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Die
Erfindung betrifft ein Schweißbahn-Verlegegerät,
insbesondere für Bitumenschweißbahnen, mit einem
Fahrgestell, das mindestens ein Rad aufweist.
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Geräte
der eingangs genannten Art werden für die Eindeckung von
Flachdächern mittels Isoliermaterial und Dachdichtungsbahnen
eingesetzt. Bei den Dachdichtungsbahnen handelt es sich üblicherweise
um Bitumen- oder Kunststoffbahnen, die in Rollen aufgerollt sind.
Zur fachgerechten Verlegung von Bitumenbahnen kommen Schweißverfahren,
bei denen Handschweißbrenner mit offener Flamme verwendet
werden, zum Ein satz. Dabei werden bei vollflächiger Verklebung
die zu verklebenden Bitumendeckschichten unterseitig angeschmolzen
und die Bahn unter leichtern Druck so eingerollt, dass sie sich vollflächig
mit dem Untergrund verbindet. Um dies zu erreichen, muss die aufzuklebende
Bahn fest eingerollt werden. Für die Verlegung von Kunststoffmaterialien
sind dagegen Heißluftgeräte vorgesehen.
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Ein
Bitumen-Verlegegerät für ein auf einer Straßendecke
aufzubringendes Bitumenband offenbart das Gebrauchsmuster
DE 85 12 884 U1 .
Dieses vorbekannte Verlegegerät ist ein vierrädriger
Wagen mit lenkbaren Vörderrädern, wobei der Wagen
durch eine hinter dem Wagen angeordnete Führungsdeichsel
geführt bzw. gelenkt wird. Zudem befindet sich auf dem
Wagen ein drehbarer Aufnahmeteller für das abwickelbare
Bitumenband. Der Aufnahmeteller ist dabei quer zur Bewegungsrichtung
des Wagens und unter einem Winkel platziert, wobei nach den starr angeordneten
Hinterrädern außerhalb des Wagengestells sich
seitlich eine schwenkbare Hebelvorrichtung anschließt.
An dieser Hebelvorrichtung ist an dessen Ende zur Straßenseite
hin eine axial verstellbare Andrückrolle mit einem oberen
Andruckbord für die Positionierung des zu verlegenden Bitumenbandes
hin ausgebildet. Der Antrieb dieser Andrückrolle ist derart
gestaltet, dass eine Keilriemenscheibe eines Keilriemens fest mit
der Hinterachse des Wagens und die Keilriemenscheibe fest mit dem
oberen Ende der Andrückrolle verbunden sind. Dadurch ist gewährleistet,
dass über eine Feder die an diesem Straßenbord
anliegende Andrückrolle bei der Vorwärtsbewegung
des Wagens die gleiche Umfangsgeschwindigkeit wie die Wagenräder
aufweist.
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Ein
Nachteil dieses vorbekannten Bitumen-Verlegegerätes ist
die relativ aufwendige konstruktive Ausgestaltung, die sich unter
anderem darin manifestiert, dass von dem Aufnahmeteller das Bitumenband
durch mehrere Führungsrollen zur angetriebenen Andrückrolle
geführt wird, welche das Abrollen und das eigentliche Verkleben übernimmt.
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Zudem
muss neben den eigentlichen Mitteln zur Fortbewegung des Geräts
der schräg nach unten geneigte und drehbare Aufnahmeteller
zur Aufnahme des aufgerollten Bitumen rolle zusätzlich
montiert werden.
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Es
ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verlegegerät
der eingangs genannten Art derart auszubilden, dass das Einrollen
einer Schweißbahn in Form einer Schweißbahnrolle
mit der manuellen oder motorischen Fortbewegung des Geräts
einhergeht.
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Diese
Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.
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Gemäß der
Erfindung kann eine als Rolle gelieferte Bahn, insbesondere eine
Schweißbahn, auf einer Rollenaufnahmeachse seitlich aufgeschoben werden
und mittels einer Vorsatzscheibe und eines Sicherungshebels fest
eingespannt werden, um auf diese Weise eine exakt geradlinige Verlegung
der Bahn zu gewährleisten.
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Das
erfindungsgemäße Verlegegerät gewährleistet
ein fachgerechtes und professionelles Verlegen z. B. einer Schweißbahn
während der Bewegung des Geräts durch eine Bedienperson.
Durch das erfindungsgemäße Verlegegerät
können das Verlegen und die Schweißarbeit auf
ein zeitliches Minimum reduziert werden. Dadurch, dass die Schweißbahn
in Bewegungsrichtung des Geräts einrollbar ist, haben die
Schweißbahn sowie die Räder eine gemeinsame Drehrichtung.
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Das
Verlegegerät gemäß der Erfindung hat den
Vorteil, dass gleichzeitig mit der Bewegung des Verlegegeräts
das Einrollen der Schweißbahnrolle einhergeht. Ein zeitaufwendiges
Ausrollen der Schweißbahn zwecks Ausrichtung der Rolle
und ein Wiedereinrollen, um dann mit den Verlege- bzw. Schweißarbeiten
zu beginnen, sind nicht mehr vonnöten. Zudem ist durch
eine geradlinige Bewegung des Verlegegeräts eine präzisierte
Ausrichtung der Schweißbahn gegeben.
