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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anzeige eines Füllgrads
eines Staubsammelgefäßes, insbesondere eines Staubbeutels
oder einer Staubkassette in einem Staubsauger. Dabei wird insbesondere
wiederholt ein Differenzdruck über dem Staubbeutel ermittelt.
Sie betrifft weiterhin eine Steuerungsvorrichtung für einen
Staubsauger zur Ausführung des Verfahrens.
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Verfahren
und Einrichtungen zur Füllgradanzeige eines Staubbeutels
in einem Staubsauger sind allgemein bekannt und basieren in der
Regel auf dem Prinzip der Differenzdruckmessung über dem
Staubbeutel. Dabei ist ein messbarer Druckabfall über,
d. h. vor und hinter dem Staubbeutel in Richtung eines Saugluftstroms
umso größer, je voller der Staubbeutel ist bzw.
je verstopfter die Poren seines Filtermaterials sind. So beschreibt
die
DE 39 14 305 C2 ,
dass eine Abluftströmungsmenge sowie ein Differenzdruck über
dem Staubbeutel ermittelt werden und dass eine Anzeigevorrichtung
ein von einem Benutzer des Staubsaugers wahrnehmbares Signal erzeugt,
wenn die Abluftströmungsmenge und der Differenzdruck außerhalb
vorgegebener Wertebereiche liegen.
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Die
DE 43 23 222 C2 beschreibt,
dass ein erster Differenzdruck über dem Staubbeutel, welcher sich
in einem Staubraum des Staubsaugers befindet, und ein zweiter Differenzdruck
zwischen verschiedenen Stellen im Staubraum ermittelt werden. Beide Differenzdruckwerte
werden miteinander verglichen und eine Füllgradanzeige
wird in Abhängigkeit von dem Vergleichswert gesteuert.
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Eine
Anzeigevorrichtung zur Füllgradanzeige eines Staubbeutels
ist aus der
WO
2007/017320 A1 bekannt. Dabei wird ein mechanisch gefederter Schieber
von einem Bypassvolumenstrom ausgelenkt. Steigt ein Unterdruck im
Staubraum an, z. B. aufgrund eines sich füllenden Staubbeutels,
so wird der Bypassvolumenstrom größer und der
Schieber wird stärker ausgelenkt. Dies ist von einem Benutzer wahrnehmbar.
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Der
Differenzdruck über dem Staubbeutel ist neben der Abhängigkeit
vom Füllgrad von verschiedenen anderen Faktoren, wie z.
B. einer Gebläseleistung, einem Typ einer Saugdüse,
einem zu saugenden Bodenbelag, Störeinflüssen,
z. B. einer Blockade, insbesondere einer zugehaltenen oder verstopften
Saugdüse, oder dergleichen abhängig, was die Ermittlung
des Füllgrads auf Basis des Differenzdrucks erschwert.
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Unter
anderem aus diesem Grund weicht bei den bekannten Verfahren und
Vorrichtungen ein Anzeigewert vom tatsächlichen Füllgrad
des Staubbeutels ab. Zudem ist eine Genauigkeit der Anzeige stark davon
abhängig, dass eine Staubsaugerleistung auf ein Maximum
eingestellt und die Saugdüse des Staubsaugers von der zu
saugenden Oberfläche, insbesondere vom Boden, abgehoben
wird. Dies ist für einen Benutzer mit Aufwand verbunden
und setzt zudem eine korrekte Durchführung des Verfahrens voraus,
beispielsweise in Übereinstimmung mit einer Bedienungsanleitung.
Allerdings ist auch bei korrekter Durchführung die Abweichung
nicht eliminiert.
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Eine
Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte, insbesondere
kontinuierliche, und genauere Anzeige des Füllgrads des
Staubbeutels anzugeben. Insbesondere soll ein geeigneter Wechselzeitpunkt
des Staubbeutels ermittelbar sein.
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Dies
erfolgt durch Auswertung eines Differenzdrucks über dem
Staubbeutel. Die Abhängigkeiten von der Gebläseleistung,
der abgehobenen Saugdüse oder dergleichen wird eliminiert
oder zumindest reduziert. Des Weiteren können spezielle Bearbeitungssituationen,
also Sondersituationen, wie z. B. eine Blockade aufgrund einer zugehaltenen oder
verstopften Saugdüse oder dergleichen und/oder ein Wechsel
des Staubbeutels, erkannt werden. Eine Anzeige des Füllgrads
und/oder der Sondersituation(en) ist ebenfalls möglich.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Dazu ist bei einem Verfahren zur
Ermittlung eines Füllgrads eines Staubbeutels in einem
Staubsauger, wobei wiederholt ein Differenzdruck über dem
Staubbeutel ermittelt wird, vorgesehen, dass der Differenzdruck
anhand eines Gültigkeitskriteriums geprüft wird
oder dass mehrere Differenzdrücke anhand des Gültigkeitskriteriums
geprüft werden. Der Füllgrad wird auf Basis des
Differenzdruckwerts nur dann als Anzeigewert dargestellt oder die
Füllgradanzeige wird nur dann geändert, wenn das
Gültigkeitskriterium erfüllt wird. Das Gültigkeitskriterium
ist dabei insbesondere eine Änderung des Differenzdrucks,
wie ein Anstieg des Differenzdrucks über einen vorgegebenen
oder vorgebbaren Wert und/oder eine Reduktion von Schwankungen des
Differenzdrucks und dergleichen, insbesondere im Vergleich zu vorhergehenden Differenzdrücken.
