DE1645819C - Katalytisches Reformierverfahren - Google Patents
Katalytisches ReformierverfahrenInfo
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Description
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35 atü gearbeitet. Eine spezielle Begrenzung des Wasser- öls, eines Kohleteerdestillats, eines Schieferöls od. dgl.,
gehaltes ist nicht vorgesehen. die in einem gegebenen Temperaturbereich siedet. Der
Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Ausdruck »in Anwesenheit von Schwefel« bezeichnet
durch eine ganz bestimmte Auswahl und Kombination einen Zustand, bei dem der Schwefel, im allgemeinen
der Verfahrensparameter Druck, Wassergehalt und S in Form von Schwefelwasserstoff, in inniger Ver-Schwefelgehalt
eine verfahrenstechnisch einwandfreie mischung mit den Reaktionsteilnehmern in der Re-
und einfache Durchführung eines Reformierverfahrens formierzone vorliegt, wobei die angegebene Gesamtf
iir Kohlenwasserstoffbeschickungen des Benzinsiede- menge an Schwefel die Gesamtmenge an äquivalentem
bereichs bei relativ niederem Druck mit sehr geringer Schwefel in schwefelhaltigen Verbindungen, die aus
Desaktivierungsrate des Katalysators, d.h. langen ι ο irgendeiner Quelle in die Reformierzone eintreten,
Betriebszeiträumen, ermöglicht wird. Es werden eine bezeichnet. Die Schwefelkonzentrationen sind dabei
Reihe unerwünschter qualitätsmindernder Reaktionen berechnet als Gewichtsteile Schwefel je 1 Million Geweitgehend
unterdrückt, was zu einer entsprechenden wichtsteile Einsatzmaterial (ppm) und angegeben auf
Steigerung der Leistungsfähigkeit, des Wirkungs- Basis von elementarem Schwefel, auch wenn der
grades, der Ausbeute und der Stabilität der Refor- 15 Schwefel in Form einer Verbindung vorliegt. Der
mierung führt. Weiterhin wird die Selektivität der Ausdruck »praktisch wasserfreie Umgebung« bezeich-Reformierung
verbessert. Die Bildung von kohlenstoff- net einen Zustand, bei dem die Gesamtmenge an
haltigen Ablagerungen auf dem Katalysator wird trotz Wasser aus der Beschickung und aus wasserbildenden
niederer Betriebsdrücke stark zurückgedrängt. Die Verbindungen entstehendem Wasser, die aus irgend-Vorteile
zeigen sich ganz besonders dann, wenn die 20 einer Quelle in die Reformierzone eintritt, wenige! al-Ausbeute
an Kohlenwasserstoffen mit 5 und mehr 20 Gewichtsteile je Million, bezogen auf die Kohlen-Kohlenstoffatomen
bei niedrigen Wasserstoffpartial- Wasserstoffbeschickung, und vorzugsweise wesentlich
drücken auf einen Höchstwert gebracht werden soll, weniger als diese Menge beträgt. Der Ausdruck »redud.
h. bei Bedingungen, wo bisher große Schwierig- zierbare schwefelhaltige Verbindung« bezeichnet Verkeiten
durch Verschmutzung und Desaktivierung des 25 bindungen, die unter den in der Reformierzone herr-Katalysators
auftraten. sehenden Bedingungen Schwefelwasserstoff ergeben
Gegenstand der Erfindung ist hierzu ein kataly- und keinen Sauerstoff enthalten. Der Ausdruck »Setisches
Reformierverfahren der eingangs angegebenen lektivität« bezeichnet die Fähigkeit des Verfahrens.
Art, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man die angestrebte oktanzahlverbessernde Reaktionen zu beUmsetzung
bei einem Druck im Bereich von 5,1 bis 30 günstigen und unerwünschte Reaktionen zu hemmen.
20,4 at in einer praktisch wasserfreien Umgebung, in Der Ausdruck »Aktivität« bezeichnet die Fähigkeit zur
der die Gesamtmenge an Wasser aus der Beschickung Erzeugung eines Produktes der gewünschten Qualität,
und aus wasserbildenden Verbindungen entstehendem gemessen durch die Oktanzahl. Der Ausdruck »Stabi-Wasser
weniger als 20 Gewichtsteile je Million, be- lität« bezeichnet das Ausmaß erforderlicher Ändezogen
auf die Kohlenwasserstoffbeschickung, beträgt, 35 rungen von Betriebsparametern des Verfahrens, be-
und in Anwesenheit von 10 bis 3000 Gewichtsteilen zogen auf die Zeit; ein übliches Maß für die Stabilität
Schwefel je 1 Million Gewichtsteile der Beschickung ist beispielsweise die Änderung der Reaktortemperatur
durchführt. je Zeiteinheit, die erforderlich ist, um eine vorgegebene
Vorzugsweise wird eine Kohlenwasserstoff beschick- Qualität des erzeugten Produkts aufrechtzuerhalten,
kung zugeführt, die sauerstoffhaltige Verbindungen in 40 wobei eine geringere Steigung eine stabilere Vereiner
Menge enthält, daß weniger als 5 Gewichtsteile fahrensweise kennzeichnet. Der Ausdruck »Platinje
Million Wasser, bezogen auf die Beschickung, ent- gruppenmetallkomponente« umfaßt alle Elemente der
stehen, und etwa 10 bis etwa 1000 Gewichtsteile je Gruppe VIII des Periodensystems mit einem Atom-Million,
berechnet als äquivalenter Schwefel, an gewicht über 100 sowie Verbindungen und Gemische
schwefelhaltigen Verbindungen enthält. 45 davon. Die »stündliche Raumströmungsgeschwindig-
Durch die besondere Auswahl und Kombination keit der Flüssigkeit« ist definiert als Volumeinheiten
der angegebenen Betriebsparameter werden Betriebs- an zugeführter flüssiger Beschickung je Stunde und je
durchführungen bei relativ niederen Drücken nicht Volumeinheit des in der Reaktionszone befindlichen
nur möglich, sondern auch sehr zweckmäßig. Bei den Katalysators.
