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Schließfachkälteanlage Eine Schließfachkälteanlage enthält Gefrierlagerräume
für Lebensmittel, in denen eine große Zahl nebeneinander oder übereinander angeordneter,
verschließbarer Kästen untergebracht ist, die an einzelne Kunden vermietet werden.
Die Kästen werden entweder unisoliert in einem beispielsweise auf -15° C gekühlten
oder isoliert in einem höchstens schwach gekühlten Raum aufgestellt. Die Anlagen
werden dementsprechend entweder als Kaltraum- oder als Warmraumanlagen bezeichnet.
Die Warmraumanlagen sind zwar kostspieliger, haben aber den Vorzug, daß der Kunde
keinen kalten Raum zu betreten braucht, um zu den Schließfächern zu gelangen. Es
ist auch eine Anordnung bekanntgeworden, die als Kaltraumanlage bezeichnet werden
kann, bei der aber isolierte Kästen von einem warmen Raum aus bedient werden können.
Die Kästen sind dabei als Schubladen in einem drehbaren, karussellartigen Gestell
untergebracht, das hinter einer Tür zum warmen Raum derart gedreht werden kann,
daß jeweils eine Reihe im Gestell übereinander befindlicher Kästen vom warmen Raum
aus zugänglich wird. Die Erfindung betrifft eine Kaltraumanlage mit einem solchen
Karussell.
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Nun sind für eine Kaltraumanlage noch einige Nebenräume erforderlich
oder doch zumindest erwünscht: a) Ein Empfangs- und Zubereitungsraum, der höchstens
schwach gekühlt wird. Hier wird z. B. Fleisch zerkleinert, die Ware sortiert und
verpackt.
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b) Ein Vorkühlraum, dessen Temperatur nahe oberhalb 0" C gehalten
wird. In diesem Raum wird die zu gefrierende Ware vorgekühlt oder nur kurzfristig
lagernde Ware aufbewahrt.
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c) Ein Gefrierraum, in dem eine Temperatur von etwa -25° C aufrechterhalten
wird. In diesem Raum wird die in den Schließfächern aufzubewahrende Ware in 3 bis
6 Stunden - je nach ihrer Größe - auf etwa die in den Schließfächern herrschende
Temperatur gekühlt.
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d) Ein Kaltlagerraum, dessen Temperatur bei etwa -18°C gehalten wird.
Hier befinden sich die unisolierten Schließfächer, in denen die durchgefrorenen
Lebensmittel oft viele Wochen lang aufbewahrt werden. In diesem Raum sollte auch
noch Platz. zum Abstellen von Behältern, z. B. Kisten mit Lebensmitteln, vorhanden
sein.
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e) Ein Maschinenraum, der die Kälteanlage mit Ausnahme der Verdampfer
aufnimmt.
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Nächst dem Kaltlagerraum ist der Gefrierraum der wichtigste Raum.
Fast alle in gefrorenem Zustande zu lagernden Lebensmittel, insbesondere Fleisch,
enthalten sehr viel Wasser. Würden sie unvollständig abgekühlt oder gar warm zu
bereits gefrorenen Lebensmitteln in die Schließfächer gepackt, so würde die bereits
gefrorene Ware mit Feuchtigkeit beschlagen. Fleisch beispielsweise würde schmierig
werden, seine Farbe und seinen frischen Geruch verlieren. Die in den Schließfächern
hervorgerufenen Temperaturschwankungen würden überdies die mögliche Lagerdauer herabsetzen.
Aus dem Gefrierraum müssen die auf etwa --20° C abgekühlten gefrorenen Lebensmittel
in die Schließfächer geschafft werden.
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In den bekannten Kaltraumanlagen mit raumfest angeordneten Schließfächern
kann die gefrorene Ware zwar umgelagert werden, ohne mit warmer feuchter Luft in
Berührung- zu kommen, falls der Gefrierraum und der Kaltlageiraum durch eine Tür
gegenseitig zugänglich sind. Indessen muß sich der Kunde beim Umlagern in dem kalten
Lager- und dem noch kälteren Gefrierraum aufhalten; er muß sich entsprechend kleiden
und vor Erkältung in Acht nehmen. In den bekannten Warmraumanlagen kann der Kunde
die gefrorenen Lebensmittel wohl bei etwa Umgebungstemperatur umlagern; aber während
des Umlagerns schlägt sich äußerst unerwünschte Feuchtigkeit auf den kalten Waren
nieder. Die isolierten Türen des Gefrierraumes und der Schließfächer müssen nach
dem Öffnen sogleich wieder geschlossen werden, damit nicht die dort liegenden Lebensmittel
beschlagen können und Kälteverluste vermieden werden. Auch sind die durchschnittlichen
Entfernungen zwischen dem Gefrierraum und den ortsfesten Schließfächern verhältnismäßig
groß, ein Nachteil, der den in anderer Hinsicht geschätzten Warmraumanlagen zwangläufig
anhaftet.
