DE19853130B4 - Verfahren und Einrichtung zum Tiefziehen von Blechteilen - Google Patents
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Abstract
Verfahren
zum Ausformen eines konkav-konvexen Bereiches auf einem Blechteil,
in welchem konkav-konvexen Bereich das Blechteil konkave und konvexe
Krümmungen
in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander aufweist,
– mit Hilfe eines einstufigen Tiefziehverfahrens,
– mittels eines Ziehstempels (2), einer Matrize (3) und eines in der Matrize geführten, auf einer passiven Feder gelagerten beweglichen Schiebers (4), der einen konkav-konvexen Bereich auf der Matrize (3), welcher der Ausformung des konkav-konvexen Bereichs auf dem Blechteil (5) entspricht, zumindest abschnittsweise überdeckt,
– wobei das Blechteil (5) im Zuge der Absenkbewegung des Ziehstempels (2) in Zusammenwirkung mit dem der Matrize (3) voreilenden Schieber (4) zunächst entsprechend der zueinander formnegativen Konturen der Schieberstirnseite (9) und der zugewandten Stempelstirnseite (8) örtlich vorgeformt wird,
– und wobei das Blechteil (5) in der letzten Tiefziehphase formschlüssig zwischen Stempel- (8) und Schieberstirnseite (9) festgehalten wird, während die restlichen Bereiche auf dem Blechteil (5) zwischen Ziehstempel (2) und Matrize...
– mit Hilfe eines einstufigen Tiefziehverfahrens,
– mittels eines Ziehstempels (2), einer Matrize (3) und eines in der Matrize geführten, auf einer passiven Feder gelagerten beweglichen Schiebers (4), der einen konkav-konvexen Bereich auf der Matrize (3), welcher der Ausformung des konkav-konvexen Bereichs auf dem Blechteil (5) entspricht, zumindest abschnittsweise überdeckt,
– wobei das Blechteil (5) im Zuge der Absenkbewegung des Ziehstempels (2) in Zusammenwirkung mit dem der Matrize (3) voreilenden Schieber (4) zunächst entsprechend der zueinander formnegativen Konturen der Schieberstirnseite (9) und der zugewandten Stempelstirnseite (8) örtlich vorgeformt wird,
– und wobei das Blechteil (5) in der letzten Tiefziehphase formschlüssig zwischen Stempel- (8) und Schieberstirnseite (9) festgehalten wird, während die restlichen Bereiche auf dem Blechteil (5) zwischen Ziehstempel (2) und Matrize...
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Tiefziehen von Blechteilen.
- Eine gängige Methode zum Tiefziehen komplexer Blechteile mit tiefen konvexen und konkaven Bereichen ist das mehrfach wirkende Ziehen. Ein Beispiel hierfür ist in der JP 63-80928 A beschrieben – im dort dargestellten Fall die Herstellung eines rotationssymmetrischen Werkstücks mit tiefen konzentrischen konvexen und konkaven Ausprägungen mit Hilfe des dreifach wirkenden Ziehens, wodurch Risse und Einschneidungen vermieden werden sollen. Beim beschriebenen Werkzeug sind sowohl Oberals auch Untergesenk aus je einem Mittelstempel und einem diesen umgebenden Ringstempel aufgebaut. Die insgesamt vier Stempel werden separat über Druckeinrichtungen gesteuert und tauchen während des Tiefziehvorgangs in einer bestimmten Abfolge in das Teil ein. Die Herstellung und Steuerung des zugehörigen mehrzügigen Werkzeug sind jedoch sehr aufwendig und kostenintensiv.
- Die JP 5-76953 A beschreibt ein Verfahren zum Ausformen einer steilen Mulde mit Hilfe eines beweglichen, gesteuert versenkbaren Schiebers, der zu Beginn des Ziehvorgangs im Bereich der zu formenden Mulde aus der Matrize herausragt. Beim Absenken des Ziehstempels taucht der Schieber in die der Mulde entsprechende Ausbuchtung im Stempel ein und zieht dabei Material in diesen Bereich. Anschließend wird der Schieber in die Matrize zurückgezogen, und die Mulde wird durch Formschluß zwischen Ziehstempel und einer zur Mulde formnegativen Erhebung der Matrize ausgeformt. Durch den vorformenden versenkbaren Schieber soll hier sichergestellt werden, daß im Muldenbereich genügend Material vorhanden ist, um die Mulde ohne Risse und Einschnürungen formen zu können.
