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Anordnung zur Erzeugung von Befehlsimpulsen mittels eines Lochstreifens
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Erzeugung von Befehlsimpulsen mittels
einer Lochkarte und bezweckt, eine Anordnung dieser Art zu schaffen, die insbesondere
für die automatische Steuerung von Werkzeugmaschinen vorteilhaft verwendbar ist.
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Es sind bereits Anordnungen bekannt, die zur Erzeugung von Befehlsimpulsen
mittels eines Lochstreifens dienen, der Zahlen und Befehle darstellende Löcher aufweist.
Eine Anordnung dieser Art, in der eine Impulseinheit, eine Zähleinheit und eine
Befehlseinheit angewendet sind, ist beispielsweise für die vollautomatische Steuerung
einer Mehrkomponenten-Abfüllwaage vorgesehen worden. Die Zähleinheit dieser Anordnung
weist drei Zählröhren für die Einer, Zehner und Hunderter der mit der Waage abzumessenden
Gewichte der verschiedenen Mischkomponenten auf. Durch Abtastung der Lochkarte wird
die Zähleinheit auf die Komplementärzahl eingestellt, welche die dem Gewicht entsprechende
Zahl auf Tausend ergänzt. Die Impulseinheit, die bei Beginn der Abtastung der Löcher,
die der ersten Mischungskomponente entsprechen, in Tätigkeit gesetzt wird, wird
durch einen von der Zähleinheit gelieferten Impuls abgestellt, wenn diese Zähleinheit
auf den Wert 1000 zurückgestellt worden ist. Die Befehlseinheit bereitet gleichzeitig
mit der Abtastung der gewichtsbestimmenden Löcher der Lochkarte eine Verbindung
zwischen einem der verschiedenen, die Mischungskomponenten enthaltenen Silos und
der Waage vor, auf Grund der Abtastung von in der Lochkarte vorhandenen silobestimmenden
Löchern. Nach Abstellung der Impulseinheit wird dann durch einen letzten Befehlsimpuls
der letzte Schieber geöffnet, der zur Herstellung des gewählten Silos und der Waage-
zu öffnen ist.
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Diese bekannte Anordnung kann wegen der erforderlichen Rückstellung
der Zähleinheit bzw. der erforderlichen Stillsetzung und Wiederingangsetzung der
Impulseinheit für die Lösung anderer Steuerungsprobleme praktisch nicht verwendet
werden, -insbesondere nicht für die Steuerung von Drehbänken od. dgl.
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Die Anordnung -nach der Erfindung vermeidet diesen Nachteil dadurch,
daß die Zähleinheit die von der Impulseinheit - gelieferten Impulse fortlaufend
zählt und dem Lochstreifen zuführt, daß eine Verarbeitungseinheit vorgesehen ist,
welche über den Lochstreifen von der Zähleinheit erhaltene Zählimpulse derart verarbeitet,
daß sie beim Auftreffen eines Zählimpulses, dessen Ordnungszahl einer im Lochstreifen
durch Löcher dargestellten Zahl gleich ist, über die Befehle darstellenden Löcher
des Loch-Streifens in der Befehlseinheit die_ Befehlsimpulse auslöst.
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In der Zeichnung ist .ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es ist Fig. 1 das Prinzipschema der-Anordnung, Fig. 2 = Fig. 2 a -i-
Fig. 2 b ein Schaltungsschema, das die inneren Schaltungen der in Fig. 1 durch Blöcke
dargestellten Einheiten zeigt, Fig. 3 ein Lochstreifen und Fig. 4 eine schematische
Darstellung einiger Teile einer Drehbank, zwecks Erläuterung einer Anwendung der
Anordnung nach Fig. 1 und 2 mit dem Lochstreifen nach Fig. 3.
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Die dargestellte Anordnung weist eine Impulseinheit 1, eine Zähleinheit
2, eine Verarbeitungseinheit 3 und eine Befehlseinheit 4 auf und dient zur Erzeugung
von elektrischen Befehlsimpulsen, die auf einen Lochstreifen 5 festgelegt sind.
