-
Verfahren zur Herstellung eines Wickeldorn-Abstreifers Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Wickeldorn-Abstreifers, der relativ
zu dem Wickeldorn linear beweglich ist und insbesondere mit möglichst enger Passung
auf dem Wickeldorn gleitet.
-
Solche Wickeldorn-Abstreifer finden dort Anwendung, wo dünne Folien
oder Bänder, beispielsweise bei einem Wickelkondensator, aufgewickelt werden. Dabei
bereitet die Trennung des aufgewickelten Materials vom Wickeldorn Schwierigkeiten.
Es ist bekannt, bei Wickelkondensatoren aus Kunststoffolien die innersten Wickellagen
aus Metallfolien vorzusehen, so daß nach dem Tempern ein Abziehen vom Wickeldorn
noch möglich ist. Die Herstellung von Abstreifeinrichtungen wird um so schwieriger,
je dünner das aufgewickelte Material ist. Bisher wurde bei der Herstellung von Kondensatoren
mit einem aufgewickelten Kondensatormaterial aus einem metallisierten dünnen Band
aus Polyäthylen-Terephthalat das metallisierte Material auf einen Dorn gewickelt,
der in einer Öffnung in einem metallischen Abstreifer angeordnet und in der Wickelvorrichtung
fixiert war und in einer abschließenden Relativbewegung des Dorns zum Abstreifer
das gewickelte Material vom Dorn entfernte. Bei diesem Vorgang konnte das aufgewickelte
Material wegen seiner geringen Dicke nicht in allen Fällen vom Wickeldorn entfernt
werden, auch wenn die Öffnung im metallischen Abstreifer bis auf eine enge Toleranz
zur äußeren Fläche des Wickeldorns nachgearbeitet wurde. Das traf speziell dann
zu, wenn die Kante des gewickelten Materials, die an den metallischen Abstreifer
angrenzt, uneben war, wobei sich einige der inneren Lagen gegen die Hauptmenge der
Wicklung nach außen verschoben.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
zur Herstellung eines Wikkeldorn-Abstreifers verfügbar zu machen, wobei einerseits
sehr enge Toleranzen zwischen dem Wickeldorn und dem zugehörigen Abstreifer eingehalten
werden, so daß der Wickeldorn-Abstreifer auch bei sehr dünnen Materialschichten
einwandfrei arbeitet, und andererseits eine lineare Verschiebungsmöglichkeit erhalten
bleibt.
-
Die Besonderheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Wickeldorn-Abstreifers bestehen darin, daß der Abstreifer gegen eine zur Richtung
der gewünschten relativen linearen Bewegung parallelen Fläche des Wickeldorns durch
Gießen eines, im wesentlichen flüssigen Materials, das sich zu einem starren Körper
verfestigt, geformt wird. Zweckmäßig wird dabei der Abstreifer so hergestellt, daß
er den Wickeldorn umgibt.
-
Mit besonderem Vorteil wird die Oberfläche des Wickeldorns, gegen
die der Abstreifer geformt wird, mit einem Trennmittel überzogen, so daß der Abstreifer
bei der Herstellung nicht an dem Wickeldorn anklebt.
-
Als besonders vorteilhaft hat sich das Vergießen eines Epoxydharzes
zur Herstellung des Abstreifers erwiesen.
-
In ihrer weiteren Ausbildung empfiehlt die Erfindung, daß der Abstreifer
durch Vergießen des flüssigen Materials in Kontakt mit einem Grundglied hergestellt
wird, das auf dem Wickeldorn linear beweglich angebracht ist, so daß das verfestigende
Material sich mit dem Grundglied zu einem Stück verbindet.
-
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert werden. In der zugehörigen Zeichnung zeigt F i g. 1 eine Vorrichtung zur
Herstellung eines Wikkeldorn-Abstreifers gemäß vorliegender Erfindung, F i g. 2
einen fertigen Wickeldorn-Abstreifer, wie er nach Entfernung vom Wickeldorn aussieht,
F i g. 3 einen Wickeldorn mit darauf aufgewickeltem Kondensatormaterial und illustriert
die Art, in welcher der Wickeldorn relativ zum Wickeldorn-Abstreifer
bewegt
wird, um das gebildete Material vom Wickeldorn zu entfernen, F i g. 4 ein vergrößertes
detailliertes Schnittbild, das die Art und Weise zeigt, in der das Abstreifelement
das gewickelte Kondensatormaterial erfaßt, um dasselbe vom Wickeldorn zu entfernen.
-
Die Betrachtung von F i g. 1. zeigt eine Vorrichtung zur Herstellung
eines Wickeldorn-Abstreifers gemäß vorliegender Erfindung, die aus einem Paar Formhälften
6 und 7 besteht, die durch geeignete (nicht gezeigte) Vorrichtung zusammengeklammert
sind und sich auf einem Wickeldorn 8 abstützen, der in üblicher Art montiert ist.
