-Wert der Zuckerlauge, die von dem Säuredigerierungsverfahren
herrührt,
auf einen pH-Wert von mindestens 10 eingestellt, um restliche Säure durch
Zugabe eines Basenmaterials, wie Natriumcarbonat, zu entfernen,
und dann anschließend
wird der pH-Wert
auf einen neutraleren oder leicht sauren pH-Wert eingestellt. Wünschenswerterweise
kann der pH-Wert auf einen Wert zwischen 10 und 12, vorzugsweise
auf ungefähr
11, durch Zugabe einer Base eingestellt werden, gefolgt vom Titrieren
auf einen pH-Wert von 4 bis 5, vorzugsweise auf ungefähr 4,5.
-
Alternativ
kann die Säure
aus der Lauge durch Leiten des Hydrolysats durch ein Bett von Harzkügelchen
zur Entfernung der Säure
abgetrennt werden. Der wässrige
Zuckerstrom, der wünschenswerterweise mindestens
98% des in dem Hydrolysat enthaltenen Zuckers aufweist, kann anschließend gewonnen
werden.
-
Die
C5- und C6-Zucker
können
in den Fermentationsbehälter
als getrennte Ströme
eingeführt
werden, oder alternativ können
sie kombiniert werden zu einem einzelnen Strom, der in das Fermentationsgefäß geleitet
wird.
-
Nach
der Trennung der Säure
von dem Zuckerstrom wird die Säure
vorzugs weise zur erneuten Verwendung beispielsweise mittels Verdampfung
aufkonzentriert.
-
Der
Fermentationsprozess der vorliegenden Erfindung schließt typischerweise
ein Laufenlassen der Fermentation innerhalb von 3 bis 5 Tagen ein.
Das Fermentationsprodukt wird von der Brühe durch Leiten der das Fermentationsprodukt
enthaltenden Brühe
in eine Destillationsstufe, worin die Fermentationsverbindung als
ein Destillat gesammelt wird und der Rückstand "Destillationssumpf" entfernt wird, abgetrennt. In einem
bevorzugten Aspekt der Erfindung wird das Fermentationsprodukt von
der Brühe
durch Leiten der das Fermentationsprodukt umfassenden Brühe in eine
Aufkonzentrierungsstufe abgetrennt, worin die Fermentationsverbindung
in dem Konzentrat gesammelt wird und mittels mindestens einem, ausgewählt aus
der Gruppe, bestehend aus Ionenaustauscher, Lösungsmittelextraktion und Elektrodialyse,
extrahiert wird.
-
Das
Verfahren kann zur Herstellung einer Vielzahl von Fermentationsprodukten
eingesetzt werden, allerdings ist das Fermentationsprodukt vorzugsweise
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Ethanol, Glycerin, Aceton, n-Butanol,
Butandiol, Isopropanol, Buttersäure,
Methan, Citronensäure,
Fumarsäure,
Milchsäure,
Propionsäure,
Bernsteinsäure,
Itaconsäure,
Essigsäure,
Acetaldehyd, 3-Hydroxypropionsäure,
Glykonsäure
und Weinsäure
sowie Aminosäuren,
wie L-Glutarsäure,
L-Lysin, L-Asparaginsäure,
L-Tryptophan, L-Arylglycinen oder Salzen von einer jeden dieser
Säuren.
-
Die
in dem Fermentationsprozess der vorliegenden Erfindung verwendeten
Mikroorganismen können beispielsweise
eine Hefe, wie Klyveromyces-Arten, Candida-Arten, Pichia-Arten,
Brettanomydes-Arten, Saccharomyces-Arten, wie beispielsweise Saccharomyces
cerevisiae und Saccharomyces uvarum, Hanseaula-Arten und Pachysolen-Arten
darstellen. Alternativ können
die Mikroorganismen eine Bakterienart, wie Leuconostoc, Enterobacter,
Klebsiella, Erwinia, Serratia, Lactobacillus Lactococcus, Pediococcus,
Clostridium, Acetobacter, Gluconobacter, Lactobacillus, Aspergillus,
Propionibacterium, Rhizopus und Zymomonas mobilis, darstellen. Zusätzlich können ebenfalls
genetisch modifizierte Stämme
eingesetzt werden.