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Die Impulseinheit 1 weist eine Lochscheibe 6 auf, die beispielsweise
auf einer Welle 7 einer Kopierdrehbank sitzt, zu deren automatischer Steuerung die
Anordnung verwendet wird. Die Lochscheibe 6 weist einen Kranz von Löchern 8 auf,
die bei der Drehung der Welle 7 sukzessive das von einer Lampe 9 aus= gehende Licht
auf eine Photozelle 10 gelangen lassen, wodurch fortlaufend Impulse erzeugt werden,
die
über eine Leitung 11 der Zähleinheit 2 zugeführt werden. Ein
in der Impulseinheit 1 mitenthaltener Drehsinnschalter 12 weist einen Ring 13 auf,
der lose auf der Welle 7 sitzt und durch eine Feder 14 mit derselben in Berührung
gehalten wird. Der Ring 13 ist mit einem Kontaktarm 15 versehen, der zwischen
zwei ortsfesten Kontaktstücken 16 und 17 angeordnet ist, die über Leitungen 18 und
19 mit zwei Relais 20 und 21 der Zähleinheit 2 verbunden sind. Es ist ersichtlich,
daß, wenn sich die Welle 7 im mit » -I- « bezeichneten Drehsinn dreht, der Kontaktarm
15 durch Reibung des Ringes 13 auf der Welle 7 im gleichen Sinne verschwenkt
wird und das Kontaktstück 16 berührt. Infolgedessen wird das Relais 20 im Stromkreis
-I-, 20, 18, 16, 15, 13, 14, - erregt. Bei Drehung der Welle 7 im mit » - « bezeichneten
Drehsinne wird dagegen entsprechend das Relais 21 erregt.
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Das Relais 20 weist drei Arbeitskontakte 201, 202 und 203 auf,
also Kontakte, die bei Erregung des Relais geschlossen werden. Ebenso weist das
Relais 21 drei Arbeitskontakte 211, 212 und 213 auf.
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Die Eingangsleitung 11 für die Zählimpulse ist mit einem Relais
22 verbunden, das einen einzigen Arbeitskontakt 22, aufweist. In Serie mit
den Kontakten 221 und 203 ist ein Elektromagnet 23 geschaltet und in Serie mit den
Kontakten 221 und 213 ein Elektromagnet 24. Die Elektromagnete
23 und 24 sind mit Arbeitskontakten 231 und 241 sowie mit Schrittschaltankern
25 und 26 versehen, die mit einem Schrittschaltrad 27 eines Drehschalters 28 zusammenwirken.
Der Drehschalter 28 weist zwei um 180° gegeneinander versetzte, mit dem Schrittschaltrad
27 starr verbundene Bürsten 291 und 292 auf, die mit einem Schleifring 30 verbunden
sind und mit zehn längs eines Bogens von 180° angeordneten Kontaktstücken zusammenarbeiten,
die über zehn mit 1, 2, 3 ... 9, 0 numerierte Leitungen
a mit zehn Bürsten 31 verbunden sind. Der Schleifring 30 ist
über nicht bezeichnete Bürsten mit den Kontakten 231 und 241 verbunden.
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Die Bürsten 31 überstreichen den Lochstreifen 5 derart, daß, wenn
ein Loch in dem Lochstreifen 5 unter eine Bürste 31 kommt, diese Bürste mit einer
auf der anderen Seite des Lochstreifens 5 befindlichen Kontaktplatte 32 in Berührung
kommt.
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In der dargestellten Nullstellung der Bürsten 291 und 292 steht die
Bürste 291 mit der Leitung a0 in Verbindung, während die Bürste 292 über ein elftes
Kontaktstück mit einer Leitung 33 verbunden ist, die zu den Kontakten 202 und 212
führt und über diese Kontakte zu zwei Elektromagneten 34 bzw. 35.
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Die Elektromagnete 34 und 35 sind mit Arbeitskontakten 341 und 351
sowie mit Schrittschaltankern 36 und 37 versehen, die mit einem Schrittschaltrad
38 eines Drehschalters 39 zusammenwirken, der ebenso ausgebildet ist wie der Drehschalter
28. Die drehbaren Bürsten des Drehschalters 39 sind mit 401 und 402 und der
Schleifring mit 41 bezeichnet. Zehn Leitungen b, die mit 1, 2, 3
... 9, 0 numeriert sind, führen zu den Lochstreifen 5 überstreichenden Bürsten
42, denen auf der anderen Seite des Lochstreifens eine Kontaktplatte 43 gegenüber
steht.
