DE1292680B - Steuerungsverfahren fuer einen Hochofen - Google Patents
Steuerungsverfahren fuer einen HochofenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21B—MANUFACTURE OF IRON OR STEEL
- C21B7/00—Blast furnaces
- C21B7/24—Test rods or other checking devices
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- C21—METALLURGY OF IRON
- C21B—MANUFACTURE OF IRON OR STEEL
- C21B5/00—Making pig-iron in the blast furnace
- C21B5/006—Automatically controlling the process
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Description
Die Erfindung betrifft ein Steuerungsverfahren für den Feuchtigkeitsgehalt des Windes, für die Übereinen
Hochofen in Abhängigkeit vom Winddruck V wachung und.Steuerung auswämenjcaflti.uüd davon
und Gichtgaszustand durch Veränderung des Wind- nur zwei, nämlich den' Winddurchfluß und den
durchflusses und der Windfeuchtigkeit. Feuchtigkeitsgehalt des Windes, zu verändern braucht.
Beispiele für bekannte Steuerungsverfahren für 5 Der Winddruck und der Gichtgaszustand'hängen
einen Hochofen finden sich in »Technische Mitteilun- sowohl von der Art des Füllgutes in dem Hochofen
gen«, 53 (1960), S. 406 bis 412 und »Neue Hütte«, und der Betriebsweise ab und stehen auch in Be-3
(1958), S. 404 bis 408. ziehung zur Qualität und Menge des erzeugten Eisens.
Ziel solcher Verfahren ist die Aufrechterhaltung Die Erfindung hat festgestellt, daß es für den Betrieb
günstigster Betriebsbedingungen und eines günstigen io jedes Hochofens bei einem gegebenen Füllgut und
Wärmegleichgewichtes während des Produktionsver- beliebigen Betriebsverfahren eine Kombination eines
laufes in dem Hochofen, günstigsten Winddruckes und günstigsten Gichtgas-
Bisher hat man es zur Erreichung dieses Zieles für zustandes gibt. Wenn der Winddruck oder der Gichterforderlich gehalten,; drei Größen zu verändern, gaszustand· von dem günstigsten Wert abweichen,
nämlich den Winddurchfluß, die Windfeuchtigkeit 15 dann arbeitet der Hochofen nicht richtig und kommt
und die Windtemperatur. in unerwünschter Weise aus dem Gleichgewicht.
Mit der vorliegenden, Erfindung wurde nun ge- Man kann also den Winddruck und den Gichtgasfunden,
daß es bei einem Steuerungsverfahren der zustand als Bestimmungsgröße verwenden und
eingangs genannten Gattung ausreichend ist, daß danach den Winddurchfluß und den Feuchtigkeitsallein
der Winddruck und der Gichtgaszustand ge- ao gehalt des Windes steuern, um so den Hochofen im
messen werden und daß bei ihrer Abweichung von günstigsten Betriebsbereich arbeiten zu lassen. Mit
einem günstigsten Bereich nach oben allein der Wind- dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich auch
durchfluß gesenkt und/oder die Windfeuchtigkeit ge- zufällige oder dauernde Änderungen der Ausgangssteigert
werden sowie daß bei ihrer Abweichung nach stoffe korrigieren, bevor sie sich für das Bedienungsunten
allein der Winddurchfluß gesteigert und die 25 personal bemerkbar auswirken. Windfeuchtigkeit gesenkt werden. Der Koks und der Wind werden bei dem erfin-
Entgegen der herrschenden Auffassung ist es also dungsgemäßen Verfahren-besser ausgenutzt.'Schließnicht
erforderlich, zur Aufrechterhaltung des ge- lieh lassen sich auch die Schlacke und die chemische
wünschten Wärmegleichgewichtes sowohl für die Zusammensetzung des erzeugtenEisens besser überVorbereitung
des Füllgutes in dem Schacht als auch 30 wachen.
für die Schmelzung im Gestell auch noch eine Be- Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Steue-
einflussung der Windtemperatur vorzunehmen. Gemäß rungsverfahrens braucht der Hochofen mit keinerlei
dem erfindungsgemäßen Vorgehen reicht es vielmehr besonderen Ausrüstungen versehen werden. Das eraus,
Winddruck und Gichtgaszustand zu messen und ' findungsgemäße Verfahren bedient sich üblicher Meß-Winddurchfluß
und Windfeuchtigkeit zu verändern. 35 und Steuerungsgeräte für den Winddruck, die Gicht-Man
kann hiermit die im praktischen Betrieb auf- gastemperatur, den Winddurchfluß und die Windtretenden
kurz dauernden Temperaturschwankungen feuchtigkeit. Statt eines Meßgerätes für die Gichtgasin
der richtigen Weise ausgleichen. Wenn sich über temperatur kann man auch;einen Gasanalysator oder
längere Zeiträume erstreckende Temperaturänderun- einen Wärmemesser verwenden. Vorzugsweise begen
vorgenommen werden müssen, dann wird man 40 nutzt man aber .ein Temperaturmeßgerät, weil es eindiese
aus Wirtschaftlichkeitsgründen jedoch durch fächer ist. Änderung der Kokszufuhr berücksichtigen. Eine als Grundlage der Steuerung des Hochofens
Praktischerweise geht die Erfindung so vor, daß geeignete Formel lautet:
die Steigerungen und Senkungen der gemessenen y = 1 ηΐα 4-nnn95?s .4
Abweichungen direkt proportional sind, wobei jedoch 45 η ηα«7Τinta>*U r ηηηινπη
die Senkung des Winddurchflusses auf Grund von ~ U,W873B- 0,675 C - 0,002755 D.
