DE19612220A1 - Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre - Google Patents
Vakuumgehäuse für eine RöntgenröhreInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Vakuumgehäuse für eine Röntgen
röhre.
Insbesondere bei platzsparend aufgebauten Drehanoden-Röntgen
röhren kann es in der Nähe des Brennfleckes zu thermoschock
artigen Belastungen des Vakuumgehäuses kommen. Diese Bela
stungen resultieren aus der Sekundärelektronenwolke, die sich
mit Beginn des Röhrenstromes zentrisch vom Brennfleck aus
ausbreitet. Die Gesamtenergie der Sekundärelektronenwolke be
trägt je nach elektrischer Feldstärke und elektrischer Be
schaltung der Röntgenröhre mit elektrischen Dämpfungswider
ständen und dgl. wenigstens 10%, unter Umständen über 20%,
der Energie des Primärelektronenstrahles. Die Energiedichte
der Sekundärelektronenwolke kann beim Auftreffen auf die In
nenseite der Vakuumhülle so hoch sein, daß zwischen der ge
kühlten Außenseite des Vakuumgehäuses und der Innenseite des
Vakuumgehäuses eine Temperaturdifferenz auftritt, die je nach
Wanddicke des Vakuumgehäuses durchaus in der Größenordnung
von 80 bis 120°C und darüber liegen kann.
Nach Warren C. Young, Roark′s Formulas for Strain and Stress,
6. Auflage, New York, 1989 entstehen an der gekühlten Außen
oberfläche des Vakuumgehäuses im Betrieb der Röntgenröhre
Zugspannungen σz, die sich mindestens zu
errechnen, wobei
ΔT die Temperaturdifferenz,
αth der thermische Ausdehnungskoeffizient,
E der Elastizitätsmodul, und
ν die Querkontraktionszahl
sind.
ΔT die Temperaturdifferenz,
αth der thermische Ausdehnungskoeffizient,
E der Elastizitätsmodul, und
ν die Querkontraktionszahl
sind.
Bei behinderter Wärmedehnung, und davon ist im Falle des Va
kuumgehäuses einer Röntgenröhre auszugehen, erhöhen sich die
Zugspannungen auf
σz = (ΔT · αth · E)/(1-ν)
oder sogar auf
sz = (ΔT · αth · E)/(1-2ν),
je nachdem, wie groß die Dehnungsbehinderung ist.
Wenn in das Vakuumgehäuse ein zur Aufnahme der Kathodenanord
nung der Röntgenröhre vorgesehenes Rohr mündet und die Rohr
mündung, was meist der Fall ist, im Bereich der hohen Ener
giedichte der Sekundärelektronenwolke liegt, treten in der
Lochleibung aufgrund der speziellen Lochleibungsgeometrie
ebenfalls thermisch bedingte Spannungen σ infolge der behin
derten Wärmedehnungen auf, die sich zu
σ = k · αth · E · ΔT
errechnen, wobei
k ein Korrekturfaktor ist, der unter ähnlichen Umständen in der Kraftwerktechnik mit k = 1,83 angesetzt wird.
k ein Korrekturfaktor ist, der unter ähnlichen Umständen in der Kraftwerktechnik mit k = 1,83 angesetzt wird.
Unter Verwendung der drei zuletzt aufgeführten Gleichungen
und mit k = 1,83 im Falle der letzten Gleichung errechnen
sich bei einer Wandstärke des Vakuumgehäuses von 2 mm an des
sen Außenoberfläche Zugspannungen im Bereich von 335 bis
600 N/mm².
Bei den für das Vakuumgehäuse von Röntgenröhren üblicherweise
verwendeten Werkstoffen (z. B. Werkstoff Nr. 1.4539) ist somit
bei den zu erwartenden Temperaturen keine Dauerfestigkeit
mehr gewährleistet. Es liegt vielmehr lediglich Zeitfestig
keit vor, so daß mit Materialermüdung, also mit der Bildung
von Rissen und damit mit Undichtigkeit des Vakuumgehäuses,
frühestens nach 5 × 10⁴, spätestens aber nach 2 × 10⁶ ther
mischen Lastwechseln, d. h. Röhrenstromschüssen bzw. Röntgen
aufnahmen, zu rechnen ist.
