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Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Verpackungsfolie, die eine hinreichend hohe Durchlässigkeit
für Rauchbestandteile
und/oder Wasserdampf aufweist, um die Möglichkeit einer wirksamen Räucherung und/oder
Trocknung von darin verpackten Nahrungsmitteln zu bieten, die geräuchert und/oder
getrocknet werden müssen,
insbesondere von geräucherten
Käsen,
geräucherten
Würsten,
geräucherten
Rohwürsten
und luftgetrockneten Würsten,
Trockenfleisch- und Fischnahrungsmitteln.
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Stand der Technik
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Natürliche Hüllen aus Tierdärmen, sowie
künstliche
Kollagen- und Zellulosehüllen,
die eine hohe Dampf- und Rauchdurchlässigkeit aufweisen, werden
traditionell als Hüllen
für geräucherte
Wursterzeugnisse verwendet. Natürliche
Därme sind
jedoch teuere und seltene Ware, und unterliegen außerdem bakteriellem Abbau.
Die Herstellung von künstlichen
Zellulose- und Kollagenhüllen
basiert auf wenig ergiebigen und mehrstufigen Lösungsverfahren, verbunden mit
der Verwendung von Giftstoffen wie Schwefelkohlenstoff und Formaldehyd
und großen
Mengen schädlicher
Flüssigabfälle. Dies
führt zu
einem relativ hohen Preis solcher Hüllen.
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Infolge der oben erwähnten Gründe ist
ein wünschenswertes
Ziel die Entwicklung von synthetischen Analoga der beschriebenen
Hüllen,
die durch hoch leistungsfähige
Extrusionsverfahren hergestellt werden könnten.
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Lineare aliphatische Polyamide oder
Mischungen davon mit anderen Polymeren wie z.B. einem Innenharz,
modifizierten Ethylenvinylacetatcopolymeren und/oder modifizierten
Polyolefinen sind in
EP 0 139
888 , veröffentlicht
am 08.05.85, als geeignete Polymermaterialien für die Herstellung von rauchdurchlässigen Hüllen beschrieben.
Darin sinkt die Glasübergangstemperatur
des Polymermaterials in Abhängigkeit
von der Absorption von Wasser. Unter den Bedingungen der "feuchten Räucherung" erhalten die Produkte
den richtigen Geruch und Geschmack. Diese Hüllen lassen Rauchbestandteile
leicht durch und besitzen hervorragende mechanische Eigenschaften
und eine niedrige Gasdurchlässigkeit.
Doch wegen der niedrigen Dampfdurchlässigkeit können sie nicht anstelle von
natürlichen
Därmen,
Kollagen- oder Zellulosehüllen verwendet
werden, und sind auf die Herstellung leicht unterschiedlicher, eher
feuchter Produkte ausgerichtet als die traditioneller geräucherter
Würste.
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Eine Hülle für geräucherte Nahrungsmittel, die
sich sowohl für
die Räucherung
als auch für
die Lagerung von Räucherprodukten
eignet, d.h. hohe Sperreigenschaften in Bezug auf Sauerstoff und
Dampf aufweist, ist im US Patent 5,084,310, veröffentlicht am 25.01.92, beschrieben.
Das Verpackungsmaterial enthält mindestens
eine Schicht aus einer Mischung von 5 bis 60 Gew.-% Polyvinylidenchlorid
(PVDC) und 95 bis 40 Gew.-% Polyamid. Um die Sperreigenschaften
der Folie für
Gas zu erhöhen,
wird PVDC in das räucherbare Polyamid
eingebracht. Ein Copolymer, das hauptsächlich aus Vinylidenchlorid
besteht, vorzugsweise aus einem Copolymer aus 65 bis 98 Gew.-% Vinylidenchlorid
und 2 bis 35 Gew.-% eines Monomers, das ein Copolymer mit dem Vinylidenchlorid
bilden kann, z.B. Vinylchlorid, (Meth)acrylsäure, Acrylonitril, wird als
PVDC verwendet. Ein Polyamid mit einem niedrigen Schmelzpunkt von
höchstens
210°C wird
als das mit PVDC zu mischende Polyamid verwendet. Trotzdem lässt diese
Hülle die
Rauchbestandteile nicht in einem ausreichenden Maß durch
und besitzt hohe Sperreigenschaften in Bezug auf Wasserdampf. Der
sensorische Test auf die Fähigkeit
der in dieser Hülle
zu räuchernden
Produkte zeigt, dass der Geruch und der Geschmack des geräucherten
Produkts ungefähr
auf dem Niveau einer Hülle
aus reinem Polyamid ist aber deutlich schlechter als im Fall einer
Zellulosehülle
ist.
