DE19621514A1 - Vertikale Röhre - Google Patents
Vertikale RöhreInfo
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Classifications
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E04—BUILDING
- E04H—BUILDINGS OR LIKE STRUCTURES FOR PARTICULAR PURPOSES; SWIMMING OR SPLASH BATHS OR POOLS; MASTS; FENCING; TENTS OR CANOPIES, IN GENERAL
- E04H12/00—Towers; Masts or poles; Chimney stacks; Water-towers; Methods of erecting such structures
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- E04H5/00—Buildings or groups of buildings for industrial or agricultural purposes
- E04H5/10—Buildings forming part of cooling plants
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- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Buildings Adapted To Withstand Abnormal External Influences (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft eine vertikale Röhre, insbesondere als
Kamin oder Kühlturm, mit einem Mantel (2) mit kreisförmigem,
elliptischem, rechteckigem oder vieleckigem Querschnitt,
dessen Durchmesser über die Höhe konstant oder hyperbolisch
verläuft oder in eine Richtung konisch zuläuft.
Derartige vertikale Röhren dienen z. B. als Kühltürme oder
große Kamine. Sie müssen am Fuß so gestützt sein, daß der
Luftzutritt möglich ist, z. B. über große Öffnungen oder
vertikale Stützen. Wegen des Aufwinds, den sie erzeugen
sollen, müssen diese Röhren natürlich innen offen sein und
dürfen möglichst keine behindernde Einbauten aufweisen. Dies
ist aber für das Tragverhalten, die Statik und insbesondere
die Dynamik unter Windlast von großem Nachteil. Unter Windlast
"ovalisiert" ihre Querschnittsform, insbesondere vom oberen
Rand her, so daß im Mantel sehr ungünstige Biege-, Zug- und
Druckbeanspruchungen auftreten. Die Verteilung der
resultierenden Normalkraft in Meridianrichtung weicht sehr
weit von der idealen im Querschnitt linearen Spannungs- bzw.
Dehnungsverteilung ab.
Man hat zwar, insbesondere bei den typischen Betonschalen-
Kühltürmen, alle möglichen Mittel ergriffen, um dieses Problem
zu lindern. Üblich sind insbesondere Aussteifungen außen am
oberen Rand und meridian verlaufende Rippen an der Außenseite,
die nach Windkanalmessungen ausgelegt sind und eine möglichst
günstige Windkraftverteilung bewirken sollen. Diese Rippen
sind aber nicht geeignet, das Problem prinzipiell zu lösen.
Deshalb gilt z. B. eine Höhe von etwa 200 m heute als
Obergrenze der Höhe von Kühltürmen, obwohl hinsichtlich der
erforderlichen Kühlwirkung sehr viel höhere Türme nötig und
wünschenswert wären.
Eine Möglichkeit, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln, bieten
sogenannte Aufwindkraftwerke. Unter einem flachen,
kreisförmigen, am Umfang offenen Dach aus Glas oder Folie, das
zusammen mit dem natürlichen Boden darunter einen
Warmluftkollektor bildet, wird Luft durch die Sonnenstrahlung
erwärmt. In der Mitte des Daches steht senkrecht eine
Kaminröhre mit großen Zuluftöffnungen am Fuß. Das Dach ist
luftdicht an den Kaminfuß angeschlossen. Da warme Luft ein
geringereres Gewicht als kalte Luft hat, steigt sie im Kamin
auf. Durch den Kaminsog wird gleichzeitig warme Luft aus dem
Kollektor nachgesaugt, und von außen strömt kalte Luft zu. So
bewirkt die Sonnenstrahlung einen kontinuierlichen Aufwind im
Kamin. Die darin enthaltene Energie wird mit Hilfe
druckgestufter Windturbinen, die am Fuße des Kamins stehen, in
mechanische und über konventionelle Generatoren in elektrische
Energie umgewandelt. Ein einzelnes Aufwindkraftwerk kann mit
entsprechend großen Glasdachflächen und einem hohen Kamin für
100, 200 oder mehr MW Leistung ausgelegt werden. So können
wenige Aufwindkraftwerke bereits ein großes Kernkraftwerk
ersetzen. Diese Kraftwerke sind vor allem für
Entwicklungsländer sehr interessant, weil ihre Bauweise
einfach und billig ist, sie robust und wartungsarm sind und
daher auch in Entwicklungsländern direkt gebaut und
unterhalten werden können. Ein Problem ist allerdings die Höhe
des Kamins, die für die oben erwähnte Auslegung 1000 bis 2000
m betragen sollte. Betonschalenkamine sind aus den oben
erwähnten Gründen nicht stabil genug und aufwendige äußere
Abspannungen sind zu anfällig und zu teuer.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine gattungsgemäße
vertikale Röhre bereitzustellen, die auf einfache und billige
Weise gegen Windlasten stabilisiert ist und eine Bauhöhe von
über 1000 m zuläßt.
