DE19710335A1 - Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spindelaufsätzen und Ringspinnmaschine mit Spindelaufsätzen - Google Patents
Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spindelaufsätzen und Ringspinnmaschine mit SpindelaufsätzenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Ring
spinnmaschine mit Spindeln, die Spindelaufsätze aufweisen, und
mit Fadenführern zwischen dem Ausgangswalzenpaar eines Streck
werkes und den Spindelaufsätzen, wobei die Fadenführer zum Ver
ändern ihres Abstandes zu den Spindelaufsätzen höhenverlagerbar
sind sowie eine Ringspinnmaschine, die zum Ausführen dieses
Verfahrens geeignet ist.
Unter Spindelaufsätzen im Sinne dieser Anmeldung werden sowohl
sogenannte Spinnkronen, von denen bspw. die FR 1 002 510 eine
Ausführungsform zeigt, als auch sogenannte Spinnfinger gemäß DE 21 12 035 A1
verstanden. Die vorgeschlagenen Verfahren und Vor
richtungen lassen sich an beiden Arten von Spindelaufsätzen mit
Vorteil einsetzen.
Durch derartige Spindelaufsätze werden die Fadenballone, die
sich während des Spinnens an Ringspinnspindeln zwischen den in
Verlängerung der Achsen der Spindeln stehenden Fadenführern und
den auf den Ringen umlaufenden Läufern bilden, unterdrückt oder
zumindest stark reduziert, indem die Fäden sich um die Spin
delaufsätze schlingen. Dies führt dazu, daß die Fadenzugkraft
im sog. Spinndreieck am Auslauf des Ausgangswalzenpaares des
Streckwerkes einer Ringspinnmaschine, in dem der Faden noch
nicht durch Drehung voll verfestigt ist und besonders der Ge
fahr eines Fadenbruches unterliegt, wesentlich vermindert wird
und damit die Fadenbruchrate entscheidend gesenkt wird bzw. es
ermöglicht wird, daß die möglichen Spindeldrehzahl wesentlich
erhöht werden kann.
Durch dieses Umschlingen des Spindelaufsatzes und durch das Um
schlingen des Ringläufers wird der Fadenlauf in drei Zonen mit
zunehmender Fadenzugkraft geteilt:
in einen im folgenden als Spinnzone bezeichneten Bereich zwi schen dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und dem Spin delaufsatz,
in einen im folgenden als Ballonzone bezeichneten Bereich zwischen dem Spindelaufsatz und dem Ringläufer und
in eine im folgenden als Aufwindezone bezeichneten Bereich zwischen dem Ringläufer und der Kopswicklung.
in einen im folgenden als Spinnzone bezeichneten Bereich zwi schen dem Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und dem Spin delaufsatz,
in einen im folgenden als Ballonzone bezeichneten Bereich zwischen dem Spindelaufsatz und dem Ringläufer und
in eine im folgenden als Aufwindezone bezeichneten Bereich zwischen dem Ringläufer und der Kopswicklung.
Es liegt auf der Hand, daß die Fadenzugkraft in der Ballonzone
infolge des Umschlingens des Spindelaufsatzes höher sein wird
als in der Spinnzone und in der Aufwindezone infolge der Umlen
kung um den Ringläufer höher als in der Ballonzone. Da durch
die Erfindung nur die Umschlingung an dem Spindelaufsatz be
einflußt wird, nicht jedoch die Umlenkung um den Ringläufer,
kann die Ballonzone und die Aufwindezone im folgenden als ein
heitliche Ballon/Aufwindezone behandelt und bezeichnet werden.
Es ist bekannt (FR 1 002 510), den Abstand zwischen dem Faden
führer und dem Spindelaufsatz zu verändern. Es ist dort er
wähnt, daß die Position des Fadenführers selbsttätig gemäß dem
Aufbau der Spule auf der Spindel geregelt werde. Es ist aber
nicht offenbart, in welchem Sinne und zu welchem Zweck diese
Regelung erfolgen könne oder solle.
Bei einer anderen vorgeschlagenen Vorrichtung zum Verstellen
des Abstandes zwischen dem Fadenführer und dem Spindelaufsatz
(IT 1 213 035) erfolgt das Verändern dieses Abstandes, um die
Fadenzugkraft gleich zu halten.
