DE29724692U1 - Gestrick als Teil von Bandagen oder anderer orthopädischer Hilfsmittel - Google Patents
Gestrick als Teil von Bandagen oder anderer orthopädischer HilfsmittelInfo
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Description
t ·&ogr;· f ·
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Anmelder:
Ferd. Hauber GmbH & Co. KG
Weberstrasse 1
72622 Nürtingen
17460062 27.09.2002
FUH/LBE
Titel: Gestrick als Teil von Bandagen oder anderer orthopädischer Hilfsmittel
Die Erfindung betrifft ein Gestrick als Teil von Bandagen oder anderer orthopädischer Hilfsmittel gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein derartiges Gestrick ist aus der EP-Al-O 498 062 bekannt geworden. Dort sind Einsatzteile beschrieben, die in Gelenkbereichen von Bandagen vorgesehen sind, wobei das •Einsatzteil entweder um den gesamten Gelenkbereich, d.h. Genlenkaußenseite und Gelenkinnenseite oder ausschließlich im Gelenkaußenbereich angeordnet ist. Ein derartiger Einsatz ist dort eingearbeitet, wo aufgrund der Gelenkbeugungen größte
Dehnungen der Bandage auftreten, dass heißt, an der Gelenkaußenseite. Bei diesem bekannten Gestrick soll bei Gelenkbeugung die Dehnbarkeit ausreichend sein und bei Gelenkstreckung sollen keine Falten gebildet werden, dieser Einsatzzweck ist somit ausschließlich gültig für die Gelenkbandagenaußenseite. Die Struktur des bekannten Gestrickes ist derart, dass die Überbrückungsfadenanordnung an einer Seite der nur nach einer Seite gehenden Halbwelle der Maschen liegt und zwischen zwei Uberbrückungsfadenanordnungen außerdem ein Knotenbereich zwischengeschaltet ist.
Aus der DE 43 22 028 ist eine Gelenkbandage bekannt, die im Beugebereich des Gelenks einen Einsatz aufweist, der nahtlos in die Bandage eingearbeitet ist und mit einer anderen Stricktechnik als die Bandage gefertigt ist. Diese Stricktechnik erlaubt es, die Dehnbarkeit des Einsatzes in Bandagen-Längsrichtung in etwa doppelt so gross zu gestalten wie diejenige des Bandagenmaterials.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein neuartiges Gestrick bereitzustellen, das als Teil von Bandagen oder anderer orthopädischer Hilfsmittel in den Bereichen solcher Erzeugnisse einsetzbar ist, in denen eine grosse Elastizität des Gestricks erforderlich ist, und 'das dabei mit geringem Kraftaufwand in einer Richtung auf eine grosse Länge elastisch dehnbar sein, wobei die Dehnkraft während der Ausdehnung des Gestrickes möglichst wenig zunehmen soll soll.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gestrick mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Durch die Überbrückungsmaschen aus einem Faden größerer Elastizität wird die Gestrickgrundstruktur, die aus Maschen aus Fäden geringerer Elastizität besteht, in entspannten Zustand in Strickrichtung zusammengezogen bzw. gefaltet. Beim Dehnen des Gestrickes in Strickrichtung werden dabei in erster Linie die Überbrückungsmaschen gedehnt, während die Gestrickgrundstruktur im wesentlichen ungedehnt bleibt. Lediglich die durch die Überbrückungsmaschen zusammengezogenen Maschen der Gestrickgrundstruktur werden durch die Dehnung "entfaltet". Dadurch behält das erfindungsgemässe Gestrick seine Stabilität bei, ist aber dennoch in Strickrichtung erheblich elastisch dehnbar. Da im wesentlichen lediglich die Überbrückungsmaschen einer Dehnung unterliegen ist zum Dehnen des Gestrickes lediglich eine geringe Kraft aufzuwenden. Gleichzeitig tritt nur eine geringe Progression der Kraft bei weiterer Dehnung auf. Dadurch kann sich das erfindungsgemässe Gestrick als Gelenkkehlenteil von Bandagen besonders gut Körperbewegungen anpassen, ohne dass es bereichsweise zu einer Stauchung von Gestrickmaterial und damit einer Faltenbildung kommt. Besonders vorteilhaft ist es im Beugebereich eines "Kniegelenks einsetzbar, da es bei durchgestrecktem Knie weit gedehnt werden kann. Aufgrund seiner enormen elastischen Dehnbarkeit kann sich das erfindungsgemässe Gestrick bei Beugen des Knies dann stark zusammenziehen, ohne dass es
gestaucht wird und unerwünschte Falten, die beim Tragen einer Bandage stark stören, bilden könnte.Da die Überbrückungsmaschen in Strickrichtung abwechselnd an beiden Gestrickseiten vorgesehen sind, können die Maschenreihen der überbrückten Maschen der Gestrickgrundstruktur unter Bildung eines rippenartigen Musters an beiden Gestrickseiten im entspannten Zustand des Gestrickes ziehharmonikaartig möglichst weit durch die Überbrückungsmaschen zusammengezogen werden. Das Gestrick hat dann im entspannten Zustand eine möglichst kleine Ausdehnung und lässt sich dementsprechend relativ weit dehnen.