Dadurch wird gewährleistet, dass Störeinflüsse
eliminiert oder reduziert werden und der Füllgrad exakter
ermittelbar ist.
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Diese
Aufgabe wird des Weiteren gelöst durch eine Steuerungsvorrichtung
für einen Staubsauger mit den Merkmalen des ersten unabhängigen Vorrichtungsanspruchs.
Dazu ist vorgesehen, dass bei der Steuerungsvorrichtung mit einem
Speicher und einer Verarbeitungseinheit in dem Speicher Programmcodeanweisungen
zur Implementation des Verfahrens gespeichert sind, wie vorhergehend
und nachfolgend beschrieben. Die Verarbeitungseinheit bewirkt im
Betrieb bei Ausführung der Programmcodeanweisungen eine
Ansteuerung einer Staubbeutel-Füllgradanzeige entsprechend
dem ermittelten Füllgrad.
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Bezüglich
eines Staubsaugers wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst
durch die Merkmale des zweiten unabhängigen Vorrichtungsanspruchs.
Dazu ist vorgesehen, dass der Staubsauger eine Steuerungsvorrichtung
wie vorhergehend und nachfolgend beschrieben umfasst.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Dabei verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung
des Gegenstandes des Hauptanspruchs durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin; sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung
eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes
für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen
Unteransprüche zu verstehen. Des Weiteren ist im Hinblick
auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer näheren
Konkretisierung eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch
davon auszugehen, dass eine derartige Beschränkung in den
jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden ist.
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Bevorzugt
wird ein statistischer Kennwert einer Folge von Differenzdruckwerten
ermittelt. Das Gültigkeitskriterium wird erfüllt,
wenn der statistische Kennwert einen vorgegebenen oder vorgebbaren Schwellwert
unter- oder überschreitet. Insbesondere wird eine Standardabweichung
einer Folge von Differenzdruckwerten ermittelt und das Gültigkeitskriterium
wird erfüllt, wenn die Standardabweichung den vorgegebenen
oder vorgebbaren Schwellwert unterschreitet. Dadurch wird zuverlässig
erkannt, wenn die Saugdüse von der zu saugenden Oberfläche
abgehoben und somit der unerwünschte Einfluss von Saugdüse
und Oberfläche eliminiert oder zumindest reduziert ist,
so dass eine exakte Füllgradermittlung erfolgt.
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Bevorzugt
wird bei der Ermittlung des Füllgrads eine in Abhängigkeit
von einer ermittelten oder eingestellten Gebläseleistung
des Staubsaugers ausgewertete Zuordnungsmatrix und/oder mathematische
Modellgleichung berücksichtigt. Dadurch wird der Einfluss
der Gebläseleistung auf den Differenzdruck eliminiert oder
zumindest reduziert, also eine Unabhängigkeit von der eingestellten
Gebläseleistung erreicht.
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Besonders
bevorzugt wird die Zuordnungsmatrix zudem in Abhängigkeit
von zumindest einem zusätzlichen Parameter, insbesondere
einem Referenzwert für einen leeren Staubbeutel oder dergleichen,
ausgewertet. Dies resultiert in einer exakteren Ermittlung des Füllgrads,
da der oder die Parameter eine verbesserte Anpassung an Stör-
und Einflussgrößen bei der Füllgradermittlung
ermöglicht/ermöglichen.
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In
Ausführungsformen wird ein evtl. Vorliegen eines Sonderereignisses
geprüft, indem eine Differenz zwischen dem Differenzdruck
und einem vorherigen Differenzdruck ermittelt und diese mit einem vorgegebenen
oder vorgebbaren Grenzwert verglichen wird. Überschreitet die
ermittelte Differenz den vorgegebenen oder vorgebbaren Grenzwert
wird das Sonderereignis erkannt und/oder angezeigt.
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Der
Begriff Sonderereignis beschreibt hier und im Folgenden beispielsweise
einen Störeinfluss, z. B. eine Blockade von Saugdüse,
Teleskoprohr, Saugrohrstutzen und/oder dergleichen, insbesondere
eine zugehaltene oder verstopfte Saugdüse, einen Filterbeutelwechsel
oder Ähnliches.
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Bevorzugt
ist vorgesehen, dass aus einem Speicher ein Startwert für
einen Maximalwert für den Füllgrad abgerufen wird
und dass wiederholt die nachfolgenden Schritte ausgeführt
werden:
- (a) der jeweils ermittelte Füllgrad
wird mit dem Maximalwert verglichen,
- (b) der ermittelte Füllgrad wird als Maximalwert übernommen,
wenn der Füllgrad den Maximalwert überschreitet
und
- (c) der aktuelle Maximalwert wird angezeigt.
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Dadurch
ist der Maximalwert immer an den aktuellen Füllgrad angepasst.
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Besonders
bevorzugt wird der Füllgrad als Maximalwert übernommen,
wenn dieser den Maximalwert um einen Wert kleiner oder gleich einem
vorgegebenen oder vorgebbaren Differenzwert überschreitet.
Dies verhindert, dass unplausible Füllgrade als Maximalwert
im Speicher hinterlegt werden, was die Genauigkeit der Füllgradermittlung
erhöht.
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Dies
hat den Vorteil, dass größere unerwünschte
Schwankungen des Differenzdrucks von der Füllgradermittlung
ausgeschlossen werden, was wiederum die Genauigkeit der Füllgradermittlung
erhöht.
