DE4316486A1 - Ventil - Google Patents
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- F16K1/54—Arrangements for modifying the way in which the rate of flow varies during the actuation of the valve
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Ventil der im Oberbegriff des Anspruchs 1
genannten Art.
Solche Ventile werden als Absperr- und/oder Regelventile verwendet, die in Anlagen
mit Flüssigkeitskreisläufen eingebaut sind. In solchen Flüssigkeitskreisläufen ist
mindestens eine Umwälzpumpe vorhanden, die das flüssige Medium fördert. Typische
Beispiele solcher Anlagen sind Warmwasserheizungen. Durch die Umwälzpumpe wird
im Flüssigkeitskreislauf eine mit dem Flüssigkeitsstrom einhergehende Druckdifferenz
erzeugt. Über in der Anlage vorhandenen Absperr- und Regelventilen entstehen
dadurch Druckdifferenzen, deren Größe eine Funktion des Öffnungsgrades, also der
Ventilstellung ist.
In Flüssigkeitskreisläufen bilden Strömungsgeräusche ein Problem. Bei Absperr- und
Regelventilen treten oftmals unangenehme Pfeifgeräusche mit Frequenzen von 2 kHz
oder höher auf, die als sehr störend empfunden werden. Das Auftreten solcher
Pfeifgeräusche hängt mit dem Öffnungsgrad der Ventile zusammen. Da der
Öffnungsgrad bei Regelventilen durch die regeltechnischen Erfordernisse gegeben ist,
hätte es nachteilige Folgen, wenn die Regelungseinrichtung so gestaltet würde, daß
hinsichtlich Pfeifgeräuschen kritische Öffnungsgrade nicht zugelassen werden. Zudem
hängt das Auftreten von Pfeifgeräuschen auch mit allerlei Zufälligkeiten einer Anlage
zusammen, so daß das Vermeiden bestimmter Ventilstellungen keine Garantie für das
Ausbleiben von Pfeifgeräuschen darstellt.
Bisherige Versuche zur Vermeidung von Pfeifgeräuschen betrafen vor allem
Maßnahmen, die Druckverhältnisse in solchen Anlagen zu variieren. Das ist nicht nur
sehr aufwendig, sondern hat vor allem den Nachteil, daß hingenommen werden muß,
daß bei neu installierten Anlagen erst auf das Auftreten von Pfeifgeräuschen gewartet
werden muß, ehe Maßnahmen zu deren Beseitigung eingeleitet werden können. In
Anlagen mit einer Vielzahl von Regelventilen, beispielsweise Heizungsanlagen mit
Einzelraumregelung durch thermostatische Regelventile, sind die hydraulischen
Verhältnisse so stark variabel, daß mit Maßnahmen des Netzabgleichs oftmals keine
befriedigende Lösung gefunden werden kann.
In der Schrift "F 1893" aus der Schriftenreihe des deutschen Bundesministers für
Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, deren Inhalt vom Fraunhofer-Institut für
Bauphysik stammt, ist im März 1983 über Geräusche von Heizkörperventilen
eingehend berichtet worden. Das Problem war zu diesem Zeitpunkt schon lange
bekannt, denn beispielsweise in "Gesundheits-Ingenieur", 91. Jahrgang 1970, Heft 5,
Seite 141 ff. ist über Untersuchung, Prüfung und Bewertung solcher Geräusche eine
Abhandlung erschienen. Lösungsansätze wurden nicht angegeben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Ventile zu schaffen, die im gesamten
Arbeitsbereich frei von Pfeifgeräuschen sind.
Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 ein Ventil mit einem Ventilkegel,
Fig. 2 ein Strömungsprofil-Diagramm,
Fig. 3 eine erste Ausführungsform eines Ventilkegels und
Fig. 4a und 4b eine weitere Ausführungsform.
In der Fig. 1 bedeutet 1 ein Ventilgehäuse eines als Durchgangsventil gestalteten
Absperr- und Regelventils 2. Im Ventilgehäuse 1 ist ein Ventilsitz 3 angeordnet. Relativ
zu diesem Ventilsitz 3 ist ein an einer Ventilspindel 4 befestigter Schließkörper wie
beispielsweise ein Ventilkegel 5 bewegbar. Die Ventilspindel 4 ist in einer mit dem
Ventilgehäuse 1 verschraubten Spindelführung 6 gehalten. Ein regelmäßig
vorhandenes Antriebsorgan ist nicht gezeichnet.
