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DE10239303A1 - Energieautark modulierter Backscatter-Transponder - Google Patents

Energieautark modulierter Backscatter-Transponder Download PDF

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DE10239303A1 DE10239303A DE10239303A DE10239303A1 DE 10239303 A1 DE10239303 A1 DE 10239303A1 DE 10239303 A DE10239303 A DE 10239303A DE 10239303 A DE10239303 A DE 10239303A DE 10239303 A1 DE10239303 A1 DE 10239303A1
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Abstract

Eine Vorrichtung weist einen Wandler zum Wandeln von Umgebungsenergie in eine Wechselgröße und einen Reflektor auf, der über die Wechselgröße modulierbar ist.

Description

  • Sensoren verfügen im Allgemeinen über einen elektrischen Kabelanschluss, durch den der Sensor mit der Energie versorgt und über den die Messwerte des Sensors elektrisch weitergeleitet werden. Das Kabel ist oft unerwünscht, da es Kosten durch Installation, Material und Wartung verursacht. Weiterhin erschwert oder verhindert ein Kabel den Einsatz von Sensoren an rotierenden oder bewegten Teilen, unter harten Umgebungsbedingungen (Hitze, Explosionsgefahr, Hochspannung, im Vakuum usw.) und an schwer zugänglichen Stellen.
  • Eine Möglichkeit, das Kabel zur Übertragung der Sensordaten zu vermeiden, besteht darin, die Messdaten vom Ort der Messung zu einer entfernten Auswerteeinheit per Funk zu übertragen. Diese bisher bekannten Funksensoren haben jedoch einen wesentlichen Nachteil: Sie benötigen eine Batterie oder ähnliche Energiequelle, die durch Anschaffung und insbesondere Wartung erhebliche Kosten verursacht. Der Einsatz bzw. die Lebensdauer von Batterien wird häufig auch durch die Umgebungsbedingungen (z.B. sehr hohe oder tiefe Temperaturen) limitiert.
  • Weiterhin ist z.B. aus M. Kossel, H.R. Benedickter, R. Peter, W. Bächtold: „MICROWAVE BACKSCATTER MODULATION SYSTEMS", 2000 IEEE MTT-S International Microwave Symposium, Boston, MA, USA, 11–16 Juni 2000, Band 3, Seiten 1427–30 das Prinzip der modulierten Rückstreuung zur Funkdatenübertragung unter den Namen Backscatter oder auch Backscatter-Transponder bekannt. Zugehörige Vorrichtungen werden etwa in EP 646983 A2 , EP 712010 A1 , EP 853245 A2 , EP 899682 A2 , US 20010000430 A1 , US 6107910 A1 , US 6236314 B1 und WO 1999008402 A1 beschrieben.
  • Darüber hinaus wird in DE 10025561 A1 ein energieautarker Hochfrequenzsender beschrieben, bei dem in einem elektromechanischen Wandler mechanische Energie in elektrische Energie gewandelt, gleichgerichtet und unter Einwirkung einer Logikbaugruppe einer Hochfrequenzsendestufe zugeführt wird.
  • Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen extrem kostengünstigen und leicht in großen Stückzahlen zu realisierenden, energieautarken Hochfrequenzsender zu entwickeln.
  • Diese Aufgabe wird durch die Erfindungen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
  • Die Erfindung basiert auf zwei grundlegende Ideen. Die erste besteht in der Trennung der Erzeugung der Energie für die durch den energieautarken Hochfrequenzsender zu sendenden Information und der Erzeugung der Energie, die für den Sendevorgang selbst benötigt wird. Ausgehend von der Erkenntnis, dass in Minimalfall nur die Energie für die zu sendende Information zu erzeugen ist, kann auf eine Energieerzeugung für den Sendevorgang selbst und die dafür notwendigen Bauteile verzichtet werden.
