DE19913691A1 - Mauerziegel - Google Patents
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Abstract
Mauerziegel mit parallelen Lager- oder Setzflächen und vertikal hierzu verlaufenden Kanälen, wobei der Mauerziegel auf einer seiner planparallelen Lager- und Setzfläche mit einer eine steife Platte bildenden und das Schwingungsverhalten des Mauerziegels in Bezug auf den Schallschutz verbessernden Deckelschicht, enthaltend Mörtel, ausgerichtet ist.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Mauerziegel mit planparaüelen Lager- oder
Setzflächen und vertikal hierzu verlaufenden Kanälen.
Die Mauerziegel aus Ton oder tonhaltigen Massen mit oder ohne Zugabe von
Magerungsmitteln oder porenbildenden Stoffen werden geformt beispielsweise
durch Strangpressen und gebrannt.
Zur Verbesserung der Wärmedämmung werden die Mauerziegel mit Kanälen
oder Löchern versehen als sogenannte Lochziegel. Durch das mechanische
Bearbeiten der Lagerflächen, insbesondere durch Schleifen, ergeben sich plane
und zueinander parallele Lagerflächen. Derartige Mauerziegel werden auch als
Planziegel bezeichnet. Die Montage erfolgt in der Regel dadurch, daß jeweils
auf einer Schicht von Mauerziegeln eine Verbindungsschicht aus Mörtel
aufgetragen wird, die die Ziegel der einen Lage mit der der nächsthöheren
Lage verbindet. Geschliffene Mauerziegel werden dabei mit Dünnbettmörtel
montiert, was eine Mörtelschicht von 1 mm oder auch weniger ergibt. In
Mauerziegeln verlaufen zum Erreichen einer größeren Wärmedämmung mehr
oder weniger viele vertikale Löcher oder Kanäle. Wird nicht die herkömmliche
Mörtelschicht von 10 mm bis 15 mm Dicke, sondern eine
Dünnbettmörtelschicht verwendet, die vor Ort aufgetragen wird beim Mauern,
werden diese Löcher in den Mauerziegeln an der Lagerfuge nicht mehr
geschlossen, weil der Dünnbettmörtel im Gegensatz zu einer dicken
Mörtelschicht diese Löcher nicht mehr überspannen kann. Bleiben diese
senkrechten Löcher über der Wandhöhe offen, kann es zu Schallübertragungen
im Mauerwerk kommen.
Der Mauerziegel bzw. Planziegel, der einen wesentlichen Vorteil durch den
kontinuierlichen Herstellungsprozeß aufweist und den geringen
Mörtelverbrauch durch die Anwendung des Dünnbettmörtels, hat aber auch
Nachteile. Diese Nachteile bestehen darin, daß
- 1. der Schallschutz des Planziegels sowohl in Bezug auf das Direktschalldämmmaß als auch auf die Schall-Längsleitung geringer ist, da die aussteifende Mörtelfuge fehlt und es dadurch leichter zu im bauakustischen Bereich relevanten Resonanzen kommt.
- 2. Der Wärmeschutz der Planziegelwand wird beeinträchtigt, wenn es zur vertikalen Konektion innerhalb der Wand kommt. Dazu kommt es, sobald die Naß-Nutzschichten durchbrochen werden (z. B. Steckdosen innen und außen) oder eine Naß-Putzschicht fehlt, z. B. wegen einer außenseitigen Verschalung, vorgehängten Fassade oder ähnliches, und/oder ein abschließender Mörtelabgleich auf der Mauerwerkskrone (insbesondere beim Giebel oder unter Mauerwerksöffnungen) fehlt. Das letztere ist ein häufig auftretender Ausführungsmangel auf der Baustelle.
- 3. Der Ziegel muß herstellbedingt geschliffen werden. Dies kann wegen der Maßtoleranzen des großkeramischen Produktes in der Regel erst im gebrannten Zustand erfolgen. Der erforderliche Schleifprozeß ist wegen der Härte des keramischen Scherbens kostenintensiv. Daneben fallen noch Stäube an, die aus arbeitsschutztechnischen Gründen aufgefangen werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Planziegels
aufzuheben.
