DE19747701A1 - Plasmastrahl-Zündung für Verbrennungskraftmaschinen - Google Patents
Plasmastrahl-Zündung für VerbrennungskraftmaschinenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Zündung eines Kraftstoff-Luft-Gemisches
in Verbrennungskraftmaschinen gemäß Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine
Plasmastrahl-Zündeinrichtung gemäß Oberbegriff des Anspruchs 15.
Zur Entzündung von Kraftstoff-Luft-Gemischen in Verbrennungskraftmaschinen werden in
Ottomotoren fast ausschließlich Zündanlagen mit konventionellen Spulenzündungen und
Zündkerzen verwandt. Bei derartigen Systemen erzeugt die von der Zündspule
bereitgestellte Zündenergie, die im Brennraum des Motors freigesetzt wird, eine
Funkenentladung zwischen eng benachbarten Elektroden von Zündkerzen, bei der als
Nachteil relativ hohe Wärmeverluste an den Zündkerzenelektroden auftreten. Die
Übertragung der Zündenergie auf das Kraftstoff-Luft-Gemisch erfolgt durch direkten
Kontakt des Zündfunkens mit dem Kraftstoff-Luft-Gemisch, wodurch eine Ausbildung von
Flammenkernen nur in direkter Umgebung der Elektroden der Zündkerzen stattfindet.
Zudem kann durch den Kontakt mit den relativ kalten Zündkerzenelektroden eine partielle
Auslöschung des Flammenkernes erfolgen. Derartige als Quenchverluste bezeichnete
Verluste lassen sich bei den konventionellen Zündsystemen nicht vermeiden.
Reicht die trotz Quenchverlusten verbleibende Zündenergie unter normalen
Betriebszuständen des Motors für eine sichere Zündung des Kraftstoff-Luft-Gemisches aus,
so können in bestimmten Betriebsbereichen oder Betriebsarten des Motors
Gemischzusammensetzungen auftreten, die mit derartigen Zündverfahren nicht mehr sicher
gezündet werden können. Insbesondere zunehmende Anforderungen an
Verbrennungskraftmaschinen durch den Umweltschutz, wie verringertem Schadstoffausstoß
und besserer Ausnutzung des Kraftstoffes, lassen sich vor allem dadurch erreichen, daß der
Motor im sog. Magerbereich betrieben wird, also im Bereich einer Verringerung des
Kraftstoffanteils am Kraftstoff-Luft-Gemisch. Derartige Gemische sind generell aber
schwieriger zu zünden als fettere Gemische, da die Geschwindigkeit der sich nach der
Zündung im Gemisch ausbreitenden Flammenfront bei einem mageren Gemisch geringer
als bei einem fetten Gemisch ist. Es kommt somit bei konventionellen Zündsystemen zu
unvollständiger Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches oder sogar komplettem
Ausbleiben der Zündung und damit zu Verlusten eines Arbeitstaktes. Somit wird die Grenze
der Abmagerung des Gemisches mit zunehmender Abmagerung durch einen rauhen Lauf
des Motors infolge von Zündaussetzern bestimmt. Um auch bei aus Umweltschutzgründen
erwünschten Magergemischen oder in homogenen Gemischen eine sichere Zündung des
Gemisches zu erreichen, müssen die konventionellen Zündanlagen verbessert oder ersetzt
werden.
Eine Möglichkeit der Verbesserung des Zündverhaltens besteht nach der DE 196 36 712 A1
darin, eine Mehrzahl von Zündelektroden gleichzeitig im Brennraum anzuordnen und mit der
Zündspannung zu beaufschlagen. Derartige Zündsysteme bilden dabei mehrere
Flammenkerne gleichzeitig aus und erreichen damit eine Zündzone größerer Erstreckung,
die eine sichere Zündung auch problematischer Gemischsysteme erlauben soll. Nachteilig
hieran ist insbesondere der hohe konstruktive Aufwand zur Bereitstellung geeigneter
Zündkerzen sowie der benötigte Bauraum am Motor selbst.
