DE4220015A1 - Gasreibungsvakuumpumpe - Google Patents
GasreibungsvakuumpumpeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Gasreibungsvakuumpumpe mit
einem Hochvakuum (HV)-Bereich und einem Vorvakuum (VV)-Bereich,
sowie mit einer Kühlung.
Zu den Gasreibungsvakuumpumpen gehören Molekularpumpen,
Turbomolekularpumpen und Kombinationen davon.
Die pumpaktiven Flächen einer Molekularpumpe werden von den
einander zugewandten Flächen eines Rotors und eines Stators
gebildet, wobei der Rotor und/oder der Stator mit einer
gewindeähnlichen Struktur ausgerüstet sind. Turbomolekularpumpen
weisen - ähnlich wie eine Turbine - Rotor- und Statorschaufeln
auf, welche die pumpaktiven Flächen bilden. Die auf der
Eintrittsseite befindlichen pumpaktiven Flächen bilden den
Hochvakuum (HV)-Bereich. Die der Austrittsseite benachbaren
pumpaktiven Flächen werden mit Vorvakuum (VV)-Bereich
bezeichnet. Kombinierte Gasreibungspumpen sind in der Regel im
HV-Bereich als Turbomolekularpumpe und im VV-Bereich als
Molekularpumpe ausgebildet.
Gasreibungsvakuumpumpen der beschriebenen Art sind für die
Erzeugung eines Hochvakuums (ab 10-3 mbar und weniger) geeignet.
Sie benötigen eine sich an den VV-Bereich anschließende
Vorvakuumpumpe, z. B. eine Drehschieberpumpe.
Pumpen der beschriebenen Art werden immer häufiger zur
Evakuierung von Kammern oder Rezipienten eingesetzt, in denen
chemische Prozesse, wie Beschichtungs- oder Ätzprozesse usw.,
ablaufen. Bei derartigen Applikationen fallen relativ grobe
Gasmengen an, die bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des
erforderlichen Vakuums von der Gasreibungsvakuumpumpe abgefördert
werden müssen. Grobe Gasmengen bedeutet für die pumpaktiven
Flächen eine hohe thermische Belastung. Auch der Antriebsmotor
und die Rotorlagerungen - seien sie als Wälzlager oder als
Magnetlager ausgebildet - tragen zur Wärmeerzeugung bei.
Schließlich kann bei den geschilderten Einsätzen das Prozeßgas
selbst warm sein. Bei den in chemischen Prozessen eingesetzten
Gasreibungsvakuumpumpen ist es deshalb erforderlich, diese in an
sich bekannter Weise mit einer Kühlung auszurüsten.
Bei den geschilderten Einsatzfällen besteht das Problem der
Feststoff-Belastung der Gasreibungsvakuumpumpe. Die Bildung und
Abscheidung von Feststoffen kann aufgrund chemischer Reaktionen
von Bestandteilen der abzupumpenden Gase untereinander, durch
Reaktionen von Gasbestandteilen an den pumpaktiven Flächen
und/oder durch katalytische Effekte erfolgen. Die Abscheidung
von Feststoffen führt zu Schichtbildungen, die insbesondere in
Vakuumpumpen mit kleinen Spalten sehr bald Verengungen der Spalte
und damit eine Abnahme der Leistung der Pumpe zur Folge haben.
