DE202007007356U1 - Gassackanordnung - Google Patents
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Abstract
– einem Gassack (1) und
– mindestens einer ersten und eine zweiten aufblasbaren Kammer (11, 12) des Gassacks, wobei
– die erste Kammer (11) mindestens einen als Ausströmbereich (112) ausgebildeten Abschnitt aufweist, über den Gas aus der ersten Kammer (11) ausströmen kann, und wobei
– der Ausströmbereich (112) derart relativ zu der zweiten Kammer (12) angeordnet ist, dass der Ausströmbereich (112) durch Einwirken des Innendrucks (P2) der zweiten Kammer (12) zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12) höher ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11), und sich dadurch der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches (112) verkleinert.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Gassackanordnung für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1.
- Es ist bekannt, an einem Gassack eines Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems eine Ausströmöffnung oder mehrere Ausströmöffnungen vorzusehen, um Gas aus dem teilweise oder vollständig aufgeblasenen Gassack heraus oder aus einer Kammer des Gassacks in eine weitere Kammer hinein in Abhängigkeit vom Innendruck des Gassacks abzuleiten. Ein Gassack mit einer derartigen Ausströmöffnung ist z. B. in der
EP 0 670 247 A1 beschrieben. - Das von der vorliegenden Erfindung zu lösende Problem besteht darin, einen auf einfache Weise herstellbaren Gassack mit mindestens zwei Kammern zu schaffen, der ein innendruckabhängiges Abströmen von Gas aus mindestens einer der Kammern erlaubt.
- Dieses Problem wird durch die Gassackanordnung mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
- Danach ist eine Gassackanordnung für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem vorgesehen. mit
- – mindestens einem Gassack und
- – mindestens einer ersten und eine zweiten aufblasbaren Kammer des Gassacks, wobei
- – die erste Kammer mindestens einen als Ausströmbereich ausgebildeten Abschnitt aufweist, über den Gas aus der ersten Kammer ausströmen kann, und wobei
- – der Ausströmbereich derart relativ zu der zweiten Kammer angeordnet ist, dass der Ausströmbereich durch Einwirken des Innendrucks der zweiten Kammer zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck der zweiten Kammer höher ist als der Innendruck der ersten Kammer, und sich dadurch der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches verkleinert.
- Hiermit ist ein druckabhängiges Steuern des Innendruckes einer Kammer des Gassacks in Abhängigkeit vom Innendruck einer weiteren Kammer des Gassacks möglich. Über den druckabhängigen Ausströmquerschnitt wird der Druck in der ersten Kammer in Abhängigkeit vom Druckunterschied zur zweiten Kammer angepasst, z. B. während der Rückhaltephase, d. h. beim Aufprallen eines Fahrzeuginsassen auf den Gassack.
- Ist der Druck in der ersten Kammer höher als in der zweiten Kammer, ist der Ausströmbereich freigegeben und es strömt Gas aus der ersten Kammer heraus. Ist umgekehrt der Druck in der ersten Kammer niedriger als in der zweiten Kammer, ist der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches reduziert oder vollständig verschlossen, so dass wenig oder gar kein Gas ausströmen kann.
- Unter dem Begriff „Einwirken" (des Innendrucks) wird auch verstanden, dass der Innendruck der zweiten Kammer nicht unmittelbar auf den Ausströmbereich der ersten Kammer einwirkt, sondern über weitere Mittel, z. B. über eine die zweite Kammer begrenzende Wand, die etwa durch ein Gassackmaterial gebildet ist.
- In einer Variante der Erfindung ist der Ausströmbereich so ausgebildet und vorgesehen, dass über ihn Gas aus der ersten Kammer in die zweite Kammer strömt, wenn der Druck in der ersten Kammer größer ist als in der zweiten Kammer. Hierzu kann der Ausströmbereich sich insbesondere kanalförmig innerhalb der zweiten Kammer erstrecken, wobei er in diesem Fall z. B. unmittelbar durch den in der zweiten Kammer herrschenden In nendruck zusammengedrückt wird, falls dieser größer ist als der Innendruck der ersten Kammer (und damit insbesondere höher ist als der Druck in dem Ausströmbereich).