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Bevorzugt
wird der Füllgrad zusätzlich zum Differenzdruck über
dem Staubbeutel auf Basis einer aktuellen Gebläseleistung
des Staubsaugers und/oder auf Basis einer am Gebläse anliegenden Spannung
ermittelt. Ein Zusammenhang zwischen Maximalwert und Füllgrad ändert
sich mit der eingestellten Gebläseleistung: Bei höherer
Leistung wird auch der Differenzdruck über dem Staubbeutel
höher, bei geringerer Gebläseleistung wird der
Differenzdruck geringer. Zudem kann die am Gebläse anliegende
Spannung einbezogen werden, beispielsweise indem ein Korrekturfaktor
bei der Füllgradermittlung berücksichtigt wird,
da eine Abweichung der Spannung, z. B. eine Abweichung von einem
Sollwert von 230 V oder dergleichen, eine Änderung der
Gebläseleistung bewirkt und somit zu einem kleinen Fehler
bei der Füllgradermittlung führt. Durch die Eliminierung
oder Reduktion des Einflusses der Gebläseleistung auf den
Differenzdruck wird ein genauerer Füllgrad ermittelt.
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In
Ausführungsformen wird vor den Schritten (a), (b) und/oder
(c) ein evtl. Vorliegen eines Sonderereignisses geprüft
und als Sonderereignis ein Staubbeutel-Wechsel erkannt, wenn in einer
vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitspanne nach einem Einschalten
des Staubsaugers der Maximalwert um einen vorgegeben oder vorgebbaren
Wert unterschritten wird. Es wird eine Störung erkannt
und/oder ein Störungssignal erzeugt, wenn der Füllgrad
den Maximalwert nach der vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitspanne
um den vorgegebenen oder vorgebbaren Wert unterschreitet.
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Alternativ
wird der Staubbeutel-Wechsel erkannt, wenn in der vorgegebenen oder
vorgebbaren Zeitspanne eine Differenz von Füllgrad und
Maximalwert einen vorgegebenen oder vorgebbaren Grenzwert überschreitet
oder es wird eine Störung erkannt und/oder ein Störungssignal
erzeugt, wenn der Grenzwert nach der vorgegebenen oder vorgebbaren
Zeitspanne überschritten wird.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird bei Erkennen
des Staubbeutel-Wechsels der Füllgrad als Referenzwert
für einen leeren Staubbeutel insbesondere in einem nichtflüchtigen Speicher
hinterlegt.
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Bevorzugt
wird eine Füllgradanzeige in Abhängigkeit vom
ermittelten Füllgrad angesteuert. Dazu kann eine Klartextanzeige,
insbesondere in einem Display, und/oder Leuchtmittel vorgesehen
sein. Das Leuchtmittel kann zumindest eine Diode (LED) sein. Besonders
bevorzugt erzeugt die Diode farbiges Licht, wobei die Farbe einem
Füllgrad zugeordnet ist, so dass ein Nutzer einfach und
rasch den Füllgrad und/oder einen Staubbeutel-Wechselzeitpunkt erkennt.
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Bevorzugt
wird der Füllgrad auf Basis eines ermittelten Druckverlusts über
zumindest einem, dem Staubbeutel in einem Saugluftstrom vor- und/oder
nachgeordneten Filter korrigiert.
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Bezüglich
der Steuerungsvorrichtung ist bevorzugt vorgesehen, dass diese eine
elektrisch ansteuerbare Staubbeutel-Füllgradanzeige umfasst. Dies
hat den Vorteil, dass ein Nutzer Informationen über den
Füllgrad erhält.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Steuerungsvorrichtung
einen Zeitnehmer für eine Saugfortschrittsanzeige. Die
Saugfortschrittsanzeige kann, z. B. am Ende eines Saugvorgangs,
anzeigen, wie viel Staub eingesaugt wurde, beispielsweise als prozentualer
Füllgrad oder Staubmasse oder dergleichen. Dadurch erhält
der Nutzer Informationen über die von ihm geleistete Arbeit,
was wiederum seine Motivation erhöht.
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Nachfolgend
wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert. Einander entsprechende Gegenstände
oder Elemente sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Das
oder jedes Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung
der Erfindung zu verstehen. Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden
Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche Varianten und Kombinationen,
die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von einzelnen
in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen Beschreibungsteil
beschriebenen sowie in den Ansprüchen und/oder der Zeichnung
enthaltenen Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten für
den Fachmann im Hinblick auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar
sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen Gegenstand
oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen.