Auch Abrasionen, Spielaufzehrungen usw. treten auf, die mit
erhöhten Verschleißerscheinungen einhergehen und damit zu
reduzierten Standzeiten führen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Gasreibungsvakuumpumpe der eingangs erwähnten Art derart zu
kühlen, daß die geschilderten, mit dem Einsatz der Pumpe bei
chemischen Prozessen verbundenen Feststoffbildungs-Probleme
weitestgehend beseitigt sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die
Kühlung der Pumpe in den HV-Bereich eingeleitet wird. Im
Gegensatz zur üblichen Kühlung von Turbomolekularvakuumpumpen,
die grundsätzlich von der VV-Seite her erfolgt, werden die
Kühleinrichtungen nach der Erfindung hochvakuumseitig angeordnet,
so daß die Kühlung der Pumpe zur Hauptsache von dieser Seite her
erfolgt. Diese Maßnahme beruht auf der Erkenntnis, daß eine
besonders wirksame Kühlung im HV-Bereich die Bildung von
Feststoffen wegen des geringen Drucks noch nicht begünstigt. Von
Bedeutung ist es, daß die pumpaktiven Flächen im W-Bereich
wärmer sind als im HV-Bereich, da die Feststoffbildung mit
zunehmendem Druck und abnehmender Temperatur begünstigt wird. Da
bei erfindungsgemäß ausgebildeten Gasreibungsvakuumpumpen neben
dem Druck auch die Temperatur zunimmt, kommt es innerhalb der
Gasreibungspumpe nicht oder nur kaum zu den befürchteten
Feststoffbildungen.
Da insbesondere bei magnetgelagerten Gasreibungspumpen der Motor
und seine Lagerungen nur einen unwesentlichen Beitrag zur
thermischen Belastung der Vakuumpumpe liefern, kann es sogar
zweckmäßig sein, im Vorvakuum-Bereich eine Heizung vorzusehen, um
die in diesem Bereich gewünschten, relativ hohen
Betriebstemperaturen aufrechtzuerhalten. Es muß lediglich
sichergestellt sein, daß die oberen Temperaturgrenzen der im
VV-Bereich befindlichen Bauteile - Motor, Magnetmaterial,
Wälzlager, Rotorschaufeln (Fliehkraftfestigkeit) usw. - nicht
überschritten werden. Nur dann, wenn im VV-Bereich zu hohe
Temperaturen auftreten, ist auch im VV-Bereich eine Kühlung
notwendig. Die Wirkung dieser Kühlung muß so gering gewählt
werden, daß das gewünschte Temperaturprofil im Sinne der
vorliegenden Erfindung erhalten bleibt.
Um das gesetzte Ziel zu erreichen, kann es weiterhin zweckmäßig
sein, einen Wärmeleitwiderstand zwischen dem HV-Bereich und dem
W-Bereich der erfindungsgemäßen Gasreibungsvakuumpumpe
vorzusehen. Durch diesen Widerstand wird erreicht, daß die
Wirkung der in den HV-Bereich eingeleiteten Kühlung im VV-Bereich
begrenzt ist, so daß dort die gewünschten, relativ hohen
Temperaturen aufrecht erhalten werden können. Sind sowohl im
HV-Bereich eine Kühlung als auch im VV-Bereich eine Heizung
vorgesehen, dann verhindert der Wärmeleitwiderstand einen
unnötigen Temperaturausgleich und damit eine wirtschaftliche
Aufrechterhaltung des Temperaturgefälles.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sollen anhand von
in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäß ausgebildete
Turbomolekularvakuumpumpe mit einer Luftkühlung und
Fig. 2 eine Turbomolekularvakuumpumpe mit einer
Flüssigkeitskühlung.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellten
Turbomolekularvakuumpumpen weisen die Gehäuseteile 1, 2 und 3 auf.
Das Gehäuseteil 1 umgibt den Stator 4. Der Stator 4 besteht aus
mehreren Distanzringen 10, zwischen denen die Statorschaufeln 5
gehaltert sind. Die Statorschaufeln 5 und die am Rotor 6
befestigten Rotorschaufeln 7 sind wechselnd in Reihen angeordnet
und bilden den ringförmigen Gasförderkanal 8. Der Gasförderkanal
8 verbindet den Einlaß 9 der Pumpe, gebildet vom Anschlußflansch
11, mit dem Auslaß 12, an den üblicherweise eine Vorvakuumpumpe
angeschlossen ist.
Der Rotor 6 ist auf einer Welle 13 befestigt, die sich ihrerseits
über Magnetlagerungen 14 und 15 im Gehäuse der Pumpe abstützt.
