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Vorrichtung zum Pressen und Wenden von Zigarrenwickeln Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Pressen und Wenden von Zigarrenwickeln, bestehend
aus unteren und damit zusammenarbeitenden oberen Formen und einem Wendemechanismus
mit zwei sich in einer gemeinsamen, zu den Achsen der Preßhohlräume der Formen parallelen
Linie erstreckenden, sowohl axial gegen- und voneinander als auch in Querrichtung
beweglichen Trägern mit in deren Achsen angeordneten Nadeln, die in einen in einer
unteren Form befindlichen Wickel gesteckt werden, danach diesen Wickel in Querrichtung
aus dieser unteren Form heben und in gewendeter Lage in eine untere Form zurücklegen
und schließlich wieder aus dem Wickel gezogen werden. Die bekannte Vorrichtung gibt
nicht die Möglichkeit, den Wickel aus der Form herauszunehmen, ihn beliebig zu drehen
und nach erfolgter Drehung um seine Achse wieder in die gleiche Form zurückzulegen.
Infolgedessen entsteht bei der bekannten Vorrichtung ein längerer Transportweg der
Wickel, der die Gesamtkonzeption der Vorrichtung ungünstig beeinflußt. Bei einer
Ausführungsform der bekannten Vorrichtung wird zudem der Wickel zwangläufig genau
um 180° gedreht, so daß die Preßnähte unnötig stark herausgedrückt werden können.
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Bei einer anderen bekannten Vorrichtung erfolgt eine axiale Drehbewegung
der Nadel. Die Drehbewegung des Wickels in der bekannten Preßform erfolgt aber lediglich
deshalb, damit ein Deckblatt um den Wickel gelegt werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Wendebewegung des Wickels
mit einem kleinen Transportweg und gleichzeitig eine beliebige Drehung des Wickels
und ein Absetzen in die gleiche Form zu erreichen und nicht an eine Drehung um l.80°
gebunden zu sein, bei der ein zu starkes Herausdrücken der Preßnähte erfolgen könnte.
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Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß in
Kombination mit den Merkmalen der bekannten Vorrichtung die Nadelträger als um ihre
Achsen drehbare Wellen mit Antriebsorganen zum Wenden des gegriffenen Wickels ausgebildet
und derart bewegbar sind, daß sie den Wickel nach dem Heben aus einer unteren Form
zunächst wenden und darauf in der gewendeten Lage in dieselbe untere Form zurücklegen.
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Bei einer Ausführungsform der Erfindung trägt jede Welle ein Klinkenrad,
und es ist mindestens eine in die Bahn dieses Klinkenrades hineinragende, durch
eine Feder gegen einen gegebenenfalls einstellbaren Anschlag gezogene Klinke angeordnet,
mit der das Klinkenrad ausschließlich während der Hub-Bewegung seiner Welle in Eingriff
gebracht wird, durch die das Klinkenrad während dieser Hubbewegung um einen bestimmten
Winkel gedreht wird. Durch diese Ausbildung wird der Vorteil eines kleinen Transportweges
des Wickels und eine gleichmäßige Pressung des Wickels in der Form erreicht, so
daß dem Entstehen von Preßnähten erkennbarer Höhe entgegengewirkt wird. Diese Vorteile
werden dadurch erreicht, daß mittels drehbar angeordneter Nadelträger der Wickel
aus der Form herausgenommen, dann beliebig gedreht und nach erfolgter Drehung um
seine Achse wieder in die gleiche Form zurückgelegt wird. Die beliebige Änderung
des Drehwinkels beruht dabei darauf, daß der Abstand, über den die oder jede Klinke
außer Berührung mit dem betreffenden Klinkenrad in der Bahn dieses Rades vorspringt,
einstellbar gemacht werden kann.
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Die Erfindung wird an Hand einer Zeichnung eines Ausführungsbeispieles
nunmehr näher erläutert. In dieser Zeichnung zeigt F i g. 1 eine Draufsicht des
zum Verständnis der Erfindung wichtigen Teiles eines mit einer Preßvorrichtung zusammenarbeitenden
Kehrmechanismus entsprechend der Erfindung und F i g. 2 eine Vorderansicht dieses
Kehrmechanismus.
