DE19651614A1 - Wirbelstrommeßwerk für ein Zeigerinstrument - Google Patents
Wirbelstrommeßwerk für ein ZeigerinstrumentInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Wirbelstrommeßwerk für ein Zeigerinstrument,
insbesondere für einen Tachometer und/oder einen Drehzahlmesser, mit
einem drehfest auf einer Antriebswelle angeordneten Drehmagneten, wel
cher einem drehfest auf einer Zeigerwelle befestigten Wirbelstromkörper
aus elektrisch leitendem Material gegenübersteht und bei einer Drehung
der Antriebswelle zur Übertragung eines ersten Drehmomentes auf die
Zeigerwelle ausgebildet ist, mit einer ein zweites, dem ersten Drehmo
ment entgegengerichtetes Drehmoment auf die Zeigerwelle übertragen
den Drehfeder, mit einem hinter dem Wirbelstromkörper und/oder hinter
dem Drehmagneten angeordneten Rückschlußkörper und mit einem tem
peraturabhängigen Kompensationselement zum Kompensieren einer
Schwächung des magnetischen Feldes des Drehmagneten und einer
Verminderung der Leitfähigkeit des Wirbelstromkörpers bei steigender
Temperatur.
Solche Wirbelstrommeßwerke werden beispielsweise in Tachometern
eingesetzt und sind damit bekannt. Als Kompensationselement wird bei
dem bekannten Wirbelstrommeßwerk über den Polpaaren des Drehma
gneten ein Kompensationsring aus einem Werkstoff aufgesetzt, dessen
magnetischer Widerstand sich bei Temperaturanstieg vergrößert. Hier
durch wird das von dem Drehmagneten erzeugte magnetische Feld bei
niedrigen Temperaturen geschwächt und die Schwächung bei steigenden
Temperaturen kontinuierlich verringert.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Wirbelstrommeßwerk der
eingangs genannten Art so zu gestalten, daß es möglichst kleine Abmes
sungen hat und kostengünstig herzustellen ist.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Kompen
sationselement als Federelement ausgebildet ist, welches zum Verringern
des von der Drehfeder auf die Zeigerwelle übertragenen zweiten
Drehmomentes oder zum Konstanthalten des auf den Wirbelstromkörper
übertragenen ersten Drehmoments bei steigender Temperatur ausgebil
det ist.
Durch diese Gestaltung ist zur Kompensation des Temperatureinflusses
auf das Wirbelstrommeßwerk kein auf dem Drehmagneten zu befestigen
der Kompensationsring mehr erforderlich. Der Drehmagnet kann daher
dem Wirbelstromkörper mit einem besonders geringen Abstand gegen
überstehen. Hierdurch kann der Drehmagnet besonders klein gestaltet
und aus einem kostengünstigen Magnetmaterial gefertigt sein. Das Wir
belstrommeßwerk verfügt deshalb über besonders geringe Abmessungen
und ist kostengünstig herstellbar.
Die Erfindung läßt sich natürlich auch verwirklichen, wenn man in kinema
tischer Umkehr der Verhältnisse den Dauermagneten an der Zeigerwelle
und den Wirbelstromkörper an der Antriebswelle vorsieht.
Das Wirbelstrommeßwerk besteht gemäß einer vorteilhaften Weiterbil
dung der Erfindung aus besonders wenigen Bauteilen, wenn die Drehfe
der zur Ausbildung als Kompensationselement aus einem ihre Federkon
stante bei steigender Temperatur verringernden Material gefertigt ist. Da
die Drehfeder zur Erzeugung des zweiten Drehmomentes ohnehin vor
handen ist, wird für das Kompensationselement kein zusätzliches Bauteil
benötigt.
Der Luftspalt wird gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung automatisch von dem Kompensationselement eingestellt, wenn
das Kompensationselement als Axialfeder zur Verringerung des axialen
Abstandes zwischen dem Wirbelstromkörper und dem Drehmagneten bei
steigender Temperatur ausgebildet ist.
