DE1112506B - Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal- oder Isophthalsaeure bzw. deren Gemische - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal- oder Isophthalsaeure bzw. deren GemischeInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C51/00—Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
- C07C51/41—Preparation of salts of carboxylic acids
- C07C51/416—Henkel reaction and related reactions, i.e. rearrangement of carboxylate salt groups linked to six-membered aromatic rings, in the absence or in the presence of CO or CO2, (e.g. preparation of terepholates from benzoates); no additional classification for the subsequent hydrolysis of the salt groups has to be given
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Description
Terephthalsäure ist ein begehrter Grundrohstoff für die Herstellung von wertvollen Polyesterfasern, weshalb
ihre Produktion ständig zunimmt. Die Terephthalsäure bzw. ihre Methylester können auf verschiedenen
Wegen hergestellt werden, wovon die S Oxydation des p-Xylols in der flüssigen Phase und
die Isomerisierung von Kaliumphthalat technisch durchgeführt werden. Die Isomerisierung von Alkalisalzen
aromatischer o-Dicarbonsäuren zu den p-Derivaten ist bereits bekannt. Jedoch ist diese Methode
zur Herstellung von Terephthalsäure wegen der erheblichen technischen Schwierigkeiten erst seit geraumer
Zeit industriell verwirklicht worden.
Die thermische Umlagerung verläuft nämlich mit größerer Geschwindigkeit nur oberhalb des Schmelzpunktes
von Kaliumphthalat, wobei festes Kaliumterephthalat entsteht, das eine unbefriedigende Wärmeleitfähigkeit
aufweist und so ein rasches Durchwärmen der Reaktionsmasse erschwert. Wenn man in einer dickeren Schicht arbeitet, so ist eine längere
Erhitzungsdauer sowie ein größerer Temperaturabfall im Reaktionsgemisch zum vollständigen Abreagieren
der Ausgangsstoffe notwendig. Das hat aber eine erhebliche thermische Zersetzung des Reaktionsgemisches
und eine Herabsetzung der Ausbeute des Endproduktes zur Folge. Deshalb muß man die Reaktion
in diesen Fällen unter dem Druck von Kohlendioxyd durchführen. Bei diesem Verfahren backen
außerdem die Stoffe meist fest zusammen, so daß ihre Entfernung aus dem Reaktionsgefäß Schwierigkeiten
bereitet.
Diese Schwierigkeit suchte man dadurch zu beseitigen, daß Dikaliumphthalat innerhalb eines Druckbehälters
in einem Wirbelbett erhitzt wird, das von einem beträchtlichen Teil des den Behälter ausfüllenden
Dikaliumterephthalats gebildet und durch tangential in die Füllung eingeleitete Ströme von vorerhitztem
Kohlendioxyd in Wirbelbewegung gehalten wird. In dieses Wirbelbett wird mittels einer Schnecke aus
einem Vorratsbehälter langsam das gut vorgetrocknete Dikaliumphthalat, dem in geringer Menge ein
Katalysator zugemischt ist, eingeführt. Das zur Bildung des Wirbelbettes verwendete Dikaliumterephthalat
ist während des ganzen Prozesses in einer viel größeren Menge vorhanden als das eingeleitete
Dikaliumphthalat. Aus diesem Grunde muß der Druckbehälter verhältnismäßig große Abmessungen
besitzen. Außerdem sind beträchtliche Kräfte erforderlich, um das Dikaliumterephthalat durch die Kohlendioxydströme
in Wirbelbewegung zu erhalten. Das in die Füllung des Druckbehälters mit Dikaliumterephthalat
eingeleitete Kohlendioxyd entweicht aus Verfahren zur Herstellung
von Kaliumterephthalat durch thermische
Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal-
oder Isophthalsäure bzw. deren Gemische
Anmelder:
Jaroslav Beranek,
Drahomir Sokol, Pardubice,
Dr.-Ing. Josef Ratusky und Frantisek Sorm,
Prag (Tschechoslowakei)
Vertreter: Dipl.-Ing. A. Spreer, Patentanwalt,
Göttingen, Groner Str. 37
Göttingen, Groner Str. 37
Jaroslav Beranek, Drahomir Sokol, Pardubice,
Dr.-Ing. Josef Ratusky und Frantisek Sorm,
Dr.-Ing. Josef Ratusky und Frantisek Sorm,
Prag (Tschechoslowakei),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
der Füllung nach oben und wird nach neuer Erwärmung wieder in die Füllung zurückgeführt, es bewegt
sich also dauernd im Kreislauf.