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Es
zeigen
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1 eine
schematische Darstellung eines Längsschnitts eines Staubsaugers,
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2 ein
Diagramm in welchem ein Differenzdruck in Abhängigkeit
von einer Zeit t für ausgewählte Bearbeitungssituationen
aufgetragen ist,
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3 ein
Diagramm in welchem ein Differenzdruck in Abhängigkeit
von einer Zeit t für weitere ausgewählte Bearbeitungssituationen
aufgetragen ist,
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4 ein
Diagramm in welchem ein Differenzdruck in Abhängigkeit
von einer Zeit t bei einem Sonderereignis aufgetragen ist,
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5 ein
Diagramm in welchem eine Gebläsekennlinie und Widerstandskennlinien
verschiedener Strömungswiderstände im Staubsauger
dargestellt sind,
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6 ein
Diagramm in welchem eine Gebläsekennlinie und Widerstandskennlinien
verschiedener Strömungswiderstände im Staubsauger
für zwei Füllgrade dargestellt sind,
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7 eine
schematische Darstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Steuerungsvorrichtung,
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8 ein
Flussdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens und
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9 ein
Flussdiagram einer Ausführungsform einer Unterroutine für
das Verfahren gemäß 8.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Längsschnitts eines
Staubsaugers 10. Ein Staubbeutel 12 ist in einem
Staubraum 14 des Staubsaugers 10 angeordnet. Ein
Saugrohrstutzen 16 eines Saugrohres 18 führt
in die Einlassöffnung 20 des Staubbeutels 12,
welcher an einer Befestigungsvorrichtung 22 im Staubraum 14 gehalten
ist. Der Staubbeutel 12 hat einen Innenraum 24 zur
Staubaufnahme. In einem nicht dargestellten Saugluftstrom ist dem
Staubbeutel 12 ein Gebläse 26 nachgeordnet, welchem
wiederum ein Abluftfilter 28 und eine Abluftöffnung 30 nachgeordnet
sind. Des Weiteren umfasst der Staubsauger 10 einen Ein/Aus-Schalter 32 sowie
Räder 34a, 34b. Bei dem Staubsauger 10 ist ein Differenzdrucksensor 38 vorhanden,
welcher den Druckunterschied zwischen dem Saugrohrstutzen 16 und
dem Staubraum 14 misst. Der Differenzdrucksensor 38 ist
auf einer ersten Seite mit dem Saugrohrstutzen 16 und auf
einer zweiten Seite mit dem Staubraum 14 verbunden oder
verbindbar, so dass ein Druck p1 im Saugrohrstutzen 16 sowie
ein Druck p2 im Staubraum 14 ermittelbar ist. Aus p2 und
p1 kann der Differenzdruck ermittelt werden, welcher dem Druckverlust über
dem Staubbeutel 12 entspricht. Alternativ können
zwei oder mehr geeignete Drucksensoren zur Ermittlung des Differenzdrucks über
dem Staubbeutel 12, insbesondere im Staubraum 14 und
im Saugrohrstutzen 16 vorgesehen sein.
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Eine
Steuerungsvorrichtung 40 des Staubsaugers 10 umfasst
einen Speicher 42 und eine Verarbeitungseinheit 44,
z. B. einen Mikrocontroller, und eine mit der Steuervorrichtung 40 korrespondierende Staubbeutel-Füllgradanzeige 46 zur
Anzeige des Füllgrads. Alternativ können Speicher 42 und/oder Verarbeitungseinheit 44 getrennt
von der Steuerungsvorrichtung 40 angeordnet, dieser jedoch
zugeordnet sein. Die Füllgradanzeige 46 kann in
einer separaten Anzeigeeinrichtung 45 oder in einem komplexen
Display 47 mit mehreren Anzeigen angeordnet sein.
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2 zeigt
ein Diagramm in welchem ein Differenzdruck in Abhängigkeit
von der Zeit t für ausgewählte Bearbeitungssituationen
aufgetragen ist. Für eine erste Zeitspanne t0 bis t1 liegt
als Bearbeitungssituation „Saugen” 48,
für eine zweite Zeitspanne t1 bis t2 „Saugdüse
umsetzen” 50 und für eine dritte Zeitspanne
t2 bis t3 wiederum „Saugen” 48 vor.
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Differenzdrücke
bei der Bearbeitungssituation „Saugen” 48 sind
im Wesentlichen kleiner als Differenzdrücke bei der Bearbeitungssituation „Saugdüse
umsetzen” 50. Insbesondere ein durchschnittlicher
Differenzdruck bei der Bearbeitungssituation „Saugen” 48,
erstes Differenzdruckniveau, ist kleiner als ein durchschnittlicher
Differenzdruck bei der Bearbeitungssituation „Saugdüse
umsetzen” 50, zweites Differenzdruckniveau.
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3 zeigt
ein Diagramm, in welchem der Differenzdruck in Abhängigkeit
von der Zeit t für weitere ausgewählte Bearbeitungssituationen
aufgetragen ist. Dabei entspricht ein erster Abschnitt des Graphen
im Wesentlichen dem in 2 dargestellten. Bei der Bearbeitungssituation „Saugdüse
umsetzen” 50 (erstes Umsetzen der Saugdüse 50a)
hat der Staubbeutel 12 (in 1 gezeigt)
einen ersten Füllgrad. Bei einem Einsaugen 52 von
Staub, was eine Erhöhung des Füllgrads des Staubbeutels 12 bedingt,
steigt der Differenzdruck an, hier über das erste und zweite
Differenzdruckniveau. Es ergibt sich also aufgrund des Einsaugens 52 beim
Saugen 48 ein drittes Differenzdruckniveau. Bei der Bearbeitungssituation „Saugdüse
umsetzen” 50 (zweites Umsetzen der Saugdüse 50b)
erhöht sich wiederum der Differenzdruck im Vergleich zum
Differenzdruck beim Saugen 48. Es ergibt sich beim zweiten
Umsetzen 50b also ein viertes Differenzdruckniveau, welches
wiederum höher als das dritte Differenzdruckniveau ist.
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Beispielhaft
ist hier ist der Verlauf des Differenzdruck-Graphen bei einem Einsaugen 52 einer Staubmenge
dargestellt, welche im Wesentlichen 25% des Fassungsvermögens
des Staubbeutels 12, auch als maximaler Füllgrad
bezeichnet, entspricht. Andere geeignete Staubmengen sind jedoch
möglich.