Alternativ dazu läßt sich die Erfindung auch dadurch verwirklichen, daß
das Kompensationselement als Axialfeder zur Verringerung des axialen
Abstandes zwischen dem Rückschlußkörper und dem Wirbelstromkörper
oder dem Drehmagneten bei steigender Temperatur ausgebildet ist. Diese
Gestaltung trägt nicht zur Erhöhung der Abmessungen des Wirbelstrom
meßwerkes bei, da dank der Erfindung ein besonders kleiner Drehmagnet
verwendet wird, welcher dem Wirbelstromkörper mit besonders geringem
Abstand gegenübersteht.
Sofern ein erfindungsgemäßes Kompensationselement, das den Tempe
raturgang vollständig kompensiert, nur mit unverhältnismäßig großem
Aufwand realisiert werden kann, ist es vorteilhaft, ein Kompensationsele
ment zu verwenden, das den Temperaturgang nicht genau kompensiert
und die fehlende Kompensation mit bekannten Mitteln zu realisieren. So
fern das Kompensationselement die Kompensation nur unvollständig
ausführt, kann vorteilhafterweise bei einer Unterkompensation zusätzlich
im Arbeitsluftspalt mit bekannten Kompensationsmaterialien die fehlende
Kompensation erreicht werden. Sofern ein Kompensationselement über
kompensiert, kann vorteilhafterweise durch Einbringen von Kompensa
tionsmaterial, wie z. B. FeNi-Legierungen, im Rückschluß eine Kompensa
tion erreicht werden, die zusammen mit dem Kompensationselement ein
temperaturneutrales Meßwerk realisiert.
Das Kompensationselement läßt sich nahezu beliebig gestalten und ist
besonders kostengünstig, wenn es gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung aus Kunststoff im Spritzgießverfahren gefer
tigt ist.
Das von dem Drehmagneten auf den Wirbelstromkörper übertragene
Drehmoment verringert sich mit üblichen Materialkombinationen und ei
nem Temperaturanstieg um 10°C ungefähr um 4 bis 8%. Das Kompensa
tionselement gleicht gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung diese Änderung über einen besonders großen Temperaturinter
vall aus, wenn es aus einem Kunststoff mit entsprechendem Temperatur
verhalten, wie z. B. Polyoxymethylen, gefertigt ist.
Das aus Kunststoff gefertigte Kompensationselement hat auch bei hohen
Temperaturen eine ausreichende Festigkeit und eine geringe Knicknei
gung, wenn es gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Er
findung faserverstärkt ist. Zur Faserverstärkung eignen sich beispiels
weise Einlagen aus Glasfasern.
Häufig haben Federelemente eine nur über einen begrenzten Tempera
turbereich linear veränderliche Federkonstante. Dieser Temperaturbereich
läßt sich einfach vergrößern, wenn das Federelement mehrere hinterein
ander angeordnete, mit veränderter Temperatur ihre Federkonstante un
terschiedlich verändernde Teilstücke aufweist.
Zur weiteren Verringerung der Kosten zur Herstellung des Wirbelstrom
meßwerkes trägt es bei, wenn der Drehmagnet gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung aus Hartferrit gefertigt ist.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Ver
deutlichung ihres Grundprinzips sind vier davon in der Zeichnung darge
stellt und werden nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Wirbelstrommeßwerk mit einer als
Kompensationselement ausgebildeten Drehfeder,
Fig. 2 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wirbelstrom
meßwerkes,
Fig. 3 den Ausschnitt A aus Fig. 2,
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wirbel
strommeßwerkes,
Fig. 5 die Ausführungsform eines möglichen Kompensationselemen
tes.