Es wurde nun gefunden, daß man bei Vermeidung der geschilderten Nachteile Dikaliumterephthalat in
erheblich verbesserter Raumzeit-Ausbeute erhält, wenn man die pulverförmigen Kaliumsalze derPhthal-
oder Isophthalsäure bzw. deren Gemische mit Hilfe eines Kohlendioxydstroms, der eine Temperatur
unterhalb des Schmelzpunktes des Kaliumphthalats aufweist, durch tangentiale Zuleitungen in ein als Zyklon
ausgebildetes Reaktionsgefäß einführt, in das gleichzeitig auf 500 bis 800° C erhitztes Kohlendioxyd
durch andere tangentiale Zuleitungen einströmt. Dadurch wird die Isomerisierung vollendet,
bevor die Teilchen in Berührung mit den Wanden des Reaktionsgefäßes kommen.
Man kann die Temperatur durch Abänderung der Zufuhrgeschwindigkeit des Kohlendioxyds im ersten
und zweiten Zuleitungssystem steuern, um eine Temperatur von 400 bis 600° C im Reaktionsraum zu erreichen.
Die Form des Reaktionsgefäßes ist so gewählt worden, daß die Kaliumphthalatteilchen im
Gasstrom völlig abreagieren, bevor sie zu den Wän-
109 677/220
den des Reaktionsgefäßes kommen. In diesem Fall ist die Verweilzeit der Teilchen kürzer als 5 Sekunden.
Es ist experimentell bewiesen worden, daß die erwähnte Reaktionsdauer zum quantitativen Abreagieren
der Ausgangsstoffe völlig genügend ist, und zwar infolge der hohen Reaktionstemperatur und der
kleinen Dimension der Teilchen. Deshalb ist es möglich, auch unter normalem Druck des Kohlendioxyds
zu arbeiten, d. h., die Vorrichtung ist verhältnismäßig einfach. Man kann das pulverförmige Reaktionsprodukt
aus dem Reaktionsgefäß durch eine besondere tangentiale Ableitung in ein Vorratsgefäß fürKaliumterephthalats
führen, wobei das Kohlendioxyd durch eine andere tangentiale Leitung zur Pumpe und zu
einem Wärmeaustauscher fortgeleitet wird. Ebenso ist es möglich, die Trennung der Kaliumterephthalatteilchen
vom Kohlendioxydstrom erst in einem oder mehreren dem Reaktionsgefäß nachgeschalteten
Trennzyklonen durchzuführen.
Wenn Kaliumphthalatteilchen verschiedener Größe eingesetzt werden, so bewegen sich die Teilchen in
der Richtung zu den Wänden mit verschiedenen Geschwindigkeiten, wobei die größten Teilchen am
schnellsten getrieben werden.
Deshalb kann es auch geschehen, daß die größten Teilchen im Gasstrom nicht völlig abreagieren
können. Wäre nun die Menge solcher Teilchen erheblich, so könnte es zu ihrem Ankleben an die
Wände des Reaktionsgefäßes kommen. Diesen Nachteil kann man beseitigen, wenn man die Teilchen entweder
auf eine bewegliche Schicht von Kaliumterephthalatteilchen oder den Katalysator bzw. von einem
Gemisch der beiden, welche an den Wänden des Reaktionsgefäßes umlaufen, auftreffen läßt.
