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Technisches Gebiet:
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Die
Erfindung betrifft ein Fräs- und Entgratwerkzeug zur Verwendung
in einer Werkzeugmaschine, umfassend einen Grundkörper,
an dessen erstem Ende eine Spindelaufnahme ausgebildet ist und von dessen
zweitem Ende ein Fräskopf in axialer Richtung abragt, wobei
der Fräskopf durch eine Halteeinrichtung mit dem Grundkörper
verbunden ist und wobei die Halteeinrichtung zumindest teilweise
im Grundkörper aufgenommen ist, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1. Ebenso betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Bearbeitung eines Werkstücks mit einem derartigen Fräs-
und Entgratwerkzeug.
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Stand der Technik:
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Entgratwerkzeuge
der genannten Art werden mittels ihrer Spindelaufnahmen in Werkzeugmaschinen
eingespannt und durch diese Werkzeugmaschinen in Rotation versetzt.
Der Fräskopf kann dann an Werkstücken Grate entfernen
und die Werkstücke somit zerspanend glätten.
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Häufig
werden die Entgratwerkzeuge hierzu auf einer Kreisbahn zwangsgeführt,
um runde Werkstücke wie beispielsweise Rohre zu entgraten.
Dabei folgt das zwangsgeführte Entgratwerkzeug der Mantel-
oder einer Randfläche des zu entgratenden Werkstücks,
um dessen Rand durch Herstellen einer Fase zu entgraten.
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Wenn
ein solches Werkstück eine Unwucht aufweist, werden die
aus dem Stand der Technik bekannten Entgratwerkzeuge durch die Unwucht
zu einer seitlichen Ausweichbewegung in radialer Richtung gezwungen.
Da die Entgratwerkzeuge aufgrund ihrer Zwangsführung auf
einer vorgesehenen Kreisbahn aber bereits unter Pressung am Werkstück
anliegen, kann diese Anpresskraft durch die Unwucht stark erhöht
werden. Es kann dann zum Schlagen des Entgratwerkzeugs gegen das
Werkstück und zur Einprägung von Kerben oder Rillen
wie auch zur Änderung des Fasenwinkels kommen.
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Dies
ist insbesondere problematisch, wenn Ränder von runden
Werkstücken entgratet werden. Fasen werden üblicherweise
mit einem Neigungswinkel von 45° an einem Werkstück
aufgebracht. Daher ist insbesondere beim Entgraten von Fasen dafür Sorge
zu tragen, dass dieser Neigungswinkel nicht durch den Entgratvorgang
aufgrund zu hoher Anpresskraft des Entgratwerkzeugs verändert
wird.
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Durch
die
DE10310270 A1 ist
ein Entgratwerkzeug zum Hochgeschwindigkeitsentgraten von Stoßkanten
an sich kreuzenden Bohrungen oder an Längs- und Quernuten
in Bohrungen eines Werkstücks bekannt geworden, wie zum
Beispiel ein Motorblock (nach Patentanmeldung 10215004.4.), welcher
beim Einsatz rotatorisch und/oder translatorisch bewegt wird. Das
Entgratwerkzeug weist einen Werkzeugschaft auf, der ein Einspannende
und einen am werkzeugseitigen Schaftende als festes Lager angeordneten
Stützkörper hat, des weiteren ein rohrförmiges
Schaftstück, das durch ein oder mehrere Verbindungselemente
mit dem Werkzeugschaft verbunden ist, die in Durchbrüchen
beweglich gelagerten, in axialer Richtung in einer Ebene liegenden
Schneidenkörper hält, welche lose mit einem Spiel
an der Oberfläche des Stützkörpers aufliegen
und ein unter Druck in eine Durchgangsbohrung des Werkzeugschaftes
gepresster flüssiger oder gasförmiger oder aus
einem Gas-Flüssigkeits-Gemisch bestehender Stoff die Schneiden
nach außen bewegt. Mindestens zwei eng nebeneinander liegende
Durchbrüche sind radialsymmetrisch und in axialer Richtung
um einen Betrag m versetzt im rohrförmigen Schaftstück
asymmetrisch angeordnet.
