DE19946400A1 - Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn - Google Patents
Verfahren zum Aufwickeln einer MaterialbahnInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn zu einer Rolle angegeben, bei dem die Rolle in einem Wickelbett liegt, von einer Belastungswalze in das Wickelbett gedrückt wird und zumindest während eines Teils des Wickelvorgangs durch ein Druckluftpolster im Wickelbett unterstützt wird. DOLLAR A Hierbei möchte man die Wickelqualität verbessern können. DOLLAR A Dazu drückt die Belastungswalze die Rolle während des gesamten Wickelvorgangs mit einer Mindestbelastung von 0,5 kN/m in das Wickelbett.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufwickeln ei
ner Materialbahn zu einer Rolle, bei dem die Rolle in
einem Wickelbett liegt, von einer Belastungswalze in
das Wickelbett gedrückt wird und zumindest während ei
nes Teils des Wickelvorgangs durch ein Druckluftpolster
im Wickelbett unterstützt wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Papierbahn
als Beispiel für eine Materialbahn beschrieben. Sie ist
jedoch nicht darauf beschränkt, sondern kann bei ande
ren Materialbahnen angewandt werden, bei denen ähnliche
Probleme wie bei Papier auftreten. Beispiel hierfür
sind Karton oder Folien aus Metall oder Kunststoff.
In einem der letzten Herstellungsschritte muß eine Pa
pierbahn, die in der Regel "endlos" produziert wird, zu
handhabbaren Rollen aufgewickelt werden. In vielen Fäl
len geht dem Aufwickeln noch ein Längsschneiden in Pa
pierbahnstreifen voraus. Beim Aufwickeln möchte man ei
nen gewissen Wickelhärteverlauf erreichen. Die Rolle
soll nämlich im Innern härter gewickelt sein als im Be
reich des Umfangs. Die Wickelhärte soll also von innen
nach außen abnehmen.
Die Wickelhärte wird unter anderem durch eine Nipkraft
beeinflußt, die sich im Nip zwischen der Wickelrolle
und den Tragwalzen einstellt, die das Wickelbett bil
den. In erster Näherung kann man davon ausgehen, daß
die Wickelhärte um so höher ist, je größer die Nipkraft
ist.
Der gewünschte Wickelhärteverlauf läßt sich ohne zu
sätzliche Maßnahmen praktisch nicht realisieren. Zu Be
ginn des Wickelvorgangs besteht die Rolle praktisch nur
aus der Wickelhülse. Sie ist also relativ leicht, so
daß sich aufgrund der Nipkraft dementsprechend nur eine
geringe Wickelhärte ergeben würde. Mit zunehmendem
Rollendurchmesser steigt auch das Gewicht der Rolle und
damit die Nipkraft an den Auflagenips, was die Wickel
härte erhöhen würde. Es ist daher bekannt, zu Beginn
des Wickelvorgangs eine Belastungswalze auf der Rolle
ruhen zu lassen, wobei die Belastungswalze die Rolle
mit einer vorbestimmten Kraft in das Wickelbett hinein
drückt. Hierdurch läßt sich die Rolle relativ hart an
wickeln, d. h. die Wickelhärte ist im Bereich des Rol
lenkerns oder der Wickelhülse hoch genug. Da mit zuneh
mendem Rollendurchmesser die Gewichtskraft zunimmt,
wird die Belastung durch die Belastungswalze zunehmend
zurückgeführt. Oft wird mit Hilfe des Druckpolsters im
Wickelbett eine in entgegengesetzte Richtung wirkende
Kraft auf die Rolle aufgebaut. Die Belastung durch die
Belastungswalze wird zurückgenommen, weil sie wiederum
zu einer Erhöhung der Nipkraft an den Auflagenips füh
ren würde, was unerwünscht ist. Die Belastungswalze
wird vielfach nur noch lose oder unter einem relativ
geringen Druck von etwa 0,2 kN/m an der Rolle gehalten,
um ein versehentliches Auswerfen (Kick-out) der Rolle
aus dem Wickelbett zu verhindert.