in den nachstehenden Beispielen angegebenen Be- 50 Als Kohlenwasserstoffbeschickungen werden Naph-
triebsdurchführungen wurde in den meisten Fällen thene und Paraffine enthaltende Fraktionen verarbeitet,
bei einem Druck von nu·· 6,8 at gearbeitet. Derart vorzugsweise solche, die zur Hauptsache aus Naph-
niedrige Drücke sind für technisch über längere thenen und Paraffinen bestehen, jedoch können auch
Betriebszeiträume durchzuführende Reformierungen Aromaten und/oder Olefine anwesend sein. Bevorzugt
ungewöhnlich. Trotzdem werden, wie aus den nach- 55 werden z. B. Straight-run-benzine, Naturbenzine u.dgl.,
stehenden Angaben ersichtlich ist, hohe Selektivitäten jedoch sind häufig auch thermisch oder katalytisch
und Ausbeuten an den erwünschten Produkten bei gekrackte Benzine oder höhersiedende Fraktionen
hoher Katalysatorstabilität erreicht. davon oder Gemische von Straight-run- und ge-
Vor den weiteren Erläuterungen des Verfahrens krackten Benzinen vorteilhaft. Dabei kann es sich um
seien eine Reihe hier verwendeter Ausdrücke definiert. 60 ein Benzin mit einem Anfangssiedepunkt von etwa 10
Der Ausdruck »Benzinsiedebereich« bezeichnet Koh- bis 38°C und einem Siedeendpunkt von etwa 169 bis
lenwasserstoffgemische mit einer oberen Siedegrenze 2190C oder um eine Fraktion davon, gewöhnlich um
von etwa 204 bis 219° C. Der Ausdruck »Naphtha« eine höhersiedende Fraktion, wie sie üblicherweise als
bezeichnet ein im Benzinbereich siedendes Destillat schwere Naphtha oder Schwerbenzin bezeichnet wird,
mit einem Anfangssiedepunkt von gewöhnlich etwa 65 handeln. Es können auch reine Kohlenwasserstoffe
66 bis 121°C und einem Siedeendpunkt von etwa 177 oder Gemische reiner Kohlenwasserstoffe, gewöhnlich
bis 232° C. Der Ausdruck »Kohlenwasserstofffraktion Paraffine oder Naphthene, die zu Aromaten umge-
oder -destillat« bezeichnet eine Fraktion eines Roherd- wandelt werden sollen, zugeführt werden. Wie nach-
5 6
stehend an Hand eines Beispiels gezeigt wird, eignet und/oder Chlor, in einer Menge von etwa 0,1 bis 1,5%
sich das Verfahren besonders für die Umwandlung und insbesondere etwa 0,4 bis 0,9 Gewichtsprozent,
von acyclischen Paraffinen zu Aromaten in guten Die Platingruppenmetallkomponente kann beispiels-Ausbeuten
bei gleichbleibenden Betriebsbedingungen, weise durch Imprägnierung oder Mischfällung mit
was einen besonderen Vorteil des Verfahrens dar- 5 einer Platingruppenmetallverbindung, z. B. Platinstellt,
chlorwasserstoffsäure, Platincyanid, Platinhydroxyd,
Im allgemeinen wird es bevorzugt, zunächst die Platinsulfat, Palladiumsulfid oder Palladiumchlorid,
Schwefel- und Sauerstoffkonzentration des Einsatz- eingebracht werden, worauf das Material getrocknet
materials auf sehr niedrige Werte zu verringern und und dann einer Calcinierung und, sofern gewünscht,
danach eine geregelte Menge einer Schwefelwasserstoff io weiteren Behandlungen, z. B. einer Reduktion und/
bildenden Verbindung einzuführen, da eine Heran- oder Sulfidierung, unterworfen werden kann. Der
ziehung von bereits im Einsatzmaterial anwesenden Katalysator kann in Form von Kugeln, Pillen, Extru-Schwefelverbindungen
zur Einstellung des endgültigen dat, Pulver oder Granulat zur Anwendung kommen.
Schwefelgehaltes gewöhnlich schwierig zu regeln ist. Die Reformierung kann nach Betriebsweisen mit
Als Schwefelwasserstoff bildende Verbindungen sind 15 Katalysatorfestbett, Wirbelschicht, Aufschlämmung
insbesondere geeignet: aliphatische Mercaptane, ζ. B. oder sich bewegendem Bett durchgeführt werden,
Äthylmercaptan, Propylmercaptan und tert.-Butyl- vorzugsweise mit Festbett im Hinblick auf die dabei
mercaptan; aromatische Mercaptane, ζ. B. Thio- geringsten Abriebsverluste des Katalysators. Die
phenol und Derivate davon: Cycloalkylmercaptane, schwefelhaltige Komponente kann der Beschickung
z. B. Cyclohexylmercaptan; aliphatische Sulfide, z. B. 20 kontinuierlich oder intermittierend zugesetzt werden,
Äthylsulfid; aromatische Sulfide, z. B. Phenylsulfid; z. B. am Einlaß des Katalysatorbeltes, an einer Stelle
aliphatische Disulfide, ζ. B. tert.-Butyldisulfid; aroma- stromabwärts vom Einlaß oder an mehreren Stellen,
tische Disulfide, z.B. Phenyldisulfid; Dithiosäuren; oder, wenn mehrere Reaktoren vorgesehen sind, in
Thioaldehyde; Thioketone; heterocyclische Schwefel- den ersten, in einen der folgenden oder in mehrere
verbindungen, ζ. B. Thiophene und Thiophane. Wei- 35 der Reaktoren. Sie kann auch in das wassersloffreiche
terhin i'ar·" je"ünschtenfalN freier Schwefel oder Rückführgas oder bei Betriebsweisen, bei denen wasser-Schwefelwasserstoff
verwendet werden. Gewöhnlich stoffreiches Gas von einer äußeren Quelle zugeführt
wird aus Gründen der Kosten und Bequemlichkeit wird, in dieses eingemischt werden. Gewöhnlich ist es
ein Mercaptan, ζ. B. tert.-Butylmercaptan, bevorzugt. am bequemsten, die schwefelhaltige Komponente mit
Die in der Reformierzone vorliegende Schwefel- 30 der Kohlenwasserstoffbeschickung zu vermischen,
menge ist bei einer bevorzugten Ausführungsform des Zweckmäßig wird der wasserstoffreiche Rückführ-Verfahrens
abhängig von der Menge an Schwefel- strom ganz oder weitgehend von Schwefelwasserstoff
wasserstoff, die in dem wasserstoffreichen Gas zui ück- und Wasser befreit und die erforderliche Menge an
geführt wird, und der Zusammensetzung des Einsatz- reduzierbarer Schwefelverbindung nach einer der vormaterials.