Erfindungsgemäß wird zur Lösung dieser Aufgabe vorgeschlagen, bei einem
Mauerziegel mit planparallelen Lager- oder Setzflächen den Mauerziegel auf
einer seiner planparallelen Lager- und Setzfläche mit einer eine steife Platte
bildenden und das Schwingungsverhalten des Mauerziegels in Bezug auf den
Schallschutz verbessernden Deckelschicht enthaltend Mörtel auszurüsten.
Auf diese Weise wird ein "Deckel-Ziegel" erhalten. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind den kennzeichnenden Merkmalen der
Unteransprüche entnehmbar.
Gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung wird ein Verfahren zum
Herstellen eines Mauerziegels als keramisches Produkt hergestellt durch
Formen und Brennen mit planparallelem Setz- und Lagerflächen vorgeschlagen,
bei dem auf dem Mauerziegel in gebranntem Zustand werksseitig eine
Deckelschicht enthaltend Mörtel auf eine der Setz- und Lagerflächen
aufgetragen wird und nach dem Erhärten der Deckelschicht der Mauerziegel
auf den beiden Setz- und Lagerflächen durch Auftragen der Deckelschicht in
der erforderlichen Dicke auf die Fertigmaßhöhe HF gebracht wird.
Eine Lösung der aufgezeigten Probleme besteht darin, werksmäßig eine
Mörteldeckung herzustellen. Dies hat insbesondere den Vorteil, daß der
Arbeitsablauf auf der Baustelle nach wie vor beschleunigt wäre (Verarbeitung
wie beim Planziegel mittels Tauchverfahren oder Rollenauftrag) und die
vorgenannte Probleme durch den Mörteldeckel gelöst werden. Der werksmäßig
hergestellte "Deckel-Ziegel" (Deckel-Mörtel) kann witterungsunabhängig, im
Mörtelverbrauch optimiert und vor allem kontinuierlich und damit preiswert
hergesteüt werden. Der Auftrag auf den Ziegel kann beispielsweise durch eine
Düse im Pumpverfahren entweder einseitig oder auf beiden Schnittseiten
erfolgen.
Der erfindungsgemäße Mauerziegel löst die eingangs aufgeführten Probleme
wie folgt:
Der Deckelmörtel bildet eine steife Platte, die das Schwingungsverhalten der
Ziegelstege verbessert. Die Amplituden der Resonanzfrequenz werden
verringert und die Eigenfrequenzen zu höheren Frequenzen hin verschoben und
damit bauakustisch weniger relevant.
Der Deckelmörtel bildet eine winddichte Deckelung des Ziegels. Die offen
verbleibenden Stoßfugen werden durch den Deckel des darüber- und
darunterliegenden Ziegels ebenfalls ausreichend abgedeckt.
Die Abdeckung des Ziegels durch den Mörtel kann werksmäßig
millimetergenau erfolgen. Dadurch entfällt das Schleifen des Ziegels. Die
exakte Höhe des Ziegels kann entweder durch ein "Abstreifen" des Mörtels im
kontinuierlichen Prozeß oder aber durch ein Eintauchen (Eindrücken) des
Ziegels in ein kontinuierlich hergestelltes Mörtelbett erfolgen.
Durch die werksmäßige Deckelung des Ziegels ergeben sich weitere Vorteile:
Durch die Deckelung des Ziegels wird verhindert, daß ein Feuchteeintrag, z. B.
durch Regen in die Kammern des Ziegels erfolgen kann. Ein zur Zeit
notwendiges Abdecken der obersten Steinlage bei Arbeitsunterbrechungen
kann dadurch entfallen.
Durch eine Mörtelmodifikation, z. B. einer Faserarmierung kann das
Verformungsverhalten des Mörtels besser dem Ziegel angepaßt werden,
wodurch es zu einer weiteren Steigerung der Druckfestigkeit des Mauerwerks
kommen würde.
Durch die Modifikation des Mörtels im Hinblick auf eine geschäumte Struktur,
oder aber durch besonders hochwärmedämmende Zuschlagstoffe kann die
Wärmeleitung der Ziegelwand nochmals verbessert werden.