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Die elfte, vom Drehschalter 39 abgehende Leitung 44 führt zu den Kontakten
201 und 211 und über diese Kontakte zu zwei Elektromagneten 45 und 46. Die Elektromagnete
45 und 46 sind mit Schrittschaltankern 47 und 48 versehen, die mit einem Schrittschaltrad
49 eines Drehschalters 50 zusammenarbeiten. Die drehbaren Bürsten des Drehschalters
50 sind mit 511 und 512 und der Schleifring mit 52 bezeichnet. Zehn Leitungen c,
die mit 1, 2, 3 ... 9, 0 numeriert sind, führen -zu den Lochstreifen 5 überstreichenden
Bürsten 53, denen auf der anderen Seite des Lochstreifens eine Kontaktplatte 54
gegenüber steht. Der Schleifring 52 wird durch eine nicht bezeichnete Bürste dauernd
auf positivem Potential gehalten.
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Im vorliegenden Beispiel sind der Einfachheit halber nur drei Drehschalter
28, 39 und 50 dargestellt, mit welchen - wie noch näher erläutert werden wird -
die Einer, die Zehner und die Hunderter der Ordnungszahlen der Impulse gezählt werden
können. Es ist aber ersichtlich, daß man auf gleiche Weise noch weitere Drehschalter
anbringen könnte zur Zählung der Tausender, Zehntausender usw.
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Die Verarbeitungseinheit 3 weist ein Relais 55 mit zwei Arbeitskontakten
551 und 552 auf, das mit der Kontaktplatte 54 verbunden ist. Ein zweites Relais
56 mit zwei Arbeitskontakten 561 und 562 steht über den Kontakt 552 mit der Kontaktplatte
43 in Verbindung, während ein drittes Relais 57 mit einem Arbeitskontakt 571 über
den Kontakt 562 mit der Kontaktplatte 32 verbunden ist. Die Kontakte 551, 561 und
571 sind miteinander in Serie geschaltet, wobei der Kontakt 551 mit einer Kontaktplatte
58 verbunden ist, die sich unterhalb des Lochstreifens 5 befindet.
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Auf der anderen Seite des Lochstreifens 5 befinden sich gegenüber
der Kontaktplatte 58 vierzehn Bürsten 59, die an mit 1 bis 14 numerierte Leitungen
angeschlossen sind. Im Zuge dieser Leitungen befinden sich vierzehn Befehlsrelais
R 1, R 2 ... R 14. Diese Relais sind miteinander parallel und zusammen in
Serie mit einem verzögerten Elektromagneten 60 geschaltet, der mit einem
Schrittschaltanker 61 versehen ist, der mit einem Schrittschaltrad 62 zusammenarbeitet.
Das Schrittschaltrad 62 ist mit einer Transportwalze 63 fest verbunden, die an ihren
Enden zwei Kränze von Zähnen 64 aufweist, die in Transportlöcher 65 (s. Fig. 3)
des Lochstreifens 5 eingreifen, der in Form eines endlosen Bandes um die Transportwalze
63 und eine weitere Transportwalze 66 gleicher Art, die aber nicht angetrieben wird,
gelegt ist.
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Die Bürsten 31, 42, 53 und 59 bzw. die Kontaktplatten 32, 43, 54 und
58 bilden zusammen einen stabförmigen Ablesekopf 67, der sich quer zur Fortbewegungsrichtung
des Lochstreifens 5 erstreckt. Der Lochstreifen 5 muß keineswegs die Form eines
endlosen Bandes haben, sondern kann auch als steife, rechteckige Karte ausgebildet
sein. Die Form des Lochstreifens als endloses Band erleichtert aber die Wiederholung
derselben Reihenfolge von Befehlsimpulsen mit demselben Lochstreifen, weil derselbe
lediglich durch Vorwärtsschalten des Schrittschaltrades in seine Ausgangslage zurücktransportiert
werden kann.