Seit Bekanntwerden des geschilderten Problems wird versucht,
durch Herabsetzung der Wanddicke des Vakuumgehäuses in dem im
Betrieb der Röntgenröhre dem Brennfleck der Röntgenröhre be
nachbarten Bereich von zuvor ca. 3 mm auf 2 mm Abhilfe zu
schaffen. Es wird nämlich davon ausgegangen, daß eine gerin
gere Wanddicke zu einer geringeren Temperaturdifferenz zwi
schen Innen- und Außenseite des Vakuumgehäuses und damit zu
einer Erniedrigung der thermisch bedingten Zugspannungen
führt.
Außerdem wird nunmehr im Bereich des Rohransatzes ein Stutzen
einstückig an das Vakuumgehäuse angeformt, an den das die Ka
thodenanordnung aufnehmende Rohr mittels einer LASER-Schwei
ßung angeschweißt wird. Im Gegensatz zu der zuvor vorhande
nen, die Kerbspannungen stark erhöhenden Eckschweißung sind
also keine Makrokerben mehr vorhanden, jedoch stellt auch die
LASER-Schweißung eine, wenn auch sehr flach ausgeprägte,
Kerbe an der Außenseite der Schweißung dar.
Auch bei Vakuumgehäusen, die dem geschilderten Problem in der
beschriebenen Weise Rechnung zu tragen versuchen, ist jedoch
erfahrungsgemäß weder Dauerfestigkeit noch eine ausreichend
lange Lebensdauer gewährleistet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Vakuumgehäuse
der eingangs genannten Art so auszubilden, daß eine erhöhte
Lebensdauer erreicht wird.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe durch ein Vakuumgehäuse
für eine Röntgenröhre gelöst, welches wenigstens in dem im
Betrieb der Röntgenröhre dem Brennfleck der Röntgenröhre be
nachbarten Bereich seiner Wandung zur Herabsetzung der ther
misch bedingten Zugspannungen an deren äußeren Oberfläche aus
einem zumindest zweischichtigen Verbundwerkstoff gebildet
ist, dessen innere Schicht aus einem Material besteht, das
einen geringeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten
und/oder einen geringeren Elastizitätsmodul als das Material
der äußeren Schicht aufweist. Dabei ist sicherzustellen, daß
es bei der Herstellung des Verbundwerkstoffes zu einer groß
flächigen Verbindung der Materialien unter Vermeidung der
Bildung von Temperaturbarrieren kommt.
Infolge des Umstandes, daß auf der heißeren Seite der Wandung
eine Schicht eines Materials vorliegt, das einen geringeren
thermischen Ausdehnungskoeffizienten und/oder einen geringe
ren Elastizitätsmodul als das Material der äußeren Schicht
aufweist, werden die in der äußeren Schicht, insbesondere an
deren äußerer Oberfläche auftretenden, durch den Thermoschock
bedingten Zugspannungen herabgesetzt. Eine weitgehende Herab
setzung der thermisch bedingten Zugspannungen ist schon dann
gegeben, wenn die Schichtdicke der inneren Schicht wenigstens
10% der Schichtdicke der äußeren Schicht beträgt. In Berei
chen des Vakuumgehäuses, welche bezüglich der Materialermü
dung besonders kritisch einzustufen sind, wie dem Brennfleck
der Röntgenröhre benachbarte Übergangsbereiche von einer Ge
häuseform in eine andere Gehäuseform des Vakuumgehäuses, wel
che aufgrund ihrer geometrischen Gestalt unter Umständen un
ter einer gewissen Vorspannung stehen, beträgt die Schicht
dicke der inneren Schicht vorzugsweise mindestens 50% der
Schichtdicke der äußeren Schicht. Die Gefahr der Rißbildung
ist damit vermindert, so daß sich eine verlängerte Lebens
dauer des Vakuumgehäuses ergibt. Durch die Verwendung eines
zweischichtigen Verbundwerkstoffes können sogar noch größere
Temperaturdifferenzen als die eingangs genannten ertragen
werden, ohne daß es zur Materialermüdung an der äußeren Ober
fläche des Vakuumgehäuses bzw. im Materialinneren kommt.