Die Lösung besteht darin, daß mindestens eine in der
Querschnittsebene der Röhre (1) verlaufende Aussteifung (7)
mit zwischen einem äußeren Rahmen (8) und einem inneren Rahmen
(9) verlaufenden speichenartigen Elemente so vorgespannt sind,
daß sie in unbelastetem Zustand unter Zug stehen.
Der erfinderische Gedanke besteht also darin, solche
vertikalen Röhren in einer Ebene oder in mehreren Ebenen über
die Höhe abgestuft mit sozusagen "luftdurchlässigen Schotten"
so auszusteifen, daß einerseits die Mantelform auch unter
beliebigen Wind- oder Erdbebenlasten weitestgehend
gewährleistet bleibt, ohne andererseits den vertikalen Luftzug
gravierend zu behindern. Die speichenförmigen Elemente sind so
konstruiert, daß sie vorgespannt werden, d. h. in
belastungsfreiem Zustand alle unter Zug stehen, so daß sie in
der Lage sind, unter Belastung nicht nur Zug-, sondern auch
Druckkräfte aufzunehmen. Die Vorspannung kann am Ende der
speichenförmigen Elemente, am äußeren oder am inneren Rahmen
eingeleitet werden. Eine andere Möglichkeit ist das Vorspannen
durch das eigene Gewicht der speichenförmigen Elemente und des
inneren Rahmens.
Die radialen speichenförmigen Elemente sind vorzugsweise
Seile, Stangen oder Flachstäbe, die jedenfalls aus zugfestem
Material bestehen. Besonders geeignet ist Stahl. Die
speichenförmigen Elemente können unmittelbar, z. B. durch
Verschweißen, oder mittelbar, z. B. mit Ringen, Platten o. ä.,
an den Rahmen befestigt sein. Man kann eine oder mehrere Lagen
speichenförmiger Elemente an den Rahmen befestigen. Die zweite
Alternative eröffnet eine weitere Möglichkeit der Verspannung,
nämlich das Spreizen oder Zusammenziehen der speichenförmigen
Elemente am inneren Rahmen.
Die erfindungsgemäß ausgesteiften vertikalen Röhren sind
billig herzustellen und können mit einer geringeren Wandstärke
ausgeführt werden, als ohne eine solche Aussteifung notwendig
wäre. Dadurch werden nicht nur die Baukosten, sondern auch das
nach unten lastende Gewicht erheblich verringert. Der Bau
besonders hoher Kaminröhren, inbesondere für
Aufwindkraftwerke, wird ermöglicht.
Vorzugsweise, aber nicht zwingend, ist der äußere Rahmen eine
Felge im oder am Mantel des Kühlturms oder Kamins und der
innere Rahmen eine Nabe in der Röhrenachse. Die Felge kann ein
Stahlrahmen sein, der innerhalb oder außerhalb oder in der
Achse des Mantels so angeordnet ist, daß er zumindest
hinsichtlich der Übertragung tangentialer Schubspannung mit
diesem oder auch insgesamt unverschieblich mit diesem
gekoppelt ist. Eine besonders bevorzugte Art der Befestigung
der Felge am Mantel ist das Anbetonieren und/oder Anschrauben
an die innere Mantelfläche. Die Felge kann aber auch aus Beton
und/oder unmittelbar Teil des Mantels bzw. eine innere oder
äußere Verstärkung des Mantels sein. Eine radial
verschiebliche Befestigung ist zum Beispiel mittels radial
verschieblicher, z. B. in Gleitlagern gelagerter
Befestigungszapfen möglich, welche den Mantel durchdringen.
Die Nabe dient, wie erwähnt, zur Kopplung der speichenförmigen
Elemente in der Achse. Bei kreisförmigem Querschnitt des
Kühlturms oder Kamins erhält man also ein "Speichenrad".
Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird im
folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer
erfindungsgemäßen, 1000 m hohen vertikalen Röhre mit
vier Speichenrädern, wobei links im Bild die Höhe
der vertikalen Röhre und die Manteldicke aufgetragen
sind;
Fig. 2 eine schematische Darstellung der über den Umfang
verteilten, auf eine vertikale Röhre wirkenden
Windlasten;
Fig. 3a eine computergraphische, überhöhte Darstellung der
durch die in Fig. 2 dargestellten Windlasten
verursachten Verformungen ohne Speichenrad;
Fig. 3b eine Abwicklung des Kräfteverlaufs in einer Hälfte
des in Fig. 3a gezeigten Mantels in
dreidimensionaler Darstellung;
Fig. 4 eine schematische Draufsicht auf ein Speichenrad
einer erfindungsgemäßen vertikalen Röhre;
Fig. 5a eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts Va in
Fig. 4 (Schnitt entlang der Linie Va-Va in Fig.
5b);
Fig. 5b einen Schnitt entlang der Linie Vb-Vb in Fig. 5a;
Fig. 5c, 5d
Darstellungen gemäß Fig. 5a, 5b mit einer anderen
Form der Befestigung der Felge am Mantel.
Fig. 6a eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts VIa in
Fig. 4 (Schnitt entlang der Linie VIa-VIa in Fig.
6b);
Fig. 6b einen Schnitt entlang der Linie VIb-VIb in Fig. 6a;
Fig. 7a das Speichenrad aus Fig. 4 in Seitenansicht, wobei
die Speichen durch ihr Eigengewicht vorgespannt
sind;
Fig. 7b eine Darstellung gemäß Fig. 7a mit zwei gespreizten
Lagen von Speichen;
Fig. 7c eine Darstellung gemäß Fig. 7b mit
zusammengezogenen Speichen;
Fig. 8a, 8b, 9a, 9b, 10a, 10b
Darstellungen gemäß Fig. 3a und 3b mit ein, zwei und vier Speichenrädern.
Darstellungen gemäß Fig. 3a und 3b mit ein, zwei und vier Speichenrädern.
Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel einer
Kaminröhre mit kreisförmigem Durchschnitt soll hier Teil eines
Aufwindkraftwerks mit einer Leistung von 200 MW sein. Diese
Leistung erreicht man bei einem Kollektordurchmesser von 5,5
km mit einer Kaminröhre von 1000 m Höhe und 170 m Durchmesser.
Die Dicke des Mantels 2 ist an der linken Seite der Fig. 1
aufgetragen. Sie beträgt am Fuß einen knappen Meter und wird
kontinuierlich reduziert, bis in 600 m Höhe noch etwa 25 cm
beträgt. Diese Stärke bleibt dann konstant. Der Mantel 2 ist
am Fuß 4 auf radialen Stützwänden 3 aufgelagert. Dort ist das
hier nicht dargestellte Glasdach des Aufwindkraftwerks so
befestigt, daß der Luftstrom, der zwischen dem Erdboden 5 und
dem Glasdach erzeugt wird und zwischen den Stützen 3 in die
Kaminröhre 1 einströmt, nicht seitlich am Mantel 2 austritt.
Die Kaminröhre 1 ist mit vier Speichenrädern 7a bis 7d
ausgesteift, die jeweils in einer Querschnittsebene der
Kaminröhre 1 in Höhen von 500 m, 660 m, 840 m und 1000 m
angebracht sind.
In Fig. 2 sind in einer Draufsicht mit Pfeilen die Kräfte
symbolisiert, die unter Windbelastung aus Richtung des Pfeiles
A auf den Mantel 2 einer Kaminröhre 1 einwirken. Diese
Belastungen addieren sich nach unten hin, d. h. in Richtung des
Fußes 4 der Kaminröhre 1. Die Luvseite 2a des Mantels 2 steht
unter Druckbelastung, die Leeseite 2b des Mantels 2 steht
unter Sog- oder Zugbelastung. Durch die Umströmung erhält der
Mantel 2 auch von seitlich (2c, 2d) eine Sogbelastung.
Das Ergebnis ist in den Fig. 3a und 3b dargestellt. Fig.