Es sind weiterhin Zündverfahren für die Zündung von Kraftstoff-Luft-Gemischen bei
Verbrennungskraftmaschinen bekannt, bei denen mit Hilfe von Plasmaentladungen
thermische Energie in den Brennraum eingebracht und dadurch das Gemisch gezündet wird.
Bei derartigen Plasmazündungen wird durch eine in einen Brennraum hineinragende
Elektrode das in dem Brennraum befindliche Gemisch dadurch gezündet, daß das Gemisch
durch ein Hochfrequenzfeld ausreichender Energie auf eine reaktionsfähige Temperatur
gebracht wird, indem das Gas durch das von der Elektrode in den Brennraum eingebrachte
Hochfrequenzfeld in den elektrisch leitfähigen Plasmazustand gelangt.
Aus der EP 0 211 133 B1 ist eine derartige Einrichtung bekannt, mit der ein solches Plasma
eng begrenzt in dem Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine erzeugt wird und durch
Variation der zugeführten Energie bzw. Frequenz des an der Elektrode anliegenden
Hochfrequenzfeldes die benötigte Zündtemperatur für das Gemisch in einem wählbaren
Raumvolumen bereitgestellt wird. Nachteilig an der beschriebenen Einrichtung ist es, daß
zur Erzielung ausreichender Energiedichten das Plasma räumlich eng begrenzt erzeugt
werden muß und das Plasma sich wegen der beschriebenen längerdauernden Entladung im
wesentlichen im physikalischen Gleichgewicht befindet. Hierdurch wird gerade bei mageren
Gemischen keine ausreichende Zündsicherheit des gesamten Gemisches gewährleistet,
wodurch auch eine unvollständige Verbrennung des Gemisches hervorgerufen werden kann.
In der DE 40 28 869 A1 wird zur Erzielung einer ausreichend hohe Energiedichte des
Plasmas die Plasmaentladung ausschließlich in einer in dem Elektrodenkörper
zurückliegend angeordneten Zündkammer erzeugt wodurch ein Einwirken auf größere
Bereiches des Gemisches und damit eine Erhöhung der Zündsicherheit nicht möglich ist. Zur
Überwindung derartiger Probleme auch bei wechselnden Belastungen des Motors wird in
der DE 31 29 954 C2 vorgeschlagen, eine Abstimmung der Plasmaerzeugung auf die
jeweiligen Betriebsbedingungen des Motors vorzunehmen, um auch bei ungünstigen
Betriebsbedingungen eine sichere Zündung zu gewährleisten.
Zur Verbesserung der Einwirkung eines vorteilhaft in einer Brennraumvertiefung erzeugten
Plasmastrahles wird in der DE 37 13 368 C2 vorgeschlagen, durch die Einwirkung eines das
Plasma in den Brennraum hineintreibenden Magnetfeldes eine Vergrößerung des
Einwirkbereiches des Plasmas auf das zu zündende Gemisch hervorzurufen. Durch eine
derartige Vorgehensweise wird die Plasmaerzeugung und -leitung komplizierter und es wird
der apparative Aufwand stark erhöht.
Allen bekannten Plasmastrahl-Zündeinrichtungen ist dabei gemeinsam, daß die Bildung des
Plasmas räumlich begrenzt in der Nähe der Elektrode erfolgt und daher die Ausbreitung der
Flammenfront nicht grundsätzlich anders als bei herkömmlichen Zündkerzen und damit nicht
für alle Betriebszustände des Motors schnell genug erfolgt.
Es ist daher Aufgabe der folgenden Erfindung, ein Verfahren zur Zündung mit Hilfe einer
Plasmastrahl-Zündeinrichtung derart weiterzubilden, daß sich eine Verbesserung des
Zündverhaltens auch bei schlecht zu zündenden Kraftstoff-Luft-Gemischen ergibt und die
Betriebssicherheit des Motors auch in gemischmäßig ungünstigen Motorzuständen erhöht
wird.