-
Da
das feste Produkt im Allgemeinen Lignin und analoge Materialien
umfasst, kann eine Abtrennung von der Lauge besonders schwierig
sein. Es wurde unerwartet gefunden, dass die Bildung des Fermentationsprodukts
durch Einsatz eines oder mehrerer Ausflockungsmittel(s) bei der
Abtrennung des Hydrolysats von dem festen Produkt deutlich verbessert
werden kann. Es wurde gefunden, dass das feste Produkt durch das Verfahren
effizienter entwässert
werden kann und dass ein höherer
Feststoffkuchen erzielt werden kann. Da das feste Produkt effizienter
entwässert
werden kann, besteht eine geringere Notwendigkeit an Trennungsausstattungskapazitäten, und
eine weniger kapitalintensive und günstiger zu handhabende Ausstattung,
wie eine Filterpresse, kann verwendet werden. Da höhere Feststoffkuchen
erzielt werden können,
verbleibt weniger der sauren Zuckerlösung in dem Nebenproduktfeststoffrückstand.
Folglich wird die Wassermenge, die zum Säure- und Zuckerfreiwaschen
des Nebenprodukts erforderlich ist, vermindert, wodurch sowohl die
Produktivität
als auch die Effizienz des Verfahrens verbessert wird.
-
Geeigneterweise
ist das Flockungsmittel ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus wasserlöslichen oder wasserquellbaren,
natürlichen,
seminatürlichen
und synthetischen Polymeren sowie geladenen mikroteilchenförmigen Materialien.
Vorzugsweise ist das Polymer synthetisch und kann durch Polymerisation
mindestens eines kationischen, nichtionischen und/oder anionischen
Monomers alleine oder mit anderen wasserlöslichen Monomeren gebildet
werden. Unter wasserlöslich
wird hierin verstanden, dass das Monomer eine Löslichkeit von mindestens 5
g/100 ml bei 25°C
aufweist.
-
Bevorzugt
sind die polymeren Flockungsmittel gebildet aus ethylenisch ungesättigten
wasserlöslichen Monomeren,
die unter Bildung hochmolekulargewichtiger Polymere leicht polymerisieren.
Besonders bevorzugte Polymere umfassen Monomere, die ausgewählt sind
aus der Gruppe, bestehend aus Polyacrylsäure oder Polyacrylatsalzen,
Polyacrylamid, Copolymeren von Acrylamid mit (Meth)acrylsäure oder
Salzen davon, Copolymeren von Acrylamid mit Dialkylaminoalkyl(meth)acrylat
oder Säureadditions-
oder quaternären
Ammoniumsalzen, Polymeren von Diallyldimethylammoniumchlorid, Polyaminen
und Polyethyleniminen. Die Polymere können linear, verzweigt oder
vernetzt sein.
-
Die
Polymere können
durch ein jegliches geeignetes herkömmliches Verfahren hergestellt
werden, beispielsweise durch Lösungspolymerisation,
Gelpolymerisation, reverse Phasensuspensionspolymerisation und reverse
Phasenemulsionspolymerisation. Geeignete Verfahren umfassen jene,
die in der
EP-A-150933 oder
der
EP-A-102759 beschrieben
sind.
-
Geeignete
Polymere können
anionische, kationische oder nichtionische Polymere darstellen.
Die bevorzugten Polymere sind nichtionische oder kationische Polymere
mit ausreichend hohem Molekulargewicht, sodass sie eine innere Viskosität von mindestens
4 dl/g aufweisen. Solch eine innere Viskosität zeigt im Allgemeinen ein
Polymer mit einem Molekulargewicht von mehreren Millionen an, beispielsweise
im Allgemeinen oberhalb von 5.000.000 und gewöhnlich mindestens 7.000.000.
Im Allgemeinen besitzt das Polymer bevorzugt eine innere Viskosität oberhalb
von 6 dl/g, oftmals von mindestens 8 oder 9 dl/g. Die innere Viskosität kann bis 30
dl/g oder darüber
liegen. In vielen Fällen
zeigen geeignete kationische Polymere daher eine innere Viskosität in dem
Bereich von 7 bis 25 dl/g, insbesondere von 10 bis 20 dl/g, insbesondere
um 14 oder 15 dl/g.
-
Geeignete
kationische Monomere umfassen quaternäre Ammonium- oder Säuresalze
von Monomeren, die Amingruppen enthalten. Bevorzugt wird das kationische
Polymer gebildet aus einem Monomer oder einer Monomermischung, umfassend
mindestens ein kationisches Monomer, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus quaternären
Ammonium- und Säuresalzen
von Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, quaternären Ammonium- und Säuresalzen
von Dimethylaminoethyl(meth)acrylamid und Diallyldimethylammoniumchlorid. Die
kationischen Monomere können
homopolymerisiert oder mit anderen Monomeren, beispielsweise Acrylamid,
copolymerisiert sein. Folglich können
die kationischen Polymere ein jedes Polymer darstellen, welches eine
kationische Ladung trägt,
natürlich
unter der Voraussetzung, dass sie ein ausreichend hohes Molekulargewicht
besitzen, um eine innere Viskosität von mindestens 4 dl/g aufzuweisen.