3a zeigt in vierfach vergrößerter Darstellung eine
unversteifte Kaminröhre 1, deren Mantel 2 infolge der Windlast
"Dellen" aufweist. Fig. 3b ist eine Abwicklung des
Kräfteverlaufs im halben Mantel 2 in Fig. 2, d. h. von der
Luvseite 2a über die Seite 2d bis zur Leeseite 2b. Die
Darstellung umfaßt den Höhenbereich von 100 bis 1000 m. Im
Idealfall müßte die Darstellung der auf den Mantel 2 wirkenden
Kräfte in jedem Horizontalschnitt linear sein. Dies ist jedoch
nicht der Fall, sondern es entstehen Belastungsspitzen, die nur
sehr schwer aufzufangen und an der Seite 2d bzw. 2c besonders
hoch sind. Bisher waren große Wanddicken erforderlich, um
Beulen zu verhindern, die auf der Druckseite zu Rissen im
Beton führen. Folglich wurde viel Bewehrungsstahl benötigt.
Ein Ausführungsbeispiel eines Speichenrades 7 für eine
erfindungsgemäße vertikale Röhre ist in Fig. 4 schematisch in
Draufsicht dargestellt. Das Speichenrad 7 weist im
wesentlichen eine äußere Felge 8 und eine innere Nabe 9 sowie
eine Anzahl radial verlaufender Speichen 10 auf. Die Anzahl
der Speichen hängt von der Auslegung des Speichenrades 7 ab.
Typisch sind mehr als 6 Speichen, z. B. 12 oder auch bis zu
z. B. 8 × 12 = 96 Speichen. Die Speichen 10 können Stahlseile,
Stangen, Bleche oder Flachstäbe sein. Stahlbleche bzw.
Flachstäbe haben den Vorteil, daß sie billig sind. Der
Durchmesser der Nabe 9 (typischerweise 2 bis 10 m) hängt
lediglich von der Anzahl der Speichen 10 ab, denn sämtliche
Speichen 10 und/oder die dafür vorgesehenen
Befestigungsvorrichtungen müssen am Außenumfang der Nabe 9
Platz finden.
Die in Fig. 5a dargestellte Ausschnittsvergrößerung der
Felge 8 läßt erkennen, daß sie ein z. B. aus Stahlblechen
zusammengeschweißter Hohlkörper mit 4 Seiten 8a-d ist. An
der zur Nabe 9 des Speichenrads 7 weisenden Seite 8a sind die
Speichen 10 (im dargestellten Ausführungsbeispiel Flachstäbe)
mit Augenstäben 11 befestigt. Die Felge 8 ist mit ihrer zum
Mantel 2 weisenden Seite 8b an den Mantel 2 anbetoniert.
Zusätzlich erstrecken sich Zugstäbe 13 von der Innenseite 8a
der Felge 8 her durch die Felge 8 und den Mantel 2. Zur
Erhöhung der Festigkeit sind sowohl der Hohlraum der Felge 8
als auch der Mantel 2 mit Beton ausgegossen. Damit entsteht
ein Verbundkörper, so daß ein Teil des Mantels 2 wie eine
Felge wird und einen Teil der oben beschriebenen Kräfte
aufnimmt. Neben der technisch einfachen Montage hat dies den
Vorteil, daß man die Felge weniger massiv ausführen muß, als
dies normalerweise der Fall wäre. Allerdings muß man
berücksichten, daß eine ungleichmäßige Wärmeausdehnung von
Mantel 2 und Speichenrad 7 möglich ist, z. B. wenn der Mantel 2
von der Sonne beschienen wird, das Speichenrad 7 aber noch im
Schatten liegt. Da die Versteifung der Röhre 1 mit den
Speichenrädern 7 aber eine dünnere Ausführung der Wände des
Mantels 2 ermöglicht (vgl. Fig. 1), bleibt diese
Beanspruchung gering und stellt in der Regel kein Problem dar.
Es ist aber auch möglich, die Felge am Mantel nur tangential
unverschieblich, aber radial verschieblich zu lagern. Ein
Ausführungsbeispiel dieser Befestigungsart ist in den Fig.
5c und 5d dargestellt, die den Fig. 5a und 5b entsprechen.
An den Seiten 8c und 8d der Felge 8 sind Befestigungsstreben
18, 20 befestigt. In Fig. 5d sind drei Streben 18, 18′, 18′′
an der Seite 8d dargestellt, in Fig. 5c sieht man je eine
Strebe 18 an der Seite 8d und eine Strebe 20 an der Seite 8c.