Der Ventilsitz 3 weist in bekannter Weise eine ringförmige Sitzfläche 7 auf, ebenso der
Ventilkegel 5 eine Sitzfläche 8. Zwischen diesen Sitzflächen 7 und 8 befindet sich ein
Regelspalt 9. Durch Bewegung der Ventilspindel 4 relativ zum Ventilsitz 3 läßt sich der
Regelspalt 9 in seiner Größe verändern. Liegen die Sitzflächen 7 und 8 unmittelbar
aufeinander, so ist das Ventil 2 geschlossen, der Regelspalt 9 hat die Größe Null. Wird
die Ventilspindel 4 in ihrer Lage so verändert, daß sich die Sitzfläche 7 von der
Sitzfläche 8 entfernt, so wird der Regelspalt 9 größer und erreicht in der Endstellung
"Geöffnet" seinen Maximalwert. Dieser Maximalwert bestimmt den größtmöglichen
Durchfluß.
Mit einem Pfeil ist die Durchflußrichtung des Mediums durch das Ventil 2
eingezeichnet. Das Medium durchströmt zunächst einen Einlaßraum 10, gelangt dann
in einen Anströmraum 11, passiert den Regelspalt 9 und verläßt schließlich das
Ventil 2 durch einen Auslaßraum 12. Der Anströmraum 11 wird seitlich begrenzt durch
eine Steuerfläche 13 des Ventilkegels 5 und eine Innenfläche 14 des Ventilsitzes 3.
Üblicherweise hat die Steuerfläche 13 kegelstumpfförmige Gestalt, während die
Innenfläche 14 zylindrisch ist. Der Anströmraum 11 hat am einlaßseitigen Ende seinen
größten Querschnitt, der sich zum Regelspalt 9 hin verkleinert. Die Form des
Anströmraums 11 hat Einfluß auf die Regelcharakteristik des Ventils 2. Die Abnahme
des Querschnitts des Anströmraums 11 kann linear oder nichtlinear sein.
Die Fig. 2 zeigt ein Diagramm, in dem auf der Abszissenachse die Abwicklung des
Regelspalts 9 dargestellt ist. Da der Regelspalt 9 in der Projektion einen Kreisring
darstellt, kann die Abwicklung als Umfangslinie von 0 bis 360 Grad aufgefaßt werden.
Auf der Ordinatenachse ist die Strömungsgeschwindigkeit v des durch den
Regelspalt 9 hindurchtretenden Mediums dargestellt. Bekannte Ventile zeigen ein
Strömungsprofil gemäß Kurve A: An jedem Punkt der Abwicklung des Umfangs ist die
Strömungsgeschwindigkeit v gleich groß.
Erfindungsgemäß ist beim Ventil 2 der Anströmraum 11 so gestaltet, daß sich im
Regelspalt 9 ein ungleichmäßiges Strömungsprofil ergibt, wofür die Kurve B ein
Beispiel darstellt. Bei einem ungleichmäßigen Strömungsprofil variiert die
Strömungsgeschwindigkeit v über den Umfang.
Erfindungsgemäß bleibt für die Gestaltung des Anströmraumes 11 ein großer Freiraum,
um die beabsichtigte Wirkung zu erreichen. Entscheidend ist, daß die Breite des
Anströmraums 11 in Umfangsrichtung variiert. Die Breite des Anströmraums 11 an
jedem Punkt des Umfangs wird bestimmt durch den Abstand zwischen der
Steuerfläche 13 und der Innenfläche 14. Damit ist die Breite des Anströmraums 11
beeinflußbar durch die Gestaltung der Steuerfläche 13 und/oder der Innenfläche 14.
Vorteilhaft wird die Breite des Anströmraums 11 durch eine besondere Gestaltung der
Steuerfläche 13 bestimmt, während die Innenfläche 14 eine regelmäßige zylindrische
Gestalt aufweist. Dies bietet herstellungstechnische Vorteile.
