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DE1028487B - Verfahren zum Herstellen von Granalien - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von Granalien

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Publication number
DE1028487B
DE1028487B DEP11232A DEP0011232A DE1028487B DE 1028487 B DE1028487 B DE 1028487B DE P11232 A DEP11232 A DE P11232A DE P0011232 A DEP0011232 A DE P0011232A DE 1028487 B DE1028487 B DE 1028487B
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DE
Germany
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coal
shell
granules
raw meal
zone
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Pending
Application number
DEP11232A
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English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Heidelberg Materials AG
Original Assignee
Portland Zementwerke Heidelberg AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Portland Zementwerke Heidelberg AG filed Critical Portland Zementwerke Heidelberg AG
Priority to DEP11232A priority Critical patent/DE1028487B/de
Publication of DE1028487B publication Critical patent/DE1028487B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B7/00Hydraulic cements
    • C04B7/36Manufacture of hydraulic cements in general
    • C04B7/38Preparing or treating the raw materials individually or as batches, e.g. mixing with fuel

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen von Granalien Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Brennen von Zement und Kalk im Schachtofen, das es ermöglicht, den Vorgang im Ofen so zu beeinflussen, daß bei geringerem Kohlenverbrauch ein besserer Klinker als mit den bisher bekannten Verfahren erzeugt wird. Außerdem kann bei dem neuen Verfahren ohne Nachteil für das Erzeugnis eine billigere, aschenreiche Kohle Verwendung finden.
  • Bei Schachtöfen und Gasgeneratoren besteht - im Gegensatz zu Rostfeuerungen und solchen Feuerungen, bei denen Kohle und Luft im Gleichstrom geführt werden - der Nachteil, daß eine bessere Ausnutzung des Brennstoffes nicht durch stärkeres Einblasen von Luft erreicht werden kann. Während bei den nach dem Gleichstromprinzip arbeitenden Anlagen in einer Änderung des Brennstoff-Luft-Verhältnisses durch stärkere oder schwächere Luftzufuhr eine einfache Möglichkeit gegeben ist, nach Wunsch eine oxydierende oder reduzierende Atmosphäre zu erzeugen, liegen die Verhältnisse bei den nach dem Gegenstromprinzip arbeitenden Anlagen, auf die sich das Verfahren nach der Erfindung bezieht, grundsätzlich anders.
  • So durchwandert bei Schachtöfen das brennstoffhaltige, unter Wasserzusatz granulierte Rohmehlgemisch von oben nach unten den Ofen, und die Luft wird im Gegenstrom dazu von unten nach oben geblasen. Oberhalb der Brennzone ist stets Kohleüberschuß vorhanden, also eine reduzierende Atmosphäre. Unterhalb der Brennzone herrscht eine oxydierende Atmosphäre. Durch stärkeres Blasen gelingt es keinesfalls, sauerstoffhaltige Abgase zu erzielen, wie man das von allen anderen Ofenanlagen gewohnt ist. Stärkeres Blasen erzeugt vielmehr lediglich einen schnelleren Feuerfortschritt, denn im Gegensatz zu den Gleichstromfeuerungen, bei denen die Verbrennungsgase heiß entweichen, wird die Wärme der Verbrennungsgase fast voll wiedergewonnen und damit die frische Kohle vorgewärmt. In dieser Vorwärmzone entsteht aber CO, und man hat sich bisher damit abfinden müssen, kohleoxydreiche Abgase, also eine sehr unvollkommene Verbrennung in Kauf zu nehmen.
  • Für den Reaktionsablauf im Schachtofen sind zwei verwandte Reaktionen maßgebend: 1. die Boudouardsche Gleichung C02+C=2 CO, 2. die Hauenschildsche Gleichung CaC03+C=2 CO+Ca0.
  • Wenn eine Granalie aus Rohmehl und Kohle in die Vorwärmzone gelangt, wird sie von den heißen Verbrennungsgasen erhitzt. Die an ihrer Oberfläche sitzende Kohle reagiert genau wie im Gasgenerator nach der Boudouardschen Gleichung. Es bildet sich CO, denn Sauerstoffüberschuß ist in dieser Zone nicht mehr vorhanden, da auch eine stärkere Luftzufuhr lediglich eine beschleunigte Wanderung der Brennzone nach oben, aber keinen Sauerstoffüberschuß in den Verbrennungsgasen zur Folge haben könnte.