Eine weitere Strebe 19 tritt in Verlängerung der Speiche 10
durch die Felge 8 hindurch (vgl. Fig. 5c). Die
Befestigungsstreben 18-20 durchdringen den Mantel 2 der Röhre
1, und werden auf der Außenseite durch einen Gürtel 21
zusammengehalten. Die Streben 18-20 sind radial verschieblich
fixiert. Zumindest die äußeren Streben 18 und 20 ruhen in
Gleitlagern 22. Diese Gleitlager sind im Ausführungsbeispiel
Neoprenkissen.
Die in den Fig. 6a und 6b dargestellten
Ausschnittsvergrößerungen aus dem Bereich der Nabe 9 betreffen
ebenfalls ein Ausführungsbeispiel mit Flachstäben, wobei die
Speichen 10 wieder mit Augstäben 15 an der Nabe 9 befestigt
sind.
Wählt man statt der Flachstäbe Seile für die Speichen 10, kann
man diese natürlich entweder direkt oder auch mit Hilfe von
Halterungen, wie z. B. Seilköpfen an der Felge 8 bzw. an der
Nabe 9 befestigen.
Die Fig. 7a bis 7c zeigen Seitenansichten verschiedener
Ausführungsthemen von Speichenrädern 7, die auf verschiedene
Art und Weise vorgespannt sind.
In Fig. 7a ist ein selbstspannendes Speichenrad 7
dargestellt. Bei dieser Ausführungsform werden die Speichen 10
schlaff zwischen Felge 8 und Nabe 9 befestigt. Beim Aufziehen
des Speichenrades 7 in der Kaminröhre 1 hängen die Speichen 10
durch und spannen sich durch ihr eigenes Gewicht selbst vor.
Dies geht natürlich nur, wenn das Speichenrad 7 schwer genug
ist.
In Fig. 7b ist ein Speichenrad 7 dargestellt, an dessen
Felge 8 eine untere Schicht Speichen 10a und eine obere
Schicht Speichen 10b befestigt sind, die mit ihrem anderen
Ende jeweils an einer Nabe 9a, 9b befestigt sind. Vor der
Montage des Speichenrades 7 in der Kaminröhre 1 werden die
Speichen 10a und 10b gespreizt, indem zwischen die Naben 9
a, 9b ein Druckstab 16 eingesetzt wird.
In Fig. 7c ist ein Speichenrad 7 mit einer oberen Felge 8
und einer unteren Felge 8′ dargestellt, an denen jeweils eine
Schicht Speichen 10 bzw. 10′ befestigt ist. Die Speichen 10,
10′ sind an der Nabe 9 zusammengezogen. Zusätzlich sind
Druckstäbe 17 zwischen die Speichen 10, 10′ montiert.
In der Fig. 8a bis 10b sind entsprechend der Darstellung in
den Fig. 3a, 3b die Effekte der Versteifung durch ein,
zwei oder vier Speichenräder dargestellt. Die Fig. 8a, 9
a, 10a zeigen jeweils eine computergrafische vergrößerte
Darstellung der Kaminröhre 1 mit einem, zwei bzw. vier
Speichenrädern 7. Die Fig. 8a ist 20-fach vergrößert, die
Fig. 9a und 10a sind 50-fach vergrößert. Die Fig. 8b,
9b, 10b zeigen jeweils den Verlauf der Kräfte über eine
halbe Abwicklung des Mantels 2, wie es bereits für die Fig. 3
b beschrieben wurde. Man erkennt, daß mit der zunehmenden
Anzahl der Speichenräder 7 die Belastungsspitzen des Mantels 2
(in Höhe der waagrechten Koordinate 0) fast ganz verschwinden.