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In US Patent 4,851,245, veröffentlicht
am 25.07.89, werden räucherbare
Folien aus einer Mischung von 50 bis 80% Polyamid (PA) mit einem
Schmelzpunkt von 120 bis 210°C
und 20 bis 50% eines Copolymers aus Ethylen und Vinylalkohol hergestellt.
Polyamid 6,66, Polyamid 612 oder eine Mischung daraus wird als Polyamid
beansprucht. Die Verpackungsfolie weist eine gute Rauchdurchlässigkeit
auf, die in diesem Patent aufgrund der Durchlässigkeit in Bezug auf Methanoldämpfe bewertet
ist, aber es war nicht Gegenstand dieser Erfindung die Wasserdurchlässigkeit
dieser Folie in Form einer schlauchförmigen Hülle zu verringern. Darüber hinaus
enthält
die Hülle
in einer Ausführungsform
der Erfindung eine wasserundurchlässige Schicht.
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Eine Folie für Räucherung und Lagerung ist in
EP 0 252 597 , veröffentlicht
am 13.01.88, offenbart. Diese Folie ist aus einer Polymermischung
in einer Menge von 80 bis 98 Gew.-% und Additiven in einer Menge von
2 bis 20 Gew.-% hergestellt, worin die Polymermischung ihrerseits
aus 30 bis 100 Gew.-% Polyamid und 0 bis 70 Gew.-% Polyolefinen
besteht. Das Additiv, das einen Weichmacher darstellt, ist kompatibel
mit den Polymerkomponenten, löst
sich in Wasser und/oder Öl
und befindet sich bei 70 bis 95°C
im flüssigen
Zustand, was ihm ermöglicht,
im Laufe des sequentiellen Erwärmens
auf der inneren und/oder der äußeren Oberfläche der
Folie auszuschwitzen, wonach die Folie dampf- und gasundurchlässig wird,
als wäre
sie aus demselben Polymermaterial, aber ohne Additive hergestellt.
Folgendes wird als Additiv verwendet:
aliphatische Alkohole,
Polyglykole, Polyalkoholester, Ester zweibasiger aliphatischer Säuren, Ester
polyvalenter Oxycarbonsäuren,
Ether aliphatischer Säuren
und Epoxyweichmacher. Die Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften,
die zum Reißen
der Folie während
des Einfüllens
der Wurst in die Hülle
führen
kann, gehört
zu den Nachteilen dieser stark weichgemachten Folie. Darüber hinaus
kann das vorzeitige Ausschwitzen des Weichmachers auf die äußere Oberfläche zu einer
Verschlechterung der Adhäsion
der Druckertinte führen,
und nach innen – die
Annahme eines Fremdgeschmacks durch das in der Folie verpackte Produkt
begünstigen.
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Der nächstliegende Stand der Technik
ist
EP 0 920 808 , veröffentlicht
am 09.06.99, das eine Folie offenbart, die für die Verpackung von gekochten,
verarbeiteten Fleischprodukten, wie z.B. Wurst und Schinken, verwendet
wird, und ebenso für
Käse, falls
er geräuchert
und einer Hitzebehandlung unterzogen wird. Die Folie ist entweder
aus Acetat-Propionat Zellulose oder einer Mischung daraus mit Polyamid
in einem Gewichtsverhältnis
des erstgenannten zum zweitgenannten von 5-90 : 95-5, bevorzugt
von 5-30 : 95-70 mit einer Dicke von 5 bis 90 μm hergestellt, wobei die erfindungsgemäßen Folien
eine Wasserdampfdurchlässigkeit
von 300–363
g/m
2 pro Tag aufweisen. Doch die in den
Beispielen beschriebenen Folien, die Polyamid als Hauptkomponente
enthalten, weisen eine Durchlässigkeit
von nicht mehr als 300 g/m
2 pro Tag auf.
Das Polyamid kann PA 6,66, PA 11, PA 12, PA 612 oder eine Mischung
daraus sein. Außerdem
kann die Folie als Additiv 0,1 – 10,0
Gew.-% Zellulosepulver enthalten, das ihre Räucherfähigkeit verbessert. Die Räucherung
erfolgt in Gegenwart von Wassers oder Wasserdampf. Die in den Bespielen
beschriebenen konkreten Folien weisen jedoch keine ausreichende
Wasserdampfdurchlässigkeit
auf, um einen wirksamen Feuchtigkeitsverlust zu sichern und die
erforderliche Konsistenz der Wurstware zu gewährleisten.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Das Ziel der vorliegenden Erfindung
ist es, eine betriebssichere, preiswerte synthetische Nahrungsmittelfolie
zu entwickeln, die eine ausreichend hohe Durchlässigkeit in Bezug auf Rauchbestandteile
und/oder auf Wasserdampf aufweist, um eine wirksame Räucherung
und/oder Trocknung des darin verpackten Produkts während der
Herstellung nach traditionellen Verfahren möglich zu machen.