In diesem Zusammenhang ist zwar aus der DE PS 254 946 ein Va
kuumgehäuse bekannt, dessen Kupferanode unter Zwischenfügung
eines Stahlrohrs auf einen zum Vakuumgehäuse gehörigen Glas
ansatz aufgesetzt ist, hierbei handelt es sich jedoch nicht
um einen Verbundwerkstoff, da keine großflächige Verbindung
der Materialien vorliegt.
Des weiteren sind aus der DE PS 382 464, der US-PS 3,992,633
und der JP 4,253,148 A Vakuumgehäuse der eingangs genannten
Art bekannt, welche in dem dem Brennfleck der Röntgenröhre
benachbarten Bereich einen wenigstens zweischichtigen Werk
stoff aufweisen, deren innere Schicht jedoch ausschließlich
von einem dünnen Film gebildet ist, welcher keinerlei Einfluß
auf die Herabsetzung der thermisch bedingten Zugspannungen an
der äußeren Oberfläche der Wandung des Vakuumgehäuses ausübt.
Im Hinblick auf die Betriebsbedingungen ist es zweckmäßig,
sowohl für die innere als auch die äußere Schicht metallische
Materialien zu verwenden.
Für die äußere Schicht eignen sich im Hinblick auf die auf
tretenden Beanspruchungen insbesondere ferritische Eisenle
gierungen oder austenitische Edelstähle.
Als Material für die innere Schicht eignen sich Kupfer, Nic
kel oder wenigstens Kupfer oder Nickel enthaltende Legierun
gen, insbesondere Nickel-Basislegierungen.
Für die innere Schicht können aber auch sogenannte Aus
gleichslegierungen mit kleinem thermischen Ausdehnungskoeffi
zienten verwendet werden, die Eisen, Nickel und Kobalt ent
halten.
Weiter eignen sich für die innere Schicht Eisen und Nickel
sowie Eisen und Palladium enthaltende Legierungen.
Um nicht in dem im Betrieb der Röntgenröhre dem Brennfleck
benachbarten Bereich der Wandung in einen Grundwerkstoff den
zweischichtigen Verbundwerkstoff einsetzen zu müssen, was
fertigungstechnisch sehr aufwendig wäre, sieht eine Variante
der Erfindung vor, daß die Wandung aus einem die äußere
Schicht bildenden Grundwerkstoff gebildet ist, der nur in dem
dem Brennfleck der Röntgenröhre benachbarten Bereich zur Bil
dung eines zweischichtigen Verbundwerkstoffes mit der inneren
Schicht versehen ist.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfin
dung, bei der eine Kathode in einem Bereich des Vakuumgehäu
ses aufgenommen ist, welcher über einen rohrförmigen Schacht
mit einem die Anode aufnehmenden Bereich des Vakuumgehäuses
verbunden ist, ist die Wandung des Vakuumgehäuses in dem für
die Materialermüdung besonders kritischen Übergangsbereich
des Schachtes in den die Anode aufnehmenden Bereich zur Bil
dung eines zweischichtigen Verbundwerkstoffs mit der inneren
Schicht versehen. Ein von der Kathode ausgehender Elektronen
strahl verläuft dabei durch den Schacht des Vakuumgehäuses
und trifft im Brennfleck auf die Auftrefffläche der Anode.
Ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Vakuum
gehäuses sieht den Verfahrensschritt vor, daß die innere
Schicht durch Auftragsschweißen, Löten oder Plattieren auf
die äußere Schicht aufgebracht wird, wobei das Plattieren
durch Unterpulverschweißen oder Sprengplattieren erfolgen
kann, womit man eine großflächige Verbindung der Materialien
erreicht.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefüg
ten Zeichnungen dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine ein erfindungsgemäßes Vakuumgehäuse aufweisende
Röntgenröhre in schematischer Darstellung im Längs
schnitt und
Fig. 2 einen Ausschnitt aus einer weiteren ein erfindungsge
mäßes Vakuumgehäuse aufweisende Röntgenröhre in
schematischer Darstellung.