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Durch
die
DE 1030572 A1 ist
ein Entgratwerkzeug zum spanenden Entgraten von rohrförmigen
Enden eines Werkstückes (nach Patentanmeldung 102 15 004.4)
bekannt geworden, bei dem der Stützkörper am werkzeugseitigen
Schaftende als festes Lager angeordnet ist. Ein rohrförmiges
Schaftstück, das durch ein oder mehrere Verbindungselemente
mit dem Werkzeugschaft verbunden ist, hält den im Durchbruch
beweglich gelagerten Schneidenkörper, welcher lose mit
einem Spiel an der Oberfläche des Stützkörpers
aufliegt, wobei ein unter Druck in eine Durchgangsbohrung des Werkzeugschaftes gepresster
flüssiger oder gasförmiger oder aus einem Gas-Flüssigkeits-Gemisch
bestehender Stoff zur Schneide nach außen bewegt wird.
Der Werkzeugschaft mit dem Einspannende und das werkzeugseitige
Schaftende sind einstückig mit der innenliegenden Durchgangsbohrung
ausgeführt, wobei das Schaftende die Form eines Hohlzylinders
hat. Ein das rohrförmige Ende des zu bearbeitenden Werkstückes
umschließendes Teilstück des Hohlzylinders weist
in der Durchgangsbohrung mehrere über den Umfang verteilt,
im Durchbruch angeordnete zylindrische Schneidenkörper
mit Schneide auf, die in Richtung Längsachse zeigen. Die
Schneidenkörper liegen an kegelig ausgeführten
Stützkörpern mit einem Spiel an, wobei die Stützkörper
fest mit den Verschlussplättchen positioniert verbunden
sind.
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Technische Aufgabe:
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fräs- und Entgratwerkzeug
anzugeben, mit welchem mit einer Unwucht oder mit einer Abweichung von
einer vorgegebenen Kurve behaftete Werkstücke problemlos
und materialschonend bei gleich bleibender Güte und Qualität
frästechnisch bearbeitet werden können, insbesondere
durch Entgraten von Graten oder Kanten.
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Offenbarung der Erfindung und ihre Vorteile:
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- [1] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
ein Fräs- und Entgratwerkzeug der eingangs genannten Gattung
gelöst, bei welchem der Fräskopf in axialer Richtung
seiner Drehachse relativ zum Grundkörper gegen einen ersten
Anschlag entgegen der Wirkungsrichtung einer Rückstellkraft hubbeweglich
gelagert ist, wobei die Hubhöhe des Fräskopfes
durch den ersten Anschlag variabel einstellbar ist.
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Erfindungsgemäß ist
erkannt worden, dass ein Fräskopf, welcher sich axial in
Richtung seiner Drehachse bewegen kann, bei Unebenheiten des Werkstücks
oder bei Abweichungen desselben von einem zu entgratenden beispielsweise
kreisrunden oder vorgegebenen Umfang keine seitliche Ausweichbewegung durchführt,
sondern eine axiale Ausweichbewegung. Durch die axiale Ausweichbewegung
kann die Anpresskraft des Fräskopfes an das zu entgratende
Werkstück praktisch konstant gehalten werden. Des Weiteren
werden Spitzen der Anpresskraft im Fräskopf durch die axiale
Ausgleichbewegung vermieden. Das auf einer Kreisbahn zwangsgeführte
Fräs- und Entgratwerkzeug kann der Mantelfläche
eines runden Werkstücks, welches mit einer Unwucht behaftet
ist, folgen, ohne dieses mit zu hoher Anpresskraft zu beaufschlagen.
Der erste Anschlag legt die Hubhöhe fest, um die der Fräskopf
in axialer Richtung nach oben oder unten ausweichen kann. Durch
den variabel einstellbaren ersten Anschlag kann das Fräs-
und Entgratwerkzeug an das zu behandelnde Werkstück definiert
angepasst werden. Insoweit ist eine materialschonende Entgratung eines
mit einer Unwucht oder mit einer Abweichung von einer vorgegebenen
Kurve behafteten Werkstücks problemlos möglich.
Man muss sich vor Augen halten, dass bei zwangsgeführten
Fräs- und Entgratwerkzeugen des Standes der Technik in
solchen Fällen einer Unwucht eines runden Werkstücks
erhebliche laterale Kräfte auftreten, welche den Fräskopf
mehr oder weniger seitlich auslenken, so dass sich der Fasenwinkel ändert.