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Ein anderes Ziel der vorliegenden
Erfindung ist es, eine synthetische Nahrungsmittelfolie zu entwickeln,
die Sperreigenschaften für
Sauerstoff besitzt, zumindest auf dem Niveau bei Verwendung der
Polyamidmatrix im Zustand niedriger Feuchtigkeit.
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Das nächste Ziel der vorliegenden
Erfindung ist es, eine synthetische Nahrungsmittelfolie zu entwickeln,
die gute mechanische Eigenschaften aufweist und Qualitäts-Räucherung
und/oder Trocknung möglich macht.
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Diese Ziele werden dadurch erreicht,
dass die Nahrungsmittelfolie eine Polyamidmatrix umfasst und eine
Komponente, die eine hohe Durchlässigkeit
in Bezug auf Rauchbestandteile und/oder die Wasserdampf gewährleistet,
wobei die vorher erwähnte
Komponente eine hydrophile Verbindung in einer Menge von 4,5 bis 50,0
Gew.-% ist, die in der Polyamidmatrix eine hochdisperse Phase mit
einem Domänenlängenmaß von 0,1 bis
3,0 μm in
der zur Folienebene senkrechten Richtung bildet, und die mit wenigstens
wenigstens 10 Gew.-% Wasser mischbar ist, wobei:
– es zweckmässig ist,
als Polyamidmatrix aliphatische Polyamide, Copolyamide oder Terpolyamide
zu verwenden;
– Polyamid
6 und/oder Copolyamid 6,66 und/oder Copolyamid 69 und/oder Copolyamid
612 und/oder Terpolyamid 6/66,9 und/oder Terpolyamid 6/66,12 als
Polymermatrix zu verwenden;
– Polymere, ausgewählt aus
Homopolymeren und/oder Copolymeren aus Vinylpyrrolidon, Vinylalkohol,
Alkyloxazolin, Polyacrylamid, Zelluloseäthern, Alkylenglykolen, Polyalkylenoxiden,
Acrylsäure,
Methacrylsäure,
Vinylalkoholäthern,
Vinylalkoholestern als hydrophile Verbindung zu verwenden; die besagten
Homopolymere und/oder Copolymere können wasserlöslich sein;
– als hydrophile
Verbindung wasserlösliche
niedermolekulare Stoffe zu verwenden;
– Stoffe, ausgewählt aus
anorganischen Salzen, Salzen mit einem organischen Anion und einem
anorganischen Kation, als wasserlösliche niedermolekulare Stoffe
zu verwenden;
– die
Folie zusätzlich
Weichmacher und/oder Farbstoffe und/oder Pigmente und/oder Antiblockierzusätze und/oder
technologische Zusätze
enthalten kann;
– die
Folie ungestreckt sein kann;
– die Folie einachsig gestreckt
sein kann;
– die
Folie zweiachsig gestreckt sein kann;
– die Polymerfolie in Form
einer nahtlosen Schlauchhülle
oder eines Pakets sein kann, wobei die der Polymerfolie gegebene
Form von den in die Folie zu füllenden
Nahrungsmitteln abhängig
ist. So ist es ist zweckmässig, bei
der Verpackung von Fisch oder Hartkäse, Pakete zu verwenden, und
im Fall der Herstellung verschiedener Arten von geräucherten
Würsten
oder Schmelzkäse-
eine Schlauchhülle.
