DE3008358B2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung vermischter Altschrotte zur Herstellung von Aluminiumwalzprodukten
durch Strang- oder Bandgießen von Walzbarren oder -platten und durch anschließendes Warm- und
Kaltwalzen.
Aluminiumaltschrotte stammen aus verbrauchten Konsumgütern oder Maschinen, die entweder ganz aus
Aluminiumlegierungen bestehen oder erhebliche Bestandteile aus Aluminium und seinen Legierungen
enthalten. Diese aus Aluminium bestehenden Gebrauchsgüter oder Maschinen oder deren Aluminiumteile
können aus Aluminiumknetwerkstoffen durch Kalt- oder Warmformung oder aus Aluminiumgußwerkstoffen
durch Formguß hergestellt sein. Wegen der Erfordernisse der verschiedenen Herstellungsverfahren
unterscheiden sich die Zusammensetzungen von Aluminiumknetlegierungen und Aluminiumgußwerkstoffen in
grundsätzlicher Weise. Aluminiumknetwerkstoffe weisen hohe Legierungsgehalte von Mg. Mn und Zn auf,
während Aluminiumgußwerkstoffe durch hohe Si- und häufig höhere Fe- und Cu-Gehalte gekennzeichnet sind.
Bei einer Wiederverwendung solcher gebrauchler Aluminiumwerkstoffe werden deshalb die Schrotteile
nach ihrer Einteilung in Knet- und Gußwerkstoffe getrennt gehalten, um in den erneuten Fertigungsgängen
nach dem Umschmelzen Störungen in Umform- oder Gießprozessen zu vermeiden. Eine Sortierung der
Allschrotte nach Werkstoffart muß vor dem Einschmelzen erfolgen.
Da aber besonders AltiminiumguBttile häufig eingegossene
oder anhaftende Kremclmetalle wie /. B. Eisen,
/ink und Kupfer enthalten, kommt es auch bei
Schrottschmelzchragen aus sortierten Altschrotten häufig zu Anreicherungen von störenden Metallen für
den weiteren Fertigungsgang, die nur durch Verschneiden mit reinem Primäraluminium ausgeglichen werden
können. Eine weitere Störquelle sind Gußteile aus Zinkoder Magnesiumlegierungen, die bei Sortiervorgängen
schwer auszuscheiden sind und in den Schrottschmelzchargen zu unzulässig hohen Mg- oder Zn-Gehalten für
die Weiterverwendung als Aluminium-Umschmelzgußlegierung führen. Zur Absenkung solcher überhöhten
Mg- oder Zn-Gehalte dient außer dem Verschneiden mit Primäraluminium die umweltunfreundüche Chlorierbehandlung
oder eine energieaufwendige Vakuumbehandlung bei erhöhter Temperatur.
Eine weitere Quelle ansteigender Mg- und Zn-Gehalte in Schrottschmelzchargen ist der häufige Zusammenbau von Gebrauchsgütern und Maschinen aus Aluminiumknet- und Aluminiumgußwerkstoffen.
Eine weitere Quelle ansteigender Mg- und Zn-Gehalte in Schrottschmelzchargen ist der häufige Zusammenbau von Gebrauchsgütern und Maschinen aus Aluminiumknet- und Aluminiumgußwerkstoffen.
Beispielsweise sind Motorblöcke und Zylinderköpfe sowie Getriebegehäuse häufig aus einer Aluminiumgußlegierung
von* Typ AISiCu, angebaute Nebenaggregatgehäuse
aus Zn-DruekguB hergestellt, Fahrwerksteile, Beplankungen im Karosseriebereich bestehen jedoch
aus Aluminiumknetlegierungen der Typen AlMgSi oder AlMg5. Ähnliches gilt für Großhaushaltsgeräte, bei
denen Aluminiumgußteile und Beplankungen, Verblendungen und Verzierungen aus Aluminiumknetlegierungen
gemeinsam verarbeitet sind.
