DE3374C - Veränderungen an Fangapparaten für Fördergestelle - Google Patents
Veränderungen an Fangapparaten für FördergestelleInfo
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Classifications
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- B66B5/00—Applications of checking, fault-correcting, or safety devices in elevators
- B66B5/02—Applications of checking, fault-correcting, or safety devices in elevators responsive to abnormal operating conditions
- B66B5/16—Braking or catch devices operating between cars, cages, or skips and fixed guide elements or surfaces in hoistway or well
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Description
1878.
Klasse 5.
HUGO MÜLLER in SCHARLEY bei BEUTHEN (Oberschlesien). Veränderungen an Fangapparaten für Fördergestelle.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. März 1878 ab.
Die leitenden Ideen bei dem gegenwärtigen, in beiliegender Zeichnung dargestellten Fang-Apparate
bestanden in folgenden Punkten:
1. den zerstörend wirkenden unberechenbaren Stofs in dem Moment der Activität von Fang-Apparaten
bei eintretendem Seilbruche nach Möglichkeit aufzuheben und dadurch eine Garantie
für eine gröfsere Sicherheit zu erlangen;
2. durch eine recht einfache stabile Construction, unter thunlichster Vermeidung von
kleinen Theilen, eine weitere Garantie für die Zuverlässigkeit des Apparates in der Praxis ohne
umständliche Controle zu gewinnen und
3. bei erfolgtem Festhängen des Gestelles nach stattgehabtem Seilbruche mit Leichtigkeit
das Anheben des Gestelles mit dem neuen Seile bewirken zu können.
Diesen Anforderungen entspricht eine Beschränkung des Spielraumes zwischen den Leitungen
und den Angriffspunkten des Apparates auf ein Minimum, sowie eine solche einfache
und solide Construction, welche ein rapides Festgreifen ohne Gleiten ermöglicht.
Für diese Zwecke eignen sich daher als Leitungen am besten gewöhnliche Eisenbahnschienen,
indefs ist der vorliegende Apparat ebenfalls bei hölzerner Leitung durch die getroffene Einrichtung
zur Vermeidung des Spielraumes sehr empfehlenswerth.
Der einfache Apparat besteht aus zwei Paar (für jede Leitung ein Paar) starken stählernen
Greifern α α α α, welche an ihren oberen Enden an einer gemeinschaftlichen , 4 cm
starken Hauptverbindungsstange H V drehbar angebracht sind, während die unteren Enden
mittelst Löcher und Bolzen mit den beiden doppelarmigen Hebeln (zu jeder Seite des Fördergestelles
wiederum zwei dieser Hebel) b b beweglich verbunden sind. Die kurzen Arme
dieser Hebel b b b b enden je in ein Scherenstück, welches jedes in seinen genau gebohrten
Löchern einen gut passenden (Hebel b und Greifer α verbindenden) 3 cm stärken Bolzen ν
aufnimmt.
Die oberen Hebelarme b b b b sind mittelst gut passender Löcher mit den 3 cm starken
Verbindungsstangen F2 F2 verbunden.
Die zwei Hebelpaare vermitteln zugleich die Verbindung des Apparates mit dem Fördergestell
durch die Stangen F1 F1, welche fest mit dem
Gestell in der horizontalen Mittellinie des oberen Rahmens B B desselben verbunden
sind.
Die Hebel b b b B werden nach aufsen durch Scheiben und Splinte, nach innen durch Ansätze
auf den Verbindungsstangen F2 F2 bezw. durch
Scheiben auf den Stangen F1 F1 und dem
Fördergestell B B selbst in der nöthigen Stellung erhalten.
Bei den Greiferpaaren α α α α wird dieser
Zweck durch einen auf jeder Seite des Fördergestelles in den äufseren Greifer versenkten
Kopf der Hauptverbindungsstange H F, sowie ebenfalls durch das Fördergestell B B selbst
erreicht. Ebenso haben die Bolzen υ ν ν ν an der inneren Seite in die Scherenstücke der
Hebel bb b b versenkte Köpfe, um der freien Bewegung des Apparates nicht hinderlich zu
werden.
Selbstverständlich wird der ganze Apparat, mit Ausnahme der Greifer, aus gutem Schmiedeisen
hergestellt. D D ist ein Schutzdach von 5 mm starkem Eisenblech, welches hier noch
den besonderen Zweck hat, zum Anbringen der beiden Spannschrauben ί ί zu dienen. Zu
diesem Ende liegen auf der Dachfirste festgenietete, mit entsprechendem Loche versehene
Unterlagen, um den Muttern der Spannschrauben ί s eine gute Auflage zu bieten.
Auf den Zeichnungen ist bei der Vorderansicht im Interesse der Deutlichkeit die vordere
Dachhälfte weggelassen.
Nach unten enden die 20 mm starken Spannschrauben π in Scherenstücke, welche je
einen mittelst Splint vor dem Herausfallen geschützten Bolzen aufnehmen.
Auf diese Bolzen der Spannschrauben ί s
und die Hauptverbindungsstange H V werden zwei Stück 20 mm starke und 10 cm breite
ringförmig geschlossene Gummibänder G G von guter Qualität geschoben und durch Anziehen
der Spannschrauben ί s nach Bedürfnifs gespannt.
Stellringe e e e e weisen den Gummibändern auf der Hauptverbindungsstange H V
ihre Plätze an.
Die Gummibänder G G können nach Belieben auch durch Federn von Stahl ersetzt
werden.
Um das Heraufschieben der Gummibänder zu gestatten, mufs die Hauptverbindungsstange HV
aus zwei Theilen bestehen, welche reichlich 2 cm in der Stangenmitte von einander abstehen
und durch Gewinde und entsprechende Muffe M fest miteinander verbunden sind.