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Detaillierte
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
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Während
der Arbeit an der vorliegenden Erfindung haben wir unerwartet einen
gewissen Zusammenhang zwischen der Verteilung des hydrophilen Additivs
in der Polymermatrix und der Fähigkeit
dieser Mischung, Wasserdampf und Rauchbestandteile durchzulassen,
entdeckt. Dieser Zusammenhang wird anhand der folgenden Beispiele
veranschaulicht. Es wurde festgestellt, dass wenn eine solche-Verbindung mit dem Hauptpolymer
physikalisch kompatibel ist, ebenso als ob sie darin eine grobe
Dispersion bildet (die Größe der Additivdomänen ist
vergleichbar mit der Dicke der Folie und beträgt 10 bis 40 μm), dann
keine wesentliche Steigerung der Dampf- und Rauchdurchlässigkeit
beobachtet wird. Unter Kompatibilität wird die Fähigkeit
von zwei und mehr Komponenten verstanden, ein flüssiges oder festes System auszubilden,
das auf molekularer Ebene homogen ist. Dieses Konzept schließt sowohl
die Quellfähigkeit
als auch die Löslichkeit
ein. Unter einer Domäne
wird ein kontinuierlicher Bereich einer (auf dem Mikroniveau) homogenen
Zusammensetzung verstanden. Im Gegensatz dazu, wenn die hydrophile
Verbindung eine hochdisperse Phase ausbildet, wird einer steiler
Anstieg dieser Parameter beobachtet.
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Offensichtlich hängt dieser Effekt mit dem Eindringen
der Domänen
der hydropilen Phase mit einer gewissen Größe in die kompakte Oberflächenschicht
der Polymerfolie zusammen, dessen Vorhandensein Fachleuten wohlbekannt
ist. Er ist klar auf den präsentierten
elektronischen Mikrofotografien zu erkennen in Form eines dunklen
Streifens mit einer Dicke von bis zu 3 μm. Die Erscheinung dieser Schicht
hängt gewöhnlich mit dem
Geschwindigkeitsgradienten der Strömung des Polymers während der
Düsen-
und der gerichteten Streckung zusammen, wodurch die Oberflächenschichten
der Folie stärker
gestreckt sind und eine höhere
Dichte und Kristallisation aufweisen. Im Fall von Polyamid ist diese
Schicht eine "Sperrschicht", da sie eine wesentlich niedrigere
Hydrophilie und folglich Wasserdurchlässigkeit aufweist, wodurch
die Wasserdurchlässigkeit
der gesamten Polyamidfolie bestimmt wird. Offenbar liegt es gerade
daran, dass in dem Fall, wenn die hydrophile Verbindung zu dem Polyamid
kompatibel ist und wenn die Größe der Phasendomänen des
Additivs die Dicke der "Sperr"schicht wesentlich überschreitet
und sie sich vollständig
außerhalb
der "Sperr"schicht befinden,
die "Strömung" des Polymermaterials
sich während
der Streckung um einen beträchtlichen
Größendefekt
herum biegt und in dem Fall keine wesentliche Änderung der Dampf- und Rauchdurchlässigkeit
der Folie beobachtet wird.
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Nur dann, wenn die Domäne der hydrophilen
Phase ein Größe aufweist,
die mit der Dicke der "Sperr"schicht vergleichbar
ist, erhöht
sich die Gesamtdurchlässigkeit
erheblich. Die Voraussetzung für
einen solche Dispersion ist eine hohe Affinität der hydrophilen Verbindung
zum Polyamid, wobei die Affinität
durch ihre optimale Löslichkeit
in der Polyamidschmelze zum Ausdruck kommt. Jedoch sollte die Affinität nicht
so groß sein,
dass sie in ihrer Mischbarkeit (der Abwesenheit einer separaten
Phase der hydrophilen Verbindung) im festen Zustand resultiert.
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Um die Leistungsfähigkeit der Folie zu erhöhen, kann
ihre Zusammensetzung Weichmacher, Farbstoffe, Pigmente, Antiblockierzusätze und
technologische Additive enthalten. Die Verpackungsfolien können sowohl
gestreckt als auch ungestreckt sein. Sie können durch Dehnen oder Aushärte gekrümmt werden,
wenn eine Wurst mit einer gewissen Krümmung erhalten werden soll.
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Die Polymermischung kann durch bekannte
Verfahren in die Form einer Schlauchhülle gebracht werden, z.B. durch Extrusion
durch eine ringförmige
Düse direkt
in die Schlauchhülle
oder durch Extrusion durch eine Flachschlitzdüse und zuerst den Erhalt einer
flachen Folienbahn und anschließende
Herstellung der Schlauchhülle
daraus.
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Bei der Herstellung eines Paketes
wird ein Abschnitt der Schlauchfolie mit der erforderlichen Länge an einem
Ende verschweißt.
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Folien, die durch einfache Ein-Stufen-Verarbeitung
von Polymerrohstoffen hergestellt werden, weisen exzellente mechanische
Eigenschaften auf, die es ermöglichen,
den darin verpackten Nahrungsmitteln eine Form zu verleihen und
diese Form bei der Herstellung und der Lagerung zu erhalten. Darüber hinaus
tritt kein Reißen
der in Form einer Schlauchhülle
hergestellten Folie auf, wenn sie unter Druck gefüllt wird.
