-
Verfahren zur Herstellung von halogenierten Carbaniliden Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Herstellung von halogenierten Carbaniliden der allgemeinen
Formel
in welcher R einen halogenierten benzolischen Kohlenwasserstoffrest bedeutet, dessen
Orthostellungen unsubstituiert sind, und X' und X" gleich oder verschieden sind
und Chlor oder Brom darstellen. Beispiele von R sind: 3 - Chlorphenyl, 4 - Chlorphenyl,
3 - Bromphenyl, 4-Bromphenyl, 3,4-Dichlorphenyl, 3,4,5-Trichlorphenyl, 3,4,5-Tribromphenyl,
3-Chlor-4-methylphenyl, 4-Chlor-3-methylphenyl, 3,5-Dichlor4-methylphenyl, 4-Chlor-3,5-dimethylphenyl,
3-Chlor-4-äthylphenyl, 3-Chlor-4-isopropylphenyl, 3-Chlor-4-n-butylphenyl, 3-Chlor-4-tert.-butylphenyl,
die verschiedenen Chlorbiphenylyle, wie 3-Chlor-4-biphenylyl und 3-Chlor-4-(4-chlorphenyl)
-phenyl od. dgl. R kann ein mono- oder polyhalogenierter benzolischer, in den oStellungen
unsubstituierter Kohlenwasserstoffrest sein, welcher vorzugsweise nicht mehr als
drei Halogensubstituenten enthält, die gleich oder verschieden sein können. Die
neuen Verbindungen, bei denen R ein halogenierter benzolischer Kohlenwasserstoffrest
ist, der frei von Orthosubstituenten ist (d. h. bei dem die 2- und 6-Stellungen
unsubstituiert sind), haben wertvolle Eigenschaften als Bakteriostatica.
-
Die neuen Verbindungen werden erfindungsgemäß dadurch erhalten, daß
man ein dihalogeniertes Anilin der Strukturformel X' - - N H2 X" -. mit einem Isocyanat
der Formel R N C 0 O oder daß man ein dihalogeniertes Isocyanat der Strukturformel
X' .-N = C = O X"-mit einem Amin der Formel ROH2, wobei X', X" und R die vorstehend
angegebene Bedeutung haben, in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels umsetzt. Als
inerte Lösungsmittel können dabei Diäthyläther, Diisopropyläther, Methylbutyläther,
die flüssigen Alkane od. dgl. verwendet werden. Die bei der Herstellung der neuen
Verbindungen angewendeten Reaktionstemperaturen hängen von den besonderen Reaktionspartnern
ab und liegen im allgemeinen zwischen Raumtemperatur und der Rückflußtemperatur
des Systems.
-
Die gemäß der Erfindung erhaltenen neuen Verbindungen besitzen wertvolle
Eigenschaften als bakteriostatische Mittel.
-
Die Erfindung wird nachstehend an Hand einiger Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
-
Beispiel 1 In ein Reaktionsgefäß, das mit einem Thermometer, einem
Rührwerk und einem Rückflußkühler ausgestattet war und 8,1 Gewichtsteile 3,4-Dichloranilin
in annähernd 57 Gewichtsteilen Diäthyläther enthielt, wurde tropfenweise eine Lösung
von 7,7 Gewichtsteilen (= äquimolare Menge) 4-Chlorphenylisocyanat in annähernd
15 Gewichtsteilen Diäthyläther mit einer solchen Geschwindigkeit zugesetzt, daß
ein schwacher Rückfluß aufrechterhalten wurde. Nach Vollendung des Isocyanatzusatzes
wurde die Reaktionsmasse 1 Stunde lang gerührt. Die Masse wurde filtriert und der
Rückstand mit Diäthyläther gewaschen. Das getrocknete Produkt bestand aus einem
weißen flockigen Feststoff, der nach Umkristallisation aus Äthanol feine weiße Plättchen
von 4,3',4'-Trichlorcarbanilid, F. = 255,2 bis 256,0° C (88 O/c Ausbeute), ergab.
-
Bei Ausführung der vorstehenden Verfahrensweise, wobei jedoch das
3,4-Dichloranilin durch 3,4-Dibrom-
anilin ersetzt wurde, wurde
4-Chlor-3' ,4'-dibrom-carbanilid, F. = 208,5 bis 209° C, erhalten.