Um eine wirtschaftliche Schrottzerkleinerung zu jo erreichen und um eingebaute Eisenteile aus Aluminiumgußstücken
zu entfernen, kann Aluminium-Allschrott einem Schredderverfahren mit anschließender Magnetabscheidung
zur Eisenteileentfernung unterworfen werden. Das Produkt solcher Zerkleinerungsverfahren
ist kleinteiliger Schredderschrott, in dem ursprüngliche Aluminiumknet- und Aluminiumgußwerkstoffe vermischt
und nicht mehr unterscheidbar vorliegen. Nach dem Einschmelzen solcher Schrotte müssen die oben
genannten Verfahren des Verschneidens mit wertvollern Primäraluminium oder des Chlorierens angewandt
werden, um wiederverwendbare Gußlegierungen herzustellen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine Möglichkeit zur Verwendung vermischter Altschrotte
aus gebrauchten Guß- und Knetwerkstoffen unter Vermeidung der obengenannten Nachteile zu finden.
Wie aus DIN 1725 Teil 1 hervorgeht, werden Aluminiumknethalbzeuge und damit auch Walzhalbzeuge
aus speziellen Legierungen sehr enger und definierter Zusammensetzung gefertigt, wobei ihre
Eigenschaften von Art und Menge der darin enthaltenen Legierungsbestandteil abhängen. Überraschenderweise
hat sich nun gezeigt, daß aus einer aus unverschnittenen Altschrotten erschmolzenen Legierung völlig
unkonventioneller Zusammensetzung gefertigte Bleche über ausgezeichnete Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit
und vor allem Umformbarkeit beim Rollformen oder Tiefziehen verfügen.
Damit wird eine sinnvolle und wirtschaftliche M) Verwendung solcher aus Guß- und Knetwerkstoffen
vermischten Altschrotte zur Herstellung von Blechen und Bändern ermöglicht.
Die Herstellung der Bleche. Platten oder Bänder erfolgt durch Zusammenschmelzen von Altschrotten
h> aus Aluminiiimgiißlegierungen uml Aluminiumknetlegierungen
ohne Zusatz von Primäraluminium zi· einer Legierung mit Gehalten von I bis 6% Si. 1 bis 3% Mg.
0.5 bis 3% Zn. 0.5 bis 3% Fe, 0.3 bis 2% Cu sowie bis zu
1% Mn, bis zu 0,2% Ti, bis zu 0,5% Cr und bis zu 0,5%
Pb, Bi, Sn. Die Legierungsschmelze wird erfindungsgemäB
vor dem Abgießen 1 bis 2 Stunden bei mindestens 7300C gehalten und mit einer Einlauftemperatur von
mindestens 7100C abgegossen. Die Walzbarren werden
12 bis 24 Stunden bei 4900C geglüht und anschließend in
üblicher Weise warm und kalt auf die gewünschte Endstärke abgewalzt. Es ist vorteilhaft, daß Gußlegierungsschrotte
vom Typ AlSi, AlSiCu, AISiMg mit Knetlegierungsschrotten vom Typ AlMn, AlMg, AlMgMn, AlZnMg, AlZnMgCu, AIMgSi und/oder
AlCuMg im Massenverhältnis 1 :1 bis 2 :1 zusammengeschmolzen
werden.
Eine bevorzugte Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Altschrotte in einem Schredderverfahren mit nachgeschalteter Magnetabscheidung aufbereitet werden.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung können solche Schmelzen aus vermischten Altschrotten in
vorteilhafter Weise ohne die kostspieligen oder umweltfreundlichen Maßnahmen des Verschneidens mit
Primäraluminium oder des Chlorierens nutzbar gemacht werden zur Herstellung von Platten, Blechen
oder Bändern mit guten Gebrauchseigenschaften.