  • Wenn die Granalie nun weiter von der Vorwärmzone in die tiefer gelegene Brennzone gelangt, ändern sich die Verhältnisse. Aus der Granalienoberfläche ist die Kohle herausgebrannt. Auch das Ca C 03 der Granalienoberfläche ist bereits entsäuert, und die Oberflächentemperatur kann nach der Entsäuerung rasch ansteigen. Im Inneren der Granalie steigt inzwischen die Temperatur so weit, daß dort die Hauenschildsche Reaktion zum Ablauf kommt. Das entstehende C O strömt an die heiße Granalienoberfläche und verbrennt dort mit dem in dieser Zone noch vorhandenen 02 zu C021 das dann in der Vorwärmzone, wie oben beschrieben, teilweise wieder zu C O reduziert wird.
  • Die Hauenschildsche Reaktion in der Brennzone kann quantitativ verlaufen, sofern die Kohle fein gemahlen ist. Man hat früher verschiedentlich mit gemahlener Kohle gebrannt, das Verfahren jedoch als unwirtschaftlich wieder verlassen. In Fachkreisen gilt die Verwendung von gemahlener Kohle, der C O-Verluste wegen, als unwirtschaftlich. So wird beispielsweise von Koch -A n s e 1 n ein sehr starker Rückgang des CO-Verlustes durch Weglassen der Feinanteile unter 4mm berichtet (Anseln: Der Schachtofen 1952), und S c h n i t t k e r berichtet im Schachtofen-Ausschuß des VDZ am 18. 6. 1953, daß sich die Zumahlung von Kohle nicht bewährt habe und wieder verlassen worden ist.
  • Nach der Erfindung wird nun die Bildung von C O gemäß der Boudouardschen Reaktion an der Granalienoberfläche dadurch verhindert und zugleich die Verwendung feingemahlener Kohle mit deren verschiedenen, weiter unten angeführten Vorteilen und ohne CO-Verluste ermöglicht, daß zum Brennen Granalien einheitlicher Korngröße aus Rohmehl und Kohle hergestellt und mit einer brennstofffreien Schale einheitlicher Dicke, beispielsweise aus Rohmehl, überzogen werden, wobei im Kern das Molverhältnis Kokskohlenstoff zu Rohmehlkohlensäure kleiner als Eins ist und die Dicke der Schale in Abhängigkeit von der Lage der Feuerzone im Ofen jeweils so bemessen wird, daß die Kohle erst in der Verbrennungszone auf Reaktionstemperatur kommt. Das Auftragen der Schale muß dabei in einer Weise erfolgen, die eine genaue Überwachung und Regelung aller Faktoren, auch der benötigten zusätzlichen Wassermenge, gestattet. Ein einfaches Nachpudern, wie es gelegentlich angewendet wird, genügt meist nicht, da die Schale die Aufgabe hat, zu verhindern, daß die Kohle des Kernes schon in der Vorwärmzone mit den heißen Verbrennungsgasen zur Reaktion kommt. Die Schale muß zu diesem Zweck eine bestimmte, von den Betriebsbedingungen abhängige Dicke haben, wie im folgenden näher dargelegt ist. Unter dieser Schutzschale ist dann nach einem weiteren Erfindungsgedanken die Verwendung feingemahlener Kohle ohne Gefahr eines C O-Verlustes möglich.
  • Infolge der Schutzschale nach der Erfindung erhitzen die heißen Verbrennungsgase zunächst nicht die Kohle, sondern geben ihren Wärmeinhalt an diese Schale ab, und die Kohle wird, ohne in der Vorwärmzone mit heißen Verbrennungsgasen in Berührung zu kommen, durch diese hindurch in die oxydierende Brennzone geschleust, wo sie dann zur Reaktion kommt. Das Gegenstromprinzip ist gewissermaßen aufgehoben und ein Zustand herbeigeführt, als ob die Kohle erst weiter unten in den Ofen eingebracht worden wäre, und zwar um so weiter unten, je dicker die brennstofffreie Granalienschale war. Es entsteht ein ähnlicher Zustand wie bei einer Rostfeuerung. Stärkeres Blasen wird nun auch nicht mehr ohne weiteres einen schnelleren Feuerfortschritt bewirken; der Feuerfortschritt wird vielmehr weitgehend durch die Schalendicke bestimmt. Es leuchtet ein, daß man durch die Schalendicke die Abgasanalyse in die Hand bekommt. Bei dünner Schale wird noch CO auftreten, bei dikkerer Schale wird das C O verschwinden, und bei noch dickerer Schale wird schließlich ein Luftüberschuß auftreten.