Die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe ergibt sich bezüglich des Verfahrens aus den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 in Zusammenwirken mit den Merkmalen
des Oberbegriffs sowie hinsichtlich der vorrichtungsmäßigen Gestaltung der Plasmastrahl-
Zündeinrichtung nach den Merkmalen des Anspruches 15. Die Unteransprüche beschreiben
jeweils bevorzugte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Plasma
strahl-Zündeinrichtung.
Bei der erfindungsgemäßen Lösung nach Anspruch 1 wird ein Verfahren zur Zündung eines
Kraftstoff-Luft-Gemisches in Verbrennungskraftmaschinen vorgeschlagen, das in
Zusammenwirken mit einer Plasmastrahl-Zündeinrichtung angewendet wird, die mindestens
eine bereichsweise im Inneren eines Brennraumes einer Verbrennungskraftmaschine
angeordnete Elektrode aufweist. Diese Elektrode ist mit einem Hochfrequenzerzeuger
elektrisch verbunden, wobei in einem im Brennraum befindlichen Kraftstoff-Luft-Gemisch
durch ein von dem Hochfrequenzerzeuger bereitgestelltes Hochfrequenzfeld ein Plasma
erzeugt wird. Hierbei wird in erfindungsgemäßer Weise das Hochfrequenzfeld derart auf eine
hohe Spannung geregelt, daß sich an der Elektrode in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch
gleichzeitig eine Mehrzahl hochohmiger Plasmafäden kurzer Dauer ausbilden. Im Gegensatz
zu den bekannten Verfahren zur Zündung mittels Plasmen, die im wesentlichen durch
längerbrennende, stationäre Plasmen erzeugt werden, wird durch die hochfrequenten und
von hoher Spannung hervorgerufenen Plasmaentladungen eine Anzahl sich kurzzeitig und
intensiv ausbildender Plasmafäden gebildet, die zu kurzzeitigen, intensiven Entladungen des
Plasmas führen und viele Flammenkerne in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch hervorrufen,
wodurch sich ein besonders gutes Zündverhalten des Kraftstoff-Luft-Gemisches erreichen
läßt.
In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird das Hochfrequenzfeld
derart betrieben, daß sich das in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch im Brennraum gebildete
Plasma thermisch nicht im Gleichgewicht befindet. Durch die erfindungsgemäße Regelung
des Hochfrequenzfeldes wird erreicht, daß sich kein stationäres Plasma und dadurch keine
gleichmäßige Plasmaentladung geringer Intensität ausbildet, die nur eine geringere
Zündeignung aufweist. Statt dessen wird aufgrund der hohen Frequenz erreicht, daß sich
kurzzeitige, lokale hochohmige Plasmaentladungen in Form von Plasmafäden ausbilden, die
intensive Flammenkerne zur Zündung des Kraftstoff-Luft-Gemisches hervorrufen. Zwar
wirken diese Plasmafäden nur kurzzeitig, dafür aber aufgrund ihrer Anzahl in dem der
Elektrode benachbarten Bereich bei der hohen Potentialdifferenzen besonders intensiv.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung wird das Hochfrequenzfeld mit einer
Frequenz im MHz-Bereich betrieben. Eine derart hohe Frequenz trägt zur Bildung des
instationären, sich nicht im thermischen Gleichgewicht befindlichen Plasmas bei, bei der
Ausgleichsvorgänge durch Entladungen in Form von hochohmigen Plasmafäden und damit
einer intensiven Flammenkernbildung des Kraftstoff-Luft-Gemisches erfolgen.
Besonders günstig ist es, wenn das Plasma durch ein Hochfrequenzfeld mit einem steil
ansteigenden, impulsförmigen Verlauf erzeugt wird, bei dem in weiterer Ausgestaltung der
steil ansteigende impulsförmige Verlauf auf Werte kleiner oder gleich etwa 500 V/µs
begrenzt wird. Durch derartige Spannungsverläufe wird die Bildung der hochohmigen, nur
kurzzeitig brennenden Plasmafäden begünstigt.
In einer anderen Weiterbildung wird das Hochfrequenzfeld auf einen im wesentlichen
sinusförmigen Verlauf ausgeregelt, der im Bereich der Flanken der Sinusfunktion einen steil
ansteigenden Verlauf aufweisen kann.
Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Plasmafäden aus Korona- und/oder Streamer-
Entladungen an der Elektrode gebildet werden. Hierbei können sich in einer Weiterbildung
die Plasmafäden von der Elektrode büschelförmig divergierend in das Kraftstoff-Luft-
Gemisch ausbreiten. Eine derartige Ausbreitung der Plasmafäden in dem nicht im
thermischen Gleichgewicht befindlichen Plasma aufgrund der Regelung der Spannung des
Hochfrequenzfeldes ruft vorteilhafterweise eine großvolumige Ausbreitung von
Flammenkernen hervor, durch die das Kraftstoff-Luft-Gemisch ebenfalls großvolumig
gezündet wird. Hierdurch werden auch von der mindestens einen Elektrode weiter entfernten
Volumina des Kraftstoff-Luft-Gemisches im Brennraum sicher gezündet, wodurch zum einen
eine unvollständige Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches vermieden und gleichzeitig
die Zündsicherheit auch bei zünd-ungünstigen Gemischen erhöht wird.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung bilden sich die Plasmafäden zwischen einer einzelnen
Elektrode und dem Kraftststoff-Luft-Gemisch im Brennraum aus. Es ist auch vorsehbar, daß
die Plasmafäden sich zwischen mehreren im Brennraum angeordneten Elektroden
ausbilden.
Hierbei können in einer Weiterbildung an der Elektrode Barriereentladungen und/oder
strombegrenzende Hochspannungserzeuger vorgesehen werden, die ansonsten eine auch
an konventionellen Zündkerzen vor sich gehende Funkenentladung mit nur geringer
Zündsicherheit sicher verhindern und die Ausbildung der büschelförmig divergierenden
Plasmafäden ermöglichen.
Weitere Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den weiteren
Unteransprüchen angegeben.
Eine erfindungsgemäße Plasmastrahl-Zündeinrichtung für den Einsatz bei dem Verfahren
gemäß Anspruch 1 zeichnet sich dadurch aus, daß die Geometrie der mindestens einen
Elektrode Feldstärkeüberhöhungen des Hochfrequenzfeldes hervorruft, die zu Bildung
kurzzeitiger Plasmafäden in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch führen. Eine derartige
Konzentration der Wirkungen des Hochfrequenzfeldes auf lokal sich bildende, hochohmige
Plasmafäden erlaubt ein sicheres Zünden auch von hinsichtlich ihrer
Gemischzusammensetzungen ungünstigen Kraftstoff-Luft-Gemischen.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Plasmastrahl-Zündeinrichtung
kann die Plasmastrahl-Zündeinrichtung eine oder eine Vielzahl von Elektroden aufweisen. Je
nach zu zündendem Kraftstoff-Luft-Gemisch sowie Betriebszuständen des Motors kann die
Anordnung von einer oder mehrerer Elektroden im Brennraum vorgesehen werden, wobei in
einer weiteren Ausgestaltung die Geometrie der Elektroden so ausgebildet sein kann, daß
eine große Anzahl von Mikroentladungen zur Plasmaerzeugung hervorgerufen wird.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Plasmastrahl-Zündeinrichtung in Form einer über die
ganze Lebensdauer des Motor betreibbaren Zündkerze ausgeführt ist, die aufgrund der nur
geringen benötigten Zündenergie nur geringem Verschleiß unterliegt und dadurch ein
Auswechseln wie z. B. von üblichen Zündkerzen nach nur geringen Laufleistungen
überflüssig macht.
Von besonderem Vorteil ist es, wenn das Verfahren gemäß Anspruch 1 in Magermotoren,
Schichtlademotoren oder Dieselmotoren verwendet wird, da hierdurch die Gemischzündung
dieser zündmäßig nicht unproblematischen Motoren deutlich verbessert werden kann.
Eine besonders vorteilhafte Ausbildung der erfindungsgemäßen Plasmastrahlstrahl-
Zündeinrichtung unter Nutzung des erfindungsgemäßen Verfahrens für
Brennkraftmaschinen zeigt die Zeichnung.