Die in der Fig. 1 dargestellte Röntgenröhre weist ein aus ei
nem metallischen Werkstoff gefertigtes erfindungsgemäßes Va
kuumgehäuse 1 mit einem rohrförmigen Ansatz 1a auf. An diesen
ist mittels einer LASER-Schweißung 9 ein Rohr 1c angesetzt,
in das mittels eines Isolators 2 eine schematisch angedeu
tete, insgesamt mit 3 bezeichnete Kathodenanordnung einge
setzt, die, wie in Fig. 1 schematisch angedeutet ist, eine in
einer Fokussierungsnut 3a eines Kathodenbechers 3b aufgenom
mene Glühkathode 3c enthält. Von dieser geht ein in Fig. 1
strichliert angedeuteter Elektronenstrahl E aus, der in einem
Brennfleck BF auf die Auftrefffläche 4a einer insgesamt mit 4
bezeichneten Drehanode auftrifft.
Die Drehanode 4 ist in nicht näher dargestellter Weise in ei
nem zweiten Ansatz 1b des Vakuumgehäuses 1 in an sich bekann
ter Weise drehbar gelagert.
Die Drehanode 4 weist einen mit dem Anodenkörper 4b verbunde
nen Rotor 5 auf, der mit einem außen auf dem Ansatz 1b ange
brachten Stator 6 nach Art eines Kurzschlußläufermotors zu
sammenwirkt.
Die Drehanode 4 und das Vakuumgehäuse 1 sind elektrisch lei
tend miteinander verbunden. Sie liegen im Falle des darge
stellten Ausführungsbeispieles auf Erdpotential 7. Der eine
Anschluß der Glühkathode 3c liegt auf negativer Hochspannung
-UR, z. B. -125 kV. Zwischen den beiden Anschlüssen der Glüh
kathode 3c liegt die Heizspannung UH.
Das Vakuumgehäuse 1 ist mit einem beispielsweise aus Beryl
lium gebildeten Strahlenaustrittsfenster 8 versehen, durch
das im Betrieb der Röntgenröhre das vom Brennfleck BF ausge
hende Röntgenstrahlenbündel austritt, dessen Zentral- und
Randstrahlen in der Fig. 1 strichliert angedeutet und mit ZS
bzw. RS bezeichnet sind.
Jedesmal wenn bei Aktivierung der Röntgenröhre, beispiels
weise zur Anfertigung einer Röntgenaufnahme, der Röhrenstrom
zu fließen beginnt, ist das Vakuumgehäuse 1 in seinem dem
Brennfleck BF benachbarten Bereich einer thermoschockartigen
Belastung unterworfen. Diese Belastung kommt durch das Auf
treffen der sich mit Beginn des Röhrenstromes zentrisch vom
Brennfleck BF ausbreitenden Sekundärelektronenwolke auf die
Innenseite des Vakuumgehäuses 1 zustande. Infolge der hohen
Energiedichte der Sekundärelektronenwolke tritt nämlich eine
Temperaturdifferenz in der Größenordnung von 100°C zwischen
der Innenseite und der Außenseite des Vakuumgehäuses 1 auf.
Um zu verhindern, daß die in diesem Zusammenhang an der Au
ßenseite des Vakuumgehäuses 1 im Bereich von dessen Abschnitt
1a auftretenden thermisch bedingten Zugspannungen eine solche
Höhe erreichen, daß sie sich, z. B. durch Rißbildung, nachtei
lig auf die Lebensdauer des Vakuumgehäuses 1 und damit der
Röntgenröhre auswirken, ist die Wandung des Vakuumgehäuses 1,
d. h. der Abschnitt 1a des Vakuumgehäuses 1, in dem dem Brenn
fleck BF benachbarten Bereich aus einem zweischichtigen Ver
bundwerkstoff gebildet. Dazu ist der Abschnitt 1a aus einem
die äußere Schicht bildenden Grundwerkstoff, beispielsweise
aus einer ferritischen Eisenlegierung oder aus austenitischem
Edelstahl, gebildet und in dem dem Brennfleck BF benachbarten
Bereich mit einer inneren Schicht 10 versehen, die aus einem
Material besteht, das einen geringeren thermischen Ausdeh
nungskoeffizienten und/oder einen geringeren Elastizitätsmo
dul als das Material der äußeren Schicht, also der Grundwerk
stoff, aufweist. Dabei ist die Schichtdicke der inneren
Schicht so gewählt, daß sie mindestens 10% der Schichtdicke
der äußeren Schicht beträgt.