  • Wenn man also zunächst ohne Rücksicht auf den Granaliendurchmesser die Dicke der Schale bei allen Granalien gleichmacht, kann man durch Variieren der Schalendicke jedes beliebige Brennstoff-Luft-Verhältnis erzielen und nach der Abgasanalyse auf den günstigsten Punkt einstellen. Ein allgemein gültiger Wert für die richtige Schalendicke läßt sich nicht angeben. Es hängt von vielen Faktoren ab, die von Fall zu Fall verschieden sein können, wie Kohlesorte, Rohmehlzusammensetzung, Luftgeschwindigkeit u. a.
  • Es genügt jedoch nicht, die Schalendicke einheitlich und gegebenenfalls beliebig veränderlich zu machen, sondern es muß auch das Verhältnis von Schalendicke und Kerndurchmesser innerhalb gewisser Grenzen bleiben, wie folgende Betrachtung ergibt: Nur so viel Kohle kann sich nach H a u e n s c h i 1 d umsetzen, wie CaC03 vorhanden ist. Bei üblichen Verhältnissen liegt die Grenze etwa um 11 Teile Betriebskohle auf 100 Teile Rohmehl. Bei höheren Kohlegehalten bleibt Kohle übrig, die direkt mit Luftsauerstoff verbrannt werden müßte.
  • Es handelt sich bei dieser Betrachtung um festen Kohlenstoff, also Kokskohle; die sogenannten flüchtigen Bestandteile brauchen in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt zu werden, sie sind bereits wegdestilliert, wenn die Hauenschildsche Reaktion einsetzt. Der Luftsauerstoff dringt aber nur unvollkommen in das Innere der Granalie ein, und es besteht die Gefahr, daß durch die verbleibende Kohle die Eisenverbindungen unerwünschterweise reduziert werden, was eine Qualitätsminderung bedeutet. Da nun zum Brennen von Rohmehl insgesamt ungefähr 8°/o Kohle verbraucht werden, kommt man im Kern allzu leicht zu einer Überschreitung der durch die Gleichung gefundenen Grenze, denn im Kern muß ja jetzt die Kohle angereichert werden, damit sie auch zum Brennen der Schale mit ausreicht. Kern und Schale dürfen deshalb ein gewisses Gewichtsverhältnis nicht unterschreiten, das sich für die jeweiligen Betriebsbedingungen aus der Hauenschildschen Gleichung berechnet. Da die Schalendicke, wie oben geschildert, von anderen Faktoren bereits festgelegt ist, darf man auch mit Bern Kerndurchmesser nicht beliebig heruntergehen. Einige Beispielrechnungen zeigen, daß sich daraus die Forderung nach Mindestgranaliengrößen ergibt, die schon nahe an der Grenze dessen liegen, was man für Schachtöfen noch als tragbar ansieht, um eine gute Klinkerkühlung bei mäßiger Ofenhöhe zu erzielen. Dazu kommt, daß die aus der Hauenschildschen Formel errechnete Zahl einen theoretischen Grenzwert darstellt, der in der Praxis nicht erreicht wird. Den beiden sich ., widerstrebenden Forderungen, daß die Granalien wegen des Reaktionsablaufes nicht zu klein und wegen der Ofenhöhe nicht zu groß sein dürfen, wird man am besten dadurch gerecht, daß man keine breite Kornverteilung zuläßt, sondern eine möglichst einheitliche Korngröße anstrebt. Wenn diese einheitliche Korngroße sich während des Betriebs variieren läßt, hat .". man ein einfaches Mittel, um für die zufälligen örtlichen Verhältnisse den günstigsten Erfahrungswert einzustellen.
  • Es sind bereits Verfahren bekannt, Granalien von einheitlichem Durchmesser herzustellen durch Kombination von Granuliertrommeln mit Siebvorrichtungen oder, einfacher, durch Verwendung von Granuliertellern mit einfachem Staurand; bei letzteren läßt sich der Granaliendurchmesser während des Betriebes leicht' ändern. Zweck der bisher hergestellten Einkorngranalien war lediglich die Erzielung einer guten Luftdurchlässigkeit des Ofeninhaltes. Auch handelte es sich hierbei nicht um Granalien mit einer brennstofffreien Schutzschale.