In der Fig. 3 ist ein erstes Ausführungsbeispiel für einen Ventilkegel 5 gezeigt. Der
Ventilkegel 5 besitzt in bekannter Weise die Sitzfläche 8. Die Steuerfläche 13 weist
eine zylindrischen Teilfläche 13a, eine kegelstumpfförmige Teilfläche 13b und
mindestens eine beispielsweise durch eine Fräsoperation herstellbare ebene
Teilfläche 13c auf. Im Bereich der ebenen Teilfläche 13c ist somit der Anströmraum 11
(Fig. 1) erweitert, so daß hier die Strömungsgeschwindigkeit variiert und abweicht von
jener, die sich im Bereich der zylindrischen Teilfläche 13a und der kegelstumpfförmigen
Teilfläche 13b ergibt. Die sich im Anströmraum 11 ergebende unterschiedliche
Strömungsgeschwindigkeit ergibt auch örtlich unterschiedliche
Strömungsgeschwindigkeiten im Regelspalt 9 (Fig. 1).
Sind am Ventilkegel 5 zwei ebene Teilflächen 13c vorhanden, die sich auf dem Umfang
gegenüber liegen, so ergibt sich ein Strömungsprofil gemäß der Kurve B (Fig. 2). Mit
einem Pfeil ist in der Fig. 3 die Strömungsrichtung dargestellt.
Die Fig. 4a und 4b zeigen zwei perspektivische Ansichten eines Ventilkegels 5, wie er
in einem Dreiweg-Mischventil zur Anwendung kommt. Ein solches Dreiweg-
Mischventil ist gekennzeichnet durch zwei Einlaßräume 10 und einen Auslaßraum 12.
Der Ventilkegel 5 für ein solches Mischventil besitzt eine erste Sitzfläche 8 (Fig. 4a)
und auf der gegenüberliegenden Seite eine zweite Sitzfläche 8′ (Fig. 4b). In mit einem
Pfeil gekennzeichneter Strömungsrichtung vor der Sitzfläche 8 befindet sich (Fig. 4a)
wiederum eine erste Steuerfläche 13, die aus zylindrischen Teilflächen 13a, einer
kegelstumpfförmigen Teilfläche 13b und beispielsweise vier, um 90 Grad
gegeneinander versetzten ebenen Teilflächen 13c besteht. Es ist leicht einzusehen,
daß das Strömungsprofil vier Maxima und vier Minima aufweist.
Auf der gegenüberliegenden Seite (Fig. 4b) befindet sich die zweite Sitzfläche 8′, vor
der (in Strömungsrichtung gesehen, die wiederum mit einem Pfeil gekennzeichnet ist)
eine zweite Steuerfläche 13′ angeordnet ist. Diese Steuerfläche 13′ besteht aus
kegelstumpfförmigen Teilflächen 13b′ und ebenen Teilflächen 13c′, von denen je zwei
vorhanden sind. Im Unterschied zu den vorherigen Ausführungsbeispielen haben diese
ebenen Teilflächen 13c eine andere Orientierung: sie liegen schräg zur Längsachse
des Ventilkegels 5.
Bei dem in den Fig. 4a und 4b dargestellten Ventilkegel 5 weisen die Steuerflächen 13
und 13′ unterschiedliche Profilierung auf, was den Vorteil bietet, daß keine
Resonanzerscheinungen auftreten.
Durch die Wahl der Gestaltung der Steuerflächen 13 bzw. 13′ durch unterschiedlich
geformte und nach Anzahl verschiedene Teilflächen 13a, 13b und 13b bzw. 13a′, 13b′
und 13c′ besteht große Freiheit in der Erzeugung einer gewünschten
Regelcharakteristik des Ventils 2.