Mit anderen Worten: Die Topographie der Diagramme wird
zunehmend eben. Das belegt unmittelbar die überraschend
günstige Wirkung dieser Speichenräder 7 für die Bemessung und
die Stabilität erfindungsgemäßer Kaminröhren 1. In der Tat
gibt es aus statischer Sicht praktisch keine Höhenbeschränkung
für solche erfindungsgemäßen vertikalen Röhren 1 mehr. Wie
beschrieben, ist die Verteilung der Meridiankräfte unter
Windlast durch die Ovalisierung des Querschnitts stark
nichtlinear (Fig. 3 b). Dies macht den klassischen vertikalen
Röhren wegen der dadurch entstehenden sehr hohen Spannungen zu
schaffen. Die Wirkung der Speichenräder 7 kann allerdings
nicht auf einer "Schubsteifigkeit" beruhen, obwohl die
einzigen Kräfte, die vom Mantel 2 in das ebene Speichenrad 7
eingeleitet werden können, Schubkräfte sind. Diese Schubkräfte
haben entsprechend der Windwirkung einen über den Umfang des
Randes beliebigen, aber stetigen Verlauf. Die Speichen 10
weisen aber keine Quersteifigkeit auf. Die Speichen 10
reagieren allerdings nicht auf diese rechnerischen Größen,
sondern auf die daraus entstehenden Verformungen. Sie können
diese radialen Verformungen offensichtlich wirksam verhindern,
wenn sie vorgespannt sind. Da alle Speichen 10 unter Zug
stehen, erfahren einige der Speichen 10 bei der Beaufschlagung
mit Wind einen noch stärkeren Zug, andere Speichen 10 erfahren
einen Druck. Diesen Druck "nehmen" sie aber nicht als solchen
"wahr", sondern als Verringerung der Zugkräfte, unter denen
sie stehen.
Die Speichenräder 7 werden folgendermaßen hergestellt und
montiert: Ausschlaggebend für die Auslegung der Felge 8 ist
die Tatsache, daß sie einem bestimmten Druck standhalten muß,
wenn das fertige Speichenrad 7 zur Montage in der vertikalen
Röhre 1 angehoben werden muß. Danach wird die Felge 8
ausgelegt. Die Speichen 10 werden hingegen entsprechend der
auf die Röhre 1 voraussichtlich einwirkenden Kräfte ausgelegt.
Man berechnet also zunächst diese Kräfte und leitet daraus die
benötigten Vorspannkräfte für die Speichen 10 des
Speichenrades 7 ab. Je nach Größe und Material, des
Speichenrades 7 und der Struktur der Speichen 10 kann man das
Gewicht des Speichenrades 7 abschätzen und somit auch, ob die
gewählte Ausführungsform schwer genug ist, um durch ihr
Eigengewicht in ausreichendem Ausmaß vorgespannt zu werden.
Sollte dies nicht der Fall sein, muß man sich für eine der
oben beschriebenen Alternativen zur Vorspannung entscheiden
(vgl. Fig. 7b, 7c). Die Nabe 9 wird allein nach der Anzahl
der Speichen 10 ausgelegt, d. h. danach, daß sämtliche Speichen
10 und ihre Befestigungsvorrichtungen am Umfang der Nabe 9
Platz finden.
Das fertige Speichenrad 7 wird während des Baus der vertikalen
Röhre 1 montiert. Wenn eine bestimmte Bauhöhe erreicht ist, in
der ein Speichenrad 7 eingezogen werden soll, wird dieses
innerhalb der im Bau befindlichen vertikalen Röhre 1 nach oben
gezogen und an ihrem oberen Rand montiert. Dazu wird die Felge
8 an die Innenwand des Mantels 2 betoniert und anschließend
durch den Beton hindurch mit dem Mantel 2 verschraubt.
Anschließend wird der Hohlraum der Felge 8 ebenso wie der
Hohlraum des Mantels 2 mit Beton ausgegossen. Damit entsteht
der erwähnte Verbundkörper, durch den ein Teil des Mantels 2
als Felge wirkt. Wenn mehrere Speichenräder montiert werden
sollen, ist es von Vorteil, die oberen Speichenräder gleich
mitzuheben und bei der erreichten Bauhöhe "zwischenzuparken".
Es ist einfacher, die Speichenräder etappenweise zu heben, als
sie in einem Stück von der Basis bis zur Spitze in der
Kaminröhre 1 hochzuziehen.
Auf diese Weise kann man die erfindungsgemäßen vertikalen
Röhren 1 in beliebige Höhe errichten.