  • Für die Verblaserost-Sinterung ist schon ein den Schalengranalien verwandtes Prinzip vorgeschlagen worden. Es sollen dort, um eine entsprechend kurze Brennzone zu erzielen, nur kleine, lockere Krümel aus Rohmehl, Rückgut und Koks hergestellt werden, und es ist eine Nachpuderung dieser kleinen Krümel mit kohlefreiem Rohmehl vorgesehen. Hier handelt es sieh jedoch nicht um feste Granalien mit regelmäßiger Gestalt und gleichmäßigem Durchmesser, sondern um lockere unregelmäßige Krümel, die nicht größer als etwa 5 mm sein dürfen, um den für das Sinterband nötigen Durchmesser zu erzielen. Das Kennzeichen der vorliegenden Erfindung ist aber gerade, daß die Außenschicht ganz regelmäßig mit einer bestimmten Min-Bestdicke aufgebracht wird und daß bei Verwendung von Rohmehlschalen solch kleine Granaliendurchmesser, wie sie beim Sinterband gebraucht werden, vermieden werden sollen. Der bei Mahlen der Kohlen erzielte - weiter unten beschriebene - zonare Reaktionsfortschritt innerhalb einer Granalie von außen nach innen setzt voraus, daß die Temperaturdifferenzen zwischen Schale und Kern 500° C und mehr betragen, und dies ist bei Granalien unter 5 mm Durchmesser gar nicht möglich. Versuche mit solchen Krümeln im Schachtofen sind bei Verwendung von gemahlener Kohle daher auch negativ verlaufen. Ebenso ist bereits ausgeführt worden, daß auch wegen der Hauenschildschen Reaktion größere Granalien erstrebt werden müssen. Solche lassen sich nur im Schachtofen, nicht auf dem Sinterband brennen. Wenn mit dem Nachpudern der Sinterbandkrümel gewisse Verbesserungen erzielbar sind, so können diese nur Teilerfolge sein, denn der Schaffung optimaler Bedingungen steht die Kleinheit der Sinterbandkrümel im Wege.
  • Bei dem üblichen Verfahren mit ungemahlener Kohle ist es schwierig, die Länge der Feuerzone zu beeinflussen, denn diese wird bestimmt durch mehrere Faktoren, die man ungenügend beherrscht, z. B. den Kornaufbau der Kohle oder auch den Luftzutritt zur Kohle, der durch örtliche Sinterungen und Verdichtungen behindert sein kann. Anders bei gemahlener Kohle gemäß der Erfindung. Dank der Hanenschildschen Reaktion entweicht auch bei Luftabschluß die Kokskohle bei äußerer Wärmeeinwirkung in Form von CO, und die Länge der Feuerzone wird im wesentlichen nur noch von der Granaliengröße bestimmt. Bei Granalien unter 5 mm Durchmesser wird die Feuerzone für den Schachtofen zu kurz für eine stabile Feuerführung. Über 25 mm Durchmesser wird sie so lang, daß die übliche Ofenhöhe von etwa 8 m keine ausreichende Kühlung gewährleistet.
  • Auf einem anderen Gebiet, nämlich dem der Sinterung von Erz, ist bereits die Verwendung kohlefreier Schalen vorgeschlagen worden. Der Zweck ist dabei jedoch eine Reduktionswirkung im Gegensatz zu der vorliegenden Erfindung, bei der im Kern neben der Kohle eine ausreichende Menge C 02 haltiges Material vorhanden sein muß und ein oxydierendes Brennen erstrebt und erzielt wird.