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4 zeigt
ein Diagramm, in welchem der Differenzdruck in Abhängigkeit
von einer Zeit t bei einem Sonderereignis 54 aufgetragen
ist. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Differenzdruck beim Saugen 48,
welcher hier über 20 mbar liegt, sinkt der Differenzdruck
bei Eintreten des Sonderereignisses 54 in kurzer Zeit ab,
erreicht jedoch bei Wegfall des Sonderereignisses 54 rasch
im Wesentlichen wieder den vorherigen durchschnittlichen Differenzdruck beim
Saugen 48. Der ermittelte Füllgrad nimmt, korrespondierend
zum Sonderereignis 54, also einen kleinen Wert an.
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Überschreitet
eine Differenz des ermittelten Füllgrads und eines im Maximalwertspeicher
hinterlegten Füllgrads Maximalwert – einen vorgegebenen oder
vorgebbaren Grenzwert, wird das Sonderereignis 54 einer
Blockade des Saugluftstroms stromaufwärts des Differenzdrucksensors 38 (in 1 dargestellt),
also z. B. eine verstopfte oder verschlossene Saugdüse
oder dergleichen, erkannt. Dieses Sonderereignis 54 kann
zudem mittels einer Anzeigevorrichtung 47 angezeigt werden.
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Des
Weiteren kann als zusätzlicher Parameter für die
Ermittlung des Füllgrads eine Einschaltdauer des Staubsaugers 10 ermittelt
werden. Wenn der Grenzwert zu oder nach einem vorgegeben oder vorgebbaren
Zeitpunkt, z. B Grenzzeit tmin, überschritten
wird, so wird die Sondersituation 54 der Blockade erkannt;
wird der Grenzwert vor dem vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitpunkt,
insbesondere zeitnah zu einem Einschalten des Staubsaugers 10, überschritten,
so wird ein Staubbeutel-Wechsel erkannt und der gemessene Wert des
Füllgrads als Referenzwert für einen leeren Staubbeutel 12 im
Speicher 42, insbesondere in einer Variablen des Speichers,
hinterlegt. Im Zusammenhang mit dem Staubbeutel-Wechsel kann die
Anzeigevorrichtung kalibriert werden.
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Der
Differenzdruck sinkt im Zusammenhang mit der Blockade, hier einer
im Wesentlichen vollständig mit einer Hand verschlossenen
Staubdüsenöffnung, ab.
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5 zeigt
ein Diagramm, in welchem eine Gebläsekennlinie 58 und
Widerstandskennlinien verschiedener Strömungswiderstände
im Staubsauger 10 (in 1 dargestellt)
dargestellt sind. Die Widerstandskennlinien sind hier als Widerstandskennlinie des
Staubsaugers bei aufgesetzter Saugdüse – erste Widerstandskennlinie 60 –,
Widerstandskennlinie des Staubsaugers bei abgehobener Saugdüse – zweite
Widerstandskennlinie 62 – und Widerstandskennlinie
des Staubbeutels – Staubbeutel-Widerstandskennlinie 64 – dargestellt.
Der Verlauf der Gebläsekennlinie 58 ist abhängig
von einem Gebläsetyp, z. B. Axial- oder Radialgebläse.
Hier ist die Gebläsekennlinie 58 eines beliebigen
Radialgebläses exemplarisch gezeigt.
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6 zeigt
ein Diagramm, in welchem eine Gebläsekennlinie 58 und
Widerstandskennlinien verschiedener Strömungswiderstände
im Staubsauger 10 für zwei Füllgrade
dargestellt sind, nämlich die Widerstandskennlinie des
Staubsaugers 10 bei abgehobener Saugdüse für
den Füllgrad A 62a und für den Füllgrad
B 62b sowie die Widerstandskennlinie des Staubbeutels 12 bei
abgehobener Saugdüse für den Füllgrad
A 64a und den Füllgrad B 64b.
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Dabei
entsprechen die Gebläsekennlinie 58 sowie die
Widerstandskennlinie des Staubsaugers 10 und des Staubbeutels 12 bei
Füllgrad A 62a, 64a der Gebläsekennlinie 58 und
der ersten und zweiten Widerstandskennlinien 62, 64 wie
in 5 dargestellt. Für die Widerstandskennlinien
ergibt sich, dass bei einer Erhöhung des Füllgrads
von A zu B bei gleichem Volumenstrom die Druckdifferenz erhöht
ist.
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7 zeigt
eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Steuerungsvorrichtung 40 mit
einer Verarbeitungseinheit 44, hier als Mikrocontroller
dargestellt, mit einem Speicher 42, z. B. einem nichtflüchtigen
Speicher, in welchem ein Maximalwert 66 des Staubbeutel-Füllgrads
hinterlegt oder hinterlegbar ist. Zudem kann ein Referenzwert für
einen leeren Staubbeutel 68 und/oder weitere Parameter 70 hinterlegt
sein. Die Verarbeitungseinheit 44 erhält zumindest
ein Eingangssignal eines Differenzdrucksensors 38. Zusätzlich
kann sie zumindest ein Eingangssignal von zumindest einem weiteren
Drucksensor erhalten oder alternativ Eingangssignale von zumindest
zwei Drucksensoren. Des Weiteren erhält sie als Eingangssignal
zumindest ein mit einer Leistungseinstellung des Gebläses 26 korrespondierendes
Signal und/oder ein mit einer Netzspannung korrespondierendes Signal,
hier von einem Netzspannungssensor 72. Im Speicher 42 sind
Programmcodeanweisungen zur Implementation des Verfahrens gespeichert,
wie vorhergehend und nachfolgend beschrieben. Mittels der Verarbeitungseinheit 44 ist
eine Staubbeutel-Füllgradanzeige 46, beispielsweise
LCD-Anzeige, Siebensegmentanzeige und/oder LED(s), ansteuerbar. Zudem
kann die Steuerungsvorrichtung 44 zumindest einen Zeitnehmer
für eine Saugfortschrittsanzeige umfassen.