Die innere Viskosität
wird unter Verwendung eines Niveaugefässviskosimeters in 1M NaCl,
gepuffert auf einen pH-Wert von 7,5 bei 25°C gemessen.
-
Die
kationischen Polymere gemäß der vorliegenden
Erfindung können
als im Wesentlichen lineare Polymere oder als verzweigte oder strukturierte
Polymere hergestellt werden. Strukturierte oder verzweigte Polymere
werden gewöhnlich
hergestellt durch Einschluss von polyethylenisch ungesättigten
Monomeren, wie Methylen-bis-acrylamid in die Monomermischung, wie
beispielsweise in der
EP-B-202780 beschrieben
ist. Es ist jedoch bevorzugt, dass die Polymere im Wesentlichen
linear sind und in der Form eines Perl- bzw. Kügelchenprodukts oder eines
gepulverten Produkts hergestellt werden.
-
Geeigneterweise
wird das polymere Flockungsmittel als eine wässrige Lösung oder wässrige Dispersion zugesetzt.
Das Polymer kann in einer Menge zugesetzt werden, die zur Bewirkung
der Ausflockung ausreichend ist. Typischerweise beträgt die zum
Einleiten der Ausflockung ausreichende Menge an polymerem Flockungsmittel
gewöhnlich
mindestens 0,002 Gew.-% auf der Basis des Gewichts der suspendierten
Feststoffe. Gewöhnlich
kann eine bessere Ausflockung und folglich Abtrennung erzielt werden,
wenn mindestens 0,01% verwendet werden. Die Dosis kann deutlich
höher sein,
beispielsweise bis 1%. Jedoch wird eine optimale Ausflockung und
Abtrennung gewöhnlicherweise
bei Verwendung von Dosen in dem Bereich von 0,015% bis 0,2%, insbesondere
von 0,02% bis 0,1% erzielt. Nach der Ausflockung der suspendierten
Feststoffe kann das feste Produkt von der wässrigen Hydrolysat-Lauge auf
mechanische Weise, beispielsweise durch eine Filterpresse, Zentrifuge,
Bandpresse, einen horizontalen Bandfilter oder Druckfilter, abgetrennt
werden. Die Wirkung des Flockungsmittels verstärkt die Trennung der Feststoffe
von der Lauge bei Vergleich mit der Abtrennung unter Verwendung
von mechanischen Mitteln alleine in großem Ausmaß. Es wurde herausgefunden, dass
das Verfahren der vorliegenden Erfindung höhere Feststoffkuchen bei geringerer wässriger
Restlauge zur Verfügung
stellt, was bedeutet, dass ein höherer
Anteil an Zuckerlauge für
die Umsetzung zu dem Fermentationsprodukt zur Verfügung steht.
In ähnlicher
Weise wurde herausgefunden, dass die wässrige Lauge viel höhere Anteile
an fremden suspendierten cellulosischen Feststoffen enthält. Darüber hinaus
wurde ebenfalls gefunden, dass weniger Waschwasser erforderlich
ist.
-
Das
feste Produkt, welches aus der Trennungsstufe resultiert, sollte
so trocken wie möglich
sein, um einen jeglichen Verlust an Zucker zu verhindern, welcher
andernfalls in dem Fermentationsprozess verwendet werden würde. Zusätzlich kann
das feste Nebenprodukt, welches hauptsächlich Lignin enthält, als
ein fester Brennstoff eingesetzt werden, beispielsweise zur Verwendung
in dem zur Erwärmung
der Destillationssäule, die
zum Abtrennen des Fermentationsprodukts von der Fermentationsbrühe verwendet
wird, eingesetzten Erhitzers. Folglich ist es ebenso wichtig, dass
bei Verwendung des festen Lignin enthaltenden Produkts als Treibstoff
dieses so trocken wie möglich
ist.
-
In
einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das Flockungsmittel ein geladenes
mikroteilchenförmiges
Material. Besonders geeignete Beispiele für geladene mikroteilchenförmige Materialien
umfassen quellbare Tone, anionische, kationische oder amphotere
mikroteilchenförmige
Silika-basierte
Materialien und organische vernetzte polymere Mikroteilchen.