Durch den beschriebenen Aufbau werden in dem zweischichtig
ausgebildeten Bereich des Vakuumgehäuses 1 die an der Außen
seite der Wandung des Vakuumgehäuses 1 durch die Wirkung des
Thermoschocks erzeugten Zugspannungen gegenüber den bei einem
einschichtig aufgebauten Vakuumgehäuse vorliegenden Zugspan
nungen herabgesetzt, so daß sich eine erhöhte Lebensdauer des
Vakuumgehäuses 1 ergibt.
Als Material für die innere Schicht 10 eignen sich Kupfer,
Nickel oder eine wenigstens oder Kupfer- oder Nickel enthal
tende Legierung, insbesondere Nickel-Basislegierungen. Eben
falls geeignet ist eine einen niedrigen thermischen Ausdeh
nungskoeffizienten aufweisende sogenannte Ausgleichslegie
rung, welche als Legierungselemente Eisen, Nickel und Kobalt
enthalten. Auch Eisen/Nickel-Legierungen und Eisen/Palladium-
Legierungen sind als Material für die innere Schicht geeig
net.
Die innere Schicht 10 kann durch Auftragsschweißen, Löten
oder Plattieren aufgebracht werden. Es versteht sich, daß
dies zweckmäßigerweise geschieht, bevor die Abschnitte 1b und
1c mit dem Abschnitt 1a des Vakuumgehäuses 1 verbunden wer
den. Dabei ist es von Bedeutung, daß es zu einer
großflächigen Verbindung der Materialien unter Vermeidung der
Bildung von Temperaturbarrieren kommt.
Winkelmäßig erstreckt sich der zweischichtig ausgeführte Be
reich bezogen auf die Mittelachse M der Drehanode 4 ausgehend
vom Zentralstrahl ZS jeweils über wenigstens 90° im Uhrzei
gersinn und gegen den Uhrzeigersinn entlang des Umfangs des
Vakuumgehäuses 1.
Der in der Fig. 2 dargestellte Ausschnitt eines weiteren er
findungsgemäßen Vakuumgehäuses einer Röntgenröhre weist ein
aus einem ebenfalls metallischen Werkstoff gefertigtes erfin
dungsgemäßes Vakuumgehäuse 1 mit einem eine Drehanode 4 auf
nehmenden Raum 13 (Anodenraum 13), mit einem eine Kathodenan
ordnung 3 aufnehmenden Raum 11 (Kathodenraum 11) und mit ei
nem den Anoden- und Kathodenraum verbindenden Schacht 12 auf.
Der obere Gehäuseabschnitt des Vakuumgehäuses 1, welcher den
Kathodenraum 11 und den Schacht 12 einschließt, und welcher
an den Anodenraum 13 angrenzt, ist dabei einstückig ausge
führt.
Die Komponenten des in Fig. 2 dargestellten Ausschnittes der
Röntgenröhre entsprechen dabei in Bezeichnung und Funktion im
wesentlichen den entsprechenden, in Fig. 1 dargestellten und
erläuterten Komponenten.
Zur Reduzierung der thermoschockartigen Belastung des dem
Brennfleck BF benachbarten Bereiches der Wandung des Vakuum
gehäuses 1 sind in Fig. 2 die bezüglich Materialermüdung be
sonders gefährdeten Bereiche der Wandung des Vakuumgehäuses 1
aus einem zweischichtigen Verbundwerkstoff gebildet. Einen
besonders gefährdeten Bereich stellt diesbezüglich der Über
gangsbereich zwischen der rohrartigen Wandung des Schachtes
12 und der Wandung des Anodenraumes 13 dar, welcher die Form
eines stark gekrümmten Flaschenhalses aufweist. Um zu verhin
dern, daß in diesem Zusammenhang in dem Übergangsbereich die
an der Außenseite des Vakuumgehäuses 1 auftretenden thermisch
bedingten Zugspannungen eine solche Höhe erreichen, daß es
zur Rißbildung kommt, ist die stark gekrümmte Fläche des
Übergangsbereiches aus dem zweischichtigen Verbundwerkstoff
gebildet. Die Schichtdicke der inneren Schicht 10 beträgt
hierbei mindestens 10% der Schichtdicke der äußeren Schicht,
wobei für die äußere und innere Schicht die bereits erwähnten
Materialien zum Einsatz kommen. Bei besonders gefährdeten Be
reichen der Wandung des Vakuumgehäuses 1 kann die Schicht
dicke der inneren Schicht 10 zweckmäßigerweise auch 50% oder
mehr der Schichtdicke der äußeren Schicht betragen. Auch
hierbei ist es von Bedeutung, daß eine großflächige Verbin
dung zwischen der inneren und der äußeren Schicht besteht, so
daß Temperaturbarrieren vermieden sind.