- Die beiden oben beschriebenen Verfahren verfolgen die Zielsetzung, steile konvexe und konkave Bereiche auf Tiefziehteilen in einem einzigen Abpreßschritt auszuformen. Beide haben allerdings den Nachteil, daß neben (Haupt-) Stempel und Matrize weitere aktive Stempel bzw. Schieber benötigt werden, die relativ zueinander sehr genau separat eingestellt und gesteuert werden müssen. Das macht diese Verfahren aufwendig und teuer.
- Ein zweistufiges Verfahren zum Tiefziehen von Teilen mit steilen Bereichen – insbesondere von Ölwannen – ist aus der
DE 30 18 297 A1 bekannt. Hier wird im ersten Verfahrensschritt der tiefe Teil der Ölwanne ausgeformt. Dann wird ein bewegliches Druckpolster eingebracht, das während des zweiten Verfahrensschritts den in der Mitte des Werkstücks gelegenen Übergangsbereich zwischen tiefer und flacher Wanne gegenüber dem Oberstempel klemmend fixiert und daher keine weiteren Verformungen oder Materialflüsse in dieser kritischen Region gestattet. Durch Einsatz eines solchen Druckpolsters im zweiten Verfahrensschritt sollen tiefe Formen mit kleinen Radien gezogen werden, ohne daß dabei im Übergangsbereich Falten und Risse auftreten. Allerdings sind hierzu zwei Verfahrensschritte notwendig. - Aus der
ist ein Verfahren zur Herstellung eines konischen Behälters bekannt. Hierbei kommt ein Tiefziehstempel zum Einsatz, der aus mehreren konzentrischen konischen Ringen besteht, welche über Druckfedern miteinander verbunden sind. Dieses Verfahren eignet sich zur Ausformung von Ziehteilen, die eine gleichförmige Krümmung aufweisen. Zur Herstellung von Blechteilen, die nah benachbarte konkave und konvexe Krümmungen aufweisen, ist das in derEP 433 203 A1 beschriebene Verfahren nicht geeignet.EP 433 203 A1 - Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein einfaches, prozeßsicheres und kostengünstiges Tiefziehverfahren sowie eine Vorrichtung zu deren Durchführung bereitzustellen, mit dessen Hilfe komplexe Blechteile, die eng benachbarte konvexe und konkave Bereiche enthalten, in hoher Oberflächenqualität hergestellt werden können.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Verfahrensanspruchs 1 und des Vorrichtungsanspruchs 4 gelöst.
- Danach wird ein Teilstück der Matrize durch einen beweglichen Schieber ersetzt. Dieser Schieber ist auf einer Druckfeder so angeordnet, daß er im Ruhezustand eine definierte, durch die Geometrie des auszuformenden Bereichs bestimmte Höhe aus der Matrize herausragt. Beim Absenken des Ziehstempels wird das Blechteil zunächst vom Ziehstempel auf die Stirnseite des Schiebers gedrückt und dort entsprechend der aufeinander formgetreu abgestimmten Gegenkonturen von Schieber und Ziehstempel ausgeformt. Beim weiteren Senken des Stempels wird das Blech zwischen Schieber- und Ziehstempelstirnseite festgehalten, während der Schieber unter der Pressenkraft in die Matrize hineingedrückt wird. So wird schließlich das restliche Blechteilinsbesondere auch die Umgebung des Schiebers – ausgeformt. Der federgelagerte Schieber setzt dem Pressenstempel hierbei einen konstanten Druck entgegen und stellt somit sicher, daß in der Umgebung des Schieberbereiches ein kontrollierter Materialfluß stattfindet. Zur Ausführung des Verfahrens ist nur ein einziger Prozeßschritt notwendig, so daß die Herstellung des Blechteils verfahrensökonomisch optimal abläuft. Die Lagerung des beweglichen Schiebers auf einer Druckfeder ist werkzeugtechnisch einfach und störunanfällig; sie ist weiterhin kostengünstig, da der Schieber durch den Druck des Preßstempels abgesenkt wird und daher für den Schieber keine separate Steuerung benötigt wird. Um eine gleichmäßige Materialverteilung zu gewährleisten, sollte die Bewegung des Schiebers parallel zur Pressenrichtung erfolgen.
- Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht das prozeßsichere Tiefziehen von Blechteilen, insbesondere Außenhautteilen, in hoher Oberflächenqualität, auch und insbesondere dann, wenn die zu formenden Blechteile in randfernen Gebieten steile konkave und/oder konvexe Bereiche enthalten. Durch die frühzeitige selektive Ausformung der kritischen Bereiche wird erreicht, daß das zum Ausformen dieser konvexen und konkaven Ausprägungen benötigte Material rechtzeitig in die betroffenen Bereiche gezogen wird, bevor die benachbarten Bereiche ausgeformt sind und der Materialzufluß abgeschnitten ist. Somit wird verhindert, daß auf dem Blechteil unkontrollierte Faltenbildung, Welligkeiten und sogar Risse und Einschnürungen auftreten, die die Stabilität und die Oberflächenqualität des Werkstücks stark beeinträchtigen, teure Nacharbeit erfordern und zu erhöhtem Ausschuß führen.
- Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung können den Unteransprüchen entnommen werden; im übrigen ist die Erfindung anhand einiger in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles nachfolgend noch erläutert; dabei zeigen:
-
1 eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Einrichtung während der aufeinanderfolgenden Prozeßschritte: -
1a Beginn des Ziehvorgangs; -
1b Beginn des Eintauchens des Schiebers; -
1c Ende des Ausformens des Schieberbereichs; -
1d Ende des Ziehvorgangs; -
2 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäß hergestellten Kotflügels; -
3 einen seitlichen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Einrichtung zur Herstellung des Kotflügels aus2 entlang der Linie III – III; -
4 eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts einer erfindungsgemäß hergestellten Seitenwand (Übergangsbereich der B-Säule in die seitliche Dachbeplankung); -
5 einen seitlichen Schnitt durch die erfindungsgemäße Einrichtung mit eingelegter Seitenwand aus4 entlang der Linie V – V; -
6 einen seitlichen Schnitt durch die erfindungsgemäße Einrichtung mit eingelegter Seitenwand aus4 entlang der Linie VI – VI; -
1 zeigt eine Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Tiefziehverfahrens. In einer Tiefziehpresse1 ist ein zu bearbeitendes Blechteil5 zwischen einem Ziehstempel2 und einer Matrize3 eingelegt und wird seitlich zwischen Niederhaltern6 und der Matrize3 festgehalten. Die einander gegenüberliegenden Stirnseiten8 ,10 von Ziehstempel2 und Matrize3 sind formnegativ zueinander gestaltet. In der Matrize3 ist eine Aussparung ausgebildet, in der ein Schieber4 auf einer Druckfeder7 verschiebbar angeordnet ist; die Stirnseite9 des Schiebers4 ist so geformt, daß sie formnegativ zum gegenüberliegenden Bereich der Stirnseite8 des Ziehstempels2 ist. - Die in
1 dargestellte, durch Ziehstempel2 und Matrize3 auszuformende Geometrie des Blechteils5 ist sehr komplex und enthält sowohl konvexe (Kuppen-) Bereiche11 als auch konkave (Mulden-) Bereiche12 . Der bewegliche Schieber4 wird in diesem Beispiel zur Ausformung eines konvexen (Kuppen-) Bereichs11 auf dem Blechteil eingesetzt, die von einem konkaven (Mulden-) Bereich12 und einem flachen Bereich13 umgeben ist. Dazu ist der bewegliche Schieber4 so auf der Druckfeder7 gelagert, daß er zu Beginn des Tiefziehvorgangs um einen gewissen, durch die Geometrie der auszuformenden benachbarten konkaven bzw. flachen Bereiche12 und13 