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Die
Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz mit einer Kopfstütze
und mindestens einem Kopfstützenrohr. Dabei ist das Kopfstützenrohr
in seiner Sollwandstärke an eine Mindestbruchfestigkeit
und eine Mindestknickfestigkeit bei Aufprallbelastung angepasst,
die bei einem Frontalzusammenstoß eines Fahrzeugs oder
Heckaufprall eines anderen Fahrzeugs in Gegenfahrtrichtung auftreten
kann. Das Kopfstützenrohr ragt dabei aus einer Rohrführung
einer Rückenlehne des Fahrzeugsitzes heraus.
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Aus
der Druckschrift
DE
100 13 817 A1 ist eine derartige Kopfstütze für
einen Sitz eines Fortbewegungsmittels, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, mit
einem Stützkörper und mindestens einer daran angeordneten,
als Hohlprofil ausgebildeten Führungsstange bekannt. Für
die Führungsstange ist die Kopfstütze in eine
zugeordnete Aufnahme eines Sitzes einführbar.
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Eine
derartige Kopfstütze 2 gemäß dem Stand
der Technik zeigt 4, wobei die Kopfstütze 2 die
Kräfte, die in Gegenfahrtrichtung 4 bei einem Aufprall
aufgenommen werden müssen, über das an der Kopfstütze 2 befestigte
Kopfstützenrohr 3 an die Rohrführung 5,
die in diesem Stand der Technik in der Rückenlehne angeordnet
ist, abgibt. Die Wandstärke eines runden Querschnitts 15,
wie er in 4 gezeigt wird, richtet sich
dabei nach der höchsten Belastung, die in Fahrtrichtung
bzw. Gegenfahrtrichtung auftreten kann.
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Diese
Dimensionierung hat den Nachteil, dass die Wandstärke zur
Aufnahme von Kräften in Querrichtung 16, d. h.
die quer zur Fahrtrichtung auftreten, überdimensioniert
ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, einen Fahrzeugsitz mit Kopfstütze
und Kopfstützenrohr anzugeben, dessen Rohrquerschnitt an
die unterschiedlichen Belastungen in Fahrtrichtung und quer zur Fahrtrichtung
angepasst ist.
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Diese
Aufgabe wird mit dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen.
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Erfindungsgemäß wird
ein Fahrzeugsitz mit einer Kopfstütze und mindestens einem
Kopfstützenrohr geschaffen. Dabei ist das Kopfstützenrohr
in seiner Sollwandstärke an eine Mindestbruchfestigkeit und
eine Mindestknickfestigkeit bei Aufprallbelastung angepasst, die
bei einem Frontalzusammenstoß oder einem Heckaufprall eines
Fahrzeugs in Gegenfahrtrichtung auftreten kann. Das Kopfstützenrohr ragt
aus einer Rohrführung einer Rückenlehne des Fahrzeugsitzes
heraus. Dabei weist das Kopfstützenrohr einen ovalen Querschnitt
mit einer Längsachse und einer Querachse auf. Das Kopfstützenrohr ist
derart in der Kopfstützrohrführung einer Fahrzeugsitzrückenlehne
angeordnet, dass die Querschnittslängsachse in Fahrtrichtung
und die Querschnittsquerachse des Kopfstützenrohres quer
zur Fahrtrichtung ausgerichtet sind.
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Diese
ovale Querschnittsform hat den Vorteil, dass nur ein einzelnes Kopfstützenrohr
pro Kopfstütze erforderlich ist, wobei das ovale Profil
ein Verdrehen der Kopfstütze im Gegensatz zum Stand der Technik
verhindert, so dass ein sonst übliches zweites Kopfstützenrohr
entfallen kann. Weiterhin hat der ovale Querschnitt den Vorteil,
dass er besser an die verminderte Querbelastung bei Unfällen
angepasst ist und somit ein Gewichtseinsparpotential für
einen Fahrzeugsitz vollständig nutzt. Dazu wird die Längsachse
des ovalen Querschnitts unter Berücksichtigung der Wandstärke
in ihrer Bruchfestigkeit auf die Belastungen in Fahrtrichtung bzw.