•Gemäss Anspruch 2 ist zur einfacheren Herstellung des erfindungsgemässen Gestricks auf einer Strickmaschine zwischen zwei Überbrückungsmaschen in Strickrichtung eine Masche der Gestrickgrundstruktur vorgesehen.
Anspruch 3 beschreibt eine vorteilhafte Fadenauswahl.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung gemäss Anspruch 4 lässt sich die Bandage zusammen mit dem erfindungsgemässe Gestrick in einem Arbeitsgang auf einer Strickmaschine herstellen.
Für den Einsatz im Beugebereich eines Gelenks ist das erfindungsgemässe Gestrick gemäss Anspruch 5 vorteilhafterweise linsenförmig.
Bevorzugt ist das erfindungsgemässe Gestrick derart ausgelegt, dass es, gemäss Anspruch 6, in Strickrichtung auf mindestens das 4-fache seiner Längenausdehnung elastisch dehnbar ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines gezeigten Ausführungsbeispiels im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schaubildlich dargestellte Gelenkbandage mit einem erfindungsgemässen Gestrick als Teil dieser Bandage;
Fig. 2 eine schematische Querschnittsdarstellung des erfindungsgemässen Gestricks, in vergrössertem Massstab entlang der Linie II/II der Fig. 1 gesehen;
Fig. 3 eine Darstellung ähnlich Fig. 2, die das erfindungsgemässe Gestrick im gedehnten Zustand zeigt;
Fig. 4 eine Darstellung eines Strickmusters für das erfindungsgemässe Gestrick;
♦ · ♦ ··■
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht der Bandage in unterschiedlichen Beugestellungen.
Fig. 1 zeigt eine Kniegelenkbandage 10 in Ansicht. Im Gelenkbeugebereich ist in die Gelenkbandage 10 ein Einsatz 12 eingearbeitet, der in Bandagenlängsrichtung elastisch dehnbar ist. Der Einsatz 12 ist im flachgelegten Zustand der Bandage 10 in etwa linsenförmig, so dass er sich beim Beugen und Wiederstrecken des Gelenks um Scheitelpunkte 14 und 16 ziehharmonikaartig in Pfeilrichtung 18 bzw. Bandagenlängsrichtung dehnt und unter Vermeidung von Faltenbildung wieder zusammenzieht. Der Einsatz 12 besteht aus einem in den Fig. 2 und 3 im Querschnitt schematisch dargestellten Gestrick 20. Dieses Gestrick 20 ist aus Fäden 22 und 24 unterschiedlicher Elastizität aufgebaut, wobei der Faden geringerer Elastizität 22 vorzugsweise ein texturierter Polyamid-Filamentfaden und der Faden grösserer Elastizität 24 vorzugsweise ein Gummifaden ist. Ein texturierter Polyamid-Filamentfaden 22 ist unter der Handelsmarke Helanca bekannt, so dass im weiteren dieser Faden 22 geringerer Elastizität der Einfachheit halber als Helanca- Faden 22 bezeichnet wird.
