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Die
Erfindung betrifft eine Aufspulmaschine zum Aufwickeln mehrerer
Fäden gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren zum Erstanlegen und Spindelwechsel einer Fadenschar
in einer derartigen Aufspulmaschine gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 9.
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Um
in einem Schmelzspinnprozess zur Herstellung synthetischer Fäden
eine Fadenschar parallel zu Spulen aufzuwickeln, werden üblicherweise
automatische Aufspulmaschinen eingesetzt, bei welchem die Fäden
abwechselnd an zwei Spulspindeln gewickelt werden. So lassen sich
die Fäden durch Positionswechsel der Spulspindeln, die
abwechselnd durch einen beweglichen Spindelträger in einem
Wickelbereich und einem Wechselbereich gehalten werden, kontinuierlich
zu Spulen wickeln. Zur Durchführung derartige Spindelwechsel
in einer automatischen Aufspulmaschine werden Hilfseinrichtungen verwendet,
um die Fadenschar bei der Übergabe zwischen den Spulspindeln
zu führen. So ist beispielsweise aus der
WO 99/12837 eine Aufspulmaschine
und ein Verfahren zum Spindelwechsel bekannt. Hierbei wird eine
Hilfseinrichtung in Form einer sich parallel zu den Spulspindeln
erstreckenden Fadenführerleiste eingesetzt, die mittels
eines schwenkbaren Schwenkarmes aus einer Ruheposition in eine Fangposition
führbar ist. Damit lassen sich die Fäden in dem
Bereich zwischen den beiden Spulspindeln gemeinsam auslenken.
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Neben
den für den Spindelwechsel erforderlichen Hilfseinrichtungen
weisen derartige Aufspulmaschinen jedoch weitere Hilfseinrichtungen
auf, um zu Prozessbeginn ein Erstanlegen der Fäden vornehmen
zu können. Beim Erstanlegen der Fäden wird die
Fadenschar üblicherweise durch eine manuell geführte
Absaug vorrichtung geführt, so dass ein Einfädeln
und Selektieren der Fäden auf die einzelnen Spulstellen
innerhalb der Aufspulmaschine erforderlich ist. Hierzu weist die
bekannte Aufspulmaschine eine Anlegeeinrichtung mit weiteren Führungsmitteln
auf, die im Wesentlichen ein Einfädeln der Fäden in
eng benachbarten Fadenführern sowie ein Selektieren der
Fäden ermöglichen. Um unzulässige Fadenumlenkungen
und vorbestimmte Fadenverläufe innerhalb der Aufspulmaschine
zu erreichen, wirken die Führungsmittel zum Spindelwechsel
und die Führungsmittel zum Erstanlegen zusammen. Insoweit müssen
die Bewegungsabläufe mehrerer Führungsmittel koordiniert
werden, um vorbestimmte Fadenführungen und insbesondere
ein sicheres Fadenfangen zu ermöglichen.
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Es
ist nun Aufgabe der Erfindung, eine Aufspulmaschine zum Aufwickeln
mehrerer Fäden der gattungsgemäßen Art
zu schaffen, bei welcher die Fäden mit möglichst
geringem apparativen Aufwand zum Erstanlegen und zum Spindelwechsel
führbar sind.
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Es
ist auch Ziel der Erfindung, ein Verfahren zum Erstanlegen und zum
Spindelwechsel in einer derartigen Aufspulmaschine bereitzustellen,
mit welchem die Fäden möglichst sicher und schonend
führbar sind.
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Diese
Aufgabe wird durch die Aufspulmaschine mit den Merkmalen nach Anspruch
1 sowie durch das Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 9 gelöst.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen
der jeweiligen Unteransprüche definiert.
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Die
Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass alle Hilfsfadenführungen
innerhalb der Aufspulmaschine sowohl beim Erstanlegen der Fadenschar als
auch beim Spindelwechsel der Fadenschar durch ein gemeinsames Führungsmittel
ausführ bar sind. So lassen sich sowohl Auslenkungen der
Fäden entlang der Spulspindeln als auch Auslenkungen der
Fäden radial zur Spulspindel erfindungsgemäß derart kombinieren,
dass die Hilfseinrichtung durch einen gemeinsame Führungsleiste
mit mehreren entlang der Führungsleiste mit Abstand nebeneinander
angeordneten und verschiebbaren Fadenführern gebildet sind.
