-
Zementerzeugnis Die Erfindung betrifft Zementerzeugnisse, insbesondere
Zementmörtel, mit verringerter Ausblühneigung auf Mauersteinen.
-
Die Oberflächen von mit Zementmörtel verbundenen Mauer- oder Ziegelsteinen
zeigen nach Abbinden des Mörtels vielfach ein weißliches, fleckiges Aussehen, welches
durch Auswittern oder Ausblühen von aus dem Mörtel ausgelaugten Alkalisalzen und/oder
die atmosphärische Karbonisierung des aus dem Mörtel stammenden Kalziumhydroxyds
verursacht wird. Die Stärke derartiger Ausblühungen ist von verschiedenen Faktoren,
wie der Herkunft des Ziegeltones, den Witterungsbedingungen, der Qualität der Zuschlagstoffe,
dem Wasser-Zement-Verhältnis und der Güte der Maurerarbeit, abhängig. Während Zemente
mit geringem Alkalisalzgehalt von beispielsweise unter 0,2 % im allgemeinen keine
oder nur schwache Ausblühungen zeigen, können diese bei Alkalisalzgehalten über
0,2% in Abhängigkeit von den obigen Faktoren sehr stark sein.
-
In der deutschen Patentschrift 270 815 wurde nun zur Herstellung von
ausschlagfreiem Putzmörtel bereits vorgeschlagen, ein Gemenge von Kalk und Sand
oder Gesteinsmehl vor dem Löschen des Kalks mit Strontiumkarbonat und Borazit zu
versetzen. Auf diese Weise werden jedoch nur Kalkmörtel erhalten, die sich von den
Zementmörteln grundlegend unterscheiden. Durch die rasche Umsetzung des Strontiumkarbonats
und des Borazits mit den im Mörtelgemisch enthaltenen Sulfaten wird außerdem ein
die Verarbeitung erschwerendes vorzeitiges Abbinden des Mörtels bewirkt.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für Mörtel geeignete
Zementerzeugnisse vorzuschlagen, welche auch bei höheren Alkalisalzgehalten von
beispielsweise 0,3 bis 0,6 % nur geringe oder gar keine Ausblühneigung aufweisen.
-
Es wurde nun gefunden, daß man die Ausblühneigung derartiger Zementerzeugnisse
durch Zugabe von Lithiumkarbonat und gegebenenfalls Bariumkarbonat erheblich verringern
kann.
-
Dementsprechend wird erfindungsgemäß ein Zementerzeugnis mit verringerter
Ausblühneigung auf Mauersteinen und einem Gehalt an hydraulischem Zement vorgeschlagen,
welches gekennzeichnet ist durch einen Gehalt von, bezogen auf den Zement, 0,1 bis
0,5, vorzugsweise etwa 0,3 Gewichtsprozent Lithiumkarbonat.
-
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann das Zementerzeugnis
vorteilhaft, bezogen auf den Zement, 0,1 bis 0,5, vorzugsweise etwa 0,1 Gewichtsprozent
Lithiumkarbonat und bis 1, vorzugsweise etwa 0,5 Gewichtsprozent Bariumkarbonat
enthalten.
-
Das in den erfindungsgemäßen Zementerzeugnissen verwendete Lithiumkarbonat
bewirkt keine vorzeitige Abbindung des Mörtels. Obgleich die Ursachen für die Verringerung
der Ausblühneigung von Zementerzeugnissen durch Zugabe von Lithiumkarbonat nicht
völlig geklärt sind, wird angenommen, daß die relativ großen Lithiumionen infolge
ihrer vergleichsweise geringen Beweglichkeit auch die Beweglichkeit der für das
Ausblühen verantwortlichen Ionen verringern.
-
Die erfindungsgemäßen Zementerzeugnisse mit einem zusätzlichen Gehalt
an Bariumkarbonat sind insbesondere bei hohen Sulfatgehalten des Zementes selbst
vorteilhaft. Während man in den erfindungsgemäßen Zementerzeugnissen den Gehalt
an Lithiumkarbonat bei Abwesenheit von Bariumkarbonat vorteilhaft auf etwa 0,5 %
einstellt, wird bei Gegenwart von Bariumkarbonat ein Lithiumkarbonatgehalt von etwa
0,1% bevorzugt. Als Zement kann insbesondere Portlandzement verwendet werden. Die
technisch vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Zementerzeugnisse werden
im folgenden an Hand eines Vergleichsversuches erläutert.
-
Auf einer den Witterungseinfiüssen voll ausgesetzten freien Fläche
wurden unter Verwendung von Portlandzement als Mörtelgrundstoff und herkömmliehen
Ziegeln
vier Wandabschnitte aufgemauert. Jeder Abschnitt hatte eine Länge von etwa drei
Ziegeln und eine Höhe von etwa zehn Ziegeln und war mit Mörtel zwischen den beiden
Flächen doppelt gemauert. Die Mauerabschnitte waren gegen die Fundamentplatte isoliert
und jeweils mit einer Seitenfläche der Ostsonne und mit der anderen Seitenfläche
der Westsonne .ausgesetzt. Die einzelnen Mauerabschnitte wurden nach ihrer Fertigstellung
in regelmäßigen Abständen geprüft und photographiert, um das Ausmaß etwaiger Ausblühungen
zu bestimmen.
-
Der mit einem Mörtel aus Portlandzement ohne Zusatzstoff -gemauerte-
Wandabscluiitt-1 zeigte nachzwei Wochen auf einem erheblichen Anteil der Ziegel
sowohl der Westfläche als auch der Ostfläche Ausblühungen, welche auf der Ostfläche
stärker waren.
-
Der mit einem Mörtel aus Portlandzement mit einem Gehalt von 0,3 %
Lithiumkarbonat gemauerte Wandabschnitt 2 zeigte nach zwei Wochen auf beiden Flächen
keine feststellbaren Ausblühungen.
-
Der mit einem Mörtel aus Portlandzement mit einem Gehalt von 0,5 %
Bariumkarbonat gemauerte Wandabschnitt 3 wies nach zwei Wochen auf den Ziegeln der
Ostfläche starke Ausblühungen und auf vielen Ziegeln der Westfläche fleckige Ausblühüngen
auf. ._ Der mit einem Mörtel aus Portlandzement mit einem Gehalt von 0,5 % Bariumkarbonat
und 0,1 % Lithiumkarbonat gemauerte Wandabschnitt 4 zeigte nach zwei Wochen
keinerlei Ausblühungen auf der Ostfläche und nur schwache Ausblühungen an den unmittelbar
an den Mörtel angrenzenden Kanten weniger Ziegel der Westfläche.
-
Auch die weitere Beobachtung zeigte bei den mit erfindungsgemäßen
Zementerzeugnissen gemauerten Wandabschnitten 2 und 4 keine Änderungen.