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Zweckmäßigerweise
sind die Räder motorisch antreibbar. Hierzu kann vorgesehen
sein, dass die motorische Antriebsvorrichtung mit den Rädern
in Antriebsverbindung in Gestalt eines Keilriemenantriebs steht.
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Zweckmäßigerweise
ist unter dem Gestell eine klappbare und mitlaufende Stütz-
und Andrückwalze angeordnet. Die Stütz- und Andrückwalze,
die Räder sowie die Schweißbahn sind dabei drehgleich und
achsparallel in definiertem Abstand zueinander angeordnet. Die Stütz-
und Andrückwalze kann derart gekippt werden, dass sie während
des Verlegevorgangs die Schweißbahn andrückt.
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Eine
praktikable Variante der Erfindung sieht vor, dass auf dem Fahrgestell
ein Richtungslaser für die Ausrichtung der Bewegung des
Verlegegeräts angeordnet ist.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert.
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Es
zeigen in schematischen Darstellungen:
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1 ein
Verlegegerät gemäß der Erfindung;
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2 das
Gerät in 1 in einer Vorderansicht;
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3 das
Gerät in 1 und 2 in einer Seitenansicht;
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4 das
Gerät in 3 in einer Position für den
Rollenwechsel;
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5 das
Gerät in 1 in einer Draufsicht;
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6 das
Gerät in 1 in einer Rückansicht;
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7 das
erfindungsgemäße Gerät mit einer Heißlufteinrichtung;
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8 in
einer Seitenansicht das erfindungsgemäße Verlegegerät
mit einer Heißlufteinrichtung;
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9 das
Gerät in 7 in einer Vorderansicht;
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10 das
Gerät in 7 in einer Draufsicht;
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11 das
Gerät in 7 in einer weiteren Seitenansicht;
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12 das
Gerät in 7 in einer Position für
den Rollenwechsel; und
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13 das
Gerät in 7 in einer Rückansicht.
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In 1 ist
ein erfindungsgemäßes Verlegegerät mit
dem Bezugszeichen 100 versehen.
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Das
Verlegegerät 100 weist ein Fahrgestell 10 auf,
das im rückwärtigen Bereich beidseitig Hinterräder
aufweist, wobei in der hier gezeigten Ausführungsform lediglich
das Hinterrad 12 und die Achse 11 gezeigt ist.
Frontseitig des Gestells 10 ist eine in einer Rolle gelieferte
Bahn in Gestalt einer Schweißbahn 14 drehbar gelagert.
Die Schweißbahn 14 ist dabei derart angeordnet,
dass sie bei Bewegung des Verlegegeräts 100 auf
einer Unterlage einrollbar ist. In der in 1 dargestellten
Ausführungsform des Geräts 100 wird die
Schweißbahnrolle 14 in Vorwärtsbewegung
des Verlegegeräts 100 eingerollt. Die Schweißbahn 14 ist
von einer Schweißbahnaufnahmewelle 13 aufgenommen,
die auch als Achse vorliegen kann. Endseitig der Welle 13 ist
ein Lager 19 für die Lagerung der Welle angeordnet.
Mittig des Gestells 10, d. h. zwischen den Hinterrädern
und der Schweißbahn 14 ist eine kippbare Andrückwalze 16 angeordnet,
die über einen Andrückwalzenarm 34 mittels
einer Steckachse 17 unterseitig an dem Fahrgestell 10 befestigt
ist. Die Andrückrolle 16 ist durch eine kippbare
Bewegung des Andrückwalzenarms 34 höhenverstellbar
und arretierbar. In der hier gezeigten Ausführungsform
des Verlegegeräts 100 liegt die Andrückrolle 16 auf
der verlegten Schweißbahn 14a. Bei Vor- oder Rückwärtsbewegung
des Verlegegeräts 100 haben also die Hinterräder,
die hier in Gestalt eines Rads 12 gezeigt sind, die Andrückwalze 16 sowie
die Schweißbahn 14 denselben Drehsinn.
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Wie
aus 1 weiterhin hervorgeht, besitzt das Verlegegerät 100 auf
dem Fahrgestell 10 einen Richtungslaser 22. Der
Richtungsregler 22 kann einen hier nicht gezeigten Laserstrahl
aussenden und diesen auf einen in Fahrtrichtung befindlichen ausgewählten
Punkt konzentrieren bzw. richten. Auf diese Weise ist gewährleistet,
dass das Verlegegerät 100 während des
Verlegens der Schweißbahn 14 eine geradlinige
Vorwärtsbewegung vollzieht.
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An
dem dem Lager 19 gegenüber liegenden Ende der
Welle 13 befindet sich eine halbkreisförmige Vorsatzscheibe 18,
welche lösbar die Welle 13 umgibt. Durch die Vorsatzscheibe 18 wird
ein seitliches Verrutschen der Schweißbahnrolle 14 verhindert.
Dazu dient auch ein Sicherungshebel 20 einer Rollensicherung.