-
Beispiel 2 In ein Reaktionsgefäß wurden 8,1 Gewichtsteile 3,4-Dichloranilin,
annähernd 72 Gewichtsteile Diäthyläther und annähernd 7,7 Gewichtsteile 3-Chlorphenylisocyanat
eingebracht und während ungefähr 1 Stunde bei Raumtemperatur innig gemischt. Die
Masse wurde filtriert und der Rückstand mit Diäthyläther gewaschen. Das getrocknete
Produkt war ein weißer Feststoff, der nach Umkristallisation aus Äthanol weiße Nadeln
von 3,3',4'-Trichlor-carbanilid, F. = 210,7 bis 211,3° C (92 0/o Ausbeute), ergab.
-
Bei Ausführung der vorstehenden Verfahrensweise, wobei jedoch das
3,4-Dichloranilin durch 3-Chlor-4-bromanilin ersetzt wurde, wurde 3,3'-Dichlor4'-brom-carb
anilid erhalten.
-
Beispiel 3 In ein Reaktionsgefäß wurden 4,3 Gewichtsteile 3,4-Dichloranilin,
annähernd 72 Gewichtsteile Diäthyläther und annähernd 5 Gewichtsteile 3 ,4-Dichlorphenyl-isocyanat
eingebracht und während ungefähr 1 Stunde bei Raumtemperatur innig gemischt. Die
Masse wurde filtriert und der Rückstand mit Diäthyläther ausgewaschen. Das getrocknete
Produkt bestand aus einem weißen Feststoff, der nach Umkristallisation aus Äthanol
weiße Körner von 3,4,3',4'-Tetrachlorcarbanilid, F. = 281 bis 282° C (100 01o Ausbeute),
ergab.
-
Beispiel 4 In ein Reaktionsgefäß wurden 5,3 Gewichtsteile 3,4,5-Trichloranilin,
annähernd 72 Gewichtsteile Diäthyläther und annähernd 5 Gewichtsteile 3,4Dichlorphenylisocyanat
eingebracht und während ungefähr 2 Stunden bei 35° C innig gemischt. Die Masse wurde
filtriert und der Rückstand mit Diäthyläther ausgewaschen. Das getrocknete Produkt
war ein weißer Feststoff, der nach Umkristallisation aus Äthanol weiße Nadeln von
3,4,3',4',5'-Pentachlor-carbanilid, F. = 308 bis 3090 C (90,10/, Ausbeute), ergab.
-
Die Verbindungen gemäß der Erfindung von der allgemeinen Formel
in der R ein monochloriertes benzolisches Kohlenwasserstoffradikal, das frei von
Orthosubstituenten ist, darstellt, haben, wie gefunden wurde, außerordentlich gute
bakteriostatische Eigenschaften.
-
Zur Veranschaulichung dieser Eigenschaften wurden Lösungen von 3,3'
,4'-Trichlorcarbanilid und 4,3',4'-Tri chlorcarbanilid mit Lösungen von 4,4'-Dichlorcarbanilid,
4,2',4'-Trichlorcarbanilid (F. = 253,0 bis 253,80 C) und 2,4,2',4'-Tetrachlorcarbanilid
(F. = 261 bis 263° C) ver
glichen. Die Lösungen wurden zu einem Sabourardschen Dextrose-Agaragar-Medium
jeweils in solchen Mengen zugesetzt, daß Konzentrationen von 10 bzw. 1 und 0,1 Teilen
der entsprechenden Verbindung je Million Teile Agaragar erhalten wurden. Das Agaragar
wurde dann in jedem Falle in eine Petrischale gegossen, härten gelassen und dann
mit einer Standardkultur von Micrococcus Pyogenes var. aureus von normaler Resistenz
geimpft. Die Inkubation wurde in jedem Falle gleichzeitig bei 37° C während 48 Stunden
ausgeführt. Das Ausmaß des Wachstums ist aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich.
| sonzentration |
| Teile,íMillion |
| 10 1 1 0,1 |
| 4,4'-Dichlorcarbanilid . . . . stark stark stark |
| 3,3',4'-Trichlorcarbanilid . . kein kein kein |
| 4,3',4'-Tricblorcarbanilid . . kein kein kein |
| 4,2',4'-Trichlorcarbanilid . . stark stark stark |
| 2,4,2',4'-Tetrachlor- |
| carbanilid ........ . stark stark stark |