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Die erfindungsgemäße Folie ist für die Verpackung
und anschließende
Räucherung
von Käse,
Räucherung
und/oder Trocknen von Fleisch- und Fischwaren bei ihrer Herstellung
nach traditionellen Technologien geeignet. Es ist möglich, Produkte
mit dem erforderlichen Restfeuchtigkeitsgehalt für den Zeitpunkt herzustellen,
der von dem Herstellungsverfahren für das besagte Nahrungsmittels
vorgesehen ist. Mit Lufttrocknung ist der Feuchtigkeitsverlust während der
Produktherstellung gemeint.
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Dadurch, dass die erfindungsgemäße Folie
im feuchten Zustand gasdurchlässig
wird, kann sie bei der Herstellung von geräucherten Rohwürsten verwendet
werden, deren Herstellungsprozess eine Fermentation enthält, die
aerobe Bedingungen fordert und von CO2-Ausscheidung
begleitet wird.
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Nach dem Abschluß des Härtungsprozesses, wenn die Feuchtigkeit
des Wurstfleisches auf geringe Werte reduziert ist, erhält die Folie
wieder Gas-Sperreigenschaften.
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Die in Form eines Pakets hergestellte
Verpackungsfolie kann für
Produkte verwendet werden, deren Herstellung ihr Schneiden und anschließende Trocknung
bei Raumtemperatur oder höherer
Temperatur vorsieht, z.B. für
Trockenobst.
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In Bezug auf die Eigenschaften der
erfindungsgemäßen Folie
hat es keine Bedeutung, ob sie als flache Folienbahn, Schlauchhülle oder
Paket hergestellt wird.
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Die Rauchdurchlässigkeit der Folie wurde in
Bezug auf die Durchlässigkeit
von Phenol bewertet – einer
der Hauptbestandteile der Rauchkomponenten. Die Extraktionsmethode
für die
Bestimmung der Phenoldurchlässigkeit
der Wursthüllen
ist unten beschrieben.
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Die Phenoldurchlässigkeit ist durch die Konzentration
des Phenols gekennzeichnet, die bei vorher festgelegten Bedingungen
aus einer Standardlösung
durch die Hülle
in einen wässrigen
Extrakt durchdringt.
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Die Bestimmung der Phenoldurchläßigkeit
einer flachen Probe der Folie erfolgt mit Hilfe eines Spezialgerätes (1), das aus zwei Kammern,
die durch die Hülle
getrennt sind, einem KFK-2-Photoelektrocalorimeter und einem pH-Meter
besteht.
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Das Gerät wird für 80 min in einen auf 85° C vorgeheizten
Trockenschrank gestellt, worin sich eine Lösung für die Bestimmung der Phenoldurchlässigkeit
in der unteren Kammer befindet, und 100 ml destilliertes Wasser
in der oberen. Die Phenolkonzentration wird in der Lösung aus
der oberen Kammer der Zelle bestimmt, wozu es mit Butylacetat extrahiert
wird. Die Standardlösung
des Phenols wird durch Auflösen
von 0,1 g frischdestilliertem, kristallinem Phenol in 50 ml Ethanol
hergestellt. Die Lösung
für die
Bestimmung der Phenoldurchlässigkeit
wird aus 10 ml der Phenolstandardlösung durch Zugabe von 1 ml
Essigsäure
und Auffüllen
mit destilliertem Wasser auf 100 ml hergestellt. Die Gewichtskonzentration
des Phenols in der zu analysierenden Probe wird anhand einer vorher
erstellten Eichkurve festgestellt. Der Kalibrierungszusammenhang
ist in den Koordinaten dargestellt: Gewichtskonzentration des Phenols, μg/ml – optische
Dichte der Probe minus optische Dichte einer Blindprobe. Die optische
Dichte des Extraktes wird in 5 cm Küvetten mit einem Photoelektrocalorimeter
bei λ =
490 nm in Bezug auf das reine Lösungsmittel
gemessen.
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Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
sind in den folgenden Beispielen aufgeführt.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen, die das Wesen der Erfindung erläutern
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1 zeigt
eine Außenansicht
des Geräts
zur Bestimmung der Phenoldurchlässigkeit
einer flachen Probe der Folie;
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2 bis 5 zeigen gescannte, elektronische
Mikrofotografien von Folienmikroschnitten (Schnittdicke 5000 Å), 2 Sekunden
lang in Wasser gehalten und mittels eines Transmissionselektronenmikroskops
der Marke "DEH 345" erstellt:
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2 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 1 hergestellt wurde;
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3 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 2 hergestellt wurde;
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4 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 3 hergestellt wurde;
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6 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 6 hergestellt wurde.