Zwischen den beiden Magnetlagerungen 14 und 15 befindet sich der
Antriebsmotor 16, der von der Spule 17 und dem mit der Welle 13
rotierenden Anker 18 gebildet wird. Der Antriebsmotor 16 ist als
Spaltrohrmotor ausgebildet. Das zwischen Spule 17 und Anker 18
angeordnete Spaltrohr ist mit 19 bezeichnet. Die Spule 17
befindet sich in einem vom Spaltrohr und vom Gehäuseteil 3
gebildeten Raum 21, der für die von der Pumpe 1 geförderten Gase
nicht zugänglich ist.
Das obere Magnetlager 14 ist als passives Magnetlager
ausgebildet. Es besteht aus rotierenden Ringscheiben 22, welche
auf der Welle 13 befestigt sind, und ortsfesten Ringscheiben 23,
die von der Hülse 24 umgeben sind. Das weitere Magnetlager 15 ist
teilweise aktiv (in axialer Richtung) und teilweise passiv (in
radialer Richtung) ausgebildet. Um dieses zu erreichen, sind auf
der Welle 13 Ringscheiben 25 befestigt, welche jeweils aus einem
Nabenring 26, einem Permanentmagnetring 27 und einem
Armierungsring 28 bestehen. Diese Armierungsringe haben die
Aufgabe, Zerstörungen der Permanentmagnetringe 27 infolge der
hohen Fliehkräfte zu vermeiden.
Den rotierenden Permanentringen 27 sind feststehende Spulen 29
zugeordnet. Diese bilden Magnetfelder, die mit Hilfe des durch
die Spulen fliegenden Stromes veränderbar sind. Die Änderungen
des Spulenstromes erfolgen in Abhängigkeit von Axialsensoren,
welche nicht dargestellt sind.
Im Spalt zwischen den mit der Welle rotierenden Ringscheiben 25
befindet sich eine feststehende Ringscheibe 31 aus nicht
magnetisierbarem Material hoher elektrischer Leitfähigkeit.
Dieses Material bewirkt eine Lagerstabilisierung mit
wirkungsvoller Wirbelstromdämpfung. Ein dem Magnetlager 15
entsprechendes Lager ist in der europäischen Patentschrift
155624 offenbart.
Die in Fig. 1 dargestellte Torbomolekularpumpe ist mit einer
Luftkühlung 35 ausgerüstet. Bestandteil dieser Luftkühlung ist
das Gebläse 36. Der vom Gebläse 36 erzeugte Kühlluftstrom ist nur
auf den HV-Bereich der dargestellten Pumpe gerichtet. Die
gewünschte Kühlung wird deshalb nur in diesem Bereich wirksam.
Die Kühlluft kühlt zunächst den HV-seitigen Abschnitt des
Gehäuses 1 und damit den HV-Bereich des dem Gehäuse 1 anliegenden
Stators 4. Die Kühlung des Rotors 6 mit seinen Rotorschaufeln 7
erfolgt durch Strahlung. Die Kühlwirkung nimmt zur VV-Seite hin
ab, so daß sich während des Betriebs dort höhere Temperaturen
einstellen als im HV-Bereich.
Bestehen beispielsweise das Gehäuse 1 aus Edelstahl, ein
schlechter Wärmeleiter, und die Statorringe 10 aus Aluminium, ein
guter Wärmeleiter, dann kann es zweckmäßig sein, einen
Wärmewiderstand 37 vorzusehen. Dieser ist als Ring aus schlecht
wärmeleitendem Material ausgebildet und Bestandteil des
Statorring-Paketes. Der Wärmewiderstand 37 trennt thermisch die
HV-Seite des Stators von der VV-Seite, so daß der VV-seitige
Bereich des Stators höhere Temperaturen annehmen kann.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 hat der Wärmewiderstand 37
im Querschnitt die Form eines einfachen Ringes. Durch weitere
Ringe wird seine Querschnittsform zu einem Statorring 10 ergänzt.