bestimmten Abstand15 aus der Matrize3 her ausragt (siehe1a ). Beim Absenken des Ziehstempels2 wird das Blechteil5 in Richtung Matrize3 gedrückt und dabei zunächst am herausragenden Schieber4 vorgeformt (siehe1b ). Die Federkraft der Druckfeder7 ist hierbei so groß gewählt, daß der Schieber4 während dieser Vorformung des Blechteils5 nicht bzw. nur sehr wenig in Richtung Matrize3 verschoben wird. Sobald der Formschluß zwischen Schieberstirnseite9 und Stempelstirnseite8 erreicht ist (1c ) und die Kontur der Schieberstirnseite9 auf dem Blechteil5 ausgeformt ist, wird beim weiteren Absenken des Ziehstempels2 der Schieber4 gemeinsam mit dem Blechteil5 in Richtung Matrize3 gedrückt. Dies wird so lange fortgesetzt, bis die restlichen Bereiche14 auf dem Blechteil5 ausgeformt sind (1d ). Dabei wird in dem durch den Schieber4 vorgeformten konvexen (Kuppen-) Bereich11 das Blechteil5 durch den Formschluß zwischen Schieber4 und Ziehstempel2 festgehalten, so daß in diesem Bereich kein Materialfluß mehr stattfindet. So kann der umgebende flache Bereich13 – ohne den störenden Einfluß des konvexen (Kuppen-) Bereichs11 , der eigentlich zu Materialüberschüssen und Spannungen im Blechteil5 führen kann – wellenfrei und in hoher Oberflächenqualität ausgeformt werden. Die Verwendung des Schiebers4 ermöglicht es also, mit geringem Aufwand die sehr komplexen Spannungen beim Tiefziehen der Bereiche11 ,12 ,13 aufzuteilen und den Ablauf des Verformungsprozesses steuerbar zu machen. - Der Abstand
15 , um den der Schiebers4 zu Beginn des Tiefziehvorgangs aus der Matrize3 herausragt, entspricht dem Verschiebeweg des Schiebers4 ; er läßt sich oft nicht genau a priori berechnen, sondern muß für die jeweilige Werkstückgeometrie empirisch bestimmt und eingestellt werden. Daher empfiehlt sich zur Lagerung des Schiebers4 die Ausbildung der Druckfeder7 als Gasdruckfeder, mit Hilfe derer der Abstand15 leicht und schnell durch Einstellung des Federdrucks variiert werden kann. Um eine gute, gleichmäßige Materialverteilung zu erreichen, sollte die Verschiebungsrichtung des Schiebers4 parallel zur Bewegungsrichtung der Tiefziehpresse1 liegen. - Die
2 und3 zeigen ein Beispiel für die Anwendung eines beweglichen Schiebers4 beim Tiefziehen eines Hinterkotflügels16 . Im Bereich des Radlaufs17 enthält der Kotflügel16 eine bogenförmige Rinne18 , entlang derer zwei konvexe (Kuppen-) Bereiche11a und11b unter spitzem Winkel aneinandergrenzen. Beim üblichen Tiefziehen dieser linienförmigen konkaven Rinne18 zwischen den konvexen (Kuppen-) Bereiche11a und11b treten typischerweise Materialverwerfungen auf, die in die benachbarten flachen Umgebungsbereiche14 ausstrahlen und dort Welligkeiten zur Folge haben. Diese Problematik wird verschärft durch die Tatsache, daß die kritischen Regionen, nämlich die konvexen (Kuppen-) Bereiche11a ,11b und die linienförmige konkave Rinne18 sich im Mittelteil eines langen, schmalen Werkstücks befinden, bei dem sich die Materialverteilung während des Tiehziehvorgangs im allgemeinen schwierig kontrollieren läßt. - Abhilfe schafft hier der Einsatz des in die Matrize