Trotz aller dieser Maßnahmen kann man gelegentlich be
obachten, daß sich die Rolle nicht so aufbaut, wie dies
an und für sich gewünscht ist. Insbesondere dann, wenn
sich bei einer Papierbahn oder bei einer anderen Bahn
größere Quer- oder Längsprofilabweichungen ergeben,
kann der Lauf der Rolle beim Wickeln sehr unruhig wer
den, so daß man im Grunde genommen nicht einmal davon
ausgehen kann, daß der Wickelhärteverlauf über den ge
samten Umfang der Rolle gleich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Wickel
qualität zu verbessern und den Betrieb sicherer zu ma
chen.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs ge
nannten Art dadurch gelöst, daß die Belastungswalze die
Rolle während des gesamten Wickelvorgangs mit einer
Mindestbelastung von 0,5 kN/m in das Wickelbett drückt.
Diese Maßnahme erscheint an und für sich widersinnig,
weil man durch die zusätzliche Belastung, die die Bela
stungswalze aufbringt, auch die Nipbelastung in den
Auflagenips erhöht, was an und für sich zu einer Erhö
hung der Wickelhärte in den äußeren Bereichen der Wic
kelrolle führen würde. Dieser Effekt ist zwar in gerin
gem Maße vorhanden. Insbesondere im Endabschnitt des
Wickelvorgangs, beispielsweise in den letzten 40% des
Durchmessers, wird durch das Einklemmen der Rolle zwi
schen der Belastungswalze einerseits und dem Wickelbett
andererseits aber ein wesentlich ruhigerer Lauf er
zielt. Ein "Springen" der Rolle und die damit verbunde
ne starke Ungleichmäßigkeit im Wickelhärteverlauf wird
durch die Belastungswalze weitgehend vermieden. Hierbei
ist zu beachten, daß die zusätzliche Nipkraft, die die
Belastungswalze ausübt, bezogen auf die Nipkraft, die
aus dem Rollengewicht resultiert, nur noch von unterge
ordneter Bedeutung ist. Die "negativen" Auswirkungen,
die durch eine Erhöhung der Nipkraft der Belastungswal
ze auf die Rolle zu erwarten sind, werden durch die
"positiven" Auswirkungen dieser Erhöhungen mindestens
kompensiert.
Hierbei ist bevorzugt, daß das Druckluftpolster in Ab
hängigkeit von der Belastung der Belastungswalze ge
steuert wird. Wenn die Belastung der Belastungswalze
erhöht wird, dann wird eben der Druck im Druckluftpol
ster ebenfalls erhöht, so daß man die Nipkraft in den
Auflagenips auf den das Wickelbett bildenden Tragwalzen
begrenzen kann. Hierbei ergibt sich ein gewisser Auto
matismus. Das Druckluftpolster ist, gegebenenfalls un
ter Beachtung weiterer Bedingungen, wie ein Mindest
rollendurchmesser, unmittelbar an die Belastung durch
die Belastungswalze gekoppelt. Da diese zumindest ab
einem vorbestimmten Rollendurchmesser mit einer kon
stanten Kraft wirkt, kann man eine entsprechend kon
stante Gegenkraft mit Hilfe des Druckluftpolsters er
zeugen. Da sich die entsprechenden Kräfte linear über
lagern lassen, wird die Steuerung sehr einfach.
Vorzugsweise wird die Belastungswalze verwendet, um den
Durchmesser der Rolle zu ermitteln, wobei das Druck
luftpolster in Abhängigkeit von vorgebbaren Parametern
der aufgewickelten Materialbahn und vom Durchmesser der
Rolle gesteuert wird. Wenn die Belastungswalze am Um
fang der Rolle anliegt, dann gibt der Ort der Bela
stungswalze eine Information über den Durchmesser der
Rolle. Diese Durchmesserinformation erlaubt es, unter
Berücksichtigung der Parameter der Materialbahn, bei
spielsweise Flächengewicht oder Dichte, auf das Gewicht
und die damit verbundene Gewichtskraft der Rolle zu
rückzuschließen. Aus der Gewichtskraft läßt sich dann
auf die Nipkraft in den Auflagenips der Rolle schlie
ßen. Wenn die Beispielsweise also nicht nur ihre Kraft,
sondern auch ihren Ort, an eine Steuerung weitergibt,
dann kann die Steuerung das Druckluftpolster relativ
genau einstellen.