Sie soll, aus allen Quellen zusammen- 35 stehenden Methoden in die Reaktionszone eingeführt,
genommen, 10 bis 3000 Gewichtsteile Schwefel je da hierdurch eine verhältnismäßig umständliche Über-1
Million Gewichtsteile der Beschickung und Vorzugs- wachung des Rückführstroms zur Verhinderung einer
weise etwa 15 bis etwa 2000 Gewichtsteile je Million Konzentrationssteigerung an Schwefelwasserstoff und
betragen. Bei der bevorzugten Arbeitsweise, bei der insbesondere Wasser vermieden wird. Dies kann beiein
beträchtlicher Anteil des wasserstoffhaltigen Gases 40 spielsweise durch Überleiten des Rückführgases über
aus dem Ausfluß der Reformierzone ohne weitere Natrium großer Oberfläche, Aluminosilicate, Mole-Behandlung
zur Reformierzone zurückgeführt wird, kularsiebe, Alumiriiumoxyd, Siliciumdioxydgel oder
ist in der Beschickung eine reduzierbare Schwefel- lonenaustauschharze, oder durch Lösungsmittelexverbindung
vorzugsweise in einer Menge von etwa 10 traktion mit organischen Lösungsmitteln, z. B. Dibis
etwa 1000 Gewichtsteilen je Million Äquivalent- 45 äthylenglykol oder Diäthanolamin, geschehen,
schwefel enthalten. Das Verfahren wird bei Drücken von 5,1 bis 20,4 at
Bei dem Verfahren kann ein herkömmlicher Re- durchgeführt. Der im Einzelfall gewählte Betriebsformierkatalysator
zur Anwendung kommen, der eine druck richtet sich in erster Linie nach den Eigen-Platingruppenmetallkomponente
enthält. Platin wird schäften des Einsatzmaterials. Beispielsweise ergab
bevorzugt, jedoch kommen auch andere Platingruppen- 50 sich ein guter stabiler Betrieb in Verbindung mit einer
metalle, d. h. Palladium, Rhodium, Ruthenium, Os- leichten Kuwait-Naphtha bei einem so geringen Druck
mium und Iridium, in Betracht. Das Platingruppen- wie 6,8 at, wie aus den Beispielen hervorgeht,
metall macht gewöhnlich etwa 0,01 bis 3,0 und Die in der Reformierzone erforderliche Temperatur
meistens etwa 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent des Kataly- ist bei vergleichbaren übrigen Bedingungen tiefer als
sators, berechnet als Element, aus. Die Metallkompo- 55 bei herkömmlichen Betriebsdurchführungen unter
nente ist mit einem hitzebeständigen anorganischen hohem Druck. Allgemein kann bei Temperaturen von
Oxydträger synthetischer oder natürlicher Herkunft, etwa 427 bis 593 0C und vorzugsweise etwa 454 bis
z. B. aus Aluminiumoxyd, Siliciumdioxyd, Zirkon- 566°C gearbeitet werden.
oxyd, Magnesiumoxyd, Boroxyd, Thoriumoxyd, Titan- Das Verfahren wird gewöhnlich bei einer stündoxyd
oder Strontiumoxyd oder Gemischen aus zwei 60 liehen Raumströmungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit
oder mehreren derartigen Komponenten, z. B. SiIi- von etwa 0,5 bis etwa 15,0 und vorzugsweise etwa 1,0
ciumdioxyd—Aluminiumoxyd, Aluminiumoxyd—Bor- bis 5,0 betrieben. Die Menge an wasserstoffreichem
oxyd oder Siliciumdioxyd—Aluminiumoxyd—Zirkon- Gas, die zusammen mit der Kohlenwasserstoffoxyd
usw., vereinigt. Bevorzugt wird Aluminiumoxyd beschickung zugeführt wird, beträgt zweckmäßig etwa
in allen seinen Zustandsformen, entweder allein oder 65 0,5 bis 20 und vorzugsweise etwa 4 bis 12 Mol Wasserin
Mischung mit einem der aufgeführten hitzebestän- stoff je Mol Kohlenwasserstoff,
digen Oxyde. Vorzugsweise enthält der Katalysator Ein besonderer Vorteil des Verfahrens ist die Seltenweiterhin
gebundenes Halogen, insbesondere Fluor heit, mit der der Katalysator regeneriert werden muß.
Herkömmliche Arbeitsweisen bei niedrigem Druck erforderten umfangreiche Regenerationseinrichtungen,
wenn der Katalysator über eine wirtschaftlich brauchbare Zeitspanne verwendet werden sollte. Demgegenüber
kann das hier beschriebene Verfahren infolge seiner guten Stabilität bei niederem Druck und infolge
der geringen Katalysatorverschmutzungs- und -desaktivierungsrate ohne kostspielige Regenerationseinrichtungen,
wie Umschaltreaktoren, gebaut und betrieben werden, was zu großen Einsparungen an
Investitions- und Betriebskosten führt.
Die nachstehenden Beispiele dienen zur weiteren Veranschaulichung des Verfahrens und der dabei erzielten
technischen Vorteile.
Beispiel 1
(Vergleichsbeispiel)
(Vergleichsbeispiel)
Dieses Beispiel veranschaulicht den Einfluß einer Verringerung des Drucks bei der Verarbeitung einer
leichten Kuwait-Naphtha unter Verwendung eines herkömmlichen Reformierkatalysators.
Der Katalysator wurde unter Verwendung von 1,6 mm Aluminiumoxydkügelchen, die 0,90 Gewichtsprozent
gebundenes Chlor enthielten, hergestellt. Die Kügelchen wurden zunächst mit einer hinreichenden
Menge einer wäßrigen Lösung von Chlorplatinsäure, um 0,75 Gewichtsprozent Platin, berechnet als Metall,
einzuführen, vermischt. Die imprägnierten Kugeln wurden dann getrocknet und danach einer Hochtemperaturoxydation
und dann einer Hochtemperatur-Reduklionsbehandlung in einer Wasserstoffatmosphäre
unterworfen. An die Reduktionsbehandlung schloß sich eine Hochtemperatur-Sulfidierungsbehandlung
an, bei der die Katalysatorzusammensetzung einer Schwefelwasserstoff enthaltenden Atmosphäre
ausgesetzt wurde. Der sich ergebende Katalysator enthielt 0,75 Gewichtsprozent Platin, 0,90 Gewichtsprozent
Chlorid und etwa 0,01 Gewichtsprozent Schwefel, beides berechnet als Elemente.
Das bei diesem Beispiel verwendete Einsatzmaterial war eine speziell hergestellte leichte Kuwait-Naphtha
mit den in der Tabelle I aufgeführten Eigenschaften.
Tabelle I
Leichte Kuwait-Naphtha
Leichte Kuwait-Naphtha
Spezifisches Gewicht bei 200C 0,7238
100 ml ASTM-Destillation, 0C
Anfangssiedepunkt 80
Anfangssiedepunkt 80
5°/o 86
10% 90
3O°/o
90"/„
95°/„
Siedeendpunkt
Schwefel, Teile je Million
Stickstoff, Teile je Million
Wasser, Teile je Million
Oktanzahl, F-I klar
Oktanzahl, F-I 4 3 ml Bleitetraäthyl/
3,785 Liter
Paraffine, Volumprozent
Naphthene, Volumprozent
Aromaten, Volumprozent
95
103
112
122
126
135
1,6
0,79
1,6
0,79
<2
50,4
50,4
73,8
74.0
19,0
7.9
Das Einsalzmaterial wurde für eine Reihe von Aktivitäts-Stabilitäts-Tests verwendet; hierzu wurde
das Einsatzmaierial über eine frische Füllung von
ao 100 cm3 des vorgenannten Katalysators geleitet, und zwar bei einer stündlichen Raumströmungsgeschwindigkeit
der Flüssigkeit von 1,5 und einem Wasserstoffverhältnis von 12 Mol Gesamtrückführgas je Mol
Kohlenwasserstoff beschickung. Der Testzeitraum betrug 6 Tage. Die Ziel-Oktanzahl, d. h. die vorgegebene
einzuhaltende Oktanzahl, betrug 100 F-I klar, und die Temperatur wurde während der Tests ständig
nachgestellt, um diese Ziel-Oktanzahl einzuhalten.