Wenn man die Form des Reaktionsgefäßes entsprechend wählt, ist es möglich, die Bildung einer
solchen Schicht aus den Partikeln des Reaktionsproduktes und des anwesenden Katalysators zu erzwingen.
Dasselbe Resultat kann man dadurch erzielen, daß man entweder von Kaliumterephthalat
oder vom benutzten Katalysator Teilchen oder ein Gemisch beider in den Reaktionsraum einführt, so
daß sie die Wände früher erreichen als die Kaliumphthalatteilchen.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Kaliumterephthalat besteht insbesondere
darin, daß die Verweilzeit aller Teilchen in der Reaktionszone bei einer homogenen Temperaturverteilung
gleich und sehr kurz ist. Deswegen kann man höhere Reaktionstemperaturen anwenden, wodurch
der Ablauf der Umsetzung beschleunigt wird. Weil sehr beträchtliche Durchsatzgeschwindigkeiten möglich
sind, so ist die Leistung der Vorrichtung erheblich und die Herstellung des Kaliumterephthalats in
kontinuierlicher Weise möglich.
In ein als Zyklon ausgebildetes, 0,5 m3 fassendes Reaktionsgefäß führt man durch tangentiale Zuleitungen
ein Gemisch aus 750 ms/Stunde Kohlendioxyd, das auf eine Temperatur von 450° C vorgewärmt
wurde, und 1250 kg/Stunde pulverisiertes Kaliumphthalat einer Teilchengröße weniger als 1 mm sowie
37,5 kg Katalysator ein, so daß das eintretende Reaktionsgemisch eine Temperatur unterhalb des
Schmelzpunktes des Kaliumphthalats hat. Durch andere tangentiale Zuleitungen strömen 4000 m3/Stunde
Kohlendioxyd von 700° C ein.
Das entstehende Kaliumterephthalat wird in Trennzyklonen abgeschieden, während das Kohlendioxyd
mit einer Pumpe über einen Wärmeaustauscher wieder in den Reaktionsraum zurückgeführt wird. Man
erhält auf diese Weise 1230 kg 88°/oiges Kaliumterephthalat je Stunde, das anschließend in bekannter
Weise zu Terephthalsäure aufgearbeitet werden kann.
Die Umlagerung des Kaliumphthalats wird auf ähnliche Weise und in gleichen Mengenverhältnissen
wie im Beispiel 1 durchgeführt, nur mit dem Unterschied, daß das als Zyklon ausgebildete Reaktionsgefäß zur unmittelbaren Trennung des Kaliumterephthalats
vom Kohlendioxyd im Reaktionsraum eingerichtet ist. Man gewinnt so 1190 kg 90%>iges
Kaliumterephthalat je Stunde.
Man führt die Umlagerung auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1 und 2 durch, nur verwendet man
Kaliumisophthalat an Stelle des Kaliumphthalats. Man erhält in diesem Fall 1220 kg bzw. 1180 kg
88%iges Kaliumterephthalat je Stunde, je nachdem, ob nach Beispiel 1 oder Beispiel 2 gearbeitet wird.
Die Reaktion wird auf dieselbe Weise wie in den vorhergehenden Beispielen durchgeführt, nur geht
man von einem Gemisch aus Kaliumphthalat, Kaliumisophthalat und Kaliumterephthalat im Verhältnis
20:60:20 aus. In diesem Fall erhält man je
Stunde 1190 kg 86«/oiges Kaliumterephthalat.
Die Umlagerung von Kaliumphthalat wird unter denselben Bedingungen wie im Beispiel 1 durchgeführt,
nur leitet man durch das zweite System tangentialer Zuleitungen gleichzeitig mit dem Kohlendioxydstrom
2600 kg/Stunde pulverförmiges Kaliumterephthalat zusammen mit 100 kg/Stunde Katalysator
ein. Das Kaliumterephthalat wird unmittelbar im Reaktionsraum vom Kohlendioxydstrom getrennt. Man
gewinnt in diesem Fall 1190 kg 89°/oiges Kaliumterephthalat
je Stunde, berechnet auf umgesetztes Dikaliumphthalat.