- In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Gassackanordnung ist der Ausströmbereich so ausgebildet, dass über ihn Gas aus der ersten Kammer aus dem Gassack heraus ausströmt, wenn der Druck in der ersten Kammer größer ist als in der zweiten Kammer. In dieser Variante erfolgt somit kein Überströmen aus der ersten in die zweite Kammer, sondern Gas wird nach außen aus dem Gassack heraus abgeleitet, falls der Innendruck der ersten Kammer den Innendruck der zweiten Kammer übersteigt.
- Beispielsweise kann auch in dieser Variante der Ausströmbereich kanalförmig ausgebildet sein und sich außerhalb der zweiten Kammer erstrecken. Insbesondere erstreckt sich der Kanal zumindest abschnittsweise entlang einer Außenseite der zweiten Kammer, d. h. z. B. entlang einer der ersten Kammer zugewandten Seite eines Gassackmaterials, das die zweite Kammer begrenzt. Hierbei kann der Ausströmbereich z. B. derart durch die erste Kammer ausgebildet sein, dass er einerseits durch einen Abschnitt eines Gassackmaterials, das die erste Kammer begrenzt, und andererseits durch einen Abschnitt des Gassackmaterials, das die zweite Kammer begrenzt, ausgebildet wird.
- Die Geometrie des Ausströmbereiches ist im Prinzip beliebig, insbesondere kann der Querschnitt des Ausströmbereiches beliebig sein. In einer Variante ist der Ausströmbereich längserstreckt, z. B. als Kanal ausgebildet. Eine längserstreckte Form ist jedoch nicht zwingend notwendig.
- In einer anderen Weiterbildung der Erfindung weist die zweite Kammer ebenfalls einen Ausströmbereich auf, über den Gas aus der zweiten Kammer ausströmen kann, wobei der Ausströmbereich – analog zum Ausströmbereich der ersten Kammer – derart in Bezug zur ersten Kammer angeordnet ist, dass er, wenn der Druck in der ersten Kammer höher ist als in der zweiten Kammer, durch Einwirken des Innendrucks der ersten Kammer zusammengedrückt wird und sich dadurch der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches der zweiten Kammer verkleinert.
- Der Ausströmbereich der zweiten Kammer kann hierbei so ausgebildet sein, dass über ihn ein Überströmen in die erst Kammer möglich ist oder ein Abströmen von Gas aus dem Gassack heraus. Selbstverständlich müssen die Ausströmbereiche der ersten und der zweiten Kammer nicht identisch ausgebildet sein, sondern es kann z. B. vorgesehen sein, dass über den Ausströmbereich der ersten Kammer Gas in die zweite Kammer überströmen kann, während aus dem Ausströmbereich der zweiten Kammer Gas aus dem Gassack austreten kann. Zudem können selbstverständlich an jeder der beiden Kammern mehrere, auch unterschiedliche Ausströmbereiche vorgesehen sein. Der Gassack kann zudem mehr als zwei Kammern aufweisen, die jeweils wiederum mit einer im Prinzip beliebigen Zahl von Ausströmöffnungen ausgestattet sein können.
- In einer weiteren Variante der Erfindung wird die Ausströmöffnung zusammengedrückt und dadurch ihr Ausströmquerschnitt reduziert oder die Ausströmöffnung verschlossen, solange die erste und die zweite Kammer des Gassacks nicht mit einer Mindestgasmenge befüllt sind. Insbesondere kann die Ausströmöffnung so angeordnet sein, dass ihr Ausströmquerschnitt vom Entfaltungszustand des Gassacks abhängt. Beispielsweise kann die Ausströmöffnung kanalförmig ausgebildet sein, wobei die Länge des Kanals so gewählt ist, dass er erst nach fortgeschrittener Entfaltung, d. h. ab einem gewissen Entfaltungszustand des Gassacks – abhängig von den Innendrücken in den beiden Gassackkammern – freigegeben werden kann.