  • Dieser Erkenntnis folgen zahlreiche eingehende Überlegungen, wie eine minimale Bauteilekonfiguration für einen energieautarken Hochfrequenzsender aussehen kann. Diese Überlegungen gipfeln schließlich in der überraschenden Idee, eine durch einen Wandler erzeugte Wechselgröße direkt und ohne Zwischenspeicherung zur Modulation des Signals des Hochfrequenzsenders zu nutzen. Dadurch kann auf die im Stand der Technik notwendigen Gleichrichtungsschaltungen oder Elemente mit nichtlinearer Kennlinie verzichtet werden, die üblicherweise notwendig sind, um ein Wechselenergie zu akkumulieren. Demzufolge kann auch auf jegliche Elemente die zu einer Energiespeicherung notwendig wären verzichtet werden.
  • Wenn die Wechselgröße schließlich zur Modulation eines Reflektors verwendet wird, kann auf die Energieerzeugung für den Sendevorgang selbst verzichtet werden, indem die Energie eines Abfragesignals ausgenutzt wird.
  • Dementsprechend weist die Vorrichtung einen Wandler zum Wandeln von Umgebungsenergie in eine Wechselgröße und einen Reflektor auf, der durch die Wechselgröße modulierbar ist.
  • Zum Betreiben der Vorrichtung, die ihren Zustand oder Zustandsänderungen per Funk übermittelt, wird Umgebungsenergie aus der Umgebung des Wandlers als eine vor Ort (also an dem Ort bzw. in direkter Nähe der Vorrichtung) verfügbare Energie verwendet. Bei dieser Energie kann es sich um thermische Energie, akustische Energie, mechanische oder elektrische bzw. elektromagnetische Energie handeln. Vorausgesetz wird, dass es sich bei der verfügbaren Energie bzw. der daraus abgeleiteten bzw. gewandelten Größe, die wie im Folgenden dargestellt zur Messung und/oder zur Funk-Datenübertragung einer Messgröße genutzt wird, um eine Wechselgröße handelt. Insbesondere ist die Wechselgröße eine Wechselspannung und/oder ein Wechselstrom.
  • Das erfindungsgemäße Prinzip zeichnet sich also dadurch aus, dass die aus der vor Ort verfügbaren Energie abgeleitete Wechselgröße dazu genutzt wird, einen Funkwellenreflektor in seinen Reflexionseigenschaften, insbesondere seinem Reflexionsfaktor, zu modulieren.
  • Der Reflektor ist vorzugsweise ein Reflektor für ein elektromagnetisches Signal, insbesondere für ein Hochfrequenzsignal. Dieser Funkwellenreflektor ist aus der Distanz von einer Basisstation mit einem Funksignal bestrahlbar. Dieses Funksignal liegt vorzugsweise im Frequenzbereich 100 kHz bis 100 GHz. Das von der Basisstation gesendete Signal wird an dem Funkwellenreflektor reflektiert. Dazu weist die Vorrichtung vorzugsweise eine Antenne auf. Die Vorrichtung bildet damit einen energieautarken Backscatter-Transponder.
  • Da der Reflektor durch die besagte Wechselgröße in seinem Reflexionsfaktor moduliert wird, wird auf das am Funkwellenreflektor reflektierte Signal eine Modulation aufgeprägt. Die Basisstation empfängt das modulierte Reflexionssignal des Sensors und wertet es aus. Durch die Modulation ist das reflektierte Signal von anderen festen Reflexionen, die z.B. an Gegenständen, die im Erfassungsbereich des Sensors stehen, hervorgerufen werden, sehr einfach zu unterscheiden.
  • Vorzugsweise ist die Vorrichtung eingerichtet, um eine Messgröße in Form einer zu messenden Sensorgröße zu messen.
  • Die Messgröße kann im einfachsten Fall die Wechselgröße also im Funksignal die Modulation selbst sein. Dann wandelt der Wandler die Umgebungsenergie in Abhängigkeit der Messgröße in die Wechselgröße, so dass die Messgröße über die Modulation des Reflektors messbar ist.