- [A2] Vorzugsweise kann der Fräskopf
gemeinsam mit der Halteeinrichtung hubbeweglich gelagert sein. Hierdurch
ist eine stabile Führung des Fräskopfes möglich.
Der Fräskopf kann während seiner axialen Bewegung
gegen Verbiegungen stabilisiert werden. Des Weiteren kann die Halteeinrichtung
vermeiden, dass der Fräskopf abbricht.
- [A3] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der erste
Anschlag mindestens einen Mitnehmer aufweisen, der mit dem Grundkörper
und der Halteeinrichtung in Eingriff steht und mit der Halteeinrichtung
im Grundkörper einen Hubspalt begrenzt. Dadurch ist sicher
gestellt, dass der Fräskopf gemeinsam mit dem Grundkörper
gedreht wird. Die Dimension des Hubspalts legt die Hubhöhe
fest, um die der Fräskopf in axialer Richtung nach oben oder
unten bewegbar ist.
- [A4] Vorzugsweise kann der mindestens eine Mitnehmer in radialer
Richtung relativ zur Halteeinrichtung und zum Grundkörper
beweglich sein. Durch Bewegen des Mitnehmers in radialer Richtung
nach innen oder außen kann der Hubspalt vergrößert
oder verkleinert werden. Der Mitnehmer kann von außen,
außerhalb des Grundkörpers bedient werden.
- [A5] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der mindestens
eine Mitnehmer dabei gestuft oder konisch ausgebildet sein. Durch
eine gestufte oder konische Ausbildung des Mitnehmers kann die Größe
des Hubspalts in Abhängigkeit von der radialen Eindringtiefe
des Mitnehmers eingestellt werden. Je weiter beispielsweise ein konischer
Mitnehmer in radialer Richtung in den Grundkörper eingeführt
wird, desto enger wird der Hubspalt und desto kleiner die Hubhöhe,
die der Fräskopf in axialer Richtung ausführen
kann.
- [A6] Vorzugsweise kann der erste Anschlag drei Mitnehmer aufweisen,
die umfänglich äquidistant angeordnet sind. Durch
diese Ausgestaltung wird die Last auf die Mitnehmer besonders günstig
verteilt.
- [A7] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Rückstellkraft,
die den Fräskopf in Richtung zum Werkstück zu
bewegen imstande ist, durch eine Feder aufgebracht werden, so dass
der Fräskopf gegen die Rückstellkraft der Feder,
welche dazu noch vorgespannt sein kann, axial beweglich gelagert
ist. Durch die Rückstellkraft der Feder wird der Fräskopf
nach erfolgter axialer Auslenkung automatisch in seine vorgesehene
Arbeitsposition verbracht, so dass die erzeugte Fase über
ihre Länge immer einen gleich bleibenden Winkel aufweist.
- [A8] Vorzugsweise kann das dem Fräskopf abgewandte
Ende der Halteeinrichtung eine Aufnahme für die Feder aufweisen.
Die Aufnahme kann als Senkbohrung ausgestaltet sein. Durch diese
Aufnahme wird die Feder zwangsgeführt und verhindert, dass
die Feder verkippt oder verrutscht.
- [A9] Vorzugsweise kann das dem Fräskopf abgewandte
Ende der Halteeinrichtung axial hubbeweglich gegen einen zweiten
Anschlag führbar sein, der im Grundkörper aufgenommen
ist. Durch den zweiten Anschlag kann die Rückstellkraft
der Feder eingestellt werden. Der zweite Anschlag erlaubt, die Vorspannung
der Feder einzustellen, die zwischen der Halteeinrichtung und dem
zweiten Anschlag eingespannt ist.
- [A10] Vorzugsweise kann der zweite Anschlag zwei aneinanderliegende,
relativ zueinander bewegliche Konusse aufweisen, wobei ein Konus durch
einen Durchgriff im Grundkörper bewegbar ist. Durch das
Bewegen des einen Konus können zwei geneigte Flächen
der Konusse aufeinander geschoben werden. Durch das Aufeinanderschieben
der geneigten Flächen erhöht sich die Gesamthöhe
der beiden übereinander liegenden Konusse. Hierdurch kann
der zweite Anschlag bzw. die Vorspannung der Feder eingestellt werden.