Der Stand der Technik (DE 25 43 581 A1, Seite 6, Absatz 2)
kennt auch schon die Aussage, daß durch dieses Ändern des Ab
standes zwischen dem Fadenführer und dem Spindelaufsatz die An
zahl der Windungen, mit denen der Faden den Spindelaufsatz um
schlingt, verändert wird.
Die Erfindung hat erkannt, daß dadurch nicht nur die Fortpflan
zung der in der Aufwindezone hauptsächlich durch das Schleppen
des Läufers auf dem Spinnring auftretenden und in der Ballon
zone durch den Luftwiderstand des rotierenden Fadenballons wei
ter erhöhte Fadenzugkraft in die Spinnzone vermindert, sondern
auch das Verhältnis der Fadenzugkraft und der Umschlingungs
kraft in der Spinnzone zu der in der Aufwindezone verändert
werden kann. Sie macht sich diese Erkenntnis dadurch zunutze,
daß sie mindestens zwei Fadenbruchraten ermittelt, jeweils zwei
ermittelte Fadenbruchraten miteinander vergleicht und das Än
dern des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spin
delaufsätzen in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Differenz
zwischen zwei miteinander verglichenen Fadenbruchraten funk
tionsgerecht, d. h. im Sinne einer Verbesserung des Spinnpro
zesses vornimmt.
In einer ersten Verfahrensweise werden aufeinanderfolgend und
wiederholt Fadenbruchraten ermittelt, wobei jeweils zwischen
dem Ermitteln von Fadenbruchraten den Abstand zwischen dem
Fadenführer und dem Spindelaufsätzen verändert wird, und das
Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer Dif
ferenz zwischen den Fadenbruchraten wird funktionsgerecht, d. h.
im Sinne eines Verringerns der Fadenbruchrate vorgenommen.
Ziel ist hierbei das Minimieren der Fadenbruchrate. Da bei je
dem Verfahrensschritt jeweils nur eine Verringerung der Faden
bruchrate erreicht wird, kann das Minimum nur in einem einem
Regelvorgang ähnelnden "Herantasten" erreicht werden, das unter
Umständen mehrfach wiederholt werden muß.
In einer zweiten Verfahrensweise werden gleichzeitig und wie
derholt Fadenbruchraten der in einer Spinnzone zwischen dem
Ausgangswalzenpaar des Streckwerkes und den Spindelaufsätzen
aufgetretenen Fadenbrüche und der in einer Ballon/Aufwindezone
zwischen den Spindelaufsätzen und dem Aufwindepunkt des Fadens
auf die Wicklung aufgetretenen Fadenbrüche ermittelt und das
Ändern des Abstandes wird in Abhängigkeit vom Vorzeichen einer
Differenz zwischen den Fadenbruchraten funktionsgerecht, d. h.
im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchraten vorgenommen.
Ziel ist hierbei zunächst das Angleichen der Fadenbruchzahlen
bzw. -raten in den beiden Zonen. Da die Fadenbruchraten in den
beiden Zonen gegenläufig und überproportional verlaufen, wird
bei gleichen Fadenbruchraten in den beiden Zonen ein Minimum
der Gesamt-Fadenbruchrate erreicht, so daß letzten Endes auch
hier das Minimieren der Fadenbruchrate als Ziel gelten kann.
Die erste ermittelte Fadenbruchrate liefert noch keine Infor
mation darüber, in welchem Sinne der Abstand zwischen den
Fadenführern und den Spindelaufsätzen verstellt werden muß, um
die Fadenbruchrate zu verringern. Es wird daher in weiterer
Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß aufgetretene
Fadenbrüche nach dem Ort ihres Auftretens, also in der Spinn
zone oder in der Ballon/Aufwindezone, getrennt erfaßt und zu
gesonderten Fadenbruchraten ausgewertet werden. Wenn dann bspw.
die Fadenbruchrate in der Ballon/Aufwindezone diejenige in der
Spinnzone statistisch gesichert übersteigt dann daraus ge
schlossen werden, daß das Verhältnis der Fadenzugkräfte zu Un
gunsten derjenigen in der Ballon/Aufwindezone verschoben ist
und demgemäß funktionsgerecht zu verändern ist. Damit wird ein
erster, blind tastender Versuch zum Erkennen der funktions
richtigen Richtung eines Verstellens des Abstandes zwischen den
Fadenführern und den Spindelaufsätzen vermieden.