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Die Befehlsrelais R 1 bis R 14 geben, wenn sie erregt werden, über
ihre Kontakte elektrische Befehlsimpulse ab, die zu den verschiedensten Zwecken
verwendet werden können.
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Bevor diese Zwecke an Hand eines Anwendungsbeispieles der beschriebenen
Anordnung erläutert werden, soll nun zuerst die Funktion dieser Anordnung selbst
erläutert werden.
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Jedesmal, wenn ein Loch 8 der sich drehenden Lochscheibe 6 dem von
der Lampe 9 kommenden Licht den Weg zur Photozelle 10 freigibt, wird das
Relais
22 im Stromkreis -f-, 10, 22, - erregt und sein Kontakt 22, geschlossen. Angenommen,
daß die Welle 7 sich im Drehsinn » -I- « dreht, so ist, wie früher erläutert, das
Relais 20 erregt; somit sind die Kontakte 201, 20, und 20s geschlossen. Durch Schließung
des Kontaktes 221 wird ein Stromkreis -I-, 221, 203, 23, - geschlossen, so daß der
Elektromagnet 23 den Schrittschaltanker 37 und somit die Drehbürsten 291 und 292
im positiven Sinne um einen Schritt vorwärts dreht, während der Kontakt 231 geschlossen
wird. Die Bürste 291 kommt mit der Leitung a1 in Verbindung, wodurch aber kein Stromkreis
geschlossen wird. Auch bei den nächsten Zählimpulsen ereignet sich weiter nichts,
als daß die Bürsten 291 und 292 des Drehschalters 28 um einen Schritt weiterbewegt
werden. Auch wenn die Bürste 31 der Leitung a4 durch ein Loch des Lochstreifens
5 die Kontaktplatte 32 berührt, geschieht nichts, weil der Kontakt 562 offen ist.
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Nach einer halben Umdrehung der Bürsten 291 und 292 kommt die Bürste
292 mit der Leitung 33 in Verbindung, und es wird ein Stromkreis -1 -, 231, 30,
292, 33, 202, 34, - geschlossen. Durch das Schließen dieses Stromkreises wird der
Elektromagnet 34 erregt und durch seinen Schrittschaltanker36 das Schrittschaltrad
38 des Zehner-Drehschalters 41 um einen Schritt weitergedreht, was aber keine weiteren
Folgen hat. Nun werden die Bürsten 401 und 402 schrittweise weitergedreht, immer
um einen Schritt nach zehn Zählimpulsen, ohne daß etwas geschieht, bis schließlich
nach 10 - 10 Zählimpulsen die Bürste 402 eine halbe Umdrehung gemacht hat und mit
der Leitung 44 in Verbindung kommt.
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Dadurch wird ein Stromkreis -1 -, 341, 41, 402, 44, 201, 45, - geschlossen,
so daß der Elektromagnet 45 seinen Schrittschaltanker 48 anzieht, der den Hunderter-Drehschalter
50 um einen Schritt weiterschaltet. Nach je 100 Zählimpulsen werden die Bürsten
511 und 51, um einen Schritt weitergeschaltet, ohne daß etwas weiteres geschieht,
bis die Bürste 511 nach 300 Zählimpulsen mit der Leitung e3 in Verbindung
kommt, deren Bürste 53 durch ein Loch des Lochstreifens 5 die Kontaktplatte 54 berührt.
Es wird nun ein Stromkreis -h, 511, e3, 54, 55, -
geschlossen, so daß das
Relais 55 erregt wird und seine beiden Kontakte 551 und 552 schließt.
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Wenn nun nach weiteren 60 Zählimpulsen der Zehner-Drehschalter 39
um sechs weitere Schritte fortgeschaltet worden ist, so daß die Bürste 401 mit der
Leitung b 6 in Verbindung kommt, deren Bürste 42 durch ein Loch des Lochstreifens
5 die Kontakt platte 43 berührt, wird ein Stromkreis -I-, 341, 41, 401,
b6, 43, 552, 56, - geschlossen. Das hierdurch erregte Relais 56 schließt
seine beiden Kontakte 561 und 562.