Die Fig. 1, 2 und 4 zeigen jeweils ein in einem Gehäuse 1 angeordne
tes Wirbelstrommeßwerk 2-5 mit einem zum Anschluß einer biegsamen
Welle 6 ausgebildeten Anschlußstück 7. Über die biegsame Welle 6 wird
ein aus einem permanentmagnetischen Material gefertigter Drehmagnet 8
in Drehung versetzt, der einem Wirbelstromkörper 9 mit geringem Abstand
gegenübersteht. Der Wirbelstromkörper 9 besteht aus einem Material mit
einer elektrischen Leitfähigkeit, beispielsweise aus Kupfer oder Alumi
nium, und ist drehfest auf einer gegenüber dem Drehmagneten 8 drehbar
gelagerten Zeigerwelle 10 befestigt. Eine Drehung des Drehmagneten 8
erzeugt durch eine magnetische Induktion einen Wirbelstrom in dem Wir
belstromkörper 9. Hierdurch wird ein erstes Drehmoment auf die Zeiger
welle 10 übertragen, welches umso größer ist, je schneller sich der Dreh
magnet 8 gegenüber dem Wirbelstromkörper 9 dreht. Diesem ersten
Drehmoment wirkt ein von einer Drehfeder 11 auf die Zeigerwelle 10
übertragenes zweites Drehmoment entgegen, welches umso größer ist, je
weiter die Zeigerwelle 10 ausgelenkt ist. Zur Verbesserung der magneti
schen Induktion ist auf der Oberseite des Wirbelstromkörpers 9 und auf
der Unterseite des Drehmagneten 8 jeweils ein Rückschlußkörper 12,13
angeordnet. Die Drehfeder 11 ist in der Zeichnung kegelförmig dargestellt.
Selbstverständlich kann es sich hierbei auch um eine flache Spiralfeder
handeln.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Wirbelstrommeßwerk 2 ist die Drehfeder
11 zur Ausbildung als Kompensationselement 14 aus einem Material ge
fertigt welches die Federkonstante der Drehfeder 11 bei steigender Tem
peratur um denselben Betrag verringert, um den das auf den Wirbelstrom
körper 9 übertragene erste Drehmoment abfällt. Hierdurch wird die Tem
peraturabhängigkeit des Magnetmaterials des Drehmagneten 8 und der
Leitfähigkeit des Wirbelstromkörpers 9 kompensiert. Als Material für die
Drehfeder 11 eignet sich beispielsweise Polyoxymethylen.
Die Fig. 2 zeigt ein als Axialfeder ausgebildetes Kompensationselement
16, welches den Abstand zwischen dem Drehmagneten 8 und dem Wir
belstromkörper 9 bei steigender Temperatur verringert. Da dieser Abstand
maßgeblich für die in dem Wirbelstromkörper 9 erzeugten Wirbelströme
ist, wird durch diese Gestaltung eine Verringerung des von dem Drehma
gneten 8 auf den Wirbelstromkörper 9 übertragenen Drehmoments bei
steigender Temperatur ausgeglichen. Zur Verdeutlichung sind der Dreh
magnet 8, der Wirbelstromkörper 9 und die Rückschlußkörper 12,13 ge
schnitten dargestellt.
In Fig. 3 ist zu erkennen, daß zwischen der Zeigerwelle 10 und dem als
Axialfeder ausgebildeten Kompensationselement 16 ein in einer Lager
buchse 16b axial verschiebbares Axiallager 16a zum reibungsarmen La
gern der Zeigerwelle 10 vorgesehen ist.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Wirbelstrommeßwerk 5 ist zwischen dem
Drehmagneten 8 und dem unteren Rückschlußkörper 13 ein als Axialfeder
ausgebildetes Kompensationselement 17 angeordnet, welches den Ab
stand des Drehmagneten 8 von dem Rückschlußkörper 9 bei steigender
Temperatur verringert. Da die in dem Wirbelstromkörper 9 erzeugten Wir
belströme umso stärker sind, je geringer der Abstand des Rückschlußkör
pers 13 von dem Drehmagneten 8 ist, werden hierdurch die Tempera
tureinflüsse auf das Wirbelstrommeßwerk 5 ausgeglichen.