Vorzugsweise wird das Druckluftpolster so eingestellt,
daß eine vorbestimmte maximale Nipkraft zwischen der
Rolle und den das Wickelbett bildenden Tragwalzen nicht
überschritten wird. Damit wird die Wickelhärte be
grenzt.
Vorzugsweise liegt die maximale Nipkraft in Abhängig
keit von der Papiersortenempfildichkeit im Bereich von
2 bis 5 kN/m. Dieser Wert hat sich als ausreichend er
wiesen, um die gewünschte Wickelhärte zu erzeugen, an
dererseits aber die Materialbahn ausreichend zu scho
nen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß
ein Nipkraftverlauf zwischen Rolle und Tragwalze über
den gesamten Wickelvorgang annähernd konstant bleibt.
Trotz der Belastung durch die Belastungswalze verbleibt
die resultierende Nipkraft, die sich auch unter Berück
sichtigung der Gewichtsentlastung mit Hilfe des Druck
luftpolsters ergibt, annähernd konstant. Mit diesem Be
griff ist gemeint, daß gewisse Variationen durchaus zu
lässig sein können. Die Veränderungen bleiben jedoch
unter 25% eines Mittelwerts des Nipkraftverlaufs. Um
dennoch einen Wickelhärteverlauf einstellen zu können,
bei dem die Wickelhärte von innen nach außen abnimmt,
kann man weitere Maßnahmen ergreifen. beispielsweise
die Antriebsmomente der Tragwalzen unterschiedlich ein
stellen.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist es nun
möglich, daß man die Rolle beim Wickeln beobachtet und
die Belastung durch die Belastungswalze erhöht, wenn
sich ein unruhiger Lauf zeigt. Der unruhige Lauf kann
durch einen Bediener visuell festgestellt werden. Man
kann aber auch Vibrationsmessungen vornehmen und in Ab
hängigkeit von der Frequenz oder der Amplitude der Vi
brationen die Kraft der Belastungswalze erhöhen. Durch
diese Rückkopplungsmöglichkeit läßt sich die Wickelqua
lität der Rolle weiter verbessern. Da die durch das
Druckluftpolster erzeugte Gegenkraft automatisch an die
Kraft der Belastungswalze angeglichen wird, ergeben
sich trotz eines "festeren" Haltens der Rolle im Wic
kelbett keine nennenswert geänderten Wickelhärteverläu
fe.
Mit Vorteil wird das Druckluftpolster erst ab einem
vorbestimmten Rollendurchmesser eingeschaltet, wobei
dieser Rollendurchmesser mit der Belastung durch die
Belastungswalze verändert wird. Bei dieser Vorgehens
weise trägt man der Tatsache Rechnung, daß erst ab ei
nem vorbestimmten Rollengewicht tatsächlich eine Druck
luftentlastung notwendig ist, weil erst ab einem be
stimmten Rollendurchmesser das Rollengewicht so weit
ansteigt, daß die Nipkraft in den Auflagenips die Wic
kelhärte negativ beeinflussen könnte. Durch die Erhö
hung der Kraft der Belastungswalze können sich nun aber
die Verhältnisse verschieben. Wenn beispielsweise auf
grund eines unruhigen Laufs der Rolle eine Erhöhung der
Kraft der Belastungswalze notwendig ist, kann die Summe
aus Belastungskraft und Gewichtskraft bereits dann ei
nen kritischen Wert annahmen, wenn der sonst übliche
Rollendurchmesser noch nicht erreicht ist. In diesem
Fall wird das Druckluftpolster entsprechend früher auf
gebaut.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung näher beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Wickel
vorrichtung und
Fig. 2 verschiedene Kurven zur Darstellung des Wic
kelverfahrens.
Fig. 1 zeigt eine Wickelvorrichtung zum Aufwickeln ei
ner Materialbahn 2 zu einer Wickelrolle 6'. Die Ma
terialbahn 2 wird hierbei auf eine Hülse 6 aufgewic
kelt, die in einem Wickelbett 11 ruht, das durch zwei
Tragwalzen 3, 5 gebildet ist. Das Wickelbett 11 wird
mit Hilfe eines Blaskastens 4, der im Zwickel unterhalb
der Tragwalzen 3, 5 angeordnet ist, mit Druckluft ver
sorgt, d. h. im Wickelbett 11 kann gesteuert ein Druck
luftpolster aufgebaut werden, das zur Unterstützung der
Wickelrolle 6' dient und damit die Auflagekraft der
Wickelrolle 6' auf die Tragwalzen 3, 5 verringert.