Das Gestrick 20 ist aus einer Gestrickgrundstruktur aufgebaut, -die aus Maschen 26, 28, 30, 32 aus Helanca-Fäden gebildet ist. In Strickrichtung 34 gesehen ist wenigstens eine Helanca-Masche der Gestrickgrundstruktur durch eine angestrickte, aus dem Gummifaden 24 bestehende Überbrückungsmasche 36
überbrückt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Helanca-Maschen 26 und 28 bzw. 30 und 32 durch die Überbrückungsmasche 36 bzw. 38 überbrückt. Dabei liegt die eine Überbrückungsmasche 36 auf der einen Seite der Gestrickgrundstruktur aus Helanca-Maschen und die andere Überbrückungsmasche 38 auf deren anderen Seite. Die Überbrückungsmaschen 36 und 38 sind mittels des Gummifadens 24, der unter Vorspannung gestrickt ist, gebildet, so dass im entspannten Zustand des Gestricks 20 die Überbrückungsmaschen 36 und 38 sich zusammenziehen und dadurch die überbrückten Helanca-Maschen 26 und 28 bzw. 30 und 32 ziehharmonikaartig "eingefaltet" werden. Durch dieses Einfalten bilden die Maschenreihen der Helanca-Maschen 26 und 28 bzw. 30 und 32 quer zur Strickrichtung (Pfeil 34) Rippen 40 bzw. 42.
Der erläuterte Gestrickaufbau bewirkt, dass bei Dehnung des Gestricks 20 in Strickrichtung 34 die Überbrückungsmaschen und 38 auseinandergezogen und gleichzeitig die die Rippen und 42 bildenden Helanca- Maschen 26 und 28 bzw. 30 und 32 "entfaltet" bzw. abgeflacht werden, so dass das Gestrick als solches "geglättet" und entsprechend verbreitert wird (siehe Fig. 3). Beim Zusammenziehen der Überbrückungsmaschen 26 und 36 erfolgt zwangsläufig wieder ein Aufstellen der Rippen 40 und 42 bzw. ein ziehharmonikaartiges Einfalten der -sie bildenden Helanca-Maschen 26 bis 32.
Das Gestrick 20 wird bevorzugt nach einem Strickmuster gefertigt, wie es in Fig. 4 schematisch dargestellt ist. Die
Reihenfolge der Arbeitsschritte zur Fertigung des Gestricks 20 auf einer Strickmaschine sind in Fig. 4 von unten nach oben dargestellt.
Zunächst werden in einem ersten Arbeitsschritt Helanca-Maschen auf Nadeln 44 eines ersten von zwei Nadelbetten gestrickt. Anschliessend wird mittels des Gummifadens 24 eine Maschehreihe auf den Nadeln 44 und den Nadeln 46 eines zweiten Nadelbettes gestrickt (zweiter Arbeitsschritt). Die auf dem zweiten Nadelbett gestrickten Gummi-Masehen bilden jeweils die Überbrückungsmasche 36 gemäss Fig. 2 und 3. Danach werden in Arbeitsschritten 3 und 4 die Maschen 26 und 28 aus dem Helanca-Faden 22 gestrickt. Weiter werden in einem fünften Arbeitsschritt die auf den Nadeln 44 hängenden Helanca-Maschen 28 auf die Nadeln 46 des zweiten Nadelbettes umgehängt und in einem sechsten Arbeitsschritt die umgehängten Helanca-Maschen 28 zusammen mit den bereits auf den Nadeln 4 6 befindlichen, durch den Gummifaden 24 gebildeten Gummimaschen zusammen mit dem Helanca-Faden 22 abgestrickt. Die weiteren Arbeitsschritte 7 bis 10 entsprechen den erläuterten Arbeitsschritten 2 bis 5, wobei jetzt jedoch die Funktion der beiden Nadelbetten vertauscht ist. Dabei werden beim Arbeitsschritt 7 die Überbrückungsmasche 38 und in den Arbeitsschritten 8 und 9 die Helanca-Maschen 30 und 32 gebildet. Die Arbeitsschritte 1 und •6 dienen lediglich dem Abstricken der auf den jeweiligen Nadeln 44 bzw. 46 befindlichen Maschen, da ansonsten ohne das Abstricken sich zu viele Fäden auf den einzelnen Nadeln befinden würden. Die sich durch das Abstricken ergebenden
Maschen sind in Fig. 2 und 3 der Einfachheit halber nicht dargestellt.
Insgesamt ergibt sich daraus, dass das Gestrick 20 bei Wahl entsprechender Fadenelastizitäten in Strickrichtung auf etwa das 4 1/2-fache seiner ursprünglichen Länge elastisch dehnbar ist. Außerdem hat das Gestrick 20 eine Dehnungskurve, die relativ flach verläuft. Die Kraft, die zur Dehnung des Gestricks notwendig ist, vergrössert sich mit grosser werdender Dehnung nur unwesentlich.