- Der Ausströmbereich kann auch so angeordnet und ausgebildet sein, dass er bei Anordnung des Gassacks in einem Fahrzeug von Fahrzeuginsassen, die eine gewisse Körpergröße überschreiten, zugedrückt wird, wenn der Fahrzeuginsasse auf den Gassack aufprallt. Somit wird eine adaptive Abstimmung des Kammerinnendrucks in Abhängigkeit von der Körpergröße eines Fahrzeuginsassen ermöglicht.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Es zeigen:
-
1A und1B eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung; -
2A und2B eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung; -
3A und3B eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung; -
4A und4B eine vierte Ausführungsform der Gassackanordnung; -
5A und5B eine fünfte Ausführungsform der Gassackanordnung; -
6A bis6D eine sechste Ausführungsform der Gassackanordnung; -
7 eine Weiterbildung der sechsten Ausführungsform; -
8A bis8C eine siebente Ausführungsform der Gassackanordnung; -
9A bis9C eine achte Ausführungsform der Gassackanordnung. - Die
1A und1B betreffen eine erste Variante der erfindungsgemäßen Gassackanordnung. Ein Gassack1 weist eine erste aufblasbare Kammer11 und eine zweite aufblasbare Kammer12 auf. Die Kammern11 ,12 sind in den1A und1B „aufgeschnitten" dargestellt. - Die erste Kammer
11 weist einen ballonförmigen Hauptbereich111 sowie einen als Ausströmbereich112 ausgebildeten Abschnitt auf, der sich in Form eines Flaschenhalses vom Hauptbereich111 entlang einer Außenseite121 der zweiten Kammer12 erstreckt. - Beim Aufblasen des Gassacks
1 werden die erste und die zweite Kammer11 ,12 mit Gas befüllt, wobei sich in der ersten Kammer ein Innendruck P1 und in der zweiten Kammer ein Innendruck P2 einstellt. Der jeweilige Innendruck P1 bzw. P2 kann dabei z. B. vom Entfaltungszustand des Gassacks, d. h. insbesondere von der Gasmenge, die in den Gassack eingeströmt ist, oder auch von den Volumina der beiden Kammern bzw. ggf. von der Aktivierung weiterer an den Kammern11 ,12 vorgesehener Abströmöffnungen abhängen.1A zeigt die Situation, dass der Innendruck P1 der ersten Kammer11 kleiner ist als der Innendruck P2 der zweiten Kammer12 .1B betrifft den Fall, dass der Druck P1 in der ersten Kammer11 größer ist als in der zweiten Kammer12 . - Dadurch, dass sich der Ausströmbereich
112 der ersten Kammer11 entlang der Außenseite121 der zweiten Kammer12 , d. h. entlang einer Seite eines Gassackmaterials, das die zweite Kammer12 begrenzt, erstreckt, drückt die aufgeblasene zweite Kammer12 den Ausströmbereich112 zu, wenn der Druck P2 in der zweiten Kammer12 den Innendruck P1 der ersten Kammer11 übersteigt. Die Ausströmöffnung112 bildet somit ein Ventil, das sich schließt, wenn P2 größer ist als P1, so dass in diesem Fall kein Gas aus der ersten Kammer11 ausströmen kann. - Liegt hingegen in der ersten Kammer
11 ein höherer Druck P1 als in der zweiten Kammer12 vor, vergrößert sich der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches112 , d. h. der Ausströmbereich112 öffnet sich und Gas kann über den Ausströmbereich aus der ersten Kammer11 heraus strömen. Der Ausströmbereich112 bildet somit einen verschließbaren Kanal, über den Gas aus der ersten Kammer11 entweder in die zweite Kammer12 überströmen oder aus dem Gassack1 heraus nach außen abgeleitet werden kann. - Die
2A und2B betreffen eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung. Ein Gassack1 weist wiederum eine erste Kammer11 und eine zweite Kammer12 auf. Die erste Kammer11 bildet einen abschnittsweise schlauchförmigen Ausströmbereich112 aus, der sich entlang einer Außenseite einer Materiallage123 , die die zweite Kammer12 begrenzt, erstreckt, so dass er einerseits durch einen Abschnitt der Materiallage123 und andererseits durch einen Abschnitt einer Materiallage113 , die die erste Kammer11 begrenzt, ausgebildet wird. Die Materiallage113 ist in der Region des Ausströmbereiches112 mittels zweier einander gegenüberliegender Nähte114 an der Materiallage123 angenäht. - Übersteigt der Innendruck P2 der zweiten Kammer
12 den Innendruck P1 der ersten Kammer11 , wird die Außenseite der Materiallage123 durch Einwirken des Innendrucks P2 im Bereich des Ausströmbereiches112 gegen die Innenseite der Materiallage113 gedrückt (d. h. der Ausströmbereich112 wird zusammengedrückt) und der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches112 verkleinert sich bzw. der Ausströmbereich112 wird vollständig verschlossen, so dass kein Gas aus der ersten Kammer11 ausströmen kann. - Ist der Innendruck P1 der ersten Kammer
11 hingegen größer als Innendruck P2 der zweiten Kammer wird die Materiallage123 in der Region des Ausströmbereiches112 von der Materiallage113 weggedrückt, so dass sich der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches112 vergrößert und Gas aus der ersten Kammer11 ausströmen kann, z. B. aus dem Gassack heraus oder in die zweite Kammer12 hinein. Der Ausströmbereich112 bildet in dieser Variante somit ein Außenventil, über das das Ausströmen von Gas aus der ersten Kammer in Abhängigkeit vom Druckunterschied zwischen der ersten und zweiten Kammer gesteuert wird. - Eine ähnliche Ausführung eines Gassacks zeigen die
3A und3B . Allerdings ist das durch den Ausströmbereich112 gebildete Ventil in dieser Variante der Erfindung als Innenventil ausgeführt. Der Ausströmbereich112 der ersten Kammer11 erstreckt sich innerhalb der zweiten Kammer12 , wobei das Gassackmaterial113 , das die erste Kammer11 begrenzt, in der Nähe des Ausströmbereiches112 innerhalb der zweiten Kammer12 verläuft und mittels zweier Nähte114 an einer Innenseite des Gassackmaterials123 , das die zweite Kammer12 begrenzt, angenäht ist. - Ist der Innendruck P2 der zweiten Kammer
12 größer als der Innendruck P1 der ersten Kammer11 , wird das Gassackmaterial113 im Bereich des Ausströmbereiches112 durch den Innendruck P2 gegen die Innenseite des Gassackmaterials123 gedrückt und der Ausströmbereich112 somit verschlossen (3A ). Ist der Innendruck P1 der ersten Kammer11 jedoch größer als der Innendruck P2, wird das Gassackmaterial113 im Bereich des Ausströmbereiches112 von dem Gassackmaterial123 weggedrückt, so dass sich der Ausströmquerschnitt der Ausströmöffnung112 vergrößert und Gas aus der ersten Kammer11 ausströmen kann (3B ). - Die
4A und4B betreffen eine vierte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung. Ein Gassack1 weist wiederum eine erste Kammer11 und eine zweite Kammer12 auf. In einem Verbindungsbereich100 zwischen den Kammern11 ,12 ist ein Gasgenerator2 zum Aufblasen der Kammern11 ,12 angeordnet. Die erste Kammer11 bildet mit einem Abschnitt einen Ausströmbereich112 aus, der als kanalförmiger Schlauch geformt ist und sich entlang einer Außenseite121 der zweiten Kammer12 erstreckt. Der Ausströmbereich112 schließt sich einem Hauptbereich111 der ersten Kammer11 an, so dass, wenn der Ausströmbereich112 nicht verschlossen ist, Gas aus dem Hauptbereich111 über den Ausströmbereich112 ausströmen kann. - Der Ausströmbereich
112 ist derart relativ zu der zweiten Kammer12 angeordnet, dass er durch die zweite Kammer12 zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck P2 der zweiten Kammer12 den Innendruck P1 der ersten Kammer11 übersteigt. Anderenfalls öffnet sich der Ausströmbereich112 , so dass Gas ausströmen kann. Diese Situation ist in der4A dargestellt. -
4B zeigt den Gassack1 der4A , wobei zur deutlicheren Darstellung des Gassackquerschnitts der obere Teil des Gassacks in Höhe des Ausströmbereiches112 abgeschnitten ist. Der Ausströmbereich112 ist so ausgebildet, dass er, wenn er teilweise geöffnet ist, einen elliptischen Querschnitt besitzt und bei vollständiger Öffnung, d. h. wenn der Innendruck P1 in der ersten Kammer11 den Innendruck P2 der zweiten Kammer12 deutlich übersteigt, einen näherungsweise kreisförmigen Querschnitt hat. - Die