Die Tests wurden in einer Reformieranlage durchgeführt, die eine einzige Reformierzone, eine Trennzone
und eine Entbutanisierungskolonne aufwies. Der Ausfluß aus der Reformierzone wurde in die
Trennzone geleitet, die bei dem gleichen Druck wie die Reformierzone, aber bei einer Temperatur von
13' C, gehalten wurde. Ein Teil des gasförmigen Ausflusses aus der Trennzone wurde zu der Reformierzonc
zurückgeführt, um den erforderlichen Wasserstoff zu liefern und den Druck in der Reformierzone aufrechtzuerhalten.
Der überschüssige gasförmige Ausfluß aus der Ticnnzone wurde gesondert gewonnen. Der
flüssige Ausfluß aus der Trennzone wurde der Entbutanisierungskolonne zugeführt, und dort wurden,
die leichten Enden, d. h. Kohlenwasserstoffe im Bereich von C, bis C4, entfernt. Das C6+-Produkt aus
♦5 der Entbutanisierungskolonne wurde gesondert gewonnen
und analysiert.
Die Versuchsreihe hatte den Zweck, den Einfluß einer Verringerung des Drucks bei weitgehender
Konstanthaltung der vorausgehend angegebenen Verfahrensveränderlichen
zu untersuchen. Ausgewählte Ergebnisse dieser Versuchsreihe sind in der Tabelle IT
aufgeführt.
Tabelle II
Zusammenfassung der Betriebsläufe mit Änderung des Drucks
Zusammenfassung der Betriebsläufe mit Änderung des Drucks
| Temperatur | EBK/GES* | Q+-Ausbeute | H, im Rückfuhrgas | Volumprozent | |
| Druck in der Anlage | Gasverhältnis | Aromaten | |||
| 0C | Volumprozent | V. | im Produkt, bezogen | ||
| atO | 537 | 0,176 | 66,9 | 74,6 | auf Beschickung |
| 20,4 | 533 | 0,108 | 70.5 | 80,3 | 45,4 |
| 13,6 | 531 | 0,078 | 72,3 | 81,4 | 48,4 |
| 10,2 | 529 | 0,053 | 73.2 | 82,6 | 50,7 |
| 6,8 | 50,3 | ||||
209638/215
Diese Tabelle zeigt die Ergebnisse, die am Ende des vierten Tages bei jedem der Tests erhalten wurden.
Die in der Tabelle II verwendeten Ausdrücke haben folgende Bedeutung:
A. EBK/GES-Gasverhältnis ist das Volumenverhältnis des Überkopfgases aus der Entbutanisierkolonne
zu dem in der Anlage erzeugten Gesamtgas (überschüssiges Abscheidergas + Debutanisierkolonnengas).
Dieses Verhältnis ist ein Maß für die relative Ausbeute an unerwünschten leichten Produkten aus
der Reaktion, insbesondere in Verbindung mit der Reinheit des Rückführwasserstoffs, und es ist insoweit
ein Maß für die relative Stabilität des Katalysators, da eine Instabilität des Katalysators von einer Zunahme
der unerwünschten übermäßigen Hydrokrackung zu leichten Gasen begleitet ist.
B. Die C5+-Ausbeute in Volumprozent ist das
Volumen des Produkts, in Prozent der ursprünglichen Beschickung, das vom Boden der Entbutanisierkolonne
abfließt, dies ist im allgemeinen der Kennwert mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung.
C. Der Wert H2 im Rückführgas, °/„, gibt den molprozentualen
Anteil an Wasserstoffgas im Rückführstrom zur Reformierzone an.
D. Der Wert Volumprozent Aromaten kennzeichnet das Volumen an erzeugten Aromaten, ausgedrückt
als Prozentsatz des Gesamtvolumens an Einsatzmaterial. Da der Aromatengehalt das Hauptmerkmal
der Oktanzahl verbesserung ist, bildet er einen ungefähren Kennwert der Selektivität des Verfahrens für
die vorstehend erläuterten qualitätsverbessernden Reaktionen.
Aus der Tabelle 11 geht somit hervor, daß eine Verringerung des Betriebsdrucks zu den folgenden
Erscheinungen führt:
A. Bei Verringerung des Drucks fiel das EBK/GES-Gasverhältnis,
und die Reinheit des Rückführwasserstoffstroms nahm zu; dies zeigt, daß eine wesentliche
Verringerung der unerwünschten Hydrokrackung zu leichten Gasen eintrat.
B. Der Rückgang der unerwünschten Hydro-S krackung war von einer parallelen Zunahme der
. C5+-Ausbeute begleitet.
C. Die Verringerung des Drucks führte weiterhin zu einer Steigerung der Reinheit des zurückgeführten
Wasserstoffs, in erster Linie auf Grund der Abnahme
ίο der Erzeugung an leichten Gasen auf dem Wege der
unerwünschten Hydrokrackung.
D. Die Verringerung der unerwünschten Hydrokrackung war von einer Zunahme der bevorzugten
qualitätsverbessernden Reaktionen begleitet, was aus den Aromatenwerten in Volumprozent hervorgeht.
Weiterhin ist ersichtlich, daß die Verringerung des Drucks von einer beträchtlichen Abnahme der Reaktortemperatur,
die am Ende von vier Tagen zur Erreichung der Ziel-Oktanzahl eingehalten werden
ao mußte, begleitet war. Im Hinblick auf die starke Abhängigkeit der Hydrokrackreaktion von der Temperatur
war dies ein weiterer Faktor in Richtung auf einen geringstmöglichen Ablauf der unerwünschten
Hydrokrackung.
Die entsprechend den vorstehenden Erläuterungen erzielbaren Ergebnisse werden aber nicht ohne gleichzeitig
einhergehende nachteilige Erscheinungen erreicht. Dies ist in der Tabelle III veranschaulicht. Es
ist ersichtlich, daß die Verringerung des Drucks von einer Abnahme der Temperatur- und der Ausbeutestabilität
begleitet ist. Dies beruht, wie eingangs erläutert, auf der raschen Abnahme der Katalysatoraktivität
für die qualitätsverbessernden Reaktionen bei dieser Druckverringerung, die wahrscheinlich eine
komplexe Funktion einer gesteigerten Kohlenstoffablagerung auf den aktiven Stellen des Katalysators
ist.
| l.Tag | Tabelle Ul Temperaturstabilitätswerte |
+11 i +13 : +14 1 +16 |
C5+-/ 1. Tag |
ausbeute, Volumprozent
6. Tag Λ |
Ausbeute | |
|
Anlagendruck
atü |
527 522 520 518 |
Erforderliche Temperatur, C
6. Tag Λ Τ |
68,5 71,7 74,6 77,4 |
65,9 i 69,2 I 70,4 ! 72,4 ! |
-2,6 -2,5 -4,2 -5.2 |
|
| 20,5 13,6 10,2 6,8 |
538 ' 535 1 534 i 534 |
|||||
Die Werte dieses Beispiels veranschaulichen also die sehr beträchtliche Ausbeute-Oktan-Verbesserung, die
durch Verringerung des Reaktordrucks zur Unterdrückung der Hydrokrackung und Förderung der
Aromatisierung erreicht werden kann. Sie zeigen aber auch das Problem der Stabilitätsverringerung, das
bisher eine Anwendung tiefer Drücke verhindert hat und überwunden werden muß, um diese Vorteile
technisch auch voll ausnutzen zu können.