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8 zeigt
ein Flussdiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens, hier als Hauptprogramm 74 dargestellt, wobei
nach einem Start 76 des Hauptprogramms 74 ein
Register beschrieben 78 wird, insbesondere mit Werten,
welche eine Unterroutine 80 und/oder Timer, Anaolg-Digital-Umwandler
und/oder dergleichen betreffen. Es erfolgt eine Variablendefinition 82,
bevor ein Lesen von Algorithmusparametern 84 für
die Füllgradermittlung, z. B. der Referenzwert für
einen leeren Staubbeutel 68, aus dem Speicher 42 erfolgt
und die Unterroutine 90, insbesondere als Endlosschleife 86,
gestartet wird. Es erfolgt nach Abarbeitung jedes Aufrufs der Unterroutine 90 eine
Rückkehr 88 der Verarbeitungseinheit 44 (in 7 gezeigt)
in die Endlosschleife 86 des Hauptprogramms 74.
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9 zeigt
ein Flussdiagramm einer Ausführungsform der Unterroutine 90 für
das Verfahren gemäß 8. Die Unterroutine 90 ermittelt
wiederholt, insbesondere im 10 ms Takt zunächst eine Gebläseleistung
und/oder Netzspannung 92. Zudem wird der Differenzdruck
ermittelt 94. Es erfolgt sodann eine Prüfung 96 der
ermittelten Werte mittels eines oder mehrerer Gültigkeitskriteriums/-kriterien,
z. B. eine Standardabweichung. Ist das oder jedes Gültigkeitskriterium
verletzt, so wird die Unterroutine 98 beendet. Liegt keine
Verletzung vor, so werden Sensordaten auf das Vorliegen eines Sonderereignisses 54 (in 4 dargestellt)
geprüft 100 und aufbereitet. Wird ein Sonderereignis
festgestellt 102, so werden abhängig von einer
Art des Sonderereignisses eine Staubbeutelwechselroutine gestartet 104,
der Maximalwertspeicher zurückgesetzt 106 und
ein Referenzwert für einen leeren Staubbeutel 12 ermittelt 106,
oder es erfolgt, wenn eine Druckabweichung festgestellt 108 wird,
eine Störungsanzeige 110 und das Ende der Unterroutine 98.
Wird kein Sonderereignis festgestellt 102, so erfolgt eine
Ermittlung des Staubbeutel-Füllgrads 112. Diese
liefert einen aktuellen Staubbeutel-Füllgrad und bezieht
Differenzdruck, Gebläseleistung und den Referenzwert für
den leeren Staubbeutel 68 (in 7 dargestellt)
ein. Der jeweils ermittelte Füllgrad wird mit dem Maximalwert aus
dem Maximalwertspeicher verglichen 114 und der ermittelte
Füllgrad wird als Maximalwert übernommen, der
Maximalwertspeicher wird also aktualisiert 116, wenn der
Füllgrad den Maximalwert überschreitet und der
Maximalwert wird sodann als Anzeigewert verwendet 118.
Ist der hinterlegte Maximalwert nicht überschritten, so
wird der hinterlegte Maximalwert als Anzeigewert verwendet 118.
Es erfolgt ein Darstellung des Anzeigewertes 120 und das Ende
der Unterroutine 98.
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Im
Folgenden wird anhand ausgewählter Figuren das Verfahren
näher erläutert.
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Bei
der Bearbeitungssituation „Saugen” 48 wie
in 2 ist die Saugdüse auf eine zu saugende Oberfläche
aufgesetzt, z. B. den Fußboden, und wird im Wechsel vorwärts
und rückwärts bewegt, was Schwankungen des Differenzdrucks
insbesondere einen alternierenden Differenzdruck in Abhängigkeit von
der Bewegungsrichtung bedingt. Dabei ist ein mittlerer Differenzdruck
abhängig von einem Bodenbelag und einem verwendeten Saugdüsentyp.
Ein eindeutiger Zusammenhang von Staubbeutel-Füllgrad und
ermitteltem Differenzdruck ist im Wesentlichen nicht gegeben. Bei
der Bearbeitungssituation „Saugdüse umsetzen” 50,
z. B. weil der Saugvorgang für einen bestimmten Oberflächenbereich
beendet ist oder ein anderer Bereich gesaugt werden soll, wird die
Saugdüse von der Oberfläche abgehoben. Dabei steigt
der Differenzdruck im Vergleich zur Bearbeitungssituation „Saugen” 48 an
und bleibt für die Zeit, in welcher die Saugdüse
abgehoben ist, auf einem Niveau, welches im Wesentlichen höher
ist als ein Differenzdruckniveau bei aufgesetzter Saugdüse, also
bei der Bearbeitungssituation „Saugen” 48.
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Es
ist zudem möglich, eine Standardabweichung ausgewählter
oder aller Differenzdruckwerte zu ermitteln. Bei der Bearbeitungssituation „Saugdüse
umsetzen” 50 ist die Standardabweichung kleiner, insbesondere
signifikant kleiner, als bei der Bearbeitungssituation „Saugen” 48.
