-
Kinoaufnahmekamera In Aufnahmekameras für 8-mm-Film werden im allgemeinen
Spulen mit einem Fassungsvermögen von 10m Film verwendet. Das die Spulen aufnehmende
Gehäuseteil ist hierfür entsprechend diinensioniert. Die Anpassung an die relativ
kleinen Spulen trägt mit dazu bei, daß die Kamera leicht und von handlicher Form
sein kann. Oftmals besteht je-
doch der Wunsch nach Spulen mit größerem Fassungsvermögen.
-
Es gibt auch bereits Kinoaufnahmekameras, bei denen das Spulengehäuse
zur Aufnahme eines größeren Filmvorrats ausgebildet ist. Nachteilig ist
je-
doch bei derartigen Einrichtungen, daß man bei Verwendung von nur 10-m-Spulen
das durch die Vergrößerung des Gehäuses erhöhte Gewicht und die wenig handliche
Form mit in Kauf nehmen muß. Dies gilt zwar weniger für die an sich schon schweren
und meist auf einem Gestell montierten »Normalfilmkameras«, als für die tragbaren
Schmalfilmkameras.
-
Eine Verbesserung in dieser Hinsicht läßt sich bei Kassettenkaineras
erzielen, indem man zusätzlich eine solche Austauschkassette vorsieht, die einen
größeren Fümvorrat aufnehmen kann. So ist z. B. eine Anordnung bekannt, bei der
der den Spulenraum abschließende Deckel zwecks Einsatzes einer Kassette für Spulen
größeren Fassungsvermögens abnehmbar ist. Es ist jedoch bei diesen Kameratypen erforderlich,
daß für jede der in Achgrichtung oder senkrecht dazu einzusetzenden Kassetten, auch
für diejenige mit »Normalfilmlänge«, besondere an gleicher Stelle liegende Kupplungselemente
vorgesehen werden, um eine Verbindung zu den Antriebsachsen zu ermöglichen. Außerdem
müssen an der Kamera wegen der unterschiedlichen Abstände zwischen dem Antriebselement
in der Kamera und den Spulenachsen in der Kassette besondere übertragungsglieder
eingeschaltet werden.
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kinoaufnahmekamera,
insbesondere für 8-mm-Film, mit einem den Spulenraum abschließenden abnehmbaren
Deckel zu schaffen, die die Aufnahme von Filmen mit überlänge gestattet und bei
der für die Normalausstattung keine Kupplungsglieder erforderlich sind. Dies wird
erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß an Stelle des Deckels austauschbar eine ebenfalls
den Spulenraum abdeckende Kassette für Spulen größeren Fassungsvermögens treten
kann, die mit unabhängig von den im Kamerakörper vorhandenen Spulenachsen sowie
mit einem über eine Rutschkupplung auf ihre Aufwickelachse wirkenden, gesonderten
Antriebsmotor versehen ist. Zweckmäßig erfolgt die Ein- und Ausschaltung des Zusatzmotors
in Kopplung mit dem Auslöser der Kamera. Hierfür können entweder mechanische oder
elektrische Verbindungen vorgesehen sein, die ebenso wie die Stromversorgungsleitung
vorteilhafterweise in Abhängigkeit von dem Ansetzen der Kassette an die Kamera hergestellt
werden. Bei Kameras mit Anschlußstellen für einen Drahtauslöser kann einer dieser
Anschlüsse für die Steckverbindung ausgenutzt werden. Zur Erleichterung des Einsetzens
der Spulen kann ferner die eine Seitenwand der austauschbaren Kassette abnehmbar
bzw. abklappbar ausgebildet sein. Ferner können zur Verbesserung der Filmführung
in der Kassette ein oder mehrere Umlenkrollen sowie Leitbleche vorgesehen sein.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn, die kameraseitig angeordneten
Befestigungsmittel zur Halterung des den Spulenraum abschließenden Gehäusedeckels
zugleich auch als Befestigungsmittel für die austauschbare Kassette dienen.
