DE19756467A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Regelung der Qualität von Lackschichten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Regelung der Qualität von LackschichtenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung der
Qualität von lackierten Schichten gemäß dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und
8.
Die Bestimmung und Regelung der Qualität von lackierten Schichten während des
Lackiervorgangs erfolgt bis jetzt visuell und manuell durch geschultes Personal. Die
Bestimmung der Qualität und die daraus resultierende Regelung des Lackiervorgangs
werden ausschließlich von der getrockneten Lackschicht abgeleitet. Eine Meldung
über die Qualität der Lackschicht an das Bedienungspersonal, das den Lackiervor
gang überwacht, erfolgt durch von Hand ausgefüllte Protokolle. Von Nachteil ist hier
bei, daß bei den bis jetzt bekannten Verfahren die Auswertung der ermittelten Informa
tionen für die Regelung des Lackierprozesses unzureichend ist. Die Ursachen der
Qualitätsmängel können nicht nachverfolgt werden, da eine Verbindung zwischen der
Information über die Qualität des Lacks und den Prozeßparametern nicht besteht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem die
Qualität von Lackschichten unter Vermeidung der eingangs genannten Nachteile ge
regelt werden kann. Ferner liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zu schaffen, mit der sich ein solches Verfahren durchführen läßt.
Diese Aufgabe, das Verfahren betreffend, wird durch die Merkmale des Patentan
spruchs 1 gelöst.
Diese Aufgabe, die Vorrichtung betreffend, wird durch die Merkmale des Patentan
spruchs 8 gelöst.
Weitere erfinderische Merkmale sind in den abhängigen Ansprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand einer schematischen Zeichnung näher erläu
tert.
Die einzige zur Beschreibung gehörige Figur zeigt eine Lackiereinrichtung 1, die eine
Lackierkabine 2, eine Trockenkammer 3, drei Meßvorrichtungen 4, 5 und 6, zwei Pro
zeßrechner 7 und 8 sowie Anzeigegeräte 13 und 14 umfaßt. Die Größe der Lackier
kabine 2 wird auf die Abmessungen der zu lackierenden Bauelemente 20 abgestimmt.
Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel wird als Vorrichtung 10 zum Auftragen
des Lacks 21 ein Roboter mit einem Lackierapplikator 11 in Form einer elektrostati
schen Hochrotationsglocke verwendet. Die Vorrichtung 10 ist beweglich in der Lac
kierkabine 2 installiert. An Stelle des Roboters 10 kann auch eine andere Vorrichtung
zum Lackieren der Bauelemente 20 verwendet werden. Roboter 10 mit Lackapplikato
ren 11 sind aus dem Stand der Technik bekannt, und werden deshalb hier nicht näher
erläutert. Dem Roboter 10 wird aus einem oder mehreren Behältern 12 der Lack 21
zugeführt. Der Lack 21 wird vom Bedienpersonal in einer Lackabfüllstation (hier nicht
dargestellt) bereitgestellt. Im Anschluß an den Lackiervorgang wird das Bauelement
20 aus der Lackierkabine 2 herausbefördert. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfah
rens werden nun an der noch feuchten Lackschicht 22 berührungslose Messungen
durchgeführt. Die Messungen erfolgen an mehreren Stellen, die frei wählbar sind.
Hierfür ist die Meßvorrichtung 4 vorgesehen. Sie ist so installiert, daß sie an jede
Stelle bewegt werden kann. Die Meßvorrichtung 4 ist so ausgebildet, daß mit ihr be
rührungslose Messungen durchgeführt werden können. Gemessen wird die Schicht
dicke, die Schichtdickenverteilung, der Anteil des Lösungsmittels sowie der Fest
stoffanteil der feuchten Lackschicht 22.
Mit Hilfe der Meßvorrichtung 5, die in der Lackierkabine 2 installiert ist, wird während
des Lackierens die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und die Luftführung gemessen. Mit
Hilfe der Meßvorrichtung 6, die bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel in den
Lackapplikator 11 eingebaut ist, werden der Lackdurchfluß, die am Lackapplikator 11
anliegende Hochspannung, die Glockendrehzahl des Lackapplikators 11 sowie die
Bewegungs- und Positionsdaten des Roboters 10 erfaßt. Die drei Meßvorrichtungen 4, 5
und 6 sind über Signalleitungen 22 mit den Prozeßrechnern 7 und 8 verbunden. Die
beweglich installierte Meßvorrichtung 4 ist mit einem Antrieb (hier nicht dargestellt)
versehen, der von dem Prozeßrechner 7 gesteuert wird. Zu diesem Zweck sind die
Positionen des lackierten Bauelement 20, an denen Messungen durchgeführt werden
sollen, in dem Prozeßrechner 7 gespeichert. Alle Meßwerte werden den beiden Pro
zeßrechnern 7 und 8 zugeführt und dort gespeichert. In dem Prozeßrechner 7 sind
desweiteren Sollwerte gespeichert. Diese stammen von einer Messung an einer noch
feuchten Lackschicht 22 (hier nicht dargestellt) mit optimalen Voraussetzungen bezüg
lich der Qualität des Lackierergebnisses.