- [A11] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Fräskopf
einen Schaft aufweisen, der in der Halteeinrichtung von einer Spannzange
ergriffen ist, die in einer Spannzangenkammer angeordnet ist. Durch
diese konkrete Ausgestaltung kann der Fräskopf durch eine
Schraubbewegung in der Halteeinrichtung fixiert werden. Durch den Schraubvorgang
kann die Spannzange komprimiert werden. Dabei fixiert sie den Schaft
und damit den Fräskopf.
- [A12] Vorzugsweise kann die Spannzange durch eine Überwurfmutter
radial zusammengepresst sein, wobei die Überwurfmutter
mit der Halteeinrichtung verschraubt ist. Die Überwurfmutter
erlaubt es, die Spannzange händisch zu komprimieren.
- [A13] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Spannzange
mehrere radial bewegliche konisch verlaufende Segmente aufweisen,
welche durch Sackschlitze gebildet werden. die sich in axialer Richtung
erstrecken. Durch diese konkrete Ausgestaltung ist die Spannzange
in radialer Richtung komprimierbar. Die Sackschlitze sind alternierend
angeordnet und schwächen den Aufbau der Spannzange derart
definiert, dass die Segmente in radialer Richtung gegeneinander
geführt werden können.
- [A14] Dabei kann die Spannzange als Doppelkonus ausgebildet
sein, wobei die Segmente in zwei entgegengesetzten Richtungen konisch
verlaufen. Diese Ausgestaltung erlaubt die Aufnahme der Spannzange
in einer Spannzangenkammer. Wenn die Segmente gegen die Innenwandung der
Spannzangenkammer gepresst werden, werden diese radial gegeneinander
geführt und die Spannzange komprimiert. Beim Komprimieren der
Spannzange können die Segmente den Schaft des Fräskopfes
fixieren und ergreifen.
- [A15] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Schaft
von einer Spülhülse umgeben sein. Hierdurch ist
ein Fluid zur Kühlung an den Fräskopf führbar.
Die Spülhülse kann den Schaft des Fräskopfes
dabei unter Ausbildung eines Ringspalts zur Fluidführung
konzentrisch umgeben.
- [A16] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann im Grundkörper
eine Kammer ausgebildet sein, die ein Fluid zur Kühlung
bei Entgratvorgängen oder Fräsvorgängen
aufnimmt. Hierdurch kann ein Überhitzen des Fräskopfes
bei Entgratvorgängen vermieden werden.
- [A17] Von der Kammer kann eine erste Fluidleitung zur Halteeinrichtung
führen, wobei in der Halteeinrichtung eine zweite Fluidleitung
zum Fräskopf führt. Durch diese Fluidleitungen
ist eine Strömungsverbindung zwischen der Kammer und dem
Fräskopf hergestellt.
- [A18] Ebenso kann die zweite Fluidleitung der Halteeinrichtung
in eine zumindest bereichsweise konisch ausgebildete Spannzangenkammer
münden. Durch diese Ausgestaltung kann das Fluid durch
die Sackschlitze der Spannzange hindurchströmen und zum
Fräskopf gelangen. Die konische Ausbildung der Spannzangenkammer
ermöglicht eine stabile Anlage der Segmente der Spannzange
an der Innenwandung der Spannzangenkammer.
- [A19] Vorzugsweise können zwischen der Halteeinrichtung
und dem Grundkörper eine Fluiddichtung und eine Schmutzdichtung
angeordnet sein. Die Fluiddichtung bewirkt, dass das Fluid ausschließlich
zum Fräskopf gelangt und nicht durch Leckagen aus dem Grundkörper
austritt. Die Schmutzdichtung ihrerseits verhindert ein Eindringen
von Partikeln in das Innere des Grundkörpers.
- [A20] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Fräskopf
an seinem dem Grundkörper abgewandten Ende einen ersten
konischen Fräskranz aufweisen und an seinem dem Grundkörper
zugewandten Ende einen zweiten konischen Fräskranz aufweisen,
wobei die Konizität der Fräskränze gegensinnig
ausgebildet ist und der Fräskopf einen Äquator
ausbildet. Die konische Ausbildung des Fräskopfes in beiden
Richtungen erlaubt eine Auf- und eine Abbewegung des Fräskopfes
in axialer Richtung, wenn dieser einer Unwucht eines zu entgratenden
Werkstücks ausweicht.