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Wenn nun nach weiteren vier Zählimpulsen die Bürste 291 des Einer-Drehschalters
mit der Leitung a4 in Verbindung kommt, deren Bürste durch ein Loch des Lochstreifens
5 die Kontaktplatte 32 berührt, wird ein Stromkreis -I-, 231, 30, 291, a4, 32, 562,
57, - erregt. Das hierdurch erregte Relais 57 schließt seinen Kontakt 571. Hierdurch
wird nun ein Stromkreis -I-, 571, 561, 551, 58, 3//7//10//d12, 60, - geschlossen.
Infolgedessen werden die Befehlsrelais R 3, R 7, R 10 und R 12 erregt, die mittels
ihrer Kontakte eine Anzahl von Befehlsimpulsen abgeben.
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Der Elektromagnet 60 spricht verzögert an, so daß die erregten Befehlsrelais
die Befehlsimpulse abgegeben haben, bevor er den Schrittschaltanker anzieht, der
das Schrittschaltrad 62 um einen Zahn weiterschaltet. Durch diese Weiterschaltung
wird der Lochstreifen 5 im Ablesekopf 67 um einen Zeilenabstand weitergeschaltet.
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Wenn die Welle 7 sich im Sinn » - « dreht, so arbeitet die Anordnung
ganz analog, aber mit dem Unterschied, daß an Stelle des Relais 20 das Relais
21 erregt wird, und infolgedessen über die Kontakte 213, 212 und 211 die Elektromagnete
24, 35 bzw. 46 an Stelle der Elektromagnete 23, 34 bzw. 45 erregt werden. Die Drehschalter
28, 39 bzw. 50 drehen sich daher im negativen Sinn, was einer Substraktion der Zählimpulse
entspricht. Die Zähleinheit 2 arbeitet also mit Plus- und Minus-Zählimpulsen.
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Zum besseren Verständnis der beschriebenen Anordnung, soll beispielsweise
eine Anwendung derselben bei einer Kopierdrehbank erläutert werden, von der einige
wesentliche Teile in Fig. 4 schematisch gezeigt sind. Nach dieser Figur sind die
Lochscheibe 6 und der Drehsinnschalter 12 auf der Leitspindel 7 der Drehbank angebracht.
Auf der Leitspindel ? sitzt in üblicher Weise eine mit dem Vorschubschlitten 68
festverbundene Gewindebuchse 69. Auf dem Schlitten 68 ist ein Kopierschlitten 70
senkrecht zur Bewegungsrichtung des Schlittens 68 verschiebbar angeordnet. Der Kopierschlitten
70 trägt ein Schneidwerkzeug 71, und seine Lage wird in bekannter Weise durch eine
Schablone 72 bestimmt, gegen die ein am Kopierschlitten 70 angebrachter Taster 73
angedrückt wird, z. B. auf hydraulischem Wege.
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Ein Werkstück 74, das die dargestellte Form erhalten soll, ist einerseits
in ein auf die Arbeitsspindel der Drehbank rotierendes Spannfutter 75 eingespannt
und andererseits durch eine Reitstockspitze 76 gehalten. Der Weg, den die Schneidspitze
des Werkzeuges 71 beschreiben soll, ist gestrichelt angegeben und mit den Zahlen
I ... VI markiert. Einen gleichen Weg beschreibt auch die Spitze des Tasters
73. Die ersten sechs Zeilen des Lochstreifens 5 (Fig. 3) sind entsprechend mit I
... VI bezeichnet.
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Auf der Zeile I ist bei den Hunderten, den Zehnern und den Einern
jeweils die Ziffer 0 durch ein Loch angegeben. Ferner sind Löcher vorgesehen, um
mit 2, 8; 9 und 11 numerierte Erregungsimpulse für die Befehlsrelais R 2, R 8, R
9 und R 11 auszusenden.
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Wenn die Zeile I in den Ablesekopf 67 gebracht wird, werden nach -
0 Impulsen sofort diese Relais erregt, und die von ihnen ausgehenden Befehlsimpulse
bewirken folgende Operationen: a) Die Befehlsimpulse des Relais R 2 schalten über
ein Wechselgetriebe mitKupplung eine bestimmte, diesem Relais zugeordnete Drehzahl
der das Spannfutter 75 tragenden Arbeitsspindel ein.