Das in Fig. 5 dargestellte Kompensationselement 15 ist einstückig aus
Kunststoff im Spritzgießverfahren gefertigt. Es weist neben dem eigentli
chen Federelement zusätzlich noch einen Steg 18 und einen Rastclip 19
auf. Mit Hilfe des Rastclips 19 kann das Kompensationselement einfach in
das Gehäuse 1 gedrückt werden, bis es einrastet und so vollständig mon
tiert ist. Der Steg 18 bewirkt dann die gewünschte Lage des Kompensati
onselementes 15 in dem erfindungsgemäßen Wirbelstrommeßwerk.
Claims (10)
1. Wirbelstrommeßwerk für ein Zeigerinstrument mit einem drehfest auf
einer Antriebswelle angeordneten Drehmagneten, welcher einem
drehfest auf einer Zeigerwelle befestigten Wirbelstromkörper aus
elektrisch leitendem Material gegenübersteht und bei einer Drehung
der Antriebswelle zur Übertragung eines ersten Drehmomentes auf
die Zeigerwelle ausgebildet ist, mit einer ein zweites, dem ersten
Drehmoment entgegengerichtetes Drehmoment auf die Zeigerwelle
übertragenden Drehfeder, mit einem hinter dem Wirbelstromkörper
und/oder hinter dem Drehmagneten angeordneten Rückschlußkör
per und mit einem temperaturabhängigen Kompensationselement
zum Kompensieren einer Schwächung des magnetischen Feldes
des Drehmagneten und einer Verminderung der Leitfähigkeit des
Wirbelstromkörpers bei steigender Temperatur, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Kompensationselement (14-17) als Federele
ment ausgebildet ist, welches zum Verringern des von der Drehfeder
(11) auf die Zeigerwelle (10) übertragenen zweiten Drehmomentes
oder zum Konstanthalten des auf den Wirbelstromkörper (9) übertra
genen ersten Drehmoments bei steigender Temperatur ausgebildet
ist.
2. Wirbelstrommeßwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehfeder (11) zur Ausbildung als Kompensationselement
(14) aus einem ihre Federkonstante bei steigender Temperatur ver
ringernden Material gefertigt ist.
3. Wirbelstrommeßwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kompensationselement (16) als Axialfeder zur Verringerung
des axialen Abstandes zwischen dem Wirbelstromkörper (9) und
dem Drehmagneten (8) bei steigender Temperatur ausgebildet ist.
4. Wirbelstrommeßwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kompensationselement (17) als Axialfeder zur Verringerung
des axialen Abstandes zwischen dem Rückschlußkörper (12, 13)
und dem Wirbelstromkörper (9) oder dem Drehmagneten (8) bei
steigender Temperatur ausgebildet ist.
5. Wirbelstrommeßwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche magnetische Kom
pensation durch ein erstes Material mit temperaturabhängiger Per
meabilität im Arbeitsluftspalt und/oder durch ein zweites Material mit
temperaturabhängiger Permeabilität außerhalb des Arbeitsluftspalts
als magnetischer Rückschluß vorhanden ist.
6. Wirbelstrommeßwerk nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompensationsele
ment (14-17) aus Kunststoff im Spritzgießverfahren gefertigt ist.
7. Wirbelstrommeßwerk nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompensationsele
ment (14-17) aus Polyoxymethylen gefertigt ist.
8. Wirbelstrommeßwerk nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompensationsele
ment (14-17) faserverstärkt ist.
9. Wirbelstrommeßwerk nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kompensationsele
ment (14-17) mehrere hintereinander angeordnete, mit veränderter
Temperatur ihre Federkonstante unterschiedlich verändernde Teil
stücke aufweist.
10. Wirbelstrommeßwerk nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehmagnet (8) aus
Hartferrit gefertigt ist.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: SIEMENS AG, 80333 MUENCHEN, DE |
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