Gegenfahrtrichtung optimiert, und die Ausdehnung des ovalen Profils
in Richtung der Querachse wird entsprechend der verminderten Belastung
quer zur Fahrtrichtung bei sonst gleicher Wandstärke vermindert,
womit gegenüber einem runden Kopfstützenrohrprofil
eine deutliche Gewichtseinsparung möglich wird.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist deshalb
das Gesamtgewicht des mindestens einen Kopfstützenrohres
mit ovalem Querschnitt und einheitlicher Wandstärke gegenüber
einem Kopfstützenrohr mit rundem Querschnitt mit Sollwandstärke
verringert. Die Bruchfestigkeit und die Knickfestigkeit des mindestens
einen Kopfstützenrohres mit ovalem Querschnitt in Fahrtrichtung werden
dabei beibehalten und in Querrichtung gegenüber einem runden
Querschnitt der verminderten Belastung angepasst. Dabei wird die
Wandstärke konstant gehalten, und das Kopfstützenrohr
nicht mit unterschiedlichen Wandstärken im Querschnitt
versehen, was die Herstellungskosten des Kopfstützenrohres
mit ovalem Querschnitt minimiert. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung weist der ovale Querschnitt eine elliptische Außen-
und Innenkontur auf, die sich deutlich von einem kreisförmigen Querschnitt
unterscheiden und eine gleich bleibende Wandstärke sichern.
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In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Rohrführung
in der Kopfstütze selbst angeordnet. Dabei ist die Kopfstütze
an dem aus der Rückenlehne herausragenden Bereich des Kopfstützenrohres
höhenverstellbar angeordnet. Alternativ kann das mindestens
eine Kopfstützenrohr mit fixierter Kopfstütze
in einer Rohrführung der Rückenlehne höhenverstellbar
angeordnet sein. Für beide Fälle jedoch kann ein
ovales Kopfstützenrohr Gewichtsvorteile bringen.
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Die
Rohrführung in der Kopfstütze oder in der Rückenlehne
kann mindestens ein federelastisches Positionierungselement aufweisen,
für das Einrastpositionen an dem mindestens einem Kopfstützenrohr
vorgesehen sind. Dabei kann das federelastische Positionierungselement
eine federelastisch vorgespannte Kugel aufweisen, die in entsprechende Vertiefungen
des Kopfstützenrohres im Bereich der Rohrführung
arretierend einrastbar ist.
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Die
Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figuren näher
erläutert.
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1 zeigt
eine perspektivische Prinzipskizze eines Fahrzeugsitzes einer Ausführungsform
der Erfindung;
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2 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Kopfstütze mit
mindestens einem Kopfstützenrohr gemäß der
Erfindung;
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3 zeigt
einen schematischen ovalen Querschnitt eines Kopfstützenrohres
mit einer Berechnung des Flächeneinsparpotentials;
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4 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Kopfstütze gemäß dem
Stand der Technik.
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1 zeigt
eine schematische perspektivische Ansicht eines Fahrzeugsitzes 1 mit
einer Kopfstütze 2 und mindestens einem Kopfstützenrohr 3 gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung. Dazu kann das mindestens
eine Kopfstützenrohr 3 höhenverstellbar
in einer Rohrführung 5 einer Rückenlehne 8 des
Fahrzeugsitzes 1 angeordnet sein oder eine feststehende
Rohrführung 5 in der Rückenlehne 8 aufweisen.
Die Kopfstütze 2 weist eine Rohrführung 19 auf,
mit der die Kopfstütze 2 feststehend oder höhenverstellbar
an einem freien Kopfstützenrohrbereich 17 angeordnet
ist. Dabei ergibt sich ein Problem bei Kopfstützenrohren
mit kreisförmigem Querschnitt, da sich die Kopfstütze
in der Kopfstützenführung 19 der Kopfstütze 2 oder
in der Rohrführung 5 der Rückenlehne 8 verdrehen
kann. Dieses Problem wird üblicherweise durch zwei Kopfstützenrohe
pro Kopfstütze 2 gelöst, so dass ein
Verdrehen nicht möglich ist. Erfindungsgemäß wird
jedoch von dem in 4 gezeigten kreisrunden Querschnitt 15 abgewichen
und ein ovaler Querschnitt 6 vorgeschlagen, so dass für
die Kopfstütze lediglich ein Kopfstützenrohr 3 vorzusehen
ist, was eine deutliche Gewichtseinsparung möglich macht.
Darüber hinaus kann ein ovales Kopfstützenrohr
mit seiner Längsachse und seiner Querachse besser an die
unterschiedlichen Belastungen in Fahrtrichtung bzw. Gegenfahrtrichtung
und in Querrichtung, d. h. quer zur Fahrtrichtung angepasst werden.