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b) Die Befehlsimpulse des Relais R 8 schalten einen Motor für Eilvorschub
ein.
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c) Die Befehlsimpulse des Relais R9 schalten Zwischenräder des erwähnten
Wechselgetriebes auf »Vorschub vorwärts«.
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d) Die Befehlsimpulse des Relais R 11 schalten den hydraulischen Kopierschlitten
auf Vorlauf. Nach Ausgabe dieser Befehlsimpulse bewirkt der verzögerte Elektromagnet
60 die Fortschaltung des Lochstreifens 5 um eine Zeile. Auf Zeile II liest der Ablesekopf
67 die Zahl »97« ab. Es wird der Einfachheit halber angenommen, daß die Drehung
der
Welle 7 zwischen zwei aufeinanderfolgenden Impulsen einem Vorschub
von 1 mm des Schlittens 68 entspricht, obwohl in Wirklichkeit dieser Vorschub '/loo
nim beträgt, wobei aber die Zähleinheit 2 fünf Drehschalter aufweist. Das Werkzeug
71 bewegt sich somit bis zum Punkt II, in welchem die in Zeile II festgelegten Befehle
ausgeführt werden, um 97 mm in axialer Richtung, während in der dazu senkrechten
Richtung die Bewegung durch die Schablone 72 bgrenzt wird.
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Im Punkt II werden entsprechend der Markierung von Zeile 1I die Befehlsrelais
R 2, R 5, R 9 und R 11 erregt.
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Die Befehlsimpulse von R2, R 9 und R 11 ändern den bisherigen Zustand
nicht. Die Befehlsimpulse von R 5 schalten eine gewisse Vorschubgeschwindigkeit,
also eine gewisse Drehzahl der Leitspindel 7 ein, womit der Eilgang ausgeschaltet
wird.
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Nach Weiterschaltung auf Zeile III wird auf derselben die Zahl »240«
abgelesen; der Punkt 11I, in dem die Befehle der Zeile III ausgeführt werden, befindet
sich 240 mm links vom Punkt I. Im Punkt III werden R 2, R 6, R 9 und R 11 erregt.
Die Befehlsimpulse von R 2, R 9 und R 11 ändern den bisherigen Zustand nicht. Die
Befehlsimpulse von R 6 schalten an Stelle der bisherigen Vorschubgeschwindigkeit
eine kleinere Vorschubgeschwindigkeit ein.
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Nach Weiterschaltung auf Zeile IV werden im Punkt IV mit der Axialkoordinate
340 mm die Befehlsrelais R 3, R 5, R 9 und R 11 erregt, von denen R 9 und R 11 keine
Änderung hervorrufen. Die Befehlsimpulse von R 3 schalten an Stelle der früheren
Drehzahl eine andere Drehzahl für die Arbeitsspindel ein, während die Befehlsimpulse
von R 5 die Vorschubgeschwindigkeit wieder auf den früheren Wert abändern.
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Nach Weiterschaltung auf Zeile V werden im Punkt V mit der Axialkoordinate
500 mm die Befehlsrelais R 1, R 8, R 10 und R 12 erregt. Das Relais R 1 sorgt für
Stillstand der Arbeitsspindel, das Relais R8 für Eilvorschub, das Relais R 10 für
»Vorschub rückwärts« und das Relais R 12 für Rücklauf des Kopierschlittens 70.
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In der nun folgenden, nicht bezeichneten Ecke des Wegdiagramms des
Werkzeuges 71 geschieht nichts weiter, als daß die Rücklaufbewegung des Kopierschlittens
73 bei Erreichung seiner äußeren Endlage aufhört, während der Vorschubschlitten
68 weiterhin im Eilgang seiner Ausgangslage zustrebt.
