DE5043C - Maschine zur Herstellung von Bautheilen und anderen Steinartikeln aus natürlichen Gesteinsarten - Google Patents
Maschine zur Herstellung von Bautheilen und anderen Steinartikeln aus natürlichen GesteinsartenInfo
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Description
1878.
Klasse 80.
GOTTLIEB JOHANNES SCHMIDT in OBER-PEILAU bei REICHENBACH (Schlesien).
Pätentirt im Deutschen Reiche vom 13. August 1878 ab.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Herstellung fein bearbeiteter Baukörper aus den
härtesten und schönsten natürlichen Steinen, wie Granit, Syenit etc., unter vollständiger Beseitigung
der Handbearbeitung.
Insbesondere werden folgende bauliche und gewerbliche Gegenstände hergestellt:
Platten zu Trottoirs, Fluren, Kellereien, Fabrikräumen etc., Treppenpodeste, Treppenstufen,
Plintenbekleidungen, Sockel, Mauer- und Gewölbequadern, Schwellen, Rinnen und Rinnsteine, Kanalröhren aus einem Stück
Granit, Tonnen, Kasten, Viehkrippen, Chaussee- und Ackerwalzen, Wasserbassins, Zaunstiele etc.
Bei der jetzigen Handbearbeitung wird der aus dem Bruch mittelst Abkeilens gewonnene
rohe Granitblock erst ganz allmälig und durch die verschiedensten Stahlhandwerkszeuge bearbeitet
und in den brauchbaren Gegenstand verwandelt. Dabei mufs ein bedeutender Theil
Rohmaterial abgehauen und in Schutt und Staub verwandelt werden.
Durch obige Erfindung wird jedoch der rohe Block direct in brauchbare Theile zerlegt, wie
dies aus dem Querschnitt C-D der Zeichnung ersichtlich ist.
Es ist St der rohe, auf dem Wagen W ruhende Steinblock, wie er zur Bearbeitung
durch die Maschine eingestellt ist. Die Meifsel mm schlagen vertical und werden durch die Maschine
gleichzeitig horizontal hin- und hergeführt, im Verhältnifs zur Anzahl der pro Minute gemachten
Schläge.
Man kann dies combinirte Meifselsystem wie eine Säge ansehen, deren Zähne sich einzeln
horizontal, aber gleichzeitig vertical bewegen.
Die Wirkung der Maschine ist daher eine solche wie die einer Säge, wo auf einen Schnitt
zwei Schnittflächen gewonnen werden und wie ein roher Holzstamm durch die Maschinensäge
auf die vortheilhafteste Weise ausgenutzt wird, so wird hier der rohe Steinblock es auf gleiche
Weise. Es geht nur dasjenige vom Stein verloren, was die Breite des Schnittes ausmacht.
Dies beträgt, damit die Meifsel die nöthige Stabilität behalten, etwa 3 cm Stärke.
Ein Wasserrohr η mit Gummischlauch 5 führt der Schnittfläche continuirlich Wasser zu, wodurch
der entstehende Bohrschlamm weggespült wird, wie es bei der Steinbohrmaschine geschieht.
Wird das abfliefsende Schlammwasser in Erd-. bassins geleitet, so kann der Schlamm noch
zur Thonwaarenfabrikation benutzt werden.
Die aus der Zeichnung ersichtliche Maschine dient zur Herstellung von ebenen Flächen,
ordnet man jedoch die Meifsel in einem Kreisumfange an und legt den Block auf eine durch
die Maschine bewegte Drehscheibe, so lassen sich ebenso gut kreisrunde Gylinderflächen,
Röhren, Krippen etc. aus dem rohen Stemblock herstellen.
Tm Querschnitt C-D der Zeichnung ist zu ersehen und durch punktirte Linien angedeutet,
wie der rohe Granitblock St durch die Maschine zerlegt werden soll.
Parallel den natürlichen Lagerflächen des Blockes, welche sich durch ganz besondere
Härte auszeichnen,'werden die zu Trottoir-und
Pflasterplatten vorzüglich sich eignenden Platten xx abgeschnitten. In gleicher Weise die Platten yy,
welche sich, von drei Seiten bearbeitet, zu Abdeckplatten am besten eignen. Die nunmehr
verbleibende quadratische Säule läfst sich als solche unmittelbar verwenden oder wird weiter
in andere Bautheile, Quadern etc. geschnitten. In der Zeichnung ist angenommen, dafs der
quadratisch geschnittene Block durch die dem Erfinder patentirte Steinspaltmaschine in genaue
Würfel w'w2. . . w° zur Strafsenpflasterung gespalten
werde.
Die arbeitenden Meifsel m m sind aus besten quadratischen Gufsstahlstäben hergestellt, und,
um die Stabilität derselben noch zu erhöhen, paarweise in den Kopf der Dampfkolbenstange g
eingesetzt, wo sie durch einen gemeinschaftlichen Keil k festgehalten werden und leicht
wieder ausgewechselt werden können.
Ueber dem Schneidekopfe der Meifsel werden dieselben noch einmal durch ein Band aus
schwachem Stahlblech b zusammengehalten.