Die Unterscheidung in der Spinnzone bzw. in der Bal
lon/Aufwindezone aufgetretener Fadenbrüche kann anhand des
Merkmals getroffen werden, daß bei einem in der Bal
lon/Aufwindezone aufgetretenen Fadenbruch am Spindelaufsatz ein
abgerissener Fadenrest zurückbleibt. Dies erkennt eine Bedien
person beim Beheben des Fadenbruches und kann diese Information
sinngemäß verwerten.
Das Erfassen der Fadenbruchrate, das Vergleichen mit einem
Sollwert und das Verändern des Abstandes oder eine oder mehrere
dieser Teilfunktionen kann natürlich durch eine Bedienperson
"von Hand" erfolgen. Bevorzugt ist aber vorgesehen, daß minde
stens eine dieser Teilfunktionen, vorzugsweise alle Teilfunkti
onen selbsttätig durchgeführt werden.
In dem Falle, in dem die Bedienperson die Unterscheidung nach
der Art der Fadenbrüche treffen muß, kann zumindest das Ver
gleichen der Fadenbruchraten und/oder das Verändern des Abstan
des zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen selbst
tätig durchgeführt werden.
Beim Betrieb einer Ringspinnmaschine wird in aller Regel eine
zulässige Fadenbruchrate vorgegeben. Die Spindeldrehzahl wird
so eingestellt, daß diese Fadenbruchrate jedenfalls nicht über
schritten, im Interesse möglichst hoher Produktion aber auch
zumindest annähernd erreicht wird. Wenn nun gemäß den vor
stehend beschriebenen Verfahrensweisen die Fadenbruchrate auf
einen Wert verringert werden konnte, der unter dem zulässigen
Wert liegt, wird nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung
die Spindeldrehzahl vorzugsweise selbsttätig im Sinne einer An
näherung an die zulässige Fadenbruchrate angepaßt. Wenn sie da
gegen noch immer über dem zulässigen Wert liegt, muß die Spin
deldrehzahl natürlich entsprechend vermindert werden.
Bei einer Ringspinnmaschine, die zum Ausüben dieses Verfahrens
geeignet ist, sind die Fadenführer aller Spindeln an einer ge
meinsamen Tragvorrichtung angeordnet, mittels deren ihr Abstand
zu den Spindelaufsätzen in dem in Frage kommenden Abstandsbe
reich beliebig verstellbar ist und die zu diesem Zweck eine An
triebsvorrichtung aufweist sowie eine Steuervorrichtung zum An
steuern der Antriebsvorrichtung. Dieser Steuervorrichtung kön
nen die erfaßten Fadenbrüche aufgegeben werden, aus denen sie
dann - über einen entsprechenden Zeitraum - die Fadenbruchrate
errechnet oder es können ihr bereits ermittelte Fadenbruchraten
aufgegeben werden.
Fadenbrüche können wie bereits erwähnt durch eine Bedienperson
insbesondere jeweils nach dem Beheben eines Fadenbruches mit
tels Zähltastern an die Steuervorrichtung gemeldet werden. Ins
besondere ist aber vorgesehen, daß die Ringspinnmaschine mit
einer Einrichtung zum selbsttätigen Erfassen von Fadenbrüchen
ausgerüstet ist.
Da für das gesonderte Erfassen von Fadenbrüchen nach ihrem Auf
treten in der Spinnzone oder in der Ballon/Aufwindezone keine
Vorrichtung bekannt ist, die dies selbsttätig tut, ist in wei
terer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die Ring
spinnmaschine mit Zähltastern zum gesonderten Melden von Faden
brüchen der beiden unterschiedlichen Arten durch eine Bedien
person versehen ist. Dabei können gesonderte Zähltaster für die
beiden Arten von Fadenbrüchen eingesetzt werden oder es können
Zähltaster verwendet werden, die zwei gesonderte Tastfunktionen
aufweisen.