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Auf
der dem Lenkarm 25 zugewandten Seite befindet sich zudem
eine Gasflaschenaufnahmewanne 23 für die Aufnahme
der Gasflaschen 24. Die Gasflaschen 24 sind mit
einer Brennerleiste 21 über Gaszufuhrleitungen 26 miteinander
verbunden. Die Brennerleiste 21 wird über die
Gaszufuhrleitungen 26 mit Propangas aus einer oder mehreren
Gasflaschen 24 versorgt. Zwischen den Gasflaschen 24 und
der Brennerleiste 21 ist in der Gaszufuhrleitung 26 ein Gasregler
und ein Sicherheitsventil 27 angeordnet. Diese dienen der
Regelung der Gaszuführung aus den Gasbehältern 24.
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2 gibt
zu erkennen, dass die Brennerleiste 21 quer zur Fahrtrichtung
des Verlegegeräts 100 oberhalb der Schweißbahnrolle 14 angeordnet ist.
Die Brennerleiste 21 weist eine Gruppe von quer zur Fahrtrichtung
nebeneinander angeordneten Brennerköpfen 28 auf,
aus denen die erzeugte Schweißflamme austritt. Die Brennerköpfe 28 sind dabei
derart positioniert, dass sie direkt auf die Schweißbahn 14 gerichtet
sind.
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Wie
in 2 weiter dargestellt ist, kann der Lenkarm 25 mit
einem Gasgriff 30 die Einstellung der Brennerleistungsstärke
sowie mit einem Geschwindigkeitsregler 29 für
den Fahrantrieb ausgestattet sein. Die Andruckwalze 16 liegt
während des Einrollvorgangs auf der verlegten Schweißbahn
(vgl. 3) und ist mittels des Andrückwalzenarms 34 und
drückt mittels ihres Eigengewichtes die soeben verlegte Schweißbahn 14 an.
Um die Schweißbahn 14 auf die Welle 13 zu
schieben, wird das Gerät 100 durch Herunterdrücken
des Lenkarms 25 und durch Herunterklappen der bei einer
bestimmten Stellung arretierten Stütz- und Andruckwalze 16 in
eine Stellung gebracht, die es erlaubt, eine neue Schweißbahn
auf die Welle 13 zu schieben (vgl. 4). Durch
Zurücknahme einer an der Steckachse 17 befindlichen
Arretierung 36 wird die Schweißbahn 14 auf
die Unterlage (Dachhaut) abgesenkt, so dass unmittelbar mit der Verlegung
und der Schweißarbeit begonnen werden kann.
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Der
in den 3 bis 5 gezeigte Antriebsmotor 31 sorgt
für den motorischen Antrieb des Verlegegeräts 100.
Wie aus den 3 und 4 zudem
hervorgeht, erfolgt die Kopplung zwischen dem Antriebsmotor 31 und
den Hinterrädern über eine Keilriemenscheibe 32 und
einen Keilriemen 33.
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6 zeigt,
dass die Hinterräder 12, 15 walzenförmig
sein können.
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Die
in den 7 bis 13 gezeigten Ausführungsformen
zeigen, dass die Schweißbahn 14 nicht über
einen Gasbrenner, sondern über eine Heißlufteinrichtung
mit entsprechender Zuleitung erhitzt werden kann, so dass auch hier
zwischen Schweißbahn 14 und Unterlage eine Verbindung
eingegangen wird. Hierbei werden die Brennerköpfe durch
Heißluftdüsen 37 ersetzt, die mit einem
Heißluftgebläse 37 über die
Leitung 26 verbunden sind. Das Heißluftgebläse 37 wird über
den Antriebsmotor 38 über Keilriemen 39 angetrieben.
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Die
vorliegende Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführungsform
nicht auf die vorstehend angegebenen, bevorzugten Ausführungsformen.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der dargestellten
Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten
Ausführungen Gebrauch machen. Beispielsweise können
die aus dem Stand der Technik bekannten Brennerköpfe 28 unterschiedlich
gestaltet sein. Auch kann die Zahl der Gasflaschen 24 variieren.
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- 100
- Verlegegerät
- 10
- Fahrgestell
- 11
- Achse
- 12
- Rad
- 13
- Schweißbahnaufnahmewelle
- 14
- Schweißbahn
- 14a
- Schweißbahn
- 15
- Rad
- 16
- Andruckwalze
- 17
- Steckachse
für Andrückwalzenarm
- 18
- Vorsatzscheibe
- 19
- Lager
- 20
- Sicherungshebel
- 21
- Brennerleiste
- 22
- Richtungslaser
- 23
- Gasflaschenaufnahmewanne
- 24
- Gasflaschen
- 25
- Lenkarm
+ Kipparm
- 26
- Gaszufuhrleitung/Zuleitung
- 27
- Sicherungsventil
- 28
- Brennerköpfe
- 29
- Geschwindigkeitsregler
- 30
- Gasgriff
- 31
- Antriebsmotor
- 32
- Keilriemenscheibe
- 33
- Keilriemen
- 34
- Andrückwalzenarm
- 36
- Arrretierung
- 37
- Heißluftgebläse
- 38
- Antriebsmotor
- 39
- Keilriemen
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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