Dieses Beispiel veranschaulicht die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung erzielten Vorteile hinsichtlich
der Dehydrocyclisierungsreaktion, d. h. der Reaktion mit dem höchsten oktanzahlverbessemden
Potential. Dieses qualitätsverbessernde Potential wird
am besten durch die Tatsache beleuchtet, daß Paraffine mit Oktanzahlen von 10 zu Aromaten mit einer
mittleren Mischoktanzahl von 130 umgewandelt werden.
Eine Probe n-Nonan (Reinheit: 99,7°/„), mit einem
Gehalt von 0,4 Teilen je Million Schwefel und 6 bis 7 Teilen je Million Wasser, wurde an einem Katalysator
umgesetzt, der 0,9 Gewichtsprozent gebundenes Chlor und 0,75 Gewichtsprozent Platin enthielt und
nach der im Beispiel 1 erläuterten Methode hergestellt worden war. Die Reformierung wurde zunächst über
einen Zeitraum von 6 Stunden bei einer Temperatur von 500°C und dann über einen Zeitraum von 6 Stun-
den bei einer Temperatur von 52O°C durchgeführt;
der Druck wurde bei 6,8 atü gehalten, die stündliche Raumströmungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit betrug
1,5, und das Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff wurde bei 7,5 gehalten.
Die Betriebsläufe wurden nach praktisch dem gleichen Fließschema wie im Beispiel 1 durchgeführt,
mit der Ausnahme, daß zusätzlich Wäscher mit Natrium großer Oberfläche zur Trocknung des Ausflusses
aus dem Reformierreaktor und des Wasserstoffrückführstroms angeordnet wurden.
Es wurden zwei Betriebsläufe durchgeführt, von denen einschlägige Ergebnisse in der Tabelle IV aufgeführt
sind.
Tabeiie IV
Zusammenfassung von Ergebnissen der Nonan-Tests
| Betriebs lauf Nr. |
Schwefelzusatz, Teile je Million |
Q+. Volumprozent der Beschickung |
Aromaten, Volumprozent der Beschickung |
| 1 2 |
0 73 |
72,4 73,1 |
59,3 63,2 |
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß die Zugabe von Schwefel, sie erfolgte in Form von tert.-Butylmercaptan,
und der praktisch vollständige Ausschluß von Wasser aus dem Rückführwasserstoffstrom bei Gleichhaltung
aller anderen Veränderlichen zu einer 0,7°/0igen Verbesserung der C5+-Ausbeute in Volumprozent,
bezogen auf die Beschickung, und zu einer 3,9%igen Steigerung des Aromatengehalts der C5+-Produktfraktion
führte. Diese Ergebnisse zeigen eindeutig eine beträchtliche Steigerung der Aromatisierungsreaktionen
und eine Abnahme der nichtselektiven Hydrokrackreaktionen.
Die Oktanzahlen der Produkte wurden in diesem Falle nicht bestimmt. Eine Analyse der Ergebnisse auf
der Grundlage von Oktanzahlen würde die erfindungsgemäß erzielte Verbesserung sogar noch ausgeprägter
aufzeigen, insbesondere deshalb, weil sich die Oktanzahl etwa direkt mit dem Aromatengehall
des Produkts ändert. Die Aromatenausbeuten geben jedoch bereits klar den zu erwartenden Grad der Verbesserung
wieder.
Weiterhin ist darauf hinzuweisen, daß, wenn die Betriebsläufe bei konstanter Oktanzahl durchgeführt
worden wären (d.h. in diesem Falle bei etwa konstantem Aromatengehalt), bei der Betriebsdurchführung
gemäß der Erfindung wesentlich tiefere Reaktionstemperaturen ausgereicht hätten, um äquivalente
Ergebnisse zu erzielen.
Dieses Beispiel veranschaulicht den nachteiligen Einfluß der Anwesenheit von Wasser bei dem Verfahren
gemäß der Erfindung.
Eine entschwefelte Kuwait-Straight-run-Naphtha, deren Eigenschaften in der nachstehenden Tabelle V
aufgeführt sind, wurde über einem Reformierkatalysator von gleicher Zusammensetzung und Herstellung
wie der Katalysator des Beispiels 1 reformiert. Die Betriebsbedingungen waren wie folgt: Ein Druck von
6.8 atü, eine stündliche Raumströmungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit von 1,5 und ein Molverhältnis von
Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffbeschickung von 7,5. Die Betriebstemperatur wurde während der Betriebsläufe so nachgestellt, daß eine Oktanzahl des entbutanisierten
flüssigen Produkts von 100 F-I klar aufrechterhalten wurde.
Das Fließschema stimmte im wesentlichen mit dem gemäß Beispiel 1 überein, mit der Ausnahme, daß
Wäscher mit Natrium hoher Oberfläche zugefügt ίο wurden, um praktisch die Gesamtmenge an Schwefelwasserstoff
und Wasser aus dem Rückführwasserstoffstrom zu entfernen.