  • Alternativ oder zusätzlich kann in einer etwas komplizierteren Ausführung des Prinzips die Wechselgröße aber auch durch die Messgröße oder eine weitere Messgröße in charakteristischer Weise beeinflusst werden. Dazu weist die Vorrichtung Mittel auf, um die Wechselgröße in Abhängigkeit einer Messgröße zu beeinflussen, so dass die Messgröße über die Modulation des Reflektors messbar ist. Diese Mittel sind insbesondere in oder an einer Zuleitung angeordnet, die die Wechselgröße dem Reflektor zuleitet. Geeignete Mittel sind z.B. zustandsabhängige passive Filter oder Dämpfungsglieder bzw. zustandsabhängige Energiewandler die das Wechselsignal und somit die Modulation abhängig von der Messgröße charakteristisch beeinflussen bzw. vorgeben.
  • Die Energie zur Modulation der Rückstreuung zu einem sensorischen Zweck wird aus der Energie der Messgröße bzw. aus mit Veränderungen der Messgröße einhergehenden Energieereignissen gewonnen und dadurch ein autarker fernauslesbarer Funksensor gebildet. Das Sende- und Empfangsteil der Basisstation und die verwendeten Signale können im Prinzip identisch zu üblichen Backscattersystemen ausgeführt sein.
  • Ein erfindungsgemäßes Verfahren ergibt sich analog zur Vorrichtung. Dies gilt auch für seine bevorzugten Weiterbildungen.
  • Weitere wesentliche Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Figuren. Dabei zeigt:
  • 1 den Grundaufbau eines energieautark modulierten Backscatter-Transponders und energieautark fernabfragbaren Funksensors,
  • 2a eine mögliche Ausführung eines energieautark modulierten Backscatter-Transponders in Form eines energieautark fernabfragbaren Körperschallsensors,
  • 2b eine konkrete schaltungstechnische Lösung für den energieautark modulierten Backscatter-Transponder aus 2a,
  • 3 eine mögliche Applikation des energieautark fernabfragbarer Körperschallsensors aus 2a,
  • 4 eine mögliche Ausführung eines energieautark modulierten Backscatter-Transponders als Temperatursensor,
  • 5 eine Ausführungsform mit zwei Pfaden.
  • 1 zeigt den Grundaufbau des energieautark modulierten Backscatter-Transponders und energieautark fernabfragbaren Funksensors. Der energieautark modulierter Backscatter-Transponder EAMBT umfasst zumindest folgende Komponenten. Mit dem Energiewandler EW wird eine verfügbare Umgebungsenergie in Form einer Energiewechselgröße in eine elektrische Wechselgröße bzw. ein Wechselsignal WSig gewandelt.
  • Optional wird dieses Wechselsignal noch mit einer Anpassschaltung derart angepasst, dass es als resultierendes Modulationssignal MSig besonders gut zur Modulation des modulierbaren Reflektors MR geeignet ist. Die ursprüngliche Wechselgröße in Form eines Wechselsignals wird in diesem Fall also in eine abgeleitete Wechselgröße in Form eines Modulationssignals gewandelt.
  • Insbesondere kann es günstig sein, wenn diese Anpassschaltung einen Transformator umfasst. Der Modulierbare Reflektor kann z.B. eine Antenne sein, deren Anpassung an ihrem Ein- bzw. Ausgang mit dem Modulationssignal MSig variiert wird. Abhängig von ihrer Anpassung reflektiert die Antenne ein Funksignal, das sie empfängt, mehr oder weniger stark (Amplitudenmodulation) oder reflektiert es mit einem mehr oder weniger großen Phasenversatz (Phasenmodulation) oder reflektiert abhängig vom Modulationssignal MSig bei unterschiedlichen Frequenzen unterschiedlich stark (Frequenzmodulation). Dieser Effekt der modulierten Reflektion wird in der weitergehenden Ausführung dazu genutzt, den Backscatter-Transponder EAMBT per Funk aus der Ferne mit einer Basisstation BS abzufragen.