Auch ein kompletter Statorring 10 kann aus wärmeisolierendem
Material bestehen und den Wärmewiderstand 37 (vgl. Fig. 2)
bilden. Schließlich besteht die Möglichkeit, zur Bildung des
Wärmeleitwiderstandes einen Statorring stirnseitig mit einer
wärmeisolierenden Schicht zu versehen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist die dargestellte
Turbomolekularpumpe HV-seitig mit einem Kühlrohr 41 versehen, das
mit dem Gehäuse 1 durch Löten oder Schweifen verbunden ist.
Während des Betriebs ist das Rohr 41 von einem geeigneten
Kühlmittel (z. B. Wasser) durchströmt. Gleichzeitig ist VV-seitig
eine Heizung 42 vorgesehen, mit der die VV-Seite auf die
gewünschte erhöhte Temperatur gebracht wird. Zur kontrollierten
Aufrechterhaltung eines bestimmten Temperaturgefälles von der
W-Seite zur HV-Seite ist eine nur schematisch dargestellte
Regeleinrichtung 43 vorgesehen. Sie regelt die Temperatur oder
die Menge des durch das Kühlrohr 41 strömenden Kühlmittels
und/oder den der Heizung 42 zugeführten Strom, und zwar in
Abhängigkeit von Signalen, die von einem oder mehreren
Temperatursensoren geliefert werden. Ein Sensor 44 ist
dargestellt. Mit ihm wird die Temperatur im VV-Bereich überwacht,
die unter Einhaltung der oben erwähnten Temperaturgrenzen
möglichst hoch sein soll.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist neben dem
Wärmeleitwiderstand 37 des Stators auch das Gehäuse 1 in etwa
gleiche Höhe mit einem Wärmeleitwiderstand 46 ausgerüstet. Diese
Maßnahme ist erforderlich, wenn das Gehäuse 1 aus gut
wärmeleitendem Werkstoff, beispielsweise Aluminium, besteht. Eine
wirksame thermische Trennung der W-Seite von der HV-Seite wird
dadurch erzielt. Falls nötig, können auch der Rotor 6 und die
Hülse 24 des Magnetlagers 14 mit Wärmeleitsperren (gestrichelt
eingezeichnet) versehen sein.
Claims (8)
1. Gasreibungsvakuumpumpe mit einem Hochvakuum (HV)-Bereich und
einem Vorvakuum (VV)-Bereich sowie mit einer Kühlung (35, 41),
dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlung in den HV-Bereich
eingeleitet wird.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihre
VV-Seite mit einer Heizung (42) ausgerüstet ist.
3. Pumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zur thermischen Trennung der HV-Seite von der VV-Seite mit
einem oder mehreren Wärmeleitwiderständen (37, 46) ausgerüstet
ist.
4. Pumpe nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
sie auf ihrer HV-Seite mit einer Luftkühlung (35, 36) oder
einer Flüssigkeitskühlung (41) ausgerüstet ist.
5. Pumpe nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Regeleinrichtung (43, 44) vorgesehen ist, welche die
Kühlung (35, 36, 41) und/oder die Heizung (42) in
Abhängigkeit von Signalen regeln, die von einem oder mehreren
Temperatursensoren (44) geliefert werden.
6. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß sie als Turbomolekularpumpe mit einem
Gehäuse (1) und einem Stator (4) ausgebildet ist, der mehrere
Distanzringe (10) aufweist.
7. Pumpe nach den Ansprüchen 3, 6 dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse (1) und/oder der Stator (4) und/oder der Rotor
(6) und/oder die Hülse (24) eines Lagers (14) mit einem
Wärmeleitwiderstand ausgerüstet sind.
8. Pumpe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß einer der
Distanzringe (10) des Stators (4) aus schlecht wärmeleitendem
Werkstoff besteht oder damit beschichtet ist.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE4220015A DE4220015A1 (de) | 1992-06-19 | 1992-06-19 | Gasreibungsvakuumpumpe |
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|---|---|---|---|
| DE4220015A DE4220015A1 (de) | 1992-06-19 | 1992-06-19 | Gasreibungsvakuumpumpe |
Publications (1)
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Country Status (1)
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| Date | Code | Title | Description |
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| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: BALZERS UND LEYBOLD DEUTSCHLAND HOLDING AG, 63450 |
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |