DE19953152C1 - Verfahren zur naßchemischen Oberflächenbehandlung einer Halbleiterscheibe - Google Patents
Verfahren zur naßchemischen Oberflächenbehandlung einer HalbleiterscheibeInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur naßchemischen Oberflächenbehandlung einer Halbleiterscheibe nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung, insbesondere nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung in einer Läppmaschine, mittels einer Abfolge von Behandlungsschritten. Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt im wesentlichen eine naßchemische Oberflächenreinigung vorzugsweise zur Neutralisation und Beseitigung des Läppslurrys, eine saure Ätzbehandlung vorzugsweise zur Beseitigung der mechanisch aufgebrachten Damages und zur Oberflächenglättung und Metallentfernung sowie eine abschließende Trocknung und Hydrophilierung der gereinigten und geätzten Oberfläche.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur naßchemischen
Oberflächenbehandlung einer Halbleiterscheibe nach einer mecha
nischen Oberflächenbehandlung, insbesondere nach einer mechani
schen Oberflächenbehandlung in einer Läppmaschine, mittels einer
Abfolge von Behandlungsschritten, bei denen verschiedene Agen
zien auf die Oberfläche der Halbleiterscheibe einwirken.
Die ständig steigende Miniaturisierung bei der Herstellung von
elektronischen Bauelementen hat immer höhere Anforderungen an
die Oberflächenqualität der in der Regel in Scheibenform verwen
deten Halbleitermaterialien wie insbesondere Silicium zur Folge.
Dies gilt nicht nur für die geometrische Qualität der Oberflä
chen, sondern auch für ihre Reinheit, chemische Beschaffenheit,
Partikel- und Fleckenfreiheit.
Um diese Parameter in reproduzierbarer Weise beeinflussen und
steuern zu können, wurden insbesondere naßchemische Oberflächen
behandlungsverfahren und Vorrichtungen hierfür entwickelt. Diese
Verfahren und Vorrichtungen werden insbesondere im Anschluß an
mechanische Oberflächenbehandlungen, wie Schleifen, Läppen oder
Polieren angewendet. Gekennzeichnet sind diese Verfahren gemäß
dem Stand der Technik durch eine Abfolge von Behandlungsschrit
ten, bei denen verschiedene wäßrige, saure oder alkalische
und/oder mit Gasen beaufschlagte Agenzien auf die Oberflächen
einwirken. Als Stand der Technik seien hier stellvertretend die
US 5,714,203, die US 5,451,267 und die von W. Kern und D. A.
Puotinen in RCA Review 31, Nr. 2, S. 187-206 (1970) angegebene, aus einer
Folge von Reinigungs-, Spül-, Hydrophilierungs- und Hydrophobie
rungsschritten bestehende Abfolge von naßchemischen Behandlungs
schritten, genannt.
Darüber hinaus beschreibt die US 5,656,097 ein mehrstufiges Rei
nigungsverfahren für Halbleiterscheiben mit mehreren, im alkali
schen Bereich ablaufenden Schritten und einer vor einer sauren
Ätzbehandlung erfolgenden Hydrophilierung. Aus der US 5,922,136
ist bekannt, Halbleiterscheiben nach einer Politur oder vor ei
ner Reinigung nass zu lagern.
Nachteilig an o. g. naßchemischen Reinigungs- und Ätzverfahren
ist, daß Halbleiterscheiben, die durch eine mechanische Oberflä
chenbehandlung, insbesondere durch eine mechanische Oberflä
chenbehandlung in einer Läppmaschine stark verschmutzt sind,
nicht prozessiert werden können.
Die Aufgabe der Erfindung bestand in der Kombination von an
sich bekannten naßchemischen Oberflächenbehandlungsverfahren,
wie Reinigungs- und Ätzverfahren, die geeignet ist, Halbleiter
scheiben nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung, insbe
sondere nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung in einer
Läppmaschine, zu behandeln, insbesondere zu reinigen.
Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur naßchemischen
Oberflächenbehandlung einer Halbleiterscheibe nach einer mecha
nischen Oberflächenbehandlung, insbesondere nach einer mechani
schen Oberflächenbehandlung in einer Läppmaschine, mittels ei
ner Abfolge von Behandlungsschritten, bei denen verschiedene
Agenzien auf die Oberfläche der Halbleiterscheibe einwirken,
das gekennzeichnet ist durch die nachfolgende Abfolge der Be
handlungsschritte a bis j, wobei die Halbleiterscheibe:
- a) in einer Säure gelagert wird,
- b) in einer alkalischen Reinigungslösung mit Ultraschall beaufschlagt wird,
- c) mit deionisiertem Wasser gespült wird,
- d) einer alkalischen Ätzbehandlung unterworfen wird,
- e) mit deionisiertem Wasser gespült wird,
- f) in einer alkalischen Reinigungslösung gegebenenfalls mit Ultraschall behandelt wird,
- g) einer Hydrophilierung unterworfen wird,
- h) einer sauren Ätzbehandlung unterworfen wird,
- i) mit deionisiertem Wasser gespült wird
- j) und abschließend getrocknet und hydrophiliert wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt im wesentlichen eine naß
chemische Oberflächenreinigung vorzugsweise zur Neutralisation
und Beseitigung des Läppslurrys, eine saure Ätzbehandlung vor
zugsweise zur Beseitigung der mechanisch aufgebrachten Damages
und zur Oberflächenglättung und Metallentfernung sowie eine ab
schließende Trocknung und Hydrophilierung der gereinigten und
geätzten Oberfläche.
Nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung, insbesondere
nach einer mechanischen Oberflächenbehandlung in einer Läppma
schine, wird die Halbleiterscheibe in einer Säure gelagert, be
vorzugt zwischen 1 und 12 h. Bevorzugt sind anorganische oder
organische Säuren, wie beispielsweise Salzsäure, Ameisensäure,
Essigsäure oder Zitronensäure. Die Lagerung in einer Säure ist
notwendig, um das noch auf der Oberfläche anhaftende Läppslurry
zu neutralisieren und so Anätzungen in Form sogenannter Läppka
ros zu vermeiden. Bereits geringe Konzentrationen sind zur Neu
tralisation ausreichend, so daß mit Konzentrationen bevorzugt
von 0,01 bis 0,5 Gew-% und besonders bevorzugt von 0.1 bis 0.5
Gew-% gearbeitet wird.
Anschließend wird die Halbleiterscheibe in einer alkalischen
Reinigungslösung mit einer Konzentration bevorzugt von 1 bis 25
Gew-% und besonders bevorzugt von 5 bis 15 Gew-% gereinigt und
gegebenenfalls mit Ultraschall beaufschlagt. Das alkalische
Reinigungsmittel in der wässrigen Reinigungslösung umlagert die
abzureinigenden Partikel und unterstützt dadurch das Ablösen
der Partikel durch den Ultraschall. Ohne Ultraschalleinwirkung
ist die Reinigungswirkung geringer, was bedeutet, daß zum Rei
nigen der Scheiben längere Behandlungszeiten bzw. mehr Behand
lungsbäder notwendig sind. Die Alkalität des Reinigungsmittels
sorgt für eine leichte Anätzung der Siliciumoberfläche im sub
micron Bereich und unterstützt dadurch die Reinigungswirkung.
Das alkalische Reinigungsmittel hat eine Temperatur bevorzugt
von 20 bis 80°C. Dieser Temperaturbereich unterstützt die al
kalische Anätzung der Oberfläche, während eine Blasenbildung,
die Ultraschallwirkung beeinträchtigt, nicht auftritt.
Nach dieser naßchemischen Oberflächenbehandlung wird die Halb
leiterscheibe mit deionisiertem Wasser gespült. Die alkalische
Reinigungslösung muß dabei vollständig von den Scheiben abgewa
schen werden, um Beeinträchtigungen der nachfolgenden Behand
lungsschritte durch Medienverschleppung zu vermeiden.
Anschließend wird die Halbleiterscheibe einer alkalischen Ätz
behandlung unterworfen. Der Ätzabtrag erfolgt zur Unterstützung
der Reinigung. Partikel, die trotz der vorangegangenen Reini
gungsschritte noch fest auf der Oberfläche oder in der durch
das Läppen verursachten Mikrorißzone verankert sind, werden
durch den Ätzangriff und die damit verbundene Ablösung der
obersten Siliciumschichten der Halbleiterscheibe entfernt bzw.
freigelegt. Die alkalische Ätzbehandlung erfolgt vorzugsweise
in einer Alkalilauge, beispielsweise Natron- oder Kalilauge.
Der Ätzangriff beim alkalischen Ätzen ist richtungsabhängig
(anisotropes Ätzen). Die alkalische Ätze ist außerdem konzen
trations- und temperaturabhängig. Bei der Verwendung von Kali
lauge als Ätzmedium ist die Ätzrate proportional zur vierten
Potenz der H2O-Konzentration. Das Ätzratenmaximum liegt bei
ca. 20 Gew.-% KOH. Der bevorzugte und besonders bevorzugte Kon
zentrations- und Temperaturbereich wird so eingestellt, so daß
sich nach dem Ätzen eine homogene Oberfläche auf den Silicium
scheiben in Bezug auf Glanz, Rauhigkeit und Oberflächenstruktur
im Microbereich ausbildet. Die Konzentration der Lauge beträgt
bevorzugt von 40 bis 60% und besonders bevorzugt von 45 bis 55
%. Die Temperatur der Lauge beträgt bevorzugt von 90 bis 130°C
und besonders bevorzugt von 110 bis 125°C.