Oberhalb des Wickelbettes 11 ist eine Belastungswalze 7
angeordnet, die mit Hilfe eines Motors 8, der im vor
liegenden Fall als Kolben-Zylinder-Motor ausgebildet
ist, über ein Gestänge 9 in Richtung auf das Wickelbett
belastet werden kann. Hierdurch wird die Hülse 6 und
später die Wickelrolle 6' in das Wickelbett 11 hinein
gepreßt, also gegen die Tragwalzen 3, 5. Mit zunehmen
dem Durchmesser der Wickelrolle 6' wandert die Bela
stungswalze 7 nach oben. Für einen größeren Durchmesser
der Wickelrolle 6', der gestrichelt eingezeichnet ist,
ist die Position der Wickelrolle 7 ebenfalls gestri
chelt eingezeichnet.
Die Winkellage, d. h. ein Winkel α, des Gestänges 9 ge
genüber einem Drehpunkt 13 wird mit Hilfe eines Sensors
12 erfaßt. Da die Länge des Hebelgestänges 9 bekannt
ist, läßt sich aus dem Winkel α die Position der Bela
stungswalze 7 relativ zum Wickelbett 11 bestimmen. Die
se Lageinformation kann aber auch auf andere Weise ge
wonnen werden, beispielsweise aus der Ausfahrbewegung
des Motors 8. Es ist schließlich nicht notwendig, daß
die Belastungswalze über ein Hebelgestänge 9 bewegt
wird. Es ist auch denkbar, daß die Belastungswalze 7 in
einer Linearführung angeordnet ist.
Die Positionsinformation des Sensors 12 wird einer
Steuereinrichtung zugeführt. Die Steuereinrichtung
steuert über den Motor 8 eine Kraft F, mit der die Be
lastungswalze 7 auf die Wickelrolle 6' wirkt. Wie wei
ter unten erläutert wird, ist die Kraft der Belastungs
walze abhängig vom Durchmesser der Wickelrolle 6'. Des
wegen sind in Fig. 1 zwei unterschiedliche Kräfte F, F'
angegeben, die bei unterschiedlichen Durchmesser der
Wickelrolle 6' bzw. der Hülse 6 von der Belastungswalze
7 aufgebracht werden. Ferner steuert die Steuereinrich
tung 10 auch den Druck des Blaskastens 4, d. h. den
Druck der Luft im Wickelbett 11.
In Fig. 2 sind nun einige Kurven dargestellt, anhand
derer die Erfindung erläutert werden soll. Hierbei ist
von links nach rechts ein Durchmesser D der Wickelrolle
6' in mm angegeben. Von unten nach oben ist jeweils ei
ne Streckenlast F in kN/m aufgetragen. Mit einer Kurve
14 ist die Streckenlast angegeben, die sich bei zuneh
mendem Durchmesser der Wickelrolle 6' ohne zusätzliche
Maßnahmen ergeben würde. Die negative Streckenlast er
gibt sich daraus, daß zu Beginn des Wickelvorgangs, wo
die Wickelrolle 6' noch relativ leicht ist, die Bahn 2
im Falle ihres Einlaufs über die Tragwalze 3 die Ten
denz hat, die Hülse 6 aus dem Wickelbett 11 herauszuhe
ben. Aus diesem Grunde übt in diesem Bereich die Bela
stungswalze 7 eine relativ große Kraft aus. Diese Kraft
der Belastungswalze ist in einer Kurve 15 aufgetragen.
Schließlich ist mit einer Kurve 16 die Kraft zu erken
nen, mit der die Druckluftentlastung im Wickelbett 11
arbeitet. Diese Kraft ist in einem relativ großen Be
reich des Wickelvorgangs gleich Null. Sie setzt hier
erst bei einem Durchmesser von etwa 950 bis 1000 mm
ein. Aus der Summe der auf die Wickelrolle 6' wirkenden
Kräfte ergibt sich eine Kurve 17. Diese fällt am Anfang
ab, bleibt dann im wesentlichen konstant und steigt
schließlich geringfügig an. Im Sinne der vorliegenden
Erfindung soll ein Verlauf, wie er in der Kurve 17 dar
gestellt ist, als "annähernd konstant" bezeichnet wer
den. Veränderungen gegenüber einem Mittelwert von ±25%
sind hierbei durchaus zulässig.