Hierbei sind die Führungsleiste und die Fadenführer
beweglich gehalten und unabhängig voneinander in mehreren
Positionen positionierbar. Damit lässt sich sowohl bei
der Verteilung der Faden parallel zur Spulspindel als auch bei der
Auslenkung der Fäden radial zur Spulspindel eine flexible
Fadenführung ausführen. So lassen sich insbesondere
wenige Kontaktstellen zur Führung der Fäden realisieren,
so dass die Fäden beim Erstanlegen und beim Spindelwechsel
mit geringen Fadenumschlingungen und damit mit geringen zusätzlichen
Fadenspannungen führbar sind.
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Die
Anforderungen zur Führung der Fäden beim Erstanlegen
an eine im Wickelbereich gehaltene Spulspindel lässt sich
vorteilhaft dadurch verbessern, dass die Fadenführer entlang
der sich parallel zur Spulspindel erstreckenden Führungsleiste
kollektiv jeweils zwischen einer Sammelstellung und einer Anlegestellung
führbar sind. So könnten die Fadenführer
in der Sammelstellung unmittelbar dicht nebeneinander angeordnet
sein, so dass ein manuelles Einfädeln mittels einer Absaugvorrichtung
in Form einer Saugpistole durch eine Bedienperson in einfacher Art
und Weise möglich ist. Zur Selektierung werden die Fadenführer
dann in ihre Anlegestellungen geführt, so dass jeder der
Fäden den am Umfang der Spulspindel gehaltenen Hülsen
zugeordnet sind.
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Die
Positionierung der Führungsleiste lässt sich gemäß einer
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bevorzugt durch einen
schwenkbaren Träger realisieren, der die Führungsleiste
hält und mittels eines Schwenkantriebes die Führungsleiste
zwischen einer Ruheposition und mehrerer Betriebspositionen hin-
und herführt.
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Zum
Einfädeln der Fadenschar beim Erstanlegen wird bevorzugt
die Weiterbildung der Erfindung eingesetzt, bei welcher in einer
der Betriebspositionen der Führungsleiste in die Fadenführer
in ihrer Sammelstellung mit kurzem Abstand nebeneinander an einem
Ende der Führungsleiste gehalten sind und nach einem Einfädeln
der Fäden in ihre Anlegestellung führbar sind.
Eine derartige Sammelposition der Führungsleiste lässt
sich insbesondere im Hinblick auf eine einfache Bedienbarkeit hin
wählen. So können beispielsweise die Fadenführer
an der Führungsleiste in eine obere Betriebsposition oberhalb der
Spulspindeln geführt werden.
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Hierbei
ist besonders vorteilhaft, wenn die Fadenführer der Führungsleiste
in der Sammelposition mit ortsfesten oberhalb des Spindelträgers
angeordneten Kopffadenführern zusammenwirken. So sind keine
weiteren Hilfsführungen der Fäden erforderlich.
Die Kopffadenführer können in diesem Fall durch
einfach umschlungene Stifte, Rollen oder auch durch Ösen
gebildet sein.
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Um
eine kollektive Verstellung der Fadenführer an der Führungsleiste
ausführen zu können, lassen sich mechanische oder
pneumatische Mittel einsetzen. Eine besonders einfache und sichere
Positionierung der Fadenführer an der Fadenführungsleiste
wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
mittels eines Seilzuges realisiert.
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Weitere
Vorteile der Erfindung werden anhand einiger Ausführungsbeispiele
unter Bezug der beigefügten Figuren nachfolgend näher
beschrieben.
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Es
stellen dar:
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1 schematisch
eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Aufspulmaschine
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2 schematisch eine Vorderansicht der Aufspulmaschine
aus 1 in verschiedenen Betriebssituationen
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3 schematisch
eine Vorderansicht der Aufspulmaschine aus 1 in einer
Betriebssituation
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4 schematisch
ein Ausführungsbeispiel einer Führungsleiste mit
verschiebbaren Fadenführern
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In
den 1, 2 und 3 ist
ein erstes Ausführungsbeispiel einer Aufspulmaschine gemäß der Erfindung
dargestellt. 1 zeigt die Aufspulmaschine
in einer Seitenansicht, in den 2.1, 2.2 und 2.3 ist
eine Vorderansicht der Aufspulmaschine beim Erstanlegen der Fäden
und in 3 ist eine Vorderansicht der Aufspulmaschine bei
einem Spindelwechsel dargestellt. Die nachfolgende Beschreibung
gilt für alle Figuren insoweit kein ausdrücklicher
Bezug zu einer der Figuren gemacht ist.