-
Als zusätzlicher Antriebsmotor wird vorzugsweise ein Elektromotor
verwendet. Für seine Stromversorgung dient eine Batterie, die zweckmäßigerweise
in einem Gehäuseteil der Kassette untergebracht wird. Es ist aber auch möglich,
bei Kameras, in denen für den Filmtransport und die Verschlußbetätigung ein Elektromotor
vorgesehen ist, die Stromquelle für diesen Motor auch zum Antrieb des Zusatzmotors
zu benutzen. Hierzu muß für die Stromzuführung zwischen der Kamera und der Kassette
eine Steckverbindung vorhanden sein.
-
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen ersichtlich. Es zeigt F
i g. 1 eine 8-mm-Filmkamera mit angesetzter Kassette für 30-m-Filmspulen
in Seitenansicht, teilweise im Längsschnitt,
F i g. 2 die
Kassette in perspektivischer Rückansicht, F i g. 3 einen Querschnitt durch
die Kamera mit angesetzter 30-m-Fihnkassette und abgenommenem Spulengehäusedeckel
für 10 m Film; F i g. 4 und 5 schematische Darstellungen der
elektrischen Schalt- und Auslöseelemente.
-
Die mit einem ausklappbaren Haltegriff 1 versehene Kinokamera
2 weist ein Gehäuseteil 3 auf, in dem unter - anderem die Verschluß-
und Filmtransportmittel untergebracht sind und an das die Fihnfensterführung 4 angesetzt
ist. Die für die Aufnahme von 10-m-Fihnspulen dienenden Achsen 5
und
6 sitzen an dem den Antriebsmotor und die Batterie enthaltenden Gehäuseteil
7. Am spulenseitigen Rand dieses Gehäuseteils sind Führungsnuten
8 eingelassen, in die, wie aus F i g. 3 ersichtlich ist, wahlweise
entweder ein Spulengehäusedeckel 9 oder eine Kassette 10 einsetzbar
sind. Diese Teile weisen dazu entsprechend gestaltete Leisten lla, llb auf und sind
außerdem mit lösbaren Verriegelungselementen12a, 12b ausgerüstet, die mit
einer am Gehäuseteil 7 befindlichen, in der Zeichnung der übersicht halber
weggelassenen Anschlagnase zusammenwirken.
-
In F i g. 1 und 3 ist die Kinokamera mit eingesetzter
Kassette für 30-m-Filmspulen dargestellt. Die Gehäuseform der Kassette ist so gewählt,
daß sowohl die auf der Abwickelachse 13 sitzende Spule 14 als auch die auf
der Aufwickelachse 15 sitzende Spule 16 nicht mit den aus dem Kameragehäuse
herausragenden Spulenachsen 5 und 6 für die 10-m-Spulen kollidieren.
Ferner ist die eine Seitenwand 17 der Kassette (F i g. 2) so dimensioniert,
daß sie im Zusammenwirken mit dem angesetzten Sucherschacht 18 den Raum für
die 10-m-Spulen 19,20 abdeckt. Diese sind, da sie bei eingeschobener Kassette
nicht eingesetzt sein können, in F i g. 1 strichpunktiert gezeichnet, Im
Bereich der Spulen 14 und 16 ist die Seitenwand 17 abnehmbar. Als
Befestigungsmittel für die Seitenwand 17 dient der durch den Drehknopf
17 a verstellbare und in eine Vertiefung 10 b der Kassette
10 eingreifende Riegel 17 b. An dei Seitenwand kann wie in
den F i g. 1 und 2 gestrichelt dargestellt außerdem ein Anschlag 17c angebracht
sein, der beim Ansetzen der Seitenwand an die Kassette vor die kameraseitige Spulenachse
3 zu liegen kommt und somit als Sperre an Stelle des Verriegelungselementes
12 b dienen kann. Für die Bildung einer Filmschleife sind an der gegenüberliegenden
Kassettenwand 21 zwei Umlenkrollen 22 a, 22 b vorgesehen. Außerdem ist an
dieser Wand ein auf die Aufwickelachse wirkender Elektromotor 23 sowie eine
diesen mit Strom versorgende Batterie 24 montiert. Sowohl der Motor als auch die
Batterie sind von einer Abdeckung 25, die einstückig mit der Wand 21 ausgebildet
ist, umgeben. Zwischen der Motor- und Aufwickelachse 15 ist ferner eine Rutschkupplung
26 eingeschaltet. Um zu vermeiden, daß der Filmpack von der Spule 14 abrollt,
sind auf der Achse 13 mehrere Bremsfedem 13 a befestigt. Mit 10a ist
eine an der Kassette angeordnete Anzeigevorrichtung für die abgelaufene Filmmenge
bezeichnet (F i g. 2).