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Die geschilderten Nachteile der bekannten Kalt-und Warmraumanlagen
mit Gefrierraum lassen sich nun nach der Erfindung in überraschend einfacher
Weise
beseitigen, wenn in einer Kaltraumanlage mit einem Schließfachkarussell das Karussell
unmittelbar neben dem Gefrierraum so angeordnet wird, daß die Schließfächer im Karussell
und der Gefrierraum von einem Arbeitsplatz im Zubereitungsraum aus bedient werden
können. Demnach ist die Schließfachkälteanlage mit einem höchstens schwach gekühlten
Zubereitungsraum, einem Vorkühlraum, einem Gefrierraum und einem Kaltlagerraum mit
darin befindlichen Schließfächern dadurch gekennzeichnet, daß der Zubereitungsraum
und der. auch den Gefrierraum einschliessende Kaltlagerraum einerseits, der Vorkühlraum
und ein Maschinenraum andererseits als diagonal gegenüberliegende, etwa eine quadratische
Gesamtgrundfläche ergebende Eckräume angeordnet sind, daß vom Zubereitungsraum die
in an sich bekannter Weise im Kaltlagerraum in einem drehbaren karussellartigen
Gestell untergebrachtenSchließfächer, der Gefrierraum und der Vorkühlraum durch
Türen zugänglich sind und daß die Ebene der Tür zum Kaltlagerraum unter einem stumpfen
Winkel zu der Ebene der unmittelbar benachbart angeordneten Tür zum Gefrierraum
und zur Ebene der Tür zum Vorkühlraum steht. Da jedes Schließfach hinter die Tür
zum Zubereitungsraum gefahren werden kann, braucht die im Gefrierraum abgekühlte
Ware beim Umlagern nur für einen Augenblick der hohen Temperatur im Zubereitungsraum
ausgesetzt zu werden. Der Kunde kann sich immer im angenehm temperierten Zubereitungsraum
aufhalten. Hinzu kommt der einer Karussellanordnung eigene Vorteil guter Raumausnutzung
bei kleiner Oberfläche. Der Kaltlagerraum kann an sich schon kleiner sein als bei
einer Kaltraumanlage mit ortsfesten, reihenweise angeordneten Schließfächern, da
Gänge zwischen Schließfachreihen fortfallen.
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Da das Verhältnis von Oberfläche zu Inhalt für jede Kühlanlage so
klein wie möglich sein sollte, ist die Schließfachkälteanlage in einem Gebäude mit
etwa quadratischer Grundfläche am zweckmäßigsten untergebracht, wobei der Raum in
diesem Gebäude, in dem zwei einander diagonal gegenüberliegende Eckräume als Zubereitungs-
bzw. Kaltlager- nebst Gefrierraum und die beiden anderen Eckräume als Vorkühl- bzw.
Maschinenraum dienen, besonders günstig ausgenutzt ist. Die gekühlten Räume grenzen
dann unmittelbar aneinander, was kältetechnisch vorteilhaft ist. Die benachbarten
Türen mit ihren unter einem stumpfen Winkel angeordneten Türebenen ergeben eine
ausgezeichnete Hantierbarkeit.
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Jedes Schließfach im Karussell enthält einen schubladenartig herausziehbaren
Korb, der, eingeschoben durch eine Schürze, z. B. aus Gummituch, verdeckt ist, die
im Rahmen der Tür zwischen dem Zubereitungs- und dem Kaltlagerraum befestigt ist.