  • Die Basisstation beinhaltet hierzu zumindest eine Signalquelle S, mit der das Abfragesignal ASig erzeugt und über eine Sendeantenne als Funksignal ASig' in Richtung des Backscatter-Transponders EAMBT abgestrahlt wird. Am Backscatter-Transponder EAMBT wird dieses Signal moduliert reflektiert. Das so reflektierte Funksignal RSig wird über eine Empfangsantenne empfangen und mit einem Signalvergleicher SV mit dem gesendeten Abfragesignal ASig verglichen. Abgesehen von einer kleinen Laufzeitverzögerung aufgrund der Strecke von der Basisstation zum Backscatter-Transponder EAMBT und zurück und ggf. aufgeprägten Störsignalen unterscheiden sich Abfragesignal ASig und reflektiertes Funksignal RSig lediglich durch die Modulation, die dem reflektierten Funksignal RSig durch den Backscatter-Transponder EAMBT aufgeprägt wurde. Durch den Vergleich von Abfragesignal RSig und reflektiertem Funksignal RSig kann somit direkt ein Abbild MSig' von dem Modulationssignal MSig in der Basisstation gebildet werden und somit die zur Messgröße gehörende Energiewechselgröße energieautark aus der Ferne per Funk gemessen werden.
  • Ausgestaltet und angewendet werden können der erfindungsgemäße energieautark modulierte Backskatter-Transponder und energieautark fernabfragbare Funksensor in vielfältiger Form.
  • 2a zeigt eine einfache Ausführung als energieautarker, fernabfragbarer Körperschallsensor. Bei dem Energiewandler handelt es hier um einen Schallwandler, vorzugsweise einen piezoelektrischen Schall- oder Ultraschallwandler. Empfängt dieser ein akustisches Signal AkSig, so wandelt er es in ein elektrisches Signal. Dieses elektrische Modulationssignal MSig = AKSig', das im Folgenden zur Modulation des modulierbaren Reflektors verwendet wird, ist im Prinzip ein Abbild des akustischen Signals. Der modulierbare Reflektor umfasst vorzugsweise einen Feldeffekttransistor mit dem die Anpassung seiner Antenne, wie oben schon angedeutet, variiert wird. Vorzugsweise werden hierzu jene Typen von Feldeffekttransistoren verwendet, die sich auch um den Arbeitspunkt OV, d.h. ohne zusätzliche Vorspannung, modulieren lassen. In 2b ist eine einfache beispielhafte Ausführung dargestellt. Durch die Spannung, die der Piezo-Schallwandler SW erzeugt, wird das Gate des Feldeffekttransistors und somit der Leitwert der Drain-Source Strecke moduliert. Die Kondensatoren C2 und C3 dienen zur Anpassung der Antenne A. Die Schaltung verdeutlicht einen maßgeblichen Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung, nämlich deren besonders einfache und preiswerte Umsetzbarkeit.
  • Als für die vorliegende Schaltung geeignete Feldeffekttransistor-Typen wären z.B. die Typen SST310 von Vishay oder etwa MGF4953A von Mitsubishi zu nennen.
  • Neben Feldeffekttransistoren sind natürlich auch alle anderen Bauelemente geeignet, die ihren bzw. einen Leitwert bzw. die Reflexions- bzw. Übertragungsfunktion abhängig von einer angelegten Spannung ändern. Geeignet wären z.B. Transistoren, Dioden, Varaktoren, steuerbare Dielektrika, mikromechanische Schalter oder Phasenschieber (MEMs) usw.
  • Die Basisstation BS enthält einen Festfrequenzoszillator OSZ, der das Abfragesignal ASig erzeugt. Das Abfragesignal wird über die in dieser Ausführung kombinierte Sende-Empfangsantenne SEA abgestrahlt. Die Sende-Empfangsantenne SEA dient ebenso zum Empfang des moduliert reflektierten Signals RSig. Der Richtkoppler RK dient zur Trennung von Sende- und Empfangssignal. Der schon für 1 beschriebene Signalvergleich erfolgt hier durch einen Mischer, d.h. das Sendesignal ASig wird mit dem reflektierten Signal RSig gemischt und vorzugsweise anschließend mit einem Filter FLT gefiltert. Das Filter FLT wird vorzugsweise als Bandpass oder Tiefpass ausgeführt. Die Grenzfrequenzen von FLT sind vorzugsweise so zu wählen, dass sie den Grenzen des interessierenden Frequenzbereichs des akustischen Signals AkSig bzw. denen vom Modulationssignal MSig entsprechen. Durch die dargestellte Mischeranordnung wird die Modulation, d.h. im Prinzip das Modulationssignal MSig vom Träger, d.h. im Prinzip ASig getrennt. Am Ausgang des Filters FLT kann man daher ein Abbild AkSig'' von AkSig' bzw. AkSig abgreifen und darstellen bzw. weiterverarbeiten.