- [A21] Ein Verfahren zur Bearbeitung eines Werkstücks
kann derart durchgeführt werden, dass ein erfindungsgemäßes
Fräs- und Entgratwerkzeug in Rotation versetzt wird, rotierend
auf einer Bahn zwangsgeführt wird und dabei unter Pressung
am Werkstück anliegt und bei Abweichung der zu bearbeitenden
Kontur des Werkstücks von der vorgegebenen Bahn des Fräs-
und Entgratwerkzeugs der Fräskopf desselben eine entsprechende
Auf- und Abbewegung in axialer Richtung durchführt.
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Fräs-
und Entgratwerkzeuge der hier beschriebenen Art werden mittels ihrer
Spindelaufnahmen in Werkzeugmaschinen eingespannt und durch diese
Werkzeugmaschinen in Rotation versetzt. Der Fräskopf kann
dann an Werkstücken Grate an Kanten entfernen und die Werkstücke
somit zerspanend glätten. Die zu bearbeitende Kante oder
Fläche des Werkstücks kann in ihrem Verlauf von
der vorgegebenen, zwangsgeführten Bahn des Fräs-
und Entgratwerkzeugs durch Formabweichungen oder Härteverzug
des Werkstücks abweichen. Sobald die zu bearbeitende Kante
oder Fläche des Werkstücks in ihrem Verlauf von
der zwangsgeführten Bahn des Fräs- und Entgratwerkzeugs
abweicht, kann der Fräskopf in axialer Richtung seiner
Drehachse ausweichen. Ein Schlagen des zwangsgeführten
Fräs- und Entgratwerkzeugs gegen das Werkstück,
eine Einprägung von Kerben oder Rillen wie auch eine Änderung
eines Fasenwinkels kann durch Verwendung des erfindungsgemäßen
Fräs- und Entgratwerkzeugs wirksam vermieden werden.
- [A22] Das Fräs- und Entgratwerkzeug
kann auch auf einer linearen Bahn zwangsgeführt werden. Das
Fräs- und Entgratwerkzeug kann dabei linearen Konturen
eines Werkstücks folgen und diese Konturen entgraten oder
mit einer Fase oder Fräsfläche versehen. Wenn
bei einem Werkstück, welches eine linear verlaufende zu
entgratende Kante aufweist, die Kante von ihrem linearen Verlauf
abweicht, so kann auch in diesem Fall der Fräskopf in axialer
Richtung seiner Drehachse ausweichen.
- [A23] Das Fräs- und Entgratwerkzeug kann auch auf einer
gekrümmten Bahn zwangsgeführt werden. Hierbei
können runde Werkstücke wie beispielsweise Rohre
entgratet werden.
- [A24] Durch das Fräs- und Entgratwerkzeug kann eine
Fläche in das Werkstück gefräst werden. Hierdurch
ist eine flächige Bearbeitung des Werkstücks nicht
nur an dessen Rändern, sondern auch an anderen Stellen
möglich.
- [A25] Durch das Fräs- und Entgratwerkzeug kann eine
Fase in das Werkstück gefräst werden, die einen
Fasenwinkel von 30° bis 60°, vorzugsweise 45°,
zeigt. Dabei folgt das zwangsgeführte Fräs- und
Entgratwerkzeug dem zu entgratenden Werkstück, um dessen
Rand durch Herstellen einer Fase zu entgraten. Mit dem erfindungsgemäßen Fräs-
und Entgratwerkzeug können Fasen mit einem Neigungswinkel
von 30° bis 60° problemlos an einem Werkstück
aufgebracht werden. Der Neigungswinkel wird nicht durch den Entgratvorgang
aufgrund zu hoher Anpresskraft des Fräs- und Entgratwerkzeugs
verändert.
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Damit
sind die Voraussetzungen für den Einsatz des Fräs-
und Entgratwerkzeuges zum Beispiel in Taktstraßen mit neuesten
Fertigungstechnologien gegeben. Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile
und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele
anhand der Zeichnung, in der beispielhaft und schematisch veranschaulichen:
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1 ein
Fräs- und Entgratwerkzeug in perspektivischer Ansicht,
-
2 eine
Seitenansicht des Fräs- und Entgratwerkzeugs aus 1,
-
3 eine
Schnittansicht des Fräs- und Entgratwerkzeugs aus den 1 und 2,
-
4 eine
Schnittansicht des Fräs- und Entgratwerkzeugs gemäß 3 in
der Ebene, in welcher die drei Mitnehmer angeordnet sind, die den
ersten Anschlag ausbilden,
-
5 eine
erste perspektivische Ansicht der Spannzange und
-
6 eine
zweite perspektivische Ansicht der Spannzange.