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Die
Aufspulmaschine weist eine frei auskragend gelagerte Spulspindel 2.1 auf.
Die Spulspindel 2.1 ist an einem Spindelträger 3 drehbar
gehalten und mit einem hier nicht dargestellten Antrieb verbunden.
Am Umfang der Spulspindel 2.1 sind mehrere Hülsen 7 hintereinander
aufgesteckt und verspannt. Die Hülsen 7 weisen
an einem Ende einen Fangschlitz 16 auf.
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Der
Spindelträger 3 ist in einem Maschinengestell 1 drehbar
gelagert. Um nach einem Prozessbeginn mehrere Fäden kontinuierlich
ohne Unterbrechung aufwickeln zu können, ist an dem Spindelträger 3 eine
zweite Spulspindel 2.2 gehalten. Die zweite Spulspindel 2.2 ist
identisch zu der ersten Spulspindel 2.1 ausgeführt
und an dem Spindelträger um 180° versetzt angeordnet.
Der Spindelträger 3 ist hierzu als sogenannter
Spulrevolver ausgeführt und mit einem hier nicht dargestellten
Drehantrieb verbunden. Durch Drehung des Spindelträgers 3 lassen sich
die Spulspindel 2.1 und 2.2 abwechselnd zwischen
einem Wickelbereich zum Aufwickeln der Fäden und einen
Wechselbereich zum Abnehmen der gewickelten Spulen führen.
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In
den Darstellungen von 1 und 2 befindet
sich die Spulspindel 2.1 in dem Wickelbereich und die Spulspindel 2.2 in
dem Wechselbereich. In 3 ist ein Spindelwechsel dargestellt,
so dass die Spulspindel 2.1 in dem Wechselbereich und die
Spulspindel 2.2 in dem Wickelbereich geführt wird.
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In
dem Wickelbereich wirken die Spulspindeln 2.1 oder 2.2 mit
einer oberhalb des Spindelträgers 3 angeordneten
Andrückwalze 5 sowie eine darüber angeordnete
Changiereinrichtung 4 zusammen. Die Changiereinrichtung 4 weist
pro Wickelstelle eine Changiereinheit auf, durch welche jeweils
ein Faden innerhalb eines Changierhubes hin- und herführbar ist.
Die Andrückwalze 5 ist vorzugsweise an einer hier
nicht dargestellten Schwinge drehbar gelagert und wird während
des Wickelns der Fäden am Umfang der zu bildenden Spule
gehalten. Hierzu erstreckt sich die Andrückwalze 5 im
Wesentlichen über die gesamte Länge der Spulspindel 2.1 oder 2.2.
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Oberhalb
der Changiereinrichtung 4 ist pro Wickelstelle ein Kopffadenführer 17 vorgesehen,
die den Einlauf der Fäden 6 in die Wickelstellen
der Aufspulmaschine bilden.
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Bei
der in 1 dargestellten Aufspulmaschine sind insgesamt
vier Hülsen 7 an der Spulspindel 2.1 gehalten,
so dass insgesamt vier Fäden 6 parallel nebeneinander
zu jeweils einer Spule gewickelt werden. Die Anzahl der Wickelstellen
in diesem Ausführungsbeispiel der Aufspulmaschine ist beispielhaft.
Grundsätzlich können 8, 10 oder 12 oder noch mehr
Hülsen an einer Spulspindel gehalten sein, um die gleiche
Anzahl von Fäden zu Spulen aufzuwickeln. Der Aufbau und
die Funktion des dargestellten Ausführungsbeispiels ist
unabhängig von der Anzahl der Wickelstellen.
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Zur
Führung der Fadenschar beim Erstanlegen der Fäden
zu Prozessbeginn und bei einem Spindelwechsel während des
Prozesses ist eine Hilfseinrichtung 8 vorgesehen, die sowohl
die Führungsmittel zum Führen der Fäden
zum Erstanlegen als auch die Führungsmittel zum Führen
der Fäden bei einem Spindelwechsel aufweist. Die Hilfseinrichtung 8 ist
hierzu durch eine Führungsleiste 9 gebildet, die
sich im Wesentlichen parallel zu der Spulspindel 2.1 erstreckt.