Bezugszeichenliste
1 Kaminröhre
2 Mantel
2a Luvseite
2b Leeseite
2c, 2d Flanken
3 radiale Stützwände
4 Fuß
5 Erdboden
7 Speichenrad
8 äußerer Rahmen, Felge
9 innerer Rahmen, Nabe
10 speichenartige Elemente, Speichen
11 Augstab an der Felge
12 Beton
13 Zugstab
14 Hohlraum der Felge
15 Augstab an der Nabe
16 Druckstab
17 Zugstäbe
18-20 Befestigungszapfen
21 Gürtel
22 Gleitlager
2 Mantel
2a Luvseite
2b Leeseite
2c, 2d Flanken
3 radiale Stützwände
4 Fuß
5 Erdboden
7 Speichenrad
8 äußerer Rahmen, Felge
9 innerer Rahmen, Nabe
10 speichenartige Elemente, Speichen
11 Augstab an der Felge
12 Beton
13 Zugstab
14 Hohlraum der Felge
15 Augstab an der Nabe
16 Druckstab
17 Zugstäbe
18-20 Befestigungszapfen
21 Gürtel
22 Gleitlager
Claims (17)
1. Vertikale Röhre, insbesondere als Kamin oder Kühlturm,
mit einem Mantel (2) mit kreisförmigem, elliptischem,
rechteckigem oder vieleckigem Querschnitt, dessen
Durchmesser über die Höhe konstant oder hyperbolisch
verläuft oder in eine Richtung konisch zuläuft, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eine in der
Querschnittsebene der Röhre (1) verlaufende Aussteifung
(7) mit zwischen einem äußeren Rahmen (8) und einem
inneren Rahmen (9) verlaufenden speichenartigen Elementen
(10) vorgesehen ist, wobei die speichenartigen Elemente
(10) so vorgespannt sind, daß sie in unbelastetem Zustand
unter Zug stehen.
2. Vertikale Röhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die speichenartigen Elemente (10) Seile, Stangen oder
Flachstäbe sind.
3. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die speichenartigen Elemente
(10) aus zugfestem Material, insbesondere Stahl bestehen.
4. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die speichenartigen Elemente
(10) mittelbar oder unmittelbar an die Rahmen (8, 9)
gekoppelt sind.
5. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei Lagen speichenartiger
Elemente (10a, 10b, 10, 10′) an mindestens einem inneren
Rahmen (9a, 9b) und an mindestens einem äußeren Rahmen
(8, 8′) befestigt sind.
6. Vertikale Röhre nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Lagen speichenartiger Elemente (10a, 10b)
zur Vorspannung gespreizt sind.
7. Vertikale Röhre nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Lagen speichenartiger Elemente (10, 10′)
zur Vorspannung zusammengezogen sind.
8. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Rahmen eine am
Mantel befindliche Felge (8) und der innere Rahmen eine
in der Röhrenachse liegende Nabe (9) ist.
9. Vertikale Röhre nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Felge (8) zumindestens hinsichtlich der
Übertragung tangentialer Schubspannungen oder insgesamt
mit dem Mantel (2) unverschieblich gekoppelt ist.
10. Vertikale Röhre nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Felge (8) ein Teil des Mantels
(2) ist.
11. Vertikale Röhre nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Felge (8) an den Mantel (2)
anbetoniert und/oder angeschraubt ist.
12. Vertikale Röhre nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Felge (8) mindestens zwei radial
verschiebliche Befestigungszapfen (18-20) aufweist, die
den Mantel (2) durchdringen, wobei mindestens die
randständigen Befestigungszapfen in Gleitlagern (22)
radial verschieblich gelagert sind.
13. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Rahmen (8) ein im
Querschnitt rechteckiger oder runder, massiver oder
hohler Stahl- oder Betonrahmen ist.
14. Vertikale Röhre nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Rahmen (8) ein
hohler, mit Beton verfüllter Stahlrahmen ist.
15. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel (2) eine
Betonschale oder ein Stahlflechtwerk ist.
16. Vertikale Röhre nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke des Mantels
(2) 18-200 cm, vorzugsweise 20-100 cm beträgt.
17. Verwendung einer vertikalen Röhre (1) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche als Kamin eines
Aufwindkraftwerkes.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996121514 DE19621514A1 (de) | 1996-05-29 | 1996-05-29 | Vertikale Röhre |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996121514 DE19621514A1 (de) | 1996-05-29 | 1996-05-29 | Vertikale Röhre |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19621514A1 true DE19621514A1 (de) | 1997-12-04 |
Family
ID=7795571
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996121514 Withdrawn DE19621514A1 (de) | 1996-05-29 | 1996-05-29 | Vertikale Röhre |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19621514A1 (de) |
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