In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Er
findung schematisch dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 den Querschnitt durch eine Ringspinnmaschine im Be
reich einer Spindel;
Fig. 2 und 3 eine Einzelheit der Fig. 1 in anderen Aus
führungsformen.
In der Figur der Zeichnung sind nur die für das Verständnis der
Erfindung einer Ringspinnmaschine üblicher Bauweise erforder
lichen Teile einer einzelnen Arbeitsstelle dargestellt. Es ver
steht sich, daß die Ringspinnmaschine zu beiden Seiten eine
Vielzahl derartiger Arbeitsstellen aufweist. Diese Teile sind
ein Streckwerk 1 mit seinem Ausgangswalzenpaar 2, das Oberteil
3 einer Spindel 4, dessen Spitze mit einem Spindelaufsatz 5 in
Form eines Spinnfingers versehen ist, ein Balloneinengungsring
6 und ein Spinnring 7, auf dem ein Ringläufer umläuft. Das
Oberteil 3 der Spindel 4 trägt eine Hülse 8, auf der die Wick
lung 9 des Kopses gebildet wird.
Wie üblich weist die Arbeitsstelle auch einen Fadenführer 10
auf, der eine Fadenführeröse 11 besitzt, die an einer mittels
eines Scharniers 12 aufklappbaren Fadenführerklappe 13 sitzt.
Das Scharnier 12 ist an einem Lagerteil 14 befestigt, das auf
einem sich entlang der Reihe der Arbeitsstellen der Ringspinn
maschine erstreckenden Tragvorrichtung 15 sitzt. Es versteht
sich, daß sich die Erfindung auch mit Fadenführern anderer be
kannter Bauart verwirklichen läßt und nicht auf die darge
stellte und beschriebene Ausführungsform beschränkt ist.
Der Bereich des Laufes des Fadens 16 zwischen Ausgangswalzen
paar 2 des Streckwerkes 1 und dem Spindelaufsatz 5 wird als
Spinnzone 17, der Bereich zwischen dem Spindelaufsatz 5 und dem
Aufwindepunkt auf der Wicklung 9 als Ballon/Aufwindezone 18 be
zeichnet.
Die Tragvorrichtung 15 weist mehrere, über ihre große Länge
verteilte Hub/Senkvorrichtungen 19 auf, die in der darge
stellten Ausführungsform als Zahnstangen 20 ausgeführt sind, in
die jeweils ein von einem Stellmotor 21 angetriebenes Ritzel 22
eingreift. Es versteht sich, daß die Tragvorrichtung 15 auch
durch Hub/Senkvorrichtungen beliebig anderer Art heb- und senk
bar sein kann.
Die Stellmotoren 21 werden durch eine Steuervorrichtung 23 be
aufschlagt. Diese enthält u. a. einen Rechner, der dazu geeignet
ist, aus den ihm gemeldeten Fadenbrüchen eine Fadenbruchrate zu
ermitteln, diese zu speichern, sie mit einer nachfolgend ermit
telten Fadenbruchrate zu vergleichen und je nach Ergebnis die
ses Vergleiches ein in dem Sinne funktionsgerechtes Stellsignal
an die Stellmotoren 21 derart abzugeben, daß diese im Sinne
einer Verminderung der Fadenbruchrate höhenverstellt werden.
Der Istwert der Fadenbruchzahl, d. h. die Anzahl der aktuell
aufgetretenen Fadenbrüche kann der Steuervorrichtung 23 durch
eine Bedienperson gemeldet werden, indem diese nach Beheben
eines Fadenbruches jeweils einen von mehreren, entlang der Ar
beitsstellen der Ringspinnmaschine angeordneten, handbetätig
baren Zähltastern 24 betätigt, die mit der Steuervorrichtung
verbunden sind. Beim Betätigen eines der Zähltaster 24 wird je
weils ein Zählimpuls über eine Leitung 25 zum Zähler in der
Steuervorrichtung 23 geleitet, der diesen um einen Zählschritt
weiterschaltet.