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Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung:
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1 zeigt
in perspektivischer Ansicht und 2 in einer
Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Fräs-
und Entgratwerkzeug 1 zur Verwendung in einer Werkzeugmaschine.
Das Fräs- und Entgratwerkzeug 1 umfasst einen
im Wesentlichen zylindrischen Grundkörper 2, an
dessen erstem Ende 3 eine Spindelaufnahme 4 ausgebildet
ist und von dessen zweitem Ende 5 ein Fräskopf 6 in
axialer Richtung abragt. Der Fräskopf 6 ist durch
eine im Wesentlichen zylindrische Halteeinrichtung 7 mit
dem Grundkörper 2 verbunden, wobei die Halteeinrichtung 7 zumindest teilweise
im Grundkörper 2 aufgenommen ist. Der Fräskopf 6 ist
in axialer Richtung relativ zum Grundkörper 2 gegen
einen ersten Anschlag 8 hubbeweglich gelagert, wobei die
Hubhöhe des Fräskopfes 6 durch den ersten
Anschlag 8 variabel einstellbar ist.
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3 zeigt
in einer Schnittansicht das Fräs- und Entgratwerkzeug aus
den 1 und 2. Dieses umfasst einen im Wesentlichen
zylindrischen Grundkörper 2, an dessen erstem
Ende 3 eine Spindelaufnahme 4 ausgebildet ist
und von dessen zweitem Ende 5 ein Fräskopf 6 in
axialer Richtung abragt. Der Fräskopf 6 ist durch
eine im Wesentlichen zylindrische Halteeinrichtung 7 mit
dem Grundkörper 2 verbunden, wobei die Halteeinrichtung 7 zumindest teilweise
im Grundkörper 2 aufgenommen ist. Die Halteeinrichtung 7 ragt
mit einem Ende aus dem Grundkörper 2 heraus. Der
Fräskopf 6 ist in axialer Richtung relativ zum
Grundkörper 2 gegen einen ersten Anschlag 8 hubbeweglich
gelagert, wobei die Hubhöhe des Fräskopfes 6 durch
den ersten Anschlag 8 variabel einstellbar ist.
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Der
Fräskopf 6 ist gemeinsam mit der Halteeinrichtung 7 hubbeweglich
gelagert. Der erste Anschlag 8 weist mindestens einen Mitnehmer 9 auf, der
mit dem Grundkörper 2 und der Halteeinrichtung 7 in
Eingriff steht und mit der Halteeinrichtung 7 im Grundkörper 2 einen
Hubspalt 10 begrenzt.
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Der
mindestens eine Mitnehmer 9 ist in radialer Richtung relativ
zur Halteeinrichtung 7 und zum Grundkörper 2 beweglich.
Er kann durch eine Schraube 11 in einer gewünschten
Position fixiert werden. Die Schraube 11 greift vom zweiten
Ende 5 her in den Mitnehmer 9 ein. Der Mitnehmer 9 ist
gestuft ausgebildet. Der erste Anschlag 8 weist drei Mitnehmer 9 auf,
die umfänglich äquidistant angeordnet sind.
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Der
Fräskopf 6 ist gegen die Rückstellkraft einer
vorgespannten Feder 12 axial beweglich gelagert. Die Feder 12 kann
als Spiralfeder ausgebildet sein.
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Das
dem Fräskopf 6 abgewandte Ende der Halteeinrichtung 7 weist
eine Aufnahme 13 für die Feder 12 auf,
die als Sackloch oder Sackbohrung ausgebildet ist. In der Aufnahme 13 wird
die Feder 12 zwangsgeführt. Am Grund der als Sackbohrung
ausgebildeten Aufnahme 13 ist eine zweite Fluidleitung 26 ausgebildet.