3 eingesetzten beweglichen Schiebers4 , der sich – wie in2 gestrichelt angedeutet – über den Radlaufbereich17 erstreckt. Das Blechteil5 , das dem Rohteil des Hinterkotflügels16 entspricht, ist zwischen den Niederhaltern6 und der Matrize3 eingespannt. Beim Absenken des Ziehstempels2 wird auf dem Blechteil5 zunächst der aus den konvexen (Kuppen-) Bereichen11a und11b und der Rinne18 bestehende Radlaufbereich17 zwischen Schieber4 und Ziehstempel2 vorgeformt. Dabei wird das zur Ausbildung der Rinne18 benötigte Material in den Radlaufbereich17 gezogen und wird dann – bedingt durch den Formschluß zwischen Schieber4 und Ziehstempel2 – auch beim weiteren Absenken des Ziehstempels2 an dieser Stelle festgehalten. Dadurch wird sichergestellt, daß in den flachen Umgebungsbereichen14 kein überschüssiges Material anfällt, das zu Wellenbildungen führen könnte. - Ein weiteres Beispiel für die Verwendung eines beweglichen Schiebers
4 im Tiefziehwerkzeug stellt das Tiefziehen einer Kraftfahrzeug-Seitenwand19 dar (siehe4 bis6 ). Der in -
4 dargestellte Ausschnitt der Seitenwand19 enthält eine sattelförmige Mulde20 , die sich im Übergangsbereich21 zwischen einer trogförmigen B-Säule22 und einer flachen seitlichen Dachbeplankung23 befindet. Diese Mulde20 wird einerseits begrenzt durch die relativ steil (> 45°) abfallenden, den Türausschnitten entsprechenden Flanken24 der B-Säule22 , andererseits durch die relativ steil (> 45°) ansteigende Stufe25 zur Dachbeplankung23 . Bei der Ausformung dieser sattelförmigen Mulde20 kann es beim üblichen Verfahren leicht zu Überstreckungen des Blechteils5 kommen, die in die Dachbeplankung23 ausstrahlen und dort zu unerwünschten Welligkeiten führen. Zur Vermeidung dieser Überstreckungen wird erfindungsgemäß bei der Herstellung der Seitenwand19 ein beweglicher Schieber4 in die Matrize3 der Tiefziehpresse1 eingesetzt, der den in4 strichpunktiert dargestellten Bereich26 überdeckt. - Im Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel des Hinterkotflügels sind hier in der Tiefziehpresse
1 die relativen Positionen von Matrize3 und Ziehstempel2 vertauscht, so daß sich in diesem Fall die Matrize3 mitsamt dem in ihr beweglich angeordneten Schieber4 auf den Ziehstempel2 absenkt (siehe5 und6 ). Im Nichtgebrauchszustand ragt der Schieber4 um einen Abstand15 aus der Matrize3 heraus, der so bemessen ist, daß die Schieberstirnseite9 bündig mit den umgebenden Kuppenbereichen29 der Matrize3 abschließt. Der Herausrageabstand15 des Schiebers4 ist somit bestimmt durch den Abstand zwischen Sockel27 und Kamm28 der B-Säule22 . Dadurch wird das Blechteil5 im Bereich der sattelförmigen Mulde20 durch den Schieber4 zunächst auf einer Höhe festgehalten, die der Höhe der benachbarten Kuppen29 auf dem Matrize3 entspricht. Bei dieser Stellung des Schiebers4 wird auf dem Blechteil5 , wie aus6 ersichtlich, die Stufe25 zur Dachbeplankung23 vorgeformt. Dadurch wird erreicht, daß genügend Material in den Muldenbereich20 hineingezogen wird, um diesen Übergangsbereich21 zwischen B-Säule22 und Dachbeplankung23 ohne Übersteckungen auszuformen und somit Welligkeiten im Bereich der Dachbeplankung23 zu vermeiden. Beim weiteren Absenken der Matrize3 wird der Schie ber4 durch den Ziehstempel2 in die Vertiefung30 in der Matrize3 hineingedrückt, wobei durch den Formschluß zwischen Schieberstirnseite9 und Stempelstirnseite8 das Blechteil5 im Überdeckungsbereich26 zwischen Schieber4 und Ziehstempel2 festgehalten wird. Das zum Ausformen der Flanken24 der B-Säule22 notwendige Material wird dann, wie aus5 ersichtlich, von den Seiten her in den Flankenbereich31 gezogen.