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5, 7 zeigen eine optische Mikrofotografie
eines Schnittes (5000 Å)
einer vorbereiteten Folie, die mit Hilfe eines optischen Mikroskops
der Marke "Geneval" Carl Zeiss Jena
gemacht ist.
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5 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 4 hergestellt wurde.
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7 zeigt
einen Folienschnitt, der gemäß Beispiel
Nr. 10 hergestellt wurde.
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Die in den 2 bis 7 gezeigten
Daten veranschaulichen die Morphologie der Polymermischungen der
vorbereiteten Folien, aber in Bezug auf einige, als Beweis des hohen
Dispersionsgrads der Phase, sind Daten für die optischen Eigenschaften
der Folie (Opalessenz) bereitgestellt. In Beispiel 1 wird trotz
der direkten Bestätigung
der Existenz einer separaten hochdispersen Phase von Polyvinylpyrrolidon
(PVP) durch die elektronischen Mikrofotografien keine Opalessenz
beobachtet, was offensichtlich mit den ähnlichen Brechungsindices von
PVP und PA 6,66 zusammenhängt.
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Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
sind in den nachfolgenden Beispielen dargestellt.
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Beispiel 1
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Eine Mischung, umfassend 95 Gew.-%
granuliertes PA 6,66 (Marke "Ultramid
C35" BASF) und 10 Gew.-%
Polyvinylpyrrolidon (Marke "Poviden" kommerziell erhältlich von
BASF), wird in einen Extruder gegeben und geschmolzen. Die Schmelze
mit einer Temperatur von 230 bis 235° C wird durch eine Ringschlitzdüse extrudiert
und ein erster Schlauch wird gebildet. Dann wird sie bei einer Temperatur
von 60° C
einer zweiachsige Streckung mit Windfrische (double-bubble Verfahren)
unterzogen, wobei der Koeffizient der Longitudinalstreckung 2,6
und der lateralen 3,0 ist. Danach wird der Schlauch mit einen Durchmesser
von 24 mm und einer Dicke von 19 bis 21 μm dem Relaxationsglühen bei
einer Temperatur von 160 bis 180° C
für 15
Sekunden unterzogen, auf 20° C
abgekühlt
und in eine Rolle gewickelt.
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Leerfelder mit einem Querschnitt
von 0,1 bis 0,2 μm,
am Ort der wasserlöslichen
Phase gebildet, sind in 2 deutlich
sichtbar.
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Dann wird die Schlauchhülle für die Herstellung
von zwei Arten gehärteter
Würste
verwendet.
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Methode 1. Herstellung
halbgeräucherter
Würste
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Die oben beschriebene Hülle wird
mit der Wurstfüllung
für die
halbgeräucherten
Würste
gestopft. Die so hergestellte Wurst wird für 24 Stunden bei einer Temperatur
von 3°C
gehalten (gesetzt), getrocknet und für 1 Stunde bei einer Temperatur
von 95°C
gebräunt.
Dann wird sie mit dem Rauch von glimmenden Birkenholzmehl für 5 Stunden
bei einer Temperatur von 45°C
geräuchert
bei einer relativen Feuchtigkeit von 95%, wonach sie bei einer Temperatur
von 11°C
für 36
Stunden getrocknet wird.
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Methode 2. Herstellung
ungekochter geräucherter
Würste
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Die Hülle wird mit der Wurstfüllung für geräucherte
Rohwürste
gefüllt.
Die so hergestellte Wurst wird in einem Reifungszimmer für 6 Tage
bei einer Temperatur von 24°C
bis 18°C
aufbewahrt und einer relativen Feuchtigkeit, die stufenweise während der
Zeit von 98% auf 90% sinkt, um eine Fermentation der Füllung durchzuführen. Dann
wird sie geräuchert
mit dem Rauch von glimmendem Birkenholzmehl für 5 Stunden bei einer Temperatur
von 20–25°C und einer
relativen Feuchtigkeit von 85%, wonach sie bei einer Temperatur
von 15–12° getrocknet
wird, bei einer stufenweisen Reduktion der relativen Feuchtigkeit
von 85% auf 74% über
25 Tage.
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Polymerfolien die in Übereinstimmung
mit den unten aufgeführten
Beispielen hergestellt wurden, wurden für die Herstellung von halbgeräucherten
Würsten
nach Methode 1 und geräucherten
Rohwürsten
nach Methode 2 verwendet.