Das Gestrick ist, wie in Fig. 1 dargestellt, intarsienartig in eine Bandage eingearbeitet. Dabei weisen die Bandage 10 und das den Einsatz 12 bildende erfindungsgemässe Gestrick 20 dieselben Fäden 22 und 24 auf. Zur Erzielung einer guten Kompression quer zur Längsrichtung der Bandage 10 ist zweckmässig in bekannter Weise in das Bandagenmaterial noch ein Schussfaden aus Gummi eingestrickt.
Für den Einsatz in einer Kniegelenkbandage weist das Gestrick 20 vorteilhafterweise die in Fig. 1 dargestellte Form auf. Dabei ist das Gestrick im wesentlichen linsenförmig, jedoch unsymmetrisch zu einer Verbindungslinie der Scheitelpunkte und 16 ausgebildet. Insbesondere erstreckt sich das Gestrick ■20 in gestrichelt dargestellte Eckbereiche 50 und 52 hinein, so dass die stark ausgeprägten Sehnenansätze der Beugemuskulatur des Oberschenkels (Ischio-Crural-Muskulator) geschont werden, da diese sehr reibungs- und druckempfindlich
&iacgr;&ogr;
sind. Fig. 5 zeigt in einer Skizze die hervorragende Anpassung der Bandage in der Beugesituation des Knies ohne Wulstbildung.
Des weiteren ergeben sich durch das Gestrick folgende Vorteile in medizinischer Hinsicht:
Das Gestrick ist atmungsaktiver als bisher bekannte, wodurch ein besserer Wärmeaustausch möglich ist und keine Hautirritationen aufgrund von sich unter der Bandage ansammelnder Feuchtigkeit auftreten können. Dadurch ergibt sich auch eine geringere Reizung bei Ekzemneigung. Insbesondere bei sportlicher Betätigung kann der Kniekehlenbereich schneller abtrocknen. Weiter wird durch das hochelastische, Gestrick der gesamte arterielle und venöse Bereich in der Kniekehle entlastet, was besonders bei durchblutungsgestörten Patienten eine deutliche Verbesserung der Gefässsituation bringt. Insbesondere ist die Thrombosegefahr reduziert, da sich mit Hilfe des erfindungsgemässen Gestricks in der Kniekehle ein dosierter Druck aufbauen lässt. Durch die definierte Kraft des erfindungsgemässen Gestrickes ist auch ein schmerzfreies "Ausmelken" von Baker-Zysten möglich.
Durch die Linsenform bleibt die Kompression an wichtigen Punkten dennoch erhalten·
Claims (6)
1. Gestrick als Einsatzteil im Gelenkbereich von Bandagen (10) oder anderer orthopädischer Hilfsmittel und dergleichen aus Fäden (22, 24) unterschiedlicher Elastizität, bei dem wenigstens eine Masche (28) der aus einem Faden (22) geringerer Elastizität gebildeten Gestrickgrundstruktur in Strickrichtung (18) durch eine an die Gestrickgrundstruktur angestrickte, aus einem vorgespannten Faden (24) grösserer Elastizität gebildeten Überbrückungsmasche (36) überbrückt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick (12) im Bereich der Gelenkkehle, vorzugsweise Kniekehle, in die Bandage (10) oder dergleichen nahtlos eingesetzt ist und dass die jeweils zwei Maschen überbrückenden Überbrückungsmaschen (36) in Strickrichtung abwechselnd an beiden Gestrickseiten vorgesehen sind.
2. Gestrick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Überbrückungsmaschen (36) in Strickrichtung (18) eine Masche der Gestrickgrundstruktur vorgesehen ist.
3. Gestrick nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden geringerer Elastizität (22) ein texturierter Polyamid-Filamentfaden und der Faden größerer Elasitzität ein Gummifaden (24) ist.
4. Gestrick nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (22, 24) des Gestricks (20) zur Bildung der Bandage (10) vorgesehen sind.
5. Gestrick nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die äussere Form des Gestricks (20) im flachgelegten Zustand der Bandage (10) oder dergleichen orthopädischen Hilfsmittel in etwa linsenförmig ist.
6. Gestrick nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick (20) in Strickrichtung (18) auf mindestens das 4-fache seiner Längsausdehnung elastisch dehnbar ist.
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1997
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Legal Events
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Effective date: 20050531 |
|
| R071 | Expiry of right |