  • Das Schalenverfahren kann selbstverständlich mit solchen Kohlefeinheiten durchgeführt werden, wie sie bei Zementschachtöfen allgemein üblich sind (Feinkohle unter 6 mm). Ein besonderer Vorteil besteht aber darin, daß man unter dem Schutz der verhältnismäßig dicken Schale nach der Erfindung jetzt auch feingemahlene Kohle verwenden kann, ohne daß ein C O-Verlust auftritt. Bisher galt die Verwendung von gemahlener Kohle wegen der C 0-Verluste als unwirtschaftlich. Sie bietet aber andererseits folgende erhebliche Vorteile, von denen bei dem Verfahren nach der Erfindung Gebrauch gemacht werden kann: 1. Bei ungemahlener Kohle entsteht um j edes Kohlenkorn herum ein Aschennest, das lokal die Rohmehlzusammensetzung ändert und verdirbt. Bei gemahlener Kohle entsteht eine homogene Aschenverteilung, die bei der Einstellung der Rohmehlzusammensetzung bereits berücksichtigt werden kann. Bisher war der Aschenfehler einer der Hauptgründe, weshalb Schachtofenklinker dem Drehofenklinker nicht ebenbürtig sein konnte. Durch die Kohlenzumahlung wird dieser Nachteil beseitigt. Es entsteht sogar der Vorteil, daß man zu unbeschränkter Verwendung von billiger, aschenreicher Kohle übergehen kann. Das kohlenhaltige Kernmehl muß selbstverständlich anders im Kalk eingestellt werden als das Schalenmehl, so daß sich nach dem Brennen für beide Teile der richtige Kalksättigungsgrad ergibt.
  • z. Bei ungemahlener Kohle kommt es häufig vor, daß Kohlenkörner von dicht gesintertem Klinker umschlossen werden, ehe sie Gelegenheit haben, zu verbrennen. Die weitere Verbrennung wird unmöglich, denn es kann auch später in der Kühlzone keine Ver -brennungsluft mehr hinzutreten. Die Kohle bleibt unverbrannt und reduziert den Klinker in der Umgebung. Neben dem schon unter 1 genannten Aschenfehler sind diese Reduktionserscheinungen hauptsächlich dafür verantwortlich, daß bisher der Schachtofenklinker dem Dr ehofenklinker gegenüber nicht als ebenbürtig gilt. In solch reduziertem Klinker entsteht sekundärer freier Kalk, und ein daraus erzeugter Zement hat minderwertige Eigenschaften. Im Gegensatz dazu verbleibt feingemahlene Kohle nicht in gesintertem Klinker, denn sie ist ja nicht auf Luftzutritt angewiesen, sondern verbrennt primär mit Ca C 03 zu CO, und diese Reaktion ist bereits abgelaufen, bevor die Sintertemperatur erreicht wird. Die gefürchteten Reduktionserscheinungen bleiben aus, wie in Großversuchen nachgewiesen werden konnte.
  • 3. Ein weiterer, zunächst nicht erwarteter und bisher noch unbekannter Vorteil der gemahlenen Kohle hat sich bei. mehrwöchigen Großversuchen ergeben. Bei grober Kohle tritt eine äußere Schwindung der Granalien bis zu 40 % ein, die zur Bildung eines RandspaItes irn Ofen und damit zu ungleichmäßiger Luftverteilung führt. Bei gemahlener Kohle ist die äußere Brennschwindung wesentlich geringer. Es bildet sich nämlich zuerst auf der Oberfläche der Granalien eine feste Klinkerhaut, die als Gerüst dient. Bei dem nachfolgenden Durchbrennen des Kerns schwindet diese Haut nicht mehr, und durch das Schwinden des Kernmaterials bilden sich innere Hohlräume. Den charakteristischen Verlauf dieses Prozesses kann man beobachten, wenn man heiße Granalien in verschiedenen Brennstadien aus der Brennzone holt und schnell abkühlt. Bei gemahlener Kohle zeigt sich eine Zonenbildung. Im ersten Stadium findet man Granalien, deren Oberfläche etwa 1 mm stark gesintert ist, darunter findet sich eine Zone aus gelbem, entsäuertem Schwachbrand von etwa 1/z mm Dicke, dann folgt der kohlehaltige, unentsäuerte Kern, der im Inneren sogar die charakteristischen Farben zeigt, die bei 400 bis 500° C auftreten. Im weiter fortgetriebenen Brennstadium wandern die Zonen von außen nach innen, bis die Durchsinterung erreicht ist. Vorwärm-, Kalzinier-und Sinterzone sind also in die Granalie selbst verlegt. Ein solcher Klinker hat zuletzt eine sehr charakteristische, rosenblütenartige Struktur, an der sofort erkannt werden kann, daß er mit gemahlener Kohle gebrannt worden ist. Er besteht aus ineinandersteckenden Schalen, die durch Hohlräume getrennt sind.