Zu Beginn des Wickelvorgangs wird, wie gesagt, die Be
lastungswalze 7 mit einer relativ hohen Kraft F in das
Wickelbett 11 gerichtet, so daß die Wickelhülse 6 und
die sich darauf bildende Wickelrolle 6' mit einer rela
tiv hohen Nipkraft oder Nipbelastung gewickelt wird.
Dies erzeugt eine relativ hohe Wickelhärte zu Beginn
des Wickelvorgangs. Da mit zunehmendem Durchmesser der
Wickelrolle die Nipkraft in den Auflagenips zwischen
der Wickelrolle 6' und den Tragwalzen 3, 5 aufgrund des
Eigengewichts der Wickelrolle 6' zunimmt, hat man bis
lang die Belastung durch die Belastungswalze 7 kontinu
ierlich zurückgefahren, bis die Belastung durch die Be
lastungswalze 7 praktisch kaum noch spürbar war. Übli
che Werte lagen hierbei bei 0,2 kN/m. Diese Belastung
F' diente lediglich noch dazu, die Wickelrolle 6' daran
zu hindern, aus dem Wickelbett 3, 5 herausgeworfen zu
werden. Hierbei ging man von der Überlegung aus, daß
eine zu große Belastung durch die Belastungswalze 7
sich negativ auf die Wickelhärte der Wickelrolle 6'
auswirkt. Diese Überlegung ist an und für sich richtig.
Man kann aber beobachten, daß der Wickelhärteverlauf
bei manchen Wickelrolle dennoch unbefriedigend ist.
Versuche haben ergeben, daß ein unbefriedigender Wic
kelhärteverlauf vor allem dann zu beobachten ist, wenn
der Lauf der Wickelrolle 6' sehr unruhig ist. Die Rolle
springt und vibriert in derartigen Fällen, d. h. eine
zuverlässige und reproduzierbare Ermittlung der beim
Wickeln herrschenden Nipkräfte ist im Grunde praktisch
nicht möglich. Ein unruhiger oder unrunder Verlauf kann
viele Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise Dic
kenschwankungen der zulaufenden Materialbahn 2, die
sich bei der Herstellung beispielsweise einer Papier
bahn nicht immer vermeiden lassen. Insbesondere bei hö
heren Wickelgeschwindigkeiten machen sich Schwingungen
in der Lagerung der Tragwalzen 3, 5 bemerkbar, die sich
zudem noch gegenseitig beeinflussen können.
Die erfindungsgemäßen Überlegungen gingen nun dahin,
den Lauf der Wickelrolle 6' wieder zu beruhigen. Hierzu
hat man dann die Belastung durch die Belastungswalze 7
während des gesamten Wickelvorgangs immer bei minde
stens 0,5 kN/m gehalten. Dies ist in der rechten Hälfte
der Fig. 2 ab etwa 1035 mm Rollendurchmesser eingetra
gen. Durch den schraffierten Bereich ist angedeutet,
daß die Belastung durch die Belastungswalze in diesem
Bereich auch höher sein kann, wenn dies erforderlich
ist.
Damit durch die höhere Belastung keine negative Beein
flussung der Wickelhärte auftritt, erhöht die Steuer
einrichtung 10 den Druck im Wickelbett 11 entsprechend.
Dies ist anhand der Kurve 16 erkennbar. Auch hier ist
durch einen schraffierten Bereich angedeutet, daß der
Druck im Wickelbett abhängig ist von der Belastung
durch die Belastungswalze 7. Die Steuerung ist hierbei
relativ einfach zu realisieren, weil sich die Kraft F,
F' der Belastungswalze 7 der Gewichtskraft der Wickel
rolle 6' linear überlagert. Dementsprechend kann man
auch zur Steuerung des Drucks im Wickelbett 11 das
Prinzip der Überlagerung von konstanten und variablen
Drücken verwenden.