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Beispiel 2
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Die Hülle wurde wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei 4 Gew.-% Polyvinylpyrrolidon als hydrophile Verbindung
hinzugefügt
werden.
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Ein kontinuierliches Medium, das
keine Lücken
enthält,
ist klar in 3 zu erkennen.
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Beispiel 3
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Die Hülle wurde wie in Beispiel 1
hergestellt, worin granuliertes PA 6 ("Ultramid B35") in einer Menge von 80 Gew.-% als Polyamid
Grundmatrix verwendet wird, die hydrophile Verbindung 15 Gew.-%
Polyvinylalkohol ist (Marke "Mowiol
5-88" kommerziell
erhältlich
von Clariant) mit einem Verseifungsgrad von 88% und einer Viskosität der 4%-igen
wässrigen
Lösung
von 5 cP, und einem Weichmacher-Glycerin einer Menge von 5 Gew.-%.
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Die so erhaltene Hülle zeigt
eine ausgeprägte
Opalessenz, die durch Befeuchten verstärkt wird, was auf das Vorliegen
einer separaten Phase darin hindeutet, die einem hochdisperse:.
Zustand ist. In 5 sind Lücken mit
einem Querschnitt von 0.2–3.0 μm klar zu
erkennen, wobei diese Leerstellen am Ort der wasserlöslichen
Phase ausgebildet sind.
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Beispiel 4
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Die Hülle wird wie in Beispiel 3
hergestellt, wobei Polyvinylalkohol (Marke "Mowiol 6-98" kommerziell erhältlich von Clariant) verwendet
wird mit einem Hydrolysationsgrad von 98% und mit einer Viskosität der 4%-igen
wässrigen
Lösung
von 6 cP.
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Die Hülle zeigt ein mattes Erscheinungsbild
mit abgegrenzten groben Einschlüssen.
Grobdisperse PVA-Domänen
mit einer Größe von 4
bis 10 μm
sind klar in 5 zu erkennen.
Eine allgemeine Verdickung der Hülle
ist offensichtlich in der Nähe
von besonders großen
Domänen.
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Beispiel 5
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei eine Polymermischung verwendet wird, die aus
75 Gew.-% von granuliertem PA 6.66 ("Ultramid C35" BASF Warenzeichen) und 25 Gew.-% Poly-N-ethyloxazolin mit
einem Molekulargewicht von 500000 (Marke "Aquazol-500" kommerziell erhältlich von Polymer Chemistry Innovations
Inc.) besteht.
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Die so erhaltene Hülle zeigt
eine ausgeprägte
Opalessenz, die durch Anfeuchten verstärkt wird, was auf das Vorliegen
einer physikalischen Hetereogenität darin hindeutet, und die
dementsprechend in einem hochdispersen Zustand ist.
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Beispiel 6
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Die Hülle wird wie in Beispiel 5
hergestellt, wobei 15 Gew.-% Poly-N-ethyloxazoline "Aquazol-500", als hydrophile
Verbindung verwendet wird.
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Ein Polymermedium, das keine leeren
Stellen aufweist, ist in 6 gezeigt.
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Die hergestellte Hülle erscheint
optisch homogen, Opalessenz tritt selbst bei Befeuchten nicht auf.
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Beispiel 7
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei die Polymermischung aus einer Mischung von 90 Gew.-%
granuliertem PA 6.66 ("Ultramid
C35") und 10 Gew.-%
mit einer Mischung von Natriumacetat/Kaliumacetat Puder (40:60,
Tschmelz 180°C) besteht.
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Die so erhaltene Hülle zeigt
eine ausgeprägte
Opalessenz, bei Anfeuchten verstärkt,
was auf das Vorliegen einer separaten Phase darin hindeutet, die
sich in einem hochdispersen Zustand befindet.
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Beispiel 8
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei eine Polymermischung verwendet wird die aus 90 Gew.-%
granuliertem PA 6.66 ("Ultramid
C35") und 10 Gew.-%
einer Mischung von Natriummetaphosphat/Kaliummetaphosphat Puder
(50:50, Tschmelz 150°C).
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Die so hergestellte Hülle zeigt
eine ausgeprägte
Opalessenz, die durch Anfeuchten verstärkt, was auf das Vorliegen
einer separaten Phase darin hindeutet, die sich in einem hochdispersen
Zustand befindet.
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Beispiel 9
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei die Polymermischung aus 90 Gew.-% granuliertem PA
6.66 ("Ultramid
C35") und 10 Gew.-%
Calciumchlorid besteht, kompatibel mit einer Polyamidschmelze (siehe,
z.B. "Polyamides" herausgegeben von
M. Kohan, N.Y. 1995, S. 439).
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Die Hülle zeigt eine ausgeprägte Opalessenz.