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Das
dem Fräskopf 6 abgewandte Ende der Halteeinrichtung 7 ist
axial hubbeweglich gegen einen zweiten Anschlag 14 führbar,
der im Grundkörper 2 aufgenommen ist. Der zweite
Anschlag 14 weist zwei aneinanderliegende, relativ zueinander
bewegliche keilförmige Konusse 15, 16 auf,
wobei ein Konus 16 durch einen Durchgriff 17 im
Grundkörper 2 bewegbar ist. In den Durchgriff 17 kann
eine Stellschraube eingesetzt werden, mit welcher der Konus 16 bewegt
werden kann. Durch das Bewegen des Konus 16 können
zwei geneigte Flächen 15a, 16a der keilförmigen
Konusse 15, 16 entsprechend zweier aufeinander
gleitender schiefen Ebenen aufeinander geschoben werden. Durch das
Aufeinanderschieben der geneigten Flächen 15a, 16a erhöht
sich die Gesamthöhe der beiden übereinanderliegenden keilförmigen
Konusse 15, 16. Hierdurch kann der zweite Anschlag 14 bzw.
die Vorspannung der Feder 12 eingestellt werden.
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Der
Fräskopf 6 weist einen Schaft 18 auf,
der in der Halteeinrichtung 7 von einer Spannzange 19 ergriffen
ist, die in einer Spannzangenkammer 20 angeordnet ist.
Die Spannzange 19 ist durch eine Überwurfmutter 21 radial
zusammengepresst, wobei die Überwurfmutter 21 mit
der Halteeinrichtung 7 verschraubt ist.
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Der
Schaft 18 ist von einer Spülhülse 22 konzentrisch
umgeben. Die Spülhülse 22 bildet mit
dem Schaft 18 einen Ringspalt 23, durch welchen
Fluid zum Fräskopf 6 gelangen kann. Die Spülhülse 22 ist im
Querschnitt T-förmig ausgebildet und wird mit einem abkragenden
Rand in der Überwurfmutter 21 gehalten.
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Im
Grundkörper 2 ist eine Kammer 24 ausgebildet,
die ein Fluid zur Kühlung bei Fräsvorgängen oder
Entgratvorgängen aufnimmt. Von der Kammer 24 führt
eine erste Fluidleitung 25 zur Halteeinrichtung 7,
wobei in der Halteeinrichtung 7 eine zweite Fluidleitung 26 zum
Fräskopf 6 führt. Die zweite Fluidleitung 26 der
Halteeinrichtung 7 mündet in eine zumindest bereichsweise
konisch ausgebildete Spannzangenkammer 20. In die Spannzangenkammer 20 ist
die Spannzange 19 eingesetzt.
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Zwischen
der Halteeinrichtung 7 und dem Grundkörper 2 sind
eine Fluiddichtung 27 und eine Schmutzdichtung 28 angeordnet.
Die Dichtungen 27, 28 sind als Ringdichtungen,
zum Beispiel sogenannte O-Ringe, ausgestaltet.
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Der
Fräskopf 6 weist an seinem dem Grundkörper 2 abgewandten
Ende einen ersten konischen Fräskranz 29 auf und
an seinem dem Grundkörper 2 zugewandten Ende einen
zweiten konischen Fräskranz 30 auf, wobei die
Konizität der Fräskränze 29, 30 gegensinnig
ausgebildet ist und der Fräskopf 6 einen Äquator 31 ausbildet.
Durch diese Ausgestaltung kann der Fräskopf 6 eine
Aufwärts- und eine Abwärtsbewegung in axialer
Richtung problemlos durchführen, da die Fräskränze 29, 30 aufgrund
ihrer konischen Neigung entlang des Randes eines Werkstücks
dem Rand gleitend folgen können und dadurch eine Fase mit
gleich bleibendem Fasenwinkel auf dem Werkstück ausbilden.
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4 zeigt
den ersten Anschlag 8 in einer Schnittansicht. Die drei
Mitnehmer 9 sind in radialer Richtung relativ zur Halteeinrichtung 7 und
zum Grundkörper 2 in zylindrischen Mitnehmeraufnahmen
beweglich gelagert. Der erste Anschlag 8 weist drei Mitnehmer 9 auf,
die umfänglich äquidistant angeordnet sind. Die
Halteeinrichtung 7 weist eine zweite Fluidleitung 26 auf,
die mit der ersten Fluidleitung 25 im Grundkörper 2 strömungsverbunden
ist.