Abweichungen des Winddruckes zweimal so groß wie Dabei ist X die Anzahl der Chargen je Stunde,
die Steigerung auf Grund einer gleich großen Ab- A der Winddurchfluß in Normalkubikmeter je Miweichung
von dem günstigsten Winddruckbereich ist. nute, B die Gesamtfeuchtigkeit des Windes in Gramm
Als vorteilhaft hat-es sich erwiesen, daß bei dem 50 je Kubikmeter, C der:Heißwinddruck in Kilogramm
erfindungsgemäßen Verfahren als Anzeichen für den je Quadratzentimeter Überdruck und D die Gicht-Zustand
des Gichtgases dessen Temperatur gemessen temperatur des Hochofengases in Grad Celsius. Eine
wird. .......... ._.„ Charge, ist eine vollständige B,eschickungsfolge, die
Mit der Erfindung ist also ein Verfahren geschaffen normalerweise zweimaliges Absenken der Gichtglocke
worden, mit dem man auf sehr einfache Weise den 55 in den Hochofen erforderlich macht.
Betrieb eines Hochofens sehr wirtschaftlich führen . Nach dieser Formel kann man eine entsprechende
kann. Da nur zwei Größen zu steuern sind und sich Steuerurigstabelle aufstellen, die dem Bedienungsderen
Steuerung tabellenmäßig nach einer festliegen-1 ' personal an· die Hand gegeben werden kann,
den kybernetischen Beziehung vornehmen läßt, kön- Bei der Ausführung der Erfindung werden zuerst
nen die erforderlichen Einstellungen schnell und ein- 60 die für die Steuerung eines bestimmten Hochofens
fach vorgenommen werden, und man braucht sich günstigsten Grundwerte von Winddurchfluß, Feuchdabei
auch nicht mehr auf die mehr oder minder tigkeit, Heißwinddruck und Gichtgastemperatur eingroße
Geschicklichkeit des Bedienungspersonals ver- gestellt. Das geschieht mittels eines geeigneten »0-Einlassen.
stellungs«-Verfahrens. Die in diesem Verfahren er-
Die Erfindung beruht also auf der Erkenntnis, daß 65 mittelten günstigsten Werte kann man dann geman
von den zahlreichen Einflußgrößen für den Be- gebenenfalls in dem Sichtfenster einer Übersichtstriebsablauf
des Hochofens vier, nämlich den Wind- tabelle einstellen, gemäß der die Bedienungsperson
druck, den Gichtgaszustand, den Winddurchfluß und bei Abweichung von den günstigsten Werten, die
sich durch. Abweichungen des Winddruckes und der Gichtgastemperatur äußern, dann den Winddurchfluß
oder die Windfeuchtigkeit verstellen kann.
Zu diesem Zweck liest das Bedienungspersonal in regelmäßigen Abständen die Registriergeräte für
Heißwinddruck und Gichtgastemperatur ab und schätzt den Mittelwert für den vorangegangenen Zeitabschnitt.