  • Bei der hier dargestellten Ausführung der Basisstation handelt es sich in den Grundzügen um ein übliches Dauerstrich- oder Doppler-Radar. Alle bekannten Ausführungen solcher Systeme können somit direkt auf die erfindungsgemäße Lösung übertragen werden. Auch die Möglichkeit, den Reflexionsfaktor bzw. die Anpassung einer Antenne über einen Feldeffekttransistor zu modulieren, sind in vielfältiger Form Stand der Technik. Bekannte Schaltungen sind daher leicht auf die erfindungsgemäße Lösung zu übertragen. Konkretere Ausführungen, werden daher von diesen Komponenten hier nicht mehr vorgestellt, da sie dem Experten ohnehin bekannt sind bzw. in der einschlägigen Literatur nachzulesen sind. Der dargestellte energieautarke fernabfragbare Körperschallsensor ist beispielsweise, wie in 3 gezeigt wird, zur Messung und Überwachung von Körperschall- und Schwingungsvorgängen an rotierenden Teilen geeignet.
  • Bauelemente, die ebenfalls gut mit einem EAMBT überwacht werden könnten, sind etwa Elemente von Fahrzeugen, Antrieben und Maschinen wie Räder, Achsen, Federungselemente, Lager, Elemente der Lager wie Wälzkörper oder Lagerringe, Lüftungs- und Turbinenschaufeln, Kolben, Zahnräder, Riemen usw.
  • Besonders hingewiesen sei an dieser Stellen, dass es bei einer komplizierteren Ausführung der Basisstation auch möglich ist, die Entfernung zu einem Backscatter-Transponder mit modulierter Reflektion zu bestimmen. Ausführungsformen, die auf einen energieautark modulierten Backscatter-Transponder EAMBT übertragbar sind, finden sich in M. Vossiek, R. Roskosch, und P. Heide: "Precise 3-D Object Position Tracking using FMCW Radar", 29th European Microwave Conference, München, Deutschland, 1999, und in den Dokumenten DE 19957536 A1 , DE 19957557 A1 und insbesondere in DE 19946161 A1 .
  • Alternativ zu dem dargestellten Schallsensor, können natürlich auch andere Wandlerprinzipien in der ansonsten gleichen Anordnung eingesetzt werden, um andere Größen zu messen. Geeignet wären z.B. pyroelektrische Wandler, photoelektrische Wandler, piezoelektrisch Druck- oder Biegewandler oder auch gängige Generatorprinzipien mit Magnet und Spule.
  • Als Abfragesignal der Basisstation werden vorzugsweise die Frequenzen verwendet, wie sie auch sonst bei Transpondersystemen günstig und üblich sind, also z.B. 125 kHz, 250 kHz, 13.7 MHz, 433 MHz, 869 MHz, 2.45 GHz oder 5.8 GHz. Günstig ist es, dass die Frequenz des Abfragesignals deutlich größer – z.B. um den Faktor 10 – als die Frequenz der Wechselgröße WSig gewählt wird, da dann in der Basisstation der Träger, also das Abfragesignal, mit einfachen Mitteln von der Modulation, also WSig, getrennt werden kann.
  • Basierend auf den bisherigen Ausführungen können aber auch noch sehr viel weitergehende Sensor- und Identifikationssysteme realisiert werden. Die Grundidee hierbei besteht darin, dass das durch den Wandler erzeugte Wechselsignal nun nicht mehr direkt selbst die ausschließliche Sensorinformation beinhaltet, sondern dass dieses Signal durch einen weiteren Effekt bzw. eine weitere Messgröße in seiner Beschaffenheit charakteristisch verändert wird und aus der Größe der Veränderung in der Basisstation die Messgröße abgeleitet werden kann. Die charakteristische Veränderung könnte natürlich auch im Sinne einer Kodierung bewusst und definiert veranlasst sein mit dem Ziel, Objekte identifizieren zu können.