-
Die Kassette 10 kann an Stelle des Spulengehäusedeckels9, der
ebenfalls einen Sucherschacht 18 a
trägt, an die Kinokamera angesetzt
werden. Die Ein-und Ausschaltung des Zusatzmotors 23 erfolgt, wie aus F i
g. 4 - ersichtlich ist, irt Abhängigkeit von - der Verschlußauslösung.
-
Dem die Blendenachse 27 antreibenden Motor 28
sind zwei
Kontaktpaare 29 und 30 für Einzel- und Daueraufnahmen zugeordnet.
Die Kontakte 29 sind durch ein schwenkbares Schaltelement 31 ein-
und ausschaltbar, das einmal über die Stange 32 vom Auslöser 33 und
zum anderen von einem in die Buchse 34 für Daueraufnahmen einschraubbaren Drahtauslöser
betätigt werden kann. Die Einschaltung der Kontakte 30 für Einzelaufnahmen
erfolgt ebenfalls über das Schaltelement 31, jedoch ausschließlich von einem
in eine zweite Buchse 35 einschraubbaren Drahtauslöser.
-
Im Beispiel gemäß der F i g. 4 ist die Buchse 35
als
Verbindungsstelle für 'die Einschaltung des Zusatzmotors 23 ausgebildet.
Außerdem- ist -an-., Stelle eines Drahtauslösers ein Schaltelement 36 vorhanden;
das an der Kassette sitzt und derart beweglich z. B. um die Achse 37 schwenkbar
gelagert ist, daß es nach dem Einsetzen der Kassette und Einbringen in die Arbeitsstellung
in Eingriff mit der Buchse 35 gebracht werden kann. Es ist aber auch möglich,
das gesamte Schaltelement federnd zu lagern, so daß es dann automatisch in die Eingriffstellung
kommt. Der Schalter 36 enthält einen unter der Wirkung der Feder 40 stehenden
Stift 38, der auf einen in der Buchse 35 geführten Zapfen
39 beim Einsetzen der Kassette einwirkt und diesen in eine Stellung unmittelbar
vor dem Schaltelement 31 bringt. Dem Zapfen 39 ist ebenfalls eine
gegenüber der Feder 40 jedoch schwächere Rückholfeder 41 zugeordnet. Beim Betätigen
des Auslösers 33 werden über das Schaltelement 31 einmal die Kontakte
29 betätigt und zum anderen über den Stift 38 die Kontakte 42 des
Schalters 36 und damit der Stromkreis für den Zusatzmotor geschlossen.
-
Gemäß der Ausführung nach F i g. 5 wird der Zusatzmotor von
der in der Kamera befindlichen Batterie 43 aus gespeist. Daher können auch beide
Motoren in einfacher Weise vom Auslöser her in Gang gesetzt werden. Hierzu ist lediglich
eine Verbindungsleitung 44 erforderlich, die über eine selbsttätig beim Ansetzen
der Kassette wirksame Steckverbindung 45 geführt ist.