Claims (7)
- Verfahren zum Ausformen eines konkav-konvexen Bereiches auf einem Blechteil, in welchem konkav-konvexen Bereich das Blechteil konkave und konvexe Krümmungen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander aufweist, – mit Hilfe eines einstufigen Tiefziehverfahrens, – mittels eines Ziehstempels (
2 ), einer Matrize (3 ) und eines in der Matrize geführten, auf einer passiven Feder gelagerten beweglichen Schiebers (4 ), der einen konkav-konvexen Bereich auf der Matrize (3 ), welcher der Ausformung des konkav-konvexen Bereichs auf dem Blechteil (5 ) entspricht, zumindest abschnittsweise überdeckt, – wobei das Blechteil (5 ) im Zuge der Absenkbewegung des Ziehstempels (2 ) in Zusammenwirkung mit dem der Matrize (3 ) voreilenden Schieber (4 ) zunächst entsprechend der zueinander formnegativen Konturen der Schieberstirnseite (9 ) und der zugewandten Stempelstirnseite (8 ) örtlich vorgeformt wird, – und wobei das Blechteil (5 ) in der letzten Tiefziehphase formschlüssig zwischen Stempel- (8) und Schieberstirnseite (9 ) festgehalten wird, während die restlichen Bereiche auf dem Blechteil (5 ) zwischen Ziehstempel (2 ) und Matrize (3 ) ausgeformt werden. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ausformung von in dem konkav-konvexen Bereich gelegenen konkaven oder konvexen Konturen auf dem Blechteil (
5 ) der Schieber (4 ) zu Beginn des Tiefziehvorgangs über die um liegenden Matrizenbereiche herausragt, daß im Zuge der Absenkbewegung des Ziehstempels (2 ) zunächst zwischen Schieber (4 ) und Ziehstempel (2 ) ein gewünschter konvexer (Kuppen-) Bereich (11 ) vorgeformt wird und daß der Schieber (4 ) dann zusammen mit dem Blechteil (5 ) vom Ziehstempel (2 ) in Richtung der Matrize (3 ) gedrückt wird, wobei die den Schieber (4 ) umgebenden konkaven (Mulden-) Bereiche (12 ) und/oder flachen Bereiche (13 ) ausgeformt werden. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ausformung einer in dem konkav-konvexen Bereich befindlichen sattelförmigen Mulde (
20 ) der Schieber (4 ) das Blechteil (5 ) zu Beginn des Tiefziehvorgangs auf der gleichen Höhe wie die im Umfeld der Mulde (20 ) gelegenen Kuppenbereiche (29 ) auf der Matrize (3 ) hält und daß in der letzten Tiefziehphase der Schieber (4 ) vom Ziehstempel (2 ) in eine Vertiefung (30 ) in der Matrize (3 ) hineingedrückt wird, wobei durch den Formschluß zwischen Schieberstirnseite (9 ), Blechteil (5 ) und Stempelstirnseite (8 ) die sattelförmige Mulde (20 ) ausgeformt wird. - Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Patentansprüche 1 bis 3 zum Ausformen eines konkav-konvexen Bereiches auf einem Blechteil, das konkave und konvexe Krümmungen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander aufweist, – bestehend aus einem Ziehstempel (
2 ), einer Matrize (3 ), und einem in der Matrize geführten beweglichen Schieber (4 ), der einen konkav-konvexen Bereich auf der Matrize (3 ), welcher der Ausformung des konkav-konvexen Bereichs auf dem Blechteil (5 ) entspricht, zumindest abschnittsweise überdeckt, – wobei Schieberstirnseite (9 ) und Stempelstirnseite (8 ) zueinander formnegative Konturen aufweisen, – und wobei der Schieber (4 ) auf einer Druckfeder (7 ) so gelagert ist, daß der Schieber (4 ) zu Beginn des Tiefziehvorgangs einen definierten, durch die geometrische Form der umgebenden Bereiche bestimmten, Abstand (15 ) aus der Matrize (3 ) herausragt, – und wobei weiterhin der Schieber (4 ) unter dem Druck des Ziehstempels (2 ) so weit in die Matrize (3 ) hinein versenkbar ist, daß in der Umgebung des Schiebers (4 ) Formschluß zwischen Ziehstempel (2 ) und Matrize (3 ) erreicht wird. - Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfeder (
7 ) als Gasdruckfeder ausgebildet ist. - Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (
4 ) in Nicht-Gebrauchs-Zustand bündig zu den umliegenden Bereichen der Matrize (3 ) angeordnet ist. - Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (
4 ) parallel zur Druckrichtung der Tiefziehpresse (1 ) linear beweglich ist.
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-
1998
- 1998-11-18 DE DE1998153130 patent/DE19853130B4/de not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Publication date |
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| DE19853130A1 (de) | 2000-05-31 |
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