Man kann nun der Steuereinrichtung 10 die entsprechen
den Kräfte F, F' der Belastungswalze 7 und die dazuge
hörigen Drücke im Wickelbett 11 in Abhängigkeit von Pa
rametern der Materialbahn, insbesondere Flächengewicht
oder Dichte, vorgeben. Man kann aber auch noch eine
Stelleinrichtung 18 vorsehen, mit deren Hilfe eine Be
dienungsperson den Druck auf die Belastungswalze erhö
hen kann, wenn sich beim Wickeln zeigt, daß die Unruhe
ein tolerierbares Maß übersteigt. Die Beurteilung die
ser Frage kann entweder visuell durch eine Bedienungs
person erfolgen oder anhand von Vibrationsmessungen an
den Tragwalzen 3, 5 oder der Belastungswalze 7 vorge
nommen werden. In gleichem Maße, wie mit Hilfe der
Stelleinrichtung 18 die Belastung der Belastungswalze 7
erhöht wird, wird natürlich auch der Druck im Wickel
bett 11 erhöht.
Der Druck im Wickelbett 11 sollte in Abhängigkeit von
der Papiersorte ihrer Empfindlichkeit so einge
stellt werden, daß die Nipkraft in den Auflagenips zwi
schen der Wickelrolle 6' und den beiden Tragwalze 3, 5
bei etwa 2 bis 5 kN/m liegt.
Mit dem erfindungsgemäßen Vorgehen wird erreicht, daß
die Materialbahnrolle 6' mit Hilfe der Belastungswalze
7 einerseits fest in das Wickelbett eingedrückt wird,
um zu Beginn des Wickelvorgangs die gewünschte hohe
Wickelhärte zu erzeugen und gleichzeitig ein Heraus
schleudern (Kick-out) der Materialbahnrolle aus dem
Wickelbett zu verhindern. Diese Halte- oder Einspann
funktion wird über den gesamten Wickelvorgang beibehal
ten. Andererseits verhindert man durch die Steuerung,
daß die Auflagekraft der Materialbahnrolle 6' auf den
Tragwalzen 3, 5 so groß wird, daß Schäden entstehen.
Die Steuerung erlaubt es, sogar mit erheblich größeren
Kräften an der Belastungswalze 7 zu arbeiten, weil die
Druckluftentlastung für eine entsprechende gesteuerte
Kompensation sorgt.
Claims (8)
1. Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn zu ei
ner Rolle, bei dem die Rolle in einem Wickelbett
liegt, von einer Belastungswalze in das Wickelbett
gedrückt wird und zumindest während eines Teils des
Wickelvorgangs durch ein Druckluftpolster im Wic
kelbett unterstützt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Belastungswalze die Rolle während des ge
samten Wickelvorgangs mit einer Mindestbelastung
von 0,5 kN/m in das Wickelbett drückt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Druckluftpolster in Abhängigkeit von der
Belastung der Belastungswalze gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Belastungswalze verwendet wird,
um den Durchmesser der Rolle zu ermitteln, wobei
das Druckluftpolster in Abhängigkeit von vorgebba
ren Parametern der aufgewickelten Materialbahn und
vom Durchmesser der Rolle gesteuert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Druckluftpolster so einge
stellt wird, daß eine vorbestimmte maximale Nip
kraft zwischen der Rolle und den das Wickelbett
bildenden Tragwalzen nicht überschritten wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die maximale Nipkraft in Abhängigkeit von der
Papiersortenempfindlichkeit im Bereich von 2 bis 5
kN/m liegt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Nipkraftverlauf zwischen
Rolle und Tragwalze über den gesamten Wickelvorgang
annähernd konstant bleibt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß man die Rolle beim Wickeln be
obachtet und die Belastung durch die Belastungswal
ze erhöht, wenn sich ein unruhiger Lauf zeigt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Druckluftpolster erst ab
einem vorbestimmten Rollendurchmesser eingeschaltet
wird, wobei dieser Rollendurchmesser mit der Bela
stung durch die Belastungswalze verändert wird.
Priority Applications (3)
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| DE19946400A Expired - Fee Related DE19946400B4 (de) | 1999-09-28 | 1999-09-28 | Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn |
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