Auch ein Keilschlofs ist hier anwendbar, jedoch schwerer.
Bei kleineren Fördergestellen kann die Hauptverbindungstange aus einer Röhre bestehen, in
welche zwei Bolzen mit versenkten Köpfen an beiden Enden der Röhre zur Verbindung der
Greiferpaare eingeschraubt werden; Bolzen und Röhre sind daher mit entsprechendem Gewinde
zu versehen.
FF sind Führungen von Winkeleisen zur Führung des Apparates genau im Mittel des
Förderkorbes und der Schachtleitung. KKKK sind durch ptmktirte Linien angedeutete Ketten
des Fördergestelles, welche die ganze Förderlast tragen, während k k k k die Verbindung zwischen
diesen Hauptketten KKKK mittelst der Stangen V2 V'2 mit dem Fang-Apparate herstellen
und so abgemessen sein müssen, dafs bei frei am Seil hängendem Fördergestell die
Hauptverbindungsstange JTV fest auf dem oberen Rahmen BB des Gestelles aufliegt.
In dieser Lage müssen die Mittellinien der Greifer a a a a des Fang-Apparates genau einen
rechten Winkel bilden, dessen Scheitel in der Axe der Stange JTV liegt. Ebenso stehen in
dieser Lage die Hebel b b b b rechtwinklig zu den Greifern a a a a.
Die in α α α α rechtwinklig vorspringenden,
wichtigen Theile der Greifer stehen in dieser normalen Lage des Apparates nur ca. 3 mm
von den Leitungen LL ab; dem entsprechend mufs die unmittelbar unter jedem Greiferpaare
gelegene Führung χ χ des Fördergestelles noch enger (mit höchstens 2 mm Abstand zu jeder
Seite) die Leitung umfassen.
Diese wichtigen Greifervorsprünge erhalten endlich (hierin liegt ein wesentliches Moment
für das Neue des ganzen Systems) eine Umhüllung von Gummi gg gg, oder von sonst
geeignetem elastischen Material, so stark, dafs der vorhandene geringe Spielraum zwischen
Leitung und den Angriffsstellen der Greifer soweit ausgefüllt wird, dafs eben noch ein
glattes Passiren des Fördergestells ohne erhebliche Reibung des Gummis an der Leitung
möglich ist. Um ein Abgleiten der Gummiarmirung zu verhüten, sowie um dieselbe nicht
zu schwach ausfallen zu lassen, erhalten die Greifervorsprünge, dem Kopf der Leitungsschiene gegenüber stehend, an der oberen und
unteren schmalen Seite 3 mm tiefe und 4 cm breite Einschnitte.
Die 4 cm breiten, ebenfalls ringförmig geschlossenen Gummibänder g g g g werden so
stark genommen, dafs dieselben, straff auf die Greifervorsprünge aufgezogen, den. Spielraum
zwischen diesen und den Leitschienen eben ohne besondere Pressung ausfüllen.
Diese schwachen Gummibänder gg gg haben, wie leicht ersichtlich, den dreifachen Zweck:
erstens den Spielraum thunlichst aufzuheben, zweitens die sorgfältig scharf hergestellten Kanten
der Greifervorsprünge gegenüber den Leitschienen vor jeder Abstumpfung durch Rost etc. sorgsam
zu schützen und drittens den harten Anprall der Greifer auf die Leitschienen zu mildern.
In den Zeichnungen ist der Gummischutz gggg nur bei den Greifer-Details angebracht.
Bei eintretendem Seilbruche treten die gespannten beiden starken Gummibänder G G
augenblicklich in Wirksamkeit, reifsen die Hauptverbindungsstange JT V nach oben, und
hiermit gleichzeitig die daran befindlichen Greiferpaare α α α α, welche, durch die unteren
gabelförmigen Arme der Hebel b b b b veranlafst, sich schließend gegen die Leitung L L bewegen,
den geringen Spielraum, sowie den keinen merklichen Widerstand bildenden Gummischutz gggg
der Greifervorsprünge rapide durchschneiden und endlich mit den scharfen Kanten dieser
Vorsprünge gleichzeitig von beiden Seiten kräftig, jedoch ohne Gefahr bringenden Stofs,
in die Leitung selbst einschlagen. Durch den unmittelbar folgenden Druck des Fördergestells
selbst wird ein Niedergleiten an der Leitung verhindert und der Zweck des Apparates, das
freifallende Fördergestell zu arretiren, ist hiermit erreicht.
Die Zuverlässigkeit des Apparates bei eiserner Leitung ist mit einem Modelle in ein Drittel
natürlicher Gröfse (bei einer angenommenen Gesammtfördeiiast von 5000 kg) durch hundertmaliges
Fallenlassen, ohne auch nur ein einziges mal zu versagen, erprobt worden; das Wiederanheben
erfolgte sofort ohne alle Schwierigkeit und betrug der freie Fall kaum 1 cm.
Claims (3)
1. Die Construction der Greifer mit und ohne Gummischutz oder einer anderem Umhüllung
bei Anwendung eiserner oder hölzerner Leitungen.
2. Die Verbindung der Greifer unter einander durch Bolzen und Röhren oder einer gemeinschaftlichen
Stange.
3. Die Combination des Fang-Apparates mit
dem Fördergestell.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3374C true DE3374C (de) |
Family
ID=282393
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT3374D Active DE3374C (de) | Veränderungen an Fangapparaten für Fördergestelle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3374C (de) |
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- DE DENDAT3374D patent/DE3374C/de active Active
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