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Beispiel 10
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei die Polymermischung hergestellt wird aus 90 Gew.-% granuliertem
PA 6.66 ("Ultramid
C35") und 10 Gew.-%
Natriumchlorid Puder, das mit Polyamid in zähflüssigem und festem Zustand nicht
kompatibel ist.
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Die so hergestellte Hülle zeigt
eine ausgeprägte
Mattigkeit und enthält
grobe Einschlüsse.
Grobdisperse Natriumchlorid-Kristalle
mit einer Größe von 15 μm sind in 7 klar zu erkennen. Eine
allgemeine Verdickung der Hülle
in der Nähe
von besonders großen
Domänen
ist offensichtlich.
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Beispiel 11
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Die Hülle wird wie in Beispiel 1
hergestellt aus Polyamid 6.66 ("Ultramid
C35") ohne die Zugabe
einer hydrophilen Verbindung.
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Die Eigenschaften von allen produzierten
Folien und die Testdaten in Bezug auf ihre Fähigkeit zur Räucherung
sind in der Tabelle zusammengefasst, worin
- 1 Die
mechanischen Eigenschaften der Schlauchfolien an einer Zugfestigkeitsprüfmaschine
der Marke "Shimadzu
AGS-H" durchgeführt wurden
bei einer Verstellgeschwindigkeit der Klemmen von 100 mm/min.
- 2 Die Wasserdampfdurchlässigkeit
wurde bei einer Temperatur von 30°C
und einer relativen Feuchtigkeit von 65% in Übereinstimmung mit DIN 53 122-74
bewertet.
- 3 Die Phenoldampfdurchlässigkeit
wurde bei 85°C
mit einem Apparat wie in der Methode beschrieben bestimmt.
- 4 Sauerstoffdurchlässigkeit wurde bei 30°C und einer
relativen Feuchtigkeit von 65% in Übereinstimmung mit DIN 53 380-69
bestimmt.
- 5 ++ Das Vorliegen einer harten dunklen
Kruste aus koaguliertem Protein mit einer Dicke von 0.5–1 mm, leicht von
der Hülle
zu trennen auf der Oberfläche
der Wurst.
+ Das Vorliegen einer dunklen Kruste mit einer Dicke
weniger als 0.5 mm, die leicht von der Hülle getrennt werden kann.
– Keine
dunkle Kruste vorhanden, der Leib ist nicht geschwollen.
– – Quellen
der Hülle
auf der Stufe der Fermentation.
- 6 ++"Klarer
Geruch und Geschmack der Räucherung.
+
Schwacher Räuchergeruch.
– Kein Räuchergeruch.
- 7 O – Homogen.
RD – Grobdispers
HD – Hochdispers
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Die in der Tabelle aufgeführten Werte
bestätigen
klar die Tatsache, dass Folien hergestellt gemäß den Beispielen 1, 3, 5, 7–9 und eine
hydrophile Phase mit einer Domänengröße im Bereich
von 0.1–3.0 μm enthaltend,
eine höhere
Permeabilität
in Bezug auf Rauchbestandteile und/oder Wasserdampf haben als Folien
hergestellt gemäß den Beispielen
2, 4, 6, 10, und während
der Räucherung
eine gutes Aussehen und einen guten Geschmack der Würste gewährleisten,
während
gute mechanische Eigenschaften erhalten bleiben.
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Zusammenfassung
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Beschrieben ist eine Polymerfolie
für eine
wirksame Räucherung
und/oder Trocknung von in dieser Folie verpackten Nahrungsmitteln,
die geräuchert
und/oder getrocknet werden müssen,
insbesondere von geräuchertem
Käse, geräucherten,
rohen geräucherten,
und luft- und sonnengetrockneter Würste, Fleisch- und Fischwaren.
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Die besagte einschichtige Folie ist
auf der Basis von aliphatischem Polyamid und/oder Copolyamid und/oder
Terpolyamid hergestellt, und enthält 4,0 bis 50,0 Gew.-% einer
hydrophilen Verbindung, die sich im hochdispersen Zustand befindet,
worin diese hydrophile Verbindung eine disperse Phase mit einem
Domänenlängenmaß von 0,1
bis 3,0 μm
in der zur Folienebene senkrechten Richtung ausbildet, und wobei
als solche hydrophile Verbindung entweder eine Polymerverbindung
oder ein niedermolekularer Stoff – ein Salz, verwendet werden
kann.