Aufgetretene Fadenbrüche können der Steuervorrichtung 23 jedoch
auch auf nicht näher dargestellte Weise durch eine selbsttätige
Fadenbruch-Erkennungsvorrichtung aufgegeben werden. Eine be
kannte derartige Vorrichtung besteht bspw. aus einem ständig
entlang der Arbeitsstellen hin und her geführten Sensor, der
aufgetretene Fadenbrüche fühlt und an eine Erfassungsvorrich
tung, im vorliegenden Falle bspw. unmittelbar an die Steuer
vorrichtung 23 meldet. Beim Einsatz selbsttätiger Fadenansetz
geräte können diese in ebenfalls nicht näher dargestellter
Weise mit einer Einrichtung versehen sein, mittels deren ihr
Tätigwerden zum Beheben eines Fadenbruches selbsttätig an die
Steuervorrichtung 23 gemeldet wird.
Vor Inbetriebnahme der Ringspinnmaschine werden die Fadenführer
10 auf den mutmaßlich richtigen Abstand von bspw. 6 mm zu den
Spindelaufsätzen eingestellt. Nach Inbetriebnahme der Ring
spinnmaschine summiert die Steuervorrichtung 23 die ihr gemel
deten Fadenbrüche über eine ausreichende Zeitspanne und bildet
daraus die Fadenbruchrate von bspw. 58 Fadenbrüchen je 1000
Spindelstunden. Dann werden die Fadenführer 10 durch die
Steuervorrichtung 23 um eine bestimmte Wegstrecke von bspw.
1 mm höhenverstellt und in dieser Stellung der Fadenführer er
neut eine Fadenbruchrate ermittelt.
Wenn diese zweite Fadenbruchrate geringer ist als die erste,
war die Stellung der Fadenführer noch nicht optimal und das
Verstellen erfolgte in der richtigen Richtung. Es kann nochmals
ein Verstellen in dieser Richtung erfolgen, bis keine Verbes
serung der Fadenbruchrate mehr auftritt - dann ist das Minimum
erreicht. Wenn dagegen die nachfolgend ermittelte Faden
bruchrate schlechter ist als die vorhergehende, erfolgte das
Verstellen in der falschen Richtung - es muß in der anderen
Richtung verstellt werden.
Wie schon erwähnt, erfolgt das erste Verstellen nach unten
"blind", d. h. ohne zu wissen, ob das gesuchte Minimum in dieser
Verstellrichtung zu suchen ist. Um dies zu vermeiden und so
gleich in der "richtigen" Verstellrichtung fahren zu können,
können gemäß Fig. 2 gesonderte Zähltaster 24, 24' für die bei
den unterschiedlichen Fadenbrucharten vorhanden sein oder es
können gemäß Fig. 3 Zähltaster 24'' vorgesehen sein, mittels
deren bspw. durch gestuft tiefes, mittels erhöhten Druckwider
standes unterscheidbares Drücken zwei unterscheidbare Zähl
signale für Fadenbrüche in der Spinnzone und in der Bal
lon/Aufwindezone abgegeben werden können.
Diese Lösung läßt eine Aussage zu, in welcher Verstellrichtung
das Minimum zu suchen ist und beschleunigt so dessen Auffinden.
Wenn das ermittelte Minimum der Fadenbruchrate geringer ist als
eine zugestandene Fadenbruchrate, kann die Spindeldrehzahl der
Ringspinnmaschine erhöht und damit die Produktion gesteigert
werden, bis die zugestandene Fadenbruchrate erreicht ist. In
diesem Betriebspunkt der Ringspinnmaschine ist dann das Optimum
der Fadenbruchrate erreicht. Im umgekehrten Falle müßte die
Spindeldrehzahl vermindert werden.
Um dies selbsttätig zu ermöglichen, kann die Steuervorrichtung
23 zum Speichern einer Soll-Fadenbruchrate eingerichtet sein,
mit der sie ein erreichtes Minimum einer Fadenbruchrate ver
gleicht und bei Abweichungen über eine angedeutete, zum Antrieb
der Spindeln führende Signalleitung 26 ein funktionsgerechtes
Verändern der Spindeldrehzahl veranlaßt.