-
Das
Kieselsäure-
bzw. Silikatmaterial kann ein jedes der Materialien darstellen,
die ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Silika-basierten Teilchen, Silikamikrogelen,
kolloidalem Silika, Silikasolen, Silikagelen, Polysilikaten, Aluminiumsilikaten,
Polyaluminosilikaten, Borsilikaten, Polyborsilikaten, Zeoliten oder quellbarem
Ton.
-
Das
Kieselsäure-
bzw. Silikatmaterial kann in der Form eines anionischen mikroteilchenförmigen Materials
vorliegen. Alternativ kann das Kieselsäure- bzw. Silikatmaterial ein
kationisches Silikamaterial darstellen. Wünschenswerterweise kann das
Kieselsäure-
bzw. Silikatmaterial ausgewählt
sein aus Silikamaterialien und Polysilikaten.
-
Die
Polysilikate der vorliegenden Erfindung können hergestellt werden durch
Verminderung des pH-Werts einer wässrigen Lösung eines Alkalimetallsilikats.
Beispielsweise können
Polykieselsäuremikrogele, die
ebenfalls als aktives Silikamaterial bekannt sind, hergestellt werden
durch Verminderung des pH-Werts eines Alkalimetallsilikats auf zwischen
2 und 10 durch Verwendung von Mineralsäuren oder Säureaustauschharzen, Säuresalzen
und Säuregasen.
Es kann erwünscht
sein, die frisch gebildete Polykieselsäure altern zu lassen, um die
ausreichende Bildung einer dreidimensionalen Netzwerkstruktur zu
ermöglichen.
Im Allgemeinen ist die Alterungszeit für die Polykieselsäure zum
Gelieren unzureichend. Ein besonders bevorzugtes Kieselsäure- bzw.
Silikatmaterial umfasst Polyaluminosili kate. Die Polyaluminosilikate
können
beispielsweise aluminierte Polykieselsäure darstellen, die durch zuerst
Ausbilden von Polykieselsäuremikroteilchen
und anschließende
Nachbehandlung mit Aluminiumsalzen hergestellt wird. Alternativ
können
die Polyaluminosilikate polypartikuläre Polykieselsäuremikrogele
mit Oberflächen
von oberhalb 1000 m2/g darstellen, die durch
Umsetzung von Alkalimetallsilikat mit Säure und wasserlöslichen
Aluminiumsalzen gebildet werden. Typischerweise können die
Polyaluminosilikate ein Molverhältnis
von Aluminiumdioxid:Siliciumdioxid von zwischen 1:10 und 1:1500
aufweisen.
-
Polyaluminosilikate
können
gebildet werden durch Vermindern des pH-Werts der wässrigen
Lösung des
Alkalimetallsilikats auf zwischen 2 und 10 unter Verwendung von
konzentrierter Schwefelsäure,
die 0,2 bis 2,0 Gew.-% eines wasserlöslichen Aluminiumsalzes, beispielsweise
Aluminiumsulfat, enthält.
Die wässrige
Lösung
kann zur ausreichenden Ausbildung des dreidimensionalen Mikrogels
altern gelassen werden. Typischerweise wird das Polyaluminosilikat
bis zu ungefähr
zweieinhalb Stunden altern gelassen, bevor das wässrige Polysilikat auf 0,5
Gew.-% Silikamaterial
bzw. Siliciumdioxid verdünnt
wird.
-
Das
Kieselsäurematerial
kann ein kolloidales Borsilikat darstellen. Das kolloidale Borsilikat
kann hergestellt werden durch Inkontaktbringen einer verdünnten wässrigen
Lösung
eines Alkalimetallsilikats mit einem Kationaustauschharz unter Ausbildung
einer Kieselsäure
und durch anschließende
Bildung eines Rückstands durch
Zusammenmischung einer verdünnten
wässrigen
Lösung
eines Alkalimetallborats mit einem Alkalimetallhydroxid unter Bildung
einer wässrigen
Lösung,
die 0,01 bis 30% B2O3 enthält, mit
einem pH-Wert von 7 bis 10,5.
-
Die
quellbaren Tone können
beispielsweise typischerweise einen Ton vom Bentonit-Typ darstellen.
Die bevorzugten Tone sind quellbar in Wasser und umfassen Tone,
die natürlich
wasserquellbar sind, oder Tone, die modifiziert sein können, beispielsweise
durch Ionenaustausch, wodurch sie wasserquellbar werden. Geeignete
wasserquellbare Tone umfassen, ohne darauf begrenzt zu sein, Tone,
die oftmals als Hektorit, Smektite, Montmorillonite, Nontronite,
Saponit, Sauconit, Hormite, Attapulgite und Sepiolite bezeichnet
werden.