Durch Halten solcher Schmelzen aus vermischten Altschrotten auf einer Temperatur von mindestens
7300C über eine Zeit von 1—2 Stunden und durch Stranggießen zu Walzbarren oder -platten mit Einlauftemperaturen
in die Gießeinrichtung von mindestens 7100C erhält das Stranggußgefüge eine für das
nachfolgende Walzen zu Blechen besonders geeignete Struktur. Die für w:'itere Fertigungsgänge zur Herstellung
von Blechteilen durch Kaltumfnrmung notwendige Umformbarkeit z. B. beim Rollformen oder Tiefziehen
wird durch diese Behandlung der Altsrhrottlegierungsschmelzen
ebenfalls günstig beeinflußt
Bleche aus auf diese Weise hergestellten Walzbarren zeigen wegen der für Knetwerkstoffe ungewöhnlichen
Zusammensetzung eine erhöhte Korrosionsempfindlichkeit Der Korrosionsschutz kann in gewohnter
Weise durch eine Lackierung oder Beschichtung geschaffen werden. Vorteilhafter ist es erfindungsgemäß
jedoch, wenn beim Auswalzen der Walzbarren aus solchen Schrottlegierungsschmelzen eine Walzplat'ierung
von beidseitig 5 bis 10% mit AlZn 1,5 auf der Basis von AI 99,8 oder reiner vorgenommen wird.
Elektrochemische Untersuchungen der Korrosionspotentiale an den erfindungsgemäßen Legieiungsblechen
aus vermischten Altschrotten und an Plattierwerkstoffen und an Kurzschlußelementen aus diesen
Legierungsblechen und verschiedenen Plattierwerkstoffen haben ergeben, daß AlZn 1,5 auf der Basis Al 99,8
oder reiner einen optimalen Korrionsschutz sowohl durch Abdeckung der Blechoberfläche als auch durch
Tafel 1
elektrochemische Wirkungen durch die sich einstellende Potentialdifferenz zwischen Kernwerkstoff und Plattierschicht
gewährleistet
Es wurden Walzbarren aus einer Schmelze von vermischten Altschrotten im Stranggießverfahren abgegossen,
nachdem die Legierungsschmelze zwei Stunden auf einer Temperatur von 7300C gehalten wurde. Die
Einlauftemperatur in die Walzbarrenkokillen wurde während des Stranggießens auf 7100C eingestellt. Die
Walzbarren hatten folgende Zusammensetzung in Masseprozenten:
Fe
Cu
Mn
Mg Cr Zn
4,90 0,94 0,92 0,31 !,0; 0,15 0,50 0,035
Die Walzbarren wurden einer 12stündigen Glühbehandlung bei 490° C unterworfen. Das Warmwalzen
erfoigte mit einer Ausgangsiemperaiur von 46CC.
Beim Warmwalzen wurde beidseitig eine Plattierschicht aus Al 99,8 Zn 1,5 mit 10% der Blechdicke aufgebracht
Anschließend wurde das plattierte Warmband kalt an Enddicke gewalzt Die Festigkeitswerte und einige
Umformkennwerte in verschiedenen Zuständen sind in Tafel 1 zusammen mit uenen des Beispiels 2 angegeben.
Es wurden Walzbarren aus einer zweiten Schmelze von vermischten Altschrotten im Stranggießverfahren
abgegossen, nachdem die Legierungsschmelze zwei Stunden auf einer Temperatur von 7300C gehalten
worden war. Die Einlauftemperatur in die Walzbarrenkokillen wurde während des Stranggießens auf 710° C
eingestellt Diese Walzbarren wiesen folgende Zusammensetzung in Masseprozenten auf:
Fe
Cu
Mn Mg Cr
Zn
1,07 1,10 1,08 0,25 2,8 0,16 2,63 0,03
v> Die Walzbarren wurden einer 24stündigen Glühbehandlung
bei 4900C unterworfen. Das Warmwalzen
erfolgte mit einer Ausgangstemperatnr von 4600C.
Beim Warmwalzen wurde beidseitig eine Plattierschijht
aus Al 99,8 Zn!,5 von 10% der Blechdicke aufgebracht
Anschließend wurde das plattierte Warmband kalt an Enddicke gewalzt.
Die Festigkeitswerte und einige Umformkennwerte in verschiedenen Zuständen sind in Tafel 1 zusammen
mit denen des Beispiels 1 angegeben.