  • Die Grundidee der weiterführenden Ausgestaltung wird anhand der einfachen Ausführung in 4 dargestellt. Im Prinzip handelt es sich um dieselbe Ausgestaltung wie in 2. Der Unterschied besteht darin, dass die elektrische Wechselgröße AkSig' nun nicht direkt zur Modulation des modulierbaren Reflektors MR verwendet wird, sondern zuvor z.B. durch ein temperaturabhängiges Bandpassfilter TBPF charakteristisch abhängig von der Temperatur gefiltert wird. Die Verstimmung des Filters kann leicht durch temperaturabhängige Widerstände oder Ähnliches realisiert werden.
  • Angenommen die Frequenzen des akustischen Signals sind über einen längeren Beobachtungszeitraum über dem Verstimmbereich von TBPF nahezu gleich verteilt bzw. die Verteilung ist in etwa bekannt, so ist die spektrale Leistungsdichteverteilung bzw. daraus abgeleitete Größen wie z.B. der Schwerpunkt oder das Maximum des Spektrums von AkSig " ein direktes Maß für die Temperatur. Beispielsweise durch eine Fouriertransformation von AkSig'' in einer Auswerteeinheit AE könnten diese Werte leicht abgeleitet werden.
  • Neben einer Filterung sind natürlich auch noch andere durch Messgrößen bedingte Beeinflussungen der Wechselgröße WSig zur Kodierung der Messgröße denkbar. Geeignet wären z.B. Laufzeitglieder, Phasenschieber, Dämpfungsglieder. Bei Verwendung von Filtern sind Resonatorfilter mit Bandpass- oder Bandsperrcharakteristik besonders geeignet, da zum einen ihr Einfluss auf die Signaleigenschaften mit einfachen Mitteln auszuwerten ist und sie zum anderen einfach realisiert werden können. Ebenso denkbar wäre es, dass der Wandler selbst durch eine physikalische oder chemische Größe in seinen Wandlungseigenschaften charakteristisch verändert wird, also dass z.B. die Frequenz eines Schallwandlers temperaturabhängig oder abhängig von mechanischen Randbedingungen wie Druck oder Spannung ist.
  • Auch können auf diese Weise nicht nur Temperatursensoren, sondern in ähnlicher Weise auch Drucksensoren, Feuchtigkeitssensoren oder chemische, energieautark fernabfragbare Sensoren realisiert werden. Im Prinzip ist jedes passive Sensorelement geeignet, mit dem man das Modulationssignal MSig in charakteristischer Weise verändern kann. Natürlich muss man das Modulationssignal MSig auch nicht ausschließlich als Träger für die Sensorinformation dienen, sondern es kann zusätzlich, wie schon oben dargestellt wurde, selbst auch Sensorinformationen tragen.
  • Bei der Darstellung der Ausführung in 4 wurde davon ausgegangen, dass die Beschaffenheit wie z.B. die spektrale Verteilung der Wechselgröße WSig bekannt ist. Hiervon kann allerdings nicht immer ausgegangen werden. Folglich ist es nicht immer möglich, mit einer so einfachen Ausführung wie in 4 exakte Messdaten zu bestimmen bzw. zu übertragen. 5 zeigt eine Ausführung, die dieses Problem löst.
  • Angedeutet ist hier, dass die Wechselgröße WSig z.B. durch ein Piezoelement PE aus einer mechanischen Wechselgröße abgeleitet wird. Wesentlich bei der Ausführung ist, dass das Wechselsignal WSig in zumindest zwei Pfade aufgespaltet und auf diesen Pfaden unterschiedlich weiterverarbeitet wird. Zur Realisierung eines Temperatursensors kann der Backscatter-Transponder EAMBT z.B. in jedem Pfad ein temperaturabhängiges Filternetzwerk TFNW1 bzw. TFNW2 aufweisen. Diese Filternetzwerke können z.B., so wie zuvor schon beschrieben wurde, als frequenzbestimmendes Filter, Laufzeitglied, Phasenschieber oder Dämpfungsglied ausgeführt sein.