Es zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch den Brennraum einer Verbrennungskraftmaschine
mit darin angeordneter erfindungsgemäßer Plasmastrahl-Zündeinrichtung.
In der einzigen Fig. 1 ist in einer schematischen Darstellung eine erfindungsgemäße
Plasmastrahl-Zündeinrichtung aufgezeigt die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
gemäß Anspruch 1 betrieben wird.
Hierbei ist ein an sich bekannter und daher hier nicht näher beschriebener
Hochfrequenzerzeuger 5 dargestellt, der über ein elektrisches Verbindungskabel 6 mit einer
Elektrode 2 verbunden ist. Diese Elektrode 2 ist derart in einem Brennraum 9 z. B. eines
Zylinders 1 eines nur in Teilen dargestellten Verbrennungskraftmotors bekannter Bauart
angeordnet, daß sie mit ihrem einen Ende in den Brennraum 9 hineinragt und dort mit einem
Kraftstoff-Luft-Gemisch 3 in Berührung kommt, das mit nicht weiter dargestellten
Fülleinrichtungen in den Brennraum 9 eingefüllt wird. Der Brennraum 9 ist in bekannter
Weise durch einen Kolben 7 kurbelseitig abgeschlossen, an dem in ebenfalls bekannter
Weise die Kurbel 8 drehbar angreift.
Das in dem Brennraum 9 befindliche Kraftstoff-Luft-Gemisch 3 wird nun durch die Elektrode
2 durch eine im Ganzen mit 4 bezeichnete, noch näher erläuterte Plasmaentladung 4
gezündet. Die Plasmaentladung 4 wird hervorgerufen durch das Hochfrequenzfeld, das der
Hochfrequenzerzeuger 5 bei gleichzeitig hoher Spannung an die Elektrode 2 überträgt. Im
Umfeld der Elektrode 2 im Inneren des Brennraumes 9 wird hierdurch das Kraftstoff-Luft-
Gemisch 3 elektrisch leitfähig durch Ionisierung der Gemischpartikel.
In erfindungsgemäßer Weise bildet sich dabei das Plasma 4 in Form eines nicht im
thermischen Gleichgewicht befindlichen Plasmas 4 aus, das eine Anzahl gleichzeitig
brennender hochohmiger Plasmafäden 4 in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch 3 hervorruft. Diese
hochohmigen Plasmafäden stellen kurzzeitige, sehr intensive Entladungen dar, die nur einen
Teil der Potentialdifferenz des Hochfrequenzfeldes abbauen und lokal zu einer starken
Ausbildung von Flammenkernen in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch 3 führen.
Die Plasmafäden 4 werden durch eine aus der Fig. 1 nicht weiter hervorgehende
Ausgestaltung der Elektrode 2 dabei in einer büschelförmig divergierenden Weise im
Bereich der Elektrode 2 ausgebildet, so daß sich die Plasmafäden 4 nicht wie bei den
bekannten Plasmazündern nur lokal eng begrenzt ausbilden, sondern die Plasmafäden 4 in
einem weiteren Umfeld Flammenkerne hervorrufen. Hierdurch wird ein großvolumiger Anteil
des Kraftstoff-Luft-Gemisches 3 in dem Brennraum 9 durch viele kleine Flammenkerne
gezündet und kann dadurch schnell und weitgehend vollständig verbrennen. Hierdurch wird
es möglich, neben dem sicheren Zünden auch zündmäßig problematischer Kraftstoff-Luft-
Gemische 3 eine besonders umweltverträgliche Verbrennung hervorzurufen.