Die Formhälfte 6 ist mit einer Aussparung versehen, welche eine metallische Grundplatte
11 mit einer darin gebildeten Öffnung 12 aufnimmt, wobei die Öffnung 12 ein wenig
größer ist, als der Querschnitt des Wickeldorns 8 (s. F i g. 4), so daß sich das
Element 11 frei darauf bewegen kann. Die metallische Grundplatte 11 hat eine Aussparung
13, welche die Öffnung 12 umgibt und den Teil einer Hohlform bietet, die zur Aufnahme
des Epoxydharzes bestimmt ist. Die Formhälfte 7 hat eine Aussparung 14, die der
Aussparung 13 in der metallischen Grundplatte 11 entspricht und den anderen Teil
der das Epoxydharz aufnehmenden Hohlform darstellt. Eine Füllöffnung 16 ist in der
Formhälfte 7 vorgesehen, die vom Äußeren der Formhälfte zu der von- den Aussparungen
13 und 14 gebildeten Hohlform führt.
-
Das zur Bildung des Gußkörpers 17 benutzte Epoxydharz ist vorzugsweise
von einem Typ, der nach dem Erhärten etwas elastisch ist, so daß es die erste Belastung
des daran anstoßenden gewickelten Materials während eines Abstreifvorgangs aufnimmt.
Es sollte auch die Eigenschaft einer guten Adhäsion haben, so daß es an der metallischen
Grundplatte 11 anhaftet. In dieser Beziehung wurden, obwohl verschiedene Mischungen
benutzt werden können, günstige Ergebnisse mit einem Epoxydharz erhalten, das im
wesentlichen aus 7 Teilen des Reaktionsprodukts eines wasserstoffreichen Phenols
wie Bisyphenol-A und Epichlorhydrin und 3 Teilen eines Polyamidharzes als Beschleuniger
enthält.
-
Die Formhälfte 14, die Füllöffnung 16 und ein Teil des Wickeldorns
bei 18 werden vorzugsweise mit einem geeigneten Trennmittel, wie etwa einem hitzebeständigen,
unverdünnten Siliconöl überzogen, um das Epoxydharz am Ankleben zu hindern, wenn
es erhärtet. Die Formhälften 6 und 7 werden dann auf dem Wickeldorn angeordnet,
nachdem die Grundplatte 11 in der Aussparung 9 der Formhälfte angebracht ist, wie
in F i g. 1 gezeigt. Der Teil der Öffnung in der Grundplatte 12, der den Wickeldorn
8 umgibt, wird in geeigneter Weise abgedichtet, beispielsweise indem man Isolierband
oder Ton verwendet, so daß das Material nicht aus der Hohlform ausfließt. Dann wird
Epoxydharz durch die Füllöffnung 16 eingegossen, um die Hohlform 13 und 14 zu füllen.
Das Epoxydharz erhärtet in etwa einer Stunde und bildet das Element 17. Beim Erhärten
schrumpft es etwas und bildet einen dichten Sitz auf dem Wickeldorn, wodurch die
nachfolgende Bearbeitung der Elementöffnung 19 nicht wie im Fall der üblichen metallenen
Wickeldorn-Abstreifer notwendig ist.
-
Nachdem das Epoxydharz zu einer harten Masse abgebunden ist, werden
die Formhälften 6 und 7, die Grundplatte 11 und das gebildete Epoxydharz-Element
17 vom Wickeldorn entfernt. Die Seitenfläche 21 des Epoxydharz-Elements 17, die
später dem Wicklungsmaterial zugekehrt ist, wird dann nachgearbeitet und geglättet,
und Isolierband oder Ton zur Abdichtung der Öffnung 12 werden entfernt. Danach wird
der fertige Abstreifer auf der Wickelvorrichtung in üblicher Art in Arbeitsstellung
befestigt, beispielsweise durch im Rahmen angeordnete Stellschrauben.
-
Wenn derWickeldorn-Abstreifer aus dermetallenen Grundplatte 11 und
dem Kunstharzelement 17 auf der Wickelvorrichtung in Arbeitsstellung gebracht ist
und der Wickeldorn 8 durch die Öffnungen 12 und 19 in Wickelstellung geführt ist,
kann das Kondensatormaterial, wie bei 22 in F i g. 3 gezeigt, aufgewickelt werden.
Nachdem die gewünschte Materialmenge auf den Wickeldorn gewickelt ist, wird er gegen
denAbstreifer 11, 17 mit üblichen Mitteln, .etwa einem Wasserdruckkolben, bewegt,
wodurch die Oberfläche 21 des Epoxydharz-Elements mit dem gewickelten Material in
Berührung kommt und wegen der engen Toleranz zwischen dem Epoxydharz-Element 17
und dem Wikkeldorn 8 das gewickelte Material vom Wickeldorn leicht abstreift.
-
Während das oben beschriebene Verfahren ein Paar von Formhälften 6
und 7 und eine metallische Grundplatte 11 benutzt, an welche das Epoxydharz-Element
18 angegossen wird, kann man auch erwägen, daß die Formhälfte 6 wegfällt und die
metallische Grundplatte direkt mit der Formhälfte 7 verklammert wird oder daß die
Grundplatte 11 wegfällt und das Element aus Epoxydharz auf den Wickeldorn in den
Aussparungen 9 und 14 in den Formhälften 6 und 7 gegossen wird. Es ist auch möglich,
daß an Stelle der Herstellung jedes Abstreifelements direkt auf dem Wickeldorn,
mit dem er verwendet wird, die Abstreifelemente auf .einem Meisterdorn zur späteren
Benutzung auf anderen Wickeldornen geformt werden oder daß die Abstreifelemente
von einem Wickeldorn zum anderen gewechselt werden, vorausgesetzt, daß die Wickeldorne
alle in praktisch -gleichen Abmessungen ausgeführt sind.