Für die Erstellung der Deckelschicht kann jeder Mörtel eingesetzt werden,
wobei spezielle Mörtel zur Erzielung besonderer Eigenschaften vorgesehen
werden können. Die Abbindezeit des Mörtels wird abgestimmt auf den
Herstellungsprozeß, wobei beschleunigter Mörtel mit Zusatz von
Beschleunigern entsprechend anpaßbar ist.
Die Dicke der Deckelschicht von wenigen Millimetern richtet sich Form und
Struktur des Mauerziegels, der gedeckelt werden soll.
Die Erfindung wird nachfolgend in der Zeichnung an einem
Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Mauerziegel als Planziegel und Lochziegel ausgebildet,
Fig. 2 einen Mauerziegel gemäß Fig. 1 mit erfindungsgemäßer
Deckelschicht.
Der als Planziegel 1 ausgebildete Mauerziegel gemäß Fig. 1 weist die
Setzflächen 10, 11 auf, die zueinander planparallel geschliffen sind, nach dem
Brennen des Produktes. Vertikal zu den Lager- und Setzflächen sind der
Wärmedämmung dienenden Kanäle 12 in den Mauerziegel 1 ausgebildet. Der
Mauerziegel 1 hat nach dem Planschleifen eine Fertigmaßhöhe HP, die
definiert ist. Der erforderliche Schleifprozess zum Erzielen eines genauen
Maßes HP als Fertigmaß ist wegen der Härte des keramischen Produktes
kostenintensiv.
In der Fig. 2 ist der erfindungsgemäß ausgestattete Mauerziegel 1
dargestellt, der bevorzugt nur auf einer seiner Setz- und Lagerflächen mit einer
Deckelschicht 2 auf Basis Mörtel werksseitig ausgestattet ist. Die
Deckelschicht 2 hat eine Höhe DH. Nach dem Aufbringen der Deckelschicht 2
wird diese vor dem Aushärten so abgestreift, daß das Fertigmaß HF erhalten
wird, wobei sich das Fertigmaß des gedeckelten Mauerziegels aus der Höhe
HP des gebrannten Mauerziegels plus der Höhe HD der Deckelschicht ergibt.
Claims (8)
1. Mauerziegel mit planparallelen Lager- oder Setzflächen und vertikal hierzu
verlaufenden Kanälen, dadurch gekennzeichnet, daß der Mauerziegel auf
einer seiner planparallelen Lager- und Setzfläche mit einer eine steife Platte
bildenden und das Schwingungsverhalten des Mauerziegels in Bezug auf
den Schallschutz verbessernden Deckelschicht enthaltend Mörtel
ausgerüstet ist.
2. Mauerziegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Deckelschicht winddicht ist.
3. Mauerziegel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fertigungshöhe HF des Mauerziegels sich aus der Höhe HP des
Mauerziegels plus der Höhe HD der Deckelschicht bestimmt.
4. Mauerziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mauerziegel auf beiden planparallelen Lager- und Setzflächen mit
einer Deckelschicht ausgerüstet ist.
5. Mauerziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckelschicht einen mit Fasern aus Metall und/oder Kunststoff
armierten Mörtel zur Erhöhung der Druckfestigkeit enthält.
6. Mauerziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckelschicht einen eine geschäumte Struktur und/oder
wärmedämmende Zuschlagstoffe aufweisenden Mörtel zur Erhöhung der
Wärmedämmung enthält.
7. Mauerziegel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckelschicht einen Mörtel auf Basis eines früh-, hochfesten
Zementes oder Gips enthält.
8. Verfahren zum Herstellen eines Mauerziegels als keramisches Produkt
durch Formen und Brennen mit planparallelen Setz- und Lagerflächen
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf den
Mauerziegel in gebranntem Zustand werkseitig eine Deckelschicht
enthaltend Mörtel auf eine der Setz- und Lagerflächen aufgetragen wird
und nach dem Erhärten der Deckelschicht der Mauerziegel auf den beiden
Setz- und Lagerflächen durch Auftragen der Deckelschicht in der
erforderlichen Dicke auf die Fertigmaßhöhe HF gebracht wird.
Priority Applications (1)
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19913691A1 (de) |
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-
1999
- 1999-03-25 DE DE1999113691 patent/DE19913691A1/de not_active Withdrawn
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