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Die Erfindung betrifft eine Zwischenstation für Rohrpostanlagen.
Es kommen dabei Rohrpostanlagen mit größerem Rohrdurchmesser (z. B. NW bis zu 200
mm) und gleitender Büchsenreibung in Betracht.
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Für Rohrpostanlagen mit kleineren Rohrdurchmessern und gleitender
Reibung sind Empfangs- und Sendeeinrichtungen bekannt, die zur Ausschleusung einen
hohen Überfahrbogen erfordern. Bei Anlagen mit größeren Rohrdurchmessern - bis zu
200 mm -werden die Bauhöhen dieser Apparate so groß, daß eine eingeschossige Unterbringung
des Empfängers nicht mehr möglich ist (bei Nu 200 wäre ein Bauhöhe von etwa 6 bis
8 m vorzusehen).
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Eine bekannte Stadtrohrpostempfangsanlage niedriger Bauart hat den
Nachteil, daß unterhalb der Empfangsanlage umfangreiche und verhältnismäßig komplizierte
Luftsteuerungsaggregate vorgesehen sind. Damit tritt eine Kostenheraufsetzung ein.
Ferner wird auf diese Weise die Störanfälligkeit des Gesamtsystems erhöht.
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Beide bekannten Rohrpostanlagen haben zudem einen weiteren wesentlichen
Nachteil, der darin besteht, daß alle Rohrpostbüchsen, die nicht für diese Zwischenstation
bestimmt sind, über die Empfangs-und Sendeanlage selbst geführt werden müssen.
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Diese Nachteile werden bei einer Zwischenstation für Rohrpostanlagen
erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß die Einfahrt zum Entladeplatz bzw. die Ausfahrt
aus dem Beladeplatz durch je einen Winkelförderer zu steuern ist. Durch die Verwendung
der beiden Winkelförderer können die für die Zwischenstation bestimmten Rohrpostbüchsen
dieser Station zugeführt werden, während die für die Zwischenstation nicht bestimmten
Rohrpostbüchsen an dieser Station vorbeigeführt werden.
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Zusätzliche Vorteile ergeben sich bei der Anlage nach der Erfindung
durch den Wegfall von Fahrrohrbögen mit großem Radius. Es ist somit auch ein Einbau
der Zwischenstation in Gebäude mit beschränkten räumlichen Verhältnissen möglich.
Der Sendebogen kann erweitert werden. Zudem ist durch die Anwendung der Erfindung
eine arbeitsphysiologisch günstige Gestaltung des Be- und Entladeplatzes möglich.
Der Be- und Entladeplatz kann derart ausgelegt werden, daß nur die für diese Station
bestimmten Büchsen eintreffen und einer kontinuierlichen Bearbeitung (Büchseneingang
- Entladen -Beladen - Absenden, in einem ununterbrochenen Arbeitsfluß) unterliegen.
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Es hat sich bei der Zwischenstation nach der Erfindung als zweckmäßig
erwiesen, an den einen Winkelförderer vor dem Entladeplatz eine geneigt verlaufende
Kammer, die mit einer Rückfahrsperre ausgerüstet ist, anzuschließen und die Kammer
mit einer Klappe zur Ausschleusung der Rohrpostbüchse auf den Entladeplatz zu versehen.
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Vorzugsweise kann der Entladeplatz als schiefe Ebene zur Speicherung
von mehreren Rohrpostbüchsen hintereinander ausgebildet werden, so daß die ankommenden
Rohrpostbüchsen auf der schiefen Ebene automatisch nachrücken.
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Eine besonders leicht zu bedienende Zwischenstation ergibt sich,
wenn der Entladeplatz und Beladeplatz praktisch sich in einer Arbeitstischhöhe befinden.
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Die Anordnung nach der Erfindung kann ferner gegebenenfalls derart
ausgebildet werden, daß die beladenen Rohrpostbüchsen vor dem Absenden zu-
nächst
noch gespeichert werden können, indem das den Beladeplatz mit dem anderen Winkelförderer
verbindende Senderohr als Speicher für Rohrpostbüchsen dient.