Das Lackierergebnis wird von mehreren Faktoren bestimmt. Wesentlichen Einfluß
hierauf haben die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftgeschwindigkeit in der
Lackierkabine 2 und die Bewegungsführung des Lackapplikators 11 relativ zu dem
Bauelement 20, das gerade lackiert wird. Ferner wird das Lackierergebnis auch von
der Durchflußmenge des Lacks 21, der am Lackapplikator 11 anliegenden Hochspan
nung und der Drehzahl der Hochrotationsglocke des Lackapplikators 11, dem Fest
stoff- und dem Lösungsmittelanteil des Lacks 21, der Schichtdicke sowie der Schicht
dickenverteilung in der lackierten Schicht 22 mitbestimmt. Mit Hilfe des Prozeßrech
ners 7 wird aus allen aktuellen Meßwerten und den Sollwerten eine Qualitätsgröße
bestimmt, die eine exakte Vorhersage über die zu erwartende Güte der Lackschicht 22
nach deren Trocknung gibt. Die Information über die Qualitätsgröße wird dem Prozeß
rechner 8 zugeführt und dort gespeichert. In Abhängigkeit von den aktuell ermittelten
Meßwerten und der Qualitätsgröße regelt der Prozeßrechner 8 zum einen die Luft
feuchtigkeit, die Luftführung und die Temperatur in der Lackierkabine 2. Das gleiche
gilt für den Durchfluß des Lacks, die am Lackapplikator 11 anliegende Hochspannung
und die Glockendrehzahl des Lackapplikators 11 sowie die Bewegungs- und Positi
onsdaten des Roboters 10. Über das Anzeigegerät 13 gibt er dem Bedienpersonal
Empfehlungen, wie die Parameter des Lackapplikators 11, die Bewegungsdaten des
Roboters 10, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftsinkgeschwindigkeit ein
zustellen sind, um die Qualität der lackierten Schicht 22 auch nachfolgender Bauele
mente 20 auf einem vorgegebenen und einheitlich hohen Niveau zu halten. Er gibt
auch Empfehlungen, wie die Zusammensetzung des Lackes 21 bezüglich des Lö
sungsmittel- und Feststoffanteil gegebenenfalls zu ändern sind, um die Qualität der
Lackschicht 22 nachfolgender Lackierungen zu verbessern. Die Änderung des Lö
sungsmittel- und des Feststoffanteils geschieht in der Lackabfüllstation (hier nicht dar
gestellt) und wird vom Bedienpersonal durchgeführt. Auf Grund der Qualitätsgröße
entscheidet der Prozeßrechner, ob das Bauelement 20 in die Trockenkammer 3 weiter
befördert oder ausgesondert wird, wenn davon auszugehen ist, daß die Qualität der
fertigen Lackschicht 22 zu schlecht ist.
Claims (9)
1. Verfahren zur Regelung der Qualität von Lackschichten (22) auf Bauele
menten (20), dadurch gekennzeichnet, daß an beliebigen Stellen Messungen an der
noch feuchten Lackschicht (22) durchgeführt, die Meßwerte gespeichert und zur Vor
hersage der Qualität der getrockneten Lackschicht (22) mit Sollwerten verglichen und
daraus Qualitätsgrößen abgeleitet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an beliebigen
Stellen durch berührungsloses Messen die Schichtdicke, die Schichtdickenverteilung,
die Menge des Lösungsmittelanteils und der Feststoffanteil in der noch feuchten Lack
schicht (22) ermittelt und diese Meßwerte gespeichert werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Feuchtigkeit, die Luftführung und die Temperatur während des Lackierens,
sowie Parameter des Lackapplikators (11), wie Lackdurchfluß, die am Lackapplikator
(11) anliegende Hochspannung und die Glockendrehzahl des Lackapplikators (11)
und die Bewegungsdaten des Roboters (10) ebenfalls gemessen und gespeichert
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
aus den aktuellen Meßwerten und den Sollwerten die Qualität der gerade aufgetrage
nen Lackschicht (22) nach dem Trocknen ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
aus den aktuellen Meßwerten und den Sollwerten eine Regelung des Lackapplikators
(11), der Bewegung des Roboters (10) sowie eine Regelung der Luftfeuchtigkeit, der
Luftführung und der Temperatur während des Lackiervorgangs erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
aus den aktuellen Meßwerten und den Sollwerten langfristige Änderungen der Qualität
der Lackschicht (22) nach dem Trocknen im voraus ermittelt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
aus den aktuellen Meßwerten und den Sollwerten Anweisungen und Empfehlungen für
das Bedienpersonal ermittelt werden.
8. Vorrichtung zum Lackieren von Bauelementen (20), mit einer Lackierkabine
(2), einer Vorrichtung (10) zum Auftragen von Lackschichten (22) und einer Trocken
kammer (3), dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Meßvorrichtung (4) zum
berührungslosen Messen an der noch feuchten Lackschicht (22), eine zweite Meßvor
richtung (5) zum Messen der Luftfeuchtigkeit, der Luftführung und der Temperatur und
eine dritte Meßvorrichtung (6) zum Messen der Lackapplikation vorgesehen sind, daß
die drei Meßvorrichtungen (5, 6, 7) über Signalleitungen (22) mit zwei Prozeßrechnern
(7 und 8) in Verbindung stehen, die untereinander ebenfalls über wenigstens eine Si
gnalleitung (22) miteinander verbunden sind, und daß an den zweiten als Regeleinheit
dienenden Prozeßrechner (8) Anzeigegeräte (13, 14) angeschlossen sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Meß
vorrichtung (4) beweglich zwischen der Lackierkabine (2) und der Trockenkammer (3)
und die zweite Meßvorrichtung (5) innerhalb der Lackierkabine (2) installiert und die
dritte Meßvorrichtung (6) in den Lackapplikator (11) integriert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19756467A DE19756467A1 (de) | 1997-12-18 | 1997-12-18 | Verfahren und Vorrichtung zur Regelung der Qualität von Lackschichten |
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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