  • Entscheidend ist, dass die Beeinflussung, die TFNW1 und TFNW2 auf die Wechselgröße WSig angewendet hervorrufen, in charakteristischer Weise unterschiedlich von der Messgröße – also hier der Temperatur Temp – abhängig sind. Die resultierenden unterschiedlich beeinflussten Modulationssignale MSig1 und MSig2 werden dann nach dem zuvor beschriebenen Abfrageprinzip auf getrennten Kanälen, z.B. über getrennte Frequenzbänder zu getrennten Basisstationen BS1 und BS2, übertragen und werden dort, wie zuvor dargestellt wurde, als Signale MSig1' und MSig2' rekonstruiert. Die Signal-Vergleich-und-Auswerteeinheit SVAE, kann dann basierend auf den bekannten Eigenschaften von den Filternetzwerken TFNW1 und TFNW2 den Temperaturmesswert Temp und/oder ein Abbild der Wechselgröße WSig ableiten.
  • Vorzugsweise umfasst die Signal-Vergleich-und-Auswerteeinheit SVAE hierzu einen Prozessor. Die Grundidee der Ausführung besteht also darin, die Messgröße nicht mehr direkt aus absoluten Merkmalsgrößen eines Signals, sondern aus einem relativen Vergleich zwischen zumindest zwei Signalen MSig1' und MSig2' abzuleiten. Hierdurch kann sehr viel besser verhindert werden, dass die möglicherweise wechselnden und unbekannten Eigenschaften der Wechselgröße WSig die Auswertung und die Ableitung der Messgröße stören.
  • Werden die Filternetzwerke TFNW1 und TFNW2 z.B. als temperaturabhängige Laufzeitglieder ausgelegt, wobei sich die Laufzeitdifferenz zwischen den beiden Signalwegen mit der Temperatur charakteristisch ändern soll, so kann z.B. der Laufzeitunterschied der Signale MSig1' und MSig2', der dann ein Maß für die Temperatur darstellt, leicht mit Hilfe einer Kreuzkorrelation zwischen MSig1' und MSig2' bestimmt werden. Die Lage des Maximums der Kreuzkorrelation wäre hier z.B. ein Maß für die Temperatur. Bei Verwendung von temperaturabhängigen Phasenschiebe-Elementen in TFNW1 und TFNW2 könnte auch ein einfacher analoger oder digitaler Phasenkomparator eine vergleichbare Funktion übernehmen.
  • Die dargestellte Ausführung stellt nur eine mögliche Variante dar. Wie schon oben dargestellt wurde, können auf dieselbe Art natürlich auch andere Messgrößen bestimmt werden. Auch wäre es denkbar, die Aufteilung in zumindest zwei Pfade nicht erst in der Ebene der messwertabhängigen Filternetzwerke durchzuführen, sondern gleich zumindest zwei getrennte Energiewandler zu verwenden.

Claims (11)

  1. Vorrichtung mit – einem Wandler zum Wandeln von Umgebungsenergie in eine Wechselgröße, – einem Reflektor, der über die Wechselgröße modulierbar ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflektor ein Reflektor für ein elektromagnetisches Signal ist, insbesondere für ein Hochfrequenzsignal.
  3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Antenne aufweist.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Backscatter-Transponder ist.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eingerichtet ist, um eine Messgröße zu messen.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandler die Umgebungsenergie in Abhängigkeit einer Messgröße in die Wechselgröße wandelt.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dass die Vorrichtung Mittel aufweist, um die Wechselgröße in Abhängigkeit einer Messgröße zu beeinflussen.
  8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Mittel zum Erzeugen einer ersten Wechselgröße und einer zweiten Wechselgröße.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Wechselgröße abgeleitete Wechselgrößen sind, zum Erzeugen der ersten und der zweiten Wechselgröße eine ursprüngliche Wechselgröße auf spaltbar ist und nach der Aufspaltung die erste und die zweite Wechselgröße unterschiedlich durch eine Messgröße beeinflussbar sind.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch einen zweiten Wandler zum Erzeugen der zweiten Wechselgröße.
  11. Verfahren, bei dem – mit einem Wandler Umgebungsenergie in eine Wechselgröße gewandelt wird, – über die Wechselgröße ein Reflektor moduliert wird.
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