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Nach Abzug von 500 Zählimpulsen ist diese Ausgangslage im Punkt VI=I
wieder erreicht, worauf gemäß Zeile VI die Befehlsrelais R 1, R 4, R 12 und R 14
erregt werden. Während sich sonst nichts ändert, sorgt das Relais R 4 für Stillsetzung
des Vorschubschlittens 68, also der Spindel 7, und das Relais R 14 leitet mit dem
von ihm abgegebenen Impuls, dem letzten Impuls des vom Lochstreifen veranlaßten
Programmablaufes oder Arbeitszyklus den Rücktransport des Lochstreifens in seine
Ausgangslage ein.
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Zu diesem Zwecke ist das Relais 14 verzögert und weist einen Arbeitskontakt
R 141 auf, der einerseits mit der Kontaktplatte 58 verbunden ist und andererseits
an positivem Potential liegt. Wenn der Lochstreifen 5 durch den das Relais R 14
und den Elektromagnet 60 erregenden Impuls um eine Zeile weitergeschaltet worden
ist, wobei sich die Kontakte 551, 561, 571 öffnen, schließt sich der Kontakt R 141
verzögert, so daß, da in dieser Zeile wieder ein Loch bei der Bürste 59 der Leitung
14 ist, ein Stromkreis -(-, R141, 58, d14, R141, 60, - geschlossen
wird, womit das Relais R 14 wieder erregt und der Lochstreifen eine weitere Zeile
fortgeschaltet wird. Dieses Spiel setzt sich nun fort, solange in den Zeilen immer
nur das Befehlsloch 14 vorgesehen ist, wie Fig. 2 zeigt.
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Von den Befehlsrelais R 1 bis R14 sind lediglich die Funktionen der
Relais R 7 und R13 noch nicht erwähnt worden, die beim beschriebenen Arbeitszyklus
nicht benötigt wurden. Das Relais R 7 kann z. B. für Einschaltung eines sehr langsamen
Vorschubes (»Schleichvorschub«) sorgen, während das Relais R13 bei Stillstand der
Zähleinheit 2 für Weiterschaltung des Lochstreifens 5 nach Rückmeldung ausgeführter
Befehle oder nach einer gewissen Zeit sorgt, wie nachfolgend noch näher erläutert
werden soll.
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Angenommen, nach dem- Drehen des Werkstückes 74 (Fig. 4) soll auf
das vordere Ende desselben ein Gewinde geschnitten werden. Dann wird man in der
Zeile VI an. Stelle des Befehlsloches 14 für den Weitertransport, das Befehlsloch
13 zur Erregung des Befehlsrelais R 13 vorsehen, das einen Arbeitskontakt R 131
aufweist, der an eine automatische Gewindeschneidvorrichtung 77 angeschlossen ist,
die durch verzögertes Schließen dieses . Arbeitskontaktes im Stromkreis -I-, R131>
77, - erregt. wird.
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In der nächsten Zeile des Lochstreifens 5, in die dasselbe durch den
Erregerimpuls des Relais R 13 und des Elektromagnets 60 kommt, ist überhaupt kein
Loch vorgesehen, auch kein Befehlsloch 14 zum Weiterschalten. Die Impulseinheit
1 und die Zähleinheit 2 stehen still, und der Lochstreifen 5 könnte ohne besondere
Maßnahmen überhaupt nicht mehr weiter kommen.
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Nachdem die über Leitungen 78 und 79 an Spannung liegende Gewindeschneidvorrichtung
77 automatisch das gewünschte Gewinde geschnitten hat, gibt sie einen Ausgangsimpuls
an ein Relais 80 ab, in einem Stromkreis -I-, 78, 77, 80, 77, 79, -. Das
Relais 80 hat einen Arbeitskontakt 801, der einerseits am Elektromagnet 60 und andererseits
an positivem Potential liegt. Bei Erregung des Relais 80 wird somit ein Stromkreis
+, 801, 60, - geschlossen, und demzufolge wird der Lochstreifen 5 um eine Zeile
weitergeschaltet, wo beispielsweise ein Befehlsloch 14 für den Weitertransport vorgesehen
ist, so daß durch aufeinanderfolgende Befehlslöcher 14 der Lochstreifen 5 wieder
in die Ausgangslage kommen kann oder nach kurzem Weitertransport weitere Befehle
erteilt werden können.