-
Am
meisten bevorzugt ist der Ton ein Ton vom Bentonit-Typ. Bentonit
kann als ein Alkalimetallbentonit vorliegen. Bentonite treten natürlich entweder
als Alkalibentonite, wie Natriumbentonit, oder als Erdalkalimetallsalz,
gewöhnlich
das Calcium- oder Magnesiumsalz, auf. Im Allgemeinen werden die
Erdalkalimetallbentonite durch Behandlung mit Natriumcarbonat oder
Natriumbicarbonat aktiviert. Aktivierter quellbarer Bentonitton wird
oftmals als Trockenpulver vertrieben. Alternativ kann Bentonit als
fließfähige Aufschlämmung mit
hohen Feststoffanteilen, beispielsweise mit mindestens 15 oder 20%
Feststoffen, bereitgestellt werden.
-
Wenn
das geladene mikroteilchenförmige
Material organische vernetzte poly mere Mikroteilchen umfasst, können die
Mikroteilchen als Mikroemulsionen mittels eines Verfahrens bereitgestellt
werden, welches eine wässrige
Lösung,
umfassend ein kationisches oder anionisches Monomer und ein Vernetzungsmittel;
ein Öl,
umfassend einen gesättigten
Kohlenwasserstoff; und eine wirksame Menge eines Tensids, die zur
Bildung von Teilchen mit weniger als ungefähr 0,75 μm in ungequelltem anzahlmittlerem
Teilchengrößedurchmesser ausreicht,
einsetzt. Mikrokügelchen
werden ebenso als Mikrogele durch von Ying Huang et al., Makromol. Chem.
186, 273–281
(1985) beschriebene Verfahren hergestellt oder können kommerziell als Mikrolatizes
erhalten werden. Der Begriff "Mikroteilchen", wie er hierin verwendet
wird, soll derartig verstanden werden, dass er sämtliche dieser Konfigurationen,
d. h. Kügelchen
per se, Mikrogele und Mikrolatizes, einschließt.
-
Das
geladene mikroteilchenförmige
Material kann in Mengen von mindestens 0,002% auf der Basis des
Gewichts der suspendierten Feststoffe verwendet werden. Typischerweise
liegen die Dosierungen allerdings gewöhnlich in einer Höhe von 0,8
oder 1,0% oder darüber.
Wenn das geladene Mikroteilchenmaterial anorganisch ist, beträgt die Dosierung
gewöhnlich
mehr als 0,06%, vorzugsweise liegt sie im Bereich von 0,1 bis 0,6%.
Wenn das geladene Mikroteilchen organisch ist, liegt die Dosierung
typischerweise unterhalb von 0,3%, bevorzugt in dem Bereich von
0,02 bis 0,1%.
-
Es
wurde unerwartet gefunden, dass die Hydrolysatlauge besonders schnell
abgetrennt werden kann, wenn die Ausflockung durch Einsatz eines
wasserlöslichen
oder wasserquellbaren Polymers und eines geladenen mikroteilchenförmigen Materials
bewirkt wird. In einem Aspekt wurde herausgefunden, dass eine besonders
wirksame Ausflockung und Abtrennung der Feststoffe aus der Lauge
auftritt, wenn die Ausflockung durch Einführen eines anionischen mikroteilchenförmigen Materials
in die Mischung und anschließendes
erneutes Ausflocken durch Zugabe eines kationischen oder im Wesentlichen
nichtionischen Polymers erfolgt. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurde herausgefunden, dass eine besonders
schnelle und effiziente Trennung von Feststoffen erzielt wird mittels
eines Verfahrens, in dem die Ausflockung durch Einleiten eines kationischen
Polymers in die Mischung und anschließende erneute Ausflockung durch
Zugabe eines anionischen mikroteilchenförmigen Materials bewirkt wird.
-
Die
folgenden Beispiele verdeutlichen die Erfindung.
-
Beispiel I
-
Es
wurden 100 g auf weniger als 2 mm gemahlene Nadelholzschnitzel zu
400 g Wasser zugesetzt und auf 190°C erwärmt. Sobald die 190°C erreicht
wurden, gab man Schwefelsäure
zu einer Konzentration von 0,7% unter Stickstoffdruck zu, und die
Mischung wurde 3 Minuten lang stehen gelassen. Die Temperatur wurde schnell
auf 80°C
vermindert, und die in der vorhydrolysierten Aufschlämmung (enthaltend
0,32% Schwefelsäure)
vorliegenden Feststoffe wurden anschließend auf einer Filterpresse
abgetrennt. Lösungen
des Flockungsmittels oder der Flockungsmittel (bei 0,2 bis 0,5%
Feststoffen) und/oder mikroteilchenförmige Suspensionen (bei 0,5
bis 15% Feststoffen) werden zu der Aufschlämmung unter notwendigem Rühren in
einer Dosierung von 0,2 bis 3 kg pro Tonne an Feststoffen zugesetzt.