Die Schneiden der beiden zusammengesetzten Meifsel sind unter einem spitzen Winkel gegen
einander gerichtet geschmiedet, damit sich die ■einzelnen Schnittlinien auf der Angriffsfläche
kreuzen und die Wirkung eines Stockhammers erzielt wird.
Jedes Meifselpaar wird durch einen besonderen Dampf kolben bewegt und hat dadurch
seinen eigenen Spielraum, wodurch etwaige Ungleichheiten in der Schärfe oder deren Abnutzung
unschädlich gemacht werden.
Ebenso bearbeitet jedes Meifselpaar seinen abgegrenzten Theil der Schnittfläche. Die genau
gleiche Breite der Meifselschnittköpfe garantirt die Herstellung genau ebener Schnittflächen.
Die Dampfcylinder cc sind von gleicher
Gröfse und in genau , gleichen Abständen zwischen zwei mit einander verbundenen Trägern
aus J-Eisen eingesetzt.
Dieser Cylinderträger u u ruht an beiden Enden auf den festen Rollen r r, deren Lager
mit dem festen Träger T T verschraubt sind. Die Cylinderträger enthalten an beiden Enden
Zahnstangen, in welche halbe Zahnräder eingreifen. Letztere, ζ ζ, werden durch die beiden
Riemscheiben R R und gekreuzte Riemen bewegt und bewirken die Vor- und Rückwärtsbewegung
des Cylinderträgers. .Die Bewegung der Riemscheiben und gemeinschaftlichen
Schiebersteuerung für alle Cylinder wird durch zwei feststehende gleiche Dampfcylinder bewirkt,
deren Schwungräder durch eine Pleuelstange mit Krummzapfen verbunden sind und dadurch
genau gleichmäfsig arbeiten. Die Stange HH, an welcher die Schieberstangen der einzelnen
Cylinder befestigt sind, geht durch die beiden Führungsschlitten O O und wird von diesen
auf- und niederbewegt, ohne dafs das horizontale Hin- und Hergehen mit dem -Cylinder
träger gehindert wird.
Die Riemscheiben, welche die Vor- und Rückwärtsbewegung des Cylinderträgers vermitteln,
sind so berechnet, dafs, wenn die Meifsel 200 Schläge pro Minute machen, gerade eine Hin- und Herbewegungstour ausgeführt ist.
Diese Horizontalbewegung der Meifsel steht demnach in ganz „ bestimmtem Verhältnifs zur
Anzahl der Schläge, wodurch ein gleichmäfsiges Ausarbeiten der Schnittflächen erzielt wird.
In Höhe des Kolbenhubes hat jeder Doppelmeifsel für sich freien Spielraum in verticaler
Richtung und wird ein seitliches Abweichen durch doppelte Führung der Kolbenstangen
verhindert, und als dritte Führung tritt die bereits ausgeschnittene. Fläche des Steines selbst
auf.
Das Gerüst der Maschine ist aus zusammengenieteten schmiedeisernen Trägern gebildet
und ruht auf vier Schraubenspindeln PP, durch welche ein Hoch- und Niedrigstellen der
Maschine bewirkt werden kann, je nachdem es durch stärkere oder schwächere Blöcke bedingt
ist oder durch die verschiedene Länge der Meifsel.
Durch allmäliges Abnutzen der Meifsel erhält man eine genügende Auswahl der verschiedensten
Längen derselben, von denen für jede Maschine eine gröfsere Anzahl vorräthig zu halten ist.
Die Gröfse der Maschine kann eine verschiedene sein, je nachdem verschieden gröfse
Schnittflächen hergestellt werden sollen. Für ein und denselben Betrieb ■ wird es sich empfehlen,
verschiedene Gröfsen, von ein bis zehn Cylindern, aufzustellen. Durch ein- oder mehrmaliges
Verschieben des Blockes lassen sich auch bei einer kleineren Maschine längere Schnittflächen erzielen.
Das LTebrige dürfte sich aus der Zeichnung ergeben.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Maschine zur Herstellung bearbeiteter Steinflächen auf roh gebrochenen natürlichen Steinblöcken sowie die Combinirung vertical schlagender und horizontal bewegter Steinmeifsel.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE5043C true DE5043C (de) |
Family
ID=283631
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT5043D Active DE5043C (de) | Maschine zur Herstellung von Bautheilen und anderen Steinartikeln aus natürlichen Gesteinsarten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE5043C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4848308A (en) * | 1987-01-12 | 1989-07-18 | Betonwerke Munderkingen Gmbh | Stoneworking or cutting device |
| EP0339308A1 (de) * | 1988-04-27 | 1989-11-02 | SF-Kooperation GmbH Beton-Konzepte | Verfahren und Vorrichtung zum künstlichen Altern von Betonsteinen sowie künstlich gealterter Betonstein |
-
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- DE DENDAT5043D patent/DE5043C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4848308A (en) * | 1987-01-12 | 1989-07-18 | Betonwerke Munderkingen Gmbh | Stoneworking or cutting device |
| EP0339308A1 (de) * | 1988-04-27 | 1989-11-02 | SF-Kooperation GmbH Beton-Konzepte | Verfahren und Vorrichtung zum künstlichen Altern von Betonsteinen sowie künstlich gealterter Betonstein |
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