In dem bevorzugten Temperaturbereich läuft die chemische Reak
tion homogen und gut kontrollierbar ab, so daß keine Inhomoge
nitäten auf der Siliciumscheibe in bezug auf die Oberflächenei
genschaften wie Glanz, Rauhigkeit und Oberflächenstruktur im
Mikrobereich entstehen und als Flecken auf den Scheiben sicht
bar werden. Bei geringerer Temperatur ist die Oberflächenstru
kur im Mikrobereich verändert. Bei höheren Temperaturen fängt
die Ätzlösung an zu sieden; damit wird ein homogenes Ätzen ver
hindert.
Nach der alkalischen Ätzbehandlung wird die Halbleiterscheibe
mit deionisiertem Wasser, bevorzugt bei Raumtemperatur gespült,
um den anhaftenden OH--Film abzuwaschen.
Um freigelegte, aber noch an der Scheibenoberfläche anhaftende
Partikel abzureinigen wird die Halbleiterscheibe in einer alka
lischen Reinigungslösung gegebenenfalls Ultraschall behandelt.
Die alkalische Reinigungslösung hat eine Konzentration bevor
zugt von 1 bis 25% und besonders bevorzugt von 5 bis 15%. Das
alkalische Reinigungsmittel hat eine Temperatur bevorzugt von
20 bis 80°C. Nach dieser naßchemischen Oberflächenbhandlung
wird die Halbleiterscheibe wiederum mit deionisiertem Wasser
gespült.
Anschließend wird die Halbleiterscheibe hydrophiliert. Vorzugs
weise erfolgt dies durch ein Verfahren wie es in der US
5,714,203 beschrieben wird. Die Hydrophilierung gewährleistet
bei einer nachfolgenden sauren Ätzbehandlung einen homogenen
Ätzstart, da eine hydrophobe Scheibe mit in der Atmosphäre be
findlichen Gasen reagieren würde.
Die hydrophilierte Halbleiterscheibe wird dann einer sauren
Ätzbehandlung in einem wässrigen Ätzgemisch, das im wesentli
chen HF, HNO3 und ein inertes, in dem Gemisch gelöstes Gas ent
hält, unterworfen. Vorzugsweise erfolgt dies durch ein Verfah
ren und einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, wie
sie in der US 5,451,267 beschrieben werden. Nach dieser naßche
mischen Oberflächenbehandlung wird die Halbleiterscheibe, ins
besondere um die Ätzreaktion zu stoppen, mit deionisiertem Was
ser von der anhaftenden Säure befreit.
Zweckmäßigerweise wird die Halbleiterscheibe im Anschluß ge
trocknet und hydrophiliert. Vorzugsweise erfolgt dies mittels
HF und O3, beispielsweise durch ein Verfahren wie es in der US
5,714,203 beschrieben wird. Aber auch jedes andere Verfahren
zur Trocknung und Hydrophilierung von Halbleiterscheiben ist
geeignet.
An folgendem Beispiel ist die Leistungsfähigkeit des erfin
dungsgemäßen Verfahres und der erfindungsgemäßen Abfolge von
Behandlungsschritten, bei denen verschiedene Agenzien auf die
Oberfläche der Halbleiterscheibe einwirken, dokumentiert.
In dem Beispiel ist die Qualitätsverbesserung in bezug auf vi
suell erkennbare Flecken dargestellt. Die Beurteilung und In
spektion erfolgte unter Neonlicht und Hazelicht. Die Einteilung
der Fleckenarten erfolgte nach ihrer Ursache. Handlingsflecken
resultieren aus Inhomogenitäten der Scheibenoberfläche, die,
insbesondere durch manuelles Scheibenhandling und Trocknung
verursacht werden. Oberflächeninhomogenitäten resultieren aus
einer ungenügenden Reinigung nach einer mechanischen Oberflä
chenbehandlung, insbesondere nach dem Läppen der Oberfläche.
Claims (1)
- Verfahren zur naßchemischen Oberflächenbehandlung einer Halbleiterscheibe nach einer mechanischen Oberflächenbehand lung, insbesondere nach einer mechanischen Oberflächenbehand lung in einer Läppmaschine, mittels einer Abfolge von Behand lungsschritten, bei denen verschiedene Agenzien auf die Ober fläche der Halbleiterscheibe einwirken, gekennzeichnet durch die nachfolgende Abfolge der Behandlungsschritte a bis j, wobei die Halbleiterscheibe:
- a) in einer Säure gelagert wird,
- b) in einer alkalischen Reinigungslösung mit Ultraschall beaufschlagt wird,
- c) mit Reinstwasser gespült wird,
- d) einer alkalischen Ätzbehandlung unterworfen wird,
- e) mit Reinstwasser gespült wird,
- f) in einer alkalischen Reinigungslösung gegebenenfalls mit Ultraschall behandelt wird,
- g) einer Hydrophilierung unterworfen wird,
- h) einer sauren Ätzbehandlung unterworfen wird,
- i) mit Reinstwasser gespült wird
- j) und abschließend getrocknet und hydrophiliert wird.
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