Eigenschaften der leichten Kuwait-Naphtha 100 ml ASTM-Destillation, 0C
Anfangssiedepunkt 82
5% 90
10% 92
30% 96
50% 101
70% 106
1S 90% 118
95% 124
Siedeendpunkt 151
Schwefel, Teile je Million 0,2
Stickstoff, Teile je Million 0,1
Wasser, Teile je Million <1
Paraffine, Volumprozent 76
Olefine, Volumprozent <1
Naphthene, Volumprozent 18
Aromaten, Volumprozent 6
Diese Versuchsreihe hatte den Zweck, die Wirkungen von Wasser (das dem Einsatzmaterial chemisch
in Form von tert.-Butylalkohol zugesetzt wurde) auf
die Reformierung der Naphthabeschickung in Anwesenheit von 10 Teilen je Million Schwefel (der dem
Einsatzmaterial in Form von tert.-Heptylmercaptan zugesetzt wurde) zu untersuchen.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle Vl durch die
Reaktortemperatur und die Cs+-Ausbeute, in Volumprozent
der Beschickung (d. h. die Ausbeute an
Pentanen und schwereren Komponenten), am Ends der ersten 24 Stunden (in der Tabelle als »Anfanf
bezeichnet) und am Ende des 144-Stunden-Tests an
gegeben. Die Betriebsläufe 1 und 2 wurden weg« übermäßiger Desaktivierung vorzeitig beendet, um
demgemäß sind für diese Versuche die Werte an gegeben, die jeweils unmittelbar vor Abbruch de
Versuchs erhalten wurden. Die Betriebsläufe 4 und i wurden unter ähnlichen Bedingungen durchgeführi
mit der einzigen Ausnahme, daß bei dem Betriebs lauf 5 der Beschickung 2 Teile je Million Chlorid i
Form von tert.-Butylchlorid zugegeben wurden. De Betriebslauf 5 stellt einen in Übereinstimmung mit de
Forderungen des Verfahrens gemäß der Erfindun durchgeführten Versuch dar. Der Betriebslauf 6 i:
ein weiterer Kontrollversuch, der im Vergleich zu det Betriebslauf 5 zeigt, daß der Beschickung eine Mir
destkonzentration an Schwefel zugegeben werde muß, um die Verbesserungen des Verfahrens gemä
der frnndung zu erreichen.
Tabelle VI Ergebnisse der Wasserzugabetests
| Versuch Nr. |
Zusatz an H2O I S |
ppm | 2 | Anfang | Temperatur, UC | A τ | C5+-Ausbeute, Volumprozent | Ende | Δ |
| ppm | 10 | 516 | Ende | >44 | Anfang | <56,5 | <—12,0 | ||
| 1 | 500 | 10 | 517 | >560 | >37 | 68,5 | <57,O | <-8,5 | |
| 2 | 250 | 10 | 512 | >554 | 31 | 65,5 | 65,5* | -4,5 | |
| 3 | 100 | 10 | 510 | 543* | 37 | 70,0 | 64,0* | -7,5 | |
| 4 | 100 | 0 10 | 514 | 547* | 25 | 71,5 | 69,0 | -4,5 | |
| 5 | 0 | 514 | 539 | • 28 | 73,5* | 66,4 | -4,0 | ||
| 6 | 542 | 70,4* |
Werte sind extrapoliert, um Übereinstimmung hinsichtlich der Zeit herbeizuführen.
Aus der Tabelle geht hervor, daß die Anwesenheit von Wasser in der katalytischen Umgebung für das
Verfahren schädlich ist, sowohl hinsichtlich der Temperalu rstabilität als auch hinsichtlich der Ausbeutestabilität.
Weiterhin ist ersichtlich, daß die Ausbeuten bei den Betriebsläufen in Gegenwart von Wasser
wesentlich geringer waren, als bei den wasserfreien Betriebsläufen, d. h. den Betriebsläufen 5 und 6. Dies
zeigt eine übermäßige Erzeugung von leichten Gasen durch unerwünschte Hydrokrackung, wenn in der
Katalysatorumgebung Wasser zusammen mit Schwefelwasserstoff anwesend ist. Die Temperaturdifferenzwerte
bestätigen ebenfalls die erläuterte Instabilität der Reformierung in Anwesenheit von Wasser und
Schwefelwasserstoff.
Aus den Werten des Betriebslaufs 5 geht hervor, daß der Ausschluß von Wasser aus der katalytischen Umgebung
sowohl die Temperaturstabilität als auch die Ausbeutestabilität erhöhte. Darüber hinaus zeigt ein
Vergleich der Betriebsläufe 5 und 6 eine Erhöhung der Ausbeute mit der Erhöhung des Schwefelgehalts des
Einsatzmaterials um 8 Teile je Million; dies ist ein sehr bemerkenswertes und überraschendes Ergebnis
des Verfahrens gemäß der Erfindung.
Weiteren wurde bei den Betriebsläufen 5 und 6 der
am Ende des Prüfzeitraums auf dem Katalysator abgelagerte Kohlenstoff bestimmt; er betrug 4,07 Gewichtsprozent
bei dem Katalysator des Betriebslaufs 5 und 4,26 Gewichtsprozent bei dem Betriebslauf 6.
Diese durch die höhere Scbwefelkonzentration herbeigeführte Differenz von 0,19 °/„ zeigt klar die allgemeine
Tendenz des Verfahrens gemäß der Erfindung, die Bildungsrate von kohlenstoffhaltigen Ablagerungen
auf dem Katalysator beträchtlich zu verringern.
Dieses Beispiel veranschaulicht die Wirkungen einer Veränderung der Menge an in die Reformierzone eingeführtem
Schwefelwasserstoff bei Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung.
Bei dieser Versuchsreihe wurden das Einsatzmaterial, das Fließschema und die Katalysatorzusammensetzung
unverändert gehalten, um eindeutig den Einfluß einer Einführung unterschiedlicher Mengen
an Schwefel in die Reformierzone aufzuzeigen. Wasser wurde sorgfältig von der Beschickung ausgeschlossen,
und es wurden besondere Vorkehrungen zur Trocknung der Anlage vor Beginn der Versuchsreihe
getroffen, um eine praktisch wasserfreie Umgebung zu erzielen.
Das Einsatzmalerial, das Fließschema, die Verfahrensbedingungen und die Katalysatorzusammensetzung
und -herstellung stimmten mit dem Beispiel 3 überein, mit der Ausnahme, daß bei dem Betriebslauf 6 der Katalysator nur 0,60 Gewichtsprozent
Chlorid enthielt. Wiederum wurde die Betriebstemperatur während des Testzeitraums von 144 Stunden
so geändert, daß eine Oktanzahl des enlbutanisierten flüssigen Produkts von 100 F-I klar aufrechterhalten
wurde.
Die Ergebnisse der Versuche sind in der Tabelle VIl
zusammengestellt. Sie zeigen insbesondere einen deutlichen Einfluß hinsichtlich der Temperaturstabililät
und der Ausbeutestabilität über den genannten Zeitraum. Dabei ist zu beachten, daß die Temperaturstabilität
hinsichtlich der Katalysatorlebensdauer die wichtigere Kenngröße darstellt, und zwar wegen der
vorstehend erläuterten ausgeprägten Zunahme der Kohlenstoffablagerungsrate bei höheren Temperaturen.
Wie aus der Tabelle hervorgeht, zeigt die Temperaturdifferenz zwischen dem Ende der ersten
Periode und der abschließenden Periode eine ausgeprägte Abnahme, wenn die Konzentration an
Schwefelwasserstoff in der katalytischen Umgebung erhöht wird. Da der Rückführwasserstoff auf sehr
geringe Schwefelwassersloffgehalte heruntergewaschen
wurde, stammt praktisch der gesamte Schwefelwasser-
stoff aus dem der Beschickung zugesetzten Schwefel (wie vorstehend angegeben, braucht dies nicht immer
der Fall zu sein).