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2 zeigt
dazu ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei das mindestens
eine Kopfstützenrohr 3 mit seinem ovalen Querschnitt 6 in
einer Öffnung 9 der Rohrführung 5 in
der Rückenlehne 8 des Fahrzeugsitzes angeordnet
ist. Der ovale Querschnitt 6 weist eine höhere
Bruchfestigkeit und Knickfestigkeit in Fahrtrichtung bzw. Gegenfahrtrichtung aufgrund
der größeren Erstreckung in Richtung der Längsachse 10 des
ovalen Querschnitts 6 auf, während die Erstreckung
des Querschnitts in Querrichtung 16 der Querachse 11 auf
die verminderten Belastungen quer zur Fahrtrichtung 12 angepasst
ist.
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3 zeigt
einen schematischen ovalen Querschnitt 6 eines Kopfstützenrohres 3 mit
einer Berechnung des Flächeneinsparpotentials. Dazu wird
ein Kreisquerschnitt mit einem Außenradius von 7 mm und
einer Wandstärke von 1,5 mm verglichen mit einem Ellipsenquerschnitt
mit einem Außenradius a von 8 mm und einem Außenradius
b von 5 mm, wobei eine Wandstärke von 1,3 mm ausreicht,
um eine sichere Bruchfestigkeit und eine ausreichende Steifigkeit
des Kopfstützrohres 3 in Fahrtrichtung x bzw. Gegenfahrtrichtung
und in Querrichtung y zu gewährleisten. Mit diesen Dimensionierungen
ergibt sich eine Flächenverminderung von 58,9 mm2 auf 47,8 mm2, wie
es in der Beispiel-Tabelle gezeigt wird. Das Flächenträgheitsmoment
ly, das gemäß der Gleichung
G3 für Belastungen quer zur Fahrtrichtung
berechnet werden kann, ist dabei praktisch halbiert. Das Flächenträgheitsmoment
lx, das gemäß der Gleichung
G2 für Belastungen in Gegenfahrtrichtung
bzw. Fahrtrichtung berechnet werden kann, wird annähernd
gleich bleiben und ist bezogen auf die Querschnittsfläche
des ovalen Querschnitts 6 sogar noch verbessert.
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Für
diese Berechnung wird ein elliptischer Querschnitt mit einer elliptischen
Innenkontur 14 und einer elliptischen Außenkontur 13 bei
gleichbleibender Wandstärke t zu Grunde gelegt, wobei ein
Außenradius a in der Längsachse 10 der
Ellipse und ein Außenradius b in der Querachse 11 der
Ellipse vorgesehen ist. Das Gewicht des Kopfstützenrohres steht
in direkter Abhängigkeit zur Querschnittsfläche. Die
Steifigkeit des Kopfstützrohres steht in direkter Abhängigkeit
zu dem Flächenträgheitsmomemt lx in Gleichung
G2. Der Quotient aus Flächenträgheitsmoment
lx und Querschnittsfläche liefert
eine Aussage über die gewonnene Steifigkeit pro eingesetzter
Masse und ist somit ein Indikator für die Leichtbaugüte des
ovalen Kopfstützrohres. Das obige und in 3 gezeigte
und berechnete Beispiel zeigt, dass man bei einem elliptischen Rohr
als Kopfstützrohr 3 mit einer Erstreckung in der
Längsachse 10 von 8 mm Außenradius a
und einer Erstreckung in der Quersachse 11 von 5 mm Außenradius
b bei etwa gleichbleibender Steifigkeit in Längsrichtung
x durch die reduzierte Wandstärke deutlich weniger Material
gegenüber einem, runden Rohr von 7 mm Radius benötigt.
Bei einem im Stand der Technik vorgesehenen Rohr mit einer Masse
von 125 g erhält man für die elliptische Version
eine reduzierte Masse von 101,4 g. Mit der Flächenverminderung
ist somit vor allem auch eine Gewichtseinsparungen für
den Fahrzeugsitz verbunden.
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4 zeigt
einen schematischen Querschnitt durch eine Kopfstütze gemäß dem
Stand der Technik, wie er bereits einleitend erörtert wurde,
weshalb an dieser Stelle auf eine erneute Beschreibung verzichtet
wird.
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- 1
- Fahrzeugsitz
- 2
- Kopfstütze
- 3
- Kopfstützenrohr
- 4
- Gegenfahrtrichtung
- 5
- Rohrführung
(in der Rückenlehne)
- 6
- ovaler
Querschnitt
- 7
- Sitzfläche
- 8
- Rückenlehne
- 9
- Öffnung
- 10
- Längsachse
- 11
- Querachse
- 12
- Fahrtrichtung
- 13
- Außenkontur
- 14
- Innenkontur
- 15
- runder
Querschnitt
- 16
- Querrichtung
(quer zur Fahrtrichtung
- 17
- freier
Kopfstützenrohrbereich
- 19
- Rohrführung
(in der Kopfstütze)
- t
- Wandstärke
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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