Es wurde herausgefunden, dass die Flockungsmittel die Rate der freien
Entwässerung
durch die Schwerkraft durch ein poröses Band vor der Bildung eines
Filterkuchens in der Keilzone und anschließender weiterer Entwässerung
in einer Druckzone steigern.
-
Ein
Verfahren zur Entfernung der in dem Feststoffanteil verbleibenden
Zucker besteht in Waschen mit (zurückgeführtem bzw. recyceltem) Wasser.
-
Der
gewonnene Feststoffanteil wird erneut als eine Aufschlämmung mit
ungefähr
400 ml Wasser hergestellt und auf 215°C erwärmt. Bei 215°C wird Schwefelsäure zu einer
Konzentration von 0,4% unter Stickstoff zugesetzt, und die Mischung
wird 3 Minuten lang stehen gelassen. Die Temperatur wurde rasch
auf 80°C vermindert,
und die in der vorhydrolysierten Aufschlämmung (enthaltend 0,32% Schwefelsäure) vorliegenden unlöslichen
Feststoffe wurden anschließend
auf einer Filterpresse abgetrennt. Vor dem Pressen wurden Lösungen des
Flockungsmittels oder der Flockungsmittel (bei 0,2 bis 0,5% Feststoffen)
und/oder teilchenförmige Suspensionen
(bei 0,5 bis 15% Feststoffen) zu der Aufschlämmung unter notwendigem Rühren in
einer Dosierung von 0,2 bis 2 kg pro Tonne an Feststoffen zugegeben.
Die Flockungsmittel erhöhten
die Rate der freien Entwässerung
mittels Schwerkraft durch ein poröses Band vor der Bildung eines
Filterkuchens in der Keilzone und anschließender weiterer Entwässerung
in einer Druckzone. Der ausgeflockte entwässerte Druckbandfilterkuchen,
welcher hauptsächlich
Lignin enthielt, wurde in einem Druckfilter unter Bildung eines
Kuchens mit einer hohen Trockenfeststoffkonzentration (ungefähr 85% (w/w)),
der für
die Verwendung als Treibstoff geeignet ist, weiter entwässert.
-
Ein
Verfahren zur Entfernung der in dem Feststoffanteil verbleibenden
Zucker besteht im Waschen mit (recyceltem bzw. zurückgeführtem) Wasser.
-
Nach
einem Ionenaustausch zur Entfernung von Essigsäure wurde der flüssige Anteil
des Hydrolysats auf einen pH-Wert von 2 durch Zugabe von Schwefelsäure angesäuert. Anschließend wurde
Kalk zum Erhöhen
des pH-Werts auf 10 zugesetzt, und das Hydrolysat wurde auf 50°C erwärmt. Der
pH-Wert der Flüssigkeit wurde
anschließend
auf den Fermentations-pH-Wert von 4,5 eingestellt, wobei man die
Bildung von Gipskristallen zur Abtrennung mittels Filtration zuließ.
-
Nach
der zweistufigen Hydrolyse mit verdünnter Säure können die verbleibenden festen
Rückstände entweder
dem Fermentationsprozess zugeführt
werden oder als Treibstoff abgetrennt werden.
-
Beispiel II
-
Die
Abtrennungseffizienz für
Säure und
Zucker aus dem Fermentationsprodukt der Erfindung wurde unter Verwendung
der hierin beschriebenen Vorrichtung beurteilt, und die erhaltenen
Ergebnisse werden nachstehend exemplarisch in den angehängten Zeichnungen
verdeutlicht, worin:
-
1 einen
schematischen Axialabschnitt einer Spritze darstellt,
-
2 die
Spritze der 1 zeigt, welche eine zu testende
Probe enthält,
-
3 die
Zufuhr des Ausflockungsmittels in die Probe verdeutlicht,
-
4 ein
Prüfgerüst in Teilschnittseitenansicht
zeigt,
-
5 eine
Teilschnittdraufsicht der Vorrichtung der 4 darstellt,
-
die 6 und 7 Aufrisse
durch eine Vorrichtung zum Trennen von Flüssigkeit aus der Probe darstellen,
-
8 ein
Diagramm darstellt, welches die kumulative Leitfähigkeit zeigt, die von der
Entfernung der Säure
in der abgetrennten Flüssigkeit
herrührt
und
-
9 ein
Diagramm der kumulativen Menge an in der abgetrennten Flüssigkeit
entferntem Zucker darstellt.