Aus der Tabelle VlI ist weiterhin ersichtlich, daß der Zunahme der Stabilität der Reaktionstemperatur
eine Erhöhung der Ausbeute und eine Zunahme der Stabilität der Ausbeute parallel ging. Wenn beispielsweise
die Konzentration an Schwefel in der Beschickung von 2 auf 1200 Teile je Million gesteigert
wurde, nahm die Temperaturdifferenz über den Be-
triebszeitraum von 26 auf 9°C ab, die Ausbeuledifferenz
ging von -4,0 auf —1,9 zurück und, was am bedeutsamsten ist, die Ausbeute selbst stieg um
etwa 2 bis 4°/0, bezogen auf das Volumen der zugebrachten
Beschickung, an. Aus diesen Werten geht
somit die erhöhte Stabilität des Verfahrens gemäß der Erfindung klar hervor. Die Tabelle VIl zeigt darüber
hinaus eine weitere vorteilhafte Eigenschaft des Verfahrens gemäß der Erfindung, nämlich die Verringerung
der Kohlenstoff abscheidung bei Steigerung der
Konzentration an Schwefel in der Beschickung. Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß die Menge an Kohlenstoff,
in Gewichtsprozent, die nach dem 144stündigcn Betricbslauf auf dem Katalysator war, bei Erhöhung
des Schwefelgehalts ständig abnahm. Bei 2 Teilen je Million Schwefel betrug der Kuhlenstoff gehalt beispielsweise
4,26 Gewichtsprozent des Katalysators, während bei 1200 Teilen je Million Schwefel der
Kohlenstoffgehalt auf 1,86% zurückging, was dieses technisch sehr vorteilhafte Merkmal des Verfahrens
gemäß der Erfindung eindeutig aufzeigt.
Die im Einzelfall getroffene Wahl der Konzen-
Die im Einzelfall getroffene Wahl der Konzen-
tration an Schwefel hängt von der Zusammensetzung des Einsatzmaterials, der Kombination der übrigen
Betriebsbedingungen und der gewünschten Oktanzahl des Produkts ab. Der gewünschte Wert kann für jedes
Einsatzmaterial innerhalb der vorstehend angegebenen Grenzen durch einfache Vorversuche oder Verfolgung
der Ergebnisse zu Beginn des Betriebslaufs bestimmt werden.
Tabelle VlI Ergebnisse der Änderung des Schwefelgehalts
|
Versuch
IMr |
Zusatz an Q nnm |
Temperatur, "C | Ende I Δ Τ | 26 | Cj 4—Ausbeute, Volumprozent | Ende | Δ |
Kohlenstoff auf dem
Katalysator |
| α, ppm | Anfang | 540 | 25 | Anfang" | 66,4 | -4,0 | Gewichtsprozent | |
| I | 2 | 514 | 539 | 27 | 70,4* | 69,0 | -4,5 | 4,26 |
| 2 | 10 | 514 | 542 | 23 | 73,5* | 69,1 | -4,4 | 4.08 |
| 3 | 50 | 515 | 537 | 14 | 73,5* | 70,2 | -4,3 | 4,23 |
| 4 | 100 | 514 | 527 | Il | 74,5* | 71,6 | +0,8 | 3,91 |
| 5 | 300 | 513 | 527 | 9 | 70,8* | 71,3 | -2,3 | 2,47 |
| 6 | 600 | 516 | 522 | 10 | 73.0* | 71,1 | -1,9 | 2,20 |
| 7 | 1200 | 513 | 516 . | 73,0* | 69,0 | -2,0 | 1,86 | |
| 8 | 2400 | 506 | 71,0 | 1,81 |
* Werte sind extrapoliert, um Übereinstimmung hinsichtlich der Zeit herbeizuführen.
a Ausbeutewerte bezogen auf das Volumen der Beschickung.
Eine entschwefelte schwere Kuwait-Straight-run-Naphtha mit einem Anfangssiedepunkt von 800C,
einem Siedepunkt von 173°C, einem Schwefelgehalt, von weniger als 1 Teil je Million, einem Stickstoffgehalt
von weniger als 5 Teile je Million und einem Wassergehalt von 1 Teil je Million wurde einer Reformierzone
zugeführt, die einen Katalysator aus Aluniiniumoxyd, 0,75 Gewichtsprozent Platin, 0,90
Gewichtsprozent Chlor und 0,10 Gewichtsprozent gebundenem Sulfid enthielt. Der Katalysator war nach
der im Beispiel 1 beschriebenen Methode hergestellt worden.
Das Reformierverfahren wurde bei einem Druck von 10,2 atü, einer stündlichen Raumströmungsgeschwindigkeit
der Flüssigkeit von 1,5 und einem Molverhältnis von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff
von 7,5 durchgeführt; die anfängliche Reaktortemperatur betrug 5210C.
Es wurde nach folgendem Fließschema gearbeitet: Das Einsatzmaterial wurde mit einem wasserstoffreichen
Gas über den Reformierkatalysator geleitet, und das Produkt wurde in eine Hochdrucktrennzone
geführt, ein Teil des wasserstoffreichen Gases wurde aus der Trennzone zu der Reformierzone zurückgeführt,
und der flüssige Ausfluß aus der Trennzone wurde entbutanisiert. so daß ein Produkt hoher Oktanzahl
anfiel. Vor dem Anfahren wurde die Anlage auf 10 Teile je Million Wasser im Rückführgas getrocknet,
und zwar durch Zirkulation von Wasserstoff durch einen Molekularsiebtrockner bei 27,2 atü.
Der Beschickung wurde tert.-Butylmercaptan in
einer Menge zugesetzt, daß die Gesamtmenge an Schwefelwasserstoff in der Reformierzone, herrührend
sowohl aus der Beschickung als auch aus dem Rückführwasserstoff, bei 1500 Teilen je Million, bezogen
auf die Beschickung, gehalten wurde.
Die Reaktortemperatur wurde während des gesamten Betriebslaufs so nachgestellt, daß der entbutanisierte
Produktstrom durchweg eine Oktanzahl . von 100 F-I klar aufwies.
Der Betriebslauf konnte über einen ausgedehnten Zeitraum mit sehr geringer Änderung der Desaktivierungsrate
gefahren werden. Die Desaktivierungsrate war etwa die gleiche, wie sie bei dem gleichen
Einsatzmaterial, aber ohne Einhaltung der Stoffzusammensetzung in die Reformierungszone nach den
Regeln der Erfindung, bei Durchführung des Verfahrens unter einem Druck von 34 atü auftritt. Bei
dem Verfahren gemäß der Erfindung wird also eine Stabilität erreicht, wie sie sonst nur bei viel höheren
Drücken beobachtet wird; darüber hinaus wird bei gleicher Oktanzahl eine Steigerung der Ausbeute an
entbutanisiertem Produkt von 6 bis 7% über die Ausbeute, die bei 34 atü erreicht wird, erzielt.