Durch den beschriebenen Aufbau werden in dem zweischichtig
ausgebildeten Übergangsbereich des Vakuumgehäuses 1 die an
der Außenseite der Wandung des Vakuumgehäuses 1 wirkenden
thermisch bedingten Zugspannungen herabgesetzt, so daß sich
eine erhöhte Lebensdauer des Vakuumgehäuses 1 ergibt.
Es ist anders als im Falle der beschriebenen Ausführungsbei
spiele im Rahmen der Erfindung auch möglich, einen mehr als
zwei Schichten aufweisenden Verbundwerkstoff zu verwenden,
wobei dann vorzugsweise die thermischen Ausdehnungskoeffizi
enten und/oder Elastizitätsmoduli der Materialien der einzel
nen Schichten von innen nach außen zunehmen.
Im Falle der vorstehend beschriebenen Röntgenröhren handelt
es sich um sog. einpolige Röntgenröhren, bei denen das Vaku
umgehäuse und die Anode auf einem gemeinsamen Potential lie
gen. Die Erfindung kann aber auch bei sog. zweipoligen Rönt
genröhren zur Anwendung kommen, bei denen das Vakuumgehäuse
auf einem Potential liegt, das zwischen dem der Anode und dem
der Kathode liegt.
Obwohl die Erfindung am Beispiel von Drehanoden-Röntgenröhren
beschrieben ist, können auch Festanoden-Röntgenröhren mit ei
nem erfindungsgemäßen Vakuumgehäuse versehen werden.
Es sei noch darauf hingewiesen, daß sich eine nochmals ver
besserte Lebensdauer der Vakuumgehäuse erreichen läßt, wenn
in dem aus Verbundwerkstoff gebildeten Bereich der Vakuumge
häuse oder einem Teil dieses Bereiches die äußere Schicht an
ihrer Oberfläche Druckeigenspannungen aufweist, die bei
spielsweise durch Oberflächenstrahlen der äußeren Oberfläche
der Vakuumgehäuse erzeugt sein können. Eine weitere Erhöhung
der Lebensdauer wird deshalb erreicht, weil - vereinfacht
formuliert - infolge der Überlagerung der Druckeigenspannun
gen und der thermisch bedingten Zugspannungen die an der äu
ßeren Oberfläche der Vakuumgehäuse auftretenden Zugspannungen
gegenüber den thermisch bedingten Zugspannungen die bei Abwe
senheit der Druckeigenspannungen vorliegen würden, um den Be
trag der Druckeigenspannungen vermindert sind.
Claims (15)
1. Vakuumgehäuse (1) für eine Röntgenröhre, welches wenig
stens in dem im Betrieb der Röntgenröhre dem Brennfleck (BF)
der Röntgenröhre benachbarten Bereich seiner Wandung zur Her
absetzung der thermisch bedingten Zugspannungen an deren äu
ßeren Oberfläche aus einem wenigstens zweischichtigen Ver
bundwerkstoff gebildet ist, dessen innere Schicht (10) aus
einem Material besteht, das einen geringeren thermischen Aus
dehnungskoeffizienten und/oder einen geringeren Elastizitäts
modul als das Material der äußeren Schicht aufweist.
2. Vakuumgehäuse nach Anspruch 1, dessen innere Schicht (10)
eine Schichtdicke aufweist, welche wenigstens 10% der
Schichtdicke der äußeren Schicht beträgt.