-
Unter
Bezugnahme auf 1 der Zeichnungen ist ein Spritzengehäuse 10 mit
offenem Ende und kreisförmigem
Querschnitt zur Aufnahme von Spritzenkolben 12 und 14 in
jeweils jedes offene Ende 16 und 18 geeignet.
-
Wie
in der 2 gezeigt, wird eine Probe 20 des zu
untersuchenden Hydrolysats, wahlweise zusammen mit einigen Kugelträgern/Kugellagern,
in das Spritzengehäuse
im Wesentlichen in dessen mittleren Teil eingeführt und durch die Kolben 12 und 14 gehalten.
Die Spritze wird zusammen mit der Probe eine Zeit lang, beispielsweise
innerhalb von 15 Minuten, bei einer Temperatur typischerweise bei
ungefähr
90°C inkubiert. Nach
der Inkubation wird ein Kolben aus der Spritze entfernt, und Polymerflockungsmittel 24 wird,
wie in 3 gezeigt ist, in die Probe mit einer Pipette 22 eingeführt. Der
entfernte Kolben wird wieder eingesetzt, und die Spritze wird geschüttelt, um
zu versuchen sicherzustellen, dass das Polymer innerhalb der gesamten
Probe verteilt ist. Die Spritze wird anschließend erneut innerhalb beispielsweise
einer Zeit von 10 Minuten bei einer Temperatur von beispielsweise
90°C inkubiert.
-
Die
Geschwindigkeit, in der die Flüssigkeit
sich von den Feststoffen in der Probe trennt, kann unter Verwendung
des in den 4 und 5 gezeigten
Aufbaus nun gemessen werden. Diese (Apparatur) besteht aus einem
vertikal angeordneten Rohr 30, welches zur Aufnahme der
Spritze an dem oberen Ende ausgelegt ist. Das untere Ende des Rohrs 30 wird
knapp oberhalb eines Filterpapiers 32 angebracht. Die Kontakte 34 werden
neben dem Filterpapier vorgesehen, die dazu dienen, ein Signal an
einen Zeitnehmer 36 zu vermitteln, so dass der Zeitnehmer
gestartet wird, wenn die Flüssigkeit
auf die Kontakte 34 aus dem Rohr trifft. Ein weiterer Kontakt 38,
der mit dem Zeitnehmer verbunden ist, ist zur Ausschaltung des Zeitnehmers
vorgesehen, wenn die Flüssigkeit
aus dem Rohr den Kontakt 38 erreicht. Folglich misst der
Aufbau die Zeit, die die Flüssigkeit
benötigt,
um durch das Filterpapier von dem Kontakt 34 zu dem Kontakt 38 zu
gelangen. Diese ist als Kapillarsaugzeit (Capillary Suction Time,
CST) bekannt und stellt ein Maß für die Geschwindigkeit
der Abtrennung von Flüssigkeit
von Feststoffen in der Testprobe dar.
-
Um
die CST für
eine Probe zu erhalten, wird ein Kolben entfernt, und die Spritze
wird in das Rohr 30 eingesetzt, wobei der andere Kolben
in das Spritzengehäuse
hinein bewegt wird, um die Probe in Kontakt mit dem Filterpapier 32 zu
bringen, wie es in 4 gezeigt ist. Aus der Probe
abgetrennte Flüssigkeit
breitet sich über
das Filterpapier außerhalb
der Kontaktfläche
der Probe mit dem Filterpapier aus und startet den Zeitnehmer, wenn
sie die Kontakte 34 erreicht, und stoppt den Zeitnehmer,
wenn sie den Kontakt 38 erreicht.
-
Unter
Verwendung der oben beschriebenen Vorrichtung wurde die CST für 5 g-Portionen
an Hydrolysat mit Flockungsmittelzugabe, wie sie in der folgenden
Tabelle gezeigt ist, bestimmt:
-
Die
Ziel-CST betrugt 98,8.
| Polymerzugabe | CST
in Sekunden |
| Kontrolle
+ 100 μl
H2O | 127,9 |
| 100 μl von 1%
Polymer 1 | 91,8 |
-
Polymer
1 ist ein Acrylamidhomopolymer mit einer IV von ungefähr 15 dl/g.