Claims (6)
1. Katalytisches Reformierverfahren, bei dem den Kohlenwasserstofffraktionen in Gegenwart von
eine im Benzinbereich siedende Kohlenwasserstoff- 5 Wasserstoff und einem Katalysator, der im wesentbeschickung
bei erhöhter Temperatur und er- . liehen aas einem adsorbierenden hitzefesten Oxyd und
höhtem Druck in einer Reformierzone mit einem einer geringen Menge eines Metalls der Platingruppe
wasserstoffhaltigen Gas und einem Katalysator, besteht, bei dem eine Benzinkohlenwasserstofffraktion
der eine Platingruppenmetallkomponente und mit einem Schwefelgehalt von weniger als 0,002 Geeinen
hitzebeständigen anorganischen Oxydträger io wichtsprozent, vorzugsweise nicht mehr als 0,001 Geumfaßt,
umgesetzt wird, dadurch gekenn- wichtsprozent, als Beschickung während der Gesamtzeichnet,
daß man die Umsetzung bei einem dauer des Verfahrens der Reformierungszone zugeführt
Druck im Bereich von 5,1 bis 20,4 at in einer und ein wasserstoffreiches Gas von dem Ausfluß der
praktisch wasserfreien Umgebung, in der die Reformierungszone abgetrennt und teilweise zu der
Gesamtmenge an Wasser aus der Beschickung und 15 Reformierungszone zurückgeführt wird, das in die
aus wasserbiJdenden Verbindungen entstehendem Reformierungszone einzuführende rückgeleitete Gas
Wasser weniger als 20 Gewichtsteile je Million, anfänglich mit einem H2S-GehaIt von maximal 35 g
bezogen auf die Kohlenwasserstoffbeschickung, pro 100 m3 zu versehen und die H2S-Konzentration
beträgt, und in Anwesenheit von 10 bis 3000 Ge- in dem Rückführgas während des Verfahrensablaufes
wichtsteilen Schwefel je 1 Million Gewichtsteile 20 allmählich zu verringern. Es handelt sich somit um
der Beschickung durchführt. einen Schwefelwasserstoffzusatz während der Anfahr-
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- periode, danach wird die Schwefelkonzentration fortzeichnet,
daß man eine Kohlenwasserstoffbeschik- laufend abgesenkt. Es wird mit Drücken im Bereich
kung zuführt, die sauerstoffhaltige Verbindungen von 20 bis 60 at, d. h. im üblichen Druckbereich der
in einer Menge enthält, daß weniger als 5 Gewichts- as Reformierung, gearbeitet. Besondere Vorschriften
teile je Million Wasser, bezogen auf die Beschickung, über einen bestimmten einzuhaltenden Wassergehalt
entstehen und etwa 10 bis etwa 1000 Gewichtsteile bei der Umsetzung sind nicht gegeben.
je Million, berechnet als äquivalenter Schwefel, an Es ist ferner bekannt(britischePatentschrift 1021412,
schwefelhaltigen Verbindungen enthält. französische Patentschrift 1336801), bei der Her-
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch 30 stellung von aromatischen Kohlenwasserstoffen aus
gekennzeichnet, daß man eine leichte Naphtha mit leichten Kohlcnwasserstoffeinsatzmaterialien, die mineinem
Siedeendpunkt von etwa 149°C verwendet destens 50 Volumprozent Paraffine enthalten, in einem
und bei einem Druck im Bereich von etwa 5,1 vorgetrockneten Reaktionssystem zu arbeiten, wobei
bis etwa 8,5 at arbeitet. der Wassergehalt der in das Reaktionssystem ein-
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, 35 tretenden Gesamtbeschickung zu allen Zeiten während
dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens der Kohlenwasserstoffeinführung unterhalb 100 Voeinen
Teil des Schwefels in dem wasserstoffhaltigen lumteileje Million, bezogen auf die Gesamtbeschickung,
Gas und/oder unabhängig von anderen Material- in der Dampfphase, und der Wassergehalt des aus dem
strömen in die Reformierzone einführt. Reaktionssystem abgezogenen Ausflusses zu allen
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 40 Zeiten der Kohlenwasserstoffeinführung unterhalb
dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens 100 Volumteile je Million, bezogen auf den gesamten
einen Teil des Schwefels der Reformierzone in Ausfluß, in der Dampfphase, betragen soll. Eine BeForm
einer reduzierbaren schwefelhaltigen Ver- grenzung des Wassergehaltes auf irgendwelche bebindung
zuführt. sonderen Werte beträchtlich unterhalb 100 Volumteile
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, 45 je Million ist nicht vorgeschrieben. Es soll bei einem
dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung Druck von 14 bis 49 atü und vorzugsweise 21 bis
bei einer stündlichen Raumströmungsgeschwindig- 35 atü gearbeitet werden, und bei sämtlichen Beikeit
der Flüssigkeit von etwa 0,5 bis etwa 10 und spielen kommen Drücke von 25 bis 35 atü zur Aneiner
Temperatur im Bereich von etwa 427 bis Wendung, d. h. in dem üblichen Druckbereich der
etwa 593°C unter Anwendung eines molaren Ver- 50 Reformierung. Der Schwefelgehalt der Gesamtbehältnisses
von Wasserstoff zu Kohlenwasserstoff- Schickung soll vorzugsweise unterhalb 25 Gewichtsbeschickung von etwa 1 bis etwa 15 mit Rück- (eile je Million gehalten werden, eine absichtliche
führung mindestens eines Teils des im Ausfluß der Schwefeleinführung in das Reaktionssystem in be-Reformierzone
enthaltenen Wasserstoffgases zu stimmten Mengen ist dem bekannten Verfahren fremd,
der Reformierzone durchführt. 55 Ferner ist eine Arbeitsweise bekanntgeworden
(USA.-Patentschrift 3 155 605), bei der ein Schwerbenzin
in zwei getrennten Reformiereinrichtungen
unter unterschiedlichen Bedingungen reformiert wird,
wobei der höhersiedende Schwerbenzinanteil in Ab-60 Wesenheit von Schwefel und nur der tiefersiedende
Die Erfindung betrifft ein katalytisches Reformier- Schwerbenzinanteil in Anwesenheit von zugesetztem
rfahren, bei dem eine im Benzinbereich siedende Schwefel reformiert wird. Dabei ist eine spezielle
uhlenwasserstoff beschickung bei erhöhter Tempera- Wasserdampfbehandlung des Katalysators für die tiefr
und erhöhtem Druck in einer Reformierzone mit siedende Schwerbenzinfraktion vorgesehen. Es soll bei
iem wasserstoffhaltigen Gas und einem Katalysator, 65 den üblichen Reformierbedingungen gearbeitet werden,
r eine Platingruppenmetallkomponente und einen wobei in ganz breitem Bereich Drücke von 3,5 bis
tzebeständigen anorganischen Oxydträger umfaßt, 70 atü genannt sind, jedoch wird in den Beispielen
ngesetzt wird. durchweg mit herkömmlichen Drücken von etwa
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