3. Vakuumgehäuse nach Anspruch 1, dessen innere Schicht (10)
eine Schichtdicke aufweist, welche wenigstens 50% der
Schichtdicke der äußeren Schicht beträgt.
4. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dessen äu
ßere Schicht aus einem metallischen Material gebildet ist.
5. Vakuumgehäuse nach Anspruch 4, dessen äußere Schicht aus
einer ferritischen Eisenlegierung oder aus austenitischem
Edelstahl gebildet ist.
6. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dessen in
nere Schicht (10) aus einem metallischen Material gebildet
ist.
7. Vakuumgehäuse nach Anspruch 6, dessen innere Schicht (10)
aus Kupfer, aus Nickel oder aus einer wenigstens Kupfer oder
Nickel enthaltenden Legierung gebildet ist.
8. Vakuumgehäuse nach Anspruch 7, dessen innere Schicht (10)
aus einer Nickel-Basislegierung gebildet ist.
9. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dessen in
nere Schicht (10) aus einer Eisen, Nickel und Kobalt enthal
tenden Ausgleichslegierung gebildet ist.
10. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dessen
innere Schicht (10) aus einer Eisen und Nickel enthaltenden
Legierung gebildet ist.
11. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dessen
innere Schicht (10) aus einer Eisen und Palladium enthalten
den Legierung gebildet ist.
12. Vakuumgehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dessen
Wandung aus einem die äußere Schicht bildenden Grundwerkstoff
gebildet ist, der nur in dem dem Brennfleck (BF) der Röntgen
röhre benachbarten Bereich zur Bildung eines zweischichtigen
Verbundwerkstoffs mit der inneren Schicht (10) versehen ist.
13. Vakuumgehäuse nach Anspruch 12, welches eine Kathodenan
ordnung (3) in einem Raum (11) des Vakuumgehäuses (1) auf
nimmt, welcher über einen rohrartigen Schacht (12) mit einem
eine Anode (4) aufnehmenden Raum (13) des Vakuumgehäuses (1)
verbunden ist, wobei ein von der Kathodenanordnung (3) ausge
hender Elektronenstrahl (E) durch den Schacht (13) zur Anode
(4) verläuft, und dessen Wandung im Bereich des Übergangs des
Schachtes (12) in den die Anode (4) aufnehmenden Bereich (13)
zur Bildung eines zweischichtigen Verbundwerkstoffs mit der
inneren Schicht (10) versehen ist.
14. Verfahren zur Herstellung eines Vakuumgehäuses nach einem
der Ansprüche 1 bis 13, welches den Verfahrensschritt auf
weist, daß die innere Schicht (10) durch Auftragsschweißen,
Löten oder Plattieren auf die äußere Schicht aufgebracht
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem der Verfahrensschritt
des Plattierens durch Unterpulverschweißen oder Sprengplat
tieren erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19612220A DE19612220A1 (de) | 1995-09-28 | 1996-03-27 | Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19536282 | 1995-09-28 | ||
| DE19612220A DE19612220A1 (de) | 1995-09-28 | 1996-03-27 | Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19612220A1 true DE19612220A1 (de) | 1997-04-03 |
Family
ID=7773548
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19612220A Ceased DE19612220A1 (de) | 1995-09-28 | 1996-03-27 | Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19612220A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10320700A1 (de) * | 2003-05-08 | 2004-12-02 | Siemens Ag | Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre |
| US7065178B2 (en) * | 2003-04-30 | 2006-06-20 | Siemens Aktiengesellschaft | Rotating anode x-ray tube |
| DE102010010054A1 (de) | 2010-03-03 | 2011-09-08 | Siemens Aktiengesellschaft | Röntgenröhre |
-
1996
- 1996-03-27 DE DE19612220A patent/DE19612220A1/de not_active Ceased
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7065178B2 (en) * | 2003-04-30 | 2006-06-20 | Siemens Aktiengesellschaft | Rotating anode x-ray tube |
| DE10320700A1 (de) * | 2003-05-08 | 2004-12-02 | Siemens Ag | Vakuumgehäuse für eine Röntgenröhre |
| DE102010010054A1 (de) | 2010-03-03 | 2011-09-08 | Siemens Aktiengesellschaft | Röntgenröhre |
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