5A und5B betreffen eine weitere erfindungsgemäße Anordnung, die der vierten Ausführungsvariante ähnelt. Der Unterschied zur vierten Ausführungsform der4A und4B besteht darin, dass sich der Ausströmbereich112 der ersten Kammer11 innerhalb und nicht außerhalb der zweiten Kammer12 des Gassacks1 erstreckt. Somit kann aus der ersten Kammer11 Gas in die zweite Kammer12 durch den Ausströmbereich112 hindurch überströmen, wenn der Innendruck P1 der ersten Kammer11 größer ist als der Innendruck P2 der zweiten Kammer12 . - Umgekehrt wird der Ausströmbereich
112 durch Einwirken des Innendrucks P2 zusammengedrückt, wenn dieser größer ist als der Innendruck P1 der ersten Kammer11 . Die5A und5B beziehen sich auf die Situation, dass das durch den Ausströmbereich112 gebildete Ventil geöffnet ist und somit Gas aus der ersten Kammer11 in die zweite Kammer12 übertritt. - Die
6A bis6D betreffen eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gassackanordnung, wonach eine erste Kammer11 eines Gassacks1 einen ersten Ausströmbereich112 und eine zweite Kammer12 des Gassacks1 einen weiteren (zweiten) Ausströmbereich122 zwischen der ersten und der zweiten Kammer11 ,12 ausbildet. - Der zweite Ausströmbereich
122 verläuft zumindest abschnittsweise innerhalb der ersten Kammer11 und wird durch Einwirken des Innendrucks P1 der ersten Kammer11 zusammengedrückt, so dass über den zweiten Ausströmbereich122 kein Gas aus der zweiten Kammer12 in die erste Kammer11 überströmen kann, wenn der Innendruck P1 größer als der Innendruck P2 der zweiten Kammer12 ist. - Umgekehrt strömt Gas über den zweiten Ausströmbereich
122 aus der zweiten Kammer12 in die erste Kammer11 hinein, wenn der Innendruck P2 größer als der Innendruck P1 ist. Der Fall, dass der Innendruck P2 größer als der Innendruck P1 ist, ist in den6A und6B dargestellt, wobei6B einen Schnitt durch den Gassack1 entlang der Linie A-A zeigt. - Gleichzeitig verläuft der erste Ausströmbereich
112 der ersten Kammer11 so entlang der zweiten Kammer12 , dass er durch Einwirken der zweiten Kammer12 (d. h. des Innendrucks P2) verschlossen ist, wenn P2 größer als P1 ist. Somit kann – wie in6A und6B – gezeigt, Gas aus der zweiten Kammer12 in die erste Kammer11 über den zweiten Ausströmbereich122 hinein-, jedoch nicht über den ersten Ausströmbereich112 aus der ersten Kammer11 herausströmen. - Den umgekehrten Fall, dass der Innendruck P2 kleiner ist als der Innendruck P1 der ersten Kammer
11 , zeigen die6C und6D . Der Ausströmbereich122 der zweiten Kammer12 ist verschlossen, während der Ausströmbereich112 der ersten Kammer11 geöffnet ist, so dass Gas aus der ersten Kammer11 in die zweite Kammer12 durch den Ausströmbereich112 hindurch übertreten kann. Ein Ausströmen von Gas aus der zweiten Kammer12 in die erste Kammer11 hinein, ist jedoch durch den verschlossenen Ausströmbereich122 der zweiten Kammer12 blockiert. - Eine Weiterbildung des Gassacks der
6A bis6D zeigt die7 , wobei der Gassack1 in Draufsicht und in nicht aufgeblasenen und ungefalteten Zustand dargestellt ist. Der Gassack1 weist ebenfalls eine erste Kammer11 und eine zweite Kammer12 auf, die jeweils einen Ausströmbereich112 bzw.122 ausbilden. In einem Übergangsbereich100 zwischen den beiden Kammern11 ,12 ist ein Rohrgasgenerator2 angeordnet, wobei Ausströmöffnungen des Rohrgasgenerators2 von einem Gasstromverteiler21 umgeben sind, der einen vom Rohrgasgenerator2 ausgehenden Gasstrom in zwei Teilströme aufteilt, die jeweils in eine der beiden Kammern11 ,12 geleitet werden. - Die erste Kammer
11 ist zum einen durch eine erste Naht115 , die entlang eines Abschnittes105 des Umfanges eines Gassackzuschnittes, aus dem der Gassack1 gebildet ist, verläuft, begrenzt. Die Naht115 verbindet zwei Gassacklagen113A ,113B miteinander, die die erste Kammer11 bilden und in nicht aufgeblasenen Zustand des Gassacks aneinanderliegen. In der Darstellung der7 ist die (obere) Gassacklage113A dem Betrachter zugewandt. Zum anderen ist die erste Kammer11 durch eine zweite Naht116 begrenzt, die sich etwa vom Verbindungsbereich100 bis zum Ausströmbereich112 erstreckt. - Die zweite Kammer