Um dies selbsttätig vornehmen zu können, weist der Rechner der
Steuervorrichtung 23 eine Routine auf, mittels deren sie
aus einem ihr vorgegebenen Sollwert und einem ihm aufgegebenen
Istwert von Fadenbruchzahlen oder Fadenbruchraten eine Abwei
chung vom Sollwert erkennt und im Gefolge dessen durch Ver
ändern der Spindeldrehzahl ein Angleichen der Fadenbruchzahl
bzw. der Fadenbruchrate an den Sollwert erreicht.
1
Streckwerk
2
Ausgangswalzenpaar
3
Oberteil der Spindel
4
Spindel
5
Spindelaufsatz
6
Balloneinengungsring
7
Spinnring
8
Hülse
9
Wicklung
10
Fadenführer
11
Fadenführeröse
12
Scharnier
13
Fadenführerklappe
14
Lagerteil
15
Tragvorrichtung
16
Faden
17
Spinnzone
18
Aufwindezone
19
Hub/Senkvorrichtung
20
Zahnstange
21
Stellmotor
22
Ritzel
23
Steuervorrichtung
24
,
24
',
24
'' Zähltaster
25
Leitung
26
Signalleitung
Claims (12)
1. Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spin
deln, die Spindelaufsätze aufweisen, und mit Fadenführern
zwischen dem Ausgangswalzenpaar eines Streckwerkes und den
Spindelaufsätzen, wobei die Fadenführer zum Verändern ihres
Abstandes zu den Spindelaufsätzen höhenverlagerbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei Fadenbruchraten ermittelt werden,
daß jeweils zwei ermittelte Fadenbruchraten miteinander verglichen werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen zwei miteinander ver glichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne einer Verbesserung des Spinnprozesses vorgenommen wird.
daß mindestens zwei Fadenbruchraten ermittelt werden,
daß jeweils zwei ermittelte Fadenbruchraten miteinander verglichen werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen zwei miteinander ver glichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne einer Verbesserung des Spinnprozesses vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß aufeinanderfolgend wiederholt Fadenbruchraten ermittelt werden, wobei jeweils zwischen dem Ermitteln von Faden bruchraten der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen verändert wird
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen zwei miteinander ver glichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne eines Verringerns der Fadenbruchraten vorgenommen wird.
daß aufeinanderfolgend wiederholt Fadenbruchraten ermittelt werden, wobei jeweils zwischen dem Ermitteln von Faden bruchraten der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen verändert wird
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen zwei miteinander ver glichenen Fadenbruchraten funktionsgerecht im Sinne eines Verringerns der Fadenbruchraten vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß gleichzeitig und wiederholt Fadenbruchraten der in einer Spinnzone zwischen dem Ausgangswalzenpaar des Streck werkes und den Spindelaufsätzen aufgetretenen Fadenbrüche und der in einer Ballon/Aufwindezone zwischen den Spin delaufsätzen und dem Aufwindepunkt des Fadens auf die Wick lung aufgetretenen Fadenbrüche ermittelt werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen den Fadenbruchraten funk tionsgerecht im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchraten vorgenommen wird.
daß gleichzeitig und wiederholt Fadenbruchraten der in einer Spinnzone zwischen dem Ausgangswalzenpaar des Streck werkes und den Spindelaufsätzen aufgetretenen Fadenbrüche und der in einer Ballon/Aufwindezone zwischen den Spin delaufsätzen und dem Aufwindepunkt des Fadens auf die Wick lung aufgetretenen Fadenbrüche ermittelt werden
und daß das Ändern des Abstandes in Abhängigkeit vom Vor zeichen einer Differenz zwischen den Fadenbruchraten funk tionsgerecht im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchraten vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in einem Zeitabschnitt sowohl in der Spinnzone als auch in der Ballon/Aufwindezone aufgetretene Anzahl Faden brüche durch eine Bedienperson nach ihrem Auftreten in der Spinnzone bzw. in der Ballon/Aufwindezone gesondert erfaßt, daß die beiden Anzahlen der im gleichen Zeitabschnitt auf getretenen Fadenbrüche bzw. die daraus ermittelten Faden bruchraten miteinander verglichen werden
und daß beim überwiegen einer der beiden Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten über die andere der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten ver ändert wird.