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Die Erregung des Relais 80 kann auf zwei Weisen erfolgen: a) Wenn
ein Organ der Gewindeschneidvorrichtung feststellt, daß das Gewinde geschnitten,
somit der Befehl ausgeführt ist, und dies durch Schließen des Stromkreises des Relais
80 meldet. Man hat dann eine sogenannte Folgesteuerung.
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b) Wenn eine bestimmte Zeit nach der Erregung der Gewindeschneidvorrichtung
durch den Relaiskontakt R 131 verstrichen ist, welche auf alle Fälle zur Ausführung
des Befehls ausreichend ist.
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An Stelle der Gewindeschneidvorrichtung 77 könnte selbstverständlich
auch irgendeine andere automatische Arbeitsvorrichtung vorgesehen werden, insbesondere
auch eine Vorrichtung zum automatischen Auswechseln. eines nach dem vorgesehenen
Arbeitszyklus
bearbeiteten Werkstückes durch ein noch unbearbeitetes Werkstück. In diesem Falle
wird das Relais R 13 erregt, nachdem der Lochstreifen 5 durch Dauertransport nahezu
in die Ausgangslage zurückgekehrt ist. Während des Auswechselns der Werkstücke steht
der Lochstreifen still. Wenn die Auswechselvorrichtung durch Erregen des Relais
80 meldet, daß das Auswechseln der Werkstücke vollzogen ist, läuft dann der Lochstreifen
5 automatisch wieder an, und ein neuer Arbeitszyklus beginnt.
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Im vorliegenden Anwendungsbeispiel wird die Bewegung des Schlittens
70 durch die Schablone 72 bewirkt, weil es sich um eine Kopierdrehbank handelt.
Man könnte aber eine zweite Anordnung der beschriebenen Art vorsehen, um mittels
eines entsprechenden Lochstreifens die Bewegung dieses Schlittens 70 nach einem
gegebenen Programm zu steuern. Selbstverständlich müssen dann die Programme der
beiden zur Steuerung des Werkzeuges 71 verwendeten Lochstreifen genau aufeinander
abgestimmt sein. Es ist ohne weiteres möglich, Befehlsimpulse, die von dem einen
Lochstreifen ausgehen, zur Steuerung des anderen Lochstreifens zu verwenden, z.
B. zu dessen Weiterschaltung. Eine solche automatische Steuerung in zwei Koordinaten
wird speziell für Bohrwerke von Interesse sein.
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Es sei noch bemerkt, daß die Zähllöcher und die Befehlslöcher, die
in Fig.2 auf einer Zeile liegen, auch auf zwei gegeneinander versetzten Zeilen liegen
könnten, die Zähllöcher auf einer »Zählimpulszeile« und die Befehlslöcher auf einer
zugeordneten »Befehlsimpulszeile«. Die Zählimpulszeile . und die Befehlsimpulszeile
werden aber zweckmäßig zu einer einzigen Zeile miteinander ausgerichtet.
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Besonders zweckmäßig ist es, daß man beim Stanzen der Zähllöcher diese
Löcher ohne jegliche Umrechnung (etwa gemäß einer Verschlüsselung in Binär-Kode)
z. B. einfach auf Grund einer gewünschten Koordinate eines Punktes stanzen kann.
Letzteres wird dadurch möglich, daß infolge des Drehsinnschalters 12 und der diesbezüglichen
Ausbildung der Zähleinheit 2 Zählimpulse addiert oder subtrahiert werden können.
Dadurch wird nicht nur im Betriebe Zeit gespart, sondern können auch bei der Auslegung
der Zähleinheit 2 bei gleicher Genauigkeit weitere Drehschalter gespart werden gegenüber
einer Zähleinheit, die nur Plus-Zählimpulse verarbeiten würde.
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Es sei noch erwähnt, daß man an Stelle der Befehlsrelais R 1 bis R
14 oder an Stelle einiger dieser Relais auch Elektromagnete vorsehen kann, die nicht
elektrische, sondern mechanische Befehlsimpulse abgeben. Selbstverständlich ist
auch die Anzahl der Befehlsrelais oder -magnete keineswegs auf vierzehn beschränkt.