1
Brennraum
2
Elektrode
3
Kraftstoff-Luft-Gemisch
4
Plasma/Plasmafäden
5
Hochfrequenzerzeuger
6
Verbindungskabel
7
Kolben
8
Kurbel
9
Brennraum
Claims (19)
1. Verfahren zur Zündung eines Kraftstoff-Luft-Gemisches (3) in Verbrennungs
kraftmaschinen mit einer Plasmastrahl-Zündeinrichtung, die mindestens eine
bereichsweise im Inneren eines Brennraumes (9) einer Verbrennungskraftmaschine
angeordnete Elektrode (2) aufweist, die mit einem Hochfrequenzerzeuger (5)
elektrisch verbunden ist, wobei in einem im Brennraum (9) befindlichen Kraftstoff-Luft-
Gemisch (3) durch ein von dem Hochfrequenzerzeuger (5) bereitgestelltes
Hochfrequenzfeld ein Plasma (4) erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Hochfrequenzfeld derart auf eine hohe Spannung geregelt wird, daß sich an der
Elektrode (2) in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) gleichzeitig eine Mehrzahl
hochohmiger Plasmafäden (4) kurzer Dauer ausbilden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich das in dem
Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) im Brennraum (9) gebildete Plasma (4) thermisch nicht im
Gleichgewicht befindet.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Hochfrequenzfeld mit einer Frequenz im MHz-Bereich betrieben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Hochfrequenzfeld auf einen steil ansteigenden, impulsförmigen Verlauf geregelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der steil ansteigende
impulsförmige Verlauf mindestens etwa 1 kV/µs beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Hochfrequenzfeld auf einen im wesentlichen sinusförmigen Verlauf geregelt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Plasmafäden (4) aus Korona- und/oder Streamer-Entladungen an der Elektrode (2)
gebildet werden.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Plasmafäden (4) von der Elektrode (2) büschelförmig divergierend in das
Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) ausbreiten.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Kraftstoff-Luft-
Gemisch (3) durch die büschelförmig divergierenden Plasmafäden (4) großvolumig
gezündet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Plasmafäden (4) sich
zwischen einer einzelnen Elektrode (2) und dem Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) im
Brennraum (9) ausbilden.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Plasmafäden (4) sich
zwischen mehreren im Brennraum (9) angeordneten Elektroden (2) ausbilden.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
an der Elektrode (2) Funkenentladungen durch Barriereentladungen und/oder durch
strombegrenzende Hochspannungserzeuger (5) vermieden werden.
13. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
nur eine geringe Zündenergie für die Bildung des Plasmas (4) benötigt wird.
14. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) durch die Plasmafäden (4) aktivierte Moleküle
und/oder Radikale entstehen, so daß nach der Verbrennung die Schadstoffe in dem
verbrannten Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) reduziert sind.
15. Plasmastrahl-Zündeinrichtung für den Einsatz bei dem Verfahren gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Geometrie der mindestens einen Elektrode (2)
Feldstärkeüberhöhungen des Hochfrequenzfeldes hervorruft, die zu Bildung
kurzzeitiger Plasmafäden (4) in dem Kraftstoff-Luft-Gemisch (3) führen.
16. Plasmastrahl-Zündeinrichtung gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß
die Plasmastrahl-Zündeinrichtung eine oder eine Vielzahl von Elektroden (2) aufweist.
17. Plasmastrahl-Zündeinrichtung gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die Geometrie der Elektroden (2) so ausgebildet ist, daß eine große Anzahl von
Mikroentladungen zur Erzeugung des Plasmas (4) hervorgerufen wird.
18. Plasmastrahl-Zündeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß die Plasmastrahl-Zündeinrichtung in Form einer über die ganze
Lebensdauer des Motors betreibbaren Zündkerze ausgeführt ist.
19. Verwendung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 in Magermotoren,
Schichtlademotoren oder Dieselmotoren.
Priority Applications (1)
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| DE1997147701 DE19747701C2 (de) | 1997-10-29 | 1997-10-29 | Plasmastrahl-Zündung für Verbrennungskraftmaschinen |
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| DE19747701C2 DE19747701C2 (de) | 1999-12-23 |
Family
ID=7846951
Family Applications (1)
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| DE1997147701 Expired - Lifetime DE19747701C2 (de) | 1997-10-29 | 1997-10-29 | Plasmastrahl-Zündung für Verbrennungskraftmaschinen |
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