Die Führungsleiste 9 erstreckt sich im Wesentlichen über
die gesamte Länge der Spulspindel 2.1 und ist
an einem Ende mit einem Träger 11 gekoppelt. Der
Träger 11 ist schwenkbar ausgebildet und über
die Schwenkachse 13 in dem Maschinengestell 1 gehalten.
Dem Träger 11 ist ein Schwenkantrieb 12 zugeordnet,
so dass der Träger 11 die Führungsleiste 9 aus
einer Ruheposition in mehrere Betriebspositionen hin- und herführen
kann.
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An
der sich parallel zur Spulspindel 2.1 erstreckenden Führungsleiste 9 sind
mehrere Fadenführer 10 beweglich angeordnet, um
in Längsrichtung der Führungsleiste 9 zwischen
mehreren Positionen hin- und hergeführt zu werden. Die
Anzahl der Fadenführer 10 an der Führungsleiste 9 ist
identisch zu der Anzahl der Wickelstellten in der Aufspulmaschine,
so dass jeder Wickelstelle einer der Fadenführer 10 zugeordnet
ist. Die Fadenführer 10 können hierbei mechanisch,
elektrisch oder pneumatisch geführt und gekoppelt sein.
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Um
zu Prozessbeginn eine Fadenschar von mehreren Fäden in
die Aufspulmaschine anzulegen, wird die Fadenschar zunächst
durch eine Absaugvorrichtung 14 geführt. Die Absaugvorrichtung 14 wird vorzugsweise
als eine Saugpistole ausgebildet und durch eine Bedienperson geführt.
Die Fadenschar wird hierzu beispielsweise aus einer vorgeordneten Spinneinrichtung
kontinuierlich durch die Absaugvorrichtung 14 abgesaugt
und zu einem Abfallbehälter geführt. Zum Einlegen
der Fäden in die Prozessaggregate bzw. in die Aufspulmaschine
wird die Absaugvorrichtung 14 durch die Bedienperson manuell geführt.
So werden die Fäden 6 zunächst in die
Kopffadenführer 17 eingefädelt. Grundsätzlich
sind jedoch auch Ausführungen bekannt, bei welchen das Einlegen
der Fäden automatisiert erfolgt.
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Zur
weiteren Erläuterung des Erstanlegevorganges wird nun zu
den 1 und der 2.1 Bezug
genommen. Wie aus der 2.1 hervorgeht, wird
zur Vorbereitung des Erstanlegevorganges die Führungsleiste 9 aus
einer Ruheposition seitlich neben dem Spindelträger 3 in
einer obere Betriebsposition unmittelbar seitlich neben der Andrückwalze oberhalb
des Spindelträgers 3 und der Spulspindeln 2.1 geführt.
Hierzu wird über den Schwenkantrieb 12 der Träger 11 und
die Schwenkachse 13 verschwenkt, so dass die Führungsleiste 9 in
die obere Betriebsposition, die hier als Sammelposition bezeichnet
ist, geführt wird.
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Wie
insbesondere aus der 1 hervorgeht, werden die an
der Fadenführerleiste 9 beweglich gehaltenen Fadenführer 10 in
eine Sammelstellung am freien Ende der Führungsleiste 9 geführt.
In der Sammelstellung liegen die Fadenführer 10 dicht
nebeneinander, so dass die Fäden 6 durch Führung
der Absaugvorrichtung 14 in einfacher Art und Weise durch die
Bedienperson einfädelbar sind. Nach dem Einfädeln
der Fäden 6 in die Fadenführer 10 werden
diese aus ihrer Sammelstellung in eine Anlegestellung geführt.
Die Anlegestellung ist in 1 gestrichelt
dargestellt. In den Anlegestellungen der Fadenführer 10 sind
die Fäden 6 auf die einzelnen Wickelstellen verteilt.
Hierbei sind die Fadenführer 10 unmittelbar einer
der am Umfang der Spulspindeln 2.1 gehaltenen Hülsen 7 zugeordnet.