Eine Signifikanz kann dabei mittels bekannter statistischer Methoden
ermittelt werden.
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In 3 ist
die Änderung des Differenzdrucks bei einem Einsaugen 52 einer
Staubmenge, welche im Wesentlichen 25% des Fassungsvermögens
(auch als maximaler Füllgrad bezeichnet) des Staubbeutels 12 entspricht,
beispielhaft dargestellt. Beim ersten Umsetzen 50a der
Saugdüse wird dem Differenzdruck von etwa 15 mbar ein Füllgrad
A zugeordnet. Bei einem Einsaugen 52 einer Staubmenge,
welche im Wesentlichen 25% des Fassungsvermögens des Staubbeutels 12 entspricht,
erhöht sich der Differenzdruck auf einen Wert von etwa
28 mbar. Mittels hinterlegter Zusammenhänge, z. B. einer
mathematischen Modellgleichung und/oder Zuordnungsmatrix, wird diesem
höheren Wert des Differenzdrucks ein zweiter Füllgrad
(Füllgrad A + 25%) zugeordnet.
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Die
physikalischen Grundlagen für die Ermittlung des Füllgrads
können der 5 entnommen werden. Das Gebläse 26 muss
Strömungswiderstände überwinden. Diese
verhalten sich entsprechend der Formel: Δp
= 1/2·ξρv2
(1) mit
- f
- = Strömungswiderstandbeiwert
- p
- = Dichte der Luft
- v
- = Strömungsgeschwindigkeit
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Der
Strömungswiderstandsbeiwert ergibt sich aus der Addition
der Widerstandsbeiwerte der verschiedenen Einzelwiderstände,
nämlich:
Bodenbelag,
Saugdüse,
Strömungsweg,
insbesondere Teleskoprohr, Handgriff, Saugschlauch,
Staubbeutel,
Motorschutzfilter,
Abluftfilter.
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Zusätzliche
Widerstandsbeiwerte sind möglich.
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Somit
ergibt sich für den Druckverlust für den gesamten
Staubsauger
10:
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In
einer üblichen Bearbeitungssituation bei aufgesetzter Saugdüse,
insbesondere auf einem Boden aufgesetzter Saugdüse, stellt
sich, wie in 5 gezeigt, der Arbeitspunkt
A ein. Dieser Arbeitspunkt A ist abhängig von allen oben
aufgeführten Einzelwiderständen, nämlich
Bodenbelag, Saugdüse, Strömungsweg Teleskoprohr/Handgriff/Saugschlauch, Staubbeutel 12,
Motorschutzfilter und Abluftfilter 28. Mittels der Drucksensoren,
insbesondere mittels des Differenzdrucksensors 38, wird
der Druckverlust ermittelt, welcher vom Staubbeutel 12 verursacht
wird. Entsprechend der Staubbeutel-Widerstandskennlinie 64 wird
die Druckdifferenz gemessen, die durch Punkt C festgelegt ist. Diesem
Wert lässt sich jedoch kein eindeutiger Wert für
den Staubbeutel-Füllgrad zuordnen, da beispielsweise ein
anderer Saugdüsentyp und/oder anderer Boden den Arbeitspunkt
A auf der Gebläsekennlinie 58 wandern lässt
und somit andere Werte des Differenzdrucks im Punkt C gemessen werden,
obwohl sich der Füllgrad nicht geändert hat.
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Diese
Abhängigkeit lässt sich vermeiden oder zumindest
verringern, indem Werte des Differenzdrucks verwendet werden, welche
im Moment des Abhebens der Saugdüse ermittelt werden, z.
B. wenn die Saugdüse von einem bereits gereinigten Bereich
in einen anderen, noch zu reinigenden Bereich bei eingeschaltetem
Gebläse 26 umgesetzt wird („Saugdüse
umsetzen” 50). Dabei stellt sich der Arbeitspunkt
B ein, der sich im Vergleich zum Arbeitspunkt A dadurch auszeichnet,
dass ein höherer Volumenstrom durch das Gebläse 26 gefördert
wird. Aufgrund der Staubbeutel-Widerstandskennlinie 64 wird ein
Druckverlust durch den Staubbeutel 12 verursacht, der dem
Wert des Punktes D entspricht. Dieser Wert lässt sich sehr
viel einfacher einem Füllgrad zuordnen, da die Abhängigkeit
vom Saugdüsentyp und Bodenbelag eliminiert ist.
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Die
Abhängigkeit von den Sättigungszuständen
des Motorschutzfilters und Abluftfilters 28 ist gering,
so dass der dadurch verursachte Fehler in der Füllgradermittlung
vernachlässigbar ist. In einer alternativen Ausführungsform
können diese Einflüsse jedoch berücksichtigt
werden, indem mittels weiterer geeigneter Drucksensoren der Druckverlust
durch den Motorschutzfilter und/oder Abluftfilter 28 etc.
ermittelt und deren Werte bei der Füllgradbestimmung als
geeignet berücksichtigt werden.
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Es
ist besonders vorteilhaft, dass die Werte des Druckverlustes im
Punkt D im Wesentlichen in jeder Bearbeitungssituation höher
sind als im Punkt C, da dies die Verwendung des Maximalwertspeichers ermöglicht.