Die Erfindung ist vorstehend zunächst am Beispiel eines Durchgangsventils dargestellt
und dann ist auch angegeben, wie ein Ventilkegel 5 für ein Mischventil gestaltet
werden kann. Sie ist in analoger Weise auch anwendbar bei Verteilventilen und
sonstigen Bauarten von Absperr- und Regelarmaturen. Die Erfindung ist auch nicht
beschränkt auf Ventile mit zylindrischen Ventilkegeln, sondern in gleicher Weise
beispielsweise auch anwendbar bei Ventilen mit tellerförmigem Absperrorgan. Die
dargestellten Beispiele der Gestaltung der Steuerflächen 13 bzw. 13′ mit zylindrischen,
kegelstumpfförmigen und ebenen Teilflächen 13a, 13b und 13c bzw. 13a′, 13b′ und
13c′ sind ebenfalls nur eine beschränkte Auswahl aus den mannigfach sich bietenden
Möglichkeiten. So sind auch gänzlich andere Formen denkbar. Dabei können auch
kompliziertere Formen wirtschaftlich dann realisiert werden, wenn die Ventilkegel 5 als
Sinter- oder Gußteile hergestellt werden.
Statt den Anströmraum 11 wie vorstehend beschrieben zu gestalten, läßt sich auch der
als Abströmraum zu bezeichnende Raum, der in Strömungsrichtung hinter dem
Regelspalt 9 liegt ausführen. Hier bestehen jedoch gewisse einschränkende
Randbedingungen, die mit der Form des Ventilgehäuses 1 verbunden sind, so daß es
vorteilhaft ist, in zuvor beschriebener Weise den Anströmraum erfindungsgemäß zu
gestalten. Es ist auch möglich, sowohl den Anströmraum 11 als auch den Abströmraum
entsprechend geometrisch zu profilieren.
Claims (8)
1. Ventil (2) für flüssige Medien mit mindestens einem Einlaßraum (10) und mindestens
einem Auslaßraum (12), die durch ein Absperrorgan (3, 5) voneinander getrennt sind,
wobei das Absperrorgan (3, 5) mindestens ein Paar von Sitzflächen (7, 8) aufweist,
deren Abstand zueinander mit Hilfe eines Antriebsorgans zwischen Null und einem
Maximalwert variierbar ist, wobei der Zwischenraum zwischen der ersten und der
zweiten Sitzfläche (7, 8) jedes Sitzflächen-Paares je einen Regelspalt (9) bildet, und
mit einem jedem Regelspalt (9) zugeordneten Anströmraum (11), der sich in
Strömungsrichtung vor dem Regelspalt (9) befindet und der die Regelcharakteristik des
Ventils (2) durch eine Steuerfläche (13, 13′) bestimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anströmraum (11) und/oder ein in
Strömungsrichtung hinter dem Regelspalt liegender Abströmraum geometrisch so
gestaltet sind bzw. ist, daß die Strömungsgeschwindigkeit v des Mediums im
Regelspalt (9) ein ungleichmäßiges Strömungsprofil aufweist.
2. Ventil nach Anspruch 1, daß die gestalterischen Maßnahmen allein den
Anströmraum (11) betreffen.
3. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des
Anströmraums (11) in Umfangsrichtung variiert ist.
4. Ventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Absperrorgan mindestens
einen Ventilsitz (3) und mindestens einen Schließkörper (5) aufweist, die den
Regelspalt (9) einschließen und daß die Breite des Anströmraums (11) durch eine
geometrische Profilierung einer Innenfläche (14) des Ventilsitzes (3) und/oder der
Steuerfläche (13, 13′) des Schließkörpers (5) variiert ist.
5. Ventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerfläche (13,13′) aus
unterschiedlich geformten Teilflächen (13a, 13b, 13c) besteht.
6. Ventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerfläche (13,13′) aus
zylindrischen und ebenen Teilflächen (13a, 13a′; 13c, 13c′) besteht.
7. Ventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerfläche (13)
außerdem kegelstumpfförmigen Teilflächen (13b, 13b′) aufweist.
8. Ventil nach einem der Ansprüche 2 bis 7 mit wenigstens zwei Einlaßräumen (10),
dadurch gekennzeichnet, daß die an jeden der Einlaßräume (10) anschließenden
Anströmräume (11) durch unterschiedliche Gestaltung der Steuerflächen (13,13′)
unterschiedliche Geometrien aufweisen.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH110893 | 1993-04-13 |
Publications (1)
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