-
Beispiel III
-
Gemäß dem unter
Bezugnahme auf die 1 bis 3 beschriebenen
Verfahren wurde nach der zweiten Inkubation bei 80–90°C einer der
Kolben aus der Spritze entfernt, und das offene Ende der Spritze wurde,
wie es in den 6 und 7 gezeigt
ist, in das offene obere Ende einer größeren Spritze 40 mit
einem perforierten Boden 42 zum Tragen eines Siebs 44 eingesetzt.
Ein Aufnahmezylinder 46 wird um das untere Ende der Spritze 40 angeordnet,
und der Aufbau der Spritze 40 und des Zylinders 46 wird
in dem Kolben 48 mit einem Anschluss 50 an ein
Vakuum befestigt. Die Probe wird mit Wasser gewaschen, und das in
dem Aufnahmezylinder gesammelte Filtrat 52 kann untersucht
werden.
-
Der
Aufbau unter Bezug auf die 6 und 7 wurde
verwendet, um die Trennung von Säure
und Zucker aus der Probe des Hydrolysats, welches gemäß der vorliegenden
Erfindung behandelt wurde, zu messen.
-
Eine
5 g-Probe des aus Getreideüberbleibseln
abgeleiteten Hydrolysats wurde in das Spritzengehäuse 10 zusammen
mit einigen Kugelträgern
gegeben und mit dem Kolben während
der Inkubation gehalten. Es wurden 200 ppm des Poly mers 1 zu der
Probe mittels einer Pipette zugegeben, wie es in 2 gezeigt
ist.
-
Nach
der zweiten Inkubation wurde die Probe und das Flockungsmittel aus
dem Spritzengehäuse 10 in
die Spritze 40 überführt, die
ein 58 μm-Sieb
auf dem perforierten Boden 42 enthielt. Es wurden 10 ml
Waschwasser in die Spritze 40 gegeben unter gleichzeitigem
Anlegen eines Vakuums. Die Leitfähigkeit
des Filtrats wurde für
jeweils 1 ml gewonnener Flüssigkeit
gemessen, und die Ergebnisse der kumulativen Leitfähigkeit sind
in dem Diagramm der 8 gezeigt, das ebenso die von
einer Kontrollprobe erhaltenen Ergebnisse zeigt. Wie ersichtlich
ist, bedingte das Einführen
des Flockungsmittels einen starken Anstieg in der kumulativen Leitfähigkeit
bei Zugabe von Waschwasser, was darauf hindeutet, dass die Säure mit
dem Waschwasser entfernt wird.
-
9 zeigt
die kumulative Menge an Zucker, wie sie in dem Filtrat nach Zugabe
von Waschwasser bestimmt wurde.
-
Beispiel IV
-
Gemäß demselben
Verfahren wie in Beispiel II wurde die tatsächliche Menge an in dem Waschwasser gewonnenen
Zucker mit zwei unterschiedlichen Polymeren bei zwei unterschiedlichen
Polymerkonzentrationen evaluiert. Die Tests wurden zweimal bei der
jeweiligen Konzentration durchgeführt, und die Ergebnisse sind
in der folgenden Tabelle 1 gezeigt. Polymerkonzentration
| | 200 ppm | 600 ppm |
| | | |
| Kontrolle | 190
mg 7,8 ml | 181
mg 7,4 ml | 249
mg 8,3 ml | 237
mg 7,8 ml |
| Polymer
2 | 211
mg 7,4 m | 200
mg 7,0 ml | 257
mg 8,1 ml | 244
mg 7,7 ml |
| Polymer
1 | 386
mg 7,2 ml | 367
mg 6,8 ml | 246
mg 8,9 ml | 233
mg 8,5 ml |
-
Polymer
2 ist ein Copolymer aus 8% Natriumacrylat und 92% Acrylamid, wobei
die IV ungefähr
9 dl/g betrug. Die obigen Ergebnisse basieren auf der Gewinnung
von ungefähr
95% des Waschwassers. Die Umrechnung der Zahlen auf der theoretischen
Basis, dass sämtliche
10 ml des Waschwassers gewonnen werden, führt zu den Ergebnissen, die
nachstehend gezeigt sind: Polymerkonzentration
| | 200 ppm | 600 ppm |
| | | |
| Kontrolle | 243
mg | 231
mg | 300
mg | 285
mg |
| Polymer
2 | 285
mg | 271
mg | 317
mg | 301
mg |
| Polymer
1 | 536
mg | 509
mg | 276
mg | 262
mg |