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Die 5 und 6 zeigen
die Spannzange 19, die in der konischen Spannzangenkammer 20 aus 3 angeordnet
ist, in perspektivischer Ansicht aus zwei Richtungen. Die Spannzange 19 weist
mehrere radial bewegliche konisch verlaufende Segmente 32 auf,
welche durch Sackschlitze 33 gebildet werden, die sich
in axialer Richtung erstrecken. Die Spannzange 19 ist als
Doppelkonus ausgebildet, wobei die Segmente 32 in zwei
entgegengesetze Richtungen konisch verlaufen. Die Sackschlitze 33 sind derart
alternierend angeordnet, dass sie sich abwechselnd zu unterschiedlichen
Richtungen hin öffnen.
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Die
Spannzange 19 liegt in 3 an der
Innenwandung der konisch ausgebildeten Spannzangenkammer 20 an.
Ihre Segmente 32 sind durch das Verschrauben der Überwurfmutter 21 mit
der Halteeinrichtung 7 gegeneinander geführt,
wobei die Sackschlitze 33 in ihrer Weite bereichsweise
reduziert sind. Durch das Gegeneinanderführen der Segmente 32 wird
der Schaft 18 von den Segmenten 32 fest ergriffen,
die in 6 der Betrachterebene zugewandt sind.
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Das
Fluid aus der Kammer 24 kann durch die Sackschlitze 33 hindurchströmen,
sich innerhalb der Spannzange 19 verteilen und über
den Schaft 18 zum Fräskopf 6 gelangen.
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In
den 1 bis 6 kennzeichnen gleiche Bezugszeichen
die gleichen Elemente des Fräs- und Entgratwerkzeugs 1.
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Gewerbliche Anwendbarkeit
-
Die
Erfindung ist gewerblich anwendbar, da das Fräs- und Entgratwerkzeug
bei der Bearbeitung von Werkstücken einsetzbar ist, deren
zu bearbeitende Fläche oder Kante von einer vorgegebenen
Fläche oder Form oder Kante abweicht. Im maschinellen Einsatz
derartiger Fräs- und Entgratwerkzeuge bedeutet das, dass
bei einer Abweichung der frästechnisch zu bearbeitenden
Fläche oder Kante von einer vorgegebenen Führungsbahn,
auf der das Fräs- und Entgratwerkzeug mittels einer vorgegebenen
Führungsbahn zwangsgeführt wird, das Werkstück
trotzdem gemäß den Vorgaben bearbeitet wird; beispielsweise
wird bei einem runden Werkstück, welches mit einer Unwucht
behaftet ist, die Formabweichung im Bereich der Unwucht richtig
bearbeitet.
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Die
Nützlichkeit des erfindungsgemäßen Fräs-
und Entgratwerkzeugs liegt darin, dass mit diesem mit Formabweichungen,
zum Beispiel mit einer Unwucht, behaftete Werkstücke problemlos
und materialschonend bei gleich bleibender Güte und Qualität
des Fräsvorgangs, wie zum Beispiel eine Entgratung, insbesondere
unter gleich bleibendem Fasenwinkel längs der Entgratungskurve,
entgratet werden können.
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- 1
- Fräs-
und Entgratwerkzeug
- 2
- Grundkörper
- 3
- erstes
Ende des Grundkörpers
- 4
- Spindelaufnahme
- 5
- zweites
Ende des Grundkörpers
- 6
- Fräskopf
- 7
- Halteeinrichtung
- 8
- erster
Anschlag
- 9
- Mitnehmer
- 10
- Hubspalt
- 11
- Schraube
- 12
- Feder,
Spiralfeder
- 13
- Federaufnahme
- 14
- zweiter
Anschlag
- 15,
16
- keilförmige
Konusse
- 15a,
16a
- geneigte
Flächen
- 17
- Durchgriff
- 18
- Schaft
- 19
- Spannzange
- 20
- Spannzangenkammer
- 21
- Überwurfmutter
- 22
- Spülhülse
- 23
- Ringspalt
- 24
- Kammer
- 25
- erste
Fluidleitung
- 26
- zweite
Fluidleitung
- 27
- Fluiddichtung
- 28
- Schmutzdichtung
- 29
- erster
konischer Fräskranz
- 30
- zweiter
konischer Fräskranz
- 31
- Äquator
- 32
- Segmente
der Spannzange
- 33
- Sackschlitze
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10310270
A1 [0006]
- - DE 1030572 A1 [0007]