12 ist durch eine Naht125 sowie einer der Naht125 im Wesentlichen gegenüberliegende Naht126 begrenzt. Eine äußere Hülle der zweiten Kammer12 wird durch die Gassacklagen113A ,113B , die ebenfalls die erste Kammer11 begrenzen, gebildet. Zwischen den Gassacklagen113A ,113B befinden sich jedoch im Unterschied zur ersten Kammer11 zwei zusätzliche, innere Materiallagen200 ,201 . Durch die abschnittsweise entlang eines Umfanges des Gassackzuschnittes100 verlaufende Naht125 sind alle vier Materiallagen113A ,113B ,200 und201 der zweiten Kammer12 miteinander verbunden. Die zweite Naht126 verbindet hingegen nur die beiden inneren Lagen200 ,201 miteinander, so dass die zweite Kammer12 taschenartig durch die inneren Lagen200 ,201 begrenzt ist und mit einem Abschnitt250 , der sich von der Naht116 der ersten Kammer bis zur Naht126 erstreckt, in die erste Kammer11 hineinragt. Ein Teil des Abschnitts250 ist einerseits durch die Naht126 und andererseits durch einen kreisförmigen Abnäher260 begrenzt und bildet den Ausströmbereich122 . - In einem dem Ausströmbereich
122 gegenüberliegenden Bereich des Abschnitts250 entsteht gleichzeitig der Ausströmbereich112 der ersten Kammer11 , wobei der Ausströmbereich112 zwischen der ersten äußeren Materiallage113A und der ersten inneren Lage200 sowie zwischen der zweiten äußeren Materiallage113B und der zweiten inneren Lage201 verläuft. Der Ausströmbereich112 ist einerseits durch die Naht116 und andererseits durch einen weiteren Abnäher270 bzw. eine weitere Naht begrenzt. - Wie mit Bezug zu den
6A bis6D bereits erläutert, kann Gas aus der zweiten Kammer12 in die erste Kammer11 überströmen, wenn der Innendruck P2 in der zweiten Kammer12 größer ist als der Innendruck P1 in der ersten Kammer11 . Hierbei tritt Gas aus einer Ausströmöffnung1222 des Ausströmbereiches122 in die erste Kammer11 über. In diesem Fall ist der erste Ausströmbereich112 der ersten Kammer11 verschlossen. Umgekehrt tritt Gas aus der ersten Kammer11 durch eine Ausströmöffnung1122 des Ausströmbereiches112 in die zweite Kammer, wenn der Druck P1 größer ist als der Druck P1, wobei der Ausströmkanal122 zusammengedrückt wird, was einerseits das Abströmen durch den Ausströmkanal122 blockiert und andererseits den Querschnitt des Ausströmbereiches112 der ersten Kammer11 vergrößert. - Die
8A bis8C betreffen ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Gassackanordnung. Ein Gassack1 weist wiederum eine erste Kammer11 und eine zweite Kammer12 auf. Die erste Kammer11 bildet einen Ausströmbereich112 aus, der sich entlang einer Außenseite der zweiten Kammer12 erstreckt und durch eine Naht114 begrenzt ist, wobei die Naht114 eine Materiallage113 , die die erste Kammer11 bildet, mit einer Materiallage123 , die die zweite Kammer bildet, verbindet. In der Region des Ausströmbereiches112 weist die Außenseite der ersten Kammer12 , d. h. die Materiallage123 , eine Ausströmöffnung1223 auf, die von der Materiallage113 überdeckt wird. - Ist der Druck in der zweiten Kammer
12 größer als in der ersten Kammer11 , wird die Materiallage123 gegen die Materiallage113 gedrückt, so dass der Ausströmbereich112 und insbesondere die Ausströmöffnung1223 verschlossen ist. Dies ist in der8B gezeigt, wobei zur besseren Darstellung der Gassack1 entlang der Linie A-A abgeschnitten dargestellt ist. - Den umgekehrten Fall, dass der Innendruck der ersten Kammer
11 größer ist als der Innendruck der zweiten Kammer12 zeigt die8C . Hier vergrößert sich der Querschnitt des Ausströmbereiches112 dadurch, dass die Materiallage123 in der Region des Ausströmbereiches112 von der Materiallage113 weggedrückt wird, so dass Gas aus der ersten Kammer11 durch den Ausströmbereich112 und die Ausströmöffnung1223 hindurch in die zweite Kammer12 übertreten kann. - Die