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Im
weiteren Verlauf wird die Führungsleiste 9 durch
den Träger 11 aus der Sammelposition in einer untere
Betriebsposition geführt. In 2.2 ist
die Situation dargestellt, bei welcher die Führungsleiste 9 in
der unteren Betriebsposition gehalten ist, die hier als Anlegeposition
definiert ist. Parallel wird ein oberhalb der Changiereinrichtung 4 angeordneter
Fadenausheber 18 derart aktiviert, dass ein Einfallen der Fäden 6 in
die Changiereinrichtung 4 vermieden wird. Bei der in 2.2 gezeigten Situation gelangen die Fäden 6 über
die positionierten Fadenführer 10 jeweils in den
Fangschlitz 16 der Hülsen 7 am Umfang der
Spulspindel 2.1. Zum Anlegen und Fangen der Fäden 6 an
den Hülsen 7 wird der Spindelträger 3 mit der
Spulspindel 2.1 im Uhrzeigersinn gedreht, so dass die Fäden 6 mit
Umschlingungen an den Hülsen 7 geführt
sind. Hierbei ist die Drehrichtung der Hülsen 7,
die durch die Spulspindel 2.1 angetrieben werden, gleichgerichtet
zu der Fadenlaufrichtung. Diese Situation entspricht einem Gleichlaufprinzip.
Die Fäden 6 werden von Fangschlitzen 16 der
Hülsen 7 erfasst und durchtrennt. Zum Trennen
der Fäden 6 sind vorzugsweise an den Fadenführern 10 separate Schneidmittel
integriert.
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Nach
dem Fangen und Trennen der Fäden beginnt der Aufwickelvorgang.
Die Führungsleiste 9 mit den Fadenführern 10 wird
in die Ruhestellung seitlich neben dem Spindelträger 3 zurückgeführt. Diese
Situation ist in 2.3 dargestellt. Gleichzeitig wird
der Fadenausheber 18 aus dem Fadenlauf verschwenkt, so
dass die Fäden 6 in die Changiereinrichtungen 4 einfallen.
Das Aufwickeln der Fäden 6 zu Spulen kann nun
beginnen.
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Im
Verlauf des Prozesses werden zum kontinuierlichen Aufwickeln der
Fäden die Spindeln 2.1 oder 2.2 bei Erreichen
eines Enddurchmessers der gewickelten Spulen aus dem Wickelbereich
in einen Wechselbereich geführt. In 3 ist die
Situation dargestellt, bei welcher die Spulspindel 2.1 mit
fertig gewickelten Spulen in den Wechselbereich geführt ist,
so dass die Spulspindel 2.2 mit leeren Hülsen 7 in den
Wickelbereich gelangt. Um die Fadenübergabe von den voll
gewickelten Spulen 15 an der Spulspindel 2.1 zu
den leeren Hülsen 7 am Umfang der Spulspindel 2.2 ausführen
zu können, wird die Führungsleiste 9 durch
Aktivierung des Schwenkantriebes 12 aus der Ruhestellung
in eine weitere Betriebsposition zwischen den beiden Spulspindeln 2.1 und 2.2 geführt.
Diese Betriebsposition wird als Fangposition bezeichnet. In der
Fangposition werden die Fäden 6 an einer Gleitkante
der Führungsleiste 9 geführt. Die an
der Führungsleiste 9 gehaltenen Fadenführer 10 befinden
sich in dieser Situation in ihrer Anlegestellung. Somit wird durch
Aktivierung des Fadenaushebers 18, der die Fäden 6 aus
der Changiereinrichtung 4 führt, jeder der Fäden 6 an
der Führungsleiste 9 durch die Fadenführer 10 positioniert.
Nun lässt sich das Anlegen und Fangen der Fäden 6 an
die Hülsen 7 der Spulspindel 2.2 einleiten.
Nachdem nun die Fäden 6 gefangen und getrennt
sind, wird die Führungsleiste 9 aus der Fangposition
in die Ruhposition seitlich neben dem Spindelträger 3 zurückverschwenkt. Gleichzeitig
wird der Fadenausheber 18 oberhalb der Changiereinrichtung 14 aus
dem Fadenlauf herausgeführt, so dass die Fäden 6 jeweils
in die Changiereinheiten der Changiereinrichtung 4 einfallen.