Festigkeit«- und Umformkennwerte von Blechen mit 1,2 mm Dicke aus den Schrottlegierungsschmelzen der
Beispiele 1 und 2
| ustand Beispiele | Beispiele | Beispiele | Beispiele | Beispiele |
| I 2 | I 2 | I 2 | 1 2 | I 2 |
| ft/Mi2(N/mm2) | Äm(N/mnr> | .-MI'.) | /; η | Krichsen- |
| tiel'ung (mm) |
Walzhart
1114. halbhart
1114. halbhart
260
215
215
290
248
280
235
235
310 268
| Fortsetzung | 5 | 30 08 | 358 | 1 | 6 |
Ί
Il |
Beispiele I 2 hrichsen- lielung (m..i) |
| Zustand | Beispiele I 2 «,.„,, (N/mnr) |
Beispiele I 2 Ä„(N/miir'i |
Beispiele 1 .■Ifi1:..) |
24 25 17 |
Beispiele 1 /; |
0,22 0.30 0,13 |
10 10 8 10 6 7 |
| Weich Geglüht 530 C abgeschreckt Warmausgehärtet, 24 h 170 C |
85 80 108 102 345 310 |
170 200 262 259 390 400 |
27 22 12 |
0,18 0,28 0,07 |
|||
Die Bleche aus beiden Beispielen wiesen im weichen wie im lösungsgeglühten und abgeschreckten Zustand
eine gute Umformbarkeit auf, wie aus dem Verfestigungsexponenten π und der Erichsentiefung zu ersehen
ist, und erreichten nach Warmaushärtung hohe Festigkeitswerte.
Das Korrosionsverhalten solcher plattierter Bleche aus Schrottlegierungsschmelzen erwies sich als sehr gut.
Die Bleche eigneten sich gut zur anodischen Oxidation,
um dekorative Blechoberflächen zu schaffen.
Die auf diese Weise hergestellten Walzhalbzeuge können infolge ihrer guten Eigenschaften für zahlreiche
Anwendungsgebiete, beispielsweise im Bauwesen (Fassaden), Fahrzeugbau (Bepianluiigen, Karosserieteile)
oder für andere Zwecke eingesetzt ν erden.
Claims (4)
- Patentansprüche:t. Verwendung von aus Aluminium-Gußlegierungen vom Typ A!Si, AISiCu und/oder AISiMg und Aluminium-Knetlegierungen vom Typ AIMn, AIMg, AIMgMn, AIZnMg, AlZnMgCu, AIMgSi und/oder AlCuMg im Verhältnis 1 : 1 bis 2 :1 ohne Zusatz von Primäraluminium vermischten Altschrotten zur Herstellung von Walzhalbzeugeu mit einer Zusammensetzung von 1 bis 6% Si, 1 bis 3% Mg, 0,5 bis 3% Zn, 0,5 bis 3% Fe, 03 bis 2% Cu sowie bis zu 1% Mn, bis zu 0,2% Ti, bis zu 0,5% Cr und bis zu 0,5% Pb, Bi, Sn, Rest Aluminium.
- 2. Verwendung von Altschrotten zur Herstellung von Walzhalbzeugen nach Anspruch 1, die in einem Schredderverfahren mit nachgeschalteter Magnetabscheidung aufbereitet worden sind.
- 3. Herstellung von Walzhalbzeugen aus Altschrott nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Legierungsschmelze zunächst 1 bis 2 Stunden bei mindestens 730" C gehalten, mit einer Einlauftemperatur von mindestens 710°C im Stranggußverfahren zu Walzbarren oder Bändern vergossen wird und diese 12 bis 24 Stunden bei 4900C geglüht und anschließend in üb'icher Weise warm und kalt gewalzt werden.
- 4. Aus Altschrotten hergestellte Walzhalbzeuge nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie beidseitig mit 5 bis 10 VoL-% AIZnIA hergestellt auf der Basis Al 99,8 oder reiner, walzplattiert sind.
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