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Mit 1 sind mehrere auf schrittweise bewegten Ketten
2 angeordnete untere Formen einer Preßvorrichtung für Zigarrenwickel angedeutet,
die mit entsprechenden oberen Formen, die nicht gezeichnet sind, zusammenarbeiten.
In jeder dieser unteren Formen befindet sich ein Zigarrenwickel 3, der gewendet
werden muß, nachdem er eine bestimmte Zeit in der Preßvorrichtung verbracht hat.
Dazu wird, nachdem
die obere Form von der unteren Form 1 entfernt
worden ist, der Wickel durch zwei axial in den Wickel gesteckte Nadeln
4 ergriffen, die je am Ende einer Welle 5 befestigt sind, die axial verschiebbar
und drehbar in einer Büchse 6 gelagert ist und an einem Ende ein Klinkenrad 7 trägt.
Die Büchse ist beim Ausführungsbeispiel am freien Ende eines um eine Welle 8 schwenkbaren
Armes 9 befestigt. Dieser Arm wird um einen kleineren Winkel a mit Hilfe eines auf
der Welle 8 angeordneten Armes 10 hin-und hergeschwenkt, mit dem eine in zwei Richtungen
verschiebbare Zugstange 11 verbunden ist. Die Bewegung der Nadeln gegeneinander
und voneinander geschieht mit Hilfe einer um ihre Achse hin- und herdrehbaren Welle
12, auf der Arme 13 mit Mitnehmern 14 a, b fest angeordnet sind. Die Mitnehmer
wirken mit einer Rolle 15 zusammen, die auf einem an der Welle 5 befestigten Querzapfen
16 sitzt.
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Muß ein Wickel gewendet werden, so wird jede Nadel 4 zuerst mit Hilfe
des Mitnehmers 14 b axial in den Wickel gedrückt. Danach wird der Arm 9 emporgeschwenkt.
Dadurch wird die Welle 5 mit der Nadel 4 in Querrichtung bewegt und der Wickel
aus der unteren Form gehoben. Im Bereich der Bahn des Klinkenrades sind nun zwei
Klinken 17, 18 angeordnet, die durch eine Feder 20 in die Bahn gezogen werden,
und zwar bis zu einem Abstand vom Klinkenrad, der durch die Stellschrauben 21, 22
eingestellt werden kann. Bewegt sich das Klinkenrad 7 nach oben, so greift die Klinke
17 hinter einem Zahn des Rades. Bei der weiteren Aufwärtsbewegung des Wickels werden
das Klinkenrad 7, die Welle 5, die Nadel 4 und der Wickel 3 um einen bestimmten
Winkel gedreht. Es ist verständlich, daß dieser Winkel von der Einstellung der Stellschraube
21, d. h. vom Abstand, über den die Klinke in die Bahn des Klinkenrades 7 vorgedrungen
ist, abhängig ist. Während der Abwärtsbewegung des Klinkenrades 7 mit Zubehör tritt
die Klinke 19 in Wirkung. Hierbei wird der Wickel nochmals um einen von der Einstellung
der Einstellschraube 22 abhängigen Winkel gedreht. Will man den Wickel um einen
Winkel von 90° drehen, so braucht das Klinkenrad 7 sowohl während der Aufwärtsbewegung
als auch während der Abwärtsbewegung nur um einen Winkel von 45° ge= dreht zu werden.
Hierfür ist nur ein ziemlich kleiner Hub des Armes 9 erforderlich.
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Es ist nicht nötig, daß jedes Klinkenrad 7 mit zwei Klinken zusammenarbeitet.
Die Verwendung von zwei Klinken ermöglicht es aber, den Abstand, um den der Wickel
bewegt werden muß, um gewendet zu werden, ziemlich klein zu halten. Man könnte auch
eine einzige Klinke mit mehreren Zähnen verwenden, um dadurch den Winkel, um den
der Wickel gedreht werden muß, zu vergrößern.
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Weiter brauchen die Nadeln nicht an schwenkbaren Armen befestigt zu
sein; sie können auch an gradlinig hin- und herbewegten Blöcken oder anderen Organen
angeordnet sein.