Der Spindelwechsel ist vollzogen und die Fäden werden zu
neuen Spulen an der Spulspindel 2.2 gewickelt. In der nachfolgenden
Zeit lassen sich nun die an den Spulspindeln 2.1 gehaltenen
Vollspulen gegen neue Hülsen austauschen.
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An
dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt, dass die
in dem Ausführungsbeispiel nach 1 und 2 gebildeten Betriebspositionen der Führungsleiste 9 beispielhaft
sind. So besteht die Möglichkeit, dass die untere Betriebsposition
die beim Erstanlegen als Anlegeposition bezeichnet ist, identisch
ist mit der Fangposition bei einem Spindelwechsel. Es sind jedoch auch
noch weitere zusätzliche Zwischenpositionen möglich,
die durch die Führungsleiste zur Führung und Positionierung
der Fäden eingenommen werden könnten. Wesentlich
hierbei ist, dass sowohl die radiale Auslenkung der Fäden
in Richtung der Spulspindeln als auch die Auslenkung in Richtung
der Spulspindeln durch die Führungsleiste 9 mit
ausführbar ist.
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Um
die an der Führungsleiste 9 verschiebbar Fadenführer 10 zwischen
einer Sammelstellung und einer Anlegestellung zu positionieren,
ist in 4 ein Ausführungsbeispiel eines möglichen
Verschiebeantriebes dargestellt. In 4 ist hierzu
nur eine Draufsicht der Führungsleiste 9 gezeigt,
die an beiden Enden durch jeweils einen Träger 11 schwenkbar
an einer Schwenkachse 13 gehalten ist. An dem Träger 11 ist
ein Seilzug 19 angeordnet, welcher über einen
Linearantrieb 20 zwischen zwei Positionen hin- und hergeführt
wird. An dem Seilzug 19 ist einer dem Ende der Führungsleiste
zugeordnete Fadenführer 10.1 befestigt. Somit
lässt sich der Fadenführer 10.1 zwischen
einer Anlegestellung und einer Sammelstellung hin- und herführen.
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Der über
den Seilzug geführte Fadenführer 10.1 ist
durch ein Verbindungsmittel 21 mit den übrigen
Fadenführern 10.2, 10.3 und 10.4 verbunden. Als
Verbindungsmittel 21 ist hierbei ein Band vorgesehen, das
an einem Ende der Führungsleiste 9 befestigt ist
und eine der jeweiligen Anlegestellung bestimmende Länge
aufweist, in welcher die Fadenführer 10.1, 10.2, 10.3, 10.4 positioniert
werden. So lassen sich durch Betätigung des Seilzuges alle
Fadenführer 10.1–10.4 an der
Führungsleiste 9 in eine Sammelstellung am rechten
Ende der Fadenführerleiste 9 zusammenführen.
Durch erneute Aktivierung des Seilzuges, um den Fadenführer 10.1 zum
linken Ende der Führungsleiste 9 hin zu verschieben,
erfolgt eine Positionierung der Fadenführer 10.1 bis 10.4 in die
jeweiligen Anlegestellungen, so dass ein Selektieren der Fäden
auf die Wickelstellen innerhalb der Aufspulmaschinen erfolgt.
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Das
in 4 dargestellte Ausführungsbeispiel ist
nur eine mögliche mechanische Ausführungsform,
um die Bewegung der Fadenführer 10 in der Führungsleiste 9 auszuführen.
Grundsätzlich können auch pneumatische oder elektrische
Mittel eingesetzt werden, um eine Positionierung der Fadenführer
an der Führungsleiste vorzunehmen.
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- 1
- Maschinengestell
- 2.1,
2.2
- Spulspindel
- 3
- Spindelträger
- 4
- Changiereinrichtung
- 5
- Andrückwalze
- 6
- Faden
- 7
- Hülse
- 8
- Hilfseinrichtung
- 9
- Führungsleiste
- 10
- Fadenführer
- 11
- Träger
- 12
- Schwenkantrieb
- 13
- Schwenkachse
- 14
- Absaugvorrichtung
- 15
- Spule
- 16
- Fangschlitz
- 17
- Kopffadenführer
- 18
- Fadenausheber
- 19
- Seilzug
- 20
- Linearantrieb
- 21
- Verbindungsmittel
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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