Die oben angegebenen 2600 kg/Stunde pulverförmiges Kaliumterephthalat befinden sich stets im
Kreislauf.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze
der Phthal- oder Isophthalsäure bzw. deren Gemische, dadurch gekennzeichnet, daß
man die pulverförmigen Salze mit Hilfe eines Kohlendioxydstroms durch tangentiale Zuleitungen
in ein als Zyklon ausgebildetes Reaktionsgefäß einführt, in das gleichzeitig auf 500 bis 8000C
erhitzte Kohlendioxyd durch andere tangentiale Zuleitungen einströmt, das pulverförmige Reaktionsprodukt
mit dem Kohlendioxydstrom aus der Reaktionsvorrichtung ableitet und entweder teilweise innerhalb der Vorrichtung oder in einer
nachgeschalteten Vorrichtung davon trennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man mit Hilfe des Kohlendioxydstroms
in das Reaktionsgefäß pulverförmi-
5 6
ges Kaliumterephthalat oder Katalysatorteilchen ausgebildeten Reaktionsgefäß unmittelbar vom
bzw. ein Gemisch der beiden einbringt. Kohlendioxydstrom trennt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß man 85 bis 95% des pulver- In Betracht gezogene Druckschriften:
fönnigen Reaktionsproduktes in dem als Zyklon 5 Deutsche Patentschrift Nr. 1028 577.
© 109 677/220 8.61
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB54616A DE1112506B (de) | 1959-08-29 | 1959-08-29 | Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal- oder Isophthalsaeure bzw. deren Gemische |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEB54616A DE1112506B (de) | 1959-08-29 | 1959-08-29 | Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal- oder Isophthalsaeure bzw. deren Gemische |
| FR807257A FR1238638A (fr) | 1959-10-12 | 1959-10-12 | Procédé pour la préparation de téréphtalate de potassium par isomérisation catalytique |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1112506B true DE1112506B (de) | 1961-08-10 |
Family
ID=25965467
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEB54616A Pending DE1112506B (de) | 1959-08-29 | 1959-08-29 | Verfahren zur Herstellung von Kaliumterephthalat durch thermische Umlagerung der Dikaliumsalze der Phthal- oder Isophthalsaeure bzw. deren Gemische |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1112506B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1234302B (de) * | 1963-10-31 | 1967-02-16 | Siemens Ag | Schutzschaltung gegen elektromagnetische Einstreuungen, insbesondere fuer das Sicherheitssystem von Atomreaktoren |
| DE2754239A1 (de) * | 1976-12-09 | 1978-06-15 | Rhone Poulenc Ind | Verfahren zur kontinuierlichen umlagerung von alkalisalzen aromatischer carbonsaeuren |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1028577B (de) * | 1956-01-17 | 1958-04-24 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von cyclischen, sauer reagierenden Verbindungen, die zwei salzbildende Gruppen tragen, von denen mindestens eine eine Carboxylgruppe ist |
-
1959
- 1959-08-29 DE DEB54616A patent/DE1112506B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1028577B (de) * | 1956-01-17 | 1958-04-24 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von cyclischen, sauer reagierenden Verbindungen, die zwei salzbildende Gruppen tragen, von denen mindestens eine eine Carboxylgruppe ist |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1234302B (de) * | 1963-10-31 | 1967-02-16 | Siemens Ag | Schutzschaltung gegen elektromagnetische Einstreuungen, insbesondere fuer das Sicherheitssystem von Atomreaktoren |
| DE2754239A1 (de) * | 1976-12-09 | 1978-06-15 | Rhone Poulenc Ind | Verfahren zur kontinuierlichen umlagerung von alkalisalzen aromatischer carbonsaeuren |
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