daß die in einem Zeitabschnitt sowohl in der Spinnzone als auch in der Ballon/Aufwindezone aufgetretene Anzahl Faden brüche durch eine Bedienperson nach ihrem Auftreten in der Spinnzone bzw. in der Ballon/Aufwindezone gesondert erfaßt, daß die beiden Anzahlen der im gleichen Zeitabschnitt auf getretenen Fadenbrüche bzw. die daraus ermittelten Faden bruchraten miteinander verglichen werden
und daß beim überwiegen einer der beiden Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten über die andere der Abstand zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen im Sinne eines Angleichens der Fadenbruchzahlen bzw. Fadenbruchraten ver ändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Erfassen der Fadenbrüche und/oder deren Umrechnen
in Fadenbruchraten und/oder das Vergleichen von Fadenbruch
raten und/oder das Verändern des Abstandes zwischen den
Fadenführern und den Spindelaufsätzen selbsttätig erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vergleichen der beiden Fadenbruchzahlen und/oder
das Verändern des Abstandes zwischen den Fadenführern und
den Spindelaufsätzen selbsttätig erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Erreichen eines Minimums der Fadenbruchrate die
Fadenbruchrate mit einem zulässigen Grenzwert verglichen
und bei Abweichung von diesem Grenzwert die Spindeldrehzahl
bis zum Erreichen dieses Grenzwertes verändert wird.
8. Ringspinnmaschine mit Spindeln, die Spindelaufsätze auf
weisen, und mit Fadenführern zwischen dem Ausgangswalzen
paar eines Streckwerkes und den Spindelaufsätzen, wobei die
Fadenführer zum Verändern ihres Abstandes zu den Spin
delaufsätzen höhenverlagerbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fadenführer (10) an einer gemeinsamen Tragvorrich tung (15) angeordnet sind, die mittels einer Hub- und Senk vorrichtung (19) höhenverlagerbar ist
und daß der Hub- und Senkvorrichtung eine Steuervorrichtung (23) zugeordnet ist, die nach Maßgabe von Fadenbruchraten oder von Anzahlen von Fadenbrüchen die Hub- und Senkvor richtung zum funktionsgerechten Verändern des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen (5) im Sinne eines Verbesserns des Spinnprozesses ansteuert.
daß die Fadenführer (10) an einer gemeinsamen Tragvorrich tung (15) angeordnet sind, die mittels einer Hub- und Senk vorrichtung (19) höhenverlagerbar ist
und daß der Hub- und Senkvorrichtung eine Steuervorrichtung (23) zugeordnet ist, die nach Maßgabe von Fadenbruchraten oder von Anzahlen von Fadenbrüchen die Hub- und Senkvor richtung zum funktionsgerechten Verändern des Abstandes zwischen den Fadenführern und den Spindelaufsätzen (5) im Sinne eines Verbesserns des Spinnprozesses ansteuert.
9. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit einer Einrichtung zum
selbsttätigen Erfassen von Fadenbrüchen verbunden ist.
10. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit handbetätigbaren Zähl
tastern (24) verbunden ist, mittels deren eine Bedienperson
aufgetretene Fadenbrüche der Steuervorrichtung melden kann.
11. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit handbetätigbaren Zähl
tastern (24) für Fadenbrüche in der Spinnzone (17) und mit
handbetätigbaren Zähltastern (24) für Fadenbrüche in der
Ballon/Aufwindezone (18) verbunden ist, mittels deren eine
Bedienperson in den beiden Zonen aufgetretene Fadenbrüche
der Steuervorrichtung gesondert melden kann.
12. Ringspinnmaschine nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (23) mit einer Einrichtung zum
Vergleichen des Istwertes einer Fadenbruchrate mit dem
Sollwert einer Fadenbruchrate und zum Ändern der Drehzahl
der Spindeln der Ringspinnmaschine im Sinne eines An
gleichens des Istwertes an den Sollwert ausgestattet ist.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19710335A DE19710335A1 (de) | 1997-03-13 | 1997-03-13 | Verfahren zum Betreiben einer Ringspinnmaschine mit Spindelaufsätzen und Ringspinnmaschine mit Spindelaufsätzen |
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