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Der Gegenstand der Erfindung ist im folgenden an dem in schematischer
Weise in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel erläutert.
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1. Empfangsvorgang Die von der Station A im Rohr 1 heranfahrenden
Büchsen erreichen den Rohrkontakt 2.
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Beim Überfahren dieses Kontaktes wird in einer Analogsteuerung abgefragt,
ob die Büchse für die anschließende Station B oder für die nachfolgende Station
C bestimmt ist.
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Im letzteren Fall wird die Büchse ohne Anhalten durch den Empfangs-Winkelförderer
3 und den Sende-Winkelförderer 4 zur Station C gefahren.
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Ist die Büchse für dei Station B bestimmt, so wird der Empfang durch
die Analogsteuerung wie folgt vorbereitet: a) Sperre 5 des Empfangs-Winkelförderers
3 wird eingefahren, so daß die Durchfahrt gesperrt ist. b) Ventil 6 öffnet und führt
einen Teilluftstrom von der Vorluftabnahme 7 über Luftrohr 8 zur Luftzugabe 9. Dadurch
ist die Fahrt der Büchse im Rohrabschnitt 10 bis zum Eintreffen vor der Sperre 5
gemindert. c) Die Büchse kommt im Winkelförderer 3 zur Ruhe. Durch Büchsentrenner
11 wird verhindert, daß weitere Büchsen in den Winkelförderer 3 einfahren können.
d) Die Kammer 12 dreht sich nunmehr um 900, so daß der Büchsenkopf vor dem Empfangsrohr
13 zu liegen kommt. e) Durch nochmaliges Umsteuern des Ventils 6 wird nunmehr der
Luftstrom vom Luftrohr 8 über Luftrohr 14 durch Kammer 12 in das Rohr 13 geleitet.
Die Luft wird jetzt über Luftabzweigung 15 zur Luftzugabe 9 geführt. Dadurch wird
die Büchse im Rohr 13 hochgetrieben. Sie durchfährt die Luftschleuse 16, drückt
die Rückfahrsperre 17 zur Seite und gelangt in die Empfangskammer 18. Beim Einfahren
wird sie durch den Puffer 19 gebremst. f) Durch einen an der Rückfahrsperre 17 angebrachten
Drehkontakt 20 wird nach einer kurzen Verzögerung die Empfangsklappe 21 geöffnet
und die darauf schrägliegende Büchse auf den Entladeplatz 22 gekippt. Dieser Entladeplatz
ist als schiefe Ebene ausgebildet, so daß mehrere Büchsen hintereinanderliegen können
und somit dem Bearbeitungsplatz - Entladen - nach und nach zurollen. g) Nach Auskippen
der Büchse auf dem Entladeplatz wird die Klappe in ihre Ausgangsstellung zurückbewegt.
Somit ist der Apparat für den Empfang der nächsten Büchse wieder bereit. h) Nachdem
die Büchse den Drehkontakt 20 betätigt hatte, wurden bereits die Kammer 12 und Ventil
6 in ihre Normalstellung zurückbewegt.
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2. Sendevorgang a) Die Büchsen werden am Beladeplatz 23 beladen und
zur Absendung in das offene Rohr 24 abgeschoben. Sie durchfahren eine Schleuse 25
und werden von der Büchsentrennvorrichtung 26 wie bekannt angehalten.
b)
Sofern über Kontakt 2 keine durchfahrende Büchse gemeldet ist, dreht die Kammer
27 des Sende-Winkelförderers 4 um 90°, so daß nach Lösen der unteren Büchsentrennvorrichtung
26 die Büchse in die Kammer hineinfallen kann. c) Nach dem Zurückdrehen der Kammer
27 in die Normallage wird die Büchse vom Luftstrom in das zur Station C führende
Fahrrohr 28 hineingetrieben. Die Luftumführung 29 dient als Luftumweg während des
Einschleusevorgangs. Das Rohr 24 dient als Speicher und kann entsprechend der Geschoßhöhe
mehrere Büchsen speichern.