Die Zahl dieser Schürzen ist ebenso groß wie die Zahl der in einem Segment des Karussells
übereinander angeordneten Schließfächer. Auf diese Weise wird warme, feuchte Raumluft
von den Vorderseiten der kalten Schließfächer ferngehalten, die oberhalb und unterhalb
eines geöffneten Schließfaches liegen. Wird jede Schürze nicht unmittelbar im Türrahmen
selbst angebracht, sondern an einen Klapprahmen gehängt, der im Türrahmen befestigt
ist und der, heruntergeklappt, den in gleicher Höhe liegenden Schließfachkorb in
herausgezogenem Zustand stützt, so ist die Schürze beim Beschicken der Körbe nicht
hinderlich; gleichzeitig wird erreicht, daß die Körbe weiter aus den Schließfächern
herausgezogen werden können, ohne herauszufallen.
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Die Schließfachkälteanlage nach der Erfindung sei an Hand der Figuren
erläutert.
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Fig. 1 zeigt den Grundriß eines Hauses mit den einzelnen, zur Anlage
gehörenden Räumen; in Fig. 2 ist eine offenstehende Tür mit einer Anzahl übereinanderliegender
Schließfächer zu erkennen, von denen eines geöffnet ist.
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In beiden Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Ziffern bezeichnet.
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Gemäß Fig. 1 enthält das Gebäude mit etwa quadratischer Grundfläche
einen Empfangs- und Zubereitungsraum a, in dem nahezu die Temperatur außerhalb des
Hauses herrscht, ferner einen Vorkühlraum b mit einer Temperatur von etwa -h 2°
C, weiter einen Gefrierraum c, in. dem etwa -25° C aufrechterhalten werden, schließlich
einen Kaltlagerraum d, dessen Temperatur auf etwa -18° C eingestellt wird, und endlich
einen Maschinenraum e. Die Räume a und d bzw. b und e liegen
sich diametral gegenüber. Der Vorkühlraum b, der Gefrierraum c und der Kaltlagerraum
d sind allseits von Isolationsmaterial 1 umgeben. Im Kaltlagerraum d befindet sich
ein drehbares, karussellartiges Gestell 2 mit verschließbaren Fächern, die schubladenartig
herausziehbare Körbe für die Lagerware aufnehmen. Die Körbe 3 sind durch die isolierte
Tür 4 vom Zubereitungsraum a aus bedienbar. Unmittelbar neben dieser Tür 4 befindet
sich die isolierte Tür 5 vom Zubereitungsraum a zum Gefrierraum c, durch welche
die Gefrierschubladen 6 zugänglich sind. Im Gefrierraum c vorgekühlte Waren können,
ohne daß der Kunde seinen Platz verläßt, also in kürzester Zeit in jedes Schließfach
umgelagert werden; die Waren können weder warm werden, noch kann Feuchtigkeit auf
ihnen kondensieren. Der Gefrierraum c ist über eine weitere isolierte Tür 7 mit
dem Lagerraum d verbunden, in dem noch Platz für außerhalb der Schließfächer, z.
B. in Kisten zu lagernde Lebensmittel vorhanden ist. Der Lagerraum d wird durch
bewegte Luft mittels eines nicht gezeichneten Verdampfers gekühlt. Die Kaltluft
hat durch die Wände der Körbe 3 zu der gelagerten Ware Zutritt. Diese Art der Kühlung
ist vorteilhafter als die Kühlung mittels plattenförmiger Verdampfer, auf denen
die Ware ruht. Denn ein einzelner, nicht mit Lebensmitteln belegter Verdampfer läßt
sich leichter abtauen.
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Die in Fig. 2 dargestellte isolierte Tür 4 gestattet, jeweils
zu einer Reihe übereinanderliegender, im Karussell befindlicher Schließfächer zu
gelangen. Ein Korb 3 ist herausgezogen und ruht teilweise auf dem heruntergeklappten
Klapprahmen 8, der im Türrahmen 9 befestigt ist; der Korb wird dadurch gestützt.
Die an den Klapprahmen 8 befestigten Schürzen 10 schirmen die Vorderseiten der ungeöffneten
Schließfächer gegen feuchte, warme Luft aus dem Zubereitungsraum a ab.
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Das Karussell 2 wird durch einen nicht dargestellten Motor über ein
Getriebe gedreht. Nicht dargestellte Leuchtziffern neben der Tür lassen erkennen,
welche Schließfächer jeweils hinter die Türöffnung bewegt worden sind.