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In 6 ist
der Einfluss eines sich steigernden Füllgrades des Staubbeutels 12 auf
Volumenstrom und Druckdifferenz bei abgehobener Saugdüse
dargestellt. Hat der Staubbeutel 12 einen Füllgrad A,
welcher beliebig sein kann, jedoch kleiner als 100% ist, so stellt
sich der Arbeitspunkt E ein. Der mittels des Differenzdrucksensors 38 ermittelte Druckverlust
durch den Staubbeutel 12 entspricht dem Punkt G und wird
entsprechend der im Speicher 42 hinterlegten Zuordnungsmatrix
oder des Algorithmus (z. B. einer mathematischen Modellgleichung oder
dergleichen) dem Füllgrad A zugeordnet. Wird durch eingesaugten
Staub der Füllgrad des Staubbeutels 12 erhöht,
so verändert sich entsprechend der Formel (1) die Staubbeutel-Widerstandskennlinie 64,
da der Widerstandsbeiwert des Staubbeutels 12 bei größerer
Füllung ansteigt. Gleichzeitig verändert sich
auch der Verlauf der Gebläsekennlinie 58, da aufgrund
der Formel (2) auch der Widerstandsbeiwert des gesamten Staubsaugers 10 größer
wird. Bei Füllgrad B stellt sich folglich der Arbeitspunkt
F ein. Der Differenzdrucksensor 38 misst nun eine Druckdifferenz über
dem Staubbeutel 12, die dem Zustandspunkt H entspricht.
Diese kann nun wiederum eindeutig dem Füllgrad B zugeordnet
und zur Anzeige gebracht werden.
-
Damit
lässt sich die Erfindung kurz wie folgt darstellen:
Angegeben
werden ein Verfahren zur Anzeige eines Füllgrads eines
Staubbeutels 12 in einem Staubsauger 10, wobei
wiederholt ein Differenzdruck über dem Staubbeutel 12 ermittelt
wird, wobei der Differenzdruck anhand eines Gültigkeitskriteriums
geprüft wird und wobei der Füllgrad auf Basis
des Differenzdruckwerts ermittelt wird, wenn das Gültigkeitskriterium
erfüllt wird, eine Steuerungsvorrichtung 40 für
einen Staubsauger 10 mit einem Speicher 42 und
einer Verarbeitungseinheit 44, wobei in dem Speicher 42 Programmcodeanweisungen
zur Implementation des Verfahrens gespeichert sind und wobei die
Verarbeitungseinheit 44 im Betrieb bei Ausführung
der Programmcodeanweisungen eine Ansteuerung einer Staubbeutel-Füllgradanzeige 46 entsprechend
dem ermittelten Füllgrad bewirkt.
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Bezugszeichenliste
-
- 10
- Staubsauger
- 12
- Staubbeutel
- 14
- Staubraum
- 16
- Saugrohrstutzen
- 18
- Saugrohr
- 20
- Einlassöffnung
- 22
- Befestigungsvorrichtung
- 24
- Innenraum
- 26
- Gebläse
- 28
- Abluftfilter
- 30
- Abluftöffnung
- 32
- Ein/Aus-Schalter
- 34a,
34b
- Räder
- 38
- Differenzdrucksensor
- 40
- Steuerungsvorrichtung
- 42
- Speicher
- 44
- Verarbeitungseinheit
- 45
- Separate
Anzeige
- 46
- Staubbeutel-Füllgradanzeige
- 47
- Display
- 48
- Saugen
- 50
- Saugdüse
umsetzen
- 50a
- erstes
Umsetzen
- 50b
- zweites
Umsetzen
- 52
- Einsaugen
- 54
- Sonderereignis
- 58
- Gebläsekennlinie
- 60
- erste
Widerstandskennlinie
- 62
- zweite
Widerstandskennlinie
- 62a
- Widerstandskennlinie
Staubsauger (Füllgrad A)
- 62b
- Widerstandskennlinie
Staubsauger (Füllgrad B)
- 64
- Staubbeutel-Widerstandskennlinie
- 64a
- Widerstandskennlinie
Staubbeutel (Füllgrad A)
- 64b
- Widerstandskennlinie
Staubbeutel (Füllgrad B)
- 66
- Maximalwert
- 68
- Referenzwert
leerer Staubbeutel
- 70
- Parameter
- 72
- Netzspannungssensor
- 74
- Hauptprogramm
- 76
- Start
- 78
- Register
beschreiben
- 80
- Anfang
Unterroutine
- 82
- Variablendefinition
- 84
- Lesen
von Algorithmusparametern
- 86
- Aufruf
der Unterroutine
- 88
- Rückkehr
- 90
- Unterroutine
- 92
- Ermittlung
Gebläseleistung und/oder Netzspannung
- 94
- Ermittlung
Differenzdruck
- 98
- Rückkher
zum Aufruf 86 der Unterroutine
- 100
- Prüfung
Sonderereignis
- 102
- Feststellung
Sonderereignis
- 104
- Start
Staubbeutelwechselroutine
- 106
- Zurücksetzen
Maximalwertspeicher
- 106
- Ermittlung
Referenzwert leerer Staubbeutel
- 108
- Feststellung
Druckabweichung
- 110
- Störungsanzeige
- 112
- Ermittlung
Staubbeutel-Füllgrad
- 114
- Vergleich
Füllgrad und Maximalwert
- 116
- Aktualisierung
Maximalwertspeicher
- 118
- Verwendung
Maximalwert als Anzeigewert
- 120
- Darstellung
Anzeigewerte
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 3914305
C2 [0002]
- - DE 4323222 C2 [0003]
- - WO 2007/017320 A1 [0004]