9A bis9C betreffen eine zur Ausführungsform der8A bis8C ähnliche Variante der erfindungsgemäßen Gassackanordnung, mit dem Unterschied, dass der Ausströmbereich112 der ersten Kammer12 eine Ausströmöffnung1123 aufweist, die in einem Abschnitt1131 der Materiallage113 , die die erste Kammer11 begrenzt, gebildet ist, so dass über die Ausströmöffnung1123 Gas aus der ersten Kammer11 aus dem Gassack1 heraus nach außen ausströmen kann. - Ist der Innendruck der zweiten Kammer
12 höher als der Innendruck der ersten Kammer11 , wird die Materiallage123 , die die zweite Kammer12 begrenzt, gegen einen Abschnitt1131 der Materiallage113 gedrückt, so dass die Ausströmöffnung1123 verschlossen ist und kein Gas aus der ersten Kammer nach außen austreten kann. Ist umgekehrt der Innendruck in der ersten Kammer11 größer, wird die Materiallage123 in der Region des Ausströmbereiches112 vom Abschnitt1131 weggedrückt, so dass der Ausströmbereich112 und insbesondere die Öffnung1123 freigegeben wird und Gas durch sie hindurch aus dem Gassack heraus ausströmen kann. Dies ist in9C dargestellt. - Es wird darauf hingewiesen, dass die verschiedenen, im Zusammenhang mit unterschiedlichen Ausführungsbeispielen beschriebenen Ausströmbereiche selbstverständlich auch in Kombination oder mehrfach an einer Kammer oder ggf. an mehreren Kammern eines Gassacks ausgebildet sein können.
-
- 1
- Gassack
- 11
- erste Kammer
- 111
- Hauptbereich
- 112
- Ausströmbereich erste Kammer
- 1122
- Ausströmöffnung
- 12
- zweite Kammer
- 122
- Ausströmbereich zweite Kammer
- 1221
- Endabschnitt
- 1222
- Ausströmöffnung
- 113, 113A, 113B, 123
- Materiallage
- 1131
- Abschnitt Materiallage
- 114, 115, 116, 125, 126
- Naht
- 100
- Verbindungsbereich
- 2
- Rohrgasgenerator
- 105
- Abschnitt Umfang
- 200, 201
- innere Materiallage
- 250
- Abschnitt
- 260, 270
- Abnäher
- 1123, 1223
- Ausströmöffnung
- P1
- Innendruck erste Kammer
- P2
- Innendruck zweite Kammer
Claims (18)
- Gassackanordnung für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, mit – einem Gassack (
1 ) und – mindestens einer ersten und eine zweiten aufblasbaren Kammer (11 ,12 ) des Gassacks, wobei – die erste Kammer (11 ) mindestens einen als Ausströmbereich (112 ) ausgebildeten Abschnitt aufweist, über den Gas aus der ersten Kammer (11 ) ausströmen kann, und wobei – der Ausströmbereich (112 ) derart relativ zu der zweiten Kammer (12 ) angeordnet ist, dass der Ausströmbereich (112 ) durch Einwirken des Innendrucks (P2) der zweiten Kammer (12 ) zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ) höher ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ), und sich dadurch der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches (112 ) verkleinert. - Gassackanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
112 ) durch Einwirken des Innendrucks (P2) der zweiten Kammer (12 ) so zusammengedrückt wird, dass er im Wesentlichen vollständig verschlossen ist. - Gassackanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
112 ) so ausgebildet und vorgesehen ist, dass über ihn Gas aus der ersten Kammer (11 ) in die zweite Kammer (12 ) strömt, wenn der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ) größer ist als in der zweiten Kammer (12 ). - Gassackanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
112 ) als Kanal ausgebildet ist, der sich innerhalb der zweiten Kammer (12 ) erstreckt. - Gassackanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
112 ) so ausgebildet und vorgesehen ist, dass über ihn Gas aus der ersten Kammer (11 ) aus dem Gassack (1 ) heraus ausströmt, wenn der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ) größer ist als der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ). - Gassackanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
112 ) als Kanal ausgebildet ist, der sich außerhalb der zweiten Kammer (12 ) erstreckt. - Gassackanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Kanal zumindest abschnittsweise entlang einer Außenseite der zweiten Kammer (
12 ) erstreckt. - Gassackanordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal schlauchförmig ausgebildet ist.
- Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kammer (
11 ) durch ein Gassackmaterial (113 ) begrenzt ist und ein Abschnitt (1131 ) des Gassackmaterials (113 ) oder eine mit dem Gassackmaterial (113 ) verbundene Materiallage zumindest abschnittsweise den Ausströmbereich (112 ) begrenzt. - Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass – die zweite Kammer (
12 ) ebenfalls einen als Ausströmbereich (122 ) ausgebildeten Abschnitt aufweist, über den Gas aus der zweiten Kammer (12 ) ausströmen kann, wobei – der Ausströmbereich (122 ) derart in Bezug zu der ersten Kammer (11 ) angeordnet ist, dass er durch Einwirken des Innendrucks (P1) der ersten Kammer (11 ) zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ) höher ist als der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ), und sich dadurch der Ausströmquerschnitt des Ausströmbereiches (122 ) der zweiten Kammer (12 ) verkleinert. - Gassackanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
122 ) der zweiten Kammer (12 ) so ausgebildet und vorgesehen ist, dass über ihn Gas aus der zweiten Kammer (12 ) in die erste Kammer (11 ) strömt, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ) größer ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ). - Gassackanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausströmbereich (
122 ) der zweiten Kammer (12 ) so ausgebildet und vorgesehen ist, dass über ihn Gas aus der zweiten Kammer (12 ) aus dem Gassack (1 ) heraus ausströmt, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ) größer ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ). - Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausströmöffnung (
112 ) zusammengedrückt und dadurch ihr Aus strömquerschnitt reduziert oder die Ausströmöffnung (112 ) verschlossen ist, solange die erste und die zweite Kammer (11 ,12 ) des Gassacks (1 ) nicht mit einer Mindestgasmenge befüllt sind. - Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausströmöffnung (
112 ) so angeordnet und ausgebildet ist, dass ihr Ausströmquerschnitt vom Entfaltungszustand des Gassacks (1 ) abhängt. - Gassackanordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausströmöffnung (
112 ) in Form eines Kanals ausgebildet ist, dessen Länge so gewählt ist, dass der Kanal im Wesentlichen verschlossen ist, solange der Gassack (1 ) nicht einen bestimmten Entfaltungszustand erreicht hat. - Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass – die erste Kammer (
11 ) einen ersten Ausströmbereich (112 ) und die zweite Kammer (12 ) einen zweiten Ausströmbereich (122 ) aufweist, wobei – über den ersten Ausströmbereich (112 ) Gas aus der ersten Kammer (11 ) in die zweite Kammer (12 ) strömt, wenn der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ) größer ist als der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ), und – über den zweiten Ausströmbereich (122 ) Gas aus der zweiten Kammer (12 ) in die erste Kammer (11 ) strömt, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ) größer ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ). - Gassackanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kammer (
11 ) einen weiteren Ausströmbereich aufweist, der ebenfalls durch Einwirken des Innendrucks (P2) der zweiten Kammer (12 ) zusammengedrückt wird, wenn der Innendruck (P2) der zweiten Kammer (12 ) höher ist als der Innendruck (P1) der ersten Kammer (11 ). - Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem mit einer Gassackanordnung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.
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