Es wurde gefunden, daß dieser Zeitabschnitt nicht kleiner als 3 Minuten sein sollte, da
dies die Mindestzeit ist, in der die erforderlichen Steuerungsänderungen vorgenommen werden können
und sich auf den Betrieb des Hochofens auswirken. Wenn man mit automatischer Steuerung arbeitet,
kann man den kleinsten Zeitabschnitt anwenden. In einigen Fällen werden die besten Ergebnisse erzielt,
wenn die Änderungen alle 6 Minuten vorgenommen werden, und wenn die Steuerung von Hand ausgeführt
wird, dann können aus praktischen Erwägungen längere Zeitabschnitte erforderlich sein. In einem
besonderen Fall wurden bei Handsteuerung zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, wenn die Ablesungen
und Einstellungen alle halbe Stunde vorgenommen wurden. In den meisten Fällen werden
längere Zeitabschnitte als eine halbe Stunde nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, es sei denn,
daß das Beschickungsgut besonders gleichmäßig und von bester Qualität ist. Wenn der tatsächliche
Heißwinddruck über dem günstigsten Wert liegt, dann wird der Winddurchfluß vermindert und der
Feuchtigkeitsgehalt erhöht. Wenn der tatsächliche Heißwinddruck niedriger ist, dann wird der günstigste
Winddurchfluß erhöht und der Feuchtigkeitsgehalt gesenkt. Wenn die Gichtgastemperatur höher
ist, dann wird der günstigste Winddurchfluß gesenkt und der Feuchtigkeitsgehalt erhöht. Wenn die Gichtgastemperatur
unter dem günstigsten Wert liegt, dann wird der Winddurchfluß erhöht und der Feuchtigkeitsgehalt
gesenkt. In jedem Fall sind die Erhöhungen und Senkungen der Abweichung vom günstigsten
Wert direkt proportional. Die Größe der Senkung des Winddurchmessers auf Grund einer Abweichung des
Heißwinddruckes ist zweimal so groß wie die Größe der Steigerung für die gleiche Abweichung von dem
günstigsten Heißwinddruck. In allen anderen Fällen ist die Größe der Senkung und der Steigerung für die
gleiche Abweichung vom günstigsten Wert die gleiche. Es sei für einen bestimmten Hochofen angenommen,
daß die mittlere Feuchtigkeit 34,320 g/m3, der Winddurchfluß 2152,00 m3/min, der mittlere oder
günstigste Heißwinddruck 1,687 kg/cm2 und die mittlere oder günstigste Gichtgastemperatur 187,78° C
beträgt. Wenn bei der Ablesung ein Heißwinddruck von 1,687 kg/cm2 und eine Gichtgastemperatur von
187,78° C festgestellt werden, dann sind keine Änderungen erforderlich. Wenn bei der nächsten Ablesung
der Heißwinddruck aber 1,757 kg/cm2 und die Gichtgastemperatur 199° C beträgt, dann ist es gemäß der
angegebenen Formel erforderlich, den Winddurchfluß wegen des erhöhten Heißwinddruckes um
14,16 m3/min zu senken. Das Gebläse wird dann so eingestellt, daß es 2131 ms/min liefert. Der Feuchtigkeitsgehalt
muß wegen der höheren Heißwindtemperatur um 1,716 g/m3 und wegen der höheren Gichtgastemperatur
um 0,915 g/m3 gesteigert werden. Demgemäß wird beispielsweise mittels Dampfstrahlen
zusätzliche Feuchtigkeit zugeführt, um den Feuchtigkeitsgehalt auf 36,95 g/m3 zu steigern. Wenn der
Druck bei der nächsten Ablesung auf 1,287 kg/cm2 zurückgegangen ist und die Temperatur wieder
187,78° C beträgt, dann wird die Feuchtigkeit wieder auf 34,320 g/m3 gesenkt und der Winddurchfluß auf
2152 ms/min zurückgestellt. Nimmt man aber an, daß der Heißwinddruck auf 1,616 kg/cm2 und die Gichtgastemperatur
auf 177° C gefallen sind, dann werden folgende Änderungen vorgenommen: Der Winddurchfluß
wird wegen des niedrigeren Heißwinddruckes um 7,08 m3 und wegen der niedrigeren Temperatur
um 6,78 m3 gesteigert. Die Feuchtigkeit wird wegen des niedrigeren Druckes um 1,76 g und wegen
der niedrigeren Temperatur um 0,915 g zurückgenommen. Das Bedienungspersonal stellt das Gebläse
also so ein, daß es 2166 m3/min liefert, und der Dampfstrahl wird so eingestellt, daß 31,65 g/m3
Feuchtigkeit abgegeben werden. Bei Handsteuerung werden die Werte für den Winddurchfluß und den
Feuchtigkeitsgehalt im tatsächlichen Betrieb auf beispielsweise 2160 an Stelle 2166 m3 und 31,5 g an
Stelle 31,65 g abgerundet. Bei automatischer Steuerung sind genauere Änderungen möglich. Wenn man
an Stelle der Gichtgastemperatur mit der Analyse des Hochofengases oder dessen Wärmegehalt arbeitet,
dann besteht die gleiche Proportionalität. Wie bemerkt, lassen sich an Hand der oben angegebenen
Formel Tabellen aufstellen, die sich einfach ablesen lassen.
Claims (3)
1. Steuerungsverfahren für einen Hochofen in Abhängigkeit vom Winddruck und Gichtgaszustand
durch Veränderung des Winddurchflusses und der Windfeuchtigkeit, dadurchgekennzeichnet,
daß allein der Winddruck und der Gichtgaszustand gemessen werden und daß bei ihrer Abweichung von einem günstigsten Bereich
nach oben allein der Winddurchfluß gesenkt und/ oder die Windfeuchtigkeit gesteigert werden sowie
daß bei ihrer Abweichung nach unten allein der Winddurchfluß gesteigert und die Windfeuchtigkeit
gesenkt werden.
2. Steuerungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steigerungen und
Senkungen der gemessenen Abweichungen direkt proportional sind, wobei jedoch die Senkung des
Winddurchflusses auf Grund von Abweichungen des Winddruckes zweimal so groß wie die Steigerung
auf Grund einer gleich großen Abweichung von dem günstigsten Winddruckbereich ist.
3. Steuerungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Anzeichen für
den Zustand des Gichtgases dessen Temperatur gemessen wird.
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|---|---|---|---|
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Non-Patent Citations (1)
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