  • Ein mit solch porösen Granalien geführter Ofen hat eine wesentlich günstigere Luftverteilung, denn einerseits ist die Randspaltbildung geringer, andererseits hat der Klinkerstock selbst infolge der gebildeten Hohlräume eine bessere Luftdurchlässigkeit. Es läßt sich eine höhere Leistung und bessere Klinkerqualität bei geringerem Kohlenverbrauch erzielen. Dieser poröse Klinker ist auch leichter mahlbar.
  • Bei ungemahlener Kohle läßt sich die Zonenbildung innerhalb der Granalien nicht beobachten. Auch schwindet die Granalie äußerlich stark und ist weit weniger porös. Es ist klar erkennbar, daß der Ofenbetrieb mit gemahlener und mit ungemahlener Kohle auf zwei grundsätzlich verschiedenen Prozessen beruht, wobei der Betrieb mit gemahlener Kohle erst nach dem Verfahren gemäß der Erfindung wirtschaftlich und vorteilhaft zu gestalten ist.
  • Nach einem weiteren Erfindungsgedanken kann man zweckmäßig die Granalienschale statt aus Rohmehl aus fertiggebranntem Klinkermehl, also Rückgut, herstellen. Hierdurch lassen sich die engen Grenzen für die Granaliengröße vorteilhaft erweitern; denn die Verhältnisse beim Brennen ändern sich dann folgendermaßen: Da das Klinkermehl schon entsäuert ist und der Wärmeaufwand zum Erhitzender Schale weitgehend in der Kühlzone zurückgewonnen wird, entsteht für die Schale kein wesentlicher Wärmeverbrauch, und es tritt die Gefahr nicht ein, daß der Kohlegehalt des Kerns übersteigert werden muß, um die Schale mitzubrennen. Die Bedenken, zu etwas kleineren Granalien überzugehen, fallen dann weg, ja es können so kleine Granalien verwendet werden, daß sie sich nicht für den Schachtofen, sondern auch für das Sinterband eignen.
  • Es ist zwar bekannt, bestimmte Kornfraktionen des fertiggebrannten Ofengutes auszusieben und erneut einzugranulieren. Hierdurch wird eine Herabsetzung der Brennschwindung im Ofen und dadurch eine gleichmäßigere Luftverteilung und Verbrennung erreicht. Die GO-Verluste konnten mit diesem Verfahren zwar etwas verringert, aber nicht beseitigt werden. Dies ist erst durch das Aufgranulieren von Rückgut als Außenschale gemäß der Erfindung möglich.
  • Zusammenfassend lassen sich also mit den Maßnahmen nach der Erfindung beim Zementbrennen im Schachtofen folgende Vorteile erzielen, von denen einige gegebenenfalls auch für den Sinterrost nutzbar gemacht werden können: 1. Vollkommene Verbrennung, dadurch Kohlenersparnis bis zu 30%; 2. Vermeidung des Aschefehlers im Klinker; 3. hochwertiger Klinker kann mit aschereicher Kohle erzeugt werden; 4. Vermeidung von minderwertigem, reduziertem Klinker; 5. Steigerung der Ofenleistung; 6. leichtere Mahlbarkeit des Klinkers.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Herstellen von Granalien aus einem Gemisch von Zement- oder Kalkrohmehl und Brennstoff mit einer Schale aus brennstofffreiem Material, z. B. Rohmehl, die zum Brand in Zement-oder Kalkschachtöfen bestimmt sind, gekennzeichnet durch die Verwendung von Granalien einheitlicher Größe, bei denen das Molverhältnis Kokskohlenstoff zu Rohmehlkohlensäure kleiner als Eins und die Dicke der Schale in Abhängigkeit von der Lage der Feuerzone im Ofen so bemessen ist, daß die Kohle erst in der Brennzone des Ofens auf Reaktionstemperatur kommt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Granalien unter 1 mm gefeinte Kohle enthalten.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kerndurchmesser und Schalendicke nach der Abgasanalyse bemessen werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3; dadurch gekennzeichnet, daß die kohlenfreie Schale aus gebranntem Fertiggutstaub (Rückgut) besteht. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 265 144, 915 072, 810 256; schweizerische Patentschrift Nr. 175 723; »Auszüge Deutscher Patentanmeldungen« P 87839 VIa/18b.
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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1124864B (de) 1954-04-27 1962-03-01 Heidelberg Portland Zement Schachtofen zum Brennen von nach Patent 1028487 hergestellten Granalien